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am 11. März 2010
Wallraff ist meiner Meinung nach ein begabter "Enthüllungsjournalist".

Sein Buch "Aus der schönen neuen Welt" gibt mir allerdings einige Dinge zum Nachdenken.

Schwarz und weiß:

Diese Ausgrenzung ist nicht ein speziell "schwarzes" Problem. Als ich als 75jährige Seniorin meinen Wohnsitz vom Norden in ein "Wanderländle" verlegt habe, wollte ich mich einer Wandergruppe anschließen. Mir ist genau dasselbe passiert: Kein Kontakt, wenig Gespräche, und die Leute flatterten dann weg und ließen mich stehen. Auch seine Erfahrungen in Köln sind nicht wg. "schwarz". Da kennen sich alle irgendwie. Und als Fremder hatg man da keinen Zugang.Die Leute wollen halt unter sich bleiben.

Da ist Wallraff zu einseitig auf "schwarz" fixiert.

Unter Null:

ist sicher tragisch. Mein Einwand: mit seiner Bekleidung befriedigt Wallraff ein Cliche. Ein Obdachloser hat zerlumpt, abgerissen und mit einer altmodischen Brille aufzutreten.

Man sollte mal fragen, warum so viele Obdachlose in solchen Bekleidungen ("Verkleidungen") herumlaufen. Ich habe viele hochwertige Bekleidungsstücke, moderne Anoraks, hochwertige Pullover usw. an die Kleiderkammern gegeben nach dem Tode meines Mannes. Die quellen über davon. Ein junger Mensch braucht nicht in dünnen Kleidern da rumzulaufen. Er hätte in einer Kleiderkammer warme hochwertige Bekleidung bekommen.

Manchmal denke ich auch, was hätten die Leute mal selber machen können, um ihr Schicksal zu ändern. Da ist der "hagere 40jährige", der 13 (!) Jahre in der Bayerischen Gastronomie gearbeitet hat, Keine Rente? Kein Hartz IV,kein Kindergeld? Keine vom Amt bezahlte Wohnung??
Der Mann hat wegen Schulden vier Monate im Gefängnis gesessen. Wie kam es dazu? Er hat sicher sehr wenig Geld verdient, dann muss man das einteilen. Seine Frau "musste" arbeiten. Na, warum denn nicht? Sie hat das nicht "verkraftet" und musste ihr 3-Monate altes Kind zur Adoption weggeben.

Das kann so nicht stimmen. Da ist irgendwie von diesen Leuten eine falsche Lebensplanung gemacht,die im privaten Bereich liegt. Wallraff stellt das als unabwendbares Schicksal hin, gibt keine background-Information. Das empfinde ich als unredlich.

Bei Anruf Abzocke: war für mich sehr informativ. Wie ist es denn aber nur möglich, dass mündige Bürger/Innen, die breitest nicht nur von Wallraff, sondern auch von Verbraucherzentralen und Medien über den Missbrauch informiert werden, sich immer wieder auf solche Dinge einlassen? Kaffeefahrten eingeschlossen!

Kleine Brötchen: sehr informativ. Aber da gibt es durchaus Menschen, die auf diese "Billigbrötchen" einfach zurückgreifen müssen bei wenig Geld. Das blieb außen vor bei Wallraff.

Unfeine Küche:

Edelgastronomie ist ein Problem. Aber viele Gastronomen händeln das fairer als Scharff. Interessant, dass er nach meinen Recherchen lediglich Euro 5000 bezahlen musste wg. dieses Azubis,

Die hiesige Staatsanwaltschaft hat keine weiteren Schritte unternommen. Da hat Wallraff ein heißes Eisen angefasst. Ich werde meinen 80. Geburtstag jedenfalls nicht dort ausrichten!! Und wenn andere das auch nicht machen, hat der Artikel von Wallraff geholfen!

Mit den letzten 3 Kapiteln gehe ich konform.

So ist dieses Buch für viele ein Hinweis, wo man vorsichtig sein sollte, wo man hingehen, kaufen oder nicht hingehen und nicht kaufen sollte.

Wallraff gehört längst mit seiner "Antihaltung" zum Establishment. Er kann auch nicht mehr persönlich kontaktiert werden.

Da würde ich ihm den Rat geben. nicht zu emotional zu sein und tiefer nachzufragen bei manchen Schicksalen (Unter Null) und kritischer zu sein mit Ausgrenzungen (auch Alte sind die "Schwarzen" der Gesellschaft).

Kann sich Wallraff nicht mal der Problematik der privaten Sender annehmen, die mit dümmlichen Zweifragen hohes Geld versprechen: "Wenn Sie etwas Glück haben, können Sie Euro 75.000 Euro gewinnen!" Wo bleibt denn das Geld von den unzähligen vergeblichen Anrufen? Was heißt es denn: "Sie müssen da eine Telefonline treffen?"

Ein Buch: recht lesenswert aber zu smart inzwischen. Am Anfang war Wallraff authentischer!
44 Kommentare| 12 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 18. Mai 2010
Das Buch in meinen Augen mittelmäßig

Allgemein:
Wallraff steht für Reportagen. Reportagen sind nüchtern ohne damit zwangsläufig langweilig zu sein. Diese hier sind aber teilweise nüchtern UND langweilig. Der Aufbau einiger Berichte wirkt wie aus immer gleichen Textbausteinen zusammengesucht ("Ich entscheide mich dies und das zu tun"; es folgt die Bestätigung des Vorurteils. Die Probanden reagieren wie erforderlich.). Das Ganze wirkt nur, wenn man der versteckten Manipulation erliegt und sich dann auch empört. Dann ist es auch nicht mehr langweilig, kann ich mir vorstellen.

Inhaltlich teilt sich das Buch eigenen Undercoverberichte und recherchierte Berichte.

Seine eigenen Undercover Berichte:
Schwarz auf Weiß:
Die mit Abstand schwächste Geschichte des Buches bleibt durchweg blass. Ich finde die Szenen, in denen der alltägliche Rassismus nachgewiesen soll, in ihrer Mehrzahl nicht gelungen. Wallraffs immer gleiche Schlussfolgerung für die erfahrene Ablehnung lautet "Rassismus". Ich kann diese Folgerung aber nicht in jedem Fall teilen. So, wie er sein Verhalten in einigen Szenen beschreibt, wäre er wahrscheinlich jedem auf den Wecker gegangen, und zwar unabhängig von Hautfarbe, Nasenform, Haarfarbe, Religion, Geschlecht, sexueller Orientierung oder was man sonst als Diskriminierungsgrund finden kann. Platt konstruiert wird uns der Rassismus durch die Hintertür angehängt. Er verrät uns leider nicht immer, wie seine Teammitglieder als Gegenprobe aufgetreten sind. Hauptsache, es gelingt, hier und da ein paar politisch unkorrekte Bemerkungen aus den Leuten herauszuholen.
Tiefpunkt seiner "Recherche": Besuch eines Fußballspiels zweier Ostclubs. Was erwartet Wallraff zu beweisen, wenn er ein Fußballspiel zweier Clubs besucht, deren Fans deutschlandweit für Ihre Gesinnung bekannt sind?
Unterm Strich: Diese Reportage zündet nicht.

Unter Null:
Habe ich nicht zu Ende gelesen, deshalb kein Kommentar.

Bei Anruf Abzocke:
Es scheint, das Thema dieses Berichts kommt seiner Lesbarkeit entgegen. Die Einblicke, die Wallraff uns von der anderen Seite des Telefonterrors gibt, sind durchweg interessant. Drückerkolonnenmentalität, mangelndes Unrechtsbewusstsein, Selbstgerechtigkeit der Akteure und der Druck. Hier werden Leute zu Betrügern ausgebildet, folgert Wallraff. Nicht ganz zu Unrecht, wie es scheint.

Kleine Brötchen für Lidl:
Interessant finde ich hier, dass es der Unternehmer geschafft hat, sich tatsächlich von einem einzigen Abnehmer (Lidl) abhängig zu machen: Wallraff als Bäckerbursche. Die Arbeitsbedingungen erinnern manchmal an ein Stahlwerk (Hitze, heiße Bleche, Brandwunden). Betriebsratsmobbing gehört zum Alltag. Bei aller Sympathie für die Betroffenen stört mich der Ansatz von manipulativer Schreibweise durch Wallraff.

Zeugengeschichten:
(Durchweg als Opfergeschichten aufgezogen. Wallraff wird hier z.T. manipulativ. Mich stört das)

Unfeine Küche:
Die abartigen Arbeitszeiten der Gastronomie sind kein Geheimnis. Damit kokettieren die Starköche auch gelegentlich in der Öffentlichkeit. Man fragt sich mit Wallraff zu Recht, warum die Aufsichtsbehörden hier untätig bleiben und den Gesetzen keine Geltung verschaffen. Das teilweise sektenartige Zusammenhalten der Beteiligten scheint ein gemeinsames Strickmuster in vielen Unternehmen zu sein, in denen Arbeitszeiten über Gebühr lang werden.

Schöne heile Kaffeewelt:
Siehe unfeine Küche - nur auf amerikanisch, aber mit allen einschlägigen Zutaten wie schon zuvor.

Die Bahn entgleist:
Ein Agentenroman mit Mehdorn als Goldfinger, aber es fehlt James Bond, der ihn zur Strecke bringt. Wirklich interessante Einblicke ins Innenleben der Bahn. Wer regelmäßig Bahn fährt und unzufrieden ist, weiß danach warum. Man fragt sich, ob private Unternehmen wirklich alles besser können als staatliche, oder ob sie es nur so aussehen lassen können. Gerade bei der Bahn gibt es schon Gegenbeispiele, z.B. die nach der Privatisierung verkommene Infrastruktur in Großbritannien.

Mit aller Gewalt - Anwälte des Schreckens:
Ein Verschwörungsroman, offenbar auf wahren Geschichten basierend. Wallraff zeigt uns, wie erfinderisch Arbeitgeber sein können, wenn sie missliebige Leute loswerden wollen. Falls sie sich also über so manches seltsame Ereignis wundern... Wer schon mal in einer Personalabteilung gearbeitet hat, wird vieles bestätigen können.

Mein Fazit:
Ein Buch mit Stärken und Schwächen was den Gehalt und die Qualität der Berichte angeht. Wallraffs zuweilen manipulative Vorgehensweise missfällt mir allerdings. Insgesamt: Hat meine Erwartungen nicht erfüllt. Mittelmäßig.
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am 5. Februar 2010
Ich habe schon viele Bücher von ihm gelesen. Deshalb ist meine Kritik vielleicht verständlich. Wallraff deckt wiederum viele Missstände auf, auch im 21. Jahrhundert. Was ich schade fand war, dass er nicht überall verdeckt aufgetreten ist, sondern oft von Informanten berichten lässt. Das ändert zwar nichts an der Tatsache, dass diese Ausbeutungen oder Mobbingversuche klar zu verurteilen sind. Aber es ist eben nicht mehr der "alte" Günter Wallraff. Gewisse Kapitel sind mir ausserdem zu lang geraten (Callcenter, Starbucks, DB). Weniger ist eben schon manchmal mehr...
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