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Kundenrezensionen

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am 29. Januar 2005
Über mehr als 800 Seiten erzählt Chabon die Geschichte eines tschechischen Flüchtlings während des 3. Reiches und seines Cousins in New York City. Und keine Seite ist langweilig. Als Josef Kavalier nach einer atemberaubenden Flucht nach N.Y. kommt steigt er, gerade einmal 20 Jahre alt mit Sammy Clay als Zeichner ins Comicgeschäft ein. In der goldenen Zeit der Comics in den USA der 40er Jahre kommen sie mit ihrer Figur „Der Eskapist" zu Ruhm, doch werden sie von ihrem Verleger hintergangen. Kavalier verarbeitet in den Comics seinen Hass auf die Nazis, die seine Familie auf dem Gewissen haben und versucht seinen Erfolg mit den Comics in reale Hilfe umzuwandeln. Sein Bemühen bleibt jedoch vergebens, nach mehreren Schicksalsschlägen meldet er sich bei der Marine um Aktiv gegen Hitlerdeutschland zu kämpfen. Sammy Clay wiederum ist gefangen in seiner Homosexualität, die zu dieser Zeit noch alles andere als salonfähig ist. Und Rosa Saks, die Geliebte von Josef muss sich mit einer ungewollten Schwangerschaft durch den verschollenen Kavalier abfinden.
In einer erzählerischen Dichte, wie man sie nur selten findet führt Chabon seine Figuren durch die Realzeit des Romans, als wären auch sie nur Comicfiguren. Ihm gelingt ein einmaliges Kunststück Comic in Prosa zu verwandeln, viele Themen zu behandeln, für die andere allein ein Buch dieses Umfangs bräuchten und dabei nie pathetisch, belehrend oder lächerlich zu wirken.
Großer Roman.
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Die unglaublichen Abenteuer von Kavalier & Clay:
Ein Buch über das spurlose Verschwinden von Menschen im 20. Jahrhundert, das laut Danilo Kis ein Signum des Jahrhunderts der Weltkriege, Pogrome und Lagersysteme ist. Angehörige verschwinden spurlos, niemand weiß, ob sie noch am Leben sind und falls ja, wo. Diese Zeit brauchte einen Superman, aber nicht einmal der stärkste Mann der Welt kann gegen alle skandalösen Systeme und Bösewichte ankommen und der Bedarf an Superhelden wächst und wächst; neue Comicserien schießen wie Pilze aus dem Boden. Stellvertretend für Amerika ziehen die Superhelden in den Krieg und verbeulen Hitler die Fresse. Der begabte Zeichner Joseph Kavalier, der nach einer unglaublichen und abenteuerlichen Flucht aus Prag nach Amerika gekommen ist, muss seine Familie zurücklassen und schickt den Escapist, eine von ihm entworfenen Superheldenfigur, an die Front, um den Nazis den Garaus zu machen.
Ein Buch über die Entstehung und Entwicklung des Comics, eine Kunstform, die sich mit den ersten Superman-Heften vom Zeitungsstrip zu emanzipieren beginnt und in kürzester Zeit den Markt überschwemmt. Der Escapist, Befreiungs- und Verschwindekünstler aus der Feder der im Zentrum des Romans stehenden jüdischen Cousins Sam Clay und Joseph Kavalier ist ganz Kind seiner Zeit, der späten 30er und frühen 40iger Jahre, bevor Amerika in den WK II eintritt. Nach dem Krieg schwindet das Interesse an Superhelden rapide und zu allem Überfluss wird den Comics auch noch ein schädlicher Einfluss auf die Jugend Amerikas unterstellt. Die Branche erlebt Höhenflüge und tiefe Abstürze. Chabon schildert auf 800 Seiten das Golden Age des Comics detailreich und mit viel Sachkenntnis. Man merkt dem Buch an, dass Chabon ausgiebig recherchiert und selbst Interviews geführt hat.
Ein Buch über den Befreiungskünstler Houdini und den Prager Golem; nicht zuletzt ein Familien- und Liebesroman.
Das Buch ist mal witzig, mal melancholisch, sprachmächtig, unterhaltsam und trotz seines Umfanges kurzweilig. Das Schicksal der Titelhelden hat mich menschlich sehr berührt und spiegelt exemplarisch Lebensläufe in Zeiten des Totalitarismus, des Krieges und der Nachkriegszeit mit ihrer Angst vor Kommunismus und Homosexualität.
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am 9. März 2011
Michael Chabon macht genau das, was der Titel vorgibt: Er erzählt uns die Geschichte zweier US-Comicautoren zwischen den 30er und 50er-Jahren des 20. Jahrhunderts - und zwar wie in einem Comic. Denn Leben, Aufstieg und Fall der beiden Hauptpersonen Sam Clay und Joe Kavalier sind so ungewöhnlich wie sonst nur die Erzählstränge in den bunten Bildergeschichten. Die abenteuerliche Flucht Kavaliers aus Nazideutschland, sein Aufenthalt am Südpol während des zweiten Weltkriegs und schließlich sein Sprung vom Empire State Building nach seiner Rückkehr nach New York - das ist schon starker Tobak.

Doch Chabon hält die Balance: Er driftet nie ins Fantastische ab, sondern bleibt glaubwürdig, weil er zugleich ein Sittenporträt der USA zu dieser Zeit zeichnet. Dies wirkt umso überzeugender, weil Chabon Personen des Zeitgeschehens wie Orson Welles oder Joseph Cornell in seiner Geschichte auftreten lässt. Das macht den Roman atmosphärisch dicht und überzeugend.

Die Recherche ist Fluch und Segen zugleich: Neben der fiktiven Geschichte der beiden Hauptpersonen werden wir mit großen Teilen der Entwicklungsgeschichte des Comics konfrontiert, dazu auch mit dem Leben des Entfesselungskünstlers Houdini, und dies so ausführlich, dass weniger mehr gewesen wäre. 800 Seiten Umfang zu dem Thema muss man mögen und setzt entsprechendes Interesse voraus.

Abgesehen davon ist dieses Buch voller Liebe zum Detail (auch gegenüber seinen Figuren), anschaulich, lebensnah, lehrreich, fantasievoll - und deswegen eine Lese-Empfehlung.
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am 9. März 2006
Ein Geständnis zu Anfang: Als ich das Buch im Geschäft durchblätterte - und später noch bis knapp zur Hälfte des Romans - war ich mir beinahe sicher, dass es sich bei Kavalier und Clay um reale Personen handelt. So überzeugend ist der pseudo-realistische Stil, und so realistisch ist - zumindest der Anfang - der Geschichte. Toll recherchiert, extrem bildlich geschrieben - ich habe "Kavalier und Clay" von Anfang bis Ende gerne gelesen.
Auch die Sprache ist ein Genuss: Trotz allen Ernstes, trotz aller Emotion bleibt der Ton meistens leicht, manchmal sogar ein bisschen ironisch, so als ob er sein eigenes Werk nicht ganz ernst nehmen würde, ... wie ein Comic-Heft vielleicht? Oder ist es vielleicht die diebische Freude des Autors, die durchklingt, weil es ihm so gut gelungen ist mich auf den Arm zu nehmen? (siehe oben)
Bei all dieser Theorie über Comics bekommt man wirklich Lust sich mit diesem Genre einmal aus der künstlerischen Perspektive zu beschäftigen. Ich halte ab jetzt die Augen offen nach alten Batman-Comics (wenn es schon nicht "der Eskapist" sein kann)!
Insgesamt sehr empfehlenswert - einen Stern ziehe ich deshalb ab, weil ich schließlich doch gemerkt habe, dass es "nur" erfunden ist.
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am 10. August 2010
Die unglaublichen Abeteuer von Kavalier & Clay ist ein sehr unterhaltsamer Roman, der vor allem durch seine Thematik besticht. Exemplarisch am Eskapisten schildert Michael Chabon die Geschichte des amerikanischen Superheldencomics in den dreißiger, vierziger und fünfziger Jahren. Daabei sind die Hintergründe der Comicschaffenden Verfolgung, Flucht, Unterdrückung. Bei Joe Kavalier ist es der Hass auf die Nazis, der sein Handeln bestimmt, bei Sammy Clay ist es seine Homosexualität.
Chabon holt weit aus, führt uns von Prag über New York bis in die Arktis, erzählt nebenbei noch vom Prager Golem als Vater aller Superhelden und gibt vielen realen Figuren aus der goldenen Epoche der Comics Cameoauftritte.
Diese Bemühtheit merkt man an etlichen Stellen des Romans sehr deutlich, ist aber mein einziger wirklicher Kritikpunkt. Gut gemacht, Chabon!
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am 6. September 2002
Michael Chabon hat mit seinem neuen Roman ein pralles Werk über die grosse Ära der Comics und Superhelden, das Schicksal der Prager Juden, den legendären Golem, die Arktis und - vor allem - die Freundschaft geschrieben.
Schrachlich dicht und intensiv läßt das Buch den Leser nicht mehr los, bis zum überraschenden Schluß geht die Lesezeit im ICE-Tempo vorbei.
Unbedingt lesen!!!!
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am 26. Dezember 2011
Es ist mir fast peinlich einen Roman für den der Autor mit dem Pullitzer Preis ausgezeichnet wurde als Geheimtipp anzupreisen. Allerdings zeigt sich nicht nur an der mangelnden Menge an Rezensionen hier bei Amazon, dass Chabons Meisterwerk leider langsam in Vergessenheit gerät. Dies ist eine Schande.

Das Buch ist im Wesentlichen ein mit unzähligen Details erstelltes Spiegelbild der amerikanischen Gesellschaft von der Zeit der späten dreißiger Jahre bis Anfang der fünfziger. Im Mittelpunkt der Geschichte steht dabei die Entwicklung der damals noch jungen Comicbuch Industrie. Erzählt wird diese Geschichte aus der Perspektive zweier einzigartiger Menschen. Da wäre zum einen der jüdische Flüchtling Joe Kavalier. In seiner Jugend als Magier ausgebildet versucht er verzweifelt einen Weg zu finden seiner Familie zur Flucht aus dem von den Nazis besetzten Prag zu helfen und bindet seine Wut und Frustration in seine Arbeit als Künstler. Sein Partner ist sein Cousin Samuel Clay. In seiner Jugend von seinem Vater verlassen und mit einer Gehbehinderung und einer ambivalenten Sexualität ausgestattet flieht auch er in seine künstlerischen Schöpfungskraft, um der Realität zu entkommen. Die Wege der beiden kreuzen sich zu Ende der dreißiger Jahren. Gemeinsam werden Sie in den nächsten fünfzehn Jahren viel erreichen und gleichzeitig viel verlieren.

Chabon beschränkt sich allerdings nicht auf die hervorragend gelungene Inszenierung dieser beiden Menschen, sondern hat seine Geschichte mit unzähligen Details der angesprochenen Zeit ausgestattet. Wir lesen von Orson Wells, von den deutschen Amerikanern, von der gesellschaftlichen Ächtung von Homosexualität und vom Prager Golem, um nur einiges zu nennen. Geschickt vermeidet Chabon dabei in kitschige Momente zu verfallen, auch wenn die Grundgeschichte in vielerlei Hinsicht mit das traurigste ist, was ich in meiner Laufbahn als Leser gelesen habe. Das Buch enthält allerdings auch viel Humor und vermischt die Grenzen zwischen realen Leben und Comics an einigen Punkten, wenn sich beispielsweise ein amerikanischer Nazi als Superschurke inszeniert und Kavalier und Clay verfolgt.

Eine Vorwarnung sei allerdings getroffen: Die Geschichte ist keine leichte Kost. Wir erleben einige beachtliche Zeitsprünge, unzählige Perspektivenwechsel und sehen letztendlich nur einen kleinen Ausschnitt des Lebens von Joe Kavalier und Samuel Clay. Das Buch ist zugleich auch moralisch keine leichte Kost. Während in der Comicwelt die guten Amerikaner gegen böse Nazis kämpfen, sieht sich der jüdische Flüchtling Kavalier in der Realität zu oft mit moralisch höchst zweifelhaften Entscheidungen konfrontiert und ist gegen Ende vielleicht am Ende eines langen harten Weges, aber alles andere als der strahlende Held. Insgesamt kann ich die Geschichte nur wärmstens empfehlen.
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am 14. Juni 2003
Ein großer Fan von den "Geheimnissen von Pittsburgh" seit ihrem Erscheinen in den 80ern griff ich begeistert zu den "Unglaublichen Abenteuern". Meine Lieblings-Buchhändlerin sagte auf meine Frage, "ja, es ist toll, aber ich weiß nicht so recht, wie ich es kurz zusammenfassen soll..."
Und- um in der Comicwelt zu bleiben, um die es in dem Buch geht- BAZONG!Die Frau hat Recht! Ich finde das Buch hervorragend, es ist in Chabons wundervollem Stil geschrieben, der auch die abstrusesten Situationen glaubhaft darstellt.Charaktere und Situationen sind konsequent und -zugegebenerweise vielleicht etwas zu detailgetreu- durchdacht.Natürlich ist alles sehr konstruiert, aber hey! Das ist ein Roman, oder?
Wer kein Freund vieler Worte ist, wird entnervt aufgeben.Ich liebe es.Ansichtssache!Aber auf jeden Fall lesenswert!
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Dies ist kein Thriller, kein Kriminalroman, es kommt wenig Action drin vor (obwohl ein Teil im zweiten Weltkrieg spielt und einer der Titelhelden Entfesslungskünstler ist) und dennoch ist das Buch spannend . Ich wollte ständig wissen wie es weitergeht - und das liegt eigentlich daran, dass die Charaktere so interessant, so lebensecht sind. Die beiden Hauptcharaktere sind Juden, die in New York der 30 und 40er Jahre Comicbuchgeschichte schreiben. Die beiden haben es dabei nicht leicht. Einer der beiden ist sogar vor den Nazis geflohen. Und dennoch ist das Buch keine schwere Betroffenheitslektüre, sondern leicht, mit hintergründigemn Humor erzählt. Meine Ausgabe hat über 600 Seiten in winzigster Schrift (mit die kleinste, die ich je in einem Taschenbuch hatte) und dennoch gab es keine Längen. Immer passiert etwas neues, interessantes. Dies ist eines der seltenen Bücher, die man in einem Rutsch durchlesen will und doch tarurig ist, wenn man es durchgelesen hat, weil man eigentlich noch ein bisschen länger im Buch verweilen will - so gut ist es. Eine absolute Empfehlung!
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am 23. August 2002
Ich war schon sehr angetan von der Verfilmung seines ersten Romans "Wonder Boys", und wurde neugierig auf weitere Veröffentlichung von Michael Chabon.
Während des Lesens von "The Amazaing Adventures of Kavalier & Clay" stieg meine Begeisterung für den unterhaltsamen Schreibstil Chabons von Seite zu Seite, von Zeile zu Zeile und Wort zu Wort. Ich war wie gefesselt und konnte das Buch kaum aus den Händen legen. Ich habe es regelrecht verschlungen!
Für seinen Roman, "The Amazaing Adventures of Kavalier & Clay" wurde Michael Chabon so gar mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet. Aber nicht nur dies ist ein Grund um mal einen Blick in dieses wunderbar verspielte Werk zu werfen. Denn der Roman überzeugt durch eine realistische Wiedergabe des großen Zeitalters des amerikanischen Abenteuer-Comics der 40er und 50er Jahre. Was nicht ausschließt das auch Nicht-Comic-Fanatiker auf ihre Kosten kommen. Das Buch ist für jeden zu empfehlen der gerne liest, und es macht wirklich Spaß dieses Buch zu lesen!
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