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TOP 1000 REZENSENTam 1. September 2010
Das Buch ist keine Anleitung, wie man den Bachmannpreis gewinnt, sagt die Autorin gleich am Anfang. Stattdessen soll es "Lesern helfen, die Schurken dingfest zu machen, die ihnen den Spaß an einem Buch vergällen. Dann fallen sie beim nächsten Mal vielleicht nicht mehr auf sie herein."

Bücher sind Geschmackssache und über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten. Nicht jedes Buch, nicht jeder Klagenfurt-Text wird jedem gefallen. Aber es gibt einige Dinge, mit denen Autoren garantieren können, dass ihr Text möglichst wenigen gefällt. Darüber schreibt Angela Leinen. "Fehler, das muss man leider sagen, sind viel leichter zu entdecken und zu erklären als die Ursachen für das Gelingen."

Sie selbst war erst sehr skeptisch gegen Klagenfurt. Alle Welt lästert darüber, doch als sie dann das Festival in Natura erlebte, musste sie ihre Vorurteile revidieren. Denn hier ist alles öffentlich, was sich sonst hinter verschlossenen Türen abspielt. Weswegen jeder erlebt, dass Juroren auch nur Leser sind, mit Vorlieben und Geschmäcker. "Diese fehleranfällige, alberne, tapfere, manchmal furchtbare und regelmäßig scheiternde Auseinandersetzung mit Texten ist die beste Literaturkritik, die wir haben." (Kathrin Passig im Vorwort)

Interessant wird es, "wenn die Juroren darüber reden, wie es kommt, dass der Text so schwer verständlich ist, was speziell ein gute von einer schlechten Geburtstagsgeschichte unterscheidet".

In diesem Buch wird das zusammengefasst und mit vielen Beispielen aus Klagenfurt unterfüttert.

Die erste Hälfte beschäftigt sich mit dem A-Z der Stoffe und den Fallen, die diese bereithalten. Aber auch mit den Vorteilen. Welche Stoffe Klischee-Gefahr heraufbeschwören, weil sie schon so oft erzählt wurden. Welche Juroren (und Leser!) ansprechen.

Dann geht es ans Eingemachte. Was sollten Autoren tunlichst nicht tun, was dagegen empfiehlt sich? Über Personal und Perspektive, Handlung und Spannung, Schauplatz und die so schwierige Tiefe schreibt sie, über Dialoge, Sex und die ungeliebte Recherche und zählt all das auf, was Autoren falsch machen können.

Wer schon einige gute Schreibratgeber gelesen hat, dem wird das meiste nicht neu sein. Denn tatsächlich ist es viel einfacher zu sagen, was man tunlichst als Autor nicht machen sollte, als zu benennen, wie man einen verdammt guten Roman schreibt.

Angela Leinen führt im Literaturverzeichnis zahlreiche deutsche Bücher auf, alle aus dem deutschen literarischen Bereich. Schreibratgeber, vor allem amerikanische Schreibratgeber, hat sie wohl nicht gelesen. Erstaunlich, wieviele der Fehler und Fallen, die sie benennt, dennoch Allgemeingut sind, das nicht nur für literarisches Schreiben gültig. Autoren sollten im Dialog nicht so schreiben, wie die Leute reden, meint sie zum Beispiel und Sol Stein, Stephen King und mancher anderer brauchbarer Schreibratgeber sagt genau das gleiche.

Sie zitiert einen Weblog, der allen Ernstes empfielt, niemals "sagte er, sagte sie" im Dialog zu verwenden, sondern Synonyme. Mit Recht hält sie das für Unsinn. Stephen King meinte zum gleichen Thema: sagte er, sagte sie, ist göttlich.

Warum reite ich hier so auf den Schreibratgebern herum? Weil immer behauptet wird, diese seien nur für den Mainstream gültig, für billige amerikanische Unterhaltungsromane (wobei der Sprecher an dieser Stelle ein möglichst abfälliges oder arrogantes Gesicht ziehen sollte). Angela Leinen zeigt, dass die altbekannten Fehler, all die Möglichkeiten, wie ein Autor seinen Text ruinieren kann, in Klagenfurt genauso gelten wie in jedem Regionalkrimi. Sicher gibt es im literarischen Bereich einige andere Regeln als in Regionalkrimis, aber die üblichen Verdächtigen unter den Missgriffen sollten Autoren überall vermeiden - und sie sollten sie vor allem kennen! Dazu ist das Buch sicherlich eine Hilfe.

"Wie man den Bachmannpreis gewinnt", ist aber nicht nur für Autoren interessant, sondern auch für Leser. Weil es den Blick schärft, warum ein Text uns nicht anspricht. Weil man schneller erkennt, welche Texte das Weiterlesen nicht lohnen. Und weil man auf der nächsten Party punkten kann. Da kann man nämlich nicht nur sagen: "Hat mir nicht gefallen", sondern auch erklären warum.

Das Buch ist jedenfalls eine kurzweilige Lektüre über Texte, Klagenfurt und all das, was dabei schief-. aber auch gutgehen kann. Und weil es so gut geschrieben ist, kann man es auch einfach nur zum Vergnügen lesen.

Hans Peter Roentgen
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am 2. Februar 2014
Mit messerscharfem Blick und einem zwinkernden Auge betrachtet Angela Leinen die zeitgenössische deutsche Literatur am Beispiel der Klagenfurt-Texte. Nicht nur die Techniken der Autoren werden dabei unter die Lupe genommen, auch die Kriterien ihrer Kritiker müssen sich der Analyse stellen. Das macht die ganze Angelegenheit sehr fair. Hier geht es durchweg um die Sache, nicht um die Menschen, die sie betreiben. Und weil der Humor nicht auf Kosten anderer geht, kann man umso schallender lachen.

Ich habe viele Schreibratgeber gelesen, die in meinen Augen alle durchwachsen waren. Diesen hier, der gar keiner sein will, fand ich durchgehend sehr bedenkenswert. Und witzig.
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am 2. September 2010
Insgesamt hat das Buch ganz entgegen dem, was der Titel verspricht, nur sehr entfernt mit dem Gewinnen des Bachmannpreises zu tun, allerdings wurden dem Klagenfurter Wettbewerb viele Textbeispiele und Zitate entnommen. Zum Schluss werden dann noch in direkter Anlehnung an den Preis Kriterien der Automatischen Literaturkritik vorgestellt - ein Projekt des Weblogs "Riesenmaschine", in dem nach vorher festgelegten Kriterien die Wettbewerbstexte bewertet werden. Ein Beispiel für einen Pluspunkt ist: "Vorkommen von Nagetieren", ein Beispiel für einen Minuspunkt: "Bildungszitat (2 Minuspunkte für Songtextzeilen)".

Alles in allem hat Angela Leinen ein Buch über Literatur geschrieben, in dem sie auf meist unterhaltsame und lesenswerte Weise über gute und schlechte Texte spricht. Manches Mal nickt man zustimmend mit dem Kopf, weil man sich als Leser gut repräsentiert fühlt. An anderen Stellen fühlt man sich dagegen eher gegängelt oder überrumpelt, weil manche "Kriterien" allzu objektiv wirken. Vieles ist auch für Leser, die sich mit dem Schreiben schon ein wenig auseinandergesetzt haben, vertraut: Bei der Verwendung von Adjektiven Vorsicht walten zu lassen, ist für die meisten von ihnen keine wirklich neue Erkenntnis.

Nichtsdestotrotz ist "Wie man den Bachmannpreis gewinnt" aufgrund seiner amüsanten Schreibweise und der vielen Zitate und Textbeispiele ein lesenswertes Buch für Literaturliebhaber. Besonders Schreibanfänger werden hier auf kurzweilige Weise in einige grundlegende Kriterien eingeführt.
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am 3. März 2013
Aber keine reine Polemik, sondern echte Analyse mit positiven Beisspielen. Die negativen überwiegen aber auf herzerfrischend Weise. Macht sehr viel Freude, auch wenn man nicht alle genannten Literaten und deren Werke genau kennt.
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am 29. Oktober 2010
Zum Schriftsteller wird niemand durch dieses Buch - aber es ist eine durchaus vergnügliche Kritik daran, was uns heutzutage alles zugemutet wird: Literaten, denen nichts besseres einfällt, als darüber zu schreiben, dass ihnen nichts mehr einfällt, "innovative Sprache", die in sinnfreiem, wenn auch konsequent durchgeführtem Auslassen bedeutungsnotwendiger Satzteile, Buchstaben oder Interpunktionszeichen besteht, Bücher über das "Besiegen" von Krebs, die Abrechnung mit dem/der Ex oder gar die Suche nach dem Sinn des Lebens. Besonders vergnüglich die Aufzählung wichtiger Punkte der "automatischen Literaturkritik der Riesenmaschine", die Minuspunkte vergibt z.B. bei "Vorkommen von Clowns", "Im Kamin knackte ein Holz" oder "Bedeutungshuberei durch Koinzidentien".

Allerdings ist weder die Vermeidung der von Frau Leinen angesprochenen literarischen Plagen und Todsünden bereits große Literatur, noch sind die Bachmann-Preisträger vor ihnen gefeit. So wird man durch die Lektüre dieses Buches kaum den Bachmann-Preis gewinnen, vielleicht aber die Erkenntnis, dass ein mit diesem Preis zugesch(m)issener Text noch keinerlei Garantie für eine erfreuliche Lektüre bietet.
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am 18. Juni 2012
Eines vorweg: Die Heyne-Hyäne weiß es auf jeden Fall nicht wie man ihn
gewinnt. Neid, Häme und Missgunst haben bei diesem Büchlein Pate gestanden, denn es geht
der Autorin nur darum über erfolgreiche und nicht so erfolgreiche Autoren zu spotten.
Typisch Heyne zu glauben, die ganze Welt bestünde aus Möchtegern-Schriftstellern, die alle nach
Klagenfurt wollen.Völlig absurd.Das Buch ist daher völlig überflüssig wie das meiste aus
dem Umfeld der Berliner Werbe-Agentur "Riesenmaschine".
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