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am 1. Juni 2016
Wer glaubt, französische Küche sei jeher das Nonplusultra und die Haute Culture allgemein eine Erfindung der Welschen, wird durch dieses Werk eines Besseren belehrt. Erwin Seitz versteht es, kurzweilig und anhand von Einzelbeispielen aufzuzeigen, daß auch Deutschland Lebensart hat und schon immer hatte. Wie aß der Adel im Mittelalter? Wie der Bürger in der Frühen Neuzeit? Was sagt uns der "Parzival" über die Lebensart der damaligen deutschen Lande? Worauf basieren berühmte Kochbücher französischer Autoren, die den Ruf der Grande Nation als Land hoher Eßkultur hervorgebracht haben? All diese Fragen und noch mehr beantwortet Seitz.

Den Borussophilen unter uns sei gesagt, daß sie ihr Fett abkriegen, denn Seitz ist durchaus parteiisch in seiner Beurteilung des Einflusses einzelner deutscher Staaten auf das Gesamtvaterland, und der protestantisch-nüchterne Stil der Preußen wird dabei nicht geschont, aber auch nicht vollends verdammt, denn selbst im Sparta des Nordens kannte hie und da kulturelle Verfeinerung.

Wir Deutschen sind und waren keine Barbaren, auch wenn die französische Intelligenzia das bis zu Mme de Staël gerne dachte. Nachlesen kann das jeder in der "Verfeinerung der Deutschen". Kaufempfehlung!
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am 27. Juli 2015
Ich habe diese Bewertung gewählt, weil ich das Buch schon längst selbst mit Genuss gelesen und mich an seinem humorvollen und trotzdem wissenschaftlich einwandfreien Inhalt erfreut hatte. Es erfordert allerdings etwas historisches "Basiswissen" und Interesse an Literatur. Ich habe es deswegen auch an eine Frau verschenkt, die neben ihrem Beruf schriftstellerisch tätig ist.
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am 11. April 2012
Zu besprechen ist das wohl, jedenfalls in meinem Falle, appetitanregendste Buch, das mir, im Sinne des Wortes, seit langem in die Finger gefallen ist. Wie seltsam, daß bis jetzt dazu bei Amazon noch keine Rezension ins Netz gestellt wurde. Obwohl das Buch "Die Verfeinerung der Deutschen - Eine andere Kulturgeschichte" doch schon im vergangenen Jahr erschienen ist. Im Insel Verlag, für besonders aufwendig und penibel hergestellte Buchveröffentlichungen bekannt, der sich mit dem "Knüller", den Erwin Seitz hier vorlegt, wieder eine Feder an den Verlagshut stecken kann.

Der Titel des Buches erscheint mir ein wenig irreführend, denn im Grunde geht es dem Autor nicht darum, einen Beitrag zur "Verfeinerung" der Deutschen zu leisten, sondern, im Gegenteil, den Nachweis zu führen, daß die Deutschen seit eh' und je, über den ganzen, mittlerweile 2000jährigen Zeitraum belegter deutscher Geschichte hinweg, auch auf dem Gebiet, das Seitz am Herzen liegt, dem "kulinarischen", immer schon ausreichend verfeinert gewesen sind. Verfeinert, gewissermaßen "aufgepikselt" worden sein wird, am Ende des Tages, wenn alle das Buch gelesen haben, allein das Bild, das viele Kritiker, vor allem die aus den eigenen Reihen, sich von der angeblich kulinarischen "Unterbelichtung" der Deutschen und ihrer Küche bisher gemacht haben. "Den Deutschen", schreibt Seitz in der Einleitung seines mehr als 800 Seiten "starken" Opus', "ist manchmal gar nicht klar, welch hohe Kultur sie einmal hatten, welch erstaunliche kulinarische Tradition zu entdecken ist." Wir lernen: über das, was die Deutschen (in allen Teilen des schönen Landes) im Verlauf ihrer ereignisreichen Geschichte auf den Tisch gebracht und (in guten Zeiten mehr, in schlechten weniger) mit Appetit verspeist haben, brauchten sie sich noch nie zu grämen und zu schämen.

Und so macht sich also der Autor, der wie kein zweiter für die Aufgabe, den Nachweis für die immer schon sich in Deutschland tummelnden verfeinerten Deutschen zu führen, auf den Weg, dies auf etwa 2000 Jahren Spurensuche zu belegen. Und das gelingt dem gelernten Koch und Metzger, aber auch studierten Germanisten, Kulturhistoriker und Philosophen, in geradezu bravouröser Weise. In einer beispiellosen tour d'horizon, beginnend bei Tacitus, den frühen Religionen auf später deutschem Boden, Karl dem Großen, den Kaisern Heinrich III. und IV. (bei dieser Gelegenheit das sogenannte Rauchbier in Bamberg streifend), schlägt er den ganz großen Bogen, über Martin Luther und dessen Frau Katharina bis hin zu den Königen auf dem preußischen Thron, Goethe in Weimar, zu Otto von Bismarck, um schließlich in unserem gesegneteren Zeitalter, dem der Bürgerlichkeit, erschöpft verschnaufend anzukommen. Was für ein Streifzug! Was für ein Hintergrundswissen offenbart der Autor damit, und was für eine Lust ist es für den Leser, ihn dabei begleiten zu dürfen.

Zu dieser Lust gesellt sich dann noch der bereits in der Überschrift zu dieser Rezension angedeutete, für den Käufer, Leser und Eigentümer des erworbenen Buches nicht von der Hand zu weisende materielle Zugewinn, denn wer dieses Buch kauft, erwirbt im Grunde eine ganze Bibliothek: eine andere Kulturgeschichte der Deutschen. Schnäppchenjäger, aufgepaßt, hier ist es, das ultimative Schnäppchen des Jahres!

Man kann dieses Buch lesen wie jedes andere Buch, indem man ganz vorn anfängt und sich vom Autor, auf mehr oder weniger verschlungenen, immer aber hoffentlich schlüssigen Wegen bis zum Ende (mit oder ohne Happy End) mitnehmen läßt, um es dann begeistert oder enttäuscht zur Seite zu legen. Dieses Buch hier ist hingegen so vielseitig, und im wahrsten Sinne des Wortes unerschöpflich, daß man es an jeder beliebigen Stelle im Fortgang der 750 Textseiten (ohne Anmerkungen, Register zu Personen und Kulinarischen Waren und Gerichten, sowie Adressen besonderer, auserlesener oder auch ganz gewöhnlicher Restaurants, uriger Lokale und Freßtempel in ganz Deutschland) aufschlagen kann, um loszulesen und (unbedingt zuverlässig) an Ort und Stelle in einen jeweils ganz neuen, ganz anderen Bann gezogen zu werden. Das Buch ist unterm Strich also nicht nur eine ganze Bibliothek, sondern ein wandelndes (wenn man es auf Reisen mit sich führt) kulinarisches Konversationslexikon. Das beste im Buch sind zweifellos die historischen Exkurse.

Woran liegt, lag es nun aber, daß sich die Vorurteile über die Deutschen und ihre angebliche kulinarische Unkultur so lange und so verbreitet haben halten können, so daß man sich auch heute noch allzu oft mit dieser stereotypen Binsenwahrheit herumzuschlagen hat? So gelten im angelsächsichen Raum die Deutschen auch heute noch als die unverbesserlichen "Krauts", als ob wir von morgens bis abends nichts anderes als Sauerkraut zu uns nähmen. Schuld daran, daß dies immer noch tradiert wird, haben nicht zuletzt natürlich die Deutschen selbst, weil sie sich auch auf diesem Gebiet nationaler Kultur, hasenfüßig, selbstquälerisch und selbstzweiflerisch, allzu lang und teilweise noch andauernd, für "unterbelichtet" gehalten haben. Aber auch ihre Häuptlinge, ihre Vordenker, Vorturner und dynastischen Wegbereiter, allen voran, im "Fritzenjahr 2012" unbedingt zu erwähnen, ist hier des allseits besonders geschätzten Alten Fritzen zu gedenken, haben das ihre dazu beigetragen, das Deutsche entweder kleinzureden oder als unbedeutend und unkultiviert leichtfertig abzutun. Über viele Jahrhunderte deutscher Geschichte galt sowohl in Fritzens Augen, und in denen verschiedener anderer zeitgenössischer Eliten, das Französische in Schrift, Ton und Küche als vorbildlich, beispielgebend und: unendlich überhöht.

Um zu Friedrich II. nach Potsdam zurückzukehren, der sich kaum Deutsch zu sprechen getraute, und wenn, dann nur mit Domestiken und angeblich "dummen Bauern" (sprich: Untertanen), der die deutschsprachige Literatur seiner Zeit für verzichtbar hielt, obwohl der große Lessing in seiner Nachbarschaft lebte und arbeitete, so ist ihm ein gerüttelt' Maß an Vorurteil und Fehleinschätzung DES Deutschen und DER Deutschen ganz persönlich zuzuschreiben und anzulasten. Seine Zeit war ihm da aber anscheinend (in Wort, Schrift und deutscher, auch kulinarischer, Kultur) doch schon einen Schritt weit voraus.

Oder, wie Seitz es, mir sicher von nun an unvergeßlich, lakonisch knapp und treffend formuliert: "Friedrich glaubte, außerhalb von Sanssouci sei Hintertupfingen: es war aber umgekehrt". Halleluja!

Ich werde jedenfalls den "Super-Seitz" von jetzt an immer mit mir führen. Vielleicht treffen wir Fans uns ja mal im Brauereigasthof Schlenkerla in Bamberg, im Gasthof Beim Sedlmayer in München oder im Grill Royal in Berlin zum "Seitz-Gedenken". Würde mich freuen!
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