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am 23. Oktober 2012
Man muß es leider in aller Deutlichkeit aussprechen: Fi-Di war ein genialer Sänger, später auch ein hinreißender Operndarsteller. Eine Jahrhundertfigur. Dem deutschen "Lied" verschaffte er Weltgeltung, in einem vorher nicht gekannten Maße.
Als Schriftsteller jedoch ganz unfähig, Gedanken zu entwickeln, Sätze aufeinander zu beziehen, Begriffe auszuarbeiten. Seine Rezensionen, z.B. in FAZ und anderswo - quälende Lektüren, geradezu beschämend für seine Fans. Ohne seinen großen Namen wäre er gewiß nicht publiziert worden.
Sehr rätselhaft diese Diskrepanz von Musikalität und schriftstellerischer Impotenz. Wer vermag ein solches Phänomen zu deuten?
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am 9. Mai 2009
Ein Nachschlagewerk über Schuberts Lieder gibt es.
Es ist leider in Englisch und heißt: The Schubert Song Companion.
Incipit, Text (leider eine englische Übersetzung) und Kommentar jedes einzelnen Liedes ist drin vorhanden.
Nun, Fischer-Dieskau hat nicht, wie anderswo geschrieben "alle" Lieder Schuberts aufgenommen (die "weiblichen" Lieder sowieso nicht, etwa "Gretchen am Spinnrade", "Die Junge Nonne" oder "Ellens Gesang III" besser als "Ave Maria" bekannt). Von den "männlichen" Liedern hat er auch einige ausgeschlossen (Adelwold und Emma z.B., das längste Schubert-Lied überhaupt).
Seine Anmerkungen über Schuberts Lieder sind interessante Kommentare aus der Sicht des Interpreten. Allerdings erinnert vieles, was man über die Lieder liest, sehr stark an das, was man in Capells Buch findet (1928 veröffentlicht), so daß man in gewissen Fällen von einer Übersetzung Capells sprechen kann (s. "Im Fühling" oder "Wie Ulfru fischt" z.B.).
Manch faktuelles Detail hingegen ist frei erfunden (zB daß Vogl und Schubert vor Hummel "Schiffers Scheidelied" vorgetragen hätten).
Es sind denn Didaskalien über Schuberts Lieder von deren (zu Recht?) bekanntesten Interpreten.
Nun, Gerald Moore als Begleiter hat auch über Schuberts Lieder geschrieben. Und er hatte wenigstens Humor.

Nachtrag: ein Nachschlagewerk gibt es jetzt auch auf Deutsch: Schubert-Liedlexikon. Incipit, Text (bei den langen Balladen ggfalls abgekürzt) und Kommentar jedes Liedes geordnet nach D-Nummern.
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am 25. Oktober 2008
Dietrich Fischer Dieskau hat alle Schubert-Lieder eingespielt, in den siebziger mit Gerald Moore.

Mit machen Werken hat er über Jahrzehnte gelebt. Seine erste Winterreise stammt von 1948.

Fischer-Dieskau war nie nur ein Sänger. Schon in den fünfziger Jahren machte er in Berlin für einen kleinen Kreis informative Abende, in denen er über Musik sprach.

Nicht umsonst der Sohn eines Oberstudiendirektors.

Deswegen hatten auch seine Liedprogramme einen didaktischen Charakter, etwa seine regelmässigen Liederabende bei den Salzburger Festspielen.

Von daher ist es nur folgerichtig, dass Fischer Dieskau auch über Musik schreibt.

Gibt es einen Berufeneren als ihn, über die Lieder Schuberts zu schreiben ?
Jemand, der sich mit dem Gehalt dieser Lieder wie kaum einer sonst auseinandergesetzt hat.
"Schubert verstand es, in der Musik die Worte eines Gedichtes zu vertiefen und mit neuem Sinn uns neuer Bedeutung zu erfüllen. Dietrich Fischer-Dieskau hat in vielen Jahren Schuberts Lieder vor immer begeistertem Publikum gesungen. Er zeigt in diesem Buch, daß die Lieder gleichzeitig die Geschichte von Schuberts Leben sind, Entwicklungsstufen und Umständen dieses Lebens spiegeln. Doch dieses 'Lied-Porträt' ist auch ein Nachschlagewerk, das um leichte Auffindbarkeit bemüht ist. Die Ziffern des Deutschverzeichnisses erscheinen zur besseren Handhabung als Marginalien am Rand. " So die Verlagsbeschreibung.

Ich denke, es ist sehr bereichernd, diese Lieder von einem Interpreten vorgestellt zu bekommen, der, wie kein zweiter, sich mit dem Liederschaffen von Franz Schubert beschäftigt hat.
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am 13. August 2008
Schubert und seine Lieder aus der Sicht des Musikers. Sehr angenehm im Vergleich zu den vielen kalt-analytischen Werken. Ein Buch für Schubert-Liebhaber. Keines für Studenten.
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am 15. Juni 2008
Ich hatte mich vom der Beschreibung des Buches leiten lassen und hatte auch ein Nachschlagewerk erwartet.

Ich bin jedoch enttäuscht worden.

Manchmal sind zu einem Lied auf einer Seite nur wenige Worte zu finden und es sind keine Magnialien verzeichnet, teilweise sind auf sehr vielen Seiten Anmerkungen zu finden, jedoch meist nur kurze Sätze oder wenige Worte.

Wer mehr über Schubert, seine Lieder und sein Leben aus der Sicht eines wirklich hervorragenden Interpreten seiner Lieder lesen möchte, mag dieses Buch von Anfang bis Ende lesen.

Als Nachschlagewerk ist dies jedoch in keiner Weise zum empfehlen. Liedertexte sind gleichfalls nicht vorhanden, also eher eine lebendige Lebens- und Werkbeschreibung Schuberts.

Da in der Kurzbeschreibung mehr versprochen als gehalten wurde,
nur 1 Stern, ansonsten ein interessantes Buch für den der andere Erwartungen hat.
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am 22. November 2009
Fischer-Dieskaus Auseinandersetzung mit dem Schubertschen Liedmaterial ist hervorragend. 500 spannende Seiten vollgepackt mit Informationen über das Leben und Wirken des grossen Komponisten.
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