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am 21. Oktober 2009
Als Engländer und lange-leidender England-Supporter, der seit 12 Jahren in good old Germany lebt, möchte ich ein bisschen englischen Senf zu diesem Buch beitragen. Dies vorweg: Ich finde das Buch sehr gut gelungen und würde es jedem empfehlen, der sich für englischen Fussball, aber auch für englische Kultur interessiert (denn man kann das eine nicht ohne das andere behandeln). Vor allem die Mischung aus journalistischer, historischer, socio-politischer Perspektive ist m.E. eine wahre Meisterleistung. Wobei die Gefahr bei so einem Buch immer präsent wäre, dass man sich in Platitüden und Sensationsjournalismus über den englischen Fussball auf der einen Seite, in fachwissenschaftliche Langweile auf anderen Seite verfallen könnte. Ich glaube, ich wäre da reingefallen :-). Auch die Distanz, die Honigstein behält zu dem Sport, den er offensichtlich liebt (wie ich!), bewahrt er das ganze Buch hindurch. Trotzdem, merkt man, während man liest, dass Honigstein bewundert sehr, was er beschreibt. Und das ist gut so!

Ein paar kleine Differenzen mit einigen Behauptungen hätte ich trotzdem:

1. Die Behauptung, dass viele Engländer 'auf einem Auge' blind wären, wenn's um Fairplay im Fussball geht, stimme ich nur bedingt zu. Honigstein behauptet, u.a., dass Maradonna mit der 'Hand Gottes' das berühmte Tor gegen England in Mexiko 86 erzielte, und dafür auf der Insel bis heute verachtet wird (vor allem von mir), was stimmt. Weiter, dass englische Spieler auch böse Fouls begehen, und Ungerechtigkeiten verüben würden, stimmt natürlich auch. Dass Michael Owen eine Schwalbe gegen Argentinien in Frankreich 1998 gemacht hat, stimmt leider auch. Aber, dass die Engländer diese Sachen 'übersehen', verdrängen oder 'vertuschen' wollen würden, quasi weil es ihnen passt, stimmt nicht. Nur, weil es in der Klatschpresse nicht groß problematisiert wurde, bedeutet lange nicht, dass englische Fans auf einem Auge blind wären, zumindest sind sie nicht blinder als andere Fussballfans. Ich habe immer gesagt, dass Michael Owen eine Schwalbe in dem Match gegen Argentina gemacht hat, und sich dafür schämen sollte. Aber das ist m.E. nicht der springende Punkt. Der Punkt ist der: Im Gegensatz zu Maradonna, der sein ungerechtes Goal in seiner Autobiographie verherrlichte, würde Michael Owen nie und nimmer dasselbe tun. Zumindest habe ich nie gehöhrt oder irgendwo gelesen, dass ein englischer Spieler ein Foul oder eine Schwalbe verherrlicht hat. Ich kanns mir auch nicht vorstellen. Das mag auf den ersten Blick wie ein unwichtiger Unterschied aussehen, aber ich glaube nicht, dass es unwichtig ist. Ich meine, dass genau darin ein Aspekt des englischen (auch britischen) Fussballs von Honigstein missverstanden wird. Natürlich, wissen wir, dass auch englische Spieler böse Fouls und Ungerechtigkeiten verüben ABER wir würden sie nicht akzeptieren und verherrlichen. Dieses Gefühl, dass man sich schämen sollte für 'dirty play', dass es Werte gibt, die quasi 'über dem Fußball' stehen, gibt es halt nicht in Ländern, wie z.B. Argentina - bei den Latinos halt - und das kann man als gut oder schlecht empfinden wie man will aber Fakt ist, dass das den englischen, bzw. britischen Fußball ausmacht. Steven Gerrard wir auf der Insel genauso verpönnt für seine Schwalben als, z.B, die 'Ausländer' (wie Honigstein sie nennt.)

2. Was das Tor (und das war wohl ein Tor Herr Honigstein!) von John Terry beim Euro 2004 gegen Portugal im Viertelfinale anbelangt.....bis heute behaupte ich, dass das nie und nimmer ein Foul war. Schauen Sie sich das Video auf You Tube an. Der Torwart, John Terry und - von hinten - Sol Campbell springen alle hoch. John Terry wird von Sol Campbell von hinten leicht nach vorne geschoben und stößt dabei gegen den Torwart. Was soll er tun - sich in Luft auflösen?! Der Torwart springt aber auch gegen John Terry. Das ist nie im Leben ein Foul. Wenn überhaupt, ist es ein Foul an John Terry von Sol Campbell. Zu behaupten, dass 'alle das im Stadion gesehen' hätten, ist schlichtweg falsch. Und das hat nichts mit der Interpretation des Regelments zu tun. Wenn ein Keeper nicht an den Ball ran kommt (weil er bspw. zu klein ist) und dabei gegen den Gegenspieler springt, ist das kein Foul. Ob England dann das Spiel gewonnen hätte, wer weiß.......aber wir Englandfans fühlten uns zurecht betrogen. Dies bedeutet lange nicht, dass die Mediahysterie der Boulevardpresse in England gegenüber Urs Meier berechtigt war -natürlich nicht! Aber lassen wir bitte die Kirche im Dorf. Das war NIEMALS ein Foul und das Tor hätte gelten müssen.

Anyway, sorry, da habe ich mich etwas gehen lassen.......

Fazit: Ein ganz tolles Buch! Kauft es!
6 Personen fanden diese Informationen hilfreich
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am 6. Januar 2013
Es hat alles gut gepasst und ist schnell gekommen, es gibt keinerlei negative Sache!!! Kann ich nur wei ter empfehlen
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am 8. Juni 2008
In der KiWi-Reihe "Ball und Welt" gehört Raphael Honigsteins 'Harder, better, faster, stronger" ganz eindeutig die Pole-Position. Der Autor vermag es, den britischen Fußball in seiner ganzen Faszination und Eigenheit einzufangen und mit dem gebührenden Respekt, aber auch bisweilen mit einer distanzierten Ironie zu beschreiben. Und obwohl das Buch nur 200 Seiten umfasst, erscheint es extrem gut recherchiert und komplett.

Die besondere Mentalität und ihre Auswirkungen auf das Spielsystem gehören genauso zu den Themen, wie das immer noch besondere Fantum auf der Insel und seine Auswüchse in den Hooliganismus und die Entstehung der Casuals. Doch bei aller Faszination behandelt Honigstein auch die dunklen Seiten des Fußballs wie zum Beispiel das ambivalente Verhältnis von Liga und Presse oder das Parallelgeschäft bei Transfers, bei dem im Verborgenen alle möglichen Leute mitverdienen. Doch dort, wo Birgit Schönau in 'Calcio' in einem fast schon oberlehrerhaften Ton den Fußball abfeierte und sich Javier Cáceres in 'Futbol' auf wenige Punkte beschränkte, gibt es an der Geschichte des englischen Fußballs fast nichts auszusetzten. Honigsteins Stil besticht durch seine pointierte Schärfe und die Eindrücke des Lesers wechseln von erstaunt über amüsiert zu gut informiert. An einigen Stellen ist das Buch in seiner Darstellung urkomisch.

Fazit
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Komplett, amüsant, stilsicher und höchst lesenswert. Das sind die vier Grundzutaten von Honigsteins Buch, die das Buch zielsicher zum Höhepunkt der Reihe "Ball und Welt". Das mag damit zusammenhängen, dass der britische Fußball dem deutschen sehr ähnlich ist, dennoch ist das Buhc eine absolute Pflichtlektüre für alle Fußball-Fans.
6 Personen fanden diese Informationen hilfreich
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VINE-PRODUKTTESTERam 28. Mai 2008
Wer wissen will, warum das Produkt "englischer Fußball" seit Jahren international so unschlagbar erfolgreich ist, erhält in diesem locken und flüssig geschriebenen Buch eine ganze Reihe von plausiblen Antworten. Also diese "geheime Geschichte", wie der Untertitel lautet, ist nicht der zehnte fade Aufguß der wichtigsten Spiele der letzten 200 Jahre sondern eine spannende Querschnittsanalyse, die herausarbeitet, was den englischen Fußball für viele so faszinierend macht - welche Wertvorstellungen hinter der legendären Härte und Schnelligkeit stecken, die Bedeutung von Mode, die Rolle der Fan-Kultur, warum die spezifische Wirtschafts-Struktur der Clubs anders als z.B. in Spanien so viele ausländische Investoren anzog, zugleich die Fans ausgrenzt und vieles mehr. Geheim ist das alles natürlich nicht - vielleicht bis auf das Kapitel, das auf die dubiosen Schmiergeldaffairen eingeht.
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am 31. Januar 2007
Man dachte immer, die Vermischung von Politik, Big Business und Korruption im Fußball findet eher im Süden statt. Dieses Buch belehrt einen eines Besseren. Spannend und trotz allem mit viel Sympathie für den englischen Fußball und seine begeisterungsfähigen Fans geschrieben, verschafft es einen Einblick in die Macht der Medien und den Filz in der Premier League und darüber hinaus. Ich habe viel Neues erfahren. Einzig der Titel kommt mir etwas zu reißerisch daher.
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am 18. April 2008
Wenn ein deutscher Journalist all diese Komparative für den englischen Fußball verwendet, wird man unwillkürlich misstrauisch. Steckt da teutonischer Zynismus dahinter. Teils, teils. Honigstein, der seit 1993 in London als Sportkorrespondent lebt, schreibt mit viel Sympathie, aber auch mit einer gehörigen Prise Spott. Den bekommen z.B. David Beckham ("Eine Modemaus hat kein Löwenherz") oder Wayne Rooney ("Proletenkönig") ab.

Honigstein geht der zentralen Frage nach, was den englischen Fußball vom spanischen oder italienischen unterscheidet. Was macht die Essenz des soccer aus? Dabei spannt er den historischen Bogen bis zur Mitte des 19.Jh., als so genannte "Muskelchristen" in den noblen public schools eine Sportart ersannen, die dem viktorianischen Ideal von Männlichkeit, Tugend und Fairness entsprechen sollte. Federführend war dabei ein Geistlicher, Reverend Edward Thring vom Uppingham Internat. Sein jüngerer Bruder J.C. verfasste 1862 das Büchlein "The Simplest Game", in dem die zehn Grundregeln des neuen Sports zusammengefasst waren (Übrigens ohne Elfmeter, gelbe oder rote Karten, denn derer bedurfte ein Gentleman nicht). Am 8.12. 1863 kam es in einer Londoner Taverne zur Gründung der Football Association (FA), sechs Jahre zuvor war weiter nördlich, mit dem Sheffield FC der erste Fußballklub der Welt entstanden. Aufgrund von Regelstreitigkeiten (hacking) vollzog sich schließlich die Trennung in Fußball und Rugby. Gleichzeitig entwickelten sich zwei grundverschiedene Auffassungen von soccer. Im Süden Englands dribbelte sich die Oberschicht an mythische Männlichkeitsideale heran (den Ball zu passen galt als verantwortungsfeig), im Norden entwickelte die Arbeiterklasse den bis heute als kampfbetont und kompromisslos geltenden typisch englischen Fußballstil. All das beschreibt Honigstein in witzigen Anekdoten, ebenso, wie wetterbedingt das kick-and-rush entstand oder welchem Engländer die Dreipunkteregel zu verdanken ist.

Nicht unerwähnt bleiben die Geschichten aus dem I. Weltkrieg, als während des weihnachtlichen Waffenstillstands britische und deutsche Soldaten gegeneinander antraten oder als Cpt. Nevill und seine Tommies von den East Surreys voller Todesverachtung mit dem Ball am Fuß auf die deutschen Schützengräben zustürmten. Das Martialische spielte im Selbstbild des englischen Fußballs des Öfteren eine große Rolle. So ist z.B. der Liverpool-Fansektor "The Kop" nach einem Felsen aus dem Burenkrieg benannt. Ebenso wichtig scheint ein überzeichnetes Ideal des Fairplay. Das Team der Corinthians war dafür berühmt, einen eigenen Spieler vom Feld zu schicken, sollte der Gegner durch Verletzung einen verloren haben. Very British, indeed!

Raphael Honigstein versteht die Geschichte des englischen Fußballs so kurzweilig zu erzählen, dass man flugs durch das Buch durch ist. Am Weg begegnet man Legenden wie Sir Stanley Matthews, Matt Busby oder Sir Alf Ramsey, den Trainer der Weltmeisterelf von 1966, an dem Honigstein kein gutes Haar lässt. Er macht den Coach dafür verantwortlich, Raubeinen gegenüber Technikern den Vorzug gegeben zu haben, was den englischen Fußball um Jahrzehnte zurückwarf.

"Harder, better, faster, stronger" schildert auch die enge Verknüpfung zwischen Fußball, Mode und Popkultur, die in den 1960ern- und 70ern entstand. Booby Moore, der Mod; George Best, der exaltierte fashion follower, oder David Beckham, das erste metrosexuelle Kickeridol, stehen für den jeweils vorherrschenden Zeitgeist. Honigstein beschreibt die Subkulturen des Fußballs: Skinheads, Hooligans, Casuals bis hin zu den bodenständigen supporters trusts und den Globalisierungsmaschinerien von ManUtd, Chelsea oder Liverpool. Ein ganzes Kapitel ist den britischen Fußballmedien gewidmet, ein anderes den illegalen Machenschaften rund um Spielertransfers.

Fazit: Einsteigern liefert das Buch einen guten Überblick über das "Mutterland des Fußballs", Liebhaber werden vielleicht das eine oder Detail erfahren, das sie noch nicht wussten. Die Leidenschaft wird auf alle Fälle geweckt - und die ist bekanntlich ja das Wichtigste am englischen Fußball.
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VINE-PRODUKTTESTERam 5. Juni 2006
Der Journalist Honigstein verfügt über profunde Kenntnisse des Fußball-Mutterlandes Großbritannien. Ich dachte, mir als Liebhaber des britischen Fußballs wären dessen Geheimnisse vertraut. Doch wurde ich des öfteren eines besseren belehrt. Zudem zeichnet ein sehr guter, flüssiger Schreibstil dieses tolle Buch aus. Kann es nur jedem Anhänger des "echten" Fußballs empfehlen.
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am 28. März 2006
Was man schon immer über Englands Fußball wissen wollte, sich aber nie getraut hat zu fragen, wird einem hier bis ins kleinste, skurrilste Detail erklärt. Vor allem, warum das Land traditionell keine Techniker, dafür aber jede Menge Raubeine hervorgebracht hat. Das Buch ist super-witzig geschrieben, man legt es gar nicht mehr weg. Am besten ist das Kapitel über Jimmy Hill, "Mr Football", der Mann, der auf der Insel alles war: Spieler, Trainer, Schiedsrichter, Präsident, Manager und TV-Reporter. Great!
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am 16. August 2006
Ein lesenswertes Buch, dass mit einigen (wenn auch nicht "aus-den-Socken-werfenden) Hintergrundgeschichten aufwarten kann und den modernen englischen Fußball mit sozialen und historischen Fakten zu ergründen sucht. Dabei bleiben die Theorien manchmal aber schon sehr oberflächlich und widersprechen sich teilweise. Als Diskussionsgrundlage aber durchaus brauchbar. Und, wie schon erwähnt, gut geschrieben und lesenswert.
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am 4. April 2006
‚Harder, better, faster stronger' ist ein Genuss für jeden Fußballliebhaber. Ganz gegensätzlich zum englischen Fußball erzählt Raphael Honigstein filigran und mit viel Gefühl über dessen Geschichte und Geheimnisse. In einer Mischung aus Geschichtsstunde und Fußballsachverstand wird die englische Spielweise verhöhnt und doch gleichzeitig in den höchsten Tönen gelobt. Ein Volltreffer.
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