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Kundenrezensionen

3,9 von 5 Sternen
19
3,9 von 5 Sternen
Format: Taschenbuch|Ändern
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Die junge Alice ist die Tochter eines Kaufmanns. Als sie das Heiratsalter erreicht, wird sie einem anderen Kauffmann und Freund ihres Vaters, Janyn Perrers versprochen. Obwohl ihre Ehe arrangiert ist, um den geschäftlichen Aufstieg und Reichtum zwischen beiden Familien zu mehren, verbindet Alice und den zwanzig Jahre älteren Janyn dennoch wahre Liebe. Doch trotz all des Liebesglücks, spürt die kluge Alice dennoch, dass Janyn ein Geheimnis vor ihr verbirgt. Ein gefährliches Geheimnis, dass ihn und seiner Familie jedoch die Gunst der Königinnenmutter Isabella eingebracht hat.

Die königliche Familie pflegt einen äußerst freundschaftlichen Umgang mit Janyn und so lernt auch Alice sehr bald den Königshof kennen. Ihr erstes Kind, Bella, wird sogar das Patenkind der Königinnenmutter. Doch als die Isabella stirbt, gerät Alice heile Welt ins Wanken. Janyn offenbart ihr, dass Alice und Bella nun genauso wie er, in großer Gefahr sind, da er etwas weiß, was für viele Parteien von großer Bedeutung sein könnte. Er gibt sie in die Obhut von Königin Philippa und Edward III., schickt Bella als Pflegekind nach Schottland und verschwindet bei Nacht und Nebel zusammen mit seiner Mutter.

Alice ist sehr unglücklich, auch wenn die Königsfamilie sich die größte Mühe gibt, ihr das Leben zu erleichtern und Sicherheit zu geben. Doch als sie erfährt, dass Janyn und seine Mutter angeblich in der Ferne an der Pest verstorben sind und sie nun Witwe ist, verzweifelt sie zunächst.
Halt findet sie jedoch ausgerechnet beim König'.

Wer historische Romane im Stile von Philippa Gregory liebt, die sehr viel historisches Flair verströmen oder unterhaltsame Romane schätzt, die sehr ausführlich die Lebensgeschichte einer historischen Persönlichkeit beleuchten, sollte sich 'Die Vertraute des Königs' auf jeden Fall einmal näher anschauen. Auf 759 Seiten erzählt die Autorin die Geschichte von Alice Perrers- Ehefrau, Mutter, Witwe und spätere Geliebte des englischen Königs. Ihr gelingt es, die Hauptfigur sehr authentisch darzustellen und vor allem, was ich sehr interessant fand, war, dass sie ein etwas anderes Bild von Alice zeichnet, als es diverse, männliche Zeitgenossen taten. Dem Leser begegnet Alice zunächst als hilflose und gefügige Tochter, die sich jedoch weiterzuentwickeln vermag. Zwar bleibt Alice auch im Zuge der Geschichte durch Einwirkung Mächtiger, beschränkt in ihrem Handeln, doch ihr gelingt es dennoch, wichtige Dinge durchzusetzen bzw. voranzutreiben und nicht nur ohnmächtig zuzuschauen.

Emma Campion wählte die 'Ich-Form' für ihren Roman, damit man die Geschichte praktisch durch Alice selbst erfahren kann, bzw. erzählt bekommt. Alices Lebensgeschichte ist in mehrere Kapitel unterteilt und behandelt zunächst ihre kurze aber glückliche Ehe und später den Aufstieg als Mätresse des Königs unter Billigung der Königin. Sehr spannend fand ich die Enthüllung von Janyns Geheimnis, dass erst sehr spät gelüftet wird, allerdings kommt es danach auch zu einigen Längen innerhalb der Geschichte, da die Autorin sehr ausführlich diverse Begebenheiten bei Hofe beschreibt, die zwar unterhaltsam sein mögen, aber sich in ihrer Fülle dann und wann doch etwas wiederholten und nicht alle sehr wichtig für den Verlauf der Story waren. Trotz dieses Kritikpunktes, wuchs mir Alice immer mehr ans Herz und da die Autorin auch nicht mit glücklichen oder tragischen Begebenheiten geizt, liebt und leidet man als Leser schnell mit der Protagonistin dieses Romans mit.

Die Autorin hat sich sehr viel Mühe gegeben, auch ihre Romanfiguren so sprechen und agieren zu lassen, wie es in ihrer Zeit üblich war (was dem einen oder anderen vielleicht nicht so liegen wird, mir aber sehr gut gefallen hat; da dadurch einfach mehr historisches Kolorit verströmt wird). Zudem erfährt man nebenbei viel Wissenswertes über die Rolle und den Stellenwert der Frau in der damaligen Zeit.
Abgerundet wird der Roman durch ein Nachwort der Autorin und ein Personenregister.

Fazit: Ein stimmungsvoller historischer Roman über eine interessante Frau, allerdings hätte er mir, um einiges gestraffter erzählt, noch einen Tick besser gefallen.

Eine Rezension von Happy End Bücher.de (NG)
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am 18. Oktober 2011
'Einen König zu lieben, ist wie in einem Tanz gefangen zu sein.'
(S, 426; Z.13)

Um was geht es?:
Alice Salisbury ist in ihrer Blüte des Lesens, als sie am königlichen Hof von Edward III und Philippa ankommt. Dort arbeitet sie als Kammerdienerin von der Königin.
Doch als Philippa krank wird, kommen Edward III und Alice sich immer näher, bis sie sich in einander verlieben.
Die Liebe, die für Alice eine große Erfüllung ist, ist zugleich ihre größte Gefahr, denn nicht viele sind von der Liebschaft zwischen dem König von England und Alice beeindruckt, und das Aufbegehren vom Volk und den Adeligen gegenüber dieser Liebe wird immer größer, bis es aus dem Ruder zu laufen scheint.

Meine Meinung:
Der Titel 'Die Vertraute des Königs' weckte meine Neugierde und er passt zum Buch wie die Faust aufs Auge.
Das Cover zeigt eine Frau in einem wunderschönen Kleid, was nicht unüblich für historische Romane ist. Doch hier im Roman spielen Stoffe und Kleidung eine starke Rolle in Alice Leben. Ob das Cover deswegen so ausgelegt wurde, mag ich aber zu bezweifeln.
Streicht man über das Cover merkt man, dass der Schriftzug des Titels ein wenig Erhaben ist, was sich sehr gut anfühlt.

Wie man es von den meisten historischen Romanen gewöhnt ist, steht auch hier wieder eine sehr starke Frau im Mittelpunkt des Geschehens.
Alice Salisbury.
Alice geht eine Liebschaft mit Edward III, König von England ein und eine Geschichte beginnt, in der wir eine Frau begleiten, die immer versucht ihren Weg zu gehen, auch wenn viele Hindernisse ihr im Weg stehen, die ihr Schicksal zwar duldet aber sich nicht davon beherrschen lässt und immer mit der Hoffnung, dass sich alles irgendwann zum Guten wendet, auch wenn die Stunden noch so dunkel sind.

Alice ist ein Charakter, den man einfach gerne haben muss, soviel Tapferkeit und Lebendigkeit strahlt sie aus, so, dass man ihre ganze Lebensgeschichte mitfiebert von der ersten bis zu letzten Zeile.
Aber auch die anderen Protagonisten und Nebencharaktere weisen die unterschiedlichsten Charakterzüge auf und keiner gleicht dem anderen.
Zwar begegnet man in dem Buch vielen Namen, oftmals hören sie sich auch gleich an und es kann auch schon mal vorkommen, dass man sie verwechselt, aber im großen und ganzen wird man an jeden neuen Charakter, der zu einem stößt, langsam herangeführt, sodass man sie immer wieder zuordnen kann.
Wenn man trotzdem ein wenig Namensschwierigkeiten hat, gibt es im hinteren Teil des Buches einen kleinen Namensglossar.

Klar, schreckt am Anfang der 'dicke Schinken' ganz schön ab. Mit fast 800 Seiten ist man erst mal beschäftigt, aber Emma Campion hat eine sehr erfrischende Schreibweise, die so klar und detailliert ist, dass man beim lesen ins 14. Jahrhundert verschwindet und man gar nicht merkt, wie schnell das Buch sich dem Ende zuneigt.

Doch leider gibt es immer mal wieder Textpassagen, die sich in die Länge ziehen oder Vorgänge, die sich zum x-ten mal wiederholen z.B das ständige Umziehen von einem Haus zum Nächsten, dies wurde aber jedes Mal aufs Gleiche wieder bis ins Detail beschrieben, was mich nach der Zeit etwas gelangweilt hat.

Wenn man aber darüber hinwegsieht hat man einen sehr gut recherchierten historischen Roman vor sich, der für alle Liebhaber dieses Genre nicht im Regal fehlen darf.

Fazit:
Ein sehr detailreicher historischer Roman, der einen die Welt des 14. Jahrhunderts näher bringt. Zwischendurch gibt es aber immer mal wieder Passagen die sich in die Länge ziehen und sich wiederholen, dort hätte man das Buch ruhig ein wenig kürzen können.
Sieht man aber davon hinweg, hat man einen gut recherchierten, spannenden und erlebnisreichen Roman in der Hand, mit dem man viele angenehme Lesestunden verbringen kann.
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am 1. November 2011
Also, ich muss sagen, dass mich dieses Buch in seinen Bann gezogen hat. Die Geschichte ist schön erzählt und am besten gefällt mir, dass Frau Campion gute Recherche geleistet hat. Es hat mich beeindruckt, dass diese reale Geschichte auch mal aus der Perspektive einer Frau erzählt wurde. Danke! Der Schreibstil ist ser flüssig und abwechslungsreich und ich konnte mich richtig in die Zeit damals rein finden und mit den Personen mitfühlen.

Im Großen und Ganzen ist es seine fünf Sterne wegen der guten Geschichte, dem flüssigen Schreibstil und der guten Recherche wert zu lesen. Ein schöner Schmöker für lange Tage.
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am 11. Oktober 2011
Mit "Die Vertraute des Königs" führt Autorin Emma Campion den Leser zurück in das 14. Jahrhundert an den Hof von Edward III., dem König von England.

Wie die Autorin zu Recht in ihrem Buch anmerkt, sind es oft die etwas zwielichtigen Gestalten, die das Interesse der Menschen erregen. So war es ein abfälliger Kommentar über die historische Person Alice Perrers, welcher Emma Campion entflammte und sie mehr über diese Frau suchen ließ, was letzten Endes in diesem Buch endete. So wird hier aus einer Metze, einer beim Tode des Königs verschrienen Frau, eine weitaus vielschichtigere Person, die sich als Opfer der Umstände entpuppt.

Emma Campion stattet ihre Hauptfigur mit einer kindlichen Naivität aus, die ganz dem Alter entspricht, in dem man dieser Figur zum ersten Mal begegnet. Und trotz allem, was ihr noch passieren wird, legt die junge Alice diese Naivität nie mehr ganz ab. Dies macht sie zu einem vertrauensseligen Werkzeug, dessen sich die Strippenzieher nur zu gerne bedienen. So wird in diesem Roman aus der historisch verschrienen Hexe, die den König der Königin entfremdete, ein Opfer der Umstände. Denn Alice ist hier nur an einem interessiert - an Liebe und Frieden für sich und ihre Familie, etwas, was sie nur unter dem Schutz der Krone erhoffen kann. Dass sie dabei die Liebe in ihrem Beschützer findet, erweist sich sowohl als Segen als auch als Fluch, denn als das unvermeidliche Ende kommt, droht Alice mit ihm unterzugehen. Doch Emma Campion hat auch hier ein Einsehen: Obwohl nur belegt ist, dass Alice am Ende ein beschauliches Leben als Ehefrau und Mutter führte, gibt ihr die Autorin sogar eine Chance, noch einmal einen Mann ihr Herz zu öffnen und mit ihm auf ehrliche Art und Weise zu leben.

Außer dem Nachwort gibt es ein Personenregister sowie eine Danksagung am Ende des Buches. Und, nicht zu vergessen, die Karte der Besitztümer, die Alice erwerben konnte und die man bereits zu Anfang präsentiert bekommt, an einer Stelle, wo man mit dieser Information erst einmal nichts Rechtes anfangen kann.

Damit ist "Die Vertraute des Königs" eine durchaus fesselnde Geschichte an der Seite einer faszinierenden Frau, die sofort das Herz des Lesers erobert und auch bis zum Ende diese Sympathie nicht mehr verliert. Auf jeden Fall eine Geschichte mit viel Herz und Seele!
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TOP 500 REZENSENTam 4. August 2011
Inspiriert durch Thomas Walsinghams "St. Albans Chronicle" hat die Autorin Emma Campions einen historischen Roman geschaffen, der der Kaufmannstochter Alice Salisbury, die über lange Jahre die Mätresse des englichen Königs Edward III, gewidmet ist.

Walsingham bezeichnet Alice in seinem Buch als "schamlose , dreiste Dirne von niederer Geburt",die ihre Nähe zum König schamlos zu ihren Gunsten ausnutzte und sich und ihre Familie bereicherte.Angespornt durch diese Aussage begann Emma Champignon zu recherchieren. Indem sie historische Fakten mit fiktiven Elementen verband,hat sie die Geschichte für den Leser lebendig gemacht und Alice eine eigene Stimme verliehen Auch wenn vielleicht nicht alle Fakten hinsichtlich dieser Person stimmen, hat sie das Leben dieser Frau in ihrem Roman so gestaltet,dass Alice dies sicher gefallen hätte.

Als Tochter eines wohlhabenden Kaufmanns heiratet Alice mit 14 jahren den Händler Janyn Perres, was im 14. Jahrhundert, in dem dieser Roman spielt,sicherlich keine Seltenheit war .Die Ehe, die arrangiert war, wurde trotzdem glücklich, obwohl sie nicht lange dauerte, da Janyn, der ein Geheimnisträger des Königshauses war, ermordet wurde..Nach dem Tod ihres Gatten wurde Alice mit Einverständnis der Königin zur Mätresse Edwards III.. Freude und Leid verband sie mit ihrem König,dem neben ihren Kinder, ihre ganze Liebe galt. Sie gebar ihm 3 Kinder und war bis zu seinem Lebensende seine Vertraute.

Emma Champion hat mit diesem Roman einen historischen Leckerbissen geschaffen, der mich an das Buch fesselte bis ich es ausgelesen hatte. In der Ichform erzählt Alice in diesem Buch ihr Leben und zwar so flüssig und spannend, dass man als Leser die Personen und Szenen in diesem Buch vor Augen hat. Die Autorin verleiht ihren Protagonisten sehr viel Leben und beschreibt sie so authentisch, dass man mit ihnen mitleidet und manchen am liebsten selbst an die Gurgel gehen will . Liebe ,Leidenschaft, aber auch Intrigen ,Hass und Missgunst innerhalb der Familie Plantagenet und seiner Anhängerschaft,werden überzeugend herübergebracht und lassen den Leser eintauchen in die interessante englische Geschichte des 14.Jahrhunderts und das Leben einer Mätresse, das nicht immer leicht war.. Mich hat dieses Buch nicht nur von der Thematik, sondern auch vom lebendigen und spannenden Erzählstil her an die Bücher von Rebecca Gable erinnert. Ich finde Emma Champignon muss ihre Schriftstellerkollegin nicht scheuen, denn wenn dies ihr erstes Buch war, dann kann ich wirklich nur sagen"volle Hochachtung".559 Seiten umfasst dieser Roman und ich habe mich auf keiner einzigen Seiten gelangweilt. Außerdem hat ein Anhang am Ende des Buches mir die einzelnen Personen der Königsfamilie und ihre verwandschaftliche Zugehörigkeit verdeutlich, was angesichts der vielen Personen, die in diesem Buch vorkamen ,sehr angenehm war.

Wenn sich jemand für die englische Geschichte des 14. Jahrhunderts, insbesondere des englischen Königshauses interessiert, der wird mit diesem Buch einen wahren historischen Leckerbissen finden, der einen je nach Leseschnelligkeit eine lange, oder kurze Zeit abtauchen läßt.
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am 8. Februar 2012
Ich fand den Roman sehr schön, er hat mich wirklich gefesselt auch wenn ich anfangs ein paar Startschwierigkeiten hatte. Es wird sehr anschaulich dargestellt wie es den Hauptfiguren ergeht und wie aus einem anfangs etwas naivem Mädchen eine junge leidenschaftliche Ehefrau und Mutter wird, die mit ganzem Herzen an ihren Kindern ihrem Mann und letztlich auch ihrem Geliebten hängt. Ich muss ehrlich sein das sich mir die ein oder andere Träne in den Augenwinkel geschlichen hat. Alles in allem ein sehr schönes Buch und für jeden zu empfehlen der die Historie nicht trocken und nüchtern mag!
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am 17. Juli 2014
Die Geschichte ist eigentlich gut. Der holprige Erzählstil ist vielleicht der Übersetzung geschuldet, ebenso wie stilistische Ausrutscher wie "Kind, freust du dich denn nicht riesig?"
Allerdings ergeht sich die Autorin in höfischen Details, die nicht in die Zeit von Edward III passen, sondern vielmehr an den französischen Hof des 16. oder gar 17. Jahrhunderts. Das Cover zeugt davon, dass auch der Verlag - unerwarteter Weise - das Buch gelesen haben muss, bildet man hier eine Dame in einem Tudor-Kleid ab, was erst knapp 100 Jahre später in Mode kommen wird. Nun, in der Regel kann der Autor nichts für die Cover-Auswahl des Verlages, mich allerdings wundert, wie man - trotz eigentlich sehr aufschlussreicher Quelllage - das höfische Gebarden eines anderen Landes zwei oder drei Jahrhunderte später in eine Zeit in der Mitte des 14. JH transferiert. Mal abgesehen davon, dass es Nichts Langweiligeres gibt, als von ständigen oberflächlichen Neidereien zu lesen. Besonders arm wirken diese Geschichten, weil sie aus dem Blickwinkel eines Opfers beschrieben werden, welches an jeder Stelle jammert und klagt und nicht müde wird, zu betonen, dass man nicht anders sein kann, als man ist. Der Rahmen der Geschichte ist geschichtlich weitgehend korrekt wiedergegeben und daher gibt es von mir einen Punkt. Der zweite Punkt bekommt die Autorin, weil sie in der Ich-Perspektive - im Gegensatz zu vielen anderen Autoren - sicher ist und sich dort keine Krücken leistet.
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am 15. September 2015
Inhalt
London, 1355: Die Kaufmannstochter Alice Salisbury ist noch ein junges Mädchen, als sie mit dem wesentlich älteren Janyn Perrers, einem Händler mit lombardischen Wurzeln, verheiratet wird. Obwohl diese Ehe arrangiert ist, ist Alice mit ihrem Ehemann sehr glücklich. Doch mit dem sich verschlechternden Gesundheitszustand Isabellas, der Mutter König Edwards III., steigt auch die Gefahr, denn Janyns Familie hütet ein großes Geheimnis, dessen Inhalt Alice unbekannt ist. Um seine junge Frau zu schützen, schickt Janyn sie an den Hof Königin Philippas. Doch Alice möchte nicht von ihrer Familie getrennt sein, geht sie doch ganz in ihrer Rolle als Mutter und Geschäftsfrau auf. Und dann schenkt der König der jungen Frau mehr Beachtung, als er eigentlich sollte…

Meine Meinung
Über die historische Alice Perrers ist wenig bekannt, weder wie alt sie war, als sie in den Dienst des Königshauses getreten ist, noch ob Perrers ihr Mädchenname war oder sie bereits verheiratet war oder welchem Stand sie entstammt. Hier gibt es die unterschiedlichsten Vermutungen. Die Geschichtsschreibung stellt die junge Frau nicht besonders positiv dar, häufig wird sie als machthungrige Person ohne Anstand beschrieben. Mit diesem Roman versucht Emma Campion, sie zu rehabilitieren, indem sie davon ausgeht, dass eine junge Frau im 14. Jahrhundert kaum selbst über ihr Leben entscheiden kann, dass Alice‘ Lebensweg erst von den Eltern, dann von dem Ehemann und später von König und Königin bestimmt wird.
Das hat zur Folge, dass Alice sehr passiv dargestellt wird. Sie kann nicht anders, als alles mit sich geschehen zu lassen, was sie als Ich-Erzählerin gelegentlich noch einmal betont. Dies wird mitunter ziemlich anstrengend, sieht man doch, wie sie immer tiefer in den Strudel hineingerät und nicht in der Lage ist, sich herauszumanövrieren.
Die Gründe, aus denen Emma an den Hof der Königin geschickt wird, erscheinen mir etwas weit hergeholt, wenn auch nicht völlig absurd. Dabei weiß Alice die ganze Zeit, dass es ein Geheimnis gibt, das die Mutter des Königs betrifft, es wird immer wieder davon geredet, doch aufgelöst wird es erst recht spät. Dabei nimmt es über einen nicht geringen Teil des Romans eine wichtige Rolle ein, was mich irgendwann sehr gestört hat. Als dies endlich geklärt war, war der Roman wesentlich weniger anstrengend zu lesen, doch geht es ab diesem Zeitpunkt wirklich hauptsächlich um Alice und ihren Stand am Hof. Politische Ereignisse werden nur erwähnt, wenn sie die junge Frau selbst betreffen, und werden nicht selten nur oberflächlich gestreift. Vorwissen über diese Zeit, über Edwards Mutter Isabella, über Edward und seine Kriege, würde ich auf jeden Fall empfehlen, auch wenn es für die Handlung um Alice selbst nur am Rande wichtig ist.
Obwohl Alice hier selbst als Ich-Erzählerin agiert, hatte ich Schwierigkeiten damit, mir ein Bild von ihr zu machen. Sie stellt sich selbst zu sehr als armes, missverstandenes Mädchen hin, als die perfekte Frau, die immer gehorcht, als dass sie völlig glaubwürdig herüberkommt. Einige der anderen Charaktere waren gut beschrieben, so dass ich sie mir vorstellen konnte, sowohl vom Aussehen als auch vom Charakter her, viele andere sind dagegen sehr schwer fassbar, da sie, wie es bei Romanen in dieser Perspektive nicht ungewöhnlich ist, eher oberflächlich beschrieben werden.
Die Sprache ist zweckmäßig, der Roman ist leicht zu lesen. Einzig irritierend fand ich, dass Titel als Namenszusatz in englischer Sprache belassen wurden, also beispielsweise vom Duke of Lancaster oder von Queen Philippa die Rede ist, doch dann wieder von Herzog und Königin gesprochen wird. Besser hätte mir die konsequente Übersetzung der Titel gefallen.
Ergänzend zu dem Roman findet sich ein recht kurz gefasstes Personenregister, welches die historischen Personen auflistet, zwei grobe Karten über Alice‘ Besitzungen sowie ein Nachwort, in dem die Autorin auf die Person Alice Perrers und ihren Ruf eingeht.

Fazit
Eine andere Sicht auf Alice Perrers, die weitestgehend einen schlechten Ruf hat. Leider kann die sehr passive Darstellung der jungen Frau nicht vollständig überzeugen.
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am 25. März 2013
eigentlich lese ich nur Phillipa Gregory Bücher, aber leide finde ich keine mehr die ich noch nicht gelesen habe...Jetzt hab ich es mal gewagt und eine andere Autorin ausgewählt und bin total überrascht. Die Erzählungen sind sehr farbenfroh und die Ich-Erzählerperspektive liebe ich ja sowieso...
Ich kann jedem der gerne Gregory Bücher liest empfehlen sich dieses Buch auch zu kaufen!!!
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am 24. August 2011
Emma Campion lässt in ihrem historischen Roman "Die Vertraute des Königs" Alice Perrers die Geschichte ihres Lebens und ihrer erstaunlichen Entwicklung von den jungen Jahren beginnend 1355 n. Chr. als Bürgerliche, über ihren Weg an den englischen Königshof als Dienerin von Königin Philippa, ihrer Zeit als Mätresse des deutlich älteren Edward III. bis hin zu den schwierigen Jahren nach dessen Tod bis 1384 n. Chr. erzählen. Inspiriert wurde die Autorin durch die Aufzeichnungen des Mönchs Thomas Walsingham, der Alice Perrers als schamlose, machtgierige Verführerin darstellt. Die Annahme, dass Edward III. von Alice Perrers derart massiv manipuliert wurde, leuchtet Emma Campion gemäß ihres Nachworts nicht ein, sie glaubt vielmehr, dass eine Gemeine in keiner Weise eine Wahl gehabt haben kann, Mätresse des Königs zu werden und mit irgendwelchen Hexenkräften dessen Kopf zu verdrehen. Ebenso erscheint es der Autorin nicht nachvollziehbar, weshalb Alice Perrers von ihren Zeitgenossen dafür verurteilt wurde, dass sie auch während der langen Krankheitszeit des Königs an dessen Seite blieb und nicht mit ihrem Vermögen die Flucht ergriff. So entstand nach intensiver Recherche ein historischer Roman über Alice Perrers Leben, in dem die Autorin die Protagonistin sich immer wieder fragen lässt "wann hatte ich je die Wahl, anders zu sein, als ich war?", und das Bild einer intelligenten, leidenschaftlichen Frau, einer treuen Freundin, einer klugen Geschäftspartnerin und liebenden Mutter entwirft.

Emma Campion lässt die Ich-Erzählerin ihre Geschichte in leichter, flüssiger Sprache erzählen, lässt sie alltägliches Leben und besondere Lebensstationen beleuchten und über ihre Beziehungen zu Geliebten, Verwandten, Höflingen, Freunden und Menschen, die sich als solche ausgeben, reflektieren. Lücken im historisch nachweisbaren Material versucht die Autorin plausibel zu schließen, und so entsteht ein historischer Roman, wie er sein sollte, ein Roman, der beim Leser den Gedanken hinterlässt "ja, so könnte es aus Sicht von Alice gewesen sein". Allerdings schlichen sich manchmal bei mir Zweifel ein, dass dies doch ein bisschen zu schön und konfliktarm beschrieben ist, um Realität gewesen zu sein. Obwohl Alice Perrers Leben von Höhen und Tiefen gekennzeichnet ist, viele Schicksalsschläge von ihr hingenommen und verarbeitet werden mussten, und sie stets einen hohen Preis für ihre enge Beziehung zum Königshaus bezahlen musste, hat ihr Emma Campion ein schönes Leben gestaltet, ein Leben von dem die Autorin selbst annimmt, dass es Alice gefallen hätte. Teilweise bewirkt natürlich auch die Erzählperspektive den Eindruck der zu positiven Darstellung. Die Ich-Erzählerin beleuchtet ihre persönlichen Schwächen nahezu gar nicht und sie erzählt ihr Leben im Rückblick, also mit der menschlichen Eigenheit sich besser an Positives zu erinnern als an Negatives. Die von Emma Campion angenommenen Ereignisse um die Ehe Alice Perrers mit Janyn Perrers erscheinen mir etwas weit hergeholt, fügen sich aber sehr gut in die Erzählstruktur des Romans. Das Erzähltempo des Romans ist nicht immer schnell fortschreitend. Die Ich-Erzählerin versinkt gelegentlich in Szenen oder Beschreibungen, die für den Leser im weiteren Handlungsverlauf nicht entscheidend sind, atmosphärisch sind sie aber allemal.

"Die Vertraute des Königs" ist in vier Bücher gegliedert. Das erste Buch "Unschuld tritt ins Leben" beginnt 1355 und beleuchtet Alice Perrers Jugend bis sie 1358 an den englischen Königshof kam. Die Ich-Erzählerin Alice stellt sich im Rückblick in dieser Phase ihres Lebens sehr reif für ihr Alter dar. Im zweiten Buch "In Diensten der Queen" erzählt Alice ihre ersten Jahre am englischen Königshof, einschließlich ihrer beginnenden Leidenschaft für den König. Das dritte Buch "Mätresse des Königs" beleuchtet Alice Beziehung zum König, ihr Wirken und ihren zunehmend wachsenden Einfluss am Königshof, aber auch die Schwierigkeit ihrer Position am Königshof bis zum Tod Edward III.. Das vierte und letzte Buch, "Ein Phönix" betitelt, thematisiert Alice Fall nach dem Tod Edward III. und ihren Weg in die weitere Zukunft. Sämtlichen Kapiteln der Bücher sind hervorragend passende Zitate aus "Troilus und Criseyde" von Alice Perrers Zeitgenossen Geoffrey Chaucer vorangestellt. Interessanterweise nutzt Emma Campion hier nicht die Erzählung "The Miller's Tale" aus Chaucers Canterbury Tales, in der Chaucer die Müllerin Alison angeblich nach Alice Perrers Vorbild gestaltet haben soll.

Die bei Heyne erschienene Taschenbuchausgabe des Romans "Die Vertraute des Königs" von Emma Campion, im Original unter dem Titel "The Kings` Mistress" veröffentlicht, enthält eine Karte mit Besitzungen von Alice und Residenzen der Königsfamilie, die jeweils im Roman Erwähnung finden, ein Personenverzeichnis der könglichen Familie und anderer historischen Figuren, eine Nachbemerkung der Autorin, in der sie auf ihre Quellen eingeht und zwischen Fakten und Fiktion differenziert, sowie Danksagungen der Autorin. In ihren Danksagungen wird klar, dass Emma Campion ein Pseudonym der Schriftstellerin Candace Robb ist, die bisher zwei Reihen historischer Kriminalromane verfasst hat, von denen einige auch in Deutschland veröffentlicht wurden. Soweit ich mich erinnere orientierte Candace Robb in der Owen-Archer-Reihe die Darstellung Alice Perrers gemäß ihres schlechten Rufs der historischen Quellen.

Einigen Lesern ist Alice Perrers eventuell als Nebenfigur in Rebecca Gablés Roman "Das Lächeln der Fortuna" bekannt. Wer gerne englischsprachige Romane liest, kann Alice Perrers als Nebenfigur in Anya Setons "Katherine" oder als Hauptfigur in Vanora Bennetts "The People's Queen" wiederbegegnen.

Die Frage und das Motiv, ob sie jemals die Wahl hatte eine andere zu sein, und ob sie ein Opfer der Umstände und ihrer Zeit geworden ist, beantwortet Emma Campion nicht abschließend, sondern lässt uns als Leser darüber nachdenken, welchen eigenen Anteil Alice Perrers an ihrer eigenen und der historischen Entwicklung hat.

Gerne bin ich dem interessanten Leben von Alice Perrers und ihrer Zeit gefolgt, da "die Vertraute des Königs" nicht nur ein sehr gut recherchierter, flüssig zu lesender historischer Roman, sondern auch eine überzeugende Charakterstudie ist, der man auf jeder Seite die Faszination der Autorin am Leben ihrer Protagonistin anmerkt. Ich bin gespannt, ob Candace Robb weitere historische Romane unter ihrem Pseudonym Emma Campion schreiben und veröffentlichen wird.
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