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am 23. August 2006
Natürlich kannte ich "Im Westen nichts Neues", aber dieses Buch von Remarque hat mich an meinen nächtlichen Lesestunden schrecklich fasziniert in die Flüchtlingswelt des 2.Weltkrieges eintauchen lassen!

Die Gespräche der Hauptfiguren lassen viel intellektuellen Esprit erkennen, und lassen dadurch das Nazideutschland noch dumpfer und farbloser zurück.

Die Tragödie der Liebenden ließ mich nach anfänglicher Skepsis nicht mehr los und zeigt ein intensiveres und kitschloseres Bild als die entfernte S/W Casablanca Kino- Parallele.

Ein Buch, dass nach der letzten Seite noch beschäftigt und mich nachdenkend in die Realität der Gegenwart zurückließ!

Dafür verdiente 5 Sterne
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TOP 500 REZENSENTam 7. März 2010
Lissabon im Jahre 1942. Ein Passagierdampfer, der eine Arche ist. Ein namenloser Ich-Erzähler steht nachts am Kai und beobachtet dieses Schiff, das denen Rettung verspricht, die über ein Visa sowie das notwendige Fahrgeld verfügen. Ein Mann nähert sich, der ihm zwei Fahrkarten unter der Bedingung anbietet, dass sie diese eine Nacht zusammen verbringen. Seine Frau ist gestorben und er will seine Geschichte jemandem erzählen.

Die Geschichte des Mannes, der sich Schwarz nennt. Es ist nicht sein richtiger Name. Er hat ihn im Frühjahr 1939 von einem Österreicher erhalten, einem anderen Emigranten, der ihm seinen Pass und wertvolle Zeichnungen hinterlassen hat. Der Verkauf von zwei Bildern gibt ihm die finanziellen Mittel, die neue Identität gibt ihm ein neues Lebensgefühl und somit die Möglichkeit sein Verhalten zu ändern. Schwarz wagt sich nach fünf Jahren im Exil nach Osnabrück zurück, um seine Frau zu sehen. Warum er sie sehen will? Er will es ihr nicht erklären, sagt er habe es vergessen. Sie aber weiß genau, dass sie mit ihm gehen will. Die Beiden treffen sich in Zürich wieder, gehen ins Tessin nach Ronco/Ascona, weiter nach Paris, werden interniert, entkommen, um irgendwann in Lissabon einzutreffen. Der größte Teil des Buches handelt von dieser Zeit im Exil. Gejagt von dem Bruder seiner Frau, derselbe, der ihn einst denunziert hat, ein überzeugter Anhänger des deutschen Regimes.

Es gibt eine ganze Reihe von Übereinstimmungen mit dem realen Leben von Erich Maria Remarque. Das Geburtsdatum im Pass von Josef Schwarz: der 22. Juni 1898. Die Heimatstadt Osnabrück. Auch Remarque hat Deutschland 1933 verlassen, lebte in der Schweiz (Ronco/Ascona) und in Frankreich, später dann in Amerika. Das Leben Remarques war aber sicher einfacher. Ein bekannter Name und sein Vermögen haben ihm geholfen Hürden zu nehmen, die für andere Flüchtlinge zu hoch waren. Als Remarque 1938 ausgebürgert wird, sieht er die Vorteile, zum Beispiel, dass man beim nächsten Krieg nicht interniert wird. Vereinfacht wird ihm diese Einstellung durch den panamaischen Pass, den er 1937 erworben hat. Dennoch ist ihm die Beschreibung des Exils hervorragend gelungen. Die Odyssee der Flüchtlinge, der tägliche Existenzkampf, die Wurzellosigkeit, das Leiden ... Remarque erzählt nüchtern und realitätsnah ohne ins Sentimentale abzugleiten.

Dabei reiht sich die NACHT VON LISSABON, der letzte vollendete Roman Remarques, in eine Kette von Exil-Romanen ein. Liebe Deinen Nächsten, ein Roman, der in den Jahren 1936/37 spielt. Danach Arc de Triomphe, Ende 1938 bis zum Kriegsbeginn 1939. Die NACHT VON LISSABON, 1939-1942. Ein weiteres unvollendetes Buch, welches unmittelbar anschließt, wird von seiner Witwe Paulette Goddard unter dem Titel Schatten im Paradies veröffentlicht. Es zeigt das Leben eines Flüchtlings in Amerika, dem gelobten Land.

"Die Möglichkeit zum Selbstmord ist eine Gnade, deren man sich nur selten bewusst wird. Sie gibt einem die Illusion des freien Willens. Und wahrscheinlich begehen wir mehr Selbstmorde, als wir jemals ahnen. Wir wissen es nur nicht." (S. 70) Worauf der Mann, der sich Schwarz nennt, erwidert, dass die Erkenntnis eines solchen Selbstmordes auch die Fähigkeit impliziert, von den Toten aufzuerstehen, frei von den "Geschwüren" der Vergangenheit ein neues Leben zu beginnen. Diese Möglichkeit eines unbelasteten Neuanfangs bietet auch eine neue Identität. Ein neuer Pass, ein neuer Name, die Möglichkeit sein Verhalten zu ändern. Nicht nur die Möglichkeit nach Deutschland zurückzukehren oder in das gelobte Land Amerika, über die geerbten Zeichnungen entwickelt der Mann, der sich Schwarz nennt, auch ein Interesse für die Kunst.

Eine Grundhaltung Remarques wird am Schluss des Buches deutlich - S P O I L E R W A R N U N G A N F A N G - auch ein Mensch, der sich am Abgrund bewegt, soll nicht aufgeben. Nachdem Schwarz Pässe und Fahrkarten dem Ich-Erzähler übergeben hat, erfährt der Leser, dass er ein weiteres Mal seine Identität wechseln will. Nach dem Tod seiner Frau beabsichtigt er in die Fremdenlegion einzutreten: es wäre ein Verbrechen ein Leben mit Selbstmord zu verschwenden, das man gegen Barbaren einsetzen kann. Wilhelm von Sternburg schreibt hierzu in seiner Remarque-Biografie Als wäre alles das letzte Mal auf Seite 256: "Verloren ist erst der, der sich aufgibt, ..." S P O I L E R W A R N U N G E N D E

Mein Fazit:
Remarque gelingt es scheinbar mühelos den Leser in eine andere Zeit zu entführen, eine Zeit, in der das tägliche Überleben nicht gesichert war. Er beschreibt aber nicht nur den Existenzkampf der Flüchtlinge, der rote Faden in diesem Buch ist eine Liebesgeschichte im Schatten des Todes. Man kennt den Ausgang und dennoch geht die Spannung zumindest meiner Meinung nach zu keinem Zeitpunkt verloren. Eine Geschichte vom Glück und vom Tod, die trotz des tragischen Endes einen Hoffnungsschimmer beinhaltet.
Empfehlenswert!

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Falls jemand die Zitate nachlesen will:
Basis für diese Rezension ist die Bertelsmann-Ausgabe, Buch-Nr. 00200 6.
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am 3. Mai 2009
Da es schon sehr viele Rezensionen gibt, die das Buch detailliert beschreiben möchte, ich nur hinzufügen, dass ich das es ebenso für sehr lesenswert halte. Genauer gesagt: Es ist zu einem meiner Lieblingsbücher geworden. Remarque erzählt unglaublich gut, die Geschichte ist sehr spannend und sie ist ein tiefer Blick in die Tragik der Emmigranten des Zweiten Weltkriegs.

Allgemein ist es, wie so manch anderes Buch des Autors, eine Warnung vor Krieg, Nationalismus und der Herrschaft von Menschen über Menschen. Mit seinen 300 Seiten ist relativ schnell lesbar. Schwer zu empfehlen.
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am 3. Juli 2004
Es ist die Zeit der 2. Völkerwanderung. Millionen Menschen verlassen , in der Fluch ihr heil suchend, das 1000 jährige Reich und Europa gen Westen.
Remarque als stiller Zeitzeuge schmiedet aus dem Stoff der anhaltenden Flucht und Hoffnungslosigkeit eine der größten Liebesgeschichten des 20. Jahrhunderts.
Die Reise beginnt in Lissabon, zwei Menschen treffen aufeinander die von nun an die letzten Zeugen der einmaligen Geschichte des zweiten Josef Schwarz sind.
Der eine, Josef Schwarz trifft auf das personalisierte Ich des Erzählers um ihm die wunderbare Reise von der Gefangenschaft der Deutschen, der Rückkehr nach Deutschland und der gemeinsamen Flucht mit seiner Frau Helen zu erzählen, als Belohnung erhält der Zuhörer die Identität des Josef Schwarz, zwei Visa in Richtung Freiheit und die unglaubliche Geschichte von der Wichtigkeit eines Stückes Papier in der Zeit von Grenzen und Fremde.
Schwarz und seine Helen flüchten mit mehr Schein als Sein aus Deutschland und leben fortan in ewiger Wachsamkeit vor Helens Bruder, halblegal in der Schweiz und Frankreich bis das plötzliche auftauchen der Gestapo sie zur Flucht durch Europa gen Lissabon anstiftet.
Je näher sie dem Zielhafen kommen desto mehr rückt die rettende Küste in die Ferne.
Menschenleben sind nicht mehr wert als die Papiere die man besitzt.
In diesem abwechselnden Fliehen und Leben auf Zeit entsteht eine ewige Liebe zwischen Josef und Helen die sie bis ans Ende durchstehen lässt. Doch zu guter Letzt scheitert selbst die Liebe und der Glauben an der Übermächtigkeit des Seins.
Remarque beschränkt seinen Erzählstil auf eine klare aber sehr eingängige Art und Weise.
Nie wirkt ein Absatz überladen oder seicht, und selten ist etwas schöner und eindringlicher als das Verständnis Schwarz' und die Hoffnung auf Rettung.
Remarque liefert mit Die Nacht von Lissabon ein weiteres Meisterwerk ab, das jeder Freund tragischer deutscher Weltkriegsliteratur unbedingt lesen sollte.
Wer Arc de Triomphe verschlungen hat, dem sollte auch Die Nacht von Lissabon gefallen.
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am 9. Mai 2009
Flucht und Vertreibung während des zweiten Weltkrieges bilden den Hintergrund einer Liebesgeschichte zweier Menschen, die in Deutschland nicht sein kann.

Sprachlich wundervoll und gleichzeitig spannend komponiert Remarque um die Liebenden herum eine spannende Geschichte von einem Deutschen, der in Deutschland nicht bleiben kann, aber doch auch in den dunklen Stunden nicht von seiner in Deutschland zurückgebliebenen Liebe lassen kann. Er wagt darum alles, um aus dem scheinbar sicheren Exil heraus, diese Liebe nochmal zu treffen.

Seine Flucht, die Gefahren dieser und die Notwendigkeit, die eigene Identität immer wieder zu wechseln und sich selbst zu verleugnen sind unendlich spannend, Seite für Seite. Geballt erfährt der Leser von dem Drama der Flüchtlinge und ihren nur kurzen Momenten des Glückes, das so ganz anders ist, als man es sich manchmal vorstellen kann.

Doch auch scheinbar alltägliche Not findet sich in dem Roman wieder: Schmerz, Krankheit, zerstrittene Familien und Tod lassen diese Liebesgeschichte nur allzu real erscheinen und gibt den Personen zusätzliche Tiefe.

All das ist eingepackt in den Dialog zweier Männer in einer Sommernacht in Lissabon, an deren Ende für Einen von ihnen die Schiffspassage ins sichere Amerika steht und der Andere zurückbleiben wird.
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am 28. Februar 2006
Eine Nacht, in der sich zwei Flüchtende in einer Stadt am Ende Europas treffen und kennenlernen: Der Leser, die Leserin weiß nicht, was am Ende der Nacht auf sie wartet: Resignation und Niederlage, die rettende Flucht nach Amerika oder Widerstand. Eine Geschichte wird erzählt: Mehrere gar nicht so politische Menschen lehnen sich gegen die Barbarei der Nazis auf und werden dabei, obwohl sie immer wieder ihr Leben für einander riskieren, doch auch aneinander schuldig. (Fast) Jeder kann sich in ihnen wiederfinden. Durch die dopplelte Ich Perspektive erschafft Remarque zusätzliche Schärfe. Wie in seinen anderen großen Romanen verknüpft er eine tiefsinnige Schilderung einzelner Charaktere mit dem damilgen Zeitgeschehen. Spannend bis zur letzten Seite.
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am 29. Juli 1999
Es ist bereits einige Jahre her, daß ich auch dieses Werk Remarques „verschlungen" habe. Die Geschichte spielt vor dem Hintergrund der Verfolgungen durch die Nationalsozialisten in Deutschland und später Europa und beschreibt die Geschichte eines Flüchtlings. Es ist eine der ergreifendsten Liebesgeschichten die ich je gelesen habe. Sie ist weder übertrieben noch hat sie das Format eines Groschenromans. Die detailgetreuen Beschreibungen Remarques machen diese Geschichte zu einem Auf und Ab der Gefühle. Und doch ist sie vollkommen anders als zum Beispiel „Im Westen nichts Neues", es geht nicht um die Sinnlosigkeit des Krieges, oder nur im entfernteren Sinne, sondern es geht um das Schicksal zweier Menschen, die den Traum haben von Portugal aus nach Amerika auswandern zu können, um vor dem Terror in Europa zu fliehen. Für mich ist dies mit die schönste und traurigste Liebesgeschichte die ich gelesen habe, und kann sie nur jedem wärmsten empfehlen zu lesen. Es ist ein ganz besonderes Buch. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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am 20. Februar 2008
Der Zufall spielt mit, dass eine Lebensgeschichte in einer Nacht in Lissabon erzahlt wird. Und es ist so, dass sie erzählt werden MUSS.
Und dass sie gelesen werden muss.
Und dass Remarque ein starker Erzähler ist, weiß man.
Dass dies vielleicht sein eindringlichstes Buch ist, sollte man nicht vergessen.

"Jeden Tag kamen neue Schübe von geängstigten Menschen herein. Noch war seit der Kriegserklärung kein Mensch an der Front getötet worden - es war la drôle de guerre, wie die Witzbolde diese Zeit bezeichneten -, aber schon hing über allem die gespenstische Atmosphäre des verminderten Respekts vor dem Leben und der Individualität, die der Krieg mit sich bringt wie die Pest. Menschen waren nicht mehr Menschen - sie wurden klassifiziert nach militärischen Grundsätzen in Soldaten, Taugliche, Untaugliche und Feinde."

Eine derart packende Anklage und eine derart berührende Liebe wurden selten in solch großer Einheit erzählt.
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am 22. März 2000
Die Handlung dieses erstmals 1929 erschienenen Romans erstreckt sich von 1939 bis zum Jahre 1942, also mitten in den Wirren des Zweiten Weltkrieges. Hauptpersonen sind ein Ich-Erzähler, dessen Namen wir nicht erfahren, der eine Frau namens Ruth hat, Josef Schwarz und seine Frau Helen Baumann. Sie sind alle deutsche Emigranten und ihre einzige Rettung vor dem Nazi-Regime wäre eine Ausreise per Schiff nach Amerika. Der Unbekannte trifft mit Josef Schwarz nachts am Hafen von Lissabon zusammen. Beide sind sich fremd, der anonyme Ich-Erzähler hat weder Geld noch Visum, um zu emigrieren. Jedoch Schwarz bietet ihm zwei Schiffskarten, amerikanische Visa und Ausweise an, geschenkt, nur unter der Bedingung, ihm sein Emigrantenschicksal, seine Lebensgeschichte in dieser Nacht erzählen zu dürfen. Schwarz ist nicht sein richtiger Name, sondern der von einem gefälschten Ausweis, den er von dem Österreicher Josef Schwarz vererbt bekam, als dieser verstarb. Dieser zweite Schwarz befindet sich zu diesem Zeitpunkt gerade in Paris, wo der gültige Ausweis ihn auf die Idee bringt, seine Frau Helen in Osnabrück zu besuchen. Helen beschließt mit ihrem Mann aus Deutschland wegzugehen, sie wollen von der Küste Portugals aus Amerika erreichen. Auf Umwegen und mit vielen leidvollen Erfahrungen schaffen sie es schließlich bis Portugal. Sie halten sich u.a. in Askona auf, wo sie ihre Liebe zueinander neu entdecken, in Paris, wo sie verhaftet werden und in getrennte Lager kommen. Doch sie schlagen sich mit List, Klauen und Gelegenheitsjobs durch, mit der ständigen Hoffnung auf ein neues gemeinsames Leben und natürlich mit einer gehörigen Portion Glück, z.B. an amerikanische Visa durch einen flüchtigen Bekannten zu kommen. Aus Ausweglosigkeit bringt Schwarz sogar Helens Bruder, Nazi-Obersturmbannführer Georg Jürgens, mit einer Rasierklinge um, der ihn bereits in Deutschland in ein Konzentrationslager gebracht hat. Helen geht es auf einmal gesundheitlich schlechter, sie hat Krebs, möchte es aber verheimlichen. Kurz bevor das Schiff nach Amerika auslaufen wird, bringt sich Helen mit Gift um. Schwarz vermutet, sie habe nicht nach Amerika mitkommen wollen und deshalb Selbstmord begangen, der unbekannte Zuhörer aber erklärt, sie habe für Schwarz bis zum Ende aus Liebe ausgehalten, als sie ihn gerettet wusste, hat sie losgelassen. Josef Schwarz hat die Geschichte weitererzählt, um eine Erklärung auf Helens Reaktion zu erhalten und damit seine Lebensgeschichte in anderen Personen unverfälscht weiterleben kann, während er sie, seiner Meinung nach, vergessen wird. Schwarz will jetzt in die Fremdenlegion gehen, da er ohne Helen in Amerika keine Zukunft mehr sieht. Er will dafür einem anderem Paar die Möglichkeit geben, ein neues Leben anzufangen, indem er die Karten verschenkt. Mir hat dieser Roman sehr gut gefallen. Er ist eine Geschichte über Exil, Faschismus, Liebe und Tod. Hier wird an den Romanfiguren deutlich gemacht, wie wertlos der Mensch als Individuum im Nationalsozialismus geworden ist. Ein gültiger Pass, wenn auch gefälscht, stellt für Emigranten eine einzige Überlebenschance dar. „Der Mensch war um diese Zeit nichts mehr; ein gültiger Paß alles" (S. 6). Gleichzeitig ist in den Schilderungen der Nazi-Grausamkeiten die rührende Geschichte einer großen Liebe eingebaut. Erich Maria Remarque gibt in „Die Nacht von Lissabon" seine eigenen Erfahrungen mit dem Nazi- und Emigrantenmilieu wieder. Deshalb ist sein Roman realitätsnah geschildert und recht gut nachvollziehbar. Sein Werk konnte so nicht nur in früheren Jahren zahlreiche Verkaufserfolge verzeichnen, sondern ist auch heute noch ein gern gelesenes Buch.
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am 5. August 2013
Ich hatte mir dieses Buch als Reiselektüre für Lissabon gekauft. Klein, leicht, literarisch. Jedenfalls kam das Buch einige Tage vor der Abreise an. Schon beim Reinlesen habe ich mich festgefressen und bin eingetaucht in diese unglaublich spannende Geschichte. Ich habe sie in einer Nacht gelesen, sozusagen 1:1. Für die Reise musste ich mir dann etwas anderes suchen. Ich nehme die Faszination zum Anlass, den ganzen Remarque (teilweise nochmal, anderes ganz neu entdeckt) zu lesen. Für Lissabon war das Buch eine wunderbare Einstimmung. Wer gerne Literatur liest (ich meine nicht Krimis!), um sich auf ein Reiseziel vorzubereiten, der hat hier ein schönes, bewegendes, auch aufwühlendes Leseerlebnis vor sich. Kritik: Keine. Das Buch ist sogar äußerlich sehr schön gestaltet!
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