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Kundenrezensionen

3,6 von 5 Sternen
7
Meine Geschichte: Das Journal 1881 bis 1897 (insel taschenbuch)
Format: Taschenbuch|Ändern
Preis:14,00 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime


am 28. Februar 2011
"Kaminsimse aus unpoliertem Schiefer reinigt man am besten, wenn man sie mit Milch abwäscht."
Weisheiten wie diese stapeln sich im Journal der jungen Miss Potter, die für ihre reizenden schriftstellrischen und illustratorisch Fähigkeiten bis heute hoch gelobt wird.
Ich bin selbst Illustratorin, verehre Beatrix Potter als Künstlerin sehr und ich wollte schon lange mal ihr Journal lesen. Ich bin diesbezüglich anfangs etwas enttäuscht worden. Die erste Hälfte des Buches ist sehr nüchtern und Beatrix hat für mich persönlich eine etwas unzugängliche Art. Gegen Mitte des Buches hatte ich jedoch plötzlich das Gefühl, ich würde diese Frau allmählich begreifen und das war bei mir der Punkt, wo ich plötzlich faziniert war.
Da man immer wieder hört, wie sehr sie an Tieren und ihren erdachten Tierfiguren hing, sie sogar als ihre Freunde bezeichnete, habe ich gedacht, ihr Journal führt mich in eine Art Wunderland ihrer Kreativität und Fantasie. Was sie bewegt hat, was sie zu ihrer Kunst getrieben hat, welche Gefühle, Motivationen und Gedanken diese Frau mit sich herumgetragen hat....leider beantwortet das Journal nicht wirklich etwas davon.

Es beginnt mit einer ca 36 Seiten langen Einführung über das Leben von Beatrix, dabei wird nicht etwa darauf eingegangen, was sie wann herausragendes geleistet hat, sondern hauptsächlich, wann sie wo gewohnt und Urlaub gemacht hat. Einige Verwandtschaftsbeziehungen werden erklärt, aber das alles bleibt so unübersichtlich und voller Namen und Ortsbegriffe, dass man es nach zwei weiteren Seiten bereits alles vergessen hat. Es ist einfach eine Namenflut, wobei ich denke, dass eine Art Register, wo man nochmal schnell nachkucken kann, wer wer war oder eine Art Stammbaum sicher mehr geholfen hätte die Familienzusammenhänge zu begreifen. Der Verlag hielt es dabei sogar für nötig extra anzumerken, dass man auf ein Register absichtlich verzichtet hat...warum bitte das? Ich halte das bei all den Leuten schon für sinnvoll.
Auch eine kleine Karte von England wäre nett gewesen, weil ich aus dem Kopf gar nicht weiß, wo die angegeben Orte sich auch nur im geringsten befinden und da nochmal im Atlas oder im Internet nachschlagen während man abends im Bett liest macht doch niemand.
Das Vorwort ist übrigens sehr nüchtern und trocken geschrieben und so in Schachtelsätze eingeteilt, dass ich einige Seiten zweimal lesen musste, weil ich so oft den Faden verloren hab. Auch da wäre ein Lexikon wieder hilfreich, weil sich der Autor anscheinend gerne schwieriger Wöter bedient.

Dann folgen ein paar Seiten von Leslie Linder, dem Mann, der den Code von Beatrix Tagebuch geknackt hat und seine Erklärungen diesbezühlich. Das ist dann schon interessanter. Schön wäre vielleicht noch gewesen, wenn ein Foto einer Originalseite abgedruckt wäre. So hat man immer das Gefühl, er redet über was, was man nicht richtig nachvollziehen kann, weil man es selbst nicht gesehen hat.

Dann kommen ein paar schwarz-weiß Fotografien von Beatrix und ihrer Familie, sowie Verwandten und Bekannten. Auch ein Bild von Beatrix Elternhaus und einige Bilder vom Lake District, wo sie den Rest ihres Lebens verbrachte sind dabei.Es handelt sich leider meist um gängige Bilder, die man auch im Internet zu Hauf schon gesehen hat. Da hätte ich mir mehr gewünscht.

Auf Seite 49 beginnt schließlich ihr Tagebuch. Beatrix berichtet von Geschichten ihrer Großmutter, wann sie wie in welchen Ort gefahren ist (gern auch mal die Preise der Pferde oder Kutschfahrten), wer wo welches Haus gekauft hat und wo eingezogen ist.
Bis auf einer Zuneigung zu älteren Menschen, vor allem zu ihrer Großmutter, und teilweise sehr liebevoll und poetisch geschilderten Beschreibungen von Natur und schönen Häusern oder Möbeln bringt Beatrix sehr wenig Leidenschaft in ihren Worten zum Ausdruck. Man hat eher das Gefühl, man liest einen Reisebericht anstatt einen Einblick in die Gefühlswelt einer jungen Frau Ende des 18 Jahrhunderts zu bekommen.
Des öfteren schreibt sie ganz witzige Geschichten aus dem Ort oder Gerüchte auf, größtenteils mit sehr makaberem Inhalt, die aber ganz unterhaltsam sind ("Die Behörden sammeln von den Straßen und Mülleimern in einem Jahr sieben Tonnen tote Hunde und dreizehn Tonnen tote Katzen").
Politisch ist Beatrix sehr interessiert, und berichtet auch ständig über politische Erreignisse und ihre Meinug zu Politikern und Staatsführern. Ich aber bin wirklich nicht genug interessiert und involviert in englische Geschichte um einordnen zu können, was grade passiert ist, oder wer wer war und welche Ansichten er vertat...somit überflog ich beim lesen meistens diese Passagen, weil ich sie langweilig fand.
Ich fand es viel interessanter zu lesen wenn sie mal eine Ausstellung besucht hat und sich über verschiedene Künstler auslies. (Trotz dessen, dass ich mich für Kunstgeschichte interessiere, kannte ich kaum jemanden davon und somit blieb das Verständnis über die Empörung oder Begeisterund für diesen und jenen Künstler wieder aus.)
Manchmal berichtet sie vom Kunstunterricht, den sie hat und ihren Bemühungen beim zeichnen,aber diese Bemerkungen sind recht rar dafür aber sehr einprägsam und menschlich.
Anfangs tauchten für mich nur wenig interessante Geschichten auf. Wie ihr Vater z.B. Oscar Wilde auf einer Gesellschaft getroffen hat und dieser nun ganz und gar nicht dem Bild entsprach, das Beatrix von ihm hatte.
Richting interessant wurde eserst als sie beschreibt, wie ihre ersten Versuche aussahen als Künstlerin bei Verlagen Fuß zu fassen indem sie Postkarten an sie verschickte. Dann geschieht auch plötzlich mehr in Richtung Kunst. Sie berichtet von ihrem Kaninchen, Benjamin Bouncer, das sie oft zeichnt oder von ihren Inspirationequellen wie dem Buch von Jemima Blackburn. Von da an konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Schon irgendwie merkwürdig, dass diese grandiose Frau ähnliche Gedankengänge wie heutige Illustratoren hatte.

Gefühle von Beatrix bekommt man nur ganz selten mit und werden höchsten zwischen den Zeilen mal angedeutet.
Aber je älter Beatrix wird, destomehr zieht einen das Buch in seinen Bann und desto mehr beginnt man zu verstehen, wie sie tickt. (Nur mal so am Rande: Ich habe mir danach mal den Film "Miss Potter" auf English angesehen und ich muss sagen, dass man schon mit Bedacht viele Dialoge umgesetzt hat, die im Deutschen leider nicht so rüberkommen. Ich kenne den Film wirklich auswendig aber mit dem ganzen Hintergrundwisen über Beatrix konnte ich vieles viel besser verstehen und einordnen)

Ihre Sprache liest sich sehr gut. Flüssig und nicht zu veraltet. Man kann vielleicht noch anmerken, dass viele englische Begriffe auftauchen, die man erstmal nachschlagen muss, weil man es anscheinend nicht als nötig betrachtet hat, diese sinngemäß zu übersetzten oder in einer Fußnote anzumerken, was es damit auf sich hatte.
Zusätzlich bleibt mir noch zu sagen: Es wird im Buch so oft darauf hingewiesen, das Beatrix niemals wollte, das ihr Journal von jemanden gelesen wird und obwohl ich bis zur Hälfte des Buches keine wirklich intimen Gedanken bis auf eine politische Meinung vielleicht)gefunden habe, hinterlässt es doch ein mulmiges Gefühl bei mir zurück, etwas zu lesen, was eine Künstlerin, die ich sehr bewundere niemals hergegeben hätte.

Es ist ein Buch einer Frau, mit der man sich gedanklich beschäftigen muss, für mich kein Buch, was man einfach so runterliest. Wer nicht gerade begeistert von englischer Politik/Geschichte oder so wie ich, total besessen von dem Thema Beatrix Potter ist, wird das Buch sicher langweilig finden.
Für alle Fans, die sich für die wichtisten Daten in ihrem Leben interessieren und auch gerne mal ihre Kunst fernab von Peter Hase, Benjamin Kaninchen und Co. bewundern wollen, kann ich das englische Buch "Beatrix Potter- artist & illustrator" von Anne Stevenson Hobbs wärmstens empfehlen.
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am 12. September 2012
Beatrix Potter war eine talentierte, kreative und naturverbundene Frau, die wunderschöne Zeichnungen und Kindergeschichten erschaffen hat. Mit ihrem "Peter Hase" und mit vielen anderen kleinen Tierchen bleibt sie uns in Erinnerung. Von 1881 bis 1897 hat sie eine Art "Tagebuch" geführt. Darin schrieb sie akribisch ein Protokoll ihrer Ausflüge und Reisen, vom politischen Alltagsgeschehen und von ihren Verwandten und Bekannten. Die junge Frau hat es verschlüsselt aufgeschrieben, so dass es erst durch die müheselige Arbeit eines Sammlers Mitte des letzten Jahrhunderts ins Englische übersetzt werden konnte. Das "Journal", wie sich diese Ansammlung von Sätzen nennt, war nicht für die Augen der Öffentlichkeit gedacht. Und so mutet es beim Lesen auch an. Es ist ein Protokoll, ohne Höhen und Tiefen, ohne Gefühle, von Orten, die ich nicht kenne und von Leuten, die heute niemand mehr kennt. Anhand von Fußnoten, eines Stammbaumes, einer kurzen geschichtlichen Zusammenfassung oder zumindest einer schlichten Erläuterung hätte man dem Leser die Lektüre dieser Aneinanderreihung von Fakten erleichtern können. Aber der Übersetzer ist so nett und erklärt dem verdatterten Leser auf der letzten (!) Seite, dass das Buch ja gar kein historisches Dokument darstellt und deshalb auf sämtliche Hilfestellungen verzichtet wird. (Was es statt dessen sein soll, sagt er, bzw. sie auch nicht.) Sprich: Es wurde sich Zeit gespart - man bringt ja das Buch auch so an den Leser. Der Herausgeber hat sich darüber vermeintlich mehr Sorgen gemacht, ob das Ganze überhaupt zu Lesen ist, und einfach mal so flugs ganze Absätze aus den Originaldokumenten gestrichen, an Stellen, an denen er (!) meinte, es sei angebracht. Erklärungen, Fußnoten etc. wären besser gewesen!
Beatrix Potter kann da nichts dafür. Man hat ihre protokollarischen Aufzeichnungen zu einem Buch gemacht. Sie hat sie nur für sich geschrieben. Nur weil sie schöne Kindergeschichten und Zeichnungen geschaffen hat, muss man nicht jedes Wort von ihr veröffentlichen. Zur Hilfe einer gut ausgearbeiteten, recherchierten Biographie eignet sich das "Journal" sicherlich sehr gut und in Auszügen daraus zu rezitieren, mit hilfreichen Erläuterungen, hinterlässt es bestimmt ein aufschlussreicheres Bild von Mrs. Potter.
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VINE-PRODUKTTESTERam 11. Dezember 2009
"Ich weiß noch, dass ich halb an Elfen glaubte und ganz mit ihnen spielte, als ich ein Kind war. Welcher Himmel kann wirklicher sein, als sich die Geisterwelt der Kindheit zu bewahren und sie durch Wissen und gesunden Verstand zu mäßigen und aus zu gleichen und nicht weiter das Entsetzen zu fürchten, welches fliegt zur Nacht, doch wahrhaft zu fühlen und ein wenig zu verstehen, ein ganz klein wenig, von der Geschichte des Lebens." (Beatrix Potter, 17. November 1896).

Wem kommen nicht die putzigen und possierlichen Kleintierzeichnungen in den Sinn, wenn er den Namen Beatrix Potter hört? Mit den niedlichen, ansprechenden Kinderbüchern verbindet man noch immer Poesie und Liebreiz. Doch was weiß man über die außergewöhnliche Schöpferin dieser liebenswerten Gestalten?
Bereits sieben Jahre nach dem Tod der weltberühmten Schriftstellerin fand man Tagebuchaufzeichnungen, die Beatrix Potter seit ihrem sechzehnten Lebensjahr geführt hatte. Dieses Tagebuch war in einer eigenen Codeschrift verfasst und war offensichtlich nicht zur Veröffentlichung bestimmt. Doch der findige Forscher, Leslie Linder, ließ sich nicht beirren und entzifferte und veröffentlichte schließlich das Journal von 1881 bis 1897, welches die faszinierende Entwicklung eines jungen Mädchens mit wacher Beobachtungsgabe zur disziplinierten Stilistin im Alter von etwa dreißig Jahren. Es war eine Zeit der Veränderungen, die das Leben des sehr behütet aufgewachsenen Mädchens beeinflussen. Somit wird dem Leser auch ein einmaliger Blick auf die viktorianische Gesellschaft ermöglicht.
Der Band beginnt mit der Einleitung von dem Herausgeber Glen Cavaliero, der ein wenig auf die allgemeine Stimmung zu Lebzeiten der jungen Beatrix eingeht, die Familiengeschichte im Besonderen erläutert und auch auf die bemerkenswerten Leistungen des Potter-Forschers, Leslie Linder, eingeht. Außerdem berichtet er über den Rahmen des Journals hinaus, wie es dann mit Miss Potter weiterging.
Dann folgen relativ kurze Erläuterungen von Leslie Linder selbst, in denen er den Kode und seine Entzifferung erläutert.
Besonders freuen kann man sich dann über die Betrachtung einiger Schwarz-Weiß-Bilder, die Potter in verschiedenen Lebensstationen zeigen. Außerdem gibt es auch eine Ansicht der Hill Top Farm in Sawrey zu betrachten, wo die Schriftstellerin glückliche Jahre verbrachte.
Dann folgt das angekündigte Journal, das durch den lebhaften Stil seiner Verfasserin sehr flüssig zu lesen ist. Beatrix innere Kämpfe mit der strengen Zeichenlehrerin sind ebenso nachvollziehbar, wie ihre Freude über Besuche in sehenswerten Bildergalerien und Ausstellungen. Mit der phantasielosen, strengen Mutter hatte es die geistig lebendige, junge Frau nicht leicht, aber meist nimmt sie die schwierigen Situationen mit trockenem Humor. Die Beschreibungen ihres geliebten Kaninchens sind fast so anziehend wie ihre Zeichnungen. Da die niedergeschriebenen Gedanken nicht für die Öffentlichkeit bestimmt waren, kann man sich über die freimütigen Äußerungen über das Königshaus, Politik und angesehene oder auch eher unbekannte Persönlichkeiten freuen.
Als Bonus gibt es noch zwei zusätzliche Dokumente. "Erinnerung an Camfield Place" und "Die einsamen Berge".
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am 11. Juli 2013
Guten Mutes machte ich mich trotz Warnungen über dieses Buch her, denn Beatrix Potter war wirklich eine faszinierende Frau. Leider habe ich aber nur die Hälfte des Buches durchgehalten, und dann nur noch Seiten-Hopping gemacht, mal da, mal dort weiter gelesen. Einerseits ist es interessant und aufschlussreich, was sie schreibt, über sich selbst und das Leben jener Zeit. Andererseits ist es extrem anstrengend zu lesen, da manche Informationen nur angerissen sind bzw. kein Bezug für den Leser besteht, über welche Personen sie gerade schreibt. Ich kann dieses Buch nicht empfehlen. Es war eben nur für Miss Potter selbst bestimmt, ihr Tagebuch, nicht für uns Neugierige.
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am 21. August 2013
Ich bin total von diesem Buch fasziniert...ich mag die Lebensgeschichte von Beatrix Potter...hab dazu den wunderbaren Film gesehen und Bilder sowie Bücher ihrer Tiergeschichten gesammelt. Man wird in eine wunderbare Zeit und Welt verzaubert.
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am 30. Juni 2013
Eine sehr interessante Frau und in diesem Buch erfährt man mehr über ihren langen Weg in die Autonomie, wie sie sich über die damaligen Traditionen und Restriktionen, denen die Frauen damals vor (über) 100 Jahren unterworfen waren, langsam und allmählich freigeschwommen hat.
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am 18. Februar 2010
Der Leser taucht in diese Zeit ein und es wird sehr realistisch geschildert, welche Probleme die Gesellschaft Englands insgesamt hatte. Es öffnet sich ein Zeitfenster und die letzten 20 Jahre des 19. Jahrhunderts werden von Beatrix Potter aus ihrer Mikrosicht geschildert, dass man das Gefühl bekommt, man nimmt Teil an Ihrem Leben, ihren Sorgen, Nöten und Freuden und den Problemen Englands und seiner Gesellschaft.Meine Geschichte: Das Journal 1881-1897 Hubertus Busse
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