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Kundenrezensionen

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am 25. November 2009
Wer wie ich in Norddeutschland in der Nähe der dänischen Grenze lebt, weiß, daß unsere sympathischen Nachbarn Gastlichkeit und Geselligkeit in hohem Maße pflegen. Die Dänen haben es gern "hyggelig", gemütlich also, ja: behaglich. Es gibt allerdings eine Form der "Hyggeligkeit", die sich zum beklemmenden Alptraum auswachsen kann. Von solch einem Alptraum berichtet Siegfried Lenz in seiner schmalen Erzählung "Jütländische Kaffeetafeln" - er nennt ihn seinen "Kummer". Über 20 Jahre lang habe er ihn aus Rücksicht verschwiegen, nun aber dränge er hinaus in das Licht der Öffentlichkeit.

Wer in Jütland zu einer Kaffeetafel eingeladen wird, findet sich erst nach dem Abendessen im Haus der Gastgeber ein. Zunächst wird ein kräftiger, stark gebrannter Kaffee gereicht und ständig nachgeschenkt. Dazu werden nacheinander aufgetischt: gebutterte Brötchen, Kranzkuchen (Blätterteig), lagkage (Torte), Napoleonschnitte (Blätterteig, gefüllt mit Vanillepudding), Nußtorte mit Buttercreme, schließlich Kleingebäck. Ablehnen mangels freier Kapazitäten oder wenigstens einen Kuchengang auslassen ist aus Höflichkeitsgründen undenkbar. Irgendwann wankt man mit bleischwerem Magen und zugleich mit einem veritablen Kaffeerausch nach Hause.

Siegried Lenz, der über Jahrzehnte den Sommer über in Jütland lebte und arbeitete, schlägt erneut den in "So zärtlich war Suleyken" so trefflich gelungenen Sprachton zwischen vorgeblicher Einfalt, Humor und feiner Ironie an.

Der Erstdruck erfolgte bereits 1981 in einem Merianheft. Die jetzt herausgegebene Einzelausgabe enthält kongeniale Illustrationen von Kirsten Reinhold, die das Büchlein zum schönen kleinen Geschenk aufwerten. Sehr empfehlenswert auch zum Vorlesen in vorweihnachtlicher Zeit bei Kaffee, Tee und Kuchen oder Gebäck in hyggeliger Runde bei Kerzenschein.
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am 15. Juni 2012
Vor einiger Zeit lief im Fernsehen des NDR ein Beitrag über die langjährige Verbundenheit des Schrifstellers Siegfried Lenz mit seinen Freunden in Dänemark. Im Laufe des Gesprächs wurde er zu seinem Werk 'Jütländische Kaffeetafeln' befragt. Mit der Pfeife im Mund und einem Grinsen erzählte er etwas zu dem Thema. Er erläuterte die Geflogenheit unserer Nachbarn, spät Abends noch gewaltige Mengen an Kaffee und Kuchen zu sich zu nehmen. Ablehnen gehört sich nicht, beleidigt die Gastgeberin, alles muss probiert werden. Mit 20 Jahren lernte ich eine Nordfriesin aus der Nähe von Leck (Schleswig-Holstein) kennen und lieben. Nach der Verlobung und späterer Hochzeit gehörte ich zur Familie und lernte die Trink- und Essgepflogenheiten dieses Menschenschlages kennen und schätzen. Bei den zahlreichen Feiern der Familie (8 Onkel, 7 Tanten und deren Anhang) erlebte ich was es bedeutet, nach einem üppigen Abendmahl, so gegen 23 Uhr, sich an die Teller mit zahlreichen Torten heran zu wagen. Hatte man die Kuchengabel in der Hand und das erste Stück Torte im Mund, kam von der Gastgeberin der Hinweis (mit Blick auf einen vollbeladenen Kuchenteller): schick man mal rum !!
Dieses 'rumschicken' bedeutet, jeder Gast bekommt vom Nebenmann den Teller gereicht und soll sich ein Stück nehmen. Dann, bitte schön, dem Nächsten geben. Da nützte es nichts, dass der eigene Teller noch gut gefüllt war und man das Besteck in Händen hielt. Man musste nehmen und 'rumschicken'. Die Kuchen fuhren permanent 'Karussel'. Als geborener Kieler kannte ich das nicht, ich musste es erst lernen. Bei uns zu Hause stand alles Essbare auf dem Tisch und jeder nahm sich, wenn er wollte. Nicht so in Nordfriesland !! Genau diese Eigenart der Jütländer schildert Siegfried Lenz in seinem Werk. Wie ich das hörte beschloss ich, mir das Buch zu kaufen und meiner Frau zum Geburtstag zu schenken. Es umfasst nur 25 Seiten und einige Illustrationen von Kirsten Reinhold, kostete 9 Euro bei Amazon. Ein Nachwort von Günter Berg: Wanderer, kommst Du nach Jütland ... vervollständigt das Ganze. Das Lesen hat Spaß gemacht, wir haben viel gelacht und Erinnerungen kamen hoch. Auch mit 64 Jahren kann ich mich an den Hinweis von Oma: schick man mal rum - noch gut erinnern. Gastlichkeit und Gastfreundschaft werden immer noch im Grenzgebiet zu Dänemark hochgehalten. Bei der jüngeren Generation ist der späte Kaffee- und Kuchenaufwand nicht mehr so ausgeprägt, wie früher, sie leben angepasster.
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am 24. Oktober 2014
Gerade die ganz genau passenden und den Zauber des Textes widerspiegelnden Bilder machen diese Ausgabe zu einem Prachtstück, das man auch gerne verschenkt.

Nach der Lektüre empfinde ich ein tiefes Bedürfnis Jütland zu bereisen und dort das zu erleben, was Siegfried Lenz mit so wundervoll warmen und liebevollen Worten beschreibt. Eingeborene die etwas völlig widersinniges tun, jedenfalls wenn man die Ernährungspyramide damit vergleicht, aber gerade deshalb auch genau das Richtige. Man muss es ja nicht jeden Abend machen.

Für mich eine Erklärung, warum die Dänen das zufriedenste Volk der Welt sind. Weiter so!
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am 1. Januar 2013
herrlich zu lesen,voll ausdruckstarker sprache und trotzdem höfflich zurückhaltend dem gastgeber gegenüber.ein wortschatz der einen berüht und zugleich mitnimmt an den ort des geschehens,man gerät ins schwärmen,dass wasser läuft einem im
mund zusammen bei den schilderungen über kuchen,torten,kleingebäck und mengen an kaffee,der einem die seele
schwärtzt.herrlich und humorvoll illustriert,was den gesamteindruck noch versärkt live dabei zusein.
ein kleines kunstwerk,welches einem jütland auf humorvolle art und weise näher bringt.
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am 13. Juli 2010
Es ist schon bewundernswert, was die Jütländer nach dem Abendessen noch verdrücken können und man leidet mit Familie Lenz.Irgenwie werden alle Regeln schlauer Ernährungsberater auf den Kopf gestellt. Kann man am Anfang der Geschichte noch herzhaft lachen, so stellt sich im weiteren Verlauf eine leichte mitfühlende Übelkeit ein. Trotzdem: ein sehr humoriges Büchlein, ein absolutes Muß für alle Lenzianer.
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am 9. Mai 2014
Als ich dieses Buch bestellte, bin ich davon ausgegangen, das es sich um ein Rezeptbuch handelt, da ich es zwischen den Kochbüchern gefunden hatte. Als ich es durchblätterte, wich die Enttäuschung aber einer gewissen Amüsiertheit. In diesem Buch geht es wirklich um eine dänische Kaffeetafel und ich habe beim Lesen Tränen gelacht. Sehr empfehlenswert und man sollte es unbedingt gelesen haben.
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am 13. Dezember 2014
...eben eine Seite von Siegfried Lenz..Sehr passend bebildertes Buch. Werde es in froher Kaffeeklatschrunde in Auszügen vorlesen -vor "Backmeisterinnen", sowie zu Weihnachten an eine ebensolche verschenken.
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am 1. Juli 2014
Der Lesegenuss ist vorprogrammiert; ich kann mich den vielen positiven Beiträgen nur anschließen!!! Sollte ich mal in eine entsprechende Situation kommen, ich hätte Schwierigkeiten!
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am 11. Juli 2014
Ein wunderbares, heiteres Buch, gut erzählt und ansprechend illustriert. Empfehlenswert, denn die kleine Erzählung ist nicht so bekannt von Siegfried Lenz.
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am 7. Februar 2014
Für Dänemark-Liebhaber eine heitere Chance, sich einen kleinenTeil der besonderen "Lebensart" zu erlesen. Siegfried Lenz beschreibt die Einladung zur Jütländischen Kaffeetafel unnachahmlich amüsant - beim Vorlesen im Freundeskreis wird vor lautem Gelächter und dringenden Wünschen nach Kaffee gewarnt!
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