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am 11. September 2015
Frank Schirrmacher ist posthum zu beglückwünschen, dass er mit diesem Inhalt einen derartigen Erfolg feiern konnte, während die seriöseren und wesentlich gehaltvolleren Gegenreden, wie "Die Methusalem Lüge" oder "Keine Angst vor Methusalem" sich mit den Krümeln vom Sachbuchtisch zufrieden geben mussten.
Dazu muss ich allerdings sagen, dass ich diese Bücher erst jetzt, also mehr als 10 Jahre nach Erscheinen lese. Was natürlich die Beurteilung erleichtert und einiges relativiert.

Da man über Tote nicht schlecht reden sollte und Schirrmacher sich nicht mehr wehren, keine Äußerungen zurücknehmen oder relativieren kann, will ich es dabei belassen. Leider dient das Buch auch nicht als Anschauungsobjekt für andere Autoren, wie man Bestseller schreibt. Dazu war Schirrmacher zu gut vernetzt.
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TOP 500 REZENSENTam 5. März 2015
Der Titel klingt nach einer Verschwörung. Schirrmacher verspricht den Menschen ein langes Leben, was ihm selbst leider nicht beschieden war. Ohne Zweifel gehörte er zu der intellektuellen Elite unseres Landes, die Orientierung in einer immer komplizierter werdenden Welt zu geben, die Aufgabe hat. Schirrmacher hat sich der Aufgabe angenommen. Sein Buch ist rasant zu lesen (viel schneller, als man altert), obwohl er auch auf statistische und graphische Belege nicht verzichtet. So manches Sachbuch kommt mit hölzernem Schreibstil daher, das kann man von dieser Lektüre ganz gewiß nicht sagen. Das Verdienst Schirrmachers ist, mit diesem Buch die Probleme der zukünfigen Gesellschaft in den entwickelten technologisch-säkularen Demokratien und die Gefahren für die Weltgemeinschaft insgesamt vielschichtig unter soziologischen, kulturellen, ökonomischen, selbst geostrategischen Gesichtspunkten bezeichnet zu haben. Echte Lösungsansätze fehlen jedoch. Dies formulierte er auch als Aufgabe primär der vorgeriatrischen Alterskohorte, entläßt jedoch unter dem Stichwort Generationenkonflikt auch die jüngeren Generationen nicht aus der ethisch-moralischen Verantwortung. Die positive Grundstimmung, die Schirrmacher unter Verweis auf andere globale Probleme, deren Lösung die Menschen angegangen sind (ökologische Katastrophe, Ressourcenverschwendung, Ozonloch...) produziert, wird vielfach ephorisierend überhöht. Dieses immer wieder auffallende Schwelgen in Superlativen ist letztlich eine Schwäche des Buches. Man liest und meint mitunter auf einer Motivationsveranstaltung bei Carsten Maschmeyer oder beim Vitalkomplexverkäufer auf einer Kaffeefahrt zu sein. Daher reicht es aus meiner Sicht für ein "gefällt mir sehr" dann doch nicht, auch wenn ich das Buch gern empfehle.
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am 17. Dezember 2016
Also, ich finde das Buch sehr vielschichtig und ich werde mich hier nicht zu allen Aspekten äußern, sondern nur zu denen, die mir persönlich beim Lesen besonder ins Auge gefallen sind. Gut finde ich, daß der Autor das Kind mal beim Namen nennt, indem er unserer Gesellschaft öffentlich ankreidet, wie diskriminierend sie mit "dem Alter" umgeht. Ich selbst gebe mir alle Mühe, positiv mit dem Älterwerden umzugehen, aber wo ich auch hinhöre, stoße ich auf die im Buch beschriebenen, negativen Alters-Stereotype. Ich bin ein Babyboomer und kenne kaum jemanden in meinem Alter, der positiv mit dem Älterwerden umgeht oder irgend welche tollen Pläne für die zweite Lebenshälfte hat. Alle, die ich kenne, beklagen sich lediglich darüber, wie alt sie doch schon sind und meinen, daß es nun sicher mit ihnen bergab gehe. Bei so einer Einstellung geht es dann natürlich auch wirklich bergab mit dem Selbstbewußtsein und überhaupt mit der so denkenden Person.
Die Horror-Szenarien, die Schirrmacher in seinem Buch teilweise heraufbeschwört, sind meiner Meinung nach zum Teil berechtigt, denn wir Babyboomer sind ja wirklich sehr viele und es sind nach uns nur wenige Junge geboren worden, die uns mit zunehmendem Alter werden versorgen müssen. Viele Babyboomer werden in Altersarmut leben, was sehr traurig ist und nicht sein müßte. Das Problem ist allerdings meiner Meinung nach nicht ausschließlich darin zu suchen, daß es zu wenig Junge und zu viele Alte gibt. Die gesetzliche Rentenversicherung wurde jahrelang zugunsten der privaten Versicherungswirtschaft demontiert. Man empfahl der Bevölkerung, Riesterverträge abzuschließen und sich selbst eine Altersversorgung aufzubauen. Mir persönlich ist das durch glückliche Umstände, die ich hier nicht näher erläutern möchte, gelungen - allerdings nicht durch Riesterverträge. Die meisten Leute, die Lebensversicherungen und Riesterverträge abgeschlossen haben, sehen heutzutage extrem "alt" aus, denn durch die Niedrigzinspolitik haben diese Verträge kaum etwas abgeworfen. Die Regierung wußte von Anfang an um diese Probleme aber die Lobby der Versicherungswirtschaft hat es geschafft, dahingehend auf die Politiker einzuwirken, daß eine solche Politik betrieben und die Menschen verdummt wurden. Es wurde keine Politik zum Nutzen breiter Bevölkerungsschichten betrieben, sondern nur im Sinne der Versicherungen, denen der Bürger gutgläubig sein Geld in den Rachen geworfen hat. Davon abgesehen hatten viele Menschen sowieso kaum Geld, um etwas für's Alter anzusparen, da ja die Löhne in den letzten 15 Jahren systematisch gekürzt wurden, immer mehr Menschen nur Zeitverträge oder Leiharbeitsverträge bekommen haben oder sogar längere Zeit arbeitslos waren. Unter solchen Bedingungen ist es sehr schwierig, sich eine private Altersversorgung aufzubauen. Ich selbst war nicht arbeitslos aber ich finde, daß die jüngeren Babyboomer es in ihrem Berufsleben durchaus nicht leicht hatten und haben, sich ein Polster für's Alter zu schaffen, und daß sie nichts dafür können, wenn ihr Rentenkonto im Alter gähnende Leere aufweist.
Nun kommt Herr Schirrmacher und meint, wir sollten uns von dem Gedanken verabschieden, daß wir mit 65 in Rente gehen können - und es sei außerdem auch gar nicht wünschenswert und gut für uns, so früh aus dem Berufsleben auszuscheiden, wir könnten doch alle locker bis 70 arbeiten! Das hört sich alles gut für jemanden an, der studiert hat, sein Leben lang exponierte Stellungen bekleidet hat und um den sich die Arbeitgeber immer noch reißen, weil derjenige doch recht erfolgreich war und einige Bekanntheit erlangt hat. Aber nicht jeder kann auf so eine tolle berufliche Laufbahn zurückblicken!! Viele Durchschnittmenschen dürften sich in den vergangenen Jahrzehnten mit der hohen Arbeitslosigkeit, den hohen beruflichen Anforderungen, Zeitverträgen und geringer Bezahlung mit Ach und Krach durch das Berufsleben gehangelt haben. Ich glaube nicht, daß die noch Lust und Kraft haben, unter diesen Bedingungen bis 70 weiterzumachen - ganz abgesehen davon, daß einen ab einem gewissen Alter kaum noch ein Arbeitgeber einstellen will, wenn man nicht gerade ein händeringend gesuchter, seltener Spezialist auf irgend einem Gebiet ist. Selbst ältere Akademiker haben es oft schwer, noch mal eine neue Beschäftigung zu finden.

Sicherlich hat Herr Schirrmacher Recht, wenn er sagt, daß es nicht gut ist, Leute nur aufgrund ihres Geburtsdatums ab einem gewissen Alter in den Ruhestand zu entsorgen, aber es ist ein großer Unterschied, ob man wirtschaftlich abgesichert ist und sich freiwillig dafür entscheidet, bis 70 zu arbeiten, weil man es geistig anregend findet, oder ob man auch jenseits der 65 arbeiten MUSS, weil die Rente hinten und vorne nicht reicht, obwohl es einem gesundheitlich vielleich schon gar nicht mehr so gutgeht. Das übersieht Herr Schirrmacher offenbar, weil es in der Gesellschaftsschicht, in der er lebt, selbstverständlich ist, daß man die Wahl hat, ob man länger arbeiten möchte, und es tut, weil man noch schöpferisch tätig sein möchte.

Ich denke, daß gerade ältere Menschen, bis zum Alter von 80 Jahren und manche sogar darüber hinaus, aufgrund ihrer Lebens- und Berufserfahrung durchaus noch einen wertvollen gesellschaftlichen Beitrag leisten können. Insofern hat der Autor Recht, wenn er anprangert, daß man in unserer Gesellschaft den Wert eines Menschen auf seiner Biologie reduziert. Ältere Menschen können sich vielleicht nicht mehr fortpflanzen aber gerade weil sie nicht mehr mit der Aufzucht von Nachkommen beschäftigt sind, haben sie genügend Zeit, um sich, z. B. ehrenamtlich, für andere Belange der Gesellschaft zu engagieren und nützlich zu machen. Die meisten Älteren, die ich kenne, denken nur leider allzu konventionell und lassen es mit der Pflege ihrer Enkel bewenden. Auch das ist ein wichtiger gesellschaftlicher Beitrag, der oft aber als selbstverständlich angesehen und nicht wirklich wahrgenommen und wertgeschätzt wird. Außerdem findet ja zwischen den Generationen durchaus ein Transfer von Besitz statt. Viele wohlsituierte Eltern und Großeltern unterstützen ihre Kinder und Enkel auch finanziell, lassen sie also an ihrem Vermögen teilhaben. Es ist nicht unbedingt so, wie es der Autor heraufbeschwört, daß die gierigen Alten auf ihrem Besitz sitzen und den Jungen nur im Wege sind. Das trifft vielleicht für das Berufsleben zu aber nicht für die Beziehungen innerhalb der Familie.

Wenn die Alten es lernen würden, ein bißchen weiter über ihren privaten Tellerrand zu blicken, gäbe es eine Menge anderer Betätigungsfelder, außer der Aufzucht von Großkindern, auf denen sie sich nützlich machen und so ein neues Selbstbewußtsein entwickeln könnten. Nur leider scheint es vielen Leuten an der nötigen Phantasie und Motivation zu fehlen. Ich denke, sie sind zu sehr auf die althergebrachten Rollenbilder fixiert, "wie man als älterer Mensch zu sein und was man zu tun hat." Fest steht jedoch für mich, daß die Leistungsfähigkeit älterer Menschen nächläßt und daß sie dem Streß und den hohen Leistungsanforderungen im normalen Berufleben auf die Dauer gesundheitlich nicht gewachsen sind. Dieser Tatsache trägt der Autor kaum Rechnung, wahrscheinlich weil die Leute in seiner Gesellschaftsschicht im Alter einfach nicht so verbraucht sind. Es ist ja erwiesen, daß mit Bildung und sozialem Status auch die Lebenserwartung wächst.

Wenn man will, daß die Alten bis 70 weiterarbeiten, müssen sich die Anforderungen und Arbeitsbedingungen ändern. Ältere können durchaus Beachtliches leisten, aber eben eher auf einer qualitätiven Ebene und nicht was Schnelligkeit und Streßfestigkeit angeht. Es wäre Aufgabe der Regierung und der Wirtschaft, für menschlichere Arbeitsbedingungen zu sorgen, wenn die Alten wirklich jenseits der 65 weiterarbeiten sollen.

Ich denke, es müßte nicht unbedingt zu der vom Autor beschriebenen finanziellen Katastrophe kommen, wenn die Babyboomer in Rente gehen, sofern unsere Gesellschaft und die Politik gewillt wären, neue Wege zu beschreiten. Wenn es zu so einer Katastrophe kommt, liegt es nicht unbedingt nur daran, daß es zu wenig junge Erwerbstätig gibt, die zu viele Ältere durchfüttern müssen. Was nutzen unserer Gesellschaft zusätzliche Arbeitskräfte, wenn absehbar ist, daß viele Arbeitsplätze in Zukunft von Robotern besetzt werden und die Menschen, die vorher auf diesen Arbeitsplätzen gesessen haben, arbeitslos werden??? Im Grunde haben wir in vielen Bereichen schon viel zu viele Arbeitskräfte, die bald keiner mehr wird haben wollen. Es werden in Zukunft nur noch einige hochgebildete Spezialisten benötigt werden, um die Produktion zu steuern. Also werden auch viele junge Menschen "überflüssig" sein - nicht nur die Alten. Ich denke, wir werden uns ein ganz neues System ausdenken müssen, dem gemäß das Geld und die Güter in Zukunft einigermaßen gerecht in unserer Gesellschaft verteilt werden. Man sollte also das Problem nicht einseitig auf einen Kampf zwischen den Alten und den Jungen reduzieren, was Herr Schirrmacher schon irgendwie tut. Das wäre eine allzu vereinfachte Sichtweise der Probleme, die in Zukunft auf unsere Gesellschaft zukommen. Der Autor beleuchtet in seinem Buch viele Dinge nur aus einer ganz bestimmten Perspektive und vergißt dabei doch einige andere, wichtige Gesichtspunkte. Das Buch ist durch aus lesenswert, aber die Darstellung des Problems ist vielleicht gelegentlich etwas einseitig. Teilweise mag das aber Absicht sein, weil der Autor provozieren und zum Nachdenken anregen will.
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am 20. November 2004
Frank Schirrmacher beherrscht nach meinem Eindruck und Beobachtungen anscheinend die Kunst, eigene Ängste und Abneigungen bei nächst bester Gelegenheit auf Zeitgenossen zu projizieren - und sich dann moralisierend auf diese zu stürzen.In diesem Werk unterstellt er der jüngeren Generation einen "Hass" - auf die ältere Generation, die er obendrein auch noch ins Verhältnis zum islamistischen Terror setzt bis hin zu Referenzen an Samuel Huntingtons "Clash of Civilisations". Düster brütend malt er das Szenario wehrloser alter europäischer Pensionäre an die Wand, die sich gegen hereinstömende junge Moslems ("Einwanderungsdruck") erwehren müssen. Dem halbwegs aufmerksamen Leser erschließt sich sofort das Strickmuster dieses Werkes: Es ist eine Aneinanderreihung von Quellen und Zitaten, die in dem Zeitgeist nacheilenden Prophetie apokalypitsch ausgelegt werden. Die permanente Beschwörung des Lesers, wie er sich denn bitte auf sein eigenes Altern vorzubereiten hätte, macht die Lektüre zur Qual. Unterm Strich ist der Lärm um dieses vieldisktutiert Werk letztenendes um Nichts veranstaltet worden.
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am 4. März 2013
Frank Schirrmacher ist bekannt als Mitherausgeber der FAZ und selbst als Jahrgang 1959 Teil der sogenannten "Baby-Boomer", jener Jahrgänge also, die zahlenmäßig enorm anwuchsen und jetzt langsam in die Rentnerjahre hineinrutschen werden.

In diesem 2004 veröffentlichten Bestseller dekliniert der Autor die weiter zunehmende Überalterung unserer bundesrepublikanischen Gesellschaft durch, wie sie etwa von James Vaupel, dem Direktor des Leipziger Max-Planck-Institutes für demografische Forschung beschrieben wurde. Mit vielen Beispielen deckt er dabei auf, dass unser Jugendlichkeitswahn zu einer Diskriminierung der Betagten geführt hat und weiter führen wird, wenn "wir" als die künftigen Alten dem nicht mit Selbstbewusstsein trotzen. Das Alter führt nämlich nicht notwendigerweise in eine Sackgasse aus Demenz oder chronischen Gebrechen, wenn es das sicherlich auch gibt. Die Berliner Altenstudie hat beispielsweise an einer städtischen Altenbevölkerung zwischen 70 bis 100 Jahren mit vielen landläufigen Vorurteilen, sogenannten "Ageisms" aufgeräumt: die meisten in diesem Alter schätzen sich ein und fühlen sich um 15 Jahre jünger, und sie äußern den Wunsch, noch mindestens 10 Jahre älter zu werden. Diese Studie deckte eindrucksvoll auf, dass solches Alter eben nicht die soziale Hölle ist, für die sie von den Jüngeren gemeinhin gehalten wird.

Es gelte also, sich als alt werdender Mensch einem Komplott gegen die biologischen oder sozialen Vorurteile dem Alter gegenüber anzuschließen. Wer Angst vor dem Alter hat, der blockiert sich sogar selbst nach Art einer Sich-Selbst-erfüllenden-Prophezeiung. Man ist eben so alt, wie man sich fühlt, das ist die wichtige Positiv-Botschaft dieses leidenschaftlichen Plädoyers. Für Geriater und Gerontologen Pflichtlektüre, anregend und gut formuliert für uns alle, die wir "erfolgreich" altern möchten. (4.03.13)
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am 27. April 2005
Ein Feuilleton über Altersangst. Von der Angst vor dem Alter getrieben, hetzt der Autor durch das Thema. Der Inhalt entspricht dem Feuilleton der FAZ. Stellenweise interessant, dann wieder dröge, aber für das praktische Leben garantiert unbrauchbar. Der Autor kann mit Fug und Recht von sich sagen, zu einem wichtigen Thema ein gut vermarktetes, aber überflüssiges Buch geschrieben zu haben. Die Argumentationslinien sind phasenweise so alt wie Methusalem selbst, revolutionäre Gedanken nicht zu erkennen behauptete Wahrnehmungen stellenweise schlichtweg falsch.
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am 2. Oktober 2005
Schirrmacher setzt darauf auf, was schon seit Langem bekannt ist: durch Pillenknick und steigende Lebenserwartung wird die Bevölkerungspyramide umgedreht. Etwa ab 2030 werden die "Alten", also wir selbst, einen Anteil so hoch wie nie zuvor an der Bevölkerung haben, und das führt zunehmend zu ökonomischen und sozialen Problemen. Konsequent sagt Schirrmacher voraus, dass sich die gesamte Gesellschaft viel mehr auf Alte und das Älterwerden ausrichten muss. Er fordert, den "Komplott" gegen das Alter anzugehen, d.h. vom derzeitigen Jugendwahn der Medien wegzukommen und das Alter mehr zu akzeptieren. Dabei dürfen die Älteren - und damit ist immer die Generation vor dem Pillenknick 1970 gemeint - "nicht verstummen", sondern sie müssen diese Wandlungen auch aktiv herbeiführen.

Um es kurz zu machen: mir hat das Buch nicht gefallen. Das demographische Grundproblem ist völlig klar, wo eine Grafik gereicht hätte, wirbelt Schirrmacher mehrere Kapitel lang mit statistischen Zahlen herum. Später dann, wenn es um die Auswirkungen geht, hält er sich bedeckt. Das Rentenproblem wird kaum angesprochen, Schlagwörter wie "Sozial-Terror" und "Krieg der Generationen" werden nicht richtig erklärt. Auswege und Lösungen schließlich werden kaum, und wenn nur verstreut, präsentiert, und da gehören auch Gedankenspielereien wie Euthanasie dazu. Es ist ein relativ unstrukturiertes, teilweise polemisches Buch, das allgemein Bekanntes mit diversen Fakten verrührt, dramatische Appelle in den Raum wirft und einen am Ende unschlüssig mit der Situation stehen lässt.

Buchtipps: die gleiche Thematik wird besser behandelt in Elisabeth Niejahr, "Alt sind nur die anderen" zu der notwendigen Ausrichtung der Gesellschaft auf Ältere, und Herwig Birg, "Die demographische Zeitenwende" zu den wirtschaftlichen Auswirkungen.
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am 25. August 2005
Schirrmacher schreibt auf 200 Seiten, was man problemlos auf 30 hätte unterbringen können. Das Thema an sich verspricht eine spannende Lektüre, durch einen qualvollen Mangel an klaren Thesen und Argumentationen ruiniert der Autor aber das Lesevergnügen schnellstens. Anstatt das Problem mit wissenschaftlicher Gründlichkeit auszuleuchten, reiht er Phrase an Phrase, wechselt scheinbar zwischendurch seinen eigenen Standpunkt, lässt wesentliche Gesichtspunkte völlig außer acht und - das erschien mir am schlimmsten - setzt allzusehr auf Panikmache.
So stellt er das Problem der Überalterung als hochdramatisch und "katastrophal" dar, geht aber nicht mal am Rande auf die sozialen Auswirkungen anderer, paralleler Umbruchsphänomene wie etwa der Kommunikationsrevolution durch das Internet oder der Globalisierung überhaupt ein. Auch bleibt er dem Leser handfeste Ratschläge schuldig, ja, nachdem man gegen Ende des Buches endlich auf eine konkrete Stellungnahme des Autors hofft, verliert sich auch das dramatisch mit "das Komplott" betitelte letzte Kapitel in Feuilleton-typischen Formulierungswursterleien und endet ohne einen klaren Schluss.
Man kann Schirrmacher immerhin zugute halten, dass seine - wohl auch recht umfangreichen - Recherchen die eine oder andere brisante Information hervorgebracht haben, diese wenigen Highlights wären aber in einer kurzen, bündigen "Kampfschrift" (und nach seinen eigenen Worten versteht der Autor das Buch als solche) besser aufgehoben.
Wenn sich das Buch tatsächlich so gut verkauft hat, wie man hört (und wie es der reißerische Titel impliziert), dann ist das in erster Linie ein Indiz für die schwindende Lust an der Bildung in der bücherkaufenden Bevölkerung.
Prädikat: Papierverschwendung.
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am 13. September 2006
Irgendwie ist es erstaunlich (und zu bewundern) wie Leute wie Herr Schirrmacher, aktuell Fr. Eva Herman und selbst ein Dieter Bohlen es schaffen, Millionen-Bestseller zu schreiben, nur weil sie (oder ihr Management) das richtige Gespür für zeitgeistige Strömungen haben.

Natürlich weist das Buch viele Fakten auf - diese sind aber seit Jahren bekannt und nicht überraschend. Was Hr. Schirrmacher aber daraus gemacht hat, ist ein Zerrbild der Gesellschaft, eine Horror-Vision.

Ich kann keinen KRIEG der Generationen erkennen, auch nicht, dass Jüngere abschätzig auf Ältere herabschauen und ich weiss auch nicht, welche Alten der Autor kennt, die sich für ihr Altsein SCHÄMEN. So etwas mag es vereinzelt geben, wie es eben alles gibt, so etwas aber als allgemein gültige These zu verbreiten ist schlichtweg Unfug und ist realitätsfremd.

Das Buch zeichnet ein Zerrbild der aktuellen Gesellschaft, mit düsteren + depressiven Zukunftsprognosen - Lösungswege hingegen werden nicht aufgezeigt.

Ich nehme an, dass der in Talkshows durchaus witzig + sympathisch wirkende Autor, der wohl deutlich die 40 überschritten hat, sich um seine Zukunft keine Sorgen mehr machen muss - Millionen Käufer seiner Bücher sei Dank!
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am 29. Juni 2004
Herr Schirrmacher kocht einen Eintopf und rührt in jedem Kapitel darin umher. Sein Lieblingswort ist "babyboomer" und hier führt er stets auf, was diese später an Masse aufbringen werden. Es kommen einige interessante Punkte zur Ausführung, jedoch haben mir die bahnbrechenden Erkenntnisse gefehl. Das was ich erwartet hatte, wurde nicht erfüllt.
Keine Gliederung, kein durchgehender roter Faden, die Ausführungen zu den positiven Sichtweisen werden in 2 kleinen Kapiteln am Schluss abgehandelt. Statistiken allenthalben als Gewürz in jedem Abschnitt - nicht gestützte Aussagen, ein Eintopf für mich.
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