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am 3. Januar 2009
Das ist die umfangreichste Poe-Ausgabe, die ich kenne. Sie enthält eine Auswahl der Rezensionen und Essays, den Roman, die Gedichte und sämtliche Kurzgeschichten. Aktuell gibt es auch im englischsprachigen Raum keine Werkausgabe, die mehr abdeckt. Ich habe zum Beispiel festgestellt, dass in „Poetry & Tales“ (also im ersten Poe-Band der Library of America) unverständlicherweise eine Kurzgeschichte fehlt.

Wem die Originaltexte verschlossen bleiben, kann sich glücklich schätzen, mit den Leistungen von Schmidt, Wollschläger u.a. eine kongeniale Übersetzung ins Deutsche zu erhalten. Meinem Empfinden nach bewahrt die Übersetzung ganz besonders Poes imaginäre Sprachkraft. Sie vollzieht den von Poe bevorzugten (und für das Englische unüblichen) längeren Satzbau nach und erhält weitestgehend Wortwahl und Rhythmus, auf die Poe größten Wert legte. Die Gedichte müssen allerdings Annäherungen bleiben, weswegen sie hier aber passenderweise dem jeweiligen englischen Original gegenübergestellt sind.

Der Preis mag etwas zu hoch gegriffen sein, aber man tröste sich mit einer Lebensanschaffung. Dieser Autor sucht noch immer seinesgleichen.
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am 21. Februar 2009
"Und als des Märchenlands Erbauer
Ließ ich nach eigenem Wunsch und Wahn
Durch eines Schachts Juwelenmauer
Ein Weltmeer gehen, mir untertan;"
(Charles Baudelaire; TRAUM IN PARIS)

"Gott helfe meiner armen Seele" flüstert ein nach dreitägigen Delirium kurz aufgewachter Mann und zeigt damit die Quintessenz eines lieblosen, verlustreichen und armen Lebens. In seinem gerade mal vierzig-jährigen Leben konnte dieser Mann messerscharf aus der verletzten Seele heraus Detektivgeschichten, Grusel- und Spukgeschichten und einzigartige Gedichte schreiben. Kein Ruhm und damit kein Geld gab es für diesen Mann, dessen Geburtstag sich am 19.01. zum 200. mal jährt und wahrscheinlich wäre gar sein Ruhm, dieser Ruhm des amerikanerischen Autors Edgar Allan Poe (1809-1849) in Europa für immer verloren gegangen, wenn nicht Charles Baudelaire ihn für uns ausfindig machte und ihn übersetzend in die Lesestuben der europäischen Geisteswelt einführte. Und so wurde Poe der Initiator, der Ideengeber durch so mache Detektivgeschichte wie vom Doppelmord in der Rue Morgue oder den Spuks rund um den Untergang des Hauses Usher. Sprachlich gewand zeigt er die Ideen und Phantasien, die dann zu Kopfgeschichten der Leser weiter reifen und die Beziehung zwischen Autor und Leser im Sinne Sartres (siehe: Was ist Literatur?) deutlich werden lassen. Poe selber war der festen Überzeugung, "in der Stunde des Lesens [...] die Seele des Lesers [fest] in seiner Gewalt" zu haben. Denn Poe spielt mit dem Schrecken aus der Tiefe der Seele, weit weg von den schnellen und oberflächlichen Geschichten, hin zu den Geschichten mit psychologischer Raffinesse und Tiefe, die erst in der wirklicher Anteilnahme des Lesers zur vollen Entfaltung kommen können.

Liebe und Anerkennung suchte E.A. Poe zeitlebens, wie in seinem Gedicht "Annabel Lee" deutlich dokumentiert. "Der Rabe" ist nahezu eine Prophezeiung an die große Einsamkeit der modernen Welt, die heute sich zeigt in den einsamen Menschen hinter den Bildschirmen, die Einsamkeit, die auch Baudelaire im Rausch ausmachte und die zur Computersucht identisch wirkt. "Die Maske des roten Todes" ist ein Dokument der Trostlosigkeit, einer kaum auszuhaltenden Leere, die den Tod in seiner Gefahr entmachtet und der Leser sich so gefahrlos mit ihm verbünden kann. Denn das Ende der Menschheit ist nicht das Ende der Erzählung, es sei denn, der Tod könne sterben. Wohl kaum. Er wird der Erzähler sein.

Poe ist spielerischer Grenzgänger, gedanklich weit über das Übliche hinausgehend, hinter die Welt, jenseits der Angst, jenseits der Schrecken der Seele. Hinter jeden Raum, der Zeit, der Vernunft und selbst verlässt er oder gar ihn die Individualität des Menschen.

Und aus den Boxen kommt der Regen, der darauf hinweist, das etwas los ist im Hause Usher. Ein Gewitter zieht auf und mit ihm das Unheimliche. "The Fall of the House of Usher" ist das Stück von den "Tales of Mystery and Imagination" von Alan Parsons Project, von dem Mann, der auch die Welt der dunklen Seite des Mondes von Pink Floyd mischte. Poe zog viele in den Bann und inspirierte zu eigener Kreativität. Mit den Verbindungen zu Poe in Musik, Musicals und Detektivgeschichten ist ihm ein dauernde Hommage gewidmet, der Insel Verlag unterstützt dieses durch diese vorliegende Ausgabe.

"Kein Hahn wird später nach uns krähn, / [...] / Versäumt ein einziger einzustehn / für einen Wortvertreter - / Dann wird kein Hahn mehr nach uns krähn. (Günther Anders)
Poe und sein Geburtstag. Versäumen wir nicht, für ihn einzustehen. Ein Grund, ihn neu zu lesen. Die Amerikaner konnten diesen Großen erst im Verlust wegen Baudelaire schätzen lernen, wir Europäer ihn wegen Baudelaire zurecht als Gewinn betrachten. Die Schrecken Poes sind die Schrecken der Modernen, sein verzweifeltes Leben ist in seinem Werk und die dahinterliegende Aktualität wird zur gegenwärtigen Wahrnehmung.
Nach Günther Anders ist der Rezensent nun "Meldereiter" einer beachtenswerten Literatur des 19. Jahrhunderts, "Meldereiter", der nicht versäumt "Nach einem zweiten auszuspähn / Und jeder zweite weiter".

Dieses Werk ist eine Lebensanschaffung. Poe ist Begründer der Schauerromane, der Erfinder des Unheimlichen und beinflusste einige, auch E.T.A. Hoffmann (Der Sandmann) und was die Ideen der Theorie von Geistersehern und Phantasten angeht empfiehlt der Rezensent Immannuel Kant:Träume eines Geistersehers, 1766 und Sigmund Freud: Bildende Kunst und Literatur, Bd. 10
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