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am 29. August 2001
Ein junger Isaac Asimov las vor vielen Jahren ein wahres historiographisches Meisterwerk.Edward Gibbons:"Decline and Fall of the Roman Empire".Dieses Buch scheint Asimov tief beeindruckt zu haben,denn seine Foundation Trilogie ist nichts anderes als eine Rekapitulation der Geschichte des spätrömischen Reiches im Westen,nun jedoch ins Weltall verlegt.
Die offensichtlichen Parallelen:hoher zivilisatorischer Lebensstandard,begleitet vom schleichenden moralischen und kulturellen Verfall.Eine meuterende Armee in den Randgebieten.Kindkaiser,die nur noch dem Namen nach herrschen.Kurz:eine Zivilistaion geht an der eigenen Dekadenz zu Grunde.
Doch auch Namen weisen darauf hin:Bel Riose erscheint als ein Zukunfts-Aetius,als der letzte aufrechte Soldat und Bürger. Cleos II. erinnert an die letzten Kaiser im Westen,wie Valentin III. (dieser richtete Aetius nach der für ihn siegreichen Schlacht auf den Katalaunischen Feldern hin,ähnlich wie Riose später exekutiert wird).
Doch was Asimov am Besten hinbekommen hat,neben den wundervoll herausgearbeiteten Charakteren,ist die Geschichte an sich.Sie berichtet im ersten Teil,wie ein einziger Mann den schleichenden Verfall des Imperiums bemerkt:der Psychohistoriker Hari Seldon (der,nebenbei bemerkt,KEIN Naturwissenschaftler ist,sondern ein Soziologe).Er erkennt auch,dass er gegen den drohenden Kollaps nichts unternehmen kann,sondern nur die Zeit der Barbarei mit Hilfe seiner Foundation verringern kann.Ein gewagter Plan...
Im zweiten Teil erwacht das Imperium aufs neue (eine Remiszenz aus Justinians Restauratio Imperii?),geführt vom "letzten Kaiserlichen" Bel Riose.Anschliessend berichtete das Buch vom Konflikt mit einem Kriegsherren namens "Maultier",der die Reste des Imperiums formiert hat.
Asimov schuf mit "Foundation" ein kleines Stück Literaturgeschichte.Sicherlich,der Zusammenbruch wurde schon oft literarisch beschrieben,aber Asimov schuf mit seinem Zukunftsepos etwas anderes:Nicht nur der Zusammenbruch wird beleuchtet,sondern besonders wird der menschliche Wunsch beleutet,die Zukunft zu verändern.Nicht durch Kriege oder Unterdrückung,sondern durch Logik und persönlichen Mut.
Der wunderbare Schreibstil Asimovs,seine Art,der Geschichte eine plötzliche Wendung zu geben,ist kaum erreicht.Jeder,der Asimov noch nie gelesen hat,oder auch sonst nichts mit SciFi zu tun hatmsollte hier zugreifen.Die Geschichte könnte auch in der nahen Zukunft auf unserer Welt spielen:die Zeichen der Dekadenz sind auch bei uns kaum verkennbar.Zugreifen!
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am 16. Juni 2015
Diesem Roman mangelt es so ziemlich an allem, was eine gute Geschichte - normalerweise - ausmacht. Es fehlt die Identifikationsfigur, es gibt keinen Helden, mit dem man mit fiebert, keinen traurigen Verlierer, dessen Schicksal uns berührt, es gibt keinen persönlichen Gegensatz, der den Fortgang der Geschichte befeuert, kein schwelender Familienkonflikt bestimmt das Geschehen, noch nicht einmal ein Attentat oder ein Mordkomplott, und schon gar keine Weltuntergangskatastrophe, keine Roboter oder fremde Intelligenzen, weit und breit keine Aliens und auch keine Hyper-Spezialwaffe, irgendeine brillante Technologie oder eine raffinierte wissenschaftliche Sensation aus dem 13. Jahrtausend.- Um Gottes willen, wie soll das gut gehen, wo könnte da der Reiz liegen? Es ist etwas viel besseres: Eine Idee! Hari Seldons geniale Schöpfung namens Psychohistorik. Die Konzeption der "Foundation" und der auf Jahrhunderte im Voraus gedachte Umsetzungsplan zum Wiedererstarken des dem Untergang geweihten Imperiums. Es ist das Abenteuer dieser Foundation. Genaugenommen ist es dabei noch nicht einmal eine geschlossene Geschichte sondern eine Sammlung von lose zusammenhängenden aber stimmig aufeinander aufbauenden längeren oder kürzeren Schilderungen einzelner Episoden innerhalb der Entwicklungsgeschichte der Foundation. Dabei entsteht in den Einzelgeschichten streckenweise durchaus auch spannungsgeladene Atmosphäre und es gibt hie und da auch mitreißende Passagen und Identifikationsfiguren. In der Gesamtschau ist es aber dennoch eher die historisierend vorgetragene Darstellung der Geschichte der Foundation, gleichsam die Chronik der Foundation und damit gewissermaßen die der zukünftigen Menschheit, die "Future History". In diesem Sinne also eigentlich nicht irgend "eine" Geschichte, sondern "die" Geschichte.

Man ist begierig zu erfahren, wie die Foundation auf dem abgelegenen Planeten Terminus am Rande der Galaxis angesichts kaum vorhandener Rohstoffe überhaupt überleben kann. Kann sie der Übermacht der Feinde im rechtlosen Außenbezirk trotzen? Was setzt sie ihnen entgegen? Wie schafft sie es, ihre geringe Macht zu konsolidieren und weiter auszubauen? Wie kann sie überhaupt dauerhaft bestehen, wo ihr doch der imperiale Gedanke, die Machtzentrale fehlt? Wie schafft sie es dennoch, aus jeder Krise gestärkt hervorzugehen? Die Protagonisten wechseln, die Schauplätze ebenso, und desgleichen die Herausforderungen. Woran kann man sich als Leser orientieren, woran sich festhalten? Was schafft Identifikation? - Dem Leser geht es, wie den Menschen der Foundation selbst: Es ist die Idee hinter allem, das Vertrauen in die geniale Konzeption Hari Sheldons, aus der heraus die Identifikation erwächst. Mehr als das, es entsteht gleichsam ein Sendungsbewusstsein, wenn man so will: Wir werden obsiegen, weil wir uns dessen gewiss sind, was auch immer auf dem Weg dahin passieren mag. Das ist der rote Faden, das ist der gemeinsame Nenner. Da braucht es keinen Helden. Es ist die Idee, die alles vorantreibt.

Die Geschichte ist - von wenigen Durchhängern abgesehen - spannend und interessant erzählt. Wie ist das möglich, angesichts der oben aufgelisteten Mängel?

Zum Inhalt: Wie einst das Imperium Romanum im 4. Jahrhundert nach Christus steht das Galaktische Imperium im 13. Jahrtausend vor dem Zerfall. Auf dem zentralen Regierungsplaneten Trantor sind Milliarden von Menschen mit der Verwaltung des riesigen Reiches befasst. Die Gründungsidee des Millionen von Planeten und weite Teile der Galaxis umspannenden schier grenzenlosen Imperiums ist in Vergessenheit geraten. Die Mächtigen sind nur noch mit sich selbst beschäftigt und bekämpfen sich gegenseitig. Alles ist in Routine erstarrt und kaum jemand nimmt die Agonie des Imperiums wirklich war. Nur die Wissenschaftler um den genialen Mathematiker Hari Seldon sind hellwach: Sie beobachten, sammeln Daten, analysieren und schaffen nach und nach eine Theorie, nein, eine neue Wissenschaft, die Psychohistorik, die es ihnen ermöglicht, die Zukunft vorherzusagen. Nicht im Detail, nicht für jede einzelne Person, aber im Großen und Ganzen und für große Gemeinschaften, für große Konglomerate" von Menschen. Die Psychohistorik ist die Verbindung von Mathematik, Sozialwissenschaft, Geschichte und Psychologie. Ihre Grundthese ist: Aus dem historischen Verhalten großer Mengen von Menschen, von Gesellschaften, ihren Eigenheiten, ihrer Reaktion auf innere und äußere Störungen, ihrem Umgang mit Krisen, lassen sich Rückschlüsse über die wahrscheinliche künftige Entwicklung ziehen. Im Verständnis der Psychohistorik ist die Zukunft gewissermaßen statistisch erfassbar. Dabei ist diese Zukunft keineswegs platt determiniert (d.h. in ihrem Verlauf unabänderlich in dieser oder jenen Weise festgelegt, was im Übrigen schon die heutigen Erkenntnisse der Naturwissenschaften klar widerlegen), es gibt aber wahrscheinliche und weniger wahrscheinliche Verläufe. Zukünftige Entwicklungspfade ganzer Gesellschaften sind in diesem Sinne in ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit mittels komplizierter mathematischer Modelle und einem umfangreichen mathematisch-soziologisch-historischem Kalkül konkret quantifizierbar. So versteht sich die Psychohistorik des Mathematikers Hari Seldon und dies ist der Ausgangspunkt des Romans.

Nur als Anmerkung: "Klar, die Psychohistorik wird erst im 13. Jahrtausend zur vollen Blüte kommen", aktuell gibt es aber bereits einen Vorläufer: Die Technologie heißt "Big Data". Bei Big Data geht es im Wesentlichen auch darum, große Datenmengen zu analysieren und nicht selten ist das Ziel, auf Basis der Analyse Voraussagen zum wahrscheinlichen weiteren Verlauf, oder, wenn man so will, zum künftigen Verhalten der durch die Daten beschriebenen Systeme" oder Gemeinschaften" zu machen. Google macht es, Amazon ebenfalls. Das Verhalten der Nutzer wird analysiert und im Ergebnis findet man mehr oder weniger passende Links im Browser oder Produktvorschläge im Emaileingang. Nur unbedeutende Kleinigkeiten verglichen mit der Psychohistorik, dennoch ist der Kerngedanke durchaus vergleichbar.

Zurück zu Foundation-Trilogie: Hari Seldon hat mit Hilfe seiner neuen Wissenschaft erkannt, dass der Niedergang des Imperium unaufhaltsam voranschreitet. Selbst ihm ist es nicht möglich, den Zerfall aufzuhalten, er kann aber durch geschickte Einflussnahme auf das Geschehen die Zeitspanne der tiefen Depression von vielleicht 10.000 oder 20.000 Jahren auf 1.000 Jahre verkürzen. Der Plan Hari Seldons sieht vor, eine Gruppe von Menschen, Wissenschaftler zumeist, mit ihren Familien, als Keimzelle des künftigen, erneuerten Imperiums zu installieren: das ist die Idee der Foundation. Durch geschicktes Agieren gelingt es ihm, den unbedeutenden, in den galaktischen Randbezirken gelegenen Planeten Terminus als Siedlungsraum für die Foundation zugewiesen zu bekommen. - Und nun nimmt alles seinen Lauf, genau wie es die Psychohistorik vorhersagt. Oder vielleicht doch nicht ganz so, denn, wie gesagt, Einzelschicksale, eine extrem unwahrscheinliche Begabung, ein äußerst seltenes Ereignis, können in ihrer Wirkung auch mittels der komplizierter Mathematik Seldons nicht antizipiert werden...

Die Gliederung der Trilogie in die Teile "Foundation", "Foundation und Imperium" sowie "Zweite Foundation" ist zu einem guten Teil gewiss in der Entstehung des Dreiteilers als Fortsetzungsroman begründet. Eine Aufteilung in "Foundation", "Das Maultier" sowie "Zweite Foundation" mit ganz anderen Grenzziehungen zwischen den einzelnen Teilen hielte ich persönlich für sehr viel zutreffender. Mit am spannendsten erzählt ist dabei die sich über mehrere hundert Seiten erstreckende Episode des von Hari Seldon als singuläres Ereignis nicht vorhergesehenen Maultiers". Sein Auftreten gefährdet den imposanten Plan der Foundation. Auch die geheimnisvolle Zweite Foundation ist in beträchtlicher Gefahr. - Bei aller Großartigkeit und Weitsicht der Psychohistorik: Am Ende sind es wohl doch die Individuen, die in das Räderwerk der Geschichte eingreifen, es einmal beschleunigen und ein anderes Mal verlangsamen, vielleicht sogar die Richtung ändern. Das Maultier" stellt sich dem Plan Hari Seldons entgegen. Hat es Erfolg? Oder bleibt es am Ende gegen die schiere Macht einer verinnerlichten Idee letztlich ohne durchschlagenden Erfolg?

Verschiedentlich wurde erwähnt, dass die Geschichte vom Untergang des Römischen Reiches Pate gestanden habe für diesen Roman. Da ist etwas Wahres dran insoweit, als der Autor, Isaac Asimov, selbst sagt, er habe Edward Gibbons` "History of the Decline and Fall of the Roman Empire" gelesen, sogar zweimal. Die Kenntnis von Gibbons` "Verfall und Untergang" ließen im jungen Asimov die kühne Idee reifen, über ein galaktisches Imperium am Ende seiner Zeit zu schreiben. Damit aber ist dieser Bezug bereits erschöpft. Die Foundation-Trilogie lässt, über die oberflächliche Imperiums-Analogie hinaus, keine tiefgründigen Bezüge zum Imperium Romanum und dessen Endzeit erkennen. Tatsächlich spielen das galaktische Imperium selbst und sein Zustand in der Erzählung kaum eine Rolle, nur ganz am Anfang zur Motivation. Allenfalls in der Episode mit dem kaiserlichen General Bel Riose wird der Blick nochmals für einen kurzen Moment auf das Imperium gerichtet. Ansonsten steht immer ganz klar die Foundation im Mittelpunkt, und nichts als die Foundation. Das Imperium ist nur Staffage.

Auf den zweiten Blick drängt sich ein anderer Mythos als Ideengeber und Blaupause für den Fortgang der Geschichte auf: Die Besiedlung Nordamerikas durch die europäischen Kolonisten, die Emanzipation von den Kolonialmächten und die Gründung der Vereinigten Staaten von Amerika. Das Selbstverständnis Amerikas als die bessere Welt, als der Hort der Freiheit, als Zentrum von Wissenschaft und Technologie, als wirtschaftlich prosperierende Macht, als Refugium von Wohlstand und Gleichberechtigung im Gegensatz zu einer vermeintlich im Chaos versinkenden Welt (man muss hier den Zeitpunkt der Entstehung des Romans berücksichtigen; die ersten Geschichten wurden in den 1940-ziger Jahren geschrieben, als bereits der Zweite Weltkrieg tobte), das Versprechen von Freiheit und Unabhängigkeit. Kurzum, der "amerikanische Traum" in einer denkbar allumfassend gedachten Form, das unerschütterliche Vertrauen, dass alles gut werde, die durchgehend positive Grundhaltung, der kaum zu bremsende Optimismus. In allen drei Teilen des Romans finden sich hier zahllose Bezüge, am deutlichsten im ersten Teil "Foundation".

Für wen ist die Foundation-Trilogie eine geeignete Lektüre? Natürlich muss das jeder selbst entscheiden, hier nur zur Orientierung meine persönliche Einschätzung.

Wer sich an der Schilderung der großen Zusammenhänge erfreut, wer mehr am Lauf der Dinge, als an der detailgetreuen Schilderung der partikularen Konflikte und Einzelschicksale interessiert ist, wer sich auch im realen Leben für Geschichte begeistert und die Art und Weise historischer Nacherzählung aus der großen Perspektive heraus schätzt, und natürlich all diejenigen, die ein Faible für Wissenschaft und Technik haben. Auf Spannung muss man dabei nicht zu verzichten.

Und wer wird an diesem Dreiteiler weniger Freude haben?

Wer durchgehend spannungsgeladene, dichte Atmosphäre sucht, wer lieber mit einem Helden oder Antihelden mit fiebert, wer den roten Faden einer fortlaufenden Handlung in einem klar definierten Rahmen nicht missen möchte, wer die Schilderung der inneren Konflikte der handelnden Personen schätzt und als Bereicherung empfindet, wer sich mit einem Protagonisten identifizieren möchte.

Die Foundation-Trilogie Isaac Asimov's und der Wüstenplanet-Zyklus` Frank Herberts stehen ziemlich konträr zueinander. In der Trilogie geht es um die gesamtgesellschaftliche Perspektive, den Blick aufs Ganze und die aus einer wissenschaftlich begründeten Idee heraus erwachsende positive Gestaltungskraft für die Entwicklung der Gemeinschaft. Völlig anders auf dem Wüstenplaneten Arrakis: Egomanen und geheimbündlerische Gruppen bestimmen das Geschehen. In fortwährenden Introspektiven wird narzistische Nabelschau betrieben, alles dreht sich um sich selbst und kommt daher nicht voran. In der Foundation-Trilogie der Glaube an das Gute, den Fortschritt - vielleicht naiv und allzu optimistisch, aber auch konstruktiv. Bei Frank Herbert Kulturpessimismus und Wissenschaftsfeindlichkeit - vielleicht noch nicht einmal realitätsfern oder naiv, aber im Ergebnis destruktiv. Eine Gemeinsamkeit gibt es dennoch: Die Religiosität der Menschen wird in beiden Entwürfen ausgenutzt und für die Umsetzung von Machtinteressen missbraucht, so jedenfalls zumindest in den Aufbaujahren der Foundation, ungleich massiver auf dem Wüstenplaneten Arrakis.

Meine Wertung: volle 5 Punkte; trotz der gelegentlichen Durchhänger in der Handlung fesselt die Idee.
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am 11. März 2015
Uraltes Science Fiktion , aber immer noch klasse, immer noch besser als viele heutige moderne Romane. Schade, das es zu wenig Schriftsteller wie Asimov gibt.
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am 7. November 2016
Asimov ist einfach klasse. Allerdings merkt man, dass dieses Buch nicht aus einem Guss ist, sondern eine Zusammenstellung mehrerer Bücher ist. Der Stil der Bücher variiert deutlich.
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VINE-PRODUKTTESTERam 3. September 2015
Wenn man sich auf der Recherche innerhalb des Science-Fiction-Genres befindet, dauert es gefühlt nur wenige Sekunden, bis der Name Isaav Asimov auftaucht.
Der als Urvater des Genres betitelte Autor wurde sogar als Berater für SF-Serien wie etwa Star Trek herangezogen. Dies allein ist schon sehr interessant zu benennen, da es sich dabei ja um Fiktion handelt und somit klingt es doch recht ironisch, wenn man einen fiktiven Autor heranzieht, um fiktive Begebenheiten auf ihre Plausibilität zu prüfen...
Nun, egal - jedenfalls handelt es sich bei der in diesem Buch befindlichen Foundation-Trilogie um das Frühwerk der epochalen Foundation-Geschichte.
Diese wiederum handelt von einem riesigen Imperium, dessen Untergang mittels der sehr interessant klingenden Psychohistorik vorausgesagt wird.
Sehr stark erkennt man dabei die Verwandtschaft zum römischen Reich - dieses wurde von Asimov in seinem Werk umgewandelt in die Jahre größer 12.000 verlegt.
Sehr stark erkennt man der Geschichte natürlich an, dass sie ursprünglich in einem Magazin veröffentlicht worden ist. Dies ist aber nicht wirklich ein Problem - lediglich durch die höhere Anzahl an Cliffhangern kann man dies ein wenig bemerken.
Abermals interessant ist natürlich auch die Schwierigkeit des "Loslassens" von in seiner Zeit vorhandenen technischen Errungenschaften. Dies sorgt bei mir immer für ein kleines aber wohlwollendes Schmunzeln, da SF-Autoren scheinbar absolut kein Problem haben, irgendwelche Raumschiffe durch die Weiten des Universums zu jagen - im Gegenzug aber der Antrieb zum Beispiel weiterhin Atomkraft ist. Solche Vergleiche gibt es immer wieder und sind deshalb kein Vorwurf - ich halte diese jedoch für außerordentlich interessant, da man dadurch unser Denken sehr gut erkennen kann. Liest man heutige SF-Autoren, wird das sicher ebenso sein, jedoch kann man es dann durch den fehlenden zeitlichen Abstand natürlich selbst nicht wirklich erkennen.
Die Geschichte selbst konnte mich jedoch nicht durchweg überzeugen. Sicher, sein Universum ist interessant und ebenso der Fall und Aufbau der neuen Welt auf Basis bzw. Vorhersagen der Psychohistorik. Nichts desto trotz sind die Personen durchweg recht blass dargestellt und dienen wohl nur als Mittel zum Zweck, um ein wenig die Story voran zu treiben.
Selbstverständlich erkennt man, dass es sich um die tiefgehenden Anfänge der SF handelt und somit ist man trotzdem genötigt, sich vor diesem Autor zu verneigen. Nichts desto trotz hatte ich des Öfteren den Wunsch, das Buch abzubrechen, habe dann aber doch bis zum Ende durchgehalten. Ob ich weitere Bücher Asimovs lesen werde, steht aber vorerst noch in den Sternen. Da wende ich mich wohl doch erst einmal den spannenderen Autoren dieses sehr umfangreichen Genres zu.
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am 14. Juni 2013
Die Foundation Triologie kann man isoliert lesen. Sollte man aber nicht....

ASIMOV hat seine berühmten zwei Konzepte (Der positronische Roboter/Die Gesetze der Robotik und die Psychohistorie) zu einer Entwicklungsgeschichte der Menschheit zusammengefügt. Eine grandiose Geschichte, die jeden in eine spannende und aufregende Reise in die Zukunft führt.

Beginnend mit den Robotergeschichten, weiter zu den Kriminalgeschichten, welche den Ausgangspunkt für seine Imperium/Foundation-Stories darstellen und bis zum Ende der Suche nach der Erde. Der Rote Faden zieht sich verlässlich durch alle seine Geschichten und lässt einen sich immer schon auf den nächsten Band freuen.

Schade jedoch, dass einige Lücken offengeblieben sind, hier wäre noch vieel Platz für weitere tolle Geschichten von Isaak Asimov gewesen.
Vor allem die Besiedelung und die Frühgeschichte der Spacer sowie über das Imperium hätte ausführlich beschrieben werden können.
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am 11. Juni 2004
In dieser Trilogie sind die drei frühesten Romane der epischen Foundation-Serie enthalten, entstanden zu Beginn der 1950er Jahre.
Die Ideen in der Geschichte sind faszinierend: Die Wissenschaft der Psychohistorik, von Asimov selbst erfunden, akzeptiert, dass die Handlungen eines einzelnen Menschen sich nicht vorhersagen lassen. Bei Menschenmassen hingegen ist dies anders: Ähnlich wie bei Gasen, bei denen aus den unvorhersehbaren Verhalten von Myriaden Molekülen ein einheitlicher Druck und eine Temperatur entsteht, löschen sich die individuellen Handlungen in der Masse aus. Dadurch wird es möglich, die Handlungen von Menschenmassen auf viele Jahre vorherzusagen -- zumindest nach Asimov.
Im Buch wendet der Psychohistoriker Harri Seldon seine Wissenschaft an, um den baldigen Zusammenbruch des mächtigen Imperiums vorherzusagen. Er lässt nach seinen Berechnungen zwei "Foundations" gründen, die den Zusammebruch überleben sollen und den Keim eines neuen Imperiums werden sollen.
Die Bücher beschreiben die tatsächliche Geschichte der beiden Foundations. Die Geschicht bleibt ständig spannend, nicht zuletzt aufgrund der vielen überraschenden Wendungen.
Etwas enttäuschend aber, dass die Charaktere, wie so oft bei Asimov, etwas blass und schablonenhaft bleiben. Man hat den Eindruck, sie existieren nur, um die Geschichte voranzutreiben. Diese ist aber, wie gesagt, sehr gut.
Zusammenfassend kann ich sagen, dass mir das Lesen dieses Werkes, trotz (oder gerade wegen?) der vielen Seiten, sehr viel Spass gemacht und mich sehr gut unterhalten habe. Trotz seiner kleinen Schwächen gehört dieses Buch ins Regal eines jeden Science-Fiction-Fans, der mehr will als nur Raumschlachten und neue Technologien, nämlich Ideen und Zukunftsvisionen. Und davon hat dieses Werk jede Menge!
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am 18. April 2013
Im Vergleich zu allen vorherigen Büchern, ist dieses irgendwie anders geschrieben! Es wird wie im Zeitraffer durchgenommen, was zur Folge hat, das ständig wechselnde Hauptcharaktere agieren! Im ersten Anlauf habe ich das Buch nach 100 Seiten weggelegt. Erst als ich die "Vorgeschichte der Foundation-Trilogie" las, ergab dieses Buch und die darin beschrieben Theorien für mich einen Sinn! Es sind im Grunde 3 kleinere Einzelgeschichten, die zu einem Band gebunden wurden und sich lediglich mit der selben Thematik beschäftigen. Im Vergleich zu früheren Büchern gibt es aber keine aktiven Charakteren Übergänge was bisschen mühsam ist dann.
Als Quereinstieg, ist dieses Buch nicht geeignet und die "Vorgeschichte der Foundation-Trilogie" ein absolutes muß! Noch besser ganz von Vorne mit "Stahlhöhlen" beginnen und sich von den Geschichten treiben lassen!
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am 24. Juni 2004
Der beruehmte rote Faden, der sich durch alle drei Romane zieht ist die von Asimov erdachte "Psychohistorie", eine Zukunftswissenschaft, die im Roman von Hari Seldon entwickelt wurde. Mit Hilfe komplexer mathematischer Funktionen kann er (und so wie es aussieht auch wirklich nur er) zukuenftige gesellschaftliche Ereignisse vorhersagen. Und was er da entdeckt, das gefaellt ihm ueberhaupt nicht: Die Menschheit und ihr Imperium zerbroeckelt schon zu seinen Lebzeiten und wird in eine 30.000 Jahre andauernde Barbarei versinken. Da er alleine die Menschheit nicht retten kann, gruendet er an zwei unterschiedlichen Orten in der Galaxis jeweils eine Kolonie, die vom Imperium relativ unabhaengig und isoliert existieren sollen. Damit will er der Menschheit am Ende der Barbarei die Mittel zum Wiederaufstieg in die Hand geben, ohne das sie sich wieder muehsam von alleine zu neuer Bluete entwickeln muss. Nun, es kommt wie es kommen musste: Es lies sich nicht alles vorherbestimmen und so sieht sich die eine Foundation einem immerwaehrenden Kampf gegen kriegerische Splittergruppen des ehemaligen Imperiums gegenueber, um schliesslich vor ihrem groessten Feind zu stehen. Im dritten Buch geht es schliesslich darum, die zweite Foundation zu finden, die bis dahin keine Rolle in der Story gespielt hat. Das Weiterbestehen der menschlichen Zivilisation haengt davon ab, ob die Mission erfolgreich ist oder nicht. Genial, eine Story, die ueber tausende von Jahren und hunderte von Generationen hinweg spielt. Man muss ganz schoen aufpassen, das man nicht die kleinen Hinweise zu schnell ueberliest, die alles zusammenhalten. Ansonsten merkt man der Geschichte nicht an, das sie in den 50er Jahren des vorherigen Jahrhunderts geschrieben wurde. Ich kann sie jedem SciFi-Fan nur ans Herz legen. In einem umfangreichen Anhang findet der Leser u.a. einen Artikel, indem Michael F. Flynn versucht, die "Psychohistorie" unter wissenschaftlichen Gesichtspunkten auf ihre Anwendbarkeit in unserer Realitaet zu ueberpruefen. Dieser Roman ist in der exklusiven Klein-Reihe "Meisterwerke der Science Fiction" neu aufgelegt worden und enthaelt das in dieser Reihe obligatorische Vorwort eines grossen SciFi-Autors, diesmal von David Brin. Die Reihe, in der dieses Buch erschienen ist, zeichnet sich durch ein hochwertiges einheitliches Umschlagsdesign aus.
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am 17. Juni 2002
Zugegeben, die technologische Entwicklung, die uns gemäss Asimovs Vorstellung zur Zeit des Zweiten Weltkrieges in den nächsten 12'000 Jahren beschert wird, ist nicht gerade berauschend. Abgesehen von der Miniaturisierung von Atomreaktoren und der Möglichkeit, durch den Hyperraum zu reisen, haben wir in nur sechzig Jahren einige seiner Visionen bei weitem übertroffen. Wenn man also einigen Kritikern Recht geben muss, dass Asimovs Universum in 12'000 Jahren bereits heute archaisch wirkt, so sollte man doch berücksichtigen, wie der damalige Wissens- und Entwicklungsstand war - ich jedenfalls war beeindruckt von Asimovs Erfindungsreichtum.
Das schöne an der Foundation-Trilogie ist allerdings, dass dieser Aspekt überhaupt nicht ins Gewicht fällt. Die Geschichten leben vielmehr von der Intelligenz der Protagonisten, den vielen unerwarteten, aber dennoch schlüssigen Wendungen, und vor allem von den Dialogen. Mehr als einmal sah ich mich an Hercule Poirot erinnert, der seine Beobachtungen längst gemacht hat, aber im Verlauf der weiteren Handlung den Unwissenden mimt, die Subjekte seiner Nachforschungen in Sicherheit wiegt, um dann beim grossen Showdown dem staunenden Bösewicht (und dem ebenso staundenden Leser) die Beweisführung Stück für Stück aufzuzeigen.
Die Trilogie entstand als Serie über mehrere Jahre hinweg und schildert die Realisierung des Seldon-Planes über mehrere Generationen hinweg. Die einzelnen Hauptakteure treten relativ kurz in Erscheinung, vollbringen ihr grosses Werk und werden dann durch die nächste Generation abgelöst. Dies beschert dem Roman zwar eine ganze Reihe von Höhepunkten, hat aber leider zur Folge, dass man sich kaum mit den einzelnen Charakteren identifizieren kann. Es bleibt beim Lesen trotz aller Genialität eine gewisse Distanz zum Geschehen.
Für Liebhaber intelligenter SF-Literatur sind fünf Sterne angemessen. Leser, die gerne in die Welt des Autors eintauchen und mit den Akteuren mitfiebern und -leiden wollen, werden diese Bewertung aber wohl nicht teilen.
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