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Kundenrezensionen

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am 7. Juli 2005
Thüringen, kurz nach dem Kriegsende. Die fünfzehnjährige Erika, Friseur-Auszubildende, weigert sich, einer völlig verlausten sowjetischen Offizierin die Haare zu waschen. Und sie malt einem Stalin-Bild mit Lippenstift eine Schleife an den Bart, weil sie findet, der Diktator sehe so traurig aus. Dafür wird sie zu zehn Jahren "Sibirien" verurteilt. Zwar entgeht sie der Verschleppung in die Hölle Sibiriens, aber sie verbringt acht Jahre unter unvorstellbaren Bedingungen in ostdeutschen Gefängnissen, unter anderem in einem ehemaligen KZ. Und sie ist nicht nur ebensolchem Hunger ausgesetzt wie die Häftlinge unter der vorhergehenden Diktatur, sondern auch unglaublichen Demütigungen und Übergriffen durch russisches und deutsches Wachpersonal. Die Hoffnung auf vorzeitige Entlassung wird viele Male enttäuscht, und damit wächst die Verbitterung. Misshandlungen führen zu körperlichen Schäden, zum Beispiel dem dauerhaften Verlust des Geruchs- und Geschmackssinnes.
Als Erika entlassen wird und zu ihrer Mutter nach Westdeutschland übersiedeln kann, ist der Schrecken nur scheinbar ausgestanden. Die jahrelange Haft hat neben den körperlichen Beeinträchtigungen ein schweres seelisches Trauma hervorgerufen. Erika schließt zwar mehrere Ehen und hat drei Kinder, doch sie tut sich lange im Umgang mit Männern schwer, denn ihre Peiniger waren fast ausschließlich männlich. Zudem wurden ihr nicht nur unbeschwerte Jugendjahre und die Erfahrungen der Pubertät gestohlen, sondern auch die Chance, eine qualifizierende Ausbildung abzuschließen. Die äußeren Umstände - kleine Kinder, Mangel an finanziellen Mitteln - lassen dies auch später nicht mehr recht zu. Und immer wieder bricht die Wut über das Unverständnis der sie umgebenden Menschen durch: Die Gesellschaft will nicht akzeptieren, dass in einem Teil Deutschlands auch nach dem Holocaust unmenschliche Gräuel an der Tagesordnung waren.
Erst als Erika Riemann ihre Geschichte aufschreibt, kann sie ihre Erlebnisse verarbeiten und sich besser mit ihnen abfinden. Und durch den Mut, selbst die intimsten Demütigungen mit der Öffentlichkeit zu teilen, setzt sie ein Denkmal gegen Diktatur, Folter und jegliche Art von Misshandlungen.
Ich konnte dieses Buch nicht aus der Hand legen, es ist fesselnd von der ersten bis zur letzten Seite. Die Sprache ist ganz schlicht und natürlich, der Stil ebenso, und das Buch ist praktisch fehlerfrei. Es wäre sicher auch eine interessante Lektüre für Schulklassen, zumal es so eindringlich veranschaulicht, wohin extremistische Ideologien führen - eben nicht nur von rechter, sondern auch von linker Seite.
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am 1. Januar 2004
Ich habe das Buch "Die Schleife an Stalins Bart" zu Weihnachten geschenkt bekommen und ich habe es bereits an Heiligabend in einem Rutsch zuende gelesen. Es ist in erfrischender Offenheit geschrieben und diese Frau läßt einen völlig schonungslos an Ihrem Seelenchaos teilhaben und verstehen.
Dieses Kapitel der deutschen Geschichte fand bisher in meiner Erfahrungswelt überhaupt keine Beachtung und bei machen Ihrer Erzählungen hab ich einfach nur noch gedacht: Man, ich hab nicht gewußt, das es so etwas gab. Das Menschen aufgrund eines unbedachten Witzes oder eben einer gemalten Schleife eines so großen Teiles Ihres Lebens beraubt wurden und so große seelische Schäden erleiden mußten. Frau Riemann erklärt in Ihrem Buch, das sie es zuerst aus dem Anspruch heraus, manche Ihrer Verhaltensweisen Ihrern Kindern erklären zu wollen, begonnen hat. Dabei ist sie sehr ehrlich und auch schonungslos mit den Beschreibungen Ihrer Erlebnisse. Und ich hoffe, das Ihre Kinder das Buch auch als solches gesehen und verstanden haben.
Und ich halte es für absolut bewunderswert, das sie es geschafft hat, trotz Ihren schlimmen Erlebnissen den Mut niemals ganz zu verlieren und einen Weg zu finden, auch mental zu überleben.
Wer sich also mit einem weiteren Stück erschütternder deutscher Geschichte befassen möchte, dem kann ich dieses Buch nur wärmstens empfehlen. Ganz mal davon abgesehen, das es sehr gut geschrieben ist und sich sehr leicht, trotz des schweren Stoffes, lesen läßt.
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am 10. Dezember 2002
Nachkriegsgeschichte einmal ganz anders!
Erika Rieman schildert eine historische Epoche durch die Brille derjenigen, die stellvertretend eine Nationalschuld verbüßt haben. Unschuldige jugendliche, die als Kriegsverbrecher inhaftiert wurden.
Ohne den moralischen Zeigefinger zu erheben oder konkrete Vorwürfe zu erheben, beschreibt sie die bedrückenden Erlebnisse
Ihrer Gefangenschaft und die daraus resultierenden Konsequenzen.
Lesenswert!
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am 13. März 2003
Ich kann das Buch nur jeden empfehlen! Es ist ein MUSS für jeden Leser der die Zeit von damals auch mal von einer anderen Seite sehen möchte! Das eine unschuldige Jugendliche eine graußame Buße erLEBEN mussten, wofür sie gar nichts konnten. Die ewige Hoffnung auf Freiheit und Gerechtigkeit fesselt den Leser bis an die letzten Worte. Die Autorin schreibt detaliert und gezielt. Ich empfehle dieses Buch auch für jeden Lesemuffel!
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am 30. November 2003
Die Geschichte von Frau Riemann ist so erschütternd, dass man es kaum fassen kann. Ich konnte das Buch nicht aus der Hand legen. Was sie erlebt hat, ist für viele schwer nachvollziehbar. Wie lächerlich erscheinen dagegen unsere heutigen Probleme! Frau Riemann hat ja praktisch ihre gesamte Jugend hinter Gittern verbracht. Welch körperliche und vor allem seelische Folter sie in dieser Zeit ertragen musste, ist so spannend und aufwühlend erzählt, dass ich ständig weinen musste. Das Unfassbare an der Geschichte ist ja, dass sie im Nachkriegsdeutschland passierte!!! Und DAS haben ja die meisten von uns sicherlich noch nie so gehört, gesehen oder gelesen. Das wäre doch auch mal ein interessantes Thema für den Historiker Guido Knopp, um dieses dunkle Kapitel unserer jüngsten Geschichte möglichst vielen Menschen vor Augen zu führen.
Auch der weitere Lebensweg von Frau Riemann nach ihrer Entlassung fesselte mich bis zum Schluss des Buches.
Hochachtung vor dieser tapferen Frau!
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am 19. Juli 2004
"Die Schleife an Stalins Bart" ist ein Roman, den man nicht einfach so mal schnell durchlesen kann ohne entsetzt oder betroffen zu sein. Oft musste ich zwischendurch das Buch aus der Hand legen um das Gelesene verarbeiten zu können.
Die 1946 wegen einem Kinderstreich zu 10 Jahren Haft verurteilte Erika Riemann beschreibt das unvorstellbare Leben in den verschiedenen Lagern, die sie überstehen musste. Sie erzählt von den Schwierigkeiten und die Lebensbedingungen unter denen sie und andere Frauen leiden mussten. Und schließlich schreibt sie noch, wie sie mit den Folgen dieser Jahre noch fast ihr ganzes Lebenzurechtkommen musste.
Eine reale Lebensgeschichte, aus deren Zeit es noch nicht viele gibt. Das Buch kann man wirklich weiterempfehlen!
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am 3. November 2003
Auch ich habe mich mit diesem Thema nie richtig beschäftigt. Man hat zwar schon oft von Spätheimkehrern gehört, über russische Gefangenschaft etc. aber dass das alles noch möglich war so viele Jahre nach dem Krieg und das die Konzentrationslager sogar weitergeführt wurden, dass habe ich nicht gewußt und war auch wirklich sprachlos. Ich habe mir dieses Buch vor allem gekauft, weil ich Wahrheiten erfahren wollte, aber auch irgendwie um Frau Riemann wenigstens im Alter mittels der Einnahmen für Ihr Buch noch etwas Geld zukommen zu lassen. Fakt ist, dass Frau Riemann sicher nicht die einzige ist, die durch diese Freiheitsberaubung ihr ganzen Leben lang nicht so richtig auf die Beine gekommen ist. Niemand hat sie psychologisch betreut, niemand hat sie so richtig verstanden. Ich glaube schon, dass man solche Pein und solchen Schmerz sein ganzes Leben nicht verdrängen und vergessen kann. Das Buch hat mich sehr zum Nachdenken angeregt, und auch ich habe es im Bekannten- und Freundeskreis weiterempfohlen. Ich wünsche Frau Riemann alles erdenklich Gute und hoffe, dass sich der Sinn des Buches, dass ihre Kinder, Familie und Freunde sie endlich verstehen, erfüllt hat.
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am 7. Oktober 2003
Als gebürtige Mühlhäuserin war es mir ein Bedürfnis dieses Buch von Erika Riemann zu lesen und ich habe es nicht bereut.Solche Bücher sollten zur Pflicht für Geschichtsunterricht werden, damit die Jugend auch diese Schicksale kennenlernt.Mein Buch wird im Familien-u.Bekanntenkreis zum Lesen weitergereicht, es ist nicht verkehrt, so ein Buch gelesen zu haben.Wer mal nach Berlin kommt, sollte die Gedenkstätte Hohenschönhausen besuchen, auch dort erfährt man grausame, schockierende Schicksale.
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am 22. August 2007
....ich bin keine Leseratte und ich schaffe es selten, mich zu überwinden, ein Buch komplett fertig zu lesen. Bei diesem fiel es mir nicht schwer. Es ist schwierig, eine Beurteilung über so ein Thema abzugeben..irgendwie weiß man nicht so recht, was man "sagen" soll...
Das Buch hat mich sehr bewegt und man kann es sich eigentlich gar nicht vorstellen, unter welchen Umständen ein Mensch überleben kann und "wie schnell" er sich selbst dem schlimmsten Zustand anpasst und diesen als Alltag lebt (aber was bleibt ihm auch übrig, in so einer Situation ! ).
Ich finde es sehr traurig, dass Erika Riemann, ihren "Frieden" mit sich, der Vergangenheit und der Welt erst so spät gemacht hat. Vielleicht wäre ihr Leben ein bisschen glücklicher verlaufen, hätte Sie früher über all das Leid sprechen können...
Ich persönlich, finde es gut, dass das Buch auf den "Punkt" kommt und nicht um den heißen Brei "geschrieben" wird, wenn man das so ausdrücken kann...
Auf jeden Fall empfehlenswert !!!
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für diesen Gedanken und der darauffolgenden Tat, nämlich mit einem Lippenstift ein Porträt des Diktators Stalin anzumalen, wird das junge Mädchen Erika für acht Jahre in Haft gesperrt. In diesen acht Jahren erlebt sie all das, was eine Siegermacht mit den Besiegten machen kann. Auch nach der Haft findet sie nur schwer wieder in ein normales Leben, wenn es denn überhaupt möglich ist.

Diese Autobiographie von Erika Riemann ist herzergreifend. Bei den Haftbeschreibungen könnte man meinen, dass sie in einem KZ während der Nazi-Zeit sitzt. Es ist schrecklich mit zuerleben, wie so ein junges Leben zerstört wird. Auch die Folgen, die Erika Riemann beschreibt, sind grausam: Verlust des Geruchs- und Geschmackssinns, gescheiterte Ehen und nie wieder ein normales Leben.

Dieses Buch ist jedem zu empfehlen, der mehr über die Nachkriegszeit in der DDR wissen will.
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