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am 16. Juni 2017
Dieses Buch wird mich mein Leben lang begleiten. Kein Buch, das man einmal liest und dann weiter verschenkt. Eine ewige Quelle der Inspiration und Liebe. Vielen Dank, Rainer Maria Rilke.
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am 30. Oktober 2009
Für mich gehören die Briefe, die Rainer Maria Rilke 1903, 1904 und 1908 an Franz Xaver Kappus schrieb, mit zum Schönsten, was es an Weltliteratur in deutscher Sprache gibt. Der junge, literarisch begabte Offizier hatte sich ratsuchend an Rilke gewandt, und der erklärt ihm: "Sie fragen, ob Ihre Verse gut sind. Sie fragen mich. Sie haben vorher andere gefragt. Sie senden sie an Zeitschriften. Sie vergleichen sie mit anderen Gedichten, und Sie beunruhigen sich, wenn gewisse Redaktionen Ihre Versuche ablehnen. Nun (da Sie mir gestattet haben, Ihnen zu raten) bitte ich Sie, das alles aufzugeben. Sie sehen nach außen, und das vor allem dürfen Sie jetzt nicht tun. ... Es gibt nur ein einziges Mittel. Gehen Sie in sich." Schöner kann man einem jungen Menschen, ja eigentlich jedem Einzelnen jeden Alters, nicht raten, seinen eigenen Weg zu gehen.

Kappus und Rilke tauschen sich auch über ihre jeweilige Lektüre aus. Was Kappus schreibt, wissen wir nicht, aber Rilke antwortet: "Suchen Sie die Tiefe der Dinge: dort steigt Ironie nie hinab. ... Von allen meinen Büchern sind mir nur wenige unentbehrlich, und zwei sind sogar immer unter meinen Dingen, wo ich auch bin. Sie sind auch hier um mich: die Bibel, und die Bücher des großen dänischen Dichters Jens Peter Jacobsen." Dann rät er dem angehenden Dichter: "Leben Sie eine Weile in diesen Büchern, lernen Sie davon, was Ihnen lernenswert erscheint, aber vor allem Lieben Sie sie."

Das muss man sich in der heutigen Zeit einmal auf der Zunge zergehen lassen: man soll Bücher "lieben". Wer das einmal begriffen hat, merkt, was die Dinge im eigenen Bücherschrank oder in den Buchhandlungen wirklich wert sind. Bei Texten, die man nicht lieben kann, lohnt es sich nicht, ihnen Lebenszeit zu widmen. Diese zehn Briefe des Rainer Maria Rilke gehören - wie ich bemerkt habe - zu jenen Büchern, die ich liebe. In ihnen offenbart der Dichter seine Gedanken über die Arbeit des Künstlers, über Gott, über die Liebe, den Tod und andere Grundfragen des Lebens wie die Traurigkeit und die Einsamkeit. Weihnachen 1903 schickt Rilke dem jungen Mann einen Gruß und erklärt ihm noch einmal, wie wichtig die Einsamkeit ist, an der er so schwer zu tragen hat: "Aber wenn Sie dann merken, dass sie groß ist, so freuen Sie sich dessen; denn was (so fragen Sie sich) wäre eine Einsamkeit, welche nicht Größe hätte; es gibt nur eine Einsamkeit, und die ist groß und ist nicht leicht zu tragen, und es kommen fast allen Stunden, da sie sie gerne vertauschen möchten gegen irgendeine noch so banale und billige Gemeinsamkeit, gegen den Schein einer geringen Übereinstimmung mit dem Nächstbesten, dem Unwürdigsten. Aber vielleicht sind das gerade die Stunden, wo die Einsamkeit wächst..."

Und wachsen soll sie, die Einsamkeit. Rilke: "Denken Sie, lieber Herr, an die Welt, die Sie in sich tragen. ... Nur der einzelne, der einsam ist, ist ein Ding, unter die tiefen Gesetze gestellt, und wenn einer hinausgeht in den Morgen, der anhebt, oder hinaus in den Abend schaut, der voll Ereignis ist, und wenn er fühlt, was da geschieht, so fällt aller Stand von ihm ab, wie von einem Toten, obwohl er mitten in lauter Leben steht."

Das Büchlein umfasst keine hundert Seiten, man kann es also an einem Abend durchlesen. Man kann aber auch immer nur einen einzelnen der Briefe lesen. Immer wieder, immer wieder. Deswegen habe ich den schmalen Band in meine Handtasche gesteckt, um ihn immer bei mir zu haben. Wenn mich jemand geärgert oder verletzt hat, schlage ich es auf und genieße Rilkes weise Worte. Allein schon seine Sprache, die erhabene Art seiner Wortewahl, lohnt das Hineinschauen.
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TOP 500 REZENSENTam 17. Oktober 2010
das Leben hat Recht, auf alle Fälle."

Zehn Antowortbriefe an den jungen Dichter Franz Xaver Kappus sind in diesem Band versammelt. Aus ihnen spricht die Weisheit und die Weitsicht einen Menschen, der aus scheinbarem Fatalismus und Einsamkeit, eine so tiefe mitfühlende Weitsicht schöpfte, das seine Lyrik bis heute als eine der wohl tief metaphysischen Dichtungen in deutscher Sprache gelten darf.

Vor allem geht es um Schwere, um Einsamkeit, um Lebenskunst und um Liebe, auch um die geschlechtliche:
"Die körperliche Wollust ist ein sinnliches Erlebnis, nicht anders als das reine Schauen oder das reine Gefühl, mit dem eine schöne Frucht die Zunge füllt; sie ist eine große, unendliche Erfahrung, die uns gegeben wird, ein Wissen von der Welt, die Fülle und der Glanz alles Wissens. Und nicht, dass wir sie empfangen, ist schlecht; schlecht ist, dass alle diese Erfahrung missbrauchen und vergeuden uns sie als Reiz an die müden Stellen ihres Lebens setzten und als Zerstreuung statt als Sammlung zu Höhepunkten."

Rilkes Sprache ist wie ein Atem - oft muss man Sätze zweimal lesen, denn hier und da hebt die Sprache ab um das ganz und gar Unsagbare zu umkreisen und Trost zu spenden, wo eine unendliche Tiefe zum Fallen lockt, wo das Unwägsame und Verzettelte riesig erscheint. Mit jedem Lesen versteht man anderes, versteht Neues, versteht mehr.
Die Briefe sind kein Ratgeber, doch sicherlich sind sie eine Stützte, ein Gebet zum immer wieder lesen - für Schriftsteller, für Liebende, für Menschen.

"Ihr innerstes Geschehen ist ihrer ganzen Liebe wert, an ihm müssen Sie irgendwie arbeiten und nicht zu viel Zeit und zu viel Mut damit verlieren, Ihre Stellung zu den Menschen aufzuklären. Wer sagt Ihnen denn, dass Sie überhaupt eine haben?"
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am 19. April 2016
Diese Ausgabe von Amazon hat auf der Rückseite des Buches eine Einführung zu Rilke und den wunderschönen Briefen.
Sie ist jedoch (und das finde ich eine ABSOLUTE FRECHHEIT) mit einem Übersetzungsprogramm in miserablem Deutsch von irgendwoher übersetzt worden. Nur schon auf dem Umschlag sind ca. 10 Sprachfehler (Grammatik & Syntax) vorhanden. Im Buch drin sind bei mir ca. 10 Seiten noch verschweisst.
Noch nie in meinem Leben habe ich eine derart schlechte und miserable Rilke-Ausgabe gesehen, geschweige denn gekauft. Ich werde Sie umgehend retournieren und rate jedem potentiellen Käufer die Hände von dieser Ausgabe zu lassen.
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am 29. November 2013
Wer einen Zugang zur Denkwelt des etwa 30jährigen Rilke sucht, der sollte zu diesem Büchlein greifen. Nirgends sonst tritt einem der Dichter so plastisch und zugleich sympathisch-menschlich entgegen. Da fehlt jene Manieriertheit, die sich noch in seinen frühen Gedichten ausdrückt. Hier schreibt jemand, der gereift ist - als Mensch wie als Poet. Und der jungen Menschen (aber nicht nur ihnen) viel Hilfreiches, Tröstliches und Bedenkenswertes zu sagen weiß. Meiner Meinung nach gehören Rilkes Briefe an den jungen Dichter Kappus zu den schönsten und edelsten Werken deutscher Sprache.
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am 26. Mai 2007
Eindeutig mit das Schönste, was ich jemals gelesen habe. Poetisch, aber auch eine konkrete Lebenshilfe, weit ab von modernen "Lebensratgebern".

Durch dieses Buch wird man ganz sicher ein bisschen weiser - und zumindest ich wurde dadurch auch ein bisschen glücklicher.
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am 14. Juli 2006
Es gibt nichts, was ich hier schreiben kann, was dem Inhalt dieser Briefe gerecht wird.

Wie der junge Dichter, an dem diese Briefe gerichtet waren, zwei Jahrzehnte nachdem der Briefverkehr eingeschlafen war, richtig sagte: "Wenn die Großen sprechen, sollten die Kleinen schweigen"

Nur eines: Wenn Sie Rat suchen, wenn alles in Ihnen brennt nach Verstehen und Liebe, dann lesen Sie dieses kleine Büchlein.

Diese Briefe sind warm strahlende Diamanten, klar und unterscheidend, aber dann doch auch voll Verständnis und Demut.

Lesen sie dieses kleine Buch.

Und eine große alte Seele wird sich Ihnen entgegenneigen.
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am 30. September 2012
"Ein Kunstwerk ist gut, wenn es aus Notwendigkeit entstand. In dieser Art seines Ursprungs liegt sein Urteil; es gibt kein anderes." (S. 9) Oder: "Da gibt es kein Messen mit der Zeit, da gilt kein Jahr, und zehn Jahre sind nichts. Künstler sein heißt: nicht rechnen und zählen; reifen wie der Baum , der seine Säfte nicht drängt und getrost in den Stürmen des Frühlings steht ohne Angst, daß dahinter kein Sommer kommen könnte." (S. 17)
Wer je aus einer Notwendigkeit heraus ein Kunstwerk schuf, das noch am Baum hängt, darf sich angesprochen fühlen. Auch alle, deren kreative poetische Früchte schon in Körben liegen, werden sich wiederfinden. Wer die Einsamkeit sucht, findet einen Verbündeten, einen der sie mehr preist, als jeder sonst. Und wem sie zuwider ist, dem wird hier Mut gemacht: ja, das Leben ist oft schwierig, aber nur wenn man an den Kern geht, vor allem den eigenen, kommt man in die Tiefe - auch oder gerade mit dem eigenen Schaffen. Und nur aus dieser Tiefe kann man in die Höhe schnellen..
Rilke gibt dem dem jungen Mann Franz Xaver Kappus, der nicht weiß, ob er ein Dichter ist, durch die Blume zu verstehen, dass er wohl kein wahrer Dichter sein kann, wenn er es nicht weiß. Von all den Versen, die der junge Mann dem großen Dichter sendet, gelangt allerdings einer bis in dieses Büchlein hinein. Ein Sonett, das Rilke abgeschrieben hat: "..weil ich fand, daß es schön und einfach ist und in der Form geboren, in der es mit so stillem Anstand geht." Was für eine schöne Idee, den Dichter (also doch?) seine eigenen Verse lesen zu lassen, als ob es fremde wären. "Sie werden im Innersten fühlen, wie sehr es die Ihrigen sind." (S. 34)

Verständnis klingt durch jede Zeile dieser zehn Briefe, verfasst zwischen 1903 und 1908. Immer wieder entschuldigt sich Rilke, sich erst jetzt zu melden. Er sei sehr beschäftigt gewesen oder auf Reisen. Dass er es überhaupt fertig brachte, so ausführlich zu antworten!
Seine Briefe sind leise und eindrucksvoll wie seine Gedichte. Sie haben dieselbe Tiefe und Leichtigkeit zugleich. Sie sprechen aus der Seele eines Menschen, der zutiefst war, was er lebte (und umgekehrt), und es weitergab in die Seele eines anderen - der diese Briefe weitergab, für unser aller Seelen. "Es war eine Freude für mich, dieses Sonett und Ihren Brief oft zu lesen; ich danke Ihnen für beides." (S. 34)
Es war tief berührend, diese zehn Briefe vor mehr als zehn Jahren zu lesen, und sie nun noch einmal mit einem völlig neuen Bewusstsein aufzunehmen, war wie einen neuen Frühling zu erleben, der kein erster Frühling mehr ist und dennoch so groß wie der letzte...
Wie war das mit dem Sommer, Herr Rilke? Dieser Sommer war nicht groß, dieser war überwiegend kühl, aber Sie sagen, es kommt immer ein Sommer nach dem Frühling - und vielleicht wird der nächste Sommer also wieder wohlig warm und an manchen Tagen sogar so heiß, dass wir uns nach Schnee sehnen? Abwarten und Tee trinken. Dieses Buch ist ein Genuss.
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am 12. August 1999
Die Briefe an einen jungen Dichter sind ein ungeheuer menschliches Stueck Literatur. Wenn man sie nicht schon wegen ihres Titels lesen moechte, dann bestimmt, wenn man ihre Entstehungsgeschichte kennt: Rilke, der anerkannte Lyriker, wird von einem jungen Mann angeschrieben, der sich nicht sicher ist, was einmal aus ihm werden soll. Gedichte schreibt dieser junge hilfesuchende Mensch in seiner Freizeit, sein Leben bewegt sich nicht gerade hin auf ein Literatendasein: Er besucht eine Militaerschule. Und nun fragt er den grossen Dichter also um Rat, nicht, ohne auch sein Herzblut in Form von eigenen Versen dem Dichter vorzulegen. Wie Rilke antwortet, wie er es schafft, ihm Rat zu geben, ohne die Pose eines belehrenden Meisters anzunehmen: Das zu lesen, ist ein wahrer Hochgenuss. Hier zeigt sich, dass das Feingefuehl Rilkes nicht bloss fuer die Beobachtung von Panthern gut war, sondern auch in konkreten menschlichen Fragen nicht versagte. Abgesehen davon, dass hier der Dichter als Mensch hervortritt, gibt es noch einen zweiten Grund fuer meine hohe Meinung von diesem Werk: Das, was Rilke sagt, ist nicht nur einfuehlsam, sondern es scheint mir auch sehr weise. Es ist vielleicht tatsaechlich in der Lage, auch heute noch in einer schwierigen Lebensphase Rat zu geben. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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am 2. Januar 2012
...so weit, als es irgend geht, annehmen; alles, auch das Unerhörte, muß darin möglich sein. Das ist im Grunde der einzige Mut, den man von uns verlangt: mutig zu sein zu dem Seltsamsten, Wunderlichsten und Unaufklärbarsten, das uns begegnen kann."
aus meinem persönlichen Lieblingsbrief, Nr. 8, vom 12. August 1904

Ich kann dem bisher hier Gesagten nicht viel hinzufügen. Wie Hr. Kappus selbst sagt, "Und wo ein Großer und Einmaliger spricht, haben die Kleinen zu schweigen." Da gibt es keine passenderen Worte, die ich finden könnte. Diese Briefe sind Balsam für die Seele, so menschlich und voller Einsicht in das Leben, regen zum nachdenken, in sich gehen und fühlen an.

"Es handelt sich darum, alles zu leben. Wenn man die Fragen lebt, lebt man vielleicht allmählich, ohne es zu merken, eines fremden Tages in die Antwort hinein."

Das ist wunderbar. :-)
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