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am 26. Dezember 2002
Das Buch "Der Plan Gottes" stellt den Leser angesichts der kaum überschaubaren Datenfülle vor keine einfache Aufgabe. Auch als Rezensent ist man zuerst etwas ratlos, wie man in wenigen Absätzen den relativ komplizierten und ziemlich verschachtelten Inhalt des Werkes, das thematisch von Heisenbergs Unschärfeprinzip bis hin zur Künstlichen Intelligenz reicht, am besten beschreiben soll. Ich versuch's mal so: Die Existenz unseres Universums wird durch eine Fülle von Naturgesetzen (und naturgesetzlichen Beziehungen) geregelt. Dazu gehören zum Beispiel die Lichtgeschwindigkeit, das Masseverhältnis zwischen Protonen und Elektronen sowie die gewissermaßen am "seidenen Faden" hängende Umwandlung von Helium zu Kohlenstoff im Innern der Sterne. Schon kleinste Änderungen dieser Konstanten und Prozesse hätte fatale Folgen: Unser Kosmos wäre eine Totgeburt, eine unendliche Leere voller Strahlung, aber ohne Galaxien und Sterne. Denkbar ist auch ein Modell, in dem Sterne zwar existieren, aber so kurz (einige tausend Jahre), dass sich Leben nicht entwickeln könnte. Zum Glück jedoch gehören wir zu einem Universum, das offenbar dafür prädestiniert ist, biologische Systeme zu schaffen und zu erhalten - dank einiger merkwürdiger "Startbedingungen", die zusammengenommen wesentlich unwahrscheinlicher sind als sechs Richtige im Lotto.
Diese Startbedingungen (Anfangsparameter) sind zwar noch nicht restlos bekannt bzw. erforscht, aber eine Aussage darüber lässt sich trotzdem treffen: Das Universum handelt offenbar nach einem anthropisches Gesetz - wie ein Computer, dessen Aufgabe es ist, ein "intelligentes", sich selbst regulierendes Programm zu schaffen. An dieser Stelle der Gedankenkette taucht automatisch die Frage nach dem Programmierer auf. Also die Frage nach Gott, nach einem höheren Prinzip oder wie immer man es nennen möchte. Diese Annahme wäre kaum zu widerlegen, wenn das Universum wirklich ein einzigartiges und isoliertes System ist. Doch in der Kosmologie und in der theoretischen Physik operiert man mit einer nahezu unendlichen Anzahl von Paralleluniversen - Universen, die so zahlreich und vielfältig sind, dass sich unter den x-Billionen "Blindgängern" auch ein paar befinden, die nach den uns bekannten Regeln funktionieren. In diesem Fall jedoch wäre die anthropische Komponente ein Produkt blinder Zufälle. Handfeste Beweise gibt es allerdings weder für die eine noch für die andere Hypothese - höchstens einige grundsätzliche Erwägungen philosophischer Natur.
Das sind kurz gefasst die Kernpunkte, die der bekannte Physiker Paul Davies in seinem Werk behandelt. Auf dem Weg dorthin unternimmt er mehr oder minder ausgedehnte Streifzüge durch Theologie, Erkenntnistheorie und Quantenphysik (sowie durch ein halbes Dutzend weiterer wissenschaftlicher Disziplinen). Ein bisschen hat das Ähnlichkeit mit einem Herumreden "um den heißen Brei", aber Davies ist offenbar ein sehr methodischer Mensch, der sich nicht vorwerfen lassen will, irgendeinen Aspekt, der das Thema berührt, vernachlässigt zu haben. Sogar der Mystik, die ansonsten im naturwissenschaftlichen Kontext keine Rolle spielt, räumt er eine gewisse Aussagekraft ein. Das Resultat dieser Exkursionen ist durchaus überzeugend, verlangt aber vom Leser ein gewisses Maß an Konzentration und Aufnahmebereitschaft. Somit ist Buch ist eine durchaus lohnende, aber keine leichte Lektüre.
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am 7. März 2009
Laut "New York Times" ist Paul Davies einer "der führenden Wissenschaftsautoren diesseits und jenseits des Atlantiks". Die "Washington Post" schrieb über dieses Buch "Intellektuell redlich und von bravouröser Klarheit". Davies war Professor für theoretische Physik und Mathematik und zählte zu den führenden Wissenschaftlern Großbritanniens. Er hat auf den Gebieten der Grundlagenphysik und Kosmologie geforscht und durch seine Bücher viel internationale Anerkennung geerntet.
Anscheinend haben ihn seine Forschungen nicht dazu gebracht die "These Gott" von der La PLace glaubte sie nicht mehr nötig zu haben, zu den Akten zu legen, sondern ganz im Gegenteil scheint der Kosmos so beschaffen zu sein, dass man aufgrund der Raffinesse und Zweckmäßigkeit etwas mehr als nur Materie und Zufall plus Zeit vermuten muss. Dass intelligente, hochgebildete Menschen immerzu nur nach intelligenten Herkünften von komplexen Phänomenen suchen müssen, damit sie die Welt erklären können, ist ja nicht selbstverständlich.

Davies holt weit aus in seinem Buch, Jahrzehnte des Nachdenkens und Forschens und Theoretisierens und Erkennens und Verwerfens liegen davor. Er äußert sich über Vernunft und Glauben, die sich seiner Meinung nach sinnvoll ergänzen; die Schöpfung des Universums aus dem Nichts, die ohne "Schöpfung" nicht auskommt; die Mathematik und Wirklichkeit, das Begriffspaar, das ja schon Einstein sehr skeptisch sah. Davies befasst sich mit Fragen wie "warum ist die Welt so wie sie ist", anscheinend liegt die Antwort in ihrer erstaunlichen Zweckmäßigkeit; das letzte Kapitel heißt: "Das Geheimnis am Ende des Universums" mit der letzten Frage: Was ist der Mensch?" Wissen wir es jetzt?

Davies möchte auch aufräumen mit der öffentlichen Meinung, dass seriöse Wissenschaft und die Aussagen aus dem Bereich des Glaubens, also Physik und Metaphysik, sich nicht ergänzen könnten, oder dass die Evolutionstheorie jede Diskussion über die Existenz von Sinn und Zweck im Ganzen beendet hätte.
"Die Naturwissenschaft ist weit davon entfernt, die Menschen als zufälliges und nebensächliches Produkt blinder Naturkräfte zu sehen; eher sieht sie in der Existenz bewusster Wesen eine grundlegende Eigenschaft des Universums." Die Wissenschaft bestreitet nicht, dass es hinter der Existenz Sinnhaftigkeit geben kann. Davies widerspricht also vehement der These vom blinden Uhrmacher.

"Meine wissenschaftliche Arbeit hat mich immer mehr davon überzeugt, dass das physikalische Universum genial konstruiert ist." Geist und Verstand hält er nicht für eine zufällige Laune der Natur. Sondern dahinter steckt Methode. Der Mensch ist, so Davies, ein gewollter und wichtiger Bestandteil des Weltganzen. Das klingt wie ein Anschlag gegen die politische "Correctness" der Zweckleugner und Sinnhaftigkeitsverweigerer .

"Obwohl viele metaphysischen und theistischen Theorien gekünstelt oder kindisch erscheinen mögen, sind sie offensichtlich nicht absurder als der Glaube, dass es das Universum gibt und dass diese Form einen Grund hat."
Ganz richtig stellt Davies fest, dass wir Menschen durch eben diese Regeln der Vernunft und Rationalität, die uns nach einer Erklärung der Welt im Sinne eines geschlossenen und vollständigen Systems logischer Wahrheiten überhaupt erst suchen ließen, vom letzten Wissen und den letzten Erklärungen ausgeschlossen sind. Anders gesagt, eine Ameise versteht nur ameisenhaft, Menschern verstehen nur menschenhaft. Nur der Glaube kann sich mit den letzten Dingen befassen. Das fordert aber auf sich in Demut zu üben, im Glauben und in der Wissenschaft!

Es gibt ein Erfahrungshorizont, der nicht den so genannten exakten Wissenschaften erschließbar ist, ein "Verstehen" und "Schauen" im metaphysischen Bereich. Ob dieser Wirklichkeiten entspricht kann nicht verbindlich gesagt werden, weil er jenseits des physisch messbaren liegt.
"Ich kann nicht glauben, dass unsere Existenz in diesem Weltall eine Laune des Schicksals ist, ein historischer Zufall, ein kleines Versehen in dem großen kosmischen Drama. Wir sind zu beteiligt." Das sagt er an einer Stelle, an anderer Stelle widerspricht er sich jedoch wieder. Er ist nicht ganz konsequent in seinen Schlussfolgerungen. Das hat vermutlich damit zu tun, dass er nicht alle Mehrheitsmeinungen einfach über Bord werfen kann. Aber, wenn der Mensch kein Zufall ist, dann muss er geplant sein. Selbst ein Hawking kann es sich nicht verkneifen von einem Plan Gottes zu sprechen, wenn auch nur als Metapher.
Freilich wie sehr wir beteiligt sind, lässt sich nicht sinnvoll messen. "Die Existenz von Geist und Verstand in einem Lebewesen (vermutlich meinte der Autor den Mensch!) auf einem Planeten im Weltall ist sicherlich eine höchst bedeutungsvolle Tatsache....Dies kann keine triviale Einzelheit sein, kein unwichtiges Nebenprodukt sinnloser, zielloser Kräfte. Wir sind dazu da, hier zu sein."
Wer anders als "The Mind of God" wie das Buch im Original heißt, könnte sich das ausgedacht haben? Das ganze weite Universum also doch auf den Menschen hin geschaffen? Ein Wissenschaftler, der sich was traut! Und ich hatte beim Lesen das Gefühl, dass er mehr weiß, als er sagt. Und dass er mehr glaubt, als er weiß!
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am 15. Januar 2007
Dieses Werk versteht sich als Fortsetzung von GOTT UND DIE MODERNE PHYSIK.

Auch hier versucht Davies dem Rätsel unserer Existenz auf den Grund zu gehen. Anhand wissenschaftlicher Theorien und neuster Erkenntnisse wird versucht einen Sinn für die Entstehung des Lebens oder des Universums überhaupt zu finden. Im Mittelpunkt steht die Frage nach Gott als Schöpfer. Kann sich das Universum selbst erschaffen , was ist die Tiefe Realität, ist die Wirklichkeit Mathematik, gibt es virtuelle Welten, warum ist das Universum so und nicht anders, wurde es genau so für uns geplant? Solche und ähnliche Fragen behandelt Davies teils sehr philosophisch und manchmal etwas trocken. In den Büchern GOTT UND DIE MODERNE PHYSIK oder in GOTTES GEHEIME GEDANKEN werden diese Themen etwas lockerer aber genau so tiefsinnig erörtert. Man sollte alle drei gelesen haben wenn man Antworten auf das Rätsel des Seins sucht.
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am 11. Juli 2006
Dieses Werk versteht sich als Fortsetzung von GOTT UND DIE MODERNE PHYSIK.
Auch hier versucht Davies dem Rätsel unserer Existenz auf den Grund zu gehen. Anhand wissenschaftlicher Theorien und neuster Erkenntnisse wird versucht einen Sinn für die Entstehung des Lebens oder des Universums überhaupt zu finden. Im Mittelpunkt steht die Frage nach Gott als Schöpfer. Kann sich das Universum selbst erschaffen , was ist die Tiefe Realität, ist die Wirklichkeit Mathematik, gibt es virtuelle Welten, warum ist das Universum so und nicht anders, wurde es genau so für uns geplant? Solche und ähnliche Fragen behandelt Davies teils sehr philosophisch und manchmal etwas trocken.
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am 11. Januar 2016
So, nun Endlich habe ich es geschafft das Buch von Paul Davies durchzulesen. Immerhin lag es schon lange bei mir herum...da habe ich mich doch glatt hingesetzt und es angefangen zu lesen. Zwar nicht am Stück, aber innerhalb von drei Tagen. Das erste Kapitel kannte ich bereits...aber tja - so ist das eben, wenn man noch andere Dinge bzw. Verpflichtungen nachkommen muss. Es gibt insgesamt 9 Kapitel, und das Buch hat genau 280 Seiten. Und genau diese 280 Seiten sind hochinteressant, aufschlußreich und des öfteren komplex und dennoch philosophisch garniert. Erklären tut es der Autor geradezu brillant. Es macht unglaublich Spaß seinen Gedankengängen zu folgen. Wer es daher vom Gesamten und von vornherein abtut, oder es in arroganter und militanter Manier meint, ohnehin besser zu wissen, da es schon ein wenig älter ist, vergisst, worum es eigentlich im konkreten geht. Die (Natur-) wissenschaftlichen Details werden prägnant und immer verständlich dargelegt, ebenso die Kapitel rund um die Seiten wo er über die Mathematik (S. 183) sinniert. Großartig, wirklich. Sehr gut. Das hat er gut umgesetzt. Es gibt Kapitel und Seiten, wo er z.B. über Computerprogramme oder Simulierte Universen schreibt, oder über die Viele-Welten-Theorien (S. 263) am Ende des Buchs. Goßartig, Es machte richtiggend Spaß ihm dabei zu folgen und selbständig wie gleichzeitig mitzudenken, die eigenen Vorstellungen hierzu kreisen zu lassen, es szg. aufzusaugen. Gleichfalls aufregend sind seine Ideen im Kapitel - Ist Gott notwendig? Das muss man gelesen haben. Faszinierend, wirklich. Denn so lässt er auch andere Philosophen zu Wort kommen, ergänzt es durch eigene Konzeptionen, alternative Vorschläge und Ansichten, die es wirklich in sich haben. Tolle Vorstellungen..., das muss gesagt sein dürfen. Interessant ebenso die Quantenunbestimmtheit auf (S. 220), die Optionen auf (S.229) oder die vielfachen Wirklichkeiten auf (S. 259) Ach ja...das Buch ist schon toll, denn Hr. Davies ist sich nicht zu Schade, dafür mal so richtig ins Zeug zu legen und auf gekonnte Art und Weise darzulegen, das es etwas mit vielleicht sogar uns (selbst) zu tun haben könnte. Vielleicht nicht auf den ersten Blick, aber sicherlich - so seine unterschwellige These - sind wir ein TEIL DER WELT, den wir zu schätzen wissen sollten, anstatt uns als schlecht und unwichtig zu klassifizieren. Wir sind Beobachter in diesem Universum

Übrigens umschreibt er in manchen Seiten, wie auf z.B. (S. 124-136) Künstliche Intelligenz. Genauso aufregend waren die folgenden Seiten, in welchem es in 5. Wirkliche und virtuelle Welten, ging. Es gibt im Buch aufschlußreiche Aussagen einiger Wissenschaftskollegen seitens Hr. Davies. Beispielhaft stehen hierfür Aussagen auf (S. 170) in - das mathematische Geheimnis. "Ist die Mathematik eine Erfindung oder eine Entdeckung", fragte sich der berühmte Roger Penrose. Gleichsam pikant... auf der folgenden Seite: "Ich stelle mir vor, daß der Geist jedes mal, wenn er eine mathematische Idee wahrnimmt mit der Platonischen Welt der mathematischen Begriffe in Kontakt tritt...Wenn man eine mathematische Wahrheit "einsieht", dringt das Bewußtsein in diese Welt der Ideen ein und tritt mit ihr in direkten Kontakt (sie ist "über den Intellekt zugänglich")...Wenn zwei Mathematiker kommunizieren, dann gelingt ihnen das, weil jeder der beiden einen direkten Zugang zur Wahrheit besitzt und weil ihr jeweiliges Bewusstsein mathematische Wahrheiten durch diesen Prozeß des - Einsehens - direkt wahrzunehmen vermag...Da jeder von beiden mit der Platonischen Welt in direkten Kontakt treten kann, können sie miteinander leichter kommunizieren, als man eigentlich erwarten würde. Die Vorstellung, die jeder der beiden bei seinem Platonischen Kontakt hat, mögen jeweils ziemlich verschieden sein, aber die Kommunikation ist möglich weil jeder in direkten Kontakt mit derselben, außerhalb eines Bewußtseins existierenden Platonischen Welt steht!" (Computerdenken von Penrose, S. 418) Nochmals Hr. Penrose: "Kein Mensch (vermag) die komplizierte Struktur der Mandelbrot-Menge wirklich in allen Details zu verstehen, und kein Computer kann sie vollständig enthüllen. Es hat den Anschein, daß diese Struktur nicht einfach komplett in unserem Geist vorhanden ist, sondern eine eigene Realität besitzt...Im wesentlichen benützt man den Computer genau wie ein Experimentalphysiker seinen Versuchsapparat verwendet, um die Struktur der physikalischen Welt zu erforschen. Die Mandelbrot-menge ist keine Erfindung des Menschen Geistes: Sie war eine Entdeckung. Wie der Mount Everest ist die Mandelbrot-Menge einfach DA!" Zudem ist es für den Leser interessant zu verfolgen, wie die vom Autor konstruierte Frage-Antwort-Situation vorgestellt und konzipiert worden ist. Nachzulesen auf (S. 65-69.) Danach dann geht es aufschlußreich auf (S. 69) mit Schöpfung ohne Schöpfer weiter. Siehe Feinabstimmungen.

Viele werden sich fragen, was es mich als Einzelnen angeht, wo das Buch doch schon im Original äußerst alt erscheint; vor allem in Anbetracht der Tatsache, das man enorme Fortschritte in letzter Zeit erzielen konnte. Fragwürdig bleibt das Universum sowieso, wer daher anderes meint und propagiert, hat den Gegenbeweis vorzulegen. Genau das versucht der Autor in jedem Kapitel darzulegen, welches ihm ungemein gut geglückt ist. Es ist schon spannend wie es zudem faszinierend ist, wie gelehrig Hr. Davies schreibt. Denn genau jenes, ist auch noch ein weiteres Prädikat welches den Autor auszeichnet. Und muss man längst nicht mit allem, was er niederschreibt und schlussfolgert übereinstimmen; dennoch wird man nicht müde ihm zu folgen. Auch liegt es seinem Schreibstil. Zumindest empfinde ich derartig. Höchstwahrscheinlich ist Hr. Davies einer der äußerst wenigen Prominenten Physiker unserer Zeit, der derart offen und direkt zugibt eine gewisse Ordnung im Universum zu erkennen. Etwas was mich - in der Tat - zufrieden stellt, denn Hr. Davies ist nicht nur ein einfacher Physiker, sondern ein gelehrter und renommierter dazu, der weiß, von was und worüber er da schreibt. Er st einer der ganz Großen in seinem Fach; von daher ergibt das, was er alles schreibt und wovon er zu berichten weiß, eine gewisse Sicherheit im Sinne einer Garantie. Welches einen als Leser übrigens sehr beruhigt. Gleichfalls gefiel es mir, zu erfahren, das Hr. Davies keine großartigen oder bestimmten Unterschiede zwischen den vereinzelten Religionen macht. Hierbei differenziert er meines Erachtens nach sehr gut. Das ist ihm hoch anzurechnen. Sicherlich hebt er manches mal die ein oder -andere hervor, doch ist dabei weder dogmatisch, noch chauvinistisch. Vielmehr tut er hierbei den penetranten und widersinnigen Charakter der vor allem großen monotheistischen Weltreligionen unterstreichen. Für mich spielt das keine wirklich große Rolle, denn so empfinde ich die Argumente der Religionen an-sich total absurd und kindisch obendrein. Lehne sie sämtlich komplett ab. Einerseits ist es grundsätzlich nie verkehrt, sogleich man von den Religionen erzählt, hier ein bisschen locker eingestellt zu sein wie es ebenso nicht verkehrt ist, die guten Seiten hervorzuheben, es aber andererseits nicht dabei zu belassen, sondern vor allem auf die Irssinnigkeit der im besonderen Großen Weltreligionen zu verweisen bzw. da wie mehr dies betreffend, aufmerksam zu machen. Etwas was ja vornehmlich von gerade christlich-indoktrinierten Theologen gerne vernachlässigt wird. Deren Schwächen werden gerne und nur all zu schnell aufgegeben. Hr. Davies hat diesbezüglich alles richtig gemacht und hat eine gewisse Klasse. Das muss man einfach zugeben.

Im Vorwort des Buchs schreibt er u.a. auf S. (14): "Ich gehöre zu der Gruppe von Wissenschaftlern, die sich zu keiner der großen Religionen bekennen, aber ich meine doch, das Weltall könne kein zweckfreier Zufall sein. Meine wissenschaftliche Arbeit hat mich immer mehr davon überzeugt, daß das physikalische Universum einfach genial konstruiert ist. Das kann ich nicht einfach als schlichte Tatsache hinnehmen. Es muß, so scheint es mir, eine tiefere Erklärung geben. Ob man diese tiefere Ebene "Gott" nennen will, ist eine Frage des Geschmacks und der Definition. Zudem halte ich Geist und Verstand - also daß Bewußtsein für diese Welt - nicht für eine sinnlose und zufällige Laune der Natur, sondern für einen absolut grundlegenden Teil der Wirklichkeit. Damit soll nicht gesagt sein, daß wir der Zweck sind, für den das Universum gemacht ist. Keineswegs. Ich glaube jedoch, daß wir Menschen ganz wesentlich zum Plan der Dinge dazu gehören." Warum nun machte ich mir die Mühe, so frei zu sein, es aus dem Buch abzuschreiben? Naja, köpfen wird man mich dafür sicherlich nicht, aber geht`s mir darum, aufzuzeigen, wie progressiv und vorbildlich Hr. Davies vorgeht. Er bekennt sich dazu, die Religionen abzulehnen, vieles zu überdenken und nicht alles von vornherein abzustreiten; sondern ein gewisses Maß von Offenheit und spekulativer Skepsis diesbezüglich an den Tag zu legen. Das ist doch mal was. Ein jemand also, der Argumente vorbringt. Zwar sind es dies sämtlich - seine persönlichen, aber mit naturwissenschaftlichen Details und ebensolchen Kenntnissen berichtet und punktet er.

Abraham Maslow schrieb: "Wenn es eine Erste Grundregel für die Wissenschaft gibt, so besteht diese meiner Meinung nach darin, daß man der gesamten Wirklichkeit, allem, was existiert, allem, was geschieht, einen Platz einräumen sollte, um es zu beschreiben. Vor allem anderen muß die Wissenschaft alles einbeziehen und all-umfassend sein. Sie muß selbst das in ihren Zuständigkeitsbereich aufnehmen, was sie nicht zu verstehen oder zu erklären vermag, das, wofür es keine Theorie existiert, was man nicht messen, voraussagen, kontrollieren oder einordnen kann. Sie muß selbst das Widersprüchliche und Unlogische, das Mysteriöse, Vage, Zweideutige, Archaische, das Unbewußte und all die anderen Aspekte unseres Lebens akzeptieren, die schwer mitzuteilen sind. In ihrer besten Ausprägung ist sie für alles aufgeschlossen und schließt nichts aus; sie hat keine - Zulassungsbedingung." Maslow, Abraham: Die Psychologie der Wissenschaft, 1977. - Prof. Amit Goswami, ein indischer Physiker schrieb im unbewussten Universum: "Die idealistische Wissenschaft hat keine "Zulassungsbedingungen" und schließt weder das Substrat noch das Objektive, weder Geist noch Materie aus. gerade deshalb vermag sie die Dichotomien unseres Denkens zu integrieren."

Hr Davies ist genau solch ein Wissenschaftler, der es sich zu Herzen genommen hat, genauer zu ergründen, was es mit dem Ding, was wir Universum nennen, auf sich hat. Er hat es bravourös dargestellt. Es ist ihm gelungen. Frage = gibt es denn einen letzten Seinsgrund? Nun ja, wer weiß das schon wirklich, jedenfalls meinte Physik Prof. Michio Kaku, dazu in seinem Buch über Stringtheorien auf (S. 472): "Letztlich bin ich der Überzeugung, dass die Existenz einer einzigen Gleichung, die das ganze Universum geordnet und harmonisch beschreiben kann auf irgendeinen Plan schließen lässt. Allerdings glaube ich nicht, dass sich dieser Plan für die Menschheit als sinnstiftend erweisen kann. Egal, wie beeindruckend oder elegant die endgültige Formulierung der Physik auch sein mag, sie wird nicht in der Lage sein, den Milliarden Menschen auf der Erde Hoffnung und Zuversicht einzuflößen und emotionale Erfüllung zu schenken." Ich selber teile die Ansicht des Professors, denn mal ganz ehrlich unter uns allen: Selbst wenn es so etwas wie Gott geben sollte - egal, was das nun auch immer darstellen soll oder wie es sich konkretisiert - so sehr bin ich davon überzeugt, das es niemals und nimmer den Vorstellungen der Religionen entspricht und hiermit muss man mitsamt Hr. Davies übereinstimmen. Religionen haben letztlich einen evolutionären Background; dennoch sollte man sich bei alledem an das zurück erinnern, was einst der am 19. August 2014 verstorbene österreichische Physiker Walter Thirring aussprach: "Wie es dann sein kann, das sich durch plötzliche Zufälle in Mrd. von Jahren alles derartig zusammenbringt, das solche erstaunlichen Menschen, mit einer unglaublichen Komplexität entstehen...,der Zufall würfelt doch nicht etwa?" Auch sei hierzu ein weiteres mal eingehakt, das wir für vielleicht NICHTS einen definitiven Beweis haben und wenn wir Pech haben, auch niemals einen solchen einfordern und erreichen. Nicht einmal, dass das Universum am "Big-Freeze" sterben wird. Dr. Johannes Fiebag, ein promovierter Geologe und Planetologe, leider mit nur 43 Jahren 1999 verstorben schrieb einmal: "Wie real ist unsere Realität? Wir wirklich ist unsere Wirklichkeit? Stellen sie sich vor, es gibt einen allmächtigen Gott. Stellen sie sich vor, dieser Gott habe einst unser Universum geschaffen, so, wie wir es im Moment sehen. Kein Problem, werden Sie vielleicht sagen. Aber halt! Wenn dieser Gott allmächtig ist, dann sollte es ihm auch möglich sein, unsere Welt von einer Sekunde auf die andere 'ins Leben zu rufen'. Noch immer kein Problem? Aber was, wenn diese Sekunde erst vor allerkürzester Zeit gewesen wäre, beispielsweise vor genau zehn Minuten? Unmöglich? Nein, nur unwahrscheinlich. Wir hätten nicht den Hauch einer Chance, jemals nachzuweisen, dass dem nicht so ist. Ein allmächtiger Gott wäre nämlich durchaus dazu in der Lage, das Universum so zu gestalten, dass es 'alt' wirkt. Mit Sternen in den unterschiedlichsten Phasen ihres Lebens, mit uralten Planeten, mit Gesteinen, die unseren Meßmethoden Jahrmillionen ihrer Entstehung vorgaukeln ' und mit Menschen, die sich an all die Geschehnisse erinnern, an die wir uns erinnern können. Nur, dass sie nie wirklich stattgefunden haben."
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Die Einführung in die Thematik seines Werkes gelingt dem Autor anhand sehr plausibler Vergleiche und Bilder ganz hervorragend. Mit Spannung liest man Seite für Seite, muss jedoch im zweiten Drittel des Buches leider mit vielerlei, äußerst anspruchsvollen Begriffen aus der Quantenphysik und höheren Mathematik kämpfen. (Hier steht er, seinem öfters zitierten Kollegen Stephen W. Hawking in nichts nach). Erst im letzten Teil seines Buches schreibt Davies für den interessierten Laien wieder merklich verständlicher und nähert sich seinem Ziel, einer Versöhnung zwischen Wissenschaft und Religion oder sagen wir besser "Spiritualität". Insgesamt ein sehr ansprechendes und, wie ich finde, lesenswertes Buch. Wer im mathematisch-physikalischen Bereich etwas erfahrener ist als ich, wird sicher noch mehr Freude an diesem Werk finden.
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am 29. August 1999
Dass Glauben und Wissen keine Gegensätze sind, dass es viele mögliche Wege zur Erkenntnis gibt und dass modernste naturwissenschaftliche Forschung sich oft auf verblüffende Weise mit uralten religiösen Weisheiten trifft, beschreibt der Autor auf interessante, ja spannende Weise. Paul Davies zeigt sich hier als Wissenschaftler, der weit über den Tellerrand seiner Spezialdis- ziplin hinausblickt. Dieses Buch ist so gut, dass ich es auch Freunden schenken werde.
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am 6. Januar 2002
Allein das Lesen der einzelnen Kapitelüberschriften ist spannend. Hier einige Beispiele:
- Zeit und Ewigkeit. Das fundamentale Paradoxon der Existenz.
- Mutter- und Kindwelten
- Der Kosmische Code
- Das Unberechenbare
- Was sind die Naturgesetze?
- Gibt es dort draußen schon Mathematik?
- Die Simulation der Wirklichkeit.
- Die beste aller Welten
- Das Unendliche
- Muss es Gott geben
...
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am 7. November 2015
Das Buch von Paul Davies ist unbedingt lesenswert. Allerdings verlangt es vom Leser ein gewisses Niveau. Seine sachliche und neutrale Sicht der Probleme gefällt mir. Allerdings wagt sich der Autor manchmal gedanklich weit hinaus über den Tellerrand dessen, was wir erfahren und erkennen können. Trotzdem: Der naturwissenschaftlich und philosophisch Interessierte sollte diese Buch lesen.
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