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Kundenrezensionen

4,2 von 5 Sternen
8
Die Herrin von Wildfell Hall (insel taschenbuch)
Format: Taschenbuch|Ändern
Preis:11,99 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime


am 16. September 2014
Ein hervorragendes Buch über eine Beziehung, die an Sucht und Rücksichtslosigkeit zerbricht, und über den schwierigen Weg der Frau aus dieser Ehe in Freiheit und eine glückliche neue Beziehung.
Der Roman ist im Gegensatz zu "Agne Grey" eine sehr runde und mitreißende Geschichte. Die Konstruktion von zwei Ich-Erzählern bringt viel Leben in den Roman. Beide Hauptfiguren sind sympathisch und lassen den Leser mit fiebern bis zum Ende. Die unglückliche Beziehung von Helen ist nur zu einem kleinen Teil der victorianischen Prüderie geschuldet. Die meisten Probleme und Katastrophen könnten in heuten Beziehungen geschehen. Von der naiven Idee, einen Menschen in der Bezeihung zum Guten ändern zu können, am Beginn, über das langsame Aufdämmern der Sucht und der damit verbundenen Demütigungen, bis zum Ende in Hass und Angst erzählt Anne Bronte eine klassische, traurige Geschichte. Schön ist, dass Helen nicht als Opfer dargestellt wird, sondern als Frau, die auch in der größten Katastrophe noch selbstbewußt bleibt und ihren eigenen Willen verfolgt. Sie weiß, dass sie nicht schuld ist und sie entschuldigt auch ihren Mann nicht, verfolgt aber stringent die berechtigten Interessen von ihr selbst und ihrem Sohn.
Die übrige Handlung schafft ein lebendiges Bild der englischen Gesellschaft des 19.Jhd. auf dem Land in den oberen Schichten. Dabei gibt es natürlich einige Dinge, die wir nicht mehr wirklich verstehen, aber Anne Bronte erzählt so lebendig und flott, dass das nichts von der Spannung nimmt.
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am 29. Januar 2010
In Anne Brontë's Roman "Die Herrin von Wildfell Hall" geht es wie auch in den Romanen ihrer Schriftstellerschwestern Charlotte und Emily Brontë um die Liebe und die gesellschaftlichen Hindernisse bzw. Begebenheiten die sich dieser in den Weg stellen können.

Im Gegensatz zu anderen Frauenromanen aus dem 18. und 19. Jahrhundert schreibt Anne Brontë aus der Sicht eines Mannes, in diesem Fall liest man sozusagen die Briefe die Mr. Markham an einen guten Freund schreibt.

Zuerst war ich total verwirrt als der Roman aus dieser anderen Sichtweise begonnen hatte. Nachdem ich mich eingelesen hatte und mir die "Familien"-Verhältnisse und Namen der handelnden Charaktere vertraut waren kam ich auch recht schnell voran in der Geschichte.

Alles beginnt damit das die Witwe Mrs. Graham mit ihrem kleinen Sohn Arthur auf einen alten vereinsamten Herrensitz namens Wildfell Hall zieht. Schon bald gibt es erste Gerüchte über die abgeschieden lebende junge Frau. Der einzige der strickt gegen diese Vorurteile und Gerüchte besteht ist Mr. Markham der sich auch schon nach einigen Treffen die mehr oder weniger gewollt waren in die Fremde verliebt.

Wie es der Zufall so will bekommt das verliebte Herz von Gilbert (Mr. Markham) schon bald einen tiefen Stich versetzt als er Mrs. Graham zufällig belauscht als diese mit ihrem Verpächter Mr. Lawrence spricht. Für Gilbert steht fest das die beiden eine Affäre haben und er wendet sich gekränkt von der hübschen Witwe ab. Als Helen (Mrs. Graham) die nicht wie Mr. Markham vermutet in Mr. Lawrence verliebt ist dies mitbekommt beschließt diese Gilbert ihre schmerzhafte Vergangenheit anzuvertrauen.

Nun wird die Geschichte in Tagebuchform von Helen weiterzählt. Dieser Abschnitt hat mir sehr gut gefallen da man nun die Gefühle und vor allem die schwere Vergangenheit der zurückgezogen lebenden Mrs. Graham erfährt. Zu Beginn des Buches war mir die Person von Mrs. Graham sehr unsymphatisch doch dies ändert sich mit den nächsten Kapiteln in denen man mehr von ihrem Schicksal erfährt schlagartig.

Anne Brontë lässt in ihre geschriebenen Worte soviel Emotionen und Herzblut einfließen damit man gebannt den Rest des Buches verschlingt. Der Leser durchlebt eine Berg- und Talfahrt der Gefühle. Zuerst habe ich gespannt verfolgt wie die Geschichte von Helen verlief bevor sie nach Wildfell Hall zog. Nachdem Gilbert alles über seine große Liebe erfahren hat und wieder Hoffnung geschöpft hat nun mit ihr sein Leben verbringen zu können geraten die beiden Verliebten erkennt er durch Helens Worte das die gegenwärtigen Zustände dies nicht erlauben. Gerade bei den letzten Kapiteln habe ich mehr denn je mit den liebevoll geschilderten Charakterend es Buches gebangt und gehofft das alles ein gutes Ende nehmen mag.

Der Schluss kommt leider wie auch in den Romanen von Annes Schwestern meiner Meinung nach viel zu kurz! Nachdem man eine so emotionsvolle Gefühlsachterbahn hinter sich hat, hätte ich mir gewünscht mehr von der Zukunft die Helen und Gilbert haben zu erfahren.

Mein Fazit:
°°°°°°°°°°°

Anne Brontë's facettenreiche und liebevoll gestaltete Charaktere stechen aus diesem Roman ziemlich hervor. Aber nicht nur wegen den Charakteren ist "Die Herrin von Wildfell Hall" lesenswert sondern auch wegen der gekonnten Beschreibung der Gefühlswelt der einzelnen Charaktere, egal ob männlich oder weiblich. Wie auch schon in den Romanen ihrer Schwestern fällt einem besonders die gekonnt eingewebte Dramatik ins Auge.

"Die Herrin von Wildfell Hall" ist ein schöne dramatische Liebesgeschichte die mich zutiefst gerührt hat.
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am 15. Januar 2017
Der zweite Klassiker, der jüngsten der drei Bronte-Schwestern nimmt sich das Schicksal einer starken Frau zum Vorbild. Wir begegnen der mutigen Mrs. Graham, die alleine mit ihrem kleinen Sohn Arthur und der Zofe Rachel nach xxxshire kommt und Wildfell Hall neu belebt. Plötzlich war die junge Frau 1827 aus dem Nichts aufgetaucht und hat ein großes Geheimnis mit sich gebracht. Kein Wunder, dass ihre Nachbarschaft besondere Neugier entwickelte. Der Pfarrer Millwards lädt sie mehr als ausdrücklich zur heiligen Messe ein, die lästigen Nachbarinnen stellen sich bei ihr ein und der Ich-Erzähler Mr. Gilbert Markham bemüht sich schon bald, ihre Gunst zu gewinnen. Allein über die Rolle des verschlossenen, tugendhaften Mr. Lawrence wird man sich nicht einig und Gerüchte bahnen sich ihren Weg. Das ist der Rahmen des spannend, romantischen Klassikers.

Den Kern der Handlung bildet jedoch die Vorgeschichte der Geheimnisvollen, von Säuerlichkeit leicht verblühten Mrs. Graham. Wir lernen bereits 1821 eine junge, wunderschöne Frau mit mäßigem Erbe kennen, die sich vor unliebsamen Brautwerbern kaum retten kann. Doch dann begegnet sie dem überaus charmanten Mr. Huntingdon, dem es gelingt, ihr Herz zu stehlen. Doch ihre Tante und Vormund Mrs. Maxwell warnt sie früh vor seinem ausschweifenden Lebensstil und seinem Leichtsinn. Schon bald begegnen wir auf Grassdale Manor dem britischen Landadel, den Damen und Herren der Gesellschaft, dem falschen Weib und seinem verräterischen Freund.

"Glaub mir, die Ehe ist eine ernste Sache."

Ein Ausbruch aus dieser fatalen Ehe war kaum möglich, doch ihren Sohn mit sich zu nehmen glich einer Entführung. Keine Überraschung also, dass der Roman zum Zeitpunkt seines Erscheinens einen Aufschrei in der Gesellschaft zur Folge hatte. Die vielen Bibelzitate unterstreichen den protestantischen Charakter der Landbevölkerung der damaligen Zeit. In deutlichem Gegensatz dazu stehen die Art und Weise wie streng mit der tugendhaften, doch alleinstehenden Frauen zu Gericht gegangen wurde, in der Integrität rasch angezweifelt wurde und man mit Verleumdungen besonders schnell zur Hand war. Doch wir werden mit einer großartigen Liebesgeschichte belohnt.

Ein Klassiker der Weltliteratur, der ein mutiges Frauenbild gezeichnet hat, viel Verstrickung und Geheimnis verspricht und sich von einer Liebe und Qual erfüllt, die seiner Zeit gerecht wird!
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am 8. März 2010
Die Geschichte und die Erzählweise sind in großen Teilen wirklich wunderbar und rund. Ich konnte das Buch an vielen Stellen kaum aus der Hand legen. Vor allem die Art und Weise, wie der ich-Erzähler (Gilbert Markham) langsam aber sicher eine Beziehung zu der geheimnisvollen Mrs. Graham aufbaut, ist toll geschrieben. Hierfür eigentlich 5 Sterne.

Jedoch im Mittelteil wird es etwas mühsam dabei zu bleiben (hier wird das Geheimnis dieser Frau über ein Tagebuch offenbart). Es gibt einige Längen und leider kommt nicht nur der Ehemann, der ein selbstverliebter und zügelloser Alkoholiker ist, negativ rüber, sondern auch die Hauptdarstellerin selbst (leider hierfür einen Stern Abzug).

Auch der letzte Teil, in dem man nun gespannt darauf ist, ob sich Helen und Gilbert nun kriegen oder nicht, kommt ein wenig fad daher (hierfür wieder einen Stern Abzug). Ich gestehe, dass ich an einigen Stellen sogar gehofft hatte, dass der arme Gilbert von dieser Frau verschont würde (und nicht falsch verstehen, ich liebe sonst Happy-Ends).

Als ich das Buch gekauft habe, hatte ich das Bild einer der ersten Frauenrechtlerinnen vor Augen, die sich gegen verstaubte gesellschaftiche Konventionen durchsetzen muss (diesen Eindruck hatte ich zugegebenermaßen als ich gelesen habe, dass die männlichen Kritiker zur Zeit der Veröffentlichung das Buch vollständig verrissen haben.) Obwohl es toll ist, dass die Protagonistin sehr intelligent ist und äußerst selbstbewußt agiert, kommt sie leider an viel zu vielen Stellen mit ihrem übertriebenen Maß an Gläubigkeit, christlichen Moralvorstellungen und ihren (ständigen) Predigten hierüber nicht gerade sympatisch rüber (es nervte eher). Manchmal hatte ich Probleme sie mir als tolle und selbstbewußte junge Frau vorzustellen, mit der man sich identifizieren kann. Im Gegenteil hatte ich oft eher eine vertrocknete und steife Matrone vor Augen, mit der man auf gar keinen Fall befreundet sein möchte.

Aber insgesamt lohnt es sich, den Roman zu lesen. Zeigt er doch die Gedanken- und Moralwelt dieser Zeit und den Versuch von Bronte, die offenkundigen Ungerechtigkeiten in diesem System anzuklagen.
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am 28. Juli 2009
Der gleichförmige Alltag in einem kleinen Ort wird von der Ankunft der geheimisvolen Helen Graham unterbrochen, die mit ihrem kleinen Sohn Arthur in den halbverfallenen Landsitz Wildfell Hall einzieht. Sie entzieht sich dem neugierigen Gerede und weigert sich, ihren neuen Bekannten mehr über sich zu erzählen.

Erst als sie sich in den Gutbesitzer Gilbert Markham verliebt und dieser ihre Tagebuchaufzeichnungen mit ihrer Erlaubnis liest, erfährt der Leser das Ausmaß ihrer schrecklichen Lebensgeschichte.

Der 1848 ist ein eindringliches Plädoyer für die Rechte der Frau in Ehe und Gesellschaft. Anders als ihre beiden wildromantischen Schwestern, ist Anne Bronte eher ein stiller, aufmerksamer Beobachter und viel sozialkritischer. Ein bis dahin tabuisiertes Thema wird Zentrum einer spannenden Handlung: der Anspruch der Frau auf Selbstbestimmung in der Ehe und in der Gesellschaft.Zu seiner Zeit revolutionär, da das Idealbild der viktorianischen Frau mit Kinder-Küche- Kirche beschrieben werden kann.
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am 13. Juli 2009
"Die Herrin von Wildfell Hall" war nach der "Sturmhöhe" und "Jane Eyre" mein dritter Roman von einer der Brontë-Schwestern, und ich bin froh, dass es so war und nicht anders. Hatte mich nämlich die Sturmhöhe noch im Sturm genommen, war ich von Jane Eyre ein wenig enttäuscht. Dieser Roman hier ist nun für mich wieder eine echte Freude gewesen.
Erzählt wird die Geschichte einer Frau, die im viktorianischen England den starren Standesvorschriften trotzt und sich einzig ihrem eigenen Gewissen und Gott verpflichtet sieht. Eine ziemliche Sensation für die damalige Zeit!

Die schöne Helen Graham bezieht - offenbar verwitwet - mit ihrem Sohn das düstere, verlassene Herrenhaus Wildfell Hall und zieht sofort die Neugierde ihrer neuen Nachbarn auf sich. "Wer ist sie?" "Was treibt sie hierher?" "Warum lebt sie so zurückgezogen?" Und bald schon wird sie von den Tratschsüchtigen geradezu heimgesucht: Ein Besuch jagt den nächsten, eine Einladung folgt der anderen auf dem Fuße. Helen erträgt all das mit einer Mischung aus stoischer Ruhe und bestimmter, würdevoller Zurückhaltung, was den bigotten Klatschbasen des Dorfes verdächtig erscheint. Sie beginnen, sich das Maul über die schöne Fremde zu zerfetzen, ihr die unschicklichsten Dinge anzuhängen. Nur der junge Grundbesitzer Gilbert Markham, von der geheimnisumwitterten Aura Helens magisch angezogen, verteidigt sie gegen die Anfeindungen und bietet ihr demonstrativ seine Freundschaft an. Als diese schließlich zu tiefer Liebe wird, zieht sich Helen immer mehr zurück und verlangt von ihm, sich aus ihrem Leben zu entfernen, sollte er nicht zu einer platonischen Freundschaft fähig sein. Doch Gilbert wagt immer wieder Vorstöße, bis Helen ihm schließlich ebenfalls ihre Liebe gesteht, ihm aber gleichzeitig zu verstehen gibt, dass diese Liebe niemals im Diesseits Erfüllung finden kann. Damit er ihre Beweggründe versteht und nicht an ihrer Ehrenhaftigkeit zweifelt (immer wieder kommen Gerüchte auf, Helen würde mit ihrem Vermieter anbandeln, und Gilbert belauscht sogar einmal ein Gespräch zwischen den beiden, das diesen Tratsch zu bestätigen scheint, was ihm fast das Herz bricht), übergibt sie ihm ihre Aufzeichnungen, ihr Tagebuch. In diesem nun erlebt Gilbert - und mit ihm der Leser - die Wandlung der Helen von einem naiven Mädchen zu einer starken, unbeugsamen Frau, die unter den Unbilden eines kalten und harschen Ehelebens zu leiden hatte, dabei aber wie eine Schneerose sie selbst und vor allem: am Leben blieb - und letztlich aus jenem Eheleben floh, um das Leben ihres Kindes zu retten.
Nach der für ihn überaus bewegenden Lektüre kehrt Gilbert zu Helen zurück, um sie noch einmal seiner tiefen und unsterblichen Liebe zu versichern, doch sie schickt ihn fort und verlangt von ihm, dass er sein Leben lebe und sie, die noch immer Verheiratete, vergesse; dass er nie mehr bei ihr auftauche, damit ihnen beiden nicht das Herz unnötig schwer gemacht werde: Ihr Glauben an die Gesetze Gottes und ihr Gewissen lassen nicht zu, dass sie eine Beziehung zu Gilbert eingeht. Bald darauf verlässt sie Wildfell Hall und kehrt zu ihrem Mann zurück. Hat sie etwa doch noch Gefühle für ihn, oder kann Gilbert doch noch hoffen?

Der Roman hat im Mittelteil eine Schwäche, die aber irgendwie auch eine Stärke ist: er verlässt den Ich-Erzähler Gilbert, der einem gerade richtig ans Herz gewachsen war (und dem man gerade nicht mehr anmerkte, dass er ein Mann aus der Feder einer SchriftstellerIN ist), um plötzlich Helen als Ich-Erzählerin ihres (sehr langen) Tagebuchs zu präsentieren. Das hat den Nachteil, dass man sich erst einmal ein wenig verlassen fühlt, und einige Zeit braucht, um mit der anfangs doch sehr naiven Helen warm zu werden. Es hat aber auch den Vorteil, dass man einen tiefen Einblick in das Leben einer Frau in der Mitte des 19. Jahrhunderts erhält. Ganz erstaunlich fand ich den klaren Realismus, dessen sich Anne Brontë hier bediente. Kaum etwas wird verschleiert, vieles beim Namen genannt. Das war ein echtes Novum in der damaligen Literatur. Heute schockiert das Eheleben der Helen freilich nur noch wenig (wenngleich man freilich schon mit ihr leidet, wenn sie von diesem verdammten Taugenichts von einem Ehemann verhöhnt und betrogen wird!) - und das Tagebuch war mir auch ein wenig zu lang. Aber für jede der wenigen Minuten, die bei der Lektüre in Ungeduld vergingen, entschädigt das Ende des Romans überreichlich: Ich weiß gar nicht, wann ich das letzte Mal so romantisch ergriffen war bei der Lektüre eines Buches, dass ich direkt ein Freuden-Tränchen im Knopfloch hatte und mich breit grinsend mitfreute, als die Geschichte zu ihrem Ende gebracht wurde.

War die "Sturmhöhe" von Emily für mich ein vor Leidenschaft überbordender Schauerroman, und war "Jane Eyre" von Charlotte für mich ein nicht ganz homogener Mix aus Bildungs-, Schauer- und Gesellschaftsroman, ist "Die Herrin von Wildfell Hall" von Anne Brontë ein reiner Gesellschaftsroman, der zwar weniger spektakulär, aber dafür um so überzeugender daherkommt. In meiner Vorstellung sitzt er zwischen den beiden berühmteren Werken, umarmt sie liebevoll und wartet bescheiden darauf, dass auch Sie ihn entdecken...
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am 13. Juli 2010
Ich bin seit eben durch und bin durchweg begeistert. Das Buch hat mich gefesselt wie schon lange keins mehr und es gehört definitiv zu den besten Büchern, die ich jemals gelesen habe. Emily war schon gut, Charlotte hat mich begeistert, aber Anne hat mich einfach mitgerissen. Ich konnte das Buch fast nicht aus der Hand legen. Dabei habe ich es doch nur einem glücklichen Zufall zu verdanken, dass ich das Buch überhaupt angefangen habe zu lesen. Eigentlich hatte ich im Moment so gar keine Lust auf Klassiker, aber ich habe beim durchzappen eine Verfilmung von diesem Buch gefunden und bin hängengeblieben. Da ich den Film nicht übel fand hat er mir Geschmack auf mehr gemacht. Ich habe es nicht bereut es gelesen zu haben, im Gegenteil ich würde es tief bereuen müssen, wenn ich es nicht gelesen hätte. Aber genug des weitschweifigen Überschwangs...
Wie erwähnt das Buch hat mich von der ersten bis zu letzten Seite gefesselt, es ist in einer, gerade wenn man die Zeit betrachtet in der es entstand, angenehmen und recht verständlichen Sprache geschrieben. Gerade im Bezug auf ihre Schwester Emily fiel es mir hier viel leichter in den Lesefluss zu kommen. Ich konnte mit Helen richtig mitfiebern und wenn ich ihre Auffassung auch nicht immer selbst vertreten hätte, so konnte ich sie doch zu jeder Zeit vollends nachvollziehen. Mir wäre nie in den Sinn gekommen zu einem solchen Ekel von Ehemann zurück zu gehen, sei meine Tat dadurch auch noch so nobel. Aber die Zeiten sind heute andere und die Prinzipien im allgemeinen wohl auch. Die Herrin von Wildfell Hall hat alles was ein guter Roman für mich haben muss, Spannung, Sehnsucht, Charaktere mit denen man sich idetifizieren kann, guter Lesefluss, ein realistisches, vielleicht besser ein ausgewogenes, Maß an Freude und Leid und nicht zuletzt ein versöhnliches Ende.
Allgemein ist es sehr bedauerlich, dass die Bronte-Schwestern alle nicht so alt wurden und es meiner Meinung nach viel zu wenige Bücher von ihnen gibt.

Fazit: Für mich ein "perfekter" Roman. Es gibt nicht eine Sache die mir negativ aufgefallen ist. Somit bleibt mir nichts anderes zu sagen als 5 von 5 Punkten. Und, tut mir leid für Charlotte, aber Anne hat sich, zumindest nach jetzigem Stand, als meine Lieblings-Bronte erwiesen.

Ich habe wie "IronCrane" erst Sturmhöhe, dann Jane Eyre und nun die Herrin von Wildfell Hall gelesen und kann seine/ihre Meinung nicht teilen bezogen darauf in welchem Maße mir die einzelnen Bücher gefallen haben. Ich habe es so empfunden, dass es von Buch zu Buch immer besser wurde, aber das wird wohl Geschmackssache sein.
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am 1. Februar 2013
Nach ihrem abschreckend schlechtem "Agnes Grey", hat mich dieses Buch von Anne Bronte richtig verzaubert!
Eine Frau mit einem kleinen Sohn lässt sich in einer abgeschiedenen Gemeinde nieder.
Sie birgt ein düsteres Geheimnis.
Und der Nachbar verliebt sich in sie...herrlich!!
Wenn der Roman auch nicht ganz an "Jane Eyre" heranreicht, möchte ich ihn gerne zwischen 4 und 5 Sternen ansiedeln.
Man kann nicht mehr aufhören, es zu lesen, es ist fesselnd und spannend, mit überraschenden Wendungen erzählt.
Sehr schön gelungen ist die zarte zaghafte Annäherung der beiden Hauptfiguren, und auch,
wie die Gemeinde sich immer mehr gegen die Herrin von Wildfell Hall verbündet,
weil sie so gar nicht in das kleine verschlafene Örtchen passt und zudem einfach nicht preisgeben will, wer sie ist und woher sie stammt.
Typisch die Raatschweiber und Klatschbasen vom Land eben!

Da ich auch auf dem Land wohne, in einem ebenso versteckten Dörfchen,
kenne ich dieses Problem nur zu gut und finde die Story daher absolut authentisch!!
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