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Kundenrezensionen

4,3 von 5 Sternen
25
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am 5. April 2017
Hat Spaß gemacht zu lesen, am Ende ging es sehr schnell. Anfangs hingezogen mit offenen Aufgaben im Nachhinein wieder alles zusammengepasst. Die offenen Aufgaben werden wohl im weiteren Teil beantwortet.
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am 26. Dezember 2012
Denkbar knapp rettet der Roman den vierten Stern. Das dramatische Finale ist eben der letzte Eindruck und der überdeckt dann doch viele der Längen und die zum Teil nervende Vielzahl nautischer Begriffe in den ersten zwei Dritteln. Würde der Autor neben Charakteren und Welt auch die Spannungskurve perfekt beherrschen, hätten wir hier ein echtes Meisterwerk. So brauchen gerade jene, die es gern spannend und actionreich mögen (wie ich), etwas Geduld, werden am Ende aber zufrieden sein. Lesenswert!
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am 12. Januar 2009
Meisterdiebe oder Gentlemandiebe stehen zwar rechtlich gesehen auf der dunklen Seite des Gesetzes, doch üben diese finsteren Gesellen doch eine gewisse Faszination auf uns aus.

Dunkle und schummrige Gassen durch die die Langfinger immer auf Deckung bedacht und immer in Schatten laufend auf der Jagd nach Schmuck, Geld oder Kunstgegenständen sind. Doch auch "Diebe" können einen Gewissen haben, oder sagen wir eine Berufsehre der es ihr erlaubt sich ihre eigenen Gesetze zu schaffen, oder sagen wir besser Richtlinien für ein erfolgreiches Ganovenleben.
Die Kunst des professionellen und unrechtmäßigen Entwenden ist nicht dieser Prozess als solcher, sondern doch eher wie kommt man davon ohne erwischt zu werden?

In der Fantasy ist die Figur des Meisterdiebes sicherlich ein fester Bestandteil bei den komplexen Charakteren, aber er ist immer oder meistens eine Nebenfigur mit fast schon klischeebehafteten Eigenschaften. Meistens stehlen die Diebe nur, manchmal sind sie in Gilden oder Zünften organisiert und meistens sind sie auch das unterste Glied ihrer Gesellschaft.
Der Autor Scott Lynch versucht aber diese Tradition zu umgehen und hat schon in seinem Erstlingsroman " Die Lügen des Locke Lamora" wie tiefsinnig, witzig, spannend aber auch gefährlich ein Meisterdieb und seine Bande sein können.

Im zweiten Teil der auf mehrere Bände ausgelegten Reihe "Sturm über Roten Wassern" knüpft der Autor nur wenige Zeit später an.
Inhalt

Locke Lamora ist ein Meisterdieb, ein Lügner, aber auch ein wahrer Gentleman. Seit seiner Kindheit ist er professioneller Dieb, ausgebildet und trainiert in vielen, vielen Richtungen. Er ist alles andere als ein naiver, einfältiger Ganove, er weiß immer was er tut, leider überschätzt er sich so manches Mal, aber wie es sich für einen Dieb gehört, hat er immer noch ein letztes Ass im Ärmel.
Sein letzter Coup auf Camorr, seiner Heimat läuft aber nicht so glimpflich ab wie gewünscht. Seine Diebesgruppe wird aufgerieben und getötet, doch kann er und sein Freund und Vertrauter Jean Tannen, ebenfalls ein Meisterdieb sich an den Verantwortlichen tödlich rächen. Doch am Ende auch wenn Locke und Jean es überlebt haben, so haben sie sich mehr Feinde als Freunde geschaffen. Mordsgefährliche Feinde die es ihnen unmöglich machen in Camorr zu bleiben.

Über das Meer fliehen sie in die Küstenstadt Tal Verrar. Aber dort angekommen versinkt Locke angesichts seiner Schuld und den Tod seiner Freunde in tiefe Depressionen. Jean Tannen sein bester und einigster Freund holt ihnen seiner Schwächen bewusst aus der grauen Lethargie und wenig später sind die beiden Gentleman-Ganoven wieder voll in ihrem Metier. Ihre Kassen füllen sie wieder mit kleinen Gaunereien die sich an den Spieltischen im Sündenturm verdienen. Der Sündenturm ist wohl das luxuriöste und angesagteste Casino in Tal Verrar. Und seinem Ruf zufolge kann man an seinen Spieltischen nicht schummeln, manipulieren oder betrügen! Wer es dennoch versucht, dessen freier Fall bedeutet für den Schuldigen den Tod am Fuße des Turmes.
Herr über Leben und Tod in diesem Turm der Sünden und des Spieles ist "Requin". Ein grausamer, charismatischer Despot der über Unterwelt herrscht und auch den Geldadel der Stadt nicht unbekannt ist.

Locke und Jean träumen aber nicht von Geldgewinnen an den Spieltischen, ihr Ziel ist Requins Tresor, der durch Fallen und Vorsichtsmaßnahmen als nicht zu knacken gilt. In diesem Tresor lagern nicht nur die Schätze der Unterwelt sondern auch die Obrigen aus Tal Verrar haben hier ihre Gelder aus der Sicht der Finanzämter in Sicherheit gebracht.
Beim ihrem letzten Spiel "Schwips-Vabanque" schummeln und gewinnen die beiden ausgekochten Diebe und gewinnen damit die Achtung von Requin der Locke und Jean schon länger beobachten lässt. Locke bietet Requin seine Dienste und eröffnet ihm, dass man durchaus bei den verschiedenen Spielen im Sündenturm betrügen kann. Mit Requin geht er persönliches Geschäft ein, in der Hoffnung natürlich mehr über den Tresor erfahren zu können.

Doch es tauchen einige Probleme auf. Nicht nur ein Mordanschlag ist Locke und Jean gewidmet, denen sie immer abwehren können. Sind es die Soldmagier die ihnen nachstellen?! Schließlich hat Locke einen von Ihnen gefoltert und verstümmelt, aber am Leben gelassen, auch wenn dieser Soldmagier für den Tod einiger Freunde verantwortlich ist.
Desweiteren wird der Todfeind Requins, der Archont Stragos mit seinen politischen Intrigen ebenfalls zur Gefahr und schafft es Locke und Jean reinzulegen und mit Erpressung sich der Dienste der beiden Meisterdiebe zu sichern. Geschickt und durchtrieben mischt er seinem edlen Wein ein tödliches Gift bei, dass über Monate still in den beiden Körpern verbleiben wird und nur seine Tödliche Wirkung ausgibt, wenn Locke und Jean nicht binnen zwei Monate das Gegengift erhalten. Und nur Stragos bzw. sein Alchemist kennen die Zusammensetzung des latenten Giftes.

Stragos weiß sehr genau was er von den beiden Gentleman-Ganoven möchte. Politisch gesehen ist seine Rolle als Despot von Tal Verrar ein wenig unwichtiger geworden. Es gibt keine Bedrohung gegen die er die Stadt als heroischer Hüter verteidigen kann, also schafft man sich kurzerhand einen Feind den man glorreich vernichtend schlägt.
Locke und Jean sollen also auf einem alten Schiff nautische Grundbegriffe lernen um so einer wilden zusammengewürfelten Mannschaft vorzugaukeln, dass sie erfahrene Seebären sind. Ein Angriff auf die Stadt wäre dann ja eine großartige Bedrohung dem Stagros seine Macht entgegenzusetzen hätte.

In einem Schnellkurs durchlaufen die beiden Hochstapler und Landratten also ein paar Wochen um das Piratenschiff befehligen zu können, jedenfalls soll es so aussehen als hätten sie die Lage immer vollstens im Griff.
Doch die Götter des Meeres die sie anscheinend verärgert haben schicken einen Sturm und der alte Seebär erleidet einen tödlichen Herzanfall, und so stehen die beiden Schlitzohren recht alleine da. Im Körper das schleichende Gift, unter den Füssen das Deck eines schwankenden Schiffes in einem Meer mit Gefahren die sie nicht begreifen wollen und können. Aber die beiden Meisterdiebe finden auf dem Meer einen recht steinigen und improvisieren, nur mit einem kleinen Manko, sie werden von richtigen Piraten gefangen genommen und die haben ihre ganze eigenen Pläne und Absichten, auch mit Locke und Jean die wiederrum zu einem Spielball geworden sind…….

Kritik
"Sturm über Roten Wassern" ist wie sein Vorgänger "Die Lügen des Locke Lamora" Fantasy im Breitbildformat. Beide Romane sind nicht nur im Genre Fantasy einzuordnen, es könnte auch ebenso Abenteuerromane sein. Scott Lynch schreibt rasant, verleiht seinen Helden allen voran Locke und Jean charakterliche Tiefe und vergisst aber dennoch erfreulicherweise die Bösewichter dabei nicht.

Als Schauplatz wählte der Autor wie es der Titel suggeriert das Meer, und deswegen wird man wohl unweigerlich an großartige Mantel und Degen Filme erinnert. Tal Verrar hingegen wirkt ähnlich wie Camorr mit etwas italienischem Ambiente. Scott Lynch erzählt wie im ersten Roman auch, als er beschrieb wie Locke ausgebildet wurde, viele Nebengeschichten die am Ende aber zusammenführen und ein Gesamtbild ergeben.
Mit vielen unerwarteten Wendungen belebt er die Geschichte um die Gentleman-Ganoven und verleiht der Geschichte großartige Spannung und Tiefgang wie man es nur sehr selten erlebt. Das Tempo ist gigantisch, aber wundersamer Weise bleibt hier nichts auf der Strecke. "Sturm über Roten Wassern" ist aber nicht nur spannend und unterhaltsam, stellenweise gibt es witzige Szenarien, die mit Sarkasmus und Zynismus wunderbar den Leser schmunzeln lassen.

War unser Meisterdieb in "Die Lügen des Locke Lamora" noch ein durchtriebener, jugendlicher Draufgänger voller Egoismus, so ist sein Selbstbewusstsein durch die Geschehnisse arg ins Schleudern gekommen. Locke Lamorra ist erwachsen geworden, die Verluste von Freunden und Verbündeten, seine seelischen wie auch schweren körperlichen Verletzungen haben ihm gezeigt, dass er nicht unverwundbar ist und die Medaille immer zwei Seiten hat die es zu achten gilt.
Er schaut nicht mehr bei ungerechter und brutaler Gewalt gegenüber Einwohnern oder überhaupt Unschuldigen. Sie berühren ihn tief und verwandeln seine Talente in brodelnden Zorn den er nur mit Mühe und mit Jean an seiner Seite kompensieren kann. Seine jugendliche Unbekümmertheit ist gewichen, stattdessen eine tiefgehende Zivilcourage die ihn glaubhaft und tiefgründig haben reifen lassen.

Auch Jean Tannen, der Mann fürs grobe und Lockes laufendes, amtierenden Gewissens wurde von Scott Lynch mit mehr Sinn fürs Detail gezeichnet. Im Gegensatz zum ersten Teil spielt er seine Rolle noch brillianter und entwickelt sich zusammen mit Locke weiter. Seine Individualität kommt diesmal größer zum Vorschein und auch wenn er seinen Freund Locke immer wieder den Kopf gerade rücken muss, so geht er doch ganz eigene Wege, auch lässt er wie sein Kompagnon viel mehr Gefühl zu.
Opfer der beiden Gentleman-Ganoven ist nie der kleine Mann der am Existenzminium lebt. Ihre Opfer für ihre Betrügereien und Gaunereien sind immer die geschützten Mächtige und Reichen die es auszurauben gilt, aber nicht nur das ausrauben ist ihr Ziel, ihre Opfer werden gesellschaftlich an den Pranger gestellt und es soll mehr als nur ein Denkzettel sein.

Auch in "Sturm über Roten Wassern" läuft nicht alles nach Drehbuch für die Gentleman-Ganoven. Wieder einmal gibt es persönliche Opfer zu bringen, es gibt tragische Verluste und derbe Niederlagen, aber auch immer wieder Licht am Horizont für die Protagonisten.
Die Geschichte übt eine Faszination aus, neben viel Action auf rauer See und kämpfenden Korsaren, konzentriert sich Scott Lynch im Wesentlichen auf all seine Figuren und ihren Schicksalen. Er verseht es neben dem Spannungsbogen auf noch Schicksale zu erzählen die einen betroffen machen, die einen wirklich rühren.

Fazit
"Sturm über Roten Wassern" ist ein eigenständiger Roman, dennoch empfehle ich es außerordentlich, dass es wichtig ist den ersten Teil "Die Lügen des Locke Lamora " zu lesen. Nur dann kann man die Absichten und die Entwicklung der beiden Charaktere von Locke und Jean von allen Seiten her betrachten.

Der Roman ist mit das spannendste was ich im Genre Fantasy gelesen habe. Und die Basis der Geschichte sind keine übernatürlichen, unmenschlichen Kräfte oder gar Magie. Nein, es sind kleinen überschaubaren Charaktere die der Geschichte eine Seele geben und Locke Lamora ein Gesicht. Er ist kein Held, er nicht sonderlich gut oder böse, er besteht aus viel Licht, aber auch Schatten, und ist mit seinen Gaunereien und Verfehlungen äußerst menschlich geschildert.
Selten habe ich einen Roman gelesen, bei dem man mit den Charakteren derartig mitfühlt und fiebert. Scott Lynch kann ich hier meinen größten Respekt zollen und mich für wirklich schöne Stunden des Lesens bedanken.

Ich kann die beiden Bücher kompromisslos empfehlen, und ich freue mich schon auf den dritten Teil der Gentleman-Ganoven wenn sie wieder zum Tanz bitten, denn die Abenteuer um Locke gehen weiter…..
Autor

Scott Lynch wurde 1978 in St. Paul, Minnesota geboren. Er übte sämtliche Tätigkeiten aus, die Schriftsteller im Allgemeinen in ihrem Lebenslauf angeben: Tellerwäscher, Kellner, Web-Designer, Werbetexter, Büromanager und Aushilfskoch. Zurzeit lebt er in New Richmond, Wisconsin. "Die Lügen des Locke Lamora", sein erster Roman, wurde auf Anhieb ein riesiger Erfolg.
Produktinformation
Taschenbuch: 944 Seiten
Verlag: Heyne TB (30. Mai 2008)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3453531132
ISBN-13: 978-3453531130

Michael Sterzik
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am 7. Juli 2008
"Sturm über roten Wassern" ist der zweite Roman von Scott Lynch über den Betrüger Locke Lamora. Doch auch ohne "Die Lügen des Locke Lamora" vorher gelesen zu haben, kann man sehr viel Spaß mit diesem Buch haben. Die beiden Hauptcharaktere sind dem Leser schon von Anfang an sympathisch, denn sie sind brillant beschrieben, haben Witz und gehen mit viel Tücke und Hinterlist vor. Genau so wie man sich zwei ehrenwerte Diebe vorstellen würde.

Die Geschichte selbst spielt sowohl in der Stadt Tal Verrar als auch auf hoher See. Zwischendurch bekommt der Leser immer wieder Häppchen eingestreut, was zwischen den beiden Romanen geschehen ist, wodurch die Geschichte aufgelockert wird, jedoch der Handlungsfaden nie an Spannung verliert. Denn die Episoden sind witzig, spannend und manchmal sehr bewegend beschrieben. Schließlich sind die beiden Freunde bis in den Tod und springen so manches Mal genau diesem von der Klinge. Doch die beiden sind trotz ihrer genialen Coups keine Superhelden, wie in verschiedenen Szenen bewiesen wird. Zum Beispiel bei dem Ereignis, als die beiden Diebe klettern üben und fast von einem Berufskollegen um Geld und Leben gebracht werden.

"Sturm über roten Wassern" ist ein Fantasyroman, der zwar in einer erfundenen Welt spielt, aber nicht allein von ihrer Faszination lebt. Viel faszinierender sind die beiden Hauptfiguren, deren Erlebnisse man gespannt bis zum Ende mitverfolgt, denn bei den vielen Todfeinden, Parteien und Intrigen scheint es unwahrscheinlich, dass die beiden das Ende des Buches miterleben. Allein die notwendigen Abschnitte über ihre Übungen in Segelkunde wirken ein wenig langweilig, doch die nachfolgenden Gefechte mit Piraten, Probleme mit fehlenden Katzen und sogar eine bewegende Liebesgeschichte entschädigen den Leser dafür.

Ein wunderbares, spannendes und unterhaltsames Buch, vollgepackt mit Abenteuer, Gefahr und zwei Helden, die einem sofort sympathisch sind. Weiter so, Scott Lynch!
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am 9. Oktober 2016
Der zweite Teil der Geschichte des Locke Lamora lässt mich etwas ratlos zurück.

Zunächst geht es wie gewohnt los, Locke und Jean landen in Vel Virazzo, wo Locke seinen Kummer über den Tod der Freunde in Alkohol ertränkt während Jean in der Stadt ein Verbrechersyndikat aufbaut. Irgendwann wird ihm Lockes Selbstmitleid zu viel und er tritt ihm so sehr in den Hintern, dass Locke dann doch noch aus seinem Kummer erwacht und einen fantastischen Plan entwickelt. Damit beginnen die Intrigen und davon gibt es in diesem Buch reichlich. Doch irgendwie scheint Scott Lynch mit dem ersten Band seine Munition verschossen zu haben, denn statt die Spannungslinie an diesen zahlreichen Verwirrungen hoch zu halten gehen Locke und Jean auf See und üben und üben und .... Puh, diese ganze Wasserepisode ist viel zu lang und bringt die Geschichte nicht wirklich vorwärts. Es zieht sich.

Und was soll das mit den Soldmagiern? Es beginnt sehr gruselig und gerät dann völlig aus dem Blickfeld. Können die Soldmagier kein Wasser? Und warum wollen sie ihn nicht töten und verüben gleichzeitig Anschläge auf ihn? Die misslingen? Wo doch die geballte Macht Karthains Jagd auf ihn macht? Sehr unglaubwürdig, wenn man mal sieht, was allein ein einzelner Magier im 1. Band zu leisten imstande war.

Die Genialität Lockes blitzt kaum noch auf, stattdessen wird der Charakter von Jean mehr beleuchtet, was eigentlich gar nicht schlecht ist. Nur leider nicht zielführend. Das ist alles nur noch nett, aber nicht mehr so rassig und hochklassig wie im ersten Band. Und es kommt alles ein bisschen arg konstruiert daher. Die Orchidee überfällt unter Lockes Führung eine Stadt? Ah ja.

Am Ende nimmt die Dramatik dann wie aus dem Nichts zu, innerhalb kürzester Zeit löst sich alles, der große Coup geht mal wieder halb schief, Locke und Jean mal wieder auf der Flucht in das nächste Abenteuer. Von der Orchidee plötzlich kein Wort mehr, obwohl sie dort tatsächlich mehr oder weniger neue Freunde gefunden hatten. Wehe, die tauchen in den folgenden Bänden nicht mehr auf!

Wenn das der erste Teil gewesen wäre würde ich den zweiten nicht mehr lesen wollen. Da der erste aber so gut war und mich gefangen nahm will ich natürlich wissen, wie es mit Locke weiter geht und werde wohl irgendwann auch den dritten Teil lesen, obwohl die Rezensionen Schlimmes befürchten lassen.
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VINE-PRODUKTTESTERam 10. November 2009
Anders kann man die Bücher von Scott Lynch nicht beschreiben. Als meine Tante mir die Bücher mit den Worten "Lies die, das ist mal ganz was anderes" in die Hand drückte, konnte ich mir nicht so recht vorstellen wie Fantasy-Bücher so besonders sein können.
Ich habe schon viele Fantasybücher gelesen und noch nie ist mir so etwas untergekommen.
Scott Lynch beeindruckt mit ungewöhnlich ausgefeilten Charakteren, die einem in Kürzester Zeit ans Herz wachsen, mit klug gestrickten Lügen und Intrigen, mit Überraschungseffekten, die man einfach nicht erwarten kann. In Anbetracht all dessen ist es unglaublich, dass Scott Lynch mit "Die Lügen des Locke Lamora" sein erstes Buch und mit "Sturm über roten Wassern" damit erst sein zweites Buch veröffentlicht hat.

Zum Buch (Wer den ersten Teil nicht gelesen hat, sollte den folgenden Absatz überspringen):
Locke und Jean schlagen sich jetzt zu zweit durch. All ihren finanziellen und materiellen Mitteln beraubt, planen sie nach anfänglichen Unstimmigkeiten einen neuen Coup in einer neuen Stadt. Camorr spielt in diesem Teil der Reihe eine eher untergeordnete Reihe. Die beiden Gentleman-Ganoven investieren viel Zeit und Geld in ihr neues "Spiel" und dementsprechend kommt es ihnen ziemlich ungelegen, dass plötzlich ein Außenstehender an ihren Fähigkeiten Interesse zeigt. Auf nicht gerade subtile Art und Weise werden sie dazu gebracht ihren aktuellen Coup auf Eis zu legen und sich einer neuen Aktivität zuzuwenden: der Piraterie.
Doch wie nicht anders zu erwarten fällt es den beiden "Landlubbern" nicht gerade leicht ein Piratenleben zu führen und einiges läuft nicht so wie geplant.

Auch wenn dieses Buch sich vom ersten unterscheidet, ist es auf seien eigene Weise unglaublich gut. Sehr spannend, mit der üblichen Komik und ein bisschen Romantik ist diesesmal auch dabei :)
Die Lektionen über die Seefahrt, die manchen vielleicht zu langwierig vorkommen, sind meiner Meinung nach nötig, um die Passagen auf See glaubhaft zu machen. Wie auch im ersten Teil ist die ganze Geschichte gut durchdacht und undurchschaubar.

Mein Fazit: Unbedingt lesen! Und unbedingt mit Teil Eins anfangen! Scott Lynch reisst buchstäblich mit und muss sich auch hinter Legenden wie Tolkien oder Clemens nicht verstecken, im Gegenteil, er schafft ein ganz neues Unter-Genre.

Viel Vergnügen bei diesem einzigartigen Fantasy-Erlebnis!!!
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am 1. April 2009
Ich konnte es gar nicht erwarten den Nachfolger von "Die Lügen des Locke Lamora" endlich in den Händen zu halten. Ich habe nur 5 Tage für den dicken Schmöker gebraucht, da ich in jeder freien Minute lesen musste.
Man muss den ersten Teil nicht gelesen haben, aber da das auch ein großartiges Buch ist lohnt es sich in jedem Fall und man versteht die ein oder andere Anspielung oder manchen Dialog im 2. Teil besser.
Die Charaktere reifen weiter, bekommen mehr Persönlichkeit. Das ist Lynch sehr gut gelungen. Die Geschichte wirkt zeitweilig etwas abgehoben, manchmal zieht es sich ein wenig, aber die spannenden Momente lassen nicht lang auf sich warten. Es war mir persönlich auch etwas zu viel Seemannssprache verarbeitet, aber das ist ja Geschmackssache. Trotz der Kritik gibts von mir 5 Sterne, da ich Lynchs Art zu schreiben einfach ganz toll finde und seine Ideen sehr besonders sind.
Auch bei diesem Buch lassen sich wieder Ideen entwickeln, wovon Scott Lynch inspiriert wurde. Ich hatte zu mindest neulich einen Aha-Effekt, als ich "Fluch der Karibik" sah :) Aber keine Sorge, der Autor hat nicht fies geklaut oder so!
Das Ende ist auch wieder schön rund, aber diesmal quälte mich dann doch die Frage, wie es denn weiter gehen möge und ob es überhaupt weiter geht. Im Internet habe ich dann gelesen, dass es wohl weitere Teile geben soll. Zum einen war ich darüber erleichtert, da ich unbedingt weiter lesen will, zum anderen gibt es Gewissheit über den Schluss des Buches. Puuh... Was wird also als nächstes passieren? Ich hoffe, der Veröffentlichungstermin steht bald, da er bereits einmal verschoben wurde.
Und noch eine kleine Entschuldigung sollte manche Aussage irgendwie kryptisch wirken, aber ich verabscheue das Spoilern in den Rezensionen, am besten schon in der Überschrift :( und verzichte daher auf Inhaltliches.
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am 9. September 2010
Von "Die Lügen des Locke Lamora" war ich begeistert und habe es regelrecht verschlungen. Weil der erste Band so gut war, hatte ich die leise Befürchtung, dass der zweite Band mit dem Ersten nicht mithalten könnte. Also habe ich das 1. Kapitel der engl. Version gelesen (was für ein Anfang!) und war begierig, mehr zu erfahren! Zuerst möchte ich ein chinesisches Sprichwort aus "Sturm über roten Wassern" zitieren, das den neuesten Coup der beiden Gentleman-Ganoven bestimmt: "Bevor du anfängst zu spielen, musst du drei Dinge festlegen: Die Spielregeln, den Einsatz und den Zeitpunkt des Ausstiegs." (BS. 11) Über den Inhalt werde ich nichts verraten (es wurde ja schon genug davon erzählt) und werde stattdessen erzählen, warum mir das Buch so gut gefallen hat.

Scott Lynch schafft es, trotz fast 950 Seiten den Spannungsbogen aufrecht zu erhalten und eine vielschichtige und fesselnde Geschichte zu spinnen. In einem Kapitel landen Locke und sein Freund Jean in einer verzwickten Situation und erst im nächsten Kapitel wird erklärt, wie es dazu kam. Lynch springt von der Gegenwart zur Vergangenheit und wieder zurück und erst am Ende laufen alle Fäden zusammen, legen den Kern frei und ergeben ein Gesamtbild. Seine Vorgangsweise hat mir wirklich sehr gefallen -- und das mag was heißen, denn eigentlich bin ich kein großer Fan von Unterbrechungen der Haupthandlung! Aber keine Sorge, diese Zeitsprünge findet nicht oft statt. Lynch hat eine eigene, schöne Sprache und er versteht sich gut darauf, mit Worten zu spielen und sie der Situation anzupassen. Sein Schreibstil ist einer der Gründe, warum seine Bücher so fesselnd sind.

Die Atmosphäre des Buches ist sehr stimmig und überzeugend; ich hatte immer das Gefühl, bei den Intrigen der beiden Gentleman-Ganoven live dabei zu sein und habe mitgefiebert, als würde sich MEIN Kopf in der Schlinge befinden! Das Setting hat mir sehr gut gefallen und ich konnte die Städte beinahe vor mir sehen, die Rufe der Seeleute hören, die Kälte der Nacht spüren und das Meer riechen. Die Charaktere und ihre Entwicklung sind Lynch ebenfalls sehr gut gelungen -- sie haben mehr Tiefe als im ersten Band und ihre Beziehungen zueinander werden komplexer und komplizierter. Da die Gentleman-Ganoven nur noch zu zweit sind, spielt die Freundschaft von Jean und Locke eine größere Rolle und bekommt mehr Tiefe. Der Tod ihrer Freunde hat ihnen gezeigt, wie schnell man jemanden verlieren kann, den man liebt und die Erinnerung daran lastet schwer auf ihnen, besonders auf Locke, der sich die Schuld am Tod seiner Freunde gibt. Locke und Jeans Beziehung hat mir sehr gut gefallen, weil sie glaubwürdig und berührend ist. Der listige Dieb und sein starker Beschützer sind wie zwei unterschiedliche Brüder, die manchmal aneinander geraten, aber alles füreinander tun würden.

Die Nebencharaktere in "Sturm über roten Wassern" sind ebenso interessant und hinterlistig wie die Hauptcharaktere und die beiden Diebe müssen aufpassen, nicht selbst zu Marionetten eines unbekannten Puppenspielers zu werden, der die einzige Schwäche kennt, die Locke und Jean verwundbar macht. Die Soldmagier sind von Lockes Abschiedsgeschenk im 1. Band alles andere als begeistert und lassen ihn auf unheimliche Art und Weise wissen, dass sie noch eine Rechnung mit ihm zu begleichen haben. Trotz dramatischer Handlung und teils trauriger Entwicklungen kommt der Humor auch nicht zu kurz und ich musste oft wegen Lockes unglaublicher Dreistigkeit und seiner spitzen Zunge lachen. Wenn ich einer seiner unzähligen Feinde wäre, hätte ich ihn wegen seiner spöttischen Bemerkungen längst kaltgemacht, aber selbst wenn er dem Tod gegenübersteht, hat er noch einen sarkastischen Spruch auf den Lippen! Locke ist der wohl unverschämteste Charakter und talentierteste Betrüger, von dem ich je gelesen habe, was das Buch sehr amüsant und Locke selbst einmalig macht.

"Sturm über roten Wassern" ist amüsant, ernsthaft, mitreißend und fesselnd. Ich habe ihn genauso schnell verschlungen wie "Die Lügen des Locke Lamora" und er steht diesem in nichts nach! Das Ende war überraschend und ein kleiner Schock, der wie ein Stück Bitterschokolade auf der Zunge zergeht und mein sehnsüchtiges Warten auf Band 3, "Die Republik der Diebe", leider noch gesteigert hat. Klasse!
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am 22. Juli 2010
...Bücher über die Gentleman-Ganoven.

Und nun heißt es noch so lange warten müssen, ehe wir erfahren werden, wie es weiter geht. In der Hoffnung dass der Veröffentlichungstermin nicht noch mal verschoben wird. Ich hatte schon überlegt auf die englische Variante umzusteigen bis ich feststellte, dass diese nun doch nicht eher erscheinen wird.

Doch was gibt es zum Buch zu sagen?!

Die Geschichte der Gentleman-Ganoven wird weiter erzählt und ich fand sie deutlich spannender als im ersten Teil, deshalb war ich auch viel schneller fertig damit und sitze nun im Dilemma des Warten müssen. Man braucht zwar nicht zwingend den ersten Teil gelesen haben, aber mit dessen Wissen erschließen sich bestimmte Rückblenden/Überlegungen der Protagonisten wesentlich besser als ohne.
Wie der Titel schon ahnen lässt, spielt ein Teil des Romans auf "Hoher See" und hier erleben Locke und Jean einige Stürme sowohl im wahrsten Sinne des Wortes als auch im übertragenen Sinne. Natürlich geht es wieder um Trickbetrug im Großen Stil und auch dieses Mal geht das ein oder andere nicht so vor sich, wie die beiden es geplant haben. Doch wiederum finden sie neue/treue Freunde und an anderer Stelle treten neue Widersacher auf.

Ich bin gespannt darauf wie es weiter geht und werde Scott Lynch weiter verfolgen...
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am 18. August 2012
Was soll man noch sagen: Wenn ich jede einzelne genau durchdachte Kleinigkeit, jede überraschende Wendung, jeden geniale Charakter, jeden der witzigen und doch toternsten Dialoge einzeln aufführen oder bewerten wollte, würde ich erstens das absolut unvorhersehbare Ende des ersten Teils Lügen des Locke Lamorra verraten müssen und zweitens würde es jeglichen Rahmen sprengen
Deshalb sei nur gesagt das Scott Lynch im Bereich anspruchsvoller Fantasyliteratur für Erwachsene zusammen mit Joe Abercrombie und RR Martin zu den besten Büchern der letzten 20 Jahre gehört: einzigartige Charaktere, eine todernste und dennoch ironisch-witzig erzählte Geschichte, eine Handlung die es Komplexität und Überraschung mit Sicherheit nicht mangeln lässt, mit Scott Lynchs Büchern wird der Traum aller Leser seriöser Fantasy Literatur erfüllt (davon nehme ich Hohlbein und Konsorten aus)
Man sollte dieser Serie wircklich eine Chance geben auch als nicht Fantasy Leser, man wird überrascht sein! Für Fantasy Leser sowieso Plichtprogramm, wenn ihr gerade auf der Suche nach einem neuen Buch seid, Glückwunsch, die Suche ist beendet
Man sollte sich allerdings die Original Fassung red seas under red skies zu Gemüte führen da hier wie vor allem bei Heyne Piper üblich wenig Mühe bei der Übersetzung aufgewendet wurde und so ein Teil von Lynch einzigartigem Schreibstils verloren geht
WEITER SO SCOTT LYNCH; WIR WARTEN ALLE AUF REPUBLIC OF THIEVES
LONG LIVE THE GENTLEMAN BASTARDS!!!
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