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am 9. März 2008
"Jahrmarkt der Eitelkeit" ist einer der großen Gesellschaftsromane des 19. Jahrhunderts und in mancher Hinsicht mit Tolstois "Krieg und Frieden" vergleichbar, nicht nur darin, dass beide zur Zeit Napoleons spielen oder was den fast 1000-seitigen Umfang angeht. Man glaubt ohne weiteres, dass Tolstoi bei Thackeray auch Charakterzüge für seine "Anna Karenina" entnommen hat.
Charakteristisch wie bei Tolstoi ist auch für Thackeray das Einbeziehen der historischen Geschehnisse in den Erzählstrang und die direkte Auswirkung des Geschehens an historischen Eckpunkten auf die Hauptpersonen.
Was zunächst nervt an diesem Roman ist das permanente Einmischen des Erzählers in die Handlung. In der Tat walzt Thackeray seine Idee des menschlichen Lebens als "Jahrmarkt der Eitelkeit" derart aus, dass er den Leser immer wieder darauf hinweisen zu müssen meint. Mit der Zeit gewöhnt man sich dann daran.
Wichtiger als der Titel selber ist für das Verständnis dieses Werks der Untertitel: Roman ohne Held.
Die Stärke dieses umfangreichen Werks liegt darin, dass es tatsächlich keine Helden gibt. Wie in einer Lindenstraße des 19. Jahrhunderts sind alle Charaktere ausnahmslos mit großen Schwächen und Fehlern gesegnet.
Die Hauptfiguren sind zwei Frauen: Becky, die für das Zugehören zur "guten Gesellschaft" bereit ist, alle menschlichen Beziehungen zu opfern und die naive Amelia, die zwar von nichts eine Ahnung hat, aber mit großem Mitgefühl und Einfühlungsvermögen jeweils den Menschen beisteht, die ihres Beistandes bedürfen. Daneben finden sich trinkende Parlamentsabgeordnete, spielende Offiziere, Blender und Frauenhelden sowie grobschlächtige Geschäftsleute wie Weichlinge unter dem Personal des Romans.
Keine dieser Figuren ist letztlich wirklich sympathisch, was den Untertitel ohne weiteres rechtfertigt.
Der Roman ist inhaltlich ein Panorama des Kampfes gegen Napoleon und des (nach-)napoleonischen England und deckt rund 20 Jahre Zeitgeschichte ab. Obwohl er weitgehend in England spielt, wirft er auch einen Blick auf das zeitgenössische Belgien und karikiert am Ende mit spitzer Feder insbesondere auch die Duodezfürstentümer in der Nachfolge des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation.
Der Roman hält sich weitgehend an den Adel, die Probleme und das Leben der "niederen Stände werden nur am Rande gestreift.
Thackeray mag in der psychologischen Zeichnung nicht so präzise sein wie später die Russen des 19. Jahrhunderts, als deren Vorreiter macht er ihnen aber alle Ehre.
Seine satirische Ader hebt ihn von seinem wesentlich bekannteren Zeitgenossen Dickens ab, auch jegliche Verkitschung der Handlung wird man bei Thackeray vergeblich suchen. Seine Satire ist spöttisch, aber nie umwälzlerisch.
Fazit: Ein psychologisch wie soziologisch und politisch beeindruckendes und menschlich anrührendes Gesellschaftsporträt des (nach-)napoleonischen England, das sich zu den ganz großen europäischen Romanen rechnen darf und auch den Vergleich mit den russischen Meisterwerken des 19. Jahrhunderts nicht scheuen muss.
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William M. Thackeray mochte keine romantischen Heldengestalten. Deshalb untertitelte er seinen 1847/48 erschienenen Gesellschaftsroman "Jahrmarkt der Eitelkeit" auch konsequenterweise als "Roman ohne Held". Es geht darin nicht so sehr um eine durchkomponierte Geschichte mit klarem Aufbau und Happy End, sondern um ein bissig-ironisches Porträt der englischen Gesellschaft im frühen 19. Jahrhundert. Ganz ohne Helden geht es aber doch nicht: Zwei Frauengestalten stehen im Mittelpunkt des Romans. Die arme, aber gewitzte Becky Sharp, die nichts unversucht lässt, sich einen Platz in der besseren Gesellschaft zu erobern. Dafür scheut sie auch nicht vor allerlei Intrigen und Männergeschichten zurück. Am Ende stirbt ihr letzter Mann und hinterlässt ihr ein stattliches Vermögen, und der Leser ist versucht zu sagen: Genau das hat sie immer angestrebt. Die zweite ist Amelia Sedley, ein naives, anschmiegsames und treugläubiges Frauchen, das durch den frühen Tod ihres Mannes in der Schlacht von Waterloo aus dem früheren Wohlstand in die Mittellosigkeit abstürzt. Beide Frauen begegnen sich an mehreren Stellen des Romans, der in seinem ironischen Erzählstil einen bunten Reigen der gesellschaftlichen Eitelkeiten enthüllt. Thackeray wurde durch den Roman zu einem der beliebtesten englischen Schriftsteller neben Charles Dickens.
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Mitte des 19. Jahrhunderts spielt der Autor, William Makepeace Thackeray, ein Stück menschlicher Eitelkeiten auf dem Jahrmarkt des Lebens auf und hinterlässt der Nachwelt ein satirisches Original seiner damaligen Welt.
Hierzu hat er zwei der gegensätzlichsten Frauengestalten erfunden, die uns in der Literaturgeschichte begegnen. Die junge Becky Sharp ist fest entschlossen sich mit ihrem geni-alen Verstand und ihrer Skrupellosigkeit einen Platz in der Welt zu schaffen. Dagegen träumt die sanfte Amelia Sedley von einem Leben voller Liebe und Schönheit.
Ausgangspunkt der Geschichte ist die Begebenheit als die beiden jungen Damen eine ehrwürdige Schule für junge Mädchen verlassen. Amelia war dort die Lieblingsschülerin ihrer Lehrer gewesen und auch ihre Freundinnen lassen das liebe Mädchen nur ungern ziehen. Ganz andere Gefühle bringt man Becky entgegen, die dort nur unter der Bedingung, dass sie sich nützlich zu machen habe, überhaupt aufgenommen wurde und nun mit Freuden verabschiedet wird, um ihre neue Stellung als Gouvernante anzutreten. Becky hat aber eigentlich ganz andere Pläne. Schließlich kommt ihre Freundin Amelia aus einer reichen Kaufmannsfamilie und hat noch einen unverheirateten Bruder, der eben Karriere in Indien gemacht hat und nun in London weilt. Und auch Amelia, die ihre Liebe zu ihrem Verlobten, George Osborne, erneuert hat, wünscht sich nichts mehr, als dass auch Becky Glück im Leben zu teil wird. Doch einige sind wohl der Ansicht, dass sich die junge Dame nicht über ihren Stand erheben sollte. Doch nach ihrer ersten Niederlage ist Becky nur um so fester entschlossen, die menschliche Natur mit ihrer Eitelkeit genauer zu studieren, um zu schmeicheln und zu gefallen und sich so in die erlauchten Kreise zu erheben. Amelia dagegen muss feststellen, dass ihre bedingungslose Liebe nicht im gleichen Maß erwidert wird und hat düstere Vorahnungen, was ihre Zukunft betrifft. Schließlich treffen die zwei Frauen sich nach längerer Zeit in Europa wieder. Beide sind in der Zwischenzeit verheiratet und ihre Ehemänner stehen in der Schlacht von Waterloo, die nicht nur für England entscheidende Bedeutung hat...
Die Figuren auf dem Jahrmarkt der Eitelkeit sind mit spitzer Feder gezeichnet und so überzogen dargestellt, dass klar wird, dass es sich nur um Karikaturen handeln kann. Becky ist mit nüchternem Verstand, aber ohne jegliche Herzenswärme das Gegenbild der sentimentalen Amelia, die nur aus Gefühl besteht und beständig auf die Hilfe anderer angewiesen ist. Die Männer werden in das Spiel der beiden Frauen beinahe willenlos hineingetrieben. Der eitle Mr. Sedley mit den vielen Komplexen, wird von der schmeichelnden Becky in Gefühlswirren gestürzt, genauso auch der nichtswürdige, aber charmante Rawdon Crawley, der auf großem Fuße lebt, ohne je einen Penny besessen zu haben. Dagegen empfindet George Osborne die Liebe seiner ergebenen Amelia bald als Bürde in seinem abenteuerlustigen Leben. Und sein treuer Freund, William Dobbin, ist Amelia schon nach der ersten Begegnung verfallen, findet aber selbst nach Osbornes Ableben keinen Weg in das ewige Witwenherz seiner Angebetenen.
William Thackeray hat hier ein zwar sehr lebhaftes, aber nicht eben schmeichelhaftes Bild der maroden mittleren und oberen Gesellschaftsschicht seiner Tage entworfen. Hierbei spielt er als Beobachter, kritischer Beurteiler und teilnahmsvoller Begleiter eine wichtige Rolle in diesem Drama. Er gleitet des öfteren ab, um fern der Handlung den ein oder anderen Hinweis oder Verweis anzubringen. Er rügt die Intrigen der kleinen Aufsteigerin und stellt gleichzeitig die moralische Verkommenheit der sogenannten feinen Gesellschaft heraus. Der Handlungsrahmen umfasst um die zwanzig Jahre und um doch immer noch eine gewisse Spannung beizubehalten, hat sich Mr. Thackeray eine geschickte Taktik einfallen lassen. Er erzählt eine Episode zunächst nicht zu Ende, sondern lässt diese an einer interessanten Stelle offen um später wieder auf das Ereignis zurück zu kommen. Oder eine Figur trifft auf eine weitere und wir erfahren erst nach und nach um wen es sich handelt.
Es bleibt am Ende der Verdacht, dass des Autors Sympathie doch mehr der intriganten Becky als der süßen Amelia gegolten hat. Und wir schließen uns den Schlussworten des Romans an: "Ach! Vanitas vanitum! Wer von uns ist auf dieser Welt glücklich? Wer von uns hat, was er wünscht, oder ist, wenn er es hat, zufrieden? -Kommt, Kinder, wir wollen die Puppen in den Kasten tun; denn unser Spiel ist aus."
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am 5. Februar 2016
nachdem ich das gedruckte Exemplar irgendwie schon lange ungelesen im Regal habe, höre ich gerade das Buch und finde es sehr schön. Interessant das die Menschen in der Zeit im Verhalten nicht anders sind als heute. Sie verschulden sich, legen extrem viel Wert auf den schönen Schein ..
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am 18. Dezember 2014
Thackery ist ein Meister der Gesellschaftssatire. Das macht dieses Buch so lesenswert. Hinzu kommt der herrliche britische Humor, wie man ihn auch von Austen oder Dickens kennt. Ein Klassiker, den Kenner der englischen Literatur einfach gelesen haben müssen.... Und dann immer wieder lesen wollen.
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am 7. November 2008
Ein Meisterwerk. Auch andere Werke von Thackeray verdienen 5 Sterne (Pendennis, The Newcomes, Barry Lyndon, Henry Esmond, Philip, ... ich habe sie alle gelesen).
Ich frage mich und den Experten, der vielleicht liest: Warum finde ich Thackeray dem Dickens so überlegen? Warum langweilt mich Dickens und fesselt mich Thackeray? Warum hat Dickens so viel mehr Erfolg gehabt als Thackeray? Wenn ich den Oliver Twist lese, dann lese ich ihn 'ratz fatz, verdrücke dabei eine leichte Träne und bin froh, wenn`s fertig ist. Wenn ich einen Thackeray lese, dann sehr, sehr langsam, ich genieße jede Seite und verdrücke dann die Tränen, wenn der Roman fertiggelesen und nichts mehr da ist ...!
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am 18. Dezember 2006
Für dieses Buch kann ich nur 3 Sterne vergeben. Die Geschichte an sich war sehr interessant, der Charakter der Becky wird von Seite zu Seite interessanter und vielschichtiger. Allerdings sind das Buch und der Autor Kinder ihrer Zeit. Sein Stil, seine Einmischungen und Witze sind einfach an die damalige Zeit angepasst und waren für mich teilweise einfach nervig und _nicht_ komisch. Es reicht einfach nicht an Jane Austens herrlichen Stil heran!
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