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Kundenrezensionen

3,9 von 5 Sternen
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am 31. März 2014
Die kleine Manon hat es nicht leicht - ihre Mutter hat sie wortlos verlassen und ihr Vater ist seitdem eher ein Schatten, der in seiner Wohnung vegetiert und Manon kaum eines Blickes würdigt. Nicht bösartig, bloß verloren. Aufmunterung versucht sie unter ihrem Lieblingsbaum vor dem Haus zu finden, wo sie mit Ameisen und Katzen spricht und Bücher verschlingt. Wie sie so vermehrt dort sitzt, zieht sie die Aufmerksamkeit des alten und verbitterten Nachbarn Anatole auf sich. Nur langsam wächst zwischen ihnen eine Freundschaft heran; diese wird an den Kräften aller zehren, als Manons Mutter sich meldet.

Mein erster Eindruck beim Lesen war, dass dem Buch eine typisch französische Aura innewohnt, ohne diese genau definieren zu können. Die Sprache bleibt recht knapp und stets gut und flüssig zu lesen. Besonders die ersten Momente, das Kennenlernen von Manon und Anatole fand ich sehr gelungen und nachvollziehbar. Im Laufe des Buches wandelt sich die Stimmung aber ein bisschen; es geht auf Reisen ... und dort verliert diese Beziehung ein bisschen an Intensität, andere Themen werden ins Zentrum gerückt, die teilweise ein wenig aufgesetzt wirken. Und obwohl das Buch fast durchgängig eine leicht melancholische Aura versprüht, hatte ich manchmal das Gefühl, dass die eigentlich tragischen Figuren sogar als tragisch-komisch ausgenutzt werden.

Dennoch bleibt eine ansprechende, berührende Geschichte; obwohl letztlich nicht alles Potential genutzt wurde.
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am 13. März 2014
Eine kleine Menschengruppe – man könnte behaupten, absolut unpassend zusammengewürfelt und doch so eng in Freundschaft und in gegenseitiger Achtung geeinigt – wagt eine Reise ins Unbekannte. Ihre Charakterzüge und Ziele sind grundverschieden.
Die vier unterschiedlichen Menschentypen arbeiten gemeinsam an ihrem Schicksal, und selbst wenn das Hauptproblem das spurlose Verschwinden einer jungen Mutter ist, bekommen all diese Personen reichlich Gelegenheit, ihre eigenen Alltagssorgen zu lindern.

Der einsame Rentner, Anatole, bekommt einen neuen Lebenssinn, indem er einen kleinen Schützling, das achtjährige Mädchen, Manon, unter die Fittiche nimmt. Sophie baut eine bessere Beziehung zu ihrer Umwelt auf und sorgt für sich und für ihre sonderbare Persönlichkeit für mehr Akzeptanz. Pierre, der verlassene und leidende Ehemann wird ebenso – auch wenn erst recht spät – aus seiner Trostlosigkeit wachgerüttelt.
Für die Mutter und Ehefrau, die aus ihrem eintönigen, glücklosen Leben auf die Art flüchtet, dass sie ihre Tochter ohne jegliches Verantwortungsgefühl verlässt, findet man jedoch keine ausreichende Entschuldigung.

Die Reise in „Bäume reisen nachts“ wird gleichzeitig eine Reise mit vielen Zielen: eine Reise um das Eheglück wieder zu finden, eine Reise weg von der Einsamkeit des Altwerdens, eine Reise der Versöhnung zwischen den Geschlechtern und eine Reise in die sorglose Kindheit zurück, die die kleinste Heldin beinahe schon hoffnungslos zu verlieren scheint.
Das Geheimnis des Buches liegt trotzdem nicht in den großen Abenteuern unterwegs, sondern eher in den kleinen Gesten und den Erkenntnissen, zu denen die Buchfiguren unter anderen Umständen nicht kämen.

Obwohl die Geschichte mit einer betrübten, melancholischen Grundstimmung startet, begleiten die Reisenden unzählige liebevolle Zitate (überwiegend aus „Der kleine Prinz“ von Saint-Exupéry) mit wohltuenden Weisheiten.

Die Entwicklung ist großartig: Aus dem anfänglichen Chaos und der Lethargie der einsamen Seelen wird eine harmonisches Miteinander. Der Weg dazu führt über teils heftige emotionale Ausbrüche.

Aude Le Corffs erster Roman wird eine neue Erfahrung für alle, die bisher die erzählte Geschichte als solche (wie üblich) in Präteritum erlebten. Hier hält sich die Autorin vom Anfang bis zum Schluss an die Zeitform in Präsens. Alle Ereignisse passieren im Hier und Jetzt und damit werden die Spontaneität der Handlungen und die Aktualität ihrer Themen besonders dramatisch betont. Lediglich die Erinnerungen der Romanfiguren „passieren“ in der Vergangenheit.

Mit den poetischen, Trost spendenden Worten und der wohl überstandenen, erfolgreichen Pilgerfahrt vermittelt Aude Le Corff den Lesern die vertrauensvolle Botschaft, dass jede Krise überwindbar ist.
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am 19. März 2014
Inhalt:
Manon ist ein kleines achtjähriges Mädchen, welches die Härte des Lebens schon so früh zu spüren bekommen hat. Ihre Mutter Anaïs hat sie und ihren Vater von heute auf morgen verlassen. Einzig ein Brief bleibt der kleinen Manon, der viele Fragen offen lässt. Die Kleine sucht die Schuld bei sich und hofft das sie ihre Mutter durch bestimmte Verhaltensmuster wieder zurück bekommt. Sie sitzt nachmittags allein unter einem großen Baum und redet mit den Ameisen und einer Katze.

Ihr Vater Pierre verliert sich im Selbstmitleid anstatt seiner Tochter zur Seite zu stehen.

Der griesgrämige Rentner Anatole beobachtet die kleine Manon und sein Lehrerherz möchte sich ihrer annehmen. Er öffnet ihr eine Tür zu seinem Leben, die sonst immer fest verschlossen ist und Manon spaziert mit ihrer empfindsamen und kindlichen Schwermut in sein Leben, das man dafür kaum Worte findet. Anatole fängt an ihr aus dem Buch " der kleine Prinz " vorzulesen und Manon ist total fasziniert. Anatole merkt, das er doch noch einen Platz in der Gesellschaft hat.

Dann erreichen Sophie, die Schwester von Anaïs, und die kleine Manon Briefe in denen Anaïs versucht ihr Handeln zu erklären.

Pierre begreift nicht was diese Briefe zu bedeuten haben und beschließt Anaïs zu suchen. Und so begibt sich eine seltsam anzuschauende Gruppe auf eine abenteuerliche Reise, an deren Ende niemand mehr so ist wie vorher.

Zum Buch:
Der Schreibstil ist so wunderbar zart und flüssig. Die Autorin hat es geschafft die Personen so mit Leben zu erfüllen, das man sie mit all ihren Eigenheiten vor sich sieht. Sie zieht den Leser mitten in das Geschehen und lässt ihn nicht mehr los. Sie berichtet in jedem Kapitel das Geschehen aus Sicht einer anderen Person und die Hintergründe dazu, sodass man mit jeder einzelnen Person mitleidet und auch mitlacht.
Die Autorin schreibt aber nicht in der Ich-Form, was dem ganzen ihre Leichtigkeit gibt.

Fazit:
Ein magisches Buch, was den Leser mit auf eine Reise nimmt, wo man lernt sein eigenes Handeln bewusst zu überdenken.
Ein Buch welches an schöne Orte und Plätze entführt und Einblick in die Seelen der Protagonisten gewährt. Ein wunderbares Lesevergnügen bei dem die Zeit wie im Fluge vergeht.
Es zeigt das französische Literatur wunderschön und einfühlsam sein kann.
Ich bin froh dieses Buch gelesen zu haben, auch wenn einige Entscheidungen des Vaters für mich nicht nachzuvollziehen waren und das Ende viel zu schnell kam.
Und es stellenweise etwas mehr in die Tiefe hätte gehen können.

Daher bekommt das Buch von mir 4 von 5 Sternchen
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am 28. Mai 2014
Suhrkamp Insel Verlag

Der Autor

Aude Le Corff wurde 1977 in Tokio geboren und studierte Psychologie und Wirtschaft. 2009 begann sie ihr mit dem Prix ELLE ausgezeichnetes Blog „Nectar du Net“. Bäume reisen nachts ist ihr Debütroman. Aktuell lebt sie mir ihrer Familie im französischen Nantes.

Bäume reisen nachts

Manon fühlt sich einsam und allein. Seit ihre Mutter sie und ihren Vater verlassen hat, sitzt sie unter einer riesigen Birke im Garten. Ihr Vater Pierre kümmert sich um nichts mehr und verwahrlost zusehends. Sie sitzt unter dem Baum, wippt vor und zurück, liest Bücher und spricht mit den Ameisen. Der mürrische Rentner Anatole, der seit einigen Monaten ebenfalls in Manons Haus wohnt, beobachtet sie dabei und fühlt sich seltsam berührt. Eines Tages gesellt er sich zu ihr und beginnt ihr den „kleinen Prinzen“ vorzulesen. Manon blüht immer mehr auf. Als eines Tages Briefe von ihrer Mutter aus Marokko eintreffen, bricht Pierre zusammen mit seiner Tochter Hals über Kopf auf und macht sich auf eine abenteuerliche Reise quer durch Europa. Die Reisenden erleben jede Menge Höhen und Tiefen, während sie dem Ziel ihrer Reise immer näher kommen.

Fazit

Ein wahnsinnig emotionales und berührendes Buch, welches den Leser von der ersten Seite an in seinen Bann zieht. Manon und Anatole geben ein wunderbares Protagonistenpaar ab. Die ruhige und zutief traurige Manon, die ihre Freizeit nur noch mit Zangsneurosen, Büchern und Tieren verbringt und dabei darauf bedacht ist, ihrem Vater möglichst aus dem Weg zu gehen. Und Anatole, der den ganzen Tag mürrisch vor sich hinredet und keinen Sinn mehr für die Schönheiten des Lebens hat. Die beiden Nebendarsteller sind der verlassene Ehemann Pierre, der im Leben keinen Sinn mehr sieht, seit ihn seine Frau Anais in einer Nacht und Nebelaktion verlassen hat und Sophie, die Schwester von Anais. Zu viert geben sie ein ungleiches Quartett ab, welches sich nun auf eine Reise quer durch Europa macht. Jeder einzelne von ihnen ein Unikat auf seine Weise.
Während sich Sophie und Pierre gegenseitig hochschaukeln und Manon den Kopf einzieht, wird Anatole immer mehr zum beruhigenden Mittelpunkt, der in jeder Situation einen kühlen Kopf bewahrt und die Gemüter immer wieder beruhigen kann.
Der Schreib- und Erzählstil der Autorin ist sehr angenehm und lässt den Leser schnell ins Geschehen einsteigen. Schon ist man mittendrin in der zerütteten Gefühlswelt von Pierre und Manon. Die Reise quer durch Europa wird nicht nur von vielen amüsanten Situationen untermalt, sondern zeigt auch die Entwicklung von Manon und vor allem von Anatole, der immer mehr zu seiner früheren Jugend zurück findet.

Ein toller Roman über die tiefe Freundschaft ungleicher Menschen, über Familie und den Mut eines kleinen Mädchens Träume in Wirklichkeit zu verwandeln. „Der Roman, der ganz Frankreich verzaubert hat“, hat auch mich verzaubert und wird sicherlich noch viele weitere Leser faszinieren. Ein wunderbarer Roman, der von mir 5 von 5 goldenen Büchern verdient hat.

[...]
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am 6. April 2014
Aude Le Corff ist hier ein zauberhafter Roman über die Einsamkeit, die es in einer Familie geben kann, über die tiefen Verletzungen, die sich liebende Menschen doch immer wieder zufügen, aber auch über eine tiefe Freundschaft zwischen sehr unterschiedlichen Menschen.
Manons Mutter ist seit einigen Monaten einfach spurlos verschwunden und Manons Vater, Pierre, zerbricht fast daran und verschwindet völlig in seiner Welt. Er kümmert sich nicht mehr um seine 8-jährige Tochter und auch seine Schwägerin, Sophie, kommt nicht an das Mädchen heran, weil es ihr eine Mitschuld und ein Mitwissen am Verschwinden gibt.

Anatole ist ein mürrischer, alleinstehender, pensionierter Lehrer, der eigentlich nur noch auf den Tag wartet, an welchem er einsam in seinem Lesesessel stirbt. Doch Manon, die jeden Tag einsam unter dem Baum im Hof des Mehrfamilienhauses sitzt, rührt sein Herz. Er beginnt ihr aus dem Buch „der kleine Prinz“ vorzulesen und langsam findet Manon ihr Lachen wieder...

Eines Tages erreichen Briefe der Mutter die einzelnen Familienmitglieder, in denen sie ihr Verschwinden erklärt und auch einen Hinweis auf ihren Aufenthaltsort gibt... Pierre hält nichts mehr und so machen sich die Vier auf den Weg auf die Suche nach einem verlorenen Familienglück- eine Reise, die sie quer durch Europa führt und ein wenig auch die Suche nach sich selbst beinhaltet.
Ein wirklich wunderschönes Buch! Die Sprache ist zauberhaft, die einzelnen Charaktere sind liebevoll gezeichnet. Die unterschiedlichen Stimmungen und Probleme während der Reise sind für den Leser fast greifbar und so fühlte ich mich während des gesamten Buches mitten in der Handlung.

Fazit:
Ein leises, trauriges, lustiges, wunderschönes Buch, das ich sehr gern gelesen habe und jedem empfehle, der auf der Suche nach dem etwas anderen Lesegenuss ist. Toll!

claudi-liest.blogspot.de
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am 24. Juni 2014
Recht schlicht zieren drei Blätter das Cover von "Bäume reisen nachts". Ein Mann, eine Frau, ein Mädchen, eine Katze. Nur ihre Silhouetten sind sichtbar. Was mag sich wohl für eine Geschichte dahinter verbergen?

Seit dem plötzlichen Verschwinden ihrer Mutter, lebt Manon in sich zurückgekehrt. Erst der pensionierte Nachbar Anatole schafft es, zu ihr durchzudringen. Als Briefe der Mutter eintreffen, beginnt eine überstürzte Reise, in deren Verlauf langsam mehr über die Protagonisten bekannt wird. Werden sie Manons Mutter finden?

"Wie schade, dass Bäume nicht reisen, denkt sie. Sie können mehrere hundert Jahre alt werden, aber sie bleiben ihr ganzes Leben an einem Ort stehen. Warum eigentlich?" (Zitat S. 90)

Die kleine Manon wird einem gleich zu Beginn der Geschichte sympathisch. Die anderen Protagonisten lernt man dann eher während der Reise kennen, die von gedanklichen Rückblenden der einzelnen Figuren unterbrochen ist. So erfährt man sozusagen aus erster Hand, wie sie zu dem Menschen geworden sind, der einem im Laufe der Handlung begegnet. Es wird viel nachgedacht und reflektiert. Jeder bringt seine eigene Geschichte mit sich, völlig verschiedene Personen treffen aufeinander, die nur ein gemeinsames Ziel verbindet. Die Ausarbeitung der einzelnen Charaktere gelingt der Autorin an dieser Stelle sehr gut.
Es gibt jedoch eine Person, über die man während der gesamten Geschichte kaum etwas erfährt: Manons Mutter. Zunächst werden bruchstückhafte Informationen durch die anderen Personen geliefert, dann etwas mehr, als ihre Briefe eintreffen. Es gelang mir jedoch nie, ein wirkliches Bild von ihr zu bekommen.

Die Zusammenstellung der Figuren wirkt trotz ihrer Ungewöhnlichkeit realistisch. Das Aufeinandertreffen von gleich drei Generationen schafft eine interessante Atmosphäre, in der viel nachgedacht und hinterfragt wird. Dadurch zieht sich die Reise fast über das gesamte Buch.
Für das Ende wird kaum Platz eingeräumt. Die Ereignisse überschlagen sich, ich kam gedanklich fast nicht mehr hinterher. Das lag zum einen daran, dass so wenig über Manons Mutter bekannt war. Zum anderen wurde die Situation für mich nicht ausreichend erklärt. Ich hatte das Gefühl, die Geschichte sollte möglichst schnell und sauber ein Ende finden. Ein Ende, dass ich nur schwer, wenn denn überhaupt, nachvollziehen kann.

Zum Schluss bleibt mir die Frage, warum keine professionelle Hilfe gesucht wurde. Zunächst für Manons Mutter, bevor sie verschwand, später für Manon selbst und ihren Vater. Vielleicht gerade weil es ihnen anfangs so schlecht ging, kann ich die schnelle Besserung und das Ende kaum verstehen.

Aude Le Corff hat bewiesen, dass sie hervorragend Charaktere erschaffen kann. Das Drumherum wurde in meinen Augen leider vernachlässigt, ein paar mehr Seiten und Erklärungen hätten der Geschichte sicher nicht geschadet.

Fazit
Ich vergebe 3 Sterne für diese durchaus berührende Geschichte. Es treffen interessante und völlig verschiedene Charaktere aufeinander, die verschiedenste Sichtweisen auf das Leben und die Menschen aufzeigen. Leider wurde am Ende mit Erklärungen gespart, dennoch ist das Buch lesenswert.
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am 10. März 2014
Kurzbeschreibung:
Seit Monaten verbringt die achtjährige Manon ihre Nachmittage allein, unter einer riesigen Birke im Garten. Sie verschlingt ein Buch nach dem anderen und spricht mit Ameisen und Katzen, nur um an eines nicht denken zu müssen: das spurlose Verschwinden ihrer Mutter. Mit dem eigenen Kummer beschäftigt, vermögen Manons Vater Pierre und ihre Tante Sophie das stille Mädchen nicht zu trösten. Doch Manons Einsamkeit erweicht das Herz des mürrischen Nachbarn Anatole, der, seitdem er nicht mehr unterrichtet, sich von Kindern möglichst fernhält. Sie beginnen, gemeinsam den Kleinen Prinzen zu lesen, und es erwächst eine außergewöhnliche Freundschaft. Als eines Tages überraschend Briefe der Mutter eintreffen, schmieden das Mädchen und der alte Mann einen kühnen Plan, der sie gemeinsam mit Pierre und Sophie auf eine abenteuerliche Reise quer durch Europa führt …
(Quelle: Insel Verlag)

Meine Meinung:
Manon ist 8 Jahre alt. Sie und ihr Vater Pierre wurden von der Mutter verlassen. Für beide bricht eine Welt zusammen. Manon zieht sich immer mehr in sich zurück. Sie nimmt sich oft eines ihrer Bücher und setzt sich unter eine große Birke im Garten, sie flieht in ihre eigene Welt.
Eines Tages hat Nachbar Anatole Mitleid mit Manon und beginnt ihr aus „Der kleine Prinz“ vorzulesen. Zwischen den beiden entwickelt sich eine wunderbare Freundschaft.
Als plötzlich ein Brief aus Marokko von der Mutter ankommt machen sich Manon, Pierre, Sophie, Manons Tante und Anatole auf diese zurückzuholen. Es beginnt eine Reise quer durch Europa …

Der Roman „Bäume reisen nachts“ stammt von der Autorin Aude Le Corff. Für mich war die Autorin bis zu diesem Buch noch unbekannt.

Die Charaktere des Buches sind alle wunderbar dargestellt.
Manon ist ein 8-jähriges Mädchen. Sie und ihr Vater wurden von der Mutter verlassen, ein Schlag besonders für Manon. Sie macht diesen Verlust mit sich selber aus, zieht sich in die Welt der Bücher zurück, verschließt sich. Nur der Nachbar Anatole schafft es zu ihr durchzudringen. Er liest ihr vor und es entwickelt sich eine Freundschaft zwischen ihnen.
Anatole war einst Lehrer. Er wirkt etwas mürrisch und ist, genau wie Manon, sehr einsam. Die beiden geben sich gegenseitig Halt.
Sophie ist Manons Tante. Sie ist besonders Anatole dankbar, dass er sich so um Manon kümmert.
Der Vater scheint zunächst eine eher untergeordnete Rolle zu spielen. Erst im zweiten Teil des Buches kommt er mehr und mehr in den Vordergrund, auf der Reise durch Europa nach Marokko.

Der Schreibstil der Autorin ist leicht poetisch und trotzdem gut zu lesen. Sie beschreibt Szenen ganz wunderbar, man glaubt beinahe man wäre selber mit auf der Reise. Es wirkt alles vorstellbar und realistisch.
Geschildert wird das Geschehen aus verschiedenen Perspektiven. Zum einen erzählt Anatole die Geschichte als ein Außenstehender, der die Handlung betrachtet. Es gibt aber auch die Perspektiven von Manon uns Sophie.
Die Handlung selber ist eher von der leisen ruhigen Art. Man fühlt sich mit Manon verbunden und erlebt die Dinge mit ihr gemeinsam. Es ist eine berührende Geschichte, besonders die Freundschaft zwischen Anatole und der kleinen Manon hat mich fasziniert und ins Leserherz getroffen. Auch sind Themen wie Trennung, Freundschaft und Familie ins Geschehen integriert.

Das Ende hat mir leider weniger gefallen. Es wirkt sehr schnell abgehandelt und kommt abrupt. Der Zauber der Geschichte geht hier leider verloren, auch wenn es noch so schön ist. Ein wenig mehr hätte es gerne sein dürfen.

Fazit:
„Bäume reisen nachts“ von Aude Le Corff ist ein an sich wirklich schönes Buch, das berührt.
Der leise poetische Stil der Autorin und die tolle dargestellten Charaktere konnten mich verzaubern. Leider aber geht durch das Ende der Zauber etwas verloren.
Durchaus lesenswert!
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am 11. März 2014
Manon ist ein kleines Mädchen und verbringt die meiste Zeit unter einer Birke. Dort liest sie viele Bücher und spricht mit Katzen und Ameisen. Ihre Mutter ist irgendwann spurlos verschwunden. Sie und ihr Vater sind nie darüber hinweggekommen.
Manon lernt den alten, verbitterten Mann Anatole kennen. Dieser sieht keine Hoffnung und Perspektive mehr in seinem Leben. Zwischen den beiden Generationen entwickelt sich eine tiefe Freundschaft. Einen großen Anteil hat das Buch „Der kleine Prinz“ aus dem Anatole dem Mädchen vorliest. Beiden hilft das Buch mit ihren Kummer umzugehen und neue Hoffnung zu schöpfen. Eines Tag trifft ein Brief von Manons vermisster Mutter aus Marokko ein. Manons restliche Familie begibt sich zusammen mit Anatole auf die Suche nach der Mutter, Ehefrau. Eine abenteuerliche Reise beginnt, die sie ihren Träumen näher bringen soll.

Eine wirklich tolle Idee, den Klassiker vom „Kleine Prinzen“ anhand von Zitaten in die Geschichte einzubauen. Doch leider wirkt dadurch die ganze Erzählung sehr konstruiert. Es fällt schwer, einen tiefen, mitfühlende Bezug zu den Hauptprotagonisten zu entwickeln. Trotz allem vermag der einfache Schreibtstil von Aude Le Corff zu gefallen. Im Laufe des Buches kommt man der kleinen Manole näher. Die Freundschaft zwischen den ungleichen Menschen vermag zwischenzeitlich zu faszinieren. Leider verzettelt sich die Autorin im Laufe der Geschichte in zu vielen Nebensächlichkeiten. Besonders das Leben von Tante Sophie wurde zu stark in den Vordergrund geschrieben. Es hatte eigentlich keinen Bezug zur Geschichte. Auch fehlten für eine tief berührende Geschichte, die Poesie, die in solchen Büchern gerne mitschwingen darf.
Vielleicht lag es auch an den hohen Erwartungshaltungen, die ich an den Inhalt und die Geschichte des Buches geknüpft hatte. Ein Märchen, welches an den kleinen Prinzen anlehnt, hatte ich erwartet. Das war es nicht. Eher ging es thematisch in Richtung Sternenreiter von Jando. Doch fehlt „Bäume reisen nachts“ dafür die fehlende Wärme, um einen Vergleich Stand zu halten. Es ist ein nettes Märchen für zwischendurch, welches es teilweise schafft zu berühren, dem es aber an Überzeugungskraft fehlt, um lange in Erinnerung zu bleiben.
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Was ist das für ein Mädchen, das am liebsten im Garten an der Birke sitzt, liest und mit Ameisen und Katzen spricht? Manon, 8 Jahre alt und verlassen von der Mutter. Ihr Vater Pierre kümmert sich nicht um sie. Er ist in eine tiefe Depression gestürzt. Er kann das Verschwinden seiner Frau nicht verwinden. Manon vergisst er darüber ganz. Der pensionierte Lehrer Anatole berührt sehr, wie Manon Tag für Tag in den Garten geht. Eigentlich wollte er nie wieder etwas mit Kindern zu tun haben, doch Manon ist anders. Er kümmert sich liebevoll um sie. Gemeinsam lesen sie das Buch vom Kleinen Prinzen. Eine ungewöhnliche Freundschaft nimmt ihren Lauf. Sehnsüchtig wartet Manon jedoch weiterhin auf ein Zeichen ihrer geliebten Mutter. Das kleine Mädchen fragt sich immer wieder, was sie wohl falsch gemaccht hat. Warum ist die Mutter gegangen und wohin? Ist sie Schuld? Doch dann kommen unverhofft Briefe an. Ein Brief von der Mutter für Manon, ein Brief an Pierre und einer an Sophie, Manons Tante. Zusammen mit Anatole beschließen sie, zu Anais zu fahren. Mit dem Auto fahren sie einmal quer durch Europa. Marokko ist ihr Ziel. Zwischendurch werden die Vier von Erinnerungen, von Hoffnungen und Zweifeln heimgesucht. Doch sie werden auch zu einer Gemeinschaft. Ein ungewöhnliches Gespann, das nur eines zum Ziel hat: Anais zu finden mit ihr zurück nach Hause zu fahren.

"Bäume reisen nachts" - ein außergewöhnlicher Roman, der mich von der ersten bis zur letzten Seite fasziniert hat! Man fühlt sich der Geschichte der kleinen Manon ergriffen. Einfach wunderbar ist deie Figur des Anatole, ein griesgrämiger alter Mann, der zum besten Freund des kleinen Mädchens wird. Man ist gefesselt und begeistert. Eine kleine Sensation. Es ist einer dieser leisen Romane, wie ich sie liebe. Ein starkes Buch, dem ein feiner Zauber innewohnt, sehr berührend.
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am 10. März 2014
Manon ist 8 Jahre alt und durchlebt gerade eine schwere Zeit. Ihre Mutter Anais hat sie verlassen, ohne, dass sich jemand aus der Familie einen Reim darauf machen kann. Zunächst gehen alle vom Schlimmsten aus und versinken in einer tiefen Trauer und Bestürzung. Manon rettet sich dabei jeden Tag unter eine Birke im Garten und flieht mithilfe von Büchern in ihre eigene Welt. Ihre einzigen Begleiter sind dabei die Katzen aus der Nachbarschaft und die Ameisen im Gras. Rettung scheint durch den Nachbar Anatole zu kommen, welcher das kleine Mädchen durch allabendliches Vorlesen aus ihrem Kummer reißt. Eines Tages trifft endlcich ein Brief der Mutter ein. Sie ist am Leben! Zur Freude aller Beteiligten brechen Manon, ihr Vater Pierre, ihre Tante Sophie und der inzwischen liebgewonnene Freund Anatole zu einer abenteuerlichen Reise nach Marokko auf, deren Ziel den Namen „Anais“ trägt.

„Bäume reisen nachts“ von Aude Le Corff ist ein wunderbares Buch, welches voller Zärtlichkeit von der Liebe, dem Hoffen, der Verzweiflung und dem Glück erzählt. Im Zentrum stehen neben einem achtjährigen Mädchen noch weiter Charaktere, die alle ihre eigene Geschichte zu erzählen haben und auf einer Autoreise nach Marokko ein Stück zu sich selbst finden. Die Autorin versteht es dabei, den Leser zu überraschen und lädt ihn durch den Roman zum Nachdenken und Sinnieren über das Leben ein. Besonders hat mir das breite Spektrum an Themen gefallen, welche in dem Buch abgehandelt werden. Ich habe jede Seite genossen und kann es nur empfehlen, die Charaktere auf ihrer Suche und beim Finden zur Seite zu stehen.
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