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am 6. Oktober 2009
Lange habe ich nicht mehr ein Buch so schnell gelesen, es geradezu verschlungen. Woran liegts. Natürlich kann Cave schreiben, das hat er in den Texten zu seiner Musik bewiesen. Das es auch ohne Drogen zu einem langen, in sich schlüssigen Text reicht, beweisst er mit diesem Buch. Der Inhalt wurde bereits beschrieben. Das alles wird sehr lakonisch erzählt, ein kleines Korrektiv stellt im Grunde nur der Sohn - Bunny Junior - da, der dem Leser immer mal wieder Raum zur Reflektion liefert. Dann nochmal die Geschwindigkeit, vor dem Tod der Frau ist es schon schnell, hier wird eben noch was gecheckt, dort noch eine verführt, danach nimmt es aber rasend Fahrt auf bis hin zum für mich überraschenden und in Teilen enttäuschendem Ende. Sehr schön wird die Figur skizziert, ich hatte immer gut ein Bild vor Augen, wie Bunny wohl gerade aussieht, wie seine Umstände sind. Es wird dankenswerter Weise darauf verzichtet, sülzige Küstenstädtchen zu beschreiben oder mehr von der Umgebung. Somit eine schöne Fokussierung auf den direkten und notwendigen Kontext, ein wenig Beiwerk, aber nicht zu viel. Ein guter Lesespass. Vier Sterne, weil es nicht wirklich herausragende, Leben verändernde Literatur, sondern in meinen Augen "nur" sehr, sehr gut gemachte Unterhaltung ist.
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am 15. November 2009
Bunny Munro ist eine ziemlich verkrachte Existenz. Er ist unterwegs in England, wo er lebt und als Vertreter für Kosmetikartikel Geld verdient und seine Tage verbringt. Mit Sex, Alkohol und Zigaretten vertreibt er sich die Zeit, während seine Frau zu Hause auf ihn wartet. Schon bald wird bekannt, dass sie depressiv ist, ----eine traurige Mitteilung, wenn man bedenkt, wie viele berühmte und unscheinbare Menschen daran kranken und auch sterben.
Bunny taxiert Frauen vor allem nach ihrer Verwertbarkeit für sein Sexbedürfnis. Dieses zusammen mit seinen anderen animalischen Triebbedürfnissen macht ihn zu einer armseligen Gestalt der Öde und der Leere.
Dann kommt er eines Tages nach Hause und seine Frau Libby hat sich umgebracht. In dem heftigen Durcheinander der Wohnung sitzt sein Sohn Bunny Junior und sieht fern!
Damit ist die Urszene des Buches vorgegeben: es handelt sich um ein psychisch und physisch abgewracktes Paar, das an den armseligen Bedingungen eines äußerst dürftigen Lebens herumlaboriert. Nach dem Tod von Libby steht den beiden Verlassenen, Vater und Sohn, ein trostloses Weiterleben bevor.
Durch das ganze Buch hindurch wird Bunny seine Sexfreuden, alleine oder mit vorübergehenden Partnerinnen, als Trost suchen, während Bunny Junior seine Zeit im Auto oder Hotelzimmern alleine verbringt. Nur teilweise komisch, wie es im Klappentext heißt, mehrheitlich aber traurig folgt man den beiden auf ihrem Weg, der heimatlos und entwurzelt erscheint. Freuden sind bescheiden angelegt: ein Essen zu zweit, Gespräche in Zweisamkeit und auf die Fragen des kleinen Bunny, z.B. warum er nicht wie andere Kinder zur Schule gehen darf, legt sich Munro eine Antwort nach seinen eigenen Bedürfnissen zurecht. Man gewinnt überhaupt den Eindruck, dass hier ein Egoist par excellence am Werke ist. Nur merkt er gar nicht, wie er selber nach und nach zugrunde geht. Die Leere bleibt durch das ganze Buch hindurch spürbar. Unter den verborgenen Strömungen dieser Lebensstrukturen spürt man die Hoffnungslosigkeit und eine Ergebenheit ins Schicksal, die einen schaudern lassen! Bunny wird und kann sich nicht wirklich zu einem beruhigten Leben aufraffen. Verstörend ist die Lektüre, wenn man nicht über die gelegentlich slapstickartig angelegten Ereignisse auch schmunzeln könnte.

Nick Cave ist ein erfolgreicher und berühmter Rockstar. Leben auf der Bühne kommt sicher dem Leben "on the road" nahe, so dass er aus dem eigenen Leben beim Verfassen des Romans geschöpft haben mag.
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am 19. Oktober 2009
Bunny Munro sieht gut aus, ist unheimlich cool und hat eine nachgerade hypnotisch-elektrisierende Wirkung auf Frauen. Leider hat Bunny Munro den uncoolsten Job der Welt; er ist Haustürvertreter für Kosmetikartikel. Dafür bringt ihm dieser Job jede Menge Gelegenheiten, reihenweise frustrierte Hausfrauen zu verführen. Und das mehrmals am Tag. Woche für Woche. Jahr für Jahr. Und es hätte noch ewig so weitergehen können.

Aber dann kommt der Tag, an dem Bunnys Frau die fortwährende Demütigung nicht mehr erträg und sich das Leben nimmt. Plötzlich sieht Bunny sich allein mit dem neunjährigen Bunny-Junior und weiss keine Antwort auf die Frage, wie es nun weitergehen soll.

Nichts ist mehr so, wie es war. Bunny entgleitet sein bisheriges Leben doch an dessen Stelle tritt kein neuer Entwurf. Verzweifelt versucht er, die Fäden seines alten Lebens aufzunehmen, doch nichts will mehr gelingen wie früher. Doch Bunny muss noch einen weiten Weg gehen, ehe er Vergebung und Erlösung findet.

Das klingt alles ein wenig sehr moralisch. Und vielleicht ist es das auch. Aber Bunnys Weg dorthin ist voll skurriler Episoden, sein Kosmos bevölkert von so verschrobenen, alkohol- und drogenumwölkten Typen, dass dieses Hörbuch immer wieder ein großer Spass ist. Und lange scheint es, als sei der kleine Bunny-Junior der einzig normale weit und breit.

Der HörVerlag hat sich dafür entschieden, Blixa Bargeld, den Sänger der Einstürzenden Neubauten diesen Roman seines früheren Weggefährten Nick Cave lesen zu lassen. Vielleicht eine mutige, auf jeden Fall aber eine goldrichtige Entscheidung. Er findet genau den richtigen Ton zwischen Coolness, Larmoyanz, Irrsinn und distanzierter Ironie, um zu jedem Zeitpunkt Herr des Geschehens zu sein, den Figuren Tiefe und Kontur zu geben und den Grat, der die Handlung von der moralinsauren Epistel trennt, nie zu überschreiten.

Großes Kino für die Ohren, unterhaltsam, tragisch, komisch, zotig, niederträchtig und rührend von der ersten bis zur letzten Minute.
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am 22. September 2015
Nick Cave ist einer meiner Lieblingsmusiker. Im Tod des Bunny Munro setzt er seine Tradition erstklassig fort. Eine Geschichte mit mächtig viel Tiefgang. Zwischendurch eine sehr tiefe Sozialstudie. Aber spannend geschrieben. So, dass man in wenigen Tagen das Buch ausgelesen hat. Und sich wünscht, dass da noch mehr kommt.
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"Eine Fantasievorstellung ist eine Situation, die sich im Kopf eines Einzelnen abspielt und nicht der Realität entspricht, sondern bestimmte Wünsche oder Ziele dieser Person zum Ausdruck bringt. Fantasievorstellungen drehen sich häufig um Situationen, die unmöglich oder sehr unwahrscheinlich sind." Diese Worte liest Bunny Junior in seiner über alles geliebten Enzyklopädie, die er auf den Touren mit seinem Vater stets bei sich hat und aus der der neunjährige Junge sein unerschöpfliches Wissen bezieht.

Fantasien entwickelt der Spross genauso wie sein Vater, doch unterscheiden sich diese enorm. Träumt sich ersterer seine Mutter, die sich das Leben nahm, weil sie die Exzesse ihres Gatten einfach nicht mehr ertrug, wieder ins reale Leben zurück, frönt Senior seinen ausschweifenden sexuellen Imaginationen, bei denen er es jedoch nicht lässt, sondern diese hemmungs- und zügellos in die Realität umsetzt. Seine Triebe beherrschen ihn gar so weit, dass er sich während der kirchlichen Trauerfeierlichkeit eindeutige Handlungen mit einigen anwesenden Freundinnen seiner Frau vorstellt, diese masturbierend auf der Toilette auslebt und dadurch beinahe zu spät zur Beisetzung kommt.

Mit Bunny Munro hat der 1957 in Australien geborene und heute in Brighton, England, lebende charismatische Frontman der "Bad Seeds" - Nick Cave - eine widerliche Figur in Szene gesetzt. Trinkend, randalierend und unfähig für Zärtlichkeiten taumelt der Handelsvertreter für Schönheitsprodukte von Frau zu Frau, um seine animalischen Triebe auszuleben. Seinen Sohn nimmt er, aus Mangel an Betreuungsmöglichkeiten, auf diesen "Beutezügen" mit und lässt ihn schon mal einige Zeit allein im Auto sitzen. "Du bist der Starke.", flüstert Bunny Juniors imaginierte Mutter dem Jungen ins Ohr, um ihm seine Angst zu nehmen. "Dein Vater kann dir nicht helfen. Er ist ein für alle Mal verloren." Denn wie es der Titel schon verrät, steuert Bunny Munro geradewegs auf sein Ende zu. "Für einen kurzen Augenblick begreift er vage, dass die seltsamen Einbildungen, Heimsuchungen und Erscheinungen der letzten Tage Geister seiner eigenen Trauer sind, die ihn in den Wahnsinn treiben. Er weiß sicherer als sonst irgendwas, dass sie ihn sehr bald umbringen werden."

Nick Cave hat im wahrsten Sinne des Wortes ein Extremwerk geschrieben, brutal, amoralisch, schockierend, gleichzeitig aber auch mit unglaublich leisen, stillen Tönen. Vor allem die Liebe des den Namen eigentlich kaum verdienenden Vaters zu seinem Sohn wird auf subtile, aber sehr wirkungsvolle Art herausgearbeitet und in Szene gesetzt. Die Bibel mit ihren Texten über Schuld und Erlösung sowie Schönheit und Schmerz stand ihm, wie in seinen Songtexten, wohl mehrfach Pate. In Form eines Roadmovies - der Text war ursprünglich als Drehbuch angelegt - zeigt Cave die dunkelste Seite des Lebens in schonungsloser Offenheit: ein Gradmesser des Zerfalls. Dabei türmt er langsam eine nebulöse große Wand vor dem Leser auf, die die Grenze zwischen Wirklichkeit und Traum verwischt.

Fazit:
Er habe in Bunny Munro ein Monster erschaffen wollen, sagt Nick Cave in einem Interview über seinen Romanhelden. "Am Anfang erscheint er noch ganz lustig, man könnte ihn fast mögen. Aber je mehr man über ihn weiß, desto deutlicher wird, dass absolut nichts Lustiges an diesem Typen ist." Wütend, erschreckend, ja schockierend ist der Text des Sängers, Songwriters und Autors, aber auch bewegend und zutiefst liebevoll. Ein Buch, das sicherlich die Meinungen spalten wird. Lesenswert ist es dennoch. Vielleicht auch gerade in Anbetracht seines neu erschienenen, großartigen Albums "Push the sky away".
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am 19. Oktober 2009
gestern fertig gelesen. ich wurde dann gefragt, um was es in dem buch geht.
also hab ichs nochmal revue passieren lassen und es in gut und gerne 3 sätzen zusammen gefasst.
bunnys frau bringt sich um, weil er ein schürzenjäger ist. bunny nimmt bunny junior, dreht n bisschen durch und fährt frauen umlegend als kosmetikproduktverkäufer durch die gegend. bis zum bereits anfänglich absehbaren ende.

ich mag caves schreibstil. die grundidee finde ich auch klasse. bunnys "entwicklung" hätte ich gern detailreicher gehabt (naja, ich bin irvine welsh verwöhnt. seine figuren sind meistens charakterlich detailierter).

irgendwie war mir das buch einfach zu platt, zu oberflächlich.
easy reading, interessante grundidee. zwei sterne.
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am 28. Oktober 2011
Bunny Munroe (allein der Name ist schon absurd) verkauft Kosmetik von Tür zu Tür. Dabei hilft er den Frauen, ihr desillusioniertes und trauriges Leben, mit Sex ein wenig abwechslungsreicher zu gestalten. Als sich seine eigene Frau vor Kummer umbringt nimmt er seinen Sohn (Bunny junior) mit auf seine Handlungsreisen. Das Kind bleibt im Auto während der Vater die Frauen besucht, sie schlafen in billigen Hotels und am bitteren Ende ist Bunny Munroe (wie der Titel schon andeutet) tot. Die Geschichte spielt in Süd-England und zwar in den Gegenden, wo man als Urlauber nie hinkommt, und wenn man zufällig dort wäre, würde man wohl nicht freiwillig aus dem Auto aussteigen.
Bunny Munroe ist derart auf Sex und Alkohol fixiert, das sensible Leser und wahrscheinlich auch Frauen - die Vorstellung von Avril Lavigne's Genital spielt eine entscheidende Rolle in der Phantasie von Munroe - das Buch lieber nicht lesen sollten. Ich habe das Buch als den Versuch gesehen, das Cave'sche Universum in Literatur zu transformieren. Und das gelingt ihm gut. Das ganze Buch ist pure Desillusion, selbstzerstörerischer Niedergang und wertefreier Trübsinn. Allerdings ist es darin auch komisch, poetisch und versprüht Rock'n Roll: Cave eben. Es steckt in jedem von uns ein Bunny Munroe, nur nicht so extrem, so überzogen, so peinlich, so leidenschaftlich und so ohne Alternative. Aber der Reiz des Buches besteht auch darin zu sehen, wie sich menschliche Eigenschaften und Verhaltensweisen zu Grotesken verwandelt, wenn sie so zum Selbstzweck werden und bis zum Exzess ausgelebt werden. Natürlich ist Cave kein Kandidat für den Nobelpreis, aber seine literarischen Qualitäten sind beachtlich. Wortgewaltig erzählt er diese Geschichte auf hohem Niveau. Mir gefiel das Buch besser als sein erstes (Und die Eselin sah den Engel). Empfehlenswert und must-read für Cave-Fans.
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am 20. August 2011
Die Titelfigur Bunny Munro ist ein echter Kotzbrocken, ein schleimiger, sexbesessener Kosmetikverkäufer, der seine Frau nach Strich und Faden betrügt. Als diese es nicht mehr aushält und sich umbringt, wird Bunny völlig aus der Bahn geworfen. Hier beginnt die Geschichte.
Bunny ist nun völlig allein mit seinem 9jährigen Sohn Bunny Junior, und weiß absolut nicht, was er jetzt tun soll. Also macht er einfach weiter wie bisher. Er setzt sich ins Auto und fährt die Adressen auf seiner Kundenliste ab. Er raucht wie ein Schlot und säuft wie ein Loch, in diesem Zustand fährt er durch die Gegend und will dabei seinem kleinen Sohn erklären "wie das Geschäft (und das Leben?) läuft".
Der arme Kleine, der wegen einer Augenerkrankung dringend Medikamente benötigen würde, was seinem Vater allerdings nicht auffällt, denn der denkt ja nur an sich selbst und daran, wie er zu seinem nächsten F*** kommt, wartet während der "Kundenbesuche" im Auto und liest in seiner Enzyklopädie, ein Geschenk seiner Mutter. Bunny Junior ist ein heller Kerl, der sich alles merkt, was er gelesen hat, allerdings merkt er nicht, was für ein A****loch sein Vater ist, den er immer noch vergöttert. Er spielt mit einer Darth Vader Figur aus dem Happy-Meal (Highlight eines armseligen Kinderlebens: mit Daddy zum McDonalds). Außerdem unterhält er sich mit seiner verstorbenen Mutter, die ihm erscheint, um ihm zu sagen, dass alles gut wird. Währenddessen bumst sich sein Vater durch die Gegend, wird mehrmals (verdienterweise) verprügelt und dreht schön langsam durch, weil auch er dauernd den Geist seiner toten Frau sieht. Der Road-Trip endet, wie der Titel schon sagt, tödlich für das Ekel.

Ein wenig nerven die ständigen Wiederholungen im Buch. Einmal zu oft zündet sich Bunny eine "Lambert und Butler" mit seinem Zippo an, einmal zu oft träumt er von Kylie Minogues Allerwertestem in goldenen Hotpants, einmal zu oft von Avril Lavignes Mu****. Man kann nur hoffen, dass nicht noch andere Männer so ticken wie Bunny Munro, der wirklich nur das eine im Kopf hat, der sich für absolut unwiderstehlich hält und glaubt, bei jeder Frau landen zu können. Erstaunlicherweise klappt das auch relativ oft, auch wenn die Damen weit entfernt von seiner Vorstellung einer Traumfrau sind, aber das redet er sich dann ganz einfach schön. Bunny lässt in seiner Gier einfach gar nichts aus und während seines körperlichen und psychischen Abstiegs macht er nicht einmal davor Halt, einer alten, blinden Frau den Schmuck zu stehlen, oder sich an einer wehrlosen Drogensüchtigen zu vergehen. Der Abgrund der ganzen Menschheit tut sich in Bunny Munro auf.
Eine kleine Erklärung für Bunny's Verhalten liefert Cave in der Begegnung mit Bunny's sterbenskrankem 80jährigen Vater, der keinen Deut besser ist als sein Sohn. Als Bunny ihn mit Bunny Junior besucht, sieht sich der Alte gerade einen Pornofilm an und regt sich darüber auf, dass "der da unten" nicht mehr funktioniert. Er ist von seinem Sohn enttäuscht, der ihm, wie er sagt, das Herz gebrochen hat. Er selbst, Bunny Senior, hat als Antiquitätenhändler alte Damen abgezockt, Bunny hingegen ist ja "nur" Kosmetikverkäufer.

Im großen und ganzen ist das Buch eine rasante, leicht und schnell zu lesende, schonungslose Charakterstudie eines niveaulosen, verkommenen Subjektes. Es ist sicher keine großartige Literatur, aber ich denke, das will es auch gar nicht sein. Das Ende des Bunny, das sich über mehrere Kapitel zieht, ist wohl ein bisschen zu dick aufgetragen, passt aber dann doch irgendwie zu Bunny und seiner Vorstellung vom Leben, wie er es sich halt eben hinbiegt. Auch beim Sterben muss er noch eine große Nummer abziehen.

Man kann's lesen, hat aber sicher nichts versäumt, wenn man es nicht tut.

(Gekürzte Version meiner Rezension auf zwillingsleiden.blogspot.com)
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am 14. Juni 2015
Wie kaum anders zu erwarten, ein düsterer Roman von Nick Cave.Gleich beim Lesen der ersten Sätze zieht einen die unheilvolle Geschichte in einen unaufhaltsamen Sog der Morbidität.Zuviel der Abgründe, die sich hier auftun, wie ich meine.Für mich war es schwer weiterzulesen, wie unser Held Bunny Munro, mit seinem kleinem Sohn, als Klinkenputzer einer Kosmetikfirma, on Tour, in einem kleinen schäbigen Punto, den Suizid seiner Frau, durch ständiges Flachlegen seiner Kundinnen aufarbeitet.
Ertränkt im Suff, ohne Rücksicht auf seinen kleinen, liebenswerten Sohn, der ja auch gerade seine liebevolle Mama verloren hat, ist Bunny Munro ein egozentrischer Arsch.
Ohne zuviel vorwegzunehmen, in dieser Geschichte gibt hier kein Happyend!
Ich mag ja viele Songs von Nick Cave, aber das Schreiben sollte er lassen!
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am 16. Dezember 2012
Was will mir Nick Cave wohl mit diesem Buch sagen?
Wollte er eine sozialkritische Milieustudie abliefern?
Wollte er seine pornographische Phantasie darlegen?
Wollte er eine ( negative) pädagogische Anleitung versuchen?
Das Buch hat mich alles gleichzeitig: angeekelt, verwirrt, gelangweilt, fasziniert.
Spätestens nachdem man Bunny senior kennenlernen durfte, kommt man zu der Erkenntnis:
Bunny hatte nie eine Chance - und er nutzte sie auch nicht!
Und zum Schluss stelle ich mir die Frage, ob es ein Typ wie Bunny Munro ( triebgesteuert, egoman)verdient,dass man sich so lange (ein ganzes Buch lang) mit ihm beschäftigt?
Vielleicht, denn aufhören zu lesen konnte ich nicht.
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