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Kundenrezensionen

3,3 von 5 Sternen
3
3,3 von 5 Sternen
Format: Taschenbuch|Ändern
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am 29. Mai 2009
Nikolai Gogol, bekannt auch durch zahlreiche Kurzgeschichten wie "Die Nase" oder "Der Mantel", schuf mit den "Toten Seelen" seinen einzigen Roman, der leider unvollendet blieb. Das Manuskript zum zweiten Teil verbrannte er in einem Anfall von Wahnsinn. Verloren zwischen religiösem Fanatismus und schöpferischer Krise starb Gogol im Alter von gerade einmal 42 Jahren. Umso erstaunlicher, daß ihm eine der großartigsten und auch über Russland hinaus bekanntesten Satiren gelungen ist, die je das Licht der Welt erblickt haben.

Der Nachwelt erhalten blieben nur der erste Teil, sowie Fragmente des zweiten Teiles der ursprünglich geplanten Trilogie.

Tschitschikow, der Protagonist, reist auf einer Kutsche von Gutsbesitzer zu Gutsbesitzer, um ihnen verstorbene Leibeigene, die sogenannten toten Seelen, abzukaufen und später, da sie in den Revisionslisten bis Ablauf des Jahres noch als lebendig geführt werden, gewinnbringend verschachern zu können. Nicht mehr und nicht weniger ist die Handlung. Die Geschichte zieht ihren Reiz aus den Begegnungen mit den so unterschiedlich gearteten Gutsbesitzern, bei denen Tschitschikow oft sein blaues Wunder erlebt.

Sämtliche Charaktere sind herrlich verschroben, Gogol karikariert nicht nur die Eigenarten des Adels, der höheren Gesellschaft, sondern der Menschen an sich. Frech und respektlos legt Gogol menschliche Schwächen bloß, spottet liebevoll über alles und offenbart so ganz nebenbei auch die Missstände im damaligen Russland.

Am vortrefflichsten gelungen ist der Protagonist Tschitschikow, an und für sich ein Gauner und Halsabschneider, aber auch so liebenswürdig und schelmisch, daß man oft selbst grinsen muss, wenn er mal wieder einem ahnungslosen Gutsbesitzer die toten Seelen abschwatzt oder in Teufels Küche gerät.

In Zeiten, in denen Humor oft mit Klamauk und pubertären Witzen gleichgesetzt wird, in denen der Zuschauer im TV oder der Leser von ach so aktueller Satire mit meist niveaulosem Stumpfsinn konfrontiert wird, ist Gogols subtiler und amüsanter Humor eine wohltuende Abwechslung. Um Missverständnissen vorzubeugen: "subtil und amüsant" bedeutet trotz allem, daß man an vielen Stellen Tränen lachen kann und wird.

Gogols Stil ist wunderbar, mühelos meistert er die Satire, eine der schwersten literarischen Kunstformen überhaupt. Immer wieder tritt er als Autor auch selbst in Erscheinung und ist sich nicht zu schade, über sich selbst zu spotten. Zum Ende hin fällt die Qualität des Romans ab, aus dem bereits genannten Grund, daß vom zweiten Teil nur noch Fragmente übriggeblieben sind und so stellenweise ganze Kapitel fehlen.

Trotz allem gibt es fünf Sterne, weil Gogol bis dahin ein phantastischer, lesenswerter Spaß gelungen ist. Wem Gogol gefällt, der kann im Anschluss direkt bei Bulgakow fortfahren - meiner Meinung nach der einzige Autor, der sich in der Satire mit Gogol messen kann.
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am 10. September 2010
Eines gleich vorweg; Dieser Roman ist des Lesens definitiv Wert! Gerade der erste Teil entzückt mit seiner sprachlichen Brillanz, seinem Humor sowie den überzeugenden Charakteren. Doch in dieser Rezension soll es weniger um den Inhalt ' hierzu wurde weiter oben bereits das Wichtigste genannt ' gehen, sondern vielmehr um die dürftige Erscheinung, die sich einem offenbart, sobald man das Buch tatsächlich in Händen hält.

Keine Frage, der Umschlag macht ordentlich was her und dann noch Hardcover für diesen Preis? Da lässt man sich gerne verführen, doch Buchliebhaber aufgepasst; es ist nicht alles Gold was glänzt. Das Papier ist von lausiger Qualität, was sich an den rauen Kanten bemerkbar macht. Auch haben sich bei mir ständig Papierfussel gelöst. Tippfehler treten durchaus regelmäßig in Erscheinung und reichen von Punkten mitten im Satz, über Anführungszeichen mitten im Satz bis hin zu solchen Konstruktionen; 'Mensehen'. Manchmal hat man während der Lektüre echt das Gefühl bekommen, das Lektorat bei Anaconda hält es mit ihrer Arbeit ähnlich wie die im Buch recht nett beschriebenen russischen Beamten, welche sich unter ihre Akten französische Romane schieben, um den Schein des Arbeitens zu wahren, dabei jedoch kräftig müßiggehen. Für mich war der Lesefluss dadurch zu oft in entscheidendem Maße gehemmt.

Und noch ein Minuspunkt: Bei einem Roman, der in sich geschlossen ist, mag das wenig wichtig sein, ABER für einen Roman, der zu einem Großteil Fragment ist und zwar derart, dass sich manche Zusammenhänge bei der Lektüre nur erraten lassen, ist ein Nachwort Pflicht! Als Anhang einfach zwei alternative Textstellen hinzuklatschen und lediglich einzuräumen, dass es deren mehrere gab ist erbärmlich.

Fazit: Meiner Meinung nach ist bei dieser Ausgabe an den falschen Stellen gespart worden. Fehlendes Nachwort, wenige alternative Textstellen (Fragmente), viele Fehler, auffallend schlechtes Papier ' da hilft auch kein schöner Einband mehr.
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am 14. April 2009
NikolaiGogol's einziger Roman geht stark in die Richtung der Meisternovellen ("Nase", "Mantel" etc.) doch unterscheidet sich sein Roman im Stil darin, dass der Witz und Humor etwas zurückgeschraubt (auf jeden fall nicht so oberflächlich)ist, dafür bietet der roman mehr Eindrücke über die russische Gesellschaft, das Land und die Menschen im einzelnen.

Wenn man einen Eindruck über die russische Gesellschaft des 19.ten Jahrhunderts bekommen möchte, so ist dieses Werk Gold wert:
Spannender und unterhaltsamer, aber auf hohem literarischen Niveau, als jedes Geschichtsbuch, verpackt mit einer guten Geschichte und einem Antihelden, den man trotz seiner verbrecherischen Art, lieb gewinnt, ist dieses Buch doch ein Wahres Meisterwerk und insofern fast schon 5 Sterne wert.

Der Abzug kommt leider aufgrund von Gogol selbst, dieser hat nämlich nach Vollendung des Manuskripts für den zweiten Teil (der in dieser Ausgabe dann so weit als möglich enthalten ist)sich (im Wahn) dazu entschlossen diesen zu zerstören, insofern sind nur Bruchstücke vorhanden.

Gerade dieser zweite Teil, lässt mein Herz bluten, hat doch der erste Teil so grandios begonnen, wird man dann mehr und mehr im Regen stehen gelassen und die schlüssige Geschichte des ersten Teils, verliert sich in unzusammenhängende episoden, die zwar inhaltlich immer noch grandios sind, die mich dann allerdings aufgrund des unzusammenhängenden Sinnes, nicht mehr begeistern.

Deshalb nur 3 Sterne, wäre der zweite Teil komplett erhalten so wären es sicher 4 oder 5 geworden.

Zur Ausgabe: Wie immer muss man Anaconda gratulieren, ein Buch mit einem solch schönen Hardcover zu so einem grandios günstigen preis, findet man selten.
Einzig stören mich einige Tippfehler so zum beispiel gesetze punkte (.)
obschon der Satz noch weiter geht.
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