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Kundenrezensionen

3,8 von 5 Sternen
57
3,8 von 5 Sternen
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TOP 500 REZENSENTam 31. Juli 2013
Format: Gebundene Ausgabe|Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts( Was ist das? )
Ein rumänischer Bettler, ein Hase und die Weiten Finnlands. Wie das in ein Buch passt?
Der finnische Autor Tuomas Kyrö beweist, dass es geht und zwar mit jeder Menge schwarzem Humor und versteckter Sozialkritik.
So wird Vatanescu, einfacher rumänischer Bettler, zu Beginn der Handlung von dem Wunsch getrieben, seinem Sohn Stollenschuhe zu kaufen. Kurz darauf findet er sich in Finnland wieder, um dort zu arbeiten, gerät dabei jedoch in jede Menge Verstrickungen.
Da wäre zunächst einmal die russiche Mafia, die Vatanescus Schwester mit samt neuen Zähnen und Brustimplantaten nach Polen verkauft und den Helden der Geschichte kurzerhand in Helsinkis Innenstadt abliefert. Frierende Zehen und ein paar Cents später, ist Vatenescu angekommen - im finnischen Bettler-Dasein und unter der Fuchtel von Jegor Kugar, einem unglaublich sympathischen Zeitgenossen, der nur eines möchte - möglichst viel Profit aus Vatanescu und seinen Bettlerfreunden schlagen.
So lassen sich natürlich keine Stollenschuhe ansparen! Und so bleibt Vatanescu nichts anderes, als die Beine in die Hand zu nehmen und Haken zu schlagen. Wie ein Hase? Genau, auf den trifft er nämlich wenig später, und nimmt den kleinen, verletzten Mümmelmann auf und lässt ihn fortan in seiner Manteltasche wohnen.
Die beiden treffen auf einen netten Restaurant-Besitzer, jede Menge voller Teller, eine freakige Jugendgruppe und schließlich den Beruf schlechthin: Beerenpflüger in Lappland! Ob diese letztlich Vatanescu dazu verhelfen, seinem Jungen Stollenschuhe zu kaufen?

Insgesamt war das Buch ein wirklich kurzweiliges Lesevergnügen. Vollgepackt mit Absurditäten des Alltags, jeder Menge Überraschungsmomenten, detailreichen, wenn auch sarkastischen, Detailzeichnungen der finnischen Bevölkerung und ganz viel Sympathie für den Hauptcharakter und seinen kleinen Hasen, die von einem Abenteuer ins andere stolpern. Neben allem Witz, und Charme, die das Buch bietet, schwingt aber auch immer der Gedanke mit - ja, unsere (hier die finnische, aber es könnte auch in jedem anderen Land spielen) Gesellschaft ist ganz schön egoistisch und leistungsorientiert geworden. Dennoch, der Autor versucht zu keiner Zeit mit dem Zeigefinger in eine Richtung zu zeigen, vielmehr schwingt immer auch die optimistische Message mit: ja, es gibt noch Leute, die ein Herz haben und auch einem wie Vatanescu zu seinem Glück verhelfen wollen.

Wer also auf Roadtrips steht,wem fantastische und so gar nicht zusammenpassen-wollende Elemente nichts ausmachen und wer schon immer mal eine Art Alice-im-Wunderland auf Finnisch erleben wollte, der dürfte mit diesem Buch sicher nicht daneben liegen.
Mir hat es jedenfalls gut gefallen.
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Format: Gebundene Ausgabe|Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts( Was ist das? )
"Bettler und Hase" ist ein sehr eigenartiges und persönliches Buch, das viel Charme aus der besonderen Schreibweise des Autors gewinnt. Den Inhalt möchte ich hier nicht wirklich darlegen - dazu hatte ich schon genug Vorredner und der Klappentext kann in diesem Falle auch recht gut für sich sprechen. Dieses Buch lebt für mich nicht durch den geschichtlichen Inhalt, sondern eher durch die Präsentationsweise von dem was die Protagonisten ausmachen.

Die Besonderheit der handelnden Personen besteht darin, das es ganz normale Menschen sind, Menschen die uns jeden Tag in der Stadt, in der Einkaufshalle oder im Wald über den Weg laufen könnten. Der einzige Unterschied ist - die Menschen in diesem Buch sind erschreckend ehrlich und sprechen Gedanken der heutigen Gesellschaft einfach aus.

<Was lebt, das überfährt man nicht, dem hilft man auf die Sprünge.>
<Lächeln ist fürn Arsch und gehört nicht ins Gesicht.>
<Schuhe haben nicht nur einen Verkaufspreis sondern auch ein Kaufgesicht - wie komme ich an so ein Gesicht?>

Die generelle Besonderheit dieses Buches besteht aus der unaufdringlichen und charmanten Gesellschaftskritik die totz ihrer Wahrhaftigkeit für ein Lächeln auf dem Gesicht des Lesers sorgt.
Die Situationen in denen eben diese Zitate zum tragen kommen sind eigentlich so grotesk, man fragt sich sofort warum der Protagonist nicht einfach den Mund hält...ein paar Gedankengänge später entsteht dann die Frage: Wieso sollte er denn?
Warum still sein? Warum nicht sagen was man denkt? Warum Missstände nicht ansprechen nur weil alle anderen sie stillscheigend zu akzeptieren scheinen? Grotesk erscheint durch weiteres Nachdenken dann nur eins...das Schweigen.

Sicherlich ist dieses Buch auch ein bisschen überspitzt, die Geschichte hebt zum Ende hin etwas ab und verliert an Realität. Dennoch lebt das Buch von dem Stil - der auch hin und wieder schwierig ist.
Er ist locker und teils wirklich unsystematisch. Gedankengänge werden oftmals nur lose aneinander gereiht, aber dennoch erzeugt dieser Stil die angestrebte Wirkung wenn sich der Leser darauf einlässt und nach den ersten Verwirrungen die auch leserliche Kraft kosten, nicht gleich aufgibt. Doch hin und wieder war mir das auch etwas viel - daher der Stern Abzug.
Also ein gutes Buch für Nachdenkliche und Liebhaber etwas dunkleren Humors.
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TOP 500 REZENSENTam 20. Juli 2013
Format: Gebundene Ausgabe|Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts( Was ist das? )
Inhalt:
Eines Tages verlässt Vatanescu seine rumänische Heimat und seinen Sohn Miklos, weil er vom dubiosen Drogen-, Waffen- und Menschenhändler Jegor Kugar ein Jobangebot bekommen hat. Er arbeitet nunmehr als Bettler in Finnland, ist jedoch nicht sonderlich erfolgreich. Schließlich gelingt es Vatanescu, sich aus Jegor Kugars Fängen zu befreien, und er macht sich zusammen mit einem Kaninchen auf eine Reise durch Finnland.

Mein Eindruck:
Schon der erste Satz des Romans zeigt, dass man es hier mit einem teilweise bitterbösen Buch zu tun hat. So fanden sich auch im Verlauf immer wieder sehr sarkastische Stellen, doch wirklich witzig fand ich das Buch nicht, gelacht habe ich auch nicht.

Insgesamt liest sich 'Bettler und Hase' durch die kurzen Kapitel, die einfache Sprache und den flüssigen Schreibstil sehr schnell. Stellenweise fand ich das Buch trotz des eigentlich sehr ernsten Themas amüsant, auch die sozialkritischen Kommentare haben mir gut gefallen.

Insgesamt hat mich die Geschichte jedoch weder beeindruckt noch sonderlich begeistert oder unterhalten. Vermisst habe ich zudem einen Spannungsbogen (die Geschichte plätschert meiner Meinung nach einfach nur dahin), oft waren mir die Erlebnisse von Vatanescu zu bizarr und zu grotesk.

Mein Resümee:
Einzelne Aspekte des Buches (Sozialkritik, Sarkasmus etc.) haben mir zwar gut gefallen, alles in allem kann ich die Lektüre aber nicht empfehlen.
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Format: Gebundene Ausgabe|Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts( Was ist das? )
Vatanescu stammt aus Rumänien. Armut bestimmt sein Leben. Und eben diese Armut macht ihn erfinderisch, gilt es doch, den Herzenswunsch seines sechsjährigen Sohnes zu erfüllen: Fußballschuhe mit Stollen will der Filius. In Ermangelung besserer Einfälle lässt sich der Vater mittels Menschenhändler nach Finnland schleusen - um ebenda als Bettler Geld zu "verdienen". Doch so richtig will der Geldfluss auch in Finnland nicht in Gang geraten. Komplett merkwürdig wird die Geschichte, als Vatanescu einen Hasen, nein, genauer ein Karnickel rettet - und er/es zu seinem treuen Begleiter wird...

Trotz einiger Skurrilitäten bleibt Tuomas Kyrös Roman hinter meinen Erwartungen zurück. Richtig warm wurde ich weder mit dem Protagonisten, noch mit der Schreibweise. Und auch der Schluss ist mit viel zu unspektakulär.

Insgesamt bleibt "Bettler und Hase" ein Buch, das man gelesen haben kann - aber nicht muss. Und nachdem es auch schon mit dem "Hundertjährigen, der aus dem Fenster stieg" verglichen wurde: "Bettler und Hase" kommt nicht an diesen Roman (der lediglich daran krankte, viel zu lang geworden zu sein) leider nicht heran.

Somit mein Fazit: Drei von fünf Sternen. Ich kann nachvollziehen, dass einige Rezensenten mehr in dem Buch sehen als ich - aber mein Fall war es eben nur bedingt.
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Format: Gebundene Ausgabe|Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts( Was ist das? )
„Der Mensch kann seinem Leben nicht entkommen, auch wenn er es noch so will.“
„Bettler und Hase“ ist ein schönes Buch, und das ist auch nicht ironisch gemeint. Mir hat das Lesen Spaß gemacht, auch wenn es mich alles ein wenig an Jonas Jonasson erinnert hat. Parallelen sind nun auch unverkennbar und wenn man kurze Zeit nach einem solch großen Erfolg ein Buch veröffentlich, dass auch ins Genre Roadmovie passt, dann sind Vergleich unvermeidlich.
Was mir besonders an diesem Buch gefallen hat, ist die Sprache. Kurz und präzise, nur nicht ein Wort zu viel. „… in einem Mietwagen, den ein Chauffeur namens Alzheimer steuerte.“ Solche Sätze mag ich und die muss man auch nicht auseinanderpflücken, die sprechen für sich. Und das Buch ist voll damit. Auf den Punkt gebracht. Und weiter kann es im Text gehen.
Vom Inhalt her ist „Bettler und Hase“ nun nicht gerade ein ausgesprochen lustiges Buch, bei welchem man ständig lachen muss. Der Hintergrund ist eigentlich ein ziemlich ernster, nur verdeckt die Sprache oftmals diese Tatsache. Vatanescu ist ein Rumäne, der in Finnland sein Glück sucht, weil er seinem Sohn Stollenschuhe kaufen möchte. Das ist sein alles bestimmende Ziel, gleich was er macht, die Stollenschuhe sind immer präsent.
Vatanescu stolpert nahezu in seine Erlebnisse, die ihn zwar nicht um den Globus führen, aber dennoch für sein, und nicht nur für sein Leben, weitreichende Folgen haben. So hat er in seinem „ersten“ Arbeitgeber einen Feind gefunden, der ihn hartnäckig verfolgt und bis zum Ende dieses Buches eine wichtige Rolle spielen wird.
Dann ist da ja noch der Hase, dem Vatanescu das Leben rettet und der ihn begleiten wird bei all seinen Abenteuern. Der Hase fungiert hier als Sympathieträger, was ich durchaus für legitim halte. Vielen skurrilen Menschen begegnet Vatanescu, manchmal habe ich mich schon beim Lesen gefragt, ob es nicht zu dick wirkt. Aber derartig aufgebaute Geschichten funktionieren nur so. Je verrückter, desto besser für die Geschichte. Es ist eben Literatur.
„Wohin uns das Leben führt, darüber entscheiden das Schicksal, der Zufall …. Der eine hat seinen Platz in Finnland, der andere in Rumänien, der Dritte in Hollywood.“ Alles Worte, die Vatanescu in den Mund gelegt wurden. Und der doch immer wieder nur sein Ziel verfolgt und nicht weiß, was die anderen alle von ihm wollen. Es sind die anderen, die ihn in seine Rolle drängen, auch dank der neuen Medien, in welchen er zum Star aufstieg. Es ist wirklich wie in einem Märchen, was man da liest. Da hat der Klappentext einmal nicht Unrecht. Und man liest es gerne. Es ist kurzweilig, macht Spaß und ist bei allem aber auch nie oberflächlich. Im Gegenteil, hier wurde manches kluge Wort gut verpackt. Ich denke zwar nicht, dass dieses Buch so erfolgreich werden wird wie das des Schweden Jonas Jonasson. Doch es ist es wert, gelesen zu werden. All die verrückten Gestalten, denen Vatanescu begegnet, all die Qualen, die er einzig für sein Ziel auf sich nimmt. Und die ganze Satire auf die Politik und das Leben im Allgemeinen. Das sollte man einfach mal lesen.
„Mit wenigen Worten kann man die Welt verändern. Man muss nur wissen, mit welchen.“
Wenn das mal immer so einfach wäre. Aber der finnische Autor Kyrö hat eine Menge nützlicher Worte gefunden und aneinander gereiht. Absolut lesenswert.
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TOP 500 REZENSENTam 10. Juli 2013
Format: Gebundene Ausgabe|Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts( Was ist das? )
Wenn ein Buch ganz oben in irgendwelchen Bestsellerlisten steht, bin ich grundsätzlich neugierig - aber auch oft ein wenig skeptisch, denn was einem Schwung professioneller Literaturkritiker gefällt, kann, aber muss nicht unbedingt auch jedem einzelnen "normalen" Leser gefallen.
Der Autor Tuomas Kyrö, der mir trotz diverser Auszeichnungen zuvor nicht bekannt war, hat für seinen Roman "Bettler und Hase" eine auf den ersten Blick recht originelle Ausgangssituation ersonnen:
Um seinem Sohn endlich die heißersehnten Stollenschuhe kaufen zu können, lässt sich der rumänische Bettler Vatanescu zusammen mit seiner Schwester Klara illegal nach Finnland schleusen, wo Klara ihren Körper verkaufen und Vatanescu als professioneller Bettler arbeiten soll.
Da sein Chef 75% seiner Einnahmen fordert, flieht Vatanescu und macht sich zusammen mit einem Hasen, dem er das Leben gerettet hat, auf eine bizarre Reise durch das ihm fremde Land, auf der er den unterschiedlichsten Menschen begegnet und sogar zu einer Art Internetstar wird.
Als eine "Mischung aus Roadmovie, Sozialsatire und modernem Märchen" wird "Bettler und Hase" beworben und tatsächlich kann man auch all diese Ansätze erkennen.
Mir jedoch ist die Sozialkritik dieses Buches, dessen Absicht, den westeuropäischen Ländern einen Spiegel vorzuhalten, leider eher holzhammerartig als subtil vorgetragen wird, allzu bemüht.
Wie einst Forrest Gump, so irrt auch hier eine Art weiser Narr durch Zeit und Raum, ohne recht zu wissen, wie ihm geschieht, begegnet den unterschiedlichsten Menschen, erlangt ohne sein Zutun eine gewisse Bekanntheit und denkt dabei doch immer nur an Jennie, äh, an Sohnemanns Stollenschuhe.
Obwohl die bemühte politische Korrektheit und fingerzeigende Sozialkritik mir schon auf den ersten Seiten nicht wirklich zugesagt haben, genauso wie der vollkommen emotionslose Schreibstil des Autors, hat mich die originelle Grundidee des Buches zunächst dennoch bei der Stange gehalten, aber nach etwa 100 Seiten vermag diese Idee alleine die Geschichte einfach nicht mehr über die restlichen zwei Drittel zu tragen, die sich für mich dann leider ziemlich gezogen haben, so daß ich trotz der interessanten Idee und der guten Absicht nicht mehr als drei Sternchen vergeben kann.
Dennoch gilt natürlich wie immer, daß Rezensionen letztendlich nur eine recht persönliche Meinungsäußerung sein können und die Geschmäcker nun mal (zum Glück!) verschieden sind.
Wenn das Buch Sie also interessieren sollte, schauen Sie am besten mal in die Leseprobe und ein paar weitere Rezensionen, machen sich dann ein Bild und geben dem Roman eventuell selber eine Chance.
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am 14. August 2013
Das Buch hat viele, viele bezaubernde Momente.

Bisweilen ging mir allerdings alles ein bisschen zu Hopplahopp (womit natürlich nicht das allgegenwärtige Kaninchen gemeint ist), sodass ich zunächst ein wenig gezögert habe alle fünf Sterne zu vergeben.

Aber das Buch ist trotzdem großartig. Manches erschließt sich erst auf den zweiten oder dritten Blick. Aber natürlich nur, wenn man die eingebauten doppelten Böden erkennt.

Es ist dem Autor gelungen die uralte Form des Märchens geschickt mit der recht modernen Form der Satire zu verknüpfen. Und diese beiden Textsorten zeichnen sich ja beide dadurch aus, dass sie neben der vordergründigen Handlung noch andere Botschaften transportieren.

Hervorstechendstes Märchenmotiv in diesem Buch ist natürlich der Aufbruch einer einzelnen Person von zu Hause auf der Suche nach dem Glück. Aber wer sich jemals ein wenig mit Märchenmerkmalen auseinandergesetzt hat, wird viele weitere Motive finden. Typisch für Märchen ist dass vieles nicht nur eine offenkundige, sondern auch eine symbolische Bedeutung hat. In dem vorliegenden Roman geht es u.a. um Hoffnung und um Liebe.

Gleichzeit gibt es aber mit der immer mal wieder aufblitzenden Ironie, mit dem Spiel mit der Sprache und mit den Lesererwartungen Merkmale der Satire. Und da die Intention von Satire die Kritik ist, bekommt der Roman so eine interessante Färbung.
Wo durch das Märchenhafte vieles vielleicht zu naiv und zu rosarot wirken könnte, bringt das Satrische den Leser dazu sich in einen gewissen inneren Abstand zum Geschehen zu begeben und den gesellschaftlichen Hintergrund der Handlung kritisch zu betrachten.

Die den einzelnen Kapiteln vorangestellten Mini-Einführungen erinnern an Kinderbücher.
Als Lesehilfe sind sie für erwachsene Romanleser natürlich nicht notwendig. Aber für mich waren sie bei der Lektüre immer wieder eine Erinnerung daran, dass in diesem tollen Buch vieles längst nicht so einfach ist, wie es auf den ersten Blick wirkt. Es ist, als ob der Autor sagen würde. „Schau, so wäre es schön, nicht wahr? Aber, bitte, lieber Leser, mach dir deine eigenen Gedanken.“
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HALL OF FAMEam 6. April 2013
Format: Gebundene Ausgabe|Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts( Was ist das? )
..für den Sohn kaufen zu können ist der größte Wunsch von Vatanescu. Mit dem Kleinkriminellen Jegor ist er im Kleinbus unterwegs nach Finnland auf der Suche nach Arbeit und Glück. In Finnland soll er für Jegor betteln und wird von ihm ausgebeutet. Hunger und Armut machen ihm zu schaffen. Er begehrt gegen Jegor auf und macht sich alleine auf den Weg durch Finnland. Auf seiner Reise sammelt er das Häschen/Kanninchen ein, dass ihn erst mal in Schwierigkeiten bringt. Doch dann, ganz im Zeichen von Forrest Gump, begegnet er Menschen die ihm weiterhelfen und er macht sein Glück.

In der Geschichte wird unsere Gesellschaft kritisch beleuchtet. Zum Beispiel hat jemand schlechte Kleidung, passt nicht ins Gesellschaftbild und stellt somit nichts dar, wird nicht geholfen. Ist jemand gut angezogen, wird davon ausgegangen, dass er ein wichtiger Teil der Gesellschaft ist und bekommt im Besten Fall ein Auto das im nicht gehört.

Der Roman ist mit Humor gespickt und flott geschrieben. Die Realsatire wird in der Aussage deutlich "die höchste Form des Daseins ist der Promi". Es zeigt zudem auf das das Leben eine Chance ist und jeder sein Glück machen kann.

Ich vergebe 3 Punkte, da sich nicht alle Anspielungen aus Finnland dem deutschen Leser erschließen und weil dem Buch am Ende ein bisschen die Puste ausgeht.
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am 1. August 2013
Format: Gebundene Ausgabe|Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts( Was ist das? )
Als Sozialkritik, Roadmovie, modernes Märchen wird der Roman beworben. Lustig soll er sein. So was würde mir gefallen, dachte ich.
Vatanescu ist ein Wirtschaftsflüchtling aus Rumänien, der sich der Bettlermafia anschließt, um seinem Sohn Miklos Stollenschuhe kaufen zu können, damit dieser mal ein großer Fußballstar wird. So weit so tränendrüsenreich. In Finnland erwartet ihn ein hartes Los, betteln bei jedem Wetter, nie darf er lächeln, sondern muss immer möglichst abgerissen und mitleidheischend aussehen. Dazu muss er noch 75% seines Verdienstes an den Schleuser abgeben, der ihn ins gelobte Land gebracht hat. Als Vatanescu sich gegen diesen auflehnt, beginnt eine abenteuerliche Flucht quer durchs Land. Bald sind ihm Polizei, Fernsehen und natürlich der Schleuser auf den Fersen. Ein Kaninchen, das er vor einem jugendlichen Mob gerettet hat, ist sein einziger Begleiter.
Der Stil, in dem der Roman geschrieben ist, gefällt mir durchaus, knallhart und trocken präsentiert Tuomas Kyrö einen Streifzug durch Vatanescus Leben. Allerdings reissen seine kurzen Abschnitte die Personen, denen Vatanescu auf seiner Reise begegnet, nur an, obwohl sie eingehend mit Vorgeschichte vorgestellt werden. Das geht so weit, dass ich ein Paar, das am Ende eine große Rolle spielt, total vergessen habe, obwohl ich den Roman innerhalb weniger Tage gelesen hatte. Das mag eine Eigenschaft des Roadmovie sein, aber ich fragte mich beim Lesen schon, warum dann alle Personen so eingehend, und zwar nicht im Dialog mit Vatanescu, vorgestellt wurden.
Sozialkritisch ist der Roman, sicher insbesondere für Finnland, aber auch dem Rest Europas gegenüber. Dies geschieht aber so holzhammermäßig und holzschnittartig, dass es sein Ziel weit verfehlt. Da fehlt nix, Raubbau an der Natur, Ausbeutung von Menschen, Medienhype, auch Naturschützer kriegen ihr Fett weg. Anstatt zum Nachdenken anzuregen, schüttelte ich nur den Kopf angesichts dieser geballten Schwarz-Weiß-Malerei. Dazu kommt noch, dass vieles Finnlandspezifisch ist und die Finnen vermutlich alle Anspielungen verstehen (ich könnte mir zum Beispiel vorstellen, dass in der Beschreibung der Politiker einiges Potenzial steckt), aber für mich als durchschnittlichen Europäer, der mit Finnland hauptsächlich die Sauna und übermäßigen Alkohholgenuß verbindet, war nichts davon Lustig.
Modernes Märchen? Ja, das letzte Viertel des Buches muss man unbedingt unter diesem Aspekt sehen, sonst ist es nur abstrus.
Ich kann mir schon vorstellen, warum das Buch in Finnland auf den Bestsellerlisten gelandet ist, für mich war es aber einfach nur klischeebeladen und mühsam konstruiert.
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am 25. August 2014
Ich bin der Meinung dass das Original Arto Paasilinnas vom Jahr des Hasen eindeutig besser und glaubhafter ist. Der Bettler und Hase Tuomas Kyrös ist nur eine Adaption von Artos Klassiker. Die Sprache ist besser und nicht so ordinär. Aber wer es liebt. Es ist eine Satire oder Ironie OK aber einmal gelesen reicht dann. Es schmort dann auf alle Zeiten im Regal. Ich rate zur Ausleihe und nicht zum Kauf. Der arme Hase oder das Kaninchen ist dann irgendwann wieder in Freiheit. Es gibt so viele andere schöne und gute Bücher. Dazu rate ich. Ein Stern reicht.
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