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Kann man auf eine gemalte Frau eifersüchtig werden? Offensichtlich ja, denn in der ersten Erzählung dieses neuen Buches von Siegfried Lenz bringt ein Gemälde fast eine Ehe auseinander.
Die längste der Erzählungen handelt von einem an den Strand angeschwemmten Container mit Masken, die für das Völkerkundemuseum gedacht waren. Abends in der Kneipe werden die Tiermasken von den Einheimischen aufprobiert und sorgen nicht nur für viel Vergnügen, sondern plötzlich auch zur Verständigung zwischen verfeindeten Parteien. Diese Masken verbergen nicht, sondern bringen offensichtlich das Beste in den Menschen hervor. Und sie stiften eine Liebesgeschichte.
In der dritten Erzählung geht es um die Ehrung eines standhaften Kapitäns, der bis zuletzt auf seinem sinkenden Schiff ausgehalten hat. Auch hier geht es eigentlich wieder um Moral, was sich besonders im ehrlichen Umgang des Kapitäns mit der Ehrung zeigt.
Besonders nahe ging mir die vierte Erzählung, die in einem Krankenhauszimmer spielt. Ein Schriftsteller lässt mit seiner Frau das Leben des Sohnes, das er gerade aufgeschrieben hat, vorbeiziehen, eine Geschichte, die ein herzzerreißendes Ende hat.
Der Band schließt mit einem Interview über einen Film, der ein ungewöhnliches Leben behandelt.
Normalerweise lese ich Erzählungen nicht so gern, aber bei den Erzählungen von Siegfried Lenz ist das anders. Sie sind etwas ganz Besonderes und wirken, auch wegen des für Siegfried Lenz so typischen Tonfalls und Schreibstils, lange nach. Auf wenigen Seiten kann Lenz beschreiben, wofür andere Autoren einen ganzen Roman brauchen. Das gilt sowohl für die Tiefe der Charaktere als auch für die behutsame Anregung zum moralischen Denken.
Ich hoffe, dass der 85jährige Siegfried Lenz, der einer meiner Lieblingsautoren ist, noch sehr lange so wunderbare Bücher schreibt.
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am 24. Dezember 2011
Dass Siegfried Lenz nicht nur große Romane zu schreiben vermag, sondern bereits seit Jahrzehnten der unerreichte Meister der Erzählung ist, belegt der zu seinem 80. Geburtstag erschienene Band "Sämtliche Erzählungen" eindrucksvoll. Nun hat die Zeit auch den Titel des Buches widerlegt: Es sind nicht mehr sämtliche Erzählungen in diesem unglaublich beeindruckendem Sammelband vereint. Lenz schreibt auch heute, im Alter von 85 Jahren, noch wunderbare Kurzgeschichten und bereichert damit die Literaturlandschaft.
Fünf Erzählungen vereint dieses schmale Bändchen. In gewohnt klarer und geschliffener Sprache erzählt Lenz ganze Lebensgeschichten oder auch nur kurze Episoden. Ohne zu deuten oder zu interpretieren lässt er die Ereignisse für sich sprechen und dem Leser die Freiheit und Phantasie der Auseinandersetzung. So klingen die Geschichten noch lange nach und hinterlassen bleibende Eindrücke.
Wer glaubt, diesen Erzählband an einem kurzen Nachmittag erledigen zu können, irrt sich daher gewaltig. Die Geschichten sind so beeindruckend, dass sie sich nur schwerlich unmittelbar hintereinander lesen lassen. Ohnehin sollte man sich für diese Kleinode ausreichend Zeit gönnen - wie für ein fünfgängiges Festmahl.
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am 4. November 2011
"Der Mensch ist am wenigsten er selbst, wenn er für sich selbst spricht.
Gib ihm eine Maske, und er wird dir die Wahrheit sagen."
(Oscar Wilde in: Der Kritiker als Künstler)

Siegfried Lenz (1926 -) war lange Zeit kein gern gelesener Schriftsteller für den Rezensenten. Mit der "Schweigeminute" hat sich dieses gänzlich geändert. Lenz' Sprache hat etwas von Poesie, ihm gelingt es, auf kleinem Raum und vor allem in den weißen Stellen zwischen den Buchstaben eine zweite Stimme mitlaufen zu lassen, so etwas wie eine Aufforderung, in die Geschichte einzutreten. Es erinnert mich an eine chinesische Fabel, in der ein Mann in ein Bild eintritt, den Weg beschreitet und ins Haus geht. Hier bei diesen fünf Erzählungen gelingt ähnliches, vielleicht auch nur deswegen, weil zwischen Bild und Realität eine Kongruenz im Dabei-Sein erzeugt wird. Ob nun die Frau eines Museumsangestellten in Eifersucht ob der Liebe des Mannes zu einer "Bildfrau" verfällt, ob nun erst ein Maskenball der Tiere die wahren Gemüter zu bewegen scheint und das zuvor beherrschende Abgegrenzte zerstört, ob nun sich Drache und Tiger küssen, ob in allen Tieren etwas Spezielles entdeckt wird als Eigenschaft, um sich gegen die äußere Welt behaupten zu können, ob Sven ein Leben so gelebt hat, ob ein Feinschmecker seinen schicksalhaften Werdegang folgen musste - eines geschieht immer: Reales verschwimmt, ist verschleiert, wirkt anders mit einer Beimischung von Fiktion und Imagination.

Lenz geht ganz auf den Menschen ein und doch muss er ihn berühren über Umwege. Seine Masken werden zum Schein der Andersartigkeit, sie verdeutlichen durch eine Scheinveränderung das Eigentliche des Trägers. Ihm scheint in allen Erzählungen daran zu liegen, die mögliche Potenz eines Menschen zu zeigen, gerade so, dass man lesend versteht und lesend fühlt. Und wenn in der Erzählung von der Sitzverteilung der Ausgezeichnete schweigt, dann spürt man, dass dieses Schweigen so viel bedeutet, wie Worte es tun können. So wie das Schicksal nicht kommentiert, nur zuschlägt.

Bis auf die erste Erzählung von den Rivalen verlegt Lenz seine weiteren in die Nähe des Wassers. Auf Inseln oder auf Schiffen, es ist das Meer, war zählt, die Abkehr von dem festen Boden unter den Füßen, vielmehr die Wogen im Blick oder im Gespür auf den Planken eines Schiffes. Ist das Leben nicht jenseits der Institutionen des festen Landes immer ein bewegtes? Ist nicht die gewagte Seefahrt bevorzugte Metaphorik für ein bewegtes Dasein? Lenz stellt die Fragen zum Leben, gibt sie weiter und versucht mit metaphorischen Hilfen, mit Lotsen und Leuchttürmen zum Trost in einen sicheren Hafen zu kommen, dort wo Ruhe und Meeresstille sind. Es sind die Illusionen, die Phantasien, die Hoffnungen, die unsere Lebensbilder malen und in diese treten wir hinein und gehen bekräftigt unserer Wege. Der Realität und den Enttäuschungen darin zum Trotz.

Greifen Sie zu und lassen Sie den Lenz wirken.
~~
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am 12. Juni 2012
Eine leichte Sammlung von Erzählungen aus der Feder des großartigen Schriftstellers Siegfried Lenz:
Wie es so seine Art ist, schlüpft er gerne in die Rolle des etwas außenstehenden (aber scharfsinnigen) Beobachters, der - in erzählerischer Leichtigkeit - seine Sicht der Dinge auf diese oder jene Geschichte liefert.
Die Erzählungen selber haben unterschiedliche Qualität: die schönsten Bilder (im geneigten Leserkopf) produzierte für meinen Geschmack die titelstiftende Erzählung "Die Maske", in der Siegfried Lenz an Erfolgsromanen wie "Deutschstunde" anknüpft und raue (aber von liebenswerten Charakteren bewohnte) Landschaft schildert und einfach ein Gespür für Situationen entwickelt, wie es keiner so einfach (und doch brillant) festhalten kann.
Die anderen Erzählungen in diesem Bändchen sind nicht wirklich schlecht, bleiben aber eher als unvollkommene Fragmente in Erinnerung.
Wer die frühen Romane gelesen hat, kann hier leicht enttäuscht werden: die gewohnte Lenz'sche fulminante Bildkraft kommt nur ansatzweise zum Zug.
Fazit:
Unterhaltsam für "Einsteiger", mäßige Begeisterung bei allen anderen...
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TOP 500 REZENSENTam 24. September 2015
Mit den oben aufgezählten Attributen könnte man wohl beinah jedes von Lenz Werken überschreiben, sicherlich. Doch diese fünf kleinen Erzählungen (je 14-40 Seiten lang) des späten Siegfried Lenz fordern besonders die Erwähnung jener hanseatischen Eigenschaften: still, unaufdringlich, elegant. Und sowenig sie dem Gesamtwerk des freundlichen Alten noch eine neue Facette hinzufügen können; so sehr sind sie doch zu empfehlen.
Der bei Erstauflage des Buches 85jährige Autor, schenkt seinen Lesern fünfmal Muße, fünf Reflexionen über einen tieferen Lebenssinn, fernab von geschäftiger, alltäglicher Banalität; fünfmal Hinwendung zu essentiellen Momenten. Still und unaufdringlich und vielleicht gerade deshalb: einprägsam.
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VINE-PRODUKTTESTERam 31. Oktober 2011
Das Grundmotiv in den Erzählungen von Siegfried Lenz lautet Maskenball. Ob wir uns nun eine Maske aufsetzen und mit ihr die Freiheit, unser wahres Gesicht zu offenbaren oder in Krisensituationen unseren wahren Charakter zeigen, das bleibt gleich. Wahre Freundschaft zeigt sich oft erst in der Not.
In den vorliegenden Erzählungen lässt sich durchgängig das Motiv der Maskerade aufspüren:
- Rivalen: Ein Museumswärter empfindet große Sympathie für eines der Bilder, die er bewacht. Seine Frau durchschaut die wahren Motive und leistet Widerstand.
- Die Maske: Ein Sturm wirbelt Masken an den Strand einer Insel. Sie landen in einem Container, der aus Shanghai kommt. Wahlweise greifen die Menschen Masken heraus, die ihre Sehnsüchte wieder spiegeln und es stellt sich die Frage, was ist Wirklichkeit.
- Die Sitzverteilung: Ein Schiff ist in Seenot geraten. In einer spannenden Rückschau werden die Besatzung sowie Rettungsdienstler, namentlich benannte Ehrengäste und Journalisten zur Würdigung des Kapitäns eingeladen. Wie eine systemische Familienaufstellung mutet die im Detail beschriebene Sitzverteilung an. Wem hier wirklich Ehre gebührt, welche Fäden das Schicksal in der Not zieht und wer eher auf Showeffekte abzielt, kristallisiert sich eindringlich heraus. Die Erzählung endet mit einer anrührenden Überraschung.
Fazit: Ein großer Wurf der Weltliteratur, den der "alte" Meister da vollbracht hat. Man wähnt sich bei "Der Sitzverteilung" trotz vermeintlicher Trockenübung mit einem Bein auf hoher See. Am Ende schwappt auf den Leser eine Welle der Begeisterung für die tiefgründigen Einblicke in die Seenot und auf die Hilferufe der in Seelennot geratenen Menschen über. Das Leben entscheidet sich zwischen Schicksal und Fügung, ob wir daran glauben oder nicht.
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am 30. Oktober 2011
Die "großen Alten" (wie jüngst Grass und Walser, nun auch Lenz) haben noch etwas zu sagen - und mehr als der ganze Schrott sonstiger sogenannter zeitgenössischer Literatur. Mit "Die Maske" legt Siegfried Lenz fünf Erzählungen vor, die atemberaubend zu lesen sind. Da beherrscht einer die kleine Form meisterlich. Das muss man selbst lesen und wiederlesen, denn es ist ein Genuss, die Handhabung der Sprache in so vollkommener Form vorzufinden. Deshalb sei nicht zu viel von den Handlungssträngen verraten. In "Rivalen" nutzt ein Museumswärter die Chance eines Einbruchs, ein ihm lieb gewordenes Bild ganz für sich zu haben. Man möchte diese "Antonia mit dem blauen Schal" gerne einmal sehen - aber es ist ein fiktiver Bildtitel (da ich aber ein anderes berühmtes Porträt der Kunstgeschichte sehr schätze, kann ich den Schritt des Museumswärters gut nachvollziehen //obwohl ich nicht ganz so weit gehen würde...//).
In der titelgebenden Geschichte "Die Maske" wird ein Container mit Masken für das Museum der Volkskunst Hamburg an einen Inselstrand angespült. Die Menschen verändern sich plötzlich beim Gebrauch der Masken, Feindschaften sind nicht mehr so wichtig, Freundschaften werden intensiver - ein ansprechendes Spiel mit den Rollen, die wir ja ein Leben lang (auch) spielen.
In "Die Sitzverteilung" soll ein Kapitän für sein mutiges Aushalten auf einem Schiff im Sturm geehrt werden - es stellt sich aber heraus, die Ehre gebührt einem anderen... Die Erzählung "Ein Entwurf" zeigt ein Paar bei der Bewältigung der Trauer über den Tod des Sohnes und in "Das Interview" wird deutlich, wie viel ein Regisseur in einem Film über sich und andere Menschen erzählt. Denn "wer erzählt, gibt ja unwillkürlich etwas über sich selbst preis". Für solche Preisgaben sei den "großen Alten", Günter Grass, Martin Walser und nun auch Siegfried Lenz gedankt.
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am 14. April 2012
Fehler können zwar immer mal vorkommen, aber mir als Kindle-Nutzer seit nunmehr sechs Monaten drängt sich immer mehr der Verdacht auf, dass Amazon mit Ihrem deutschen E-Book-Angebot doch sehr, sehr dilettantisch umgeht. Von der Fachkunde und Professionalität einer klassischen deutschen Buchhandlung ist man noch Lichtjahre entfernt. Jeder auch noch so kleine Buchhändler in welcher Klein- oder Großstadt auch immer - da bin ich mir sicher - führt seinen Laden besser und kundenfreundlicher.
Meine Kritik hätte ich wohl noch eine Weile für mich behalten, wäre nicht bei einer meiner letzten Buchbestellungen für meinen Kindle eine bemerkenswerte Fehlleistung, vermutlich seitens Amazon, aufgetreten. Man bot mir den hier gegenständlichen Titel von Siegfried Lenz als "Die Maske. Roman" an und ich kaufte daraufhin dieses E-Book. Umso verwunderter war ich, als ich nach dem ersten gelesenen "Kapitel" des "Romans" weiterlas, und das zweite "Kapitel" mit dem vorangegangen Abschnitt in keinem erzählerischen Zusammenhang stand. Mir war natürlich an diesem Punkt sofort klar, dass es sich bei dem ersten "Kapitel" um die erste "Erzählung" eines fälschlicherweise als Roman deklarierten Erzählungsbands handelte.
Ich kann mir schwerlich vorstellen, dass ein Buchhändler vor Ort mir den neuen Erzählungsband von Lenz als Roman verkauft hätte! Ein einziger Fehler wie dieser wären allerdings auch gar nicht so tragisch, wenn sich mir nicht der Eindruck aufdrängen würde, dass es MASSIV an REDAKTIONELLER BEGLEITUNG des deutschen Amazon-Kindle-E-Book-Angebots mangelt. Wenn Amazon gern der Buchhändler meines Vertrauens werden will, dann muss das Unternehmen Mitarbeiter einstellen, die sich mit dem Buchangebot (auch inhaltlich!) auskennen, und die gerne und viel lesen. Bis es bei Amazon möglich sein wird, virtuell durch Buchangebote zu stöbern, wie in einer realen Buchhandlung, ist es noch ein langer Weg! Derzeit ist das Angebot an zeitgenössischer Literatur und Belletristik in deutscher Sprache bei Amazon völlig unterbelichtet. Es macht auch keinen Spaß, bei der Suche nach hochwertiger Belletristik neben einem ernstzunehmenden Treffer mindestens zehn drittklassige Veröffentlichungen zu stolpern, die lediglich eine hohe "Beliebtheit" haben.
Fazit: Amazon hat sicher haufenweise gute Techniker, IT-Spezialisten, Logistikexperten etc. pp.
Es fehlt aber anscheinend leider das qualifizierte Personal mit klassischem Buchhändlerhintergrund. Das sind in meinen Augen Leute, die selbst viel und gerne lesen und daher die Inhalte kennen, die Sie verkaufen wollen. Und Ihren Kunden auch qualifiziert Bücher empfehlen können. Ich wünsche mir auf diesem Gebiet Verbesserungen!

Zu guter Letzt in aller Kürze noch die Bewertung des Erzählungsbands "Die Maske", um die es hier ja eigentlich hätte gehen sollen: Der Band ist nach über zwanzig Jahren ("Das Serbische Mädchen" von Siegfried Lenz aus den späten 80er-Jahren) der erste Erzählungsband, den ich von diesem Autor gelesen habe. Ich habe die Geschichten gern gelesen. Lenz verwendet stets seinen präzisen, nüchternen, fast möchte man meinen, hanseatisch (oder ostpreußisch?) geprägten Sprachstil, der mir seit Jahren kurzweilige Lesefreuden bereitet.
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am 29. Dezember 2011
Siegfried Lenz überrascht und begeistert erneut mit dem Erzählbändchen "Die Maske". Seit über 40 Jahren lese ich Romane und Erzählungen von S.Lenz. Es ist umso erstaunlicher, dass es Lenz auch mit diesem Bändchen um Identität, Gesellschaft und Schicksal gelingt, in der gewohnt unaufgeregten Art neue Leseerlebnisse zu schaffen. Hervorragend!
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am 16. November 2011
Siegfried Lenz ist ein Altmeister, keine Frage. Auch reift der Wein mit den Jahren und wird so zum richtigen Genuß.

Bei Siegfried Lenz ist dies fraglos auch der Fall. Die Maske ist ein reifes, ausgewogenes und leichtes Stück ernsthafte Literatur. Und damit soll eigentlich schon alles gesagt sein. Über Titel und Inhalt der einzelnen Geschichten haben ja andere Rezesenden schon genug und ausführlich geschrieben.

Warum nun keine 5 Punkte?
Ganz einfach: 5 Punkte sind der absoluten Spitze vorbehalten. Die Maske erfüllt diese Anforderung nicht ganz.
Begründung: Nicht immer kann der Spannungsbogen hochgehalten werden. Jede Geschichte ist zwar originell für sich, die atmosphärische Dichte (die ja bei Kurzgeschichten eine enorme Wichtigkeit haben), erreicht nicht bei jeder Geschichte den Spitzenwert von 5!

Siegfried Lenz hat es schwer; - er muss sich mit seinen früheren Werken messen lassen. So finde ich persönlich seinen Band "Jäger des Spotts" noch einen Tick ausdrucksstärker.
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