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Kundenrezensionen

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am 6. März 2006
Am Anfang denkt man vielleicht kurz (vor allem wenn und und weil man so eine Schreibart, wie der Rezensent, nicht so gewohnt, und wenn man, wie der Rezensent, „Betroffener“ ist): Was ist das denn?
Aber je länger ich gelesen habe, desto begeisterter war ich. Geschlossen habe ich das Buch dann mit der festen Überzeugung, daß es das beste zum Thema ist, das ich überhaupt bisher gelesen habe. Und ich habe einige gelesen.
Einesteils ist es dem Autor gelungen, in seinen eigenen Worten, dem Leser das „Medizinische ins Menschliche“ zu übersetzen. Und mehr als das, er weicht mit SEHR guten Argumenten teilweise von den kanonischen Ansichten ab.
Dieser Autor scheint alles zu wissen. Bis hin zum Frauenalkoholismus, den er aus naheliegenden Gründen im Gegensatz zu anderen vielleicht auch noch von innen kennt. Ständig (wenn man nicht grade lacht!) sagt man sich beim Lesen: Ja, so ist es!
Anderenteils berichtet er auf wirklich enorm witzige Weise von seinen Erfahrungen im medizinisch-therapeutischen Apparat. Irgendwie schafft er es, extreme Drastik doch mit einer stellenweise fast rührenden Einfühlsamkeit zu verbinden. Er ist eben (stellenweise) drastisch, nie aber zynisch. Er zieht den Leser durch dauernde Wechselbäder des zitternden Schauderns und des bebenden Lachens. Und doch hat man am Ende das Gefühl, daß das Ganze angemessen abgehandelt wurde. Das grenzt an Magie.
Er rückt einiges zurecht, was schon lange mal in dieser Deutlichkeit in Alk-Büchern hätte stehen müssen. Zum Beispiel seine Ausführungen über die so unglückselige „Krankheitseinsicht“. Über manche Ärzte und manches Pflegepersonal. Trotzdem lässt er keine Mißverständnisse aufkommen, daß schiere Erwartungshaltung und Passivität niemals zielführend sein werden.
Kurzum: NUR zu empfehlen. Für alle, die damit zu tun haben oder sich interessieren. Und das Buch, von dem man unübertrieben sagen kann, daß es alle anderen Sachbücher zum Thema überflüssig macht. Daß es wissenschaftlich und literarisch das Ultimum ist. Grausam, wahrhaftig, schön und witzig zugleich.
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am 13. Oktober 2006
Am meinen fast letzten Tag in meiner Suchtklink am Büchertisch wurde ich dazu gedrängt mit Alk von Simon Borowiak zu kaufen. Und jetzt kann ich sagen: Danke für den Tipp!

Es ein Buch eines Betroffenen, der alles mitgemacht hat und deshalb völlig authentisch wirkt. Und er lässt auch keinen aus:

Angehörige

Suchtberater

Mitpatienten

Schwestern der Entgiftung ( gute und schlechte)

und natürlich musizierende Therapeuten!

Am meisten beschäftigt er sich jedoch mit uns, den Betroffenen. Ehrlich, schonungslos und richtig. Ich als selbst Betroffener ,bzw. ehemaliger Profi bis Voll-Profi im (leider noch nicht anerkannten) Boro Schema, habe mich ständig wiedergefunden. Genauso fühlt es sich an , genauso habe ich auch gehandelt. Und Borowiak zeigt einen Weg aus der Sucht auf, auch wenn der sicherlich nicht einfach ist.

Am meisten beeindruckt hat mich neben dieser Offenheit sein Schreibstil. Ich habe selten so gelacht, obwohl ich ein Buch über Alkoholismus gelesen habe. Dieser Schreibstil hat dazu geführt, das ich das Buch regelrecht verschlungen habe. Und je länger ich gelesen habe, desto begeisterter war ich. Geschlossen habe ich das Buch dann mit der festen Überzeugung, dass es das beste zum Thema ist, das ich überhaupt bisher gelesen habe. Und ich habe einige gelesen. Und nicht nur in meiner Suchtklinik.

Und wer schon mal lachen will, wenn er denn noch kann:

Kleine Kostprobe gefällig?

Also Gut:

Als Kontrollverlust bezeichnet der Fachmann nicht den Zustand, da sie unter Alkoholeinfluss Ihren Chef anpöbeln, gegen eine Ampel donnern oder Ihren Nachbarn vergewaltigen. Kontrollverlust bedeutet, dass Sie ein für sich vorab geplantes Trinksystem nicht einhalten konnten. Der Fachmann nennt dies: Nicht mehr über Trinkbeginn, Trinkmenge;Trinkende entscheiden können.

Insgesamt also:

Unbedingt lesen und hoffentlich noch vorhandene Angehörige weitergeben.

Meine Angehörigen fanden es auch sehr gelungen und einen guten Zugang zu meiner Krankheit.
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am 23. November 2008
Als Simon Borowiak noch als »Simone Borowiak« firmierte, erschien in der TITANIC, 1/1992, das folgende Gedicht, das durchaus geeignet ist, der Autorin/dem Autor einen ewigen Platz auf dem Dichter-Olymp zu sichern:

Hessen nimmt Abschied von Freddie Mercury

Mit fünfundverzisch war schon Schluß.
Des kam vom vielen Koitus.
Der Fred war schwul als wie die Nacht,
Drum hat er's auch net lang gemacht.

Dabei konnt' der doch so schön singe!
Was muß er da noch Kerls bespringe!
Wär er net rein in jedes Bett,
könnt' er noch leben, unsän Fred.

Am Samstag fragt man: Fred, wie geht's?
Am Sonntag sagt er: Isch hab Ehds.
Am Montag kommt er aus dem Haus:
Im Eischensarg. Die Füß' voraus.

Am End' hätt' er noch gern gesunge.
Hätt' er halt net die Jungs besprunge!
Leut'! Sagt Ihr: »Ehds, des krieg isch nie«,
dann denkt an Freddie Mercury.

Borowiaks Buch über den Ethanol-, C2H5OH- oder - ganz kurz - C2-Abusus (vulgo: »Trunksucht«, »Alkoholsucht« oder »Alkoholismus«) ist der Versuch, aufzuklären und dabei qua Schreiben auch mit der eigenen, früheren Alk-Abhängigkeit fertig zu werden.

Borowiak gelingt das erhebliche Kunststück, sowohl handfeste Informationen über die Folgen langjährigen harten Trinkens (Wernicke-Korsakow-Syndrom, Leberzirrhose, Pankreatitis, Ösophagusvarizen, etc.) als auch humoristische Portraits Alk-Abhängiger zwischen zwei Buchdeckeln abzulegen.

Marita, eine 40-jährige Hausfrau und Mutter aus dem Hessischen, wird wegen ihrer bedenklichen Leberwerte von ihrem Arzt nach ihrem Alk-Konsum gefragt. Sie ist um eine Antwort nicht verlegen:

»Isch? Isch doch net! Die Werte müsse von was annerem komme. Vielleischt hab isch was Falsches gegesse? [...] Alkohol trink isch so gut wie gar net. Mal 'n Piccolösche, für 'n Blutdruck. Ja, wann isch morgens ma 'n Piccolösche trinke. [...] Isch bin doch kaan Alkoholikä! Sie könne sisch ja mal mei Wohnung ansehe: Alles tipptopp! Mei Haushalt is im 1-a-Zustand! Bei mir könnte Se vom Boden esse! Un nur, weil isch mal morgens odä mittags 'n Piccolösche trink! [...] Mei Haushalt is in Schuss! Bei mir könnte Se vom Boden trinke!« (S. 155 f.)

Was könnte, was sollte ein C2-Abhängiger sagen, wenn er von der Ehefrau gefragt wird: »Hast du getrunken? Wie viel? Wer ist die Blondine im Bad?« Borowiak empfiehlt: »Natürlich habe ich getrunken, Schatz. Und zwar drei Gallonen Wodka. Und was die Blondine im Bad betrifft: Ich erinnere mich nicht mehr an ihren Namen, aber es kam eventuell zu einer Kohabitation.«

Wie dissimulieren C2-Abhängige ihre Sucht oder wie präsentieren sie ihren C2-Kauf?

»XY kaufte zu jeder Sektflasche eine Glückwunschkarte. Und versteckte zu Hause beides. Weil ihr Mann beim Anblick von Glückwunschkarten inzwischen sofort Bescheid wusste. YZ rechtfertigte den späten Flaschenkauf beim Griechen oder Dönermann grundsätzlich mit einer verlorenen Wette oder überraschendem Besuch. Während der bürgerlichen Einkaufszeiten im Supermarkt hingegen dominieren bei den Frauen der stille Alibi-Zukauf von a) einem Strauß Blumen (Einladung?) oder b) einem Beutel Zwiebeln (Kochen? Besuch?).« (S. 163)

»Ridendo dicere severum« - »Im Lachen Ernstes sagen«, diese hohe Kunst wird hier praktiziert.

Wer therapeutische Hilfe braucht und wissen möchte, wie Entgiftung und Therapie in der Praxis aussehen, erfährt in den Kapiteln 4 (»show me the way to the next entgiftung«) und 8 (»Behandlungsformen«) viel Wissenswertes, aber auch Ernüchterndes.

Man kann dieses Buch allen Leuten empfehlen, die einfach gerne lesen. Lesen s o l l t e n es alle, die selbst unter einem C2-Problem leiden oder gelitten haben oder gefährdete oder unmittelbar betroffene Freunde oder Angehörige haben.
44 Kommentare| 104 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 20. März 2006
Erst dachte ich: iss wohl mal wieder'n typisches Eichborn-Humorbuch. Wird wahrscheinlich frech, rotzig und politisch unkorrekt über "Lallohol" und Schnapsdrosseln abgelästert. Also über die Anderen, diejenigen, die nicht ich sind. Fünf Seiten später dachte ich: das kann man mit "denen" doch nicht machen! Ernsthaft, sachkundig, sprachakrobatisch und laienwissenschaftlich exakt Lachen über / mit / gegen / wegen Alkoholismus???
Und nur kurz darauf warf ich einen nachdenklichen Blick auf meine zuhause gebunkerten Alkoholvorräte und zählte stumm durch, wieviel Gramm von dem Zeug ich mir so zumute. Aus den "Anderen" und mir war schnell ein "wir" geworden - und das während ich mich kringelte und wandt, weil dieses Buch gleichzeitig saukomisch und so ernüchternd ist wie ein Bad in der zugefrorenen Moskwa.
Jetzt weiß ich sehr viel mehr, als meine Leber wollte, dass ich's weiß. Und darüber hinaus auch noch, dass ich jetzt flugs meinen Konsum verändern werde. Sollte ich dem Autor je begegnen, setze ich mir vorher ein paar Hüte auf, damit ich sie vor ihm lüpfen kann. Lesen und dringend weiterempfehlen.
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am 31. Juli 2006
Wahsinn. Warum gibt es nicht mehr solcher Bücher. Da mußte man jahrelang auf Herrn Borowiak warten, um mal ein humorvollles und endlich mal auch verständliches Buch lesen zu können.

Ich habe 3 Therapien gemacht und in keiner Therapie hat man mir je erklärt was nun letztendlich im Körper abgeht, warum man unter Kontrollverlust leidet. Ich wußte nichts von MEOS. Das halte ich aber für wichtig, zu wissen, was mit einem passiert ist und warum man auf Medikamente auch verzichten sollte und warum man nach 20 Jahren Trockenheit wieder da landet wo man war, wenn man wieder anfängt zu trinken.

In jeder Selbsthilfegruppe werde ich Werbung für das Buch machen. Pflicht für jeden Süchtigen und ebenfalls Nichtsüchtigen.Mein Freund (Nichtsüchtig) hat das Buch wie auch ich verschlungen!! Herr Borowiak-von mir erhalten Sie den Bestsellerpreis in Supergold, ich hoffe, Sie werden "entdeckt " und schreiben noch mehr solcher Bücher!!! Also, von wegen Alkoholiker sind Penner! Hier einer der erfolgreicher und klüger ist als der Rest der Menschheit.
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am 6. Januar 2015
Ob einiger Rezensionen hatte ich ein wenig Bedenken, der Ton dieses Buches könnte vielleicht doch etwas zu "schnoddrig" sein?

Nee, isser nicht!

Ich finde ihn genial!

Hier schreibt jemand, wie nur ein Betroffenen schreiben kann. Ein Betroffener, der weit mehr als einen Erfahrungsbericht verfasst, sondern auch gründlich recherchiert hat. Herausgekommen ist ein kurzweiliger Mix aus Selbsterfahrung und sachlicher Information. Die (selbst)ironische Schreibweise macht das textliche Gebrau süffig lesbar - wie einen leckeren Rotwein, oder zwei oder drei... ;-)

Sehr gut finde ich, dass Borowiak auch den ganzen Dschungel des Psycho-, Klinik- und Krankenkassen-Apparat seziert. So wird mit Blick für Details z.B. offen angesprochen und deutlich, dass eben auch Glück dabei ist, an wen man (Personal, Mitpatienten) gerät. Also eben nicht: Handbuch raus, Schritt 1, dann 2, dann 3, sondern dass Genesung (ich möchte sagen, generell, bei vielen Erkrankungen) ein Prozess mit vielen (unbekannten) Variablen ist. Man sollte sich mühen, braucht aber auch schlicht Glück. Mühe allein genügt oft nicht.

Was sich in meinen Hirnwindungen wohltuend abhebt von den lehrbuchartig-elfenbeinurmdrögen Aussagen der allermeisten Profis. Würden sie ihr Fachgebiet und Tun doch einmal so reklektieren wie Borowiak das macht! => Vermutlich würde man dann sogar gerne zu ihnen gehen? - Aer welche Krankenkasse will das schon? ;-)

Die übersichtliche Gliederung macht es möglich, fix mal eben nachzuschlagen. Was auch lohnt.

In meinen Augen fällt der vielbeschworene Allen Carr mit seinem "Endlich ohne Alkohol" im Vergleich deutlich ab: Seine gebetsmühlenartig wiederholte Essenz: Alkohol = Ruin.

Vorsicht: Das breite Spektrum von Borowiak, in Verbindung mit Carr's Mantra kann es einem schon vermiesen, sich abends gedankenlos xxx mg Alk in Form von yyy hinter die Kiemen zu kippen. ;-)

Mein Vorschlag: Gebt dem Autor die Ehrendoktorwürde, eine ordentliche gehaltliche Eingruppierung - und er wird im Sinne der Aufgabe mehr bewirken als viele promovierte "Experten".

Dieses Buch sollten an Schulen (UND von sogenannten Experten) gelesen werden.
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am 15. Juli 2007
Das Buch ist das Beste, was ich über das Thema Alkohol und Alkoholismus kenne. Borowiak beschreibt aus eigener Erfahrung die verheerenden Wirkungen des Trinkens auf Körper und Seele. Er schreibt sachverständig und nachvollziehbar, denn er kennt die medizinische Literatur und das Fachvokabular und übersetzt es in eine für alle verständliche Sprache. Dem Leser wird unmittelbar und schmerzhaft deutlich, wie schmal die Grenze zwischen "Hobby-Trinken" und Alkoholismus ist. Seine Beschreibungen lassen an Drastik nichts zu wünschen übrig, sowohl über das Trinken und seine Folgen als auch über die Entgiftung und die verschiedenen Therapien. Dabei spart er auch nicht mit sarkastischen Bemerkungen über unfähige oder selbstgefällige Therapeuten und Pfleger; einen besonderen Rochus hat er auf "Silberschuh".

Die größte Stärke des Buches ist sein selbstironischer und von jeglicher Wehleidigkeit freier Ton. Oft habe ich bei der Lektüre laut gelacht - kein Wunder: Der Autor war, damals noch als Simone Borowiak, Kolumnist bei Titanic und hat so wundervoll komische Bücher geschrieben wie "Frau Rettich, die Czerni und ich" oder "Baroness Bibi - Ein Schundroman für die gebildeten Stände".

Alles in allem: Pflichtlektüre für alle, die mehr als ein Glas in der Woche trinken oder jemanden kennen, der dies tut.
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am 23. Dezember 2006
Harter Stoff, magische Bearbeitung: Nichts wird verniedlicht, nichts wird verherrlicht. Obwohl zum Schreien komisch, von hervorragendem wissenschaftlichen Informationsgehalt. Ein launiges, lustiges Lehrbuch. Mit dabei: tiefe atmosphärische Einblicke in das Elend der Materie. Kann mich dem Lob des "Spiegel" nur anschließen: "Ein Wunder an Komik, Weisheit und Recherche". Sollte vom Jugendlichen aufwärts zur Standardlektüre von jedem gehören, der weiß, wie man eine Flasche öffnet.
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am 23. Juli 2012
Ich kann die schlechten, bzw. negativen Rezensionen absolut nicht nachvollziehen. Warum kann man ein ernstes Thema nicht mal in eine humorvolle Ausdrucksweise verpacken. Denn genau wie er das Themal "Alkoholismus" umschreibt, ist es auch im "echten" Leben. Egal wie er die div. Alkoholiker bezeichnet, aber es gibt nun mal versch. Trinkcharaktere, bzw. Trinkbilder. Sicherlich manchmal nicht die vornehmste Art, wie sich der Autor ausdrückt, aber wen stört das? Genau das macht das Buch gut. Ich, selbst "trockene" Alk, konnte mich sehr gut mit diesem Buch indentifizieren, obwohl ich nie zur "Profi" Liga gehörte. Doch das ist unwichtig. Sicherlich empfindet es jeder anders. Ich denke auch nicht, das das Buch als "Ratgeber" gedacht ist, oder irgendeine Hilfestellung bei der Genesung sein soll. Nein, es ist eben ein Buch das Alkoholismus haargenau beschreibt. Habe schon viele Bücher über diese Krankheit gelesen; ebenfalls Biografien. Aber das hier ist so "klar und deutlich" das es eigentlich jeder "verstehen" müsste.
Für mich, ein absolut empfehlenswertes Buch, jedoch nicht um vom Alk wegzukommen. Denn das braucht professionelle Hilfe. Das schönste dabei ist, das man Tränen lachen kann, zu einem Thema bei dem man eigentlich weinen müsste. Danke an den Autor für dieses tolle Buch.
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am 11. Februar 2006
"Wenn du beim Lesen mal wieder so richtig lachen willst, dann lies dieses grauenhafte Buch über Alkoholismus", sage ich meinen Freunden und Bekannten, seit ich ALK gelesen habe. "Wenn Sie endlich verstehen wollen, was Alkoholismus ist, wie ein Ausstieg aus der Krankheit gelingen kann und wo die Betroffenen dabei bleiben, lesen Sie dieses Buch", sage ich Therapeuten, Ärzten und anderen Leuten vom Fach. Das ist kein Widerspruch. Vielmehr ist es Simon Borowiak gelungen, eine taghelle Schneise ins Dickicht der Alkoholismus-Literatur zu schlagen. Als selbst Betroffener hat er sich durch so ziemlich alles gelesen, was die Wissenschaft hergibt, und verschiedene Therapieansätze am eigenen Leibe erfahren, bis ihm der Entzug schließlich gelang. Beides teilt er dem Leser so mit, als sei dieser selbst dabei und dem Terror von "NDR 8 oder HR 14" im dauerdudelnden Radio des Raucherzimmers auf der "Geschlossenen" ausgesetzt gewesen. Das gelingt dem Autor, weil er trotz der gebotenen Sachlichkeit mit perfektem Timing und Pointensicherheit alle Register seines schriftstellerischen Könnens und Sprachgenies zieht, die man aus seinen früheren (unter Pseudonym erschienenen) Ulk- und Satirepublikationen kennt. Heraus kommt ein Buch, dessen Lektüre höchstes Vergnügen bereitet und Hirnzellen wie Lachmuskeln gleichermaßen strapaziert. Und ein Buch, dessen Empathie und Lebensfreude so ansteckend sind, dass es dem einen oder anderen Leser möglicherweise zum Einstieg in den Ausstieg verhilft.
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