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Kundenrezensionen

4,1 von 5 Sternen
58
4,1 von 5 Sternen
Lilith: Die Uralte Metropole - Zweiter Roman
Format: Taschenbuch|Ändern
Preis:9,99 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime


am 28. November 2005
Nachdem ich letztes Jahr „Lycidas“ von Christoph Marzi geradezu verschlungen hatte, habe ich mit großer Spannung auf den Nachfolgeband „Lilith“ gewartet. Obwohl meine Erwartungen schon sehr hoch waren, hat mich der Autor positiv überrascht und meine Erwartungen noch übertroffen!
Zu den aus „Lycidas“ bekannten und liebgewonnenen Figuren wie Emily, Aurora, Wittgenstein und Maurice Micklewhite gesellen sich neue Charaktere. Von London und der uralten Metropole geht die Reise nach Paris, wo sich wieder eine eigene Welt eröffnet. Die vielschichtige Handlung in Vergangenheit und Gegenwart ist in ihren Ebenen auf vielfältige Art und Weise verknüpft, ebenso Mystisches und Mythisches, und es zeigt sich erneut, dass Gut und Böse nicht klar voneinander trennbar sind. Wann immer ich dachte, dass der Autor mich in eine bestimmte Richtung führt, musste ich feststellen, dass ich im Irrtum war. Christoph Marzi zündet aufs Neue ein gigantisches Feuerwerk an Ideen, egal ob im Ägypten oder Rumänien der Vergangenheit oder im London oder Paris der Gegenwart.
Sprachlich bleibt Christoph Marzi bei seiner an Dickens orientierten Sprache und seinem trockenen, manchmal lakonischen Humor, der den Leser auch in traurigsten Momenten immer wieder zum Schmunzeln bringt. Wiederholungen von Kommentaren bestimmter Personen empfinde ich nach wie vor als sympathisch, Wiederholungen verschiedener Feststellungen des Erzählers sind für mich nicht enervierend sondern in gewisser Weise beruhigend und anheimelnd. Auch bei „Lilith“ darf sich der Leser an vielen literarischen und musikalischen Anspielungen erfreuen und sich durchaus zu weiterer Lektüre anregen lassen. Obwohl „Lilith“ ähnlich wie der Vorgängerband in mehrere Bücher bzw. Teilabschnitte gegliedert ist, wirkt der Roman kompakter und runder als sein Vorgänger, und ist deutlich dynamischer, weil der Spannungsbogen nicht durchbrochen wird. Wer mit den Rückblenden bei „Lycidas“ Probleme hatte, wird sich freuen, eine klarere Strukturierung bei „Lilith“ vorzufinden.
Auch wenn der Autor immer wieder kurze Zusammenfassungen oder Hinweise auf das Geschehen im Vorgängerband „Lycidas“ macht, empfehle ich, diesen vorher zu lesen, um die Entwicklung der Charaktere zu erleben und alle Anspielungen und Witze, die sich zum Teil auf „Lycidas“ beziehen, verstehen zu können.
Mit „Lilith“ beweist Christoph Marzi, dass sein Überraschungserfolg „Lycidas“ kein Zufall war, und zeigt wie einfallsreich und spannend phantastische Literatur sein kann. Ich wünsche dem Autor, dass seine Trilogie auch in andere Sprachen übersetzt werden wird, da die ersten beiden Bände meines Erachtens ohne weiteres mit den Werken ausländischer Autoren und Preisträger mithalten können.
Dem Heyne-Verlag gebührt ein Lob für die wirklich gelungene Gestaltung der beiden ersten Bände der Trilogie, auch wenn ich es nach wie vor bedauere, dass es keine Hardcover-Versionen gibt. Leider sind in der ersten Auflage von „Lilith“ noch viele durchaus störende Tippfehler vorhanden, einige Wörter fehlen sogar, was hoffentlich beim letzten Band der Trilogie vermieden werden kann.
In Ermangelung des sechsten Amazon-Stern vergebe ich 5 Sterne, denn Lilith hat alles, was einen hervorragenden phantastischen Roman ausmacht: Einfallsreichtum, Überraschungsmomente, interessante Protagonisten, Niveau, Dramatik und ein Quentchen Humor.
Sie wollen wissen, ob ich den letzten Teil der Trilogie mit Spannung erwarte? Fragen Sie nicht.
11 Kommentar| 30 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
Meistens habe ich das Problem das mir eine Fortsetzung nicht mehr so gut gefällt wie der erste Teil. Bei Lilith von Christopher Marzi erging es mir zu meiner Freude nicht so. Im Gegenteil der zweite Teil der uralten Metropole gefiel mir eindeutig noch besser als Lycidas. Es dauerte nicht lange bis dieses Buch mich eingefangen hatte, keine ständigen Wiederholungen, keine langatmige Beschreibungen. Die Geschichte um Emily und ihre Gefährten-so spannend, so faszinierend geschrieben einfach nur klasse. Wiedergänger, Engel, Götter alles was das Herz begehrt ist hier zu finden. Christopher Marzi haucht mit seinen Worten, seinen Beschreibungen den Geschöpfen dieser Fantasywelt wirklich Leben ein. Ich freue mich jetzt schon auf den dritte Band: Lumen
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am 29. September 2011
Mit Lilith ist Christoph Marzi eine wunderbare Fortsetzung zu Lycidas gelungen. Erneut begibt man sich in die uralte Metropole, erfährt mehr über die Geheimnisse unter der Stadt. Begleitet wird man durch die adligen Ratten und den Charakteren, die einem bereits im ersten Buch ans Herz gewachsen sind. Schaurig schön werden die mysteriösen Vorgänge beschrieben und entführen den Leser für Stunden. Wirklich lesenswert.
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am 4. Dezember 2009
Ich gestehe ich bin von Lycidas, dem ersten Band aus der Reihe über die Alten Metropolen, sehr begeistert gewesen.

Zwar waren viele Elemente anderen Fantasy-Werken entliehen (vor allem Neil Gaimans fantastischem "Neverwhere") aber man hatte nie das Gefühl, dass hier einfach Ideen gestohlen wurden. Viel mehr hatte man das Gefühl, dass hier jemand eine Homage an die anderen großen Autoren der heutigen Zeit in Form einer spannenden Geschichte abliefert. Mehr als einmal musste ich innehalten und schmunzeln, als mich beim Lesen die Erinnerung an die schon sehr abgegriffenen Werke in meinem Bücherregal überkam.

Leider wirkt der zweite Band zu sehr auseinander gerissen, um die (immer noch reichlich vorhandenen) Anspielungen auf andere Bücher in eine richtig spannende Geschichte zu kleiden. Zu oft springt der Autor zwischen verschiedenen Zeiten hin und her und zu ähnlich sind sich die Gedankengänge der einzelnen Charaktere um wirklich zwischen ihnen unterscheiden zu können.

Ohne genauer auf die Handlung einzugehen, lässt sich sagen, dass der Autor versucht einen Vampirroman im Sinne von Brian Lumleys "Necroscope" zu schaffen. Jedoch wird die Spannung der ersten Kapitel, welche Vampire als uralte Monstren mit interessanter Hintergrundgeschichte beschreibt, im späteren Verlauf dadurch verwässert, dass plötzlich die alten Vampir-Klischees aufgegriffen werden. So entsteht kein einheitlicher Gesamteindruck und die Gegenspieler der Hauptfiguren verlieren einiges von dem Charme, der die ungewöhnlichen Figuren des ersten Bandes ausgemacht hat.

Zudem fällt einem sehr oft auf, dass der Autor versucht mit verschiedenen Stilmitteln Spannung zu erzeugen, wobei er sich jedoch in unnötigen Gesprächsfetzen verfängt und die Szenen unnötig gestreckt erscheinen.
Ein Beispiel, ohne die spätere Handlung zu verraten: Häufig wird ein Kapitel mit Sätzen wie "Der Angriff kam überraschend..." begonnen, gefolgt von einem mehrseitigen Dialog der Charaktere, die sich ausgerechnet darüber unterhalten, dass alle einen Angriff erwarten. Dies fällt unglücklich auf und stört die Glaubhaftigkeit der Szenen.

Zudem gibt es verschiedene historische Anspielungen, welche fehlerhaft wirken. So erwähnt ein Charakter um das Jahr 1920 beiläufig den Staat Israel, obwohl die Region damals noch als Palästina bekannt war und Israel erst zwei Dekaden später gegründet wurde.

Alles in allem bleiben also einige (manchmal gezwungen) wirkende Versuche andere Fantasy-Werke zu zitieren und in die Geschichte einzuflechten, während die eigentliche Handlung und die Charaktere eher schwach und kaum ausgestaltet bleiben.
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am 20. März 2014
Vier Jahre sind vergangen seit den Ereignissen aus „Lycidas“, wieder geht etwas Unheimliches vor in London und wieder erleben Emily Laing, Aurora Fitzrovia, Mortimer Wittgenstein und Maurice Micklewhite schier unglaubliche Abenteuer, die sie dieses Mal sogar nach Paris führen.

Leider habe ich persönlich große Probleme mit Marzis Schreibstil, obwohl es mir vorkommt, als wären in diesem Band weniger Wiederholungen als noch im Vorgänger. Dafür ist „Lilith“ stellenweise ziemlich langweilig und größtenteils sehr wirr erzählt, wozu auch Marzis Vorliebe beiträgt, die Geschichte nicht linear zu erzählen. Zudem benutzt er oft eine recht altertümlich anmutende Sprache und Erzählweise. Wie schon in „Lycidas“ fungiert auch hier wieder Wittgenstein als Ich-Erzähler (obwohl er auch hier längst nicht bei allen Ereignissen dabei ist, zweimal werden seine Ausführungen von Eliza Hollands Aufzeichnungen unterbrochen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass jemandes Aufzeichnungen tatsächlich so aussehen, mit viel Blabla, bis ins kleinste unwichtige Detail und sogar wörtlicher Rede, hier wäre weniger mehr gewesen!. Und genau diese Aufzeichnungen sind es dann auch, die dem Buch enorm viele Längen und jede Menge Langeweile spendieren.

Marzi hat wieder geschichtliche Ereignisse, Legenden und Mythen bunt gemischt, noch ein paar historische Persönlichkeiten und literarische Anspielungen dazu gemixt, doch leider ist kein prickelnder Cocktail dabei herausgekommen sondern ein trüber Mischmasch, der stellenweise durchaus interessant ist, im Ganzen aber enttäuscht. Themen sind u. a. Vampire und Echnatons Einführung des Monotheismus, der Leser trifft auf Howard Carter und Henri de Toulouse Lautrec und den einen oder anderen ägyptischen Gott. Vor allem die ägyptische Thematik ist recht interessant, dafür hätte man gut auf die Vampir-Storyline verzichten können.

Das Ganze ist nicht nur wirr erzählt, ich kann auch nicht wirklich einen roten Faden erkennen, am Ende bleiben eine Menge Fragen offen und bei mir ein Eindruck von „Was sollte das?“. Viele Handlungselemente, die für mich echtes Potential hatten, sind am Ende regelrecht verpufft.

Und auch in diesem Band kann ich wieder keinen rechten Zugang zu den Charakteren finden. Am ehesten funktioniert das noch bei Eliza Holland, eine neue Figur, die sich mit Emily angefreundet hat, einen großen Teil der Handlung trägt (sogar selbst erzählt) und die – natürlich – auch ihre Geheimnisse hat. Auch wenn ich ihre Aufzeichnungen, wie oben schon erwähnt, nicht wirklich gelungen finde, kommt man ihr durch diese recht nahe und lernt sie gut kennen. Hier klappt die Ich-Erzählung deutlich besser als bei Wittgenstein, der eben oft aus zweiter Hand erzählt.

Auch „Lilith“ ist wieder sehr düster und Paris deutlich unheimlicher als London. Die Trilogie ist nicht für Kinder geschrieben, eher für ältere Jugendliche und Erwachsene, die auch die Anspielungen eher verstehen. Leider vermitteln die neuen Cover einen anderen Eindruck.

Empfehlen kann ich auch dieses Buch nicht wirklich und da es mir noch weniger gefallen hat als „Lycidas“, mich am Ende sogar regelrecht enttäuscht hat, gibt es nur 2,5 Sterne, die ich auf 3 aufrunde.
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am 29. September 2009
Unglaublich, wie viele Fehler man bei der Ich-Erzählperspektive machen kann! Bereits die Idee wirkt künstlich und konstruiert:

Die Wahrnehmung des Waisenkindes Emily wird aus der Perspektive ihres Mentors Wittgenstein erzählt. Man merkt, das Ganze ist ein Jugendbuch, das nur wegen grausiger Hohlbein-Details in der Erwachsenenfantasy landete. Hat da jemand schnell und naiv alle "Sie" für Emilys Perspektive (oder den auktorialen Erzähler) durch Wittgensteins "Ich" ersetzt?

Die nachträgliche Ich-Perspektive führt zu äußerst ulkigen Szenen: So sorgt der Mentor sich einmal, dass Emily auf dem glatten Boden ausrutschen könnte (nein, sie ist keine Dreijährige!) - dabei gehen sie zusammen über den Boden! Dass ER ausrutschen könnte, kommt ihm nicht in den Sinn. Dieser Mentor denkt im ganzen Buch mehr, was Emily denkt, tut und fühlt als was er selbst denkt, tut und fühlt.

Oder so was: "hörte Emily mich flüstern" oder "Erschrocken drehte ich mich um und erkannte zu meiner Überraschung jenen Mann wieder" - dieser Wahrnehmungsstil wirkt einfach komisch für jemanden, den so den hochwürdig klingenden Namen Wittgenstein hat.

Manchmal denkt man auch, es ist Emilys Dritte-Person-Perspektive - und stutzt dann, wenn urplötzlich nach vielen Seiten das Wörtchen "Ich" da steht. Man erinnert sich: diese bescheuerte Erzählperspektive ...

Wenn so was ein Books-on-Demand-Autor verbrochen hätte, hätten viele das schlechten Stil genannt, aber es ist ja von Heyne ...

Erzähltechnisch nervig ist es auch, zweimal die Handlung radikal und höchst unoriginell zu unterbrechen mit einem 150 (!!) Seiten und einen 50 (!) Seiten langweiligen Forschungsbericht aus Ägypten. In DER Breite ist das nicht für die Geschichte relevant.

Dennoch hat das Buch einige positive Seiten: Einen Sternzacken gibt's von mir für die ersten Sätze von vielen Kapiteln. Die Magie, den Leser mit dem ersten Satz zu beeindrucken, beherrscht der Autor ziemlich gut.

Vier weitere Sternzacken gibt's für viele Beschreibungsabsätze. Auch wenn der Autor sein Londonbild und den Stil aus englischen Werken kopiert haben mag, wer dieses altmodisch-klassisch-magische Londonfeeling mag, wird viele Passagen in dem Buch genießen.

Beschreibungen beherrscht der Autor eindeutig besser als Erzählperspektive und Dialoge (das "Fragen Sie mich nicht" macht die Figuren unsympathisch).

Trotz erheblicher handwerklicher Erzählschwächen sind die Figurenkonstellation und der Konflikt angenehm komplexe Kost für London-Fantasy-Fans.

Annette Scholonek
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VINE-PRODUKTTESTERam 22. November 2005
Nachdem Lycidas der Überraschungserfolg des letzten Jahres war, waren die Erwartungen bei Lilith natürlich sehr hoch. Viele Autoren sind diesem Druck nicht gewachsen, aber Christoph Marzi nimmt diese Hürde mit Leichtigkeit.
Einfach wunderbar ist diese Dickensche Sprache und diese absolut Liebenswerten Akteure. Emily und Aurora sind einem so ans Herz gewachsen, daß man sich unendlich mit ihnen freut oder leidet wie ein geprügrlter Hund, wenn sie mal wieder von ihrem Schicksal eingeholt wurden. Bei aller Dramatik und Trauer hat man aufgrund des trockenen Humors aller Akteure immer ein lächeln auf den Lippen.
Verblüffend ist es wieder, wie Marzi es schafft die Mythologien und Religionen verschieder Kulturen miteinander zu verweben und zu einem Ganzen zu machen. Unendlich viel Fachwissen muß der Autor besitzen, um dieses mit so viel Leichtigkeit auf das Papier zu bringen.
Frau Rowling sollte sich hier mal ein Beispiel nehmen. Er ist nicht immer Mythenwilderei notwendig um ein spannendes Buch zu schreiben.
Ich möchte dieses Buch nicht nur Fantasylesern empfehlen, sondern jedem der ein hervorragend geschriebenes Buch zu schätzen weiß.
Allerdings sollte man vorher Lycidas lesen, um Zusammenhänge klarer erkennen zu können, was aber sicherlich keine Strafe ist, sondern ebenfalls Unterhaltung auf höchsten Niveau.
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am 11. Mai 2006
Zum Inhalt:

Der zweite Teil handelt von Vampyren, oder Wiedergänger, wie sie meist das Buch über genannt werden. Leute verschwinden in London und seltsame Wesen "Vroloks" treiben ihr Unwesen in der Stadt, die andere Leute durch einen Biss infizieren.

Ein unbekannter entführt Emilys Mutter und verlangt von ihr, in die Hölle einzudringen und Lillith zu finden.

Doch auf einmal verschwinden Aurora und Micklewhite, die ebenfalls tiefer in das Ganze verstrickt sind, als beide ahnen.

Die Spur führt sie nach Paris und sie kommen einem seltsamen Geschöpf namens al-Vathek auf die Spur. Er und die mysteriöse Carathis, die ihn zu einem Wiedergänger gemacht hat, scheinen hinter den seltsamen Geschehnissen in London zu stecken.

Doch alles ist anders als es scheint und in den tiefen der Hölle kommt es schließlich zur Entscheidung...

Ich fand das Buch einfach klasse, es ist eine gelungene Fortsetzung von Lycidas und neben der Story beeindruckt Marzi auch mit seinem Schreibstil.

Er führt seinen Leser komplett in die irre, er spinnt ein so tolles Netz aus Intrigen, dass man, genau wie die Hauptperson, gar nicht weiß, wem man noch trauen soll und den meisten Figuren erst mal misstraut. Außerdem zeichnet er nicht eintönig Schwarz und Weiß, sondern bei ihm hat alles zwei Seiten.

Man verabscheut die Dinge, die manche Personen tun, aber gleichzeitig kann man sie auch verstehen oder hat zumindest Mitleid mit ihnen, auch wenn man nicht gutheißt, was sie tun. Und wenn man eine Person dann mal richtig hasst, dann zerstört er gekonnt mit nur einem Satz diesen Hass und führt einem vor Augen, dass diese Person nicht einfach nur böse ist und immer böse war.

Ein wirklich beeindruckendes Buch voller Emotionen, Verwicklungen, Ereignisse und liebevoller Details.
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am 24. Februar 2014
Meinung:
Lilith ist der 2. Band der Uralte Metropole-Reihe, daher besteht beim Weiterlesen Spoilergefahr!

Vier Jahre nach den Erlebnissen aus Lycidas geht die Geschichte nun weiter und wieder ereignen sich mysteriöse Vorkommnisse in der Stadt der Schornsteine. Erneut verschwinden Menschen, bevölkerte Zugwaggons sind mit einem Mal leer und voller Blut. Und auch Aurora Fitzrovia und Maurice Micklewhite verschwinden auf der Fahrt mit dem Orient-Express, der sie von Paris zurück nach London bringen sollte, spurlos. Emily und Wittgenstein machen sich auf die Suche nach ihnen und bekommen es mit Wiedergänger-Kreaturen zu tun, denen nur durch die Maske der Lilith Einhalt geboten werden kann.

Hilfreiche Informationen zu den Kreaturen erhält Emily von Eliza Holland und deren Tagebuch, das sie während ihres Aufenthalts in Ägypten aufzeichnete, als sie zusammen mit Howard Carter nach dem Grab des Tut-Ankh-Amen suchte und sie bis nach Rumänien reisen ließ, um der Legende des al-Vathek nachzugehen. Wird Emily es schaffen, zusammen mit neuen und alten Verbündeten die Maske der Lilith rechtzeitig zu finden und so die Kreaturen zu bändigen?

Christoph Marzi kann mit dem 2. Teil der Uralte Metropole-Reihe wieder genauso begeistern wie schon mit dem Auftaktband. Sofort befand ich mich wieder an der Seite von Emily, die mittlerweile 4 Jahre älter geworden ist, und ihren Freunden. Altbekannte Charaktere findet man hier wieder, aber auch viele neue Personen werden eingeführt. Vor allem Eliza Holland, eine neue Freundin Emilys, konnte mich sehr für sich einnehmen. Eine mysteriöse Frau mit einer Lebensgeschichte, die unter die Haut zu gehen vermag! Hier hat mir vor allem ihre eigene Geschichte anhand ihres Tagebuchs, die ab der Mitte des Buches miteinfließt, sehr gut gefallen.

Auch die teils schon überbordende Anzahl an verschiedenen Kreaturen konnte Christoph Marzi wiederum ansprechend in die Geschichte einbauen. Diesmal bekommt es der Leser mit Wiedergängern, Sphinxen, Gargylen und anderen Wesen zu tun, die einem so manchen Schauer über den Rücken laufen lassen. Über die Erzählkunst Christoph Marzis brauche ich gar nicht zu schwärmen, diese bleibt gewohnt hoch, phantastisch und faszinierend und sucht seinesgleichen!

Für jeden Fantasy-Fan ist diese Reihe ein Muss, hier ist beim Lesen auch der Kopf gefragt, denn die Serie kratzt nicht nur an der Oberfläche sondern lässt den Leser ganz tief eintauchen in eine Geschichte, die ausgeklügelter nicht sein könnte und gekonnt Gegenwart, Vergangenheit, Sagen und Mythen miteinander zu einem Großen verbindet. Man kann sich definitiv nur auf die Fortsetzung Lumen freuen!

Fazit:
Lilith bietet Stoff, der die Herzen von Fantasy-Lesern nur höher schlagen lassen kann. Spannung, Action, Mystik, Sage und Mythos vereinen sich zu einer großartigen Geschichte.

Reihenfolge:
1. Lycidas
2. Lilith
3. Lumen
4. Somnia
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am 12. November 2012
Das erste Buch, Lycidas, fand ich noch relativ interessant, wenn auch sehr einfach gestrickt. Der Autor hat sich zwar aus sämtlicher Literaturgeschichte bedient, es aber geschafft, eine halbwegs plausible und interessante Welt aufzubauen. Nach dem ersten Drittel von Lilith hatte ich aber keine Lust mehr, die Geschichte um Emily Laing weiterzuverfolgen.

Die Schwächen des ersten Buches sind hier weitaus stärker vertreten, und es kommen neue dazu. Es wird sehr viel wiederholt, was vielleicht noch praktisch für diejenigen sein mag, welche das erste Buch vor langer Zeit, oder gar nicht, lasen. Das mag noch okay sein. Aber die Ideen sind dem guten Mann scheinbar ausgegangen. Die besten Ideen aus dem ersten Teil wiederholen sich auf niedrigerem Niveau. Mr. Wolf und Mr. Fox sind wieder zurück, wenn auch unter anderem Namen. Nichts ist wirklich tot und nie passiert wirklich etwas. Es kommt in den "schlimmsten" und "haarschärfsten" Situationen eben eins nicht auf: Spannung. Im Gegenteil, man schließt mit sich selbst Wetten ab, wer denn jetzt wieder ganz Deus Ex Machina plötzlich und völlig unerwartet von hinten auftaucht und die Situation rettet. Während ein Autor wie George R. R. Martin keine Skrupel hat, seine Hauptpersonen über die Klinge springen zu lassen - und sie dann auch wirklich tot zu LASSEN - oder ein Tolkien die brenzligen Szenen auch dann aufregend zu beschrieben weiß, während man eigentlich wissen müsste, dass am Ende alles gut ausgeht, während also genug andere Beispiele vorhanden sind, wo Marzi das tun könnte, was er am besten kann, nämlich abschreiben, lässt er selbst seine Figuren vor Langeweile beinahe einschlafen. In vermeintlich aufregendsten Situtaionen lesen sich die Dialoge von Emily und Wittgenstein wie Sachberichte vom letzten Treffen des Kleintierzüchtervereins.

Und überhaupt sind die Figuren völlig austauschbar. Marzi gelingt es nicht, ihnen Individualität einzuhauchen. Der Rede-/Schreibstil der Personen ist immer sein eigener. Beispiel:

Furchtbar nervig fand ich die andauernden Wiederholungen der gleichen Floskeln "wurden wir der XXX gewahr" oder "blabla. Dann sahen wir es." Ich habe es aber als Eigenheit des Erzählers Wittgenstein, wie eben auch sein ständiges "fragen Sie nicht" abgetan. Dumm nur, dass Eliza Holland scheinbar die gleichen Eltern wie Wittgenstein hatte. In ihrer eigenen Erzählung wurde sie auch ständig irgendetwas gewahr oder sah es dann. Dass auch bei ihr selbstverständlich immer ein Wundergott im letzten Moment auftaucht, versteht sich natürlich von selbst.
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