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VINE-PRODUKTTESTERam 21. September 2007
Bei der Vorstellung des Buches im 3 Sat Magazin "Kulturzeit" meinte der Moderator Dieter Mohr, er sei ein Jahrgang mit der Autorin Emily Wu, doch nachdem er das Buch las, glaubte er nicht, dass sie beide auf dem gleichen Planeten aufgewachsen seien.
Emily Wu beschreibt eine Jugend im China Mao Tse Tungs.
Staatliche Willkür herrschte im Reich der Mitte. Familien werden auseinandergerissen, es gibt Hungersnöte und staatliche Anordnungen, bei denen man nur den Kopf schütteln kann.
Wer Biographien aus China kennt, weiß, dass die Geschichte von Emily Wu nicht neu ist, doch gelingt es Emily Wu ihre Kindheit und Jugend ergreifend realistisch und ohne großes Pathos zu erzählen.
Sie schreibt in einem sehr flüssigen und interessanten Stil und schafft es die Stimmung jener Zeit einzufangen.
Mit Maos Tod endet das Buch!
Leider...!
Man kann die Autorin nur ermuntern weiter aus ihrem Leben zu berichten!
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TOP 1000 REZENSENTam 29. Juli 2015
Emily Wu ist noch ein Kind, als Maos Kulturrevolution ihre Welt ins Chaos stürzt. Als Tochter eines Professors muss sie Unvorstellbares miterleben: Ihre Familie und auch sie selbst sind immer wieder Repressionen und Demütigungen ausgesetzt. Schikanen, Folter und Vergewaltigung sind an der Tagesordnung. Doch mit viel Mut und Erfindungsreichtum gelingt es Emily, sich dem Schicksal entgegenzustellen und den täglichen Kampf ums Überleben zu gewinnen.

Diese autobiografische Erzählung einer chinesischen Kindheit, beschreibt die Zeit der "Großen Säuberung" Chinas, bekannter unter dem Begriff Kulturrevolution.

Emily Wu, deren chinesischer Name "Yimao" übersetzt Feder heißt, ist knapp drei Jahre alt, als unter Mao Tse Tung Millionen Menschen in China Not leiden und verhungern. Die benötigten Lebensmittel werden an andere sozialistische Länder verkauft, um mit dem Geld die Kampffähigkeit des Landes auszubauen.

Yimao erlebt mit ihren Eltern und Geschwistern, wie sie von den "Roten Garden" als "schwarze Familie" degradiert werden. Denn ihre Familie hat einen bürgerlichen Hintergrund und wird von nun an von den Kommunisten denunziert, ihrer Güter beraubt, körperlich misshandelt und aufs Tiefste gedemütigt. Die Eltern sind Intellektuelle und ihr Vater hat in Amerika Literatur studierte, damit gilt er als verhasster Spion. Selbst seine eigenen Studenten wenden sich auf einmal gegen ihn. Der Klassenkampf beginnt.

1966 wird die Familie aufs Land verbannt, wo sie unter widrigsten Bedingungen arbeiten müssen und den ungebildeten Bauern ausgesetzt sind. Hier sind Aberglaube und Dummheit perfekte Nährböden für Feindseligkeiten gegen die aufgeklärten Stadtmenschen. Im Namen Maos sind Misshandlungen, Vergewaltigungen und Morde an der Tagesordnung.

Frauen gelten wenig im revolutionären China, Babys werden getötet und das Land versinkt in einem Alptraum von Gewalt und Leid.

Was in diesem Buch zur Sprache gebracht wird, schockiert, macht betroffen und entsetzt zutiefst. Auch die Autorin Emily Wu brauchte 20 Jahre bis sie ihre schrecklichen Erlebnisse in geschriebene Worte umsetzen konnte.
Sie wanderte 1981 in die USA aus, wo sie Anglistik studierte und Erzählungen publizierte. Sie ist freie Schrifstellerin und lebt mit ihren beiden Kindern in Cupertino, Kalifornien.
Dieses Buch steht in China noch immer auf dem chinesischen Index. Ein Umdenken ist in vielen chinesischen Köpfen nicht erwünscht.

Dieses unglaublich ergreifende Buch mahnt zur Achtung von Leben und Menschenwürde, denn es zeigt wie solche Werte mit Füssen getreten werden. Eine geschichtliche Annäherung an ein trauriges Kapitel in der Geschichte Chinas.
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Dieses Buch ist die erschütternde Abrechung einer jungen chinesischen Frau mit der Ära der letzten Jahre Maos in China (wobei die Autorin 1981 in die USA auswandern konnte).
Yimao ("Maomao") Wu, 1958 geboren, stammt aus einer Intellektuellenfamilie. Diese Familie wird, da der Vater als "Rechtsabweichler" 3 1/2 Jahre in einem Straflager verbringen musste, nach Hefei (heute eine Stadt mit rund 750 000 Einwohnern) verbannt. Der Hauptvorwurf gegen den Vater: sein Studienaufenthalt in den USA.
1964 wird er rehabilitiert; 1966 beginnt dann die wirkliche Katastrophe für ihn und seine Familie: die "Große Proletarische Kulturrevolution". Lau Mao sollen die "4 Alten" ausgemerzt werden: das alte Denken; die alte Kultur; die alten Sitten; die alten Gewohnheiten.
Hauptfeinde dieser Revoltuion sind die Intellektuellen, die Gebildeten: als "Scheiße der Nation" werden sie bezeichnet. Vor allem gegen sie richtet sich der Terror der "Roten Garden" (der historisch Gebildete erinnert sich an den Terror der SA!)
Die Familie (Yimao hat noch 2 Brüder) wird mehrmals auseinandergerissen; sie wird u.a. in ein "Kuhdorf" verbannt, darf dann aber in die Stadt Wuhu ziehen und überlebt den Terror dieser Jahre.
Die stärkste Persönlichkeit aller vorkommenden Personen ist Yimao: ihr stiehlt man ihre Kindheit; sie macht als Kind Sachen durch, die in anderen Ländern wahrscheinlich nicht einmal viele Erwachsene ertragen würden. Erst als Mao 1976 stirbt, wendet sich das Blatt.
Generell fällt auf, wie die Menschen zueinander brutal sind - nicht nur die ideologisch Verblendeten zu ihren "Feinden". Ein Menschenleben gilt generell nichts; Neugeborene (meist Mädchen) werden auf dem Land immer noch ermordet; Mädchen (Frauen) sind weit weniger wert als Männer. Ehen werden von den Eltern ausgehandelt, ohne auf die Kinder Rücksicht zu nehmen; auch deswegen sind Selbstmorde aus Verzweiflung an der Tagesordnung - mit einem Wort: die chinesische Gesellschaft entpuppt sich - mitten im 20. Jahrhundert - als ziemlich rückständig.
Umso bemerkenswerter die Kraft des jungen Mädchens bzw. der jungen Frau, dies alles durchzustehen und zu überleben (auch mit Hilfe ihrer Eltern). Trotzdem denkt sie nicht nur einmal an Selbstmord...
Ein unheimlich spannendes, einen nicht loslassendes Buch, das so einiges zum Verständnis der heutigen Situation in China beiträgt!
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am 9. November 2007
Emily Wu Feder im Sturm Hoffmann und Campe
ISBN 345550034X

Wie Federn im Sturm haben die Mitglieder der Familie Wu die revolutionären Umstürze in China durchlebt!

Die Erinnerungen von Emiliy Wu an ihre Kindheit in China beginnen im frühen Kindesalter. Sie ist 1958 geboren und lebte kurz nach ihrer Geburt bei Verwandten, wo sie sich als Kind der Familie wohl fühlte. Mit drei Jahren wurde sie zu ihren Eltern nach Hefei zurück gebracht. Sie konnte sich nicht vorstellen, dass diese Leute ihre Eltern waren.

Während ihrer Kindheit gerät sie mitten hinein in die Kulturrevolution. Da ändern sich die Verhältnisse täglich und stündlich.
Ihr Vater war Amerikanistik-Professor.
Einmal darf der Vater noch unterrichten, im nächsten Moment wird er zum Klassenfeind und Spion abgestempelt. Die Schikanen sind ohne Zahl. Man kennt die Anprangerung durch Selbstbezichtigung und Geständnisse, die man sich ausdenken mußte, um der Rachsucht der aufgebrachten Massen zu genügen. In dem aufgeheizten Klima der Revolution wurden sadistische Neigungen in Menschen angereizt, die zu unvorstellbaren Demütigungen und Misshandlungen führten.

Emily muß mit ansehen, wie die Großmutter als ehemalige Großgrundbesitzerin aus der Familie vertrieben wird.
Ihr Vater wird zusammengeschlagen, verprügelt und gedemütigt.

Schon als Kind zeigt Emily eine starke Persönlichkeit, trifft früh eigene Entscheidungen, handelt selbständig und lässt sich nichts gefallen. Zugleich ist sie eine liebevolle Tochter, die ihren Eltern zur Seite steht und hilft, wo sie nur kann.
Immer wieder werden durch die äußeren Umstände Freundschaften aus einander gerissen. Zur Umerziehung werden die Mitglieder gebildeter Schichten in ferne Landstriche und in bäuerliche Regionen oder in Straflager geschickt.
Mit sensiblen und wachen Augen verfolgt Emily, was sich um sie her tut. Dabei ist sie als Kind von Akademikern häufig selber Schikanen ausgesetzt. Für ein Kind von 8 Jahren hat sie sich intelligent, mutig, schlau und tapfer geschlagen.

Allseits verpönte Bücher wurden als Toilettenpapier benutzt. Emily findet sie, liest sie, und die Bücher der Weltliteratur eröffnen ihr eine andere, bessere Welt, in die sie eintauchen kann!

Die Verhältnisse verschlechtern sich. Emily erkrankt vielfach schwer und nur Zufälle retten ihr das Leben.

Die Strapazen der Verbannung, die beide Eltern triff und die Familie häufig auseinander reißt, Armut, Hunger und Lebensbedingungen, die man Tieren nicht zumuten würde, machen das Leben von Emiliy Wu zu einem Überlebenswunder.
Mit diesem Buch wird kein hoher literarischer Anspruch erhoben.
Als Zeugnis der Kulturrevolution in China ist es von hohem Wert. Menschen wurden verdammt zu ideologischem Handeln, Verrat, Intrigen und Grausamkeiten.
Wenige behielten ihre Würde und konnten sich unbeschädigt aus diesem Inferno retten.
Emily Wu hat es geschafft, wenn auch nicht ohne Wunden und seelische Verletzungen. Viele Kinder und Erwachsene sind der Barbarei zum Opfer gefallen.

Man muß das Buch gelesen haben, um zu begreifen, wozu Menschen fähig sind, im Guten wie im Bösen!
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am 28. Oktober 2007
Als Emily Wu den Terror in seiner grausamsten Ausprägung erlebte, bildete sich Europa ein, das so etwas gar nicht mehr existiert.... Umso wichtiger ist es, dass Bücher wie dieses daran erinnern und es uns vor Augen führen.
Fesselnd, hineinziehend ist der Stil, man kann nicht "draussen" bleiben und Abstand nehmen von Emily Wus Schicksal und vom Schicksal der gequälten, gemarterten und gedemütigten Menschen. Opfer und Täter waren viele von ihnen. Wir schließen beim Lesen manche ins Herz und manche verabscheuen wir und mitten im Dunkel wächst plötzlich Menschlichkeit dort, wo man sie nicht erwartet hätte. China ist nicht anders als der Rest der Welt, nur geschehen gleiche Dinge zu verschiedenen Zeiten an verschiedenen Orten. Für diese Einsicht bin ich Emily Wu dankbar, aber auch dafür, dass sie durch ihr Buch eingehendst darauf hinweist, wie kostbar Kinder sind und was ihnen die Welt eigentlich schuldig wäre....
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am 10. Oktober 2011
Von einer glücklichen Kindheit kann man wohl nicht sprechen was die kleine Maomao da in China während er Kulturrevolution verbrachte. Die Autorin schildert diese Zeit aber mit fast kühler Distanz, die einen die Möglichkeit gibt, sich ein eigenes Bild zu machen. Sie beschreibt die äusseren Umstände genauso detailgetreu wie die von alten Sitten bestimmten Regeln in ihrer Familie. Man kann sich richtig in das Buch hineinziehen lassen und leidet mit der kleinen Maomao und wünscht sich an mancher Stelle ein besseres Schicksal für sie. Es ist erstaunlich, dass sie sich nie hat unterkriegen lassen und dass sie sich nie ihren gesunden Menschenverstand hat rauben lassen. Ich kann dieses Buch jeden empfehlen, der tiefere Einblicke in das Leben der heutigen Chinesen haben möchte und es hilft etwas , Land und Leute besser zu verstehen.
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am 21. Dezember 2011
Emily Wu hat mit diesem Buch eine ausgezeichnete Beschreibung der Epoche von Mao Tse Tung geliefert.
Wie die Leute sich gefuehlt haben, wenn sie in die Muehlen der Fanatiker gerieten und welche Excesse im Namen einer Politischen Ideologie getrieben wurden, oder auch noch wie verschiedene die Situation ausnutzten um persoehnliche Rache zu nehmen.

Als ich angefangen hatte das Buch zu lesen habe ich es erst aus der Hand gelegt als ich damit fertig war
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am 29. Juni 2009
Emily Wus Geschichte wird in der Ichform erzählt. So begleitet der Leser das Mädchen Yimao ' Emily Wu änderte ihren Namen wie viele ihrer Landsleute später in einen englischen um - durch ihre harte und entbehrungsreiche Jugend voller sozialer Unterdrückung, staatliche Schikanen und kommunistischen Fanatismus. In der ersten Hälfte des Buches stehen die massiven Probleme der Familie während der Kulturrevolution in China im Vordergrund, die zweite Hälfte schildert die Veränderungen im Leben der Familie durch die Ereignisse der 1960er Jahren.
Geschickt verknüpft Wu zusammen mit ihrem Co-Autor Larry Engelmann die historische Vergangenheit Chinas mit klassischer belletristischer Erzählung und erzählt ihre Kindheit und Jugend auf diese Weise sehr anschaulich, lebensnah und unterhaltsam zugleich. Dabei vermeidet sie es, auf die Tränendrüse zu drücken; so erschütternd und unvorstellbar manche Grausamkeiten sind, unter denen die Familie zu leiden hat, so unprätentiös wird von ihnen berichtet. Mit viel Feingefühl gelingt Wu dadurch ein Rückblick in ihr bewegtes Leben in China. Gleichzeitig vermittelt sie dem Leser viele historische Fakten auf lebendige, plastische Weise. Auch wenn die Familie viel erdulden muss, ist der Roman unterhaltsam geraten und liest sich flüssig wie eine fiktive Geschichte. Spannung und Dramatik resultieren aus der jeweiligen Situation und werden nicht absichtlich forciert, auf allzu drastische Beschreibungen verzichtet Wu, ohne allerdings die Gräueltaten der damaligen Regierungspartei zu verheimlichen. Offen und ehrlich, aber mit genügend Behutsamkeit geht sie das Thema an und trifft dabei genau den richtigen Ton. So ist ihr mit 'Feder im Sturm' ein Roman gelungen, der nicht nur Chinareisenden und Historikern gefallen wird, und der ein lebendiges Porträt eines Landes im Umbruch zeichnet.

Neben der schicken Hardcoverausgabe von 2007 gibt es den Roman seit April 2009 auch als günstiges Taschenbuch zu erwerben.
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am 25. April 2010
Dieses Buch ist die lebendige Widerrede einer Frau, die als Kind und Heranwachsende die schrecklichen Zeiten unter Mao erleben musste. Widerrede gegen jede Vorstellung, das System habe irgend etwas mit Kommunismus zu tun. Das Buch ist in einzelne, abgeschlossene Kapitel unterteilt, der Stil ist mitweilen poetisch, es dominiert aber die nüchterne Beschreibung der Umstände, aber auch ihrer Gefühle - beispielsweise ihrer verbotenen Liebe. Jedem, jeder, auch denen, die schon was über China wissen, würde ich dieses Buch empfehlen. Auch junge Chinesen heute, die von ihrer eigenen Geschichte wahrscheinlich nur vage Vorstellungen haben, würden von diesem Buch profitieren.
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am 14. Februar 2016
Sehr spannend erzählt die Autorin, Emily Wu ihre Kindheits-Erinnerungen in der Volksrepublik China, wo sie 1958 geboren worden ist. Ihre Familie erlebt die Unterdrückung und politische Gewalt der kommunistischen Partei zur Zeit der Kulturrevolution am eigenen Leib. Ihre Eltern sind beides Intellektuelle und werden als 'schwarze Familie' denunziert und aufs Land geschickt, um in Arbeitslagern umerzogen zu werden. Eine wahre sozialistische Gesellschaft soll geschaffen und eine neue Bildungsschicht um jeden Preis vermieden werden. Das bäuerliche Leben in Armut ist unvorstellbar hart und die grenzenlose Gewalt gegenüber sogenannten Abweichlern kaum begreifbar.

Trotz den äusserst tragischen Erfahrungen und der grossen Melancholie, die in diesem Roman mitschwingt, verliert Emily Wu nie den Mut und ihre Erzählungen zeugen von viel Würde und Stärke, die ihr hoffentlich immer erhalten bleiben.

Ein eindrückliches Buch, das interessante Einsichten in einen fremden Kulturkreis und zudem sehr persönliche Erlebnisse vermittelt.
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