Hier klicken Sale Salew Salem Hier klicken Jetzt informieren Books Summer Shop 2017 Cloud Drive Photos Learn More TDZ Hier klicken Mehr dazu Mehr dazu Shop Kindle PrimeMusic longss17



Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

am 3. Oktober 2016
Das Booklet des Hörspiel schwärmt nur so von Superlativen und Überhöhung. "Das größte Hörspiel der Radiogeschichte!" "Hörspiel der Superlative!" usw. Sogar einen eigenen Wikipedia-Artikel gibt es. Peinlicherweise, muss man sagen, denn so dolle ist das nicht. Im Gegenteil!

Die Sprecher sind teilweise gut, spielen aber teilweise völlig überzogen. Die angeblich tollen Effekte sind einfach nur ... sorry ... dämlich. Ein bisschen mehr Erzählen statt Herumgegaukel hätte dem Hörspiel besser getan. Die Musik ist - typisch bei deutschen Hörspielen - schrill und dissonant. Das Buch wurde **nicht** originalgetreu übersetzt, sondern teilweise sind Handlungsstränge in der Reihenfolge geändert, gekürzt oder ganz weggelassen worden. Kann man alles mögen, muss man aber nicht!

Ganz ehrlich (und das ist natürlich subjektiv): Die Bücher sind aus 1996 und waren damals ihrer Zeit voraus. Beim Hören des Hörspiels habe ich mich gequält und bin nach dem ersten Teil auf das Buch umgestiegen. Das hat mir sehr gut gefallen. Den zweiten Teil des Hörspiels hatte ich mit dem Ersten gekauft, werde ihn aber nie hören. Dafür ist meine Lebenszeit zu schade.
0Kommentar| Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 6. Januar 2005
Geschafft! Jetzt habe ich alle vier Bände gelesen. Was für ein Monsterwerk! Eigentlich würde ich 5 Punkte geben. Aber, obwohl Otherland wirklich sehr spannend, fantasievoll und zum Teil echt faszinierend ist, ist es leider viel zu lang geraten. Deshalb am Ende nur 4 Punkte. Vier Bände mit jeweils um die 900 Seiten sind allein schon vom Anblick her abschreckend. Ich gebe zu, dass ich die eine oder andere Passage in den endlosen Beschreibungen verrückter Welten und Fantasien manchmal nur überflogen habe, um voran zu kommen. Am Ende bin ich ungeduldig geworden, wenn statt der ersehnten Auflösung der Geheimnisse ein weiterer verzeifelter Marsch durch eine Simulation beschrieben wurde. Otherland erzählt im Grunde nichts Neues, aber es ist ein gelungener Mix aus Science Fiction, Fantasy, Horror und Krimi. Die Personen sind sorgfältig beschrieben. Sie werden einem schon bald vertraut. Die Sprache der Kids ("du blockst voll, du Oberscänner") und die abgefahrenen Netfeed Meldungen am Anfang eines jeden Kapitels runden das Bild der Welt am Ende des 21. Jahrhunderts ab. Es gibt anrührende Stellen. Es gibt Gruseliges und Perverses, aber auch Lustiges. Wer also gern in Fantasiewelten reist und sich durch die unglaubliche Seitenanzahl nicht abschrecken lässt, den könnte Otherland so fesseln wie es mich gefesselt hat.
0Kommentar| 20 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 10. September 2005
Wer versucht, diesen Roman als eine Sci-Fi Geschichte zu lesen wird bitter enttäuscht. Einzig die (meiner Meinung nach überflüssigen) Artikel am Anfang jedes Kapitels bilden ein halbwegs glaubwürdiges Zukunftsbild. Was die Erklärungen der Funktionsweise des Netzwerks und der anderen Technologien angeht, klingt aber lächerlich und aus dem Finger gezogen. Man sieht dem Autor an, dass er nichts vom Thema versteht oder seine Geschichte nicht von "weltlichen" Kleinigkeiten stören läßt.
Zum Glück schaffte ich es, mich umzustellen und den Roman als eine reine Fantasiegeschichte a-la Herr der Ringe wahrzunehmen. Und da entfaltet er seine volle Stärke. Gut ausgearbeitete Charaktere, sehr originelle Schauplätze, eine durch alle vier Bände durchgezogene Konsequenz der Handlung mit vielen Wendungen und Überraschungen und eine lebendige Erzählweise bieten ein Lesevergnügen der Extraklasse.
Es ist übrigens dank vieler kleiner Rückblenden kein Problem, die Bücher nur zwischendurch zu lesen, dann wird es aber ziemlich lange bis zum Ende (s. Überschrift)
Positiv:
Orientiert sich an vielen Literaturvorlagen (Comics, Herr der Ringe, Herbert Wells, Homer usw.)
Sehr episch.
Alle Charaktere haben ihre Geheimnisse, die nach und nach aufgedeckt werden.
Originelle Welten und ihre Bewohner.
Spannend erzählt.
Die letzten 300 Seiten sind der Hammer !!!
Negativ:
Ein Paar kleine Logikfehler in der Handlung.
Manchmal künstlich in die Länge gezogen.
!Xabbus Geschichten nerven ;-)
Fazit:
Mir hat's besser als Herr der Ringe gefallen.
(Voll Chizz, irgendwie, tick, äi ?)
0Kommentar| 5 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 24. November 2004
"Otherland" ist meines Erachtens das am meisten überschätzte und zu Unrecht gelobte SF-Buch der letzten Jahre. Die Grundidee des Romans fand ich dabei eigentlich ganz akzeptabel (wenn auch zum Zeitpunkt seiner Entstehung nicht mehr ganz neu), und auch der stilistische Ansatz mit kurzen Kapiteln und den einleitenden "NetNews" hat mir zunächst gefallen und liess auf Spannung und ein hohes Erzähltempo hoffen. Meine solchermassen positive Einstellung verflog jedoch nach den ersten zwei- dreihundert Seiten. Den Rest des Buches las ich - mit wenigen Ausnahmen - der Vollständigkeit halber, vielleicht auch weil ich mir unvorsichtigerweise gleich die Kasette mit allen vier Bänden gekauft hatte.
Um es kurz zu machen: Dem Buch fehlt es an Originalität, Tiefgang und Spannung. Ausserdem ist es viel zu lang, eine endlose Aneinanderreihung von Episoden, von denen eine die andere permanent ausbremst. Hinzu kommt, dass die Story keinerlei logische Grundstruktur besitzt, die Protagonisten müssen ständig nach Computerspielmanier irgendwelche willkürlich gesteckten Zwischenziele erreichen um in den nächsten "Level", sprich die nächste Episode oder das nächste Buch, zu gelangen. Die beschriebenen virtuellen Realitäten bieten dabei für keinen der sich ein bisschen für SF und Fantasy interessiert echte Überraschungen.
Der Autor betreibt ausserdem nicht nur gegenüber seinen Lesern, sondern auch gegenüber seinen Hauptfiguren eine beispiellose Geheimniskrämerei (man denkt manchmal, er weiss selbst nicht was als nächstes passiert), weshalb sich die Akteure mit einer Ahnungs- und Planlosigkeit, die an Schwachsinn grenzt durch die etwa viertausendseitige Bleiwüste schleppen. Die Lieblingsbegriffe der Otherland Helden sind dabei "irgendwie" und "was auch immer". Alle paar hundert Seiten werden sie dann mal "echt sauer", weil "irgenwie" keiner weiss warum er "was auch immer" macht...
Die einzelnen Charaktere werden zunächst ansprechend und mit einem halbwegs interessanten Background vorgestellt. Sie entwickeln sich jedoch im Laufe des Buches nicht weiter und verkommen aufgrund der inhaltslosen Dialoge und des geistlosen Ausdrucks im Laufe der Zeit zu vorhersagbaren Langweilern. Die masslos übertriebene Länge des Buches tut dabei ein Übriges. Der einzige Aspekt für den Williams offenbar ein klein wenig recherchiert hat ist die Kultur der afrikanischen Buschmänner. Das Buschmann-Motiv alleine ist für diesen Wälzer jedoch zu dünn und läuft sich nach ein paar hundert Seiten tot.

Schliesslich muss ich noch erwähnen, dass mich die vielen ä's in der deutschen Übersetzung ziemlich genervt haben. [Beispiel: Du scännst doch total, äi (au Backe!)].
Alles in allem gebe ich zwei Sterne für "Otherland", und zwar hauptsächlich wegen der kurzen Artikel an den Anfängen der Kapitel, die immerhin zeigen, dass der Autor gute Ideen hat was die Entwicklung der westlichen Zivilisation in den nächsten 50 Jahren betrifft. Drei Sterne wären möglich, wenn jemand der was davon versteht das Ganze auf 800 Seiten kürzt. Vier nur dann, wenn z.B. Phillip Jose Farmer das Buch geschrieben hätte (klingt gehässig, sorry). Fünf bei dieser Story überhaupt nicht. Ein positiver Vergleich mit "Der Herr der Ringe" ist mir bei keiner Seite des Buchs in den Sinn gekommen (gilt übrigens auch für Osten Ard).
11 Kommentar| 6 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 8. August 2013
Erschreckende Zukunft. Stellenweise Gänsehaut. Absolut vorstellbar. Teilweise heute schon Realität. Brutales Ende. Und nur stellenweise schwer zu lesen, der Kauf hat sich gelohnt.
0Kommentar| 2 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 2. März 2016
Tad Williams ist ein Meister des geschichtenerzählens, gekonnt baut er eine Welt auf die ihren eigenen Gesetzmäßigkeiten folgt und den Leser auf über 3500 Seiten fesselt. Für mich ist diese Reihe vergleichbar mit der Name des Windes.
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 9. Juni 2017
In diesem 1. Teil seines Otherland-Zyklus entwirft Williams eine äußerst komplexe Geschichte auf der Grenzlinie zwischen Realer Welt und virtueller Realität bzw. technisch vollendetem Computer-Rollenspiel. Sie spielt in der näheren Zukunft des 21. Jahrhunderts. Bis zum Ende des Bandes finden sich 9 Gefährten zusammen (die Anspielung auf Tolkien ist offensichtlich), um für die gute Sache (wie gut bleibt im Vagen, auf jeden Fall geht es um das Leben von Kindern) und gegen das Böse zu kämpfen, die reichsten Männer der Welt, genannt die Gralsbrüderschaft, die die Kinder auf unbekannte Weise und zu unbekanntem Zweck missbrauchen. Diese haben eine virtuelle Realität von ungeheurer Lebensechtheit geschaffen, in der die 9 Gefährten teils eingedrungen sind, teils hinein gelockt wurden und aus der sie am Ende des ersten Bandes auch nicht mehr heraus können.
Teilweise werden die Figuren sehr ausführlich entwickelt, teilweise bleiben ihre Charaktere vage. Noch weniger werden die Figuren der Gralsbrüderschaft entwickelt. Diese zerfällt aber in mehrere Fraktionen, die sich verborgen bekämpfen. Und eine geheimnisvolle Figur namens Paul Jonas taucht immer wieder auf (ist er nun ein desertierter Soldat aus dem Ersten Weltkrieg oder ein Londoner Museums-Angestellter?), mit dem der Band auch beginnt, und irrt durch die Handlung. Die vielschichtige Handlung mit ihrer Unzahl von widersprüchlichen Charakteren wird gut und schlüssig verknüpft. Nur die Hauptpersonen, die südafrikanische Medienwissenschaftlerin Renie und der "Buschmann" !Xabbu und ihre Beziehung untereinander bleiben merkwürdig blass.
0Kommentar| Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 12. April 2017
Dies ist das erste Buch von Tad Williams, das ich gelesen habe, und es wird nicht das letzte gewesen sein, denn mir hat der Schreibstil und die Fantasie sehr gefallen. Tad Williams erschafft hier nicht nur eine, sondern mehrere Welten. In der realen Welt können sich die Menschen schon direkt vernetzen, ohne dafür Geräte zu benötigen und in eine VR (virtuelle Realität) abtauchen, um dort die Helden, Sänger oder was auch immer sein zu können, die sie im RL (realen Leben) nicht zu sein vermögen.

Bislang waren das ganz normale Simulationen, aus denen man sich auch ganz normal ausloggen konnte. Doch dann geschehen merkwürdige Dinge. Kinder fallen ins Koma und manche Menschen bekommen in der VR Bilder einer goldenen Stadt zugespielt, die mehr als eine gewöhnliche Simulation sein muss. Unabhängig von einander machen sie sich auf den Weg zu einem lang anhaltenden Aufenthalt in der VR, um die goldene Stadt zu finden, während ihre Körper künstlich am Leben erhalten werden.

Natürlich endet das Buch nach 944 Seiten mit einem Cliffhanger, und ich kann es kaum erwarten, Teil 2 zu lesen, denn die einzelnen VRs sind wirklich faszinierend. Die Gegenden, Geschöpfe und Fähigkeiten wurden so detailliert geschildert, dass ich mir alles ohne Probleme vorstellen konnte, obwohl ich mit VR nun wirklich nichts am Hut habe, aber die Story ist dermaßen spannend, dass es schwer fällt, das Buch aus der Hand zu legen.

Mehrere Handlungsstränge sind hier verwoben, mehrere Protagonisten agieren auf die unterschiedlichsten Arten, sogar die Sprechweisen sind verschieden. Es ist schier unglaublich!

Meine besondere Sympathie gilt !Xabbu, dem kleinen Buschmann mit seiner besonnenen, interessierten und intelligenten Art. Seine Geschichten über die ersten Menschen sind sehr interessant und wunderschön.

Ich gebe 09/10 Punkte in der Hoffnung, dass da noch eine Steigerung möglich ist
0Kommentar| Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 19. Dezember 2016
Dieses Buch wurde im englischen Original vor über 20 Jahren, nämlich 1996, veröffentlicht. Vor diesem Hintergrund zeigt die Geschichte interessante Visionen zur heutigen digitalisierten Welt. Wenn man sich in ihr zurecht findet.

Umfangreiche Bücher schrecken mich für gewöhnlich nicht ab. Auch kann ich in der Regel komplizierten und verstrickten Handlungen folgen. Dieses Buch spielt aber in einer Liga der anspruchsvollen Literatur, in der ich mich zugegebenermaßen zur selten bewege. Dieses Buch ist nicht geeignet, um mal eben nebenher gelesen zu werden und erfordert durchgehend eine hohe Konzentration.

Schuld daran sind die unzähligen Handlungsstränge und Hauptcharaktere, die zuerst parallel und nachher immer weiter ineinander verwoben erzählt werden. Eine inhaltliche Zusammenfassung ist nahezu kaum möglich, wenn diese Rezension nicht uns bodenlose ausufern soll. Es sei nur so viel gesagt, dass es sich um virtuelle Welten auf verschiedenen Handlungsebenen handelt, in denen die Protagonisten sich bewegen.

+++ Offene Fragen +++
Die Welten und Charaktere werden dabei recht ausführlich dargestellt. Für meinen Teil ein bisschen zu ausführlich. Hier hätte es der Geschichte meiner Meinung nach gutgetan, wenn diese etwas gestrafft worden wäre. Der Sprachstil ist hingegen recht angenehm und unkompliziert. Ich vermute das Buch wäre unlesbar, wenn dem nicht so wäre.

Ich muss gestehen, dass ich am Ende nicht so recht weiß, was ich mit dieser Geschichte anfangen soll. Viele Fragen wurden gestellt, nur wenige beantwortet. Vermutlich muss ich die anderen drei Bände dieser Tetralogie noch lesen, um den Plot in seiner Gänze zu erfassen. Mir wäre es lieber gewesen, wenn es neben den übergreifenden Haupthandlungen mehr in sich abgeschlossene Nebenhandlungen gegeben hätte.

+++ Fazit +++
Dieses Buch wurde über aller Maßen gelobt. Es wurde als "monumental" und "episch" charakterisiert. Natürlich weisen solche Bücher Längen auf. Das macht auch ein "Der Herr der Ringe". Der Vergleich zu diesem Fantasybuch hinkt ein bisschen, denn während Tolkien mit seinem Werk das Genre des "High Fantasy" begründete, baut Williams auf bekanntem auf. Auch vor dem Hintergrund, dass das Buch nun mittlerweile 20 Jahre auf dem Buckel hat.

Ja, man muss sich auf dieses Werk einlassen und dieses idealerweise ohne Pause am Stück durchlesen. Wer zwischendrinnen zur Entspannung etwas anderes liest, läuft Gefahr aus der Handlung - oder besser den Handlungen - zu driften und den Anschluss an die Geschichte zu verlieren.

Freunde komplizierter Handlungen und vielschichtiger Dystopien kommen hier sicherlich auf ihre Kosten. Wer nach einer entspannenden Feierabendlektüre Ausschau hält, lässt lieber die Finger von diesem Buch.

Ich habe das Buch in elektronischer Form in neuester Auflage von 2016 aus dem Klett-Cotta-Verlag gelesen. Ob es Unterschiede zu der Version aus dem Heyne-Verlag bestehen, vermag ich nicht zu beurteilen.
0Kommentar| Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 30. März 2017
Tad Williams ist einer meiner Lieblingsautoren
er hat einen Hang zum Düsteren
und zwingt einen über die Schattenseiten unserer Welt nachzudenken
die Otherland-Serie ist kein Fortsetzungsroman
oder Zyklus im engeren Sinn
Tad Williams schreibt selber,
daß die Bücher eigentlich nur ein dickes Buch sind,
das ist aber nicht zu verwirklichen, weil viel zu umfangreich,
deshalb mußte der Stoff relativ willkürlich geteilt werden

aus diesem Grund gibt es von mir auch keine Einzelrezensionen
sondern einen Gesamteindruck von der ganzen Geschichte
ich werde auch zur Handlung selber nicht viel schreiben, das haben andere, die das viel besser können als ich, schon zur Genüge getan

unsere Welt rückt ja auf virtueller Ebene immer weiter zusammen
so groß die Unterschiede in Kultur, Religion usw. auch sein mögen,
das Internet macht die Welt bunter
aber auch erschreckender

das greift Williams in Otherland auf
und entwirft mit seinem Cyber-Epos ein Zukunftsszenario,
das auf der einen Seite unwahrscheinliche Möglichkeiten bietet
und wahnsinnig spannend ist,
andererseits aber beängstigend
und einschüchternd

wir befinden uns in nicht allzu ferner Zukunft
die Menschen haben die virtuelle Welt bis zu einer Ebene weiterentwickelt,
wo es teilweise schon schwierig wird VR (Virtual Reality) und RL (Real Live) zu unterscheiden

in dieser Welt begegnen wir den verschiedenen Protagonisten
die Personen sind alle recht vielschichtig
und halten die ein oder andere Überraschung für uns bereit

natürlich hat sich unter den Jugendlichen eine CyberKultur
mit eigenem "Sprech" entwickelt
..."das blockt voll, du Oberscänner!"...
und genauso natürlich sind die Kids immer noch neugieriger,
als es die Erwachsenen erlauben
dadurch geraten viele von ihnen in Bereiche des Netzes,
wo sie nichts verloren haben
etliche von diesen Kindern fallen in ein Koma
aus dem sie nicht mehr herauszuholen sind

das ist auch der Ausgangspunkt für einen Teil der vielen Handlungsstränge
Nachforschungen scheinen auf ein geheimes Netzwerk namens Otherland hin zu deuten
andere Personen bekommen kryptische Nachrichten und stoßen dadurch auf Otherland

endlich in das Netzwerk gelangt,
sitzen sie dort fest und können nicht mehr OffLine gehen
die Grenze zwischen VR und RL verschwimmt
alles was einem in der VR zustößt,
hat Auswirkungen auf das RL

von außen versuchen andere
den Kontakt wieder herzustellen und herauszufinden, was los ist
langsam verflechten sich immer mehr Handlungsstränge miteinander
Williams versteht es meisterhaft,
auf verschiedenen Ebenen die Spannung zu halten
und die einzelnen Fäden miteinander zu verknüpfen

es erfordert allerdings schon eine gewisse Konzentration beim Lesen
weil man sonst durch die vielen Ebenen den Anschluß verpaßt
aber es lohnt sich

am Ende wird man mit einem furiosen Finale belohnt
praktisch in letzter Minute gelingt es, die Katastrophe zu verhindern
damit hört das Buch aber nicht auf, es gibt sozusagen noch einen Nachspann
ich bin immer eher unglücklich, wenn ein Buch zu Ende ist
und ich mich so abrupt von den liebgewordenen Protagonisten
verabschieden muß,
deshalb gefällt mir das ausgesprochen gut

besonders beeindruckt haben mich aber die kurzen Netfeed-Meldungen
am Anfang eines jeden Kapitels
sie sind total abgefahren, beängstigend und weisen auf eine Zukunft,
die ich mir für meine Kinder nicht wünschen würde
erschreckender Weise sind einige dieser fiktiven Meldungen schon längst Realität

Fazit:
ich hab Otherland schon mehrfach gelesen
das spricht wohl für sich
und nein, es sind nicht zu viele Seiten
klar ist nicht alles gleich spannend,
aber für das große Ganze ist keine Geschichte überflüssig

was auch positiv auffällt,
ist die gute Übersetzung und die Qualität des Lektorats
das ist ja heutzutage leider häufig anders

also: unbedingt lesen
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden