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Kundenrezensionen

3,5 von 5 Sternen
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am 24. Februar 2017
In meiner Beurteilung dieser Dystopie bin ich etwas unsicher. Einesteils ist das Szenario interessant. Die Welt ist seit der Erschöpfung fossiler Ressourcen weitestgehend aus den Fugen gegangen. Internationale Konzerne, deren Kerngeschäft die Erzeugung und der Vetrieb genmanipulierten Saatgutes ist, haben die Versorgung der Welt mit Nahrungsmitteln völlig in die Hand bekommen. Gegenkräfte, wie die grahamitische Kirche, moslemische Fanatiker, aber auch einzelne Staaten, in diesem Szenario das thailändische Königreich, wehren sich erbittert gegen diese Übermacht, bieten aber keine Lösungen an und bedienen sich dabei auch brutalster Methoden. Wirklich Gute gibt es kaum, aber auch wirklich Böse sind unter den Hauptträgern der Handlung selten. Jeder der Handelnden hat mehr als gute Gründe für sein Agieren. Selbst das rigoros viktimisierte Aufziehmädchen (im Original windup girl) ist kein hundertprozentiger Sympathieträger. Die einzige Figur, die in einer bestimmten Situation zweckfreies Mitgefühl zeigt, ist der Manager eines internationalen Konzerns, der in seinen weiteren Handlungen trotzdem durchaus skrupelos agiert. All das hat mich angesprochen. Was mir weniger gefallen hat, war die Ausarbeitung der technischen Aspekte in diesem Szenario. Diese Welt kennt höchstentwickelte Gentechnik. In dieser Welt gibt es aber mit der Ausnahme von etwas Kohle kaum mehr fossile Brennstoffe. Man ist also bei der Energieproduktion und Technik gleichzeitig in das Mittelalter zurückgefallen, produziert Energie durch Tiere, die in Göppelanlagen laufen, treibt Computer durch Fahraddynamos an, speichert Energie in Federn. ?!? Als ob es nicht unzählige andere Methoden der Energieerzeugung als die durch fossile Verbrennung gäbe, wie z.B: Wasserkraft, Windräder, Photovoltaik, Atomkraft. Eine Gesellschaft, die Massensterben durch aus dem Ruder gelaufene genetische Experimente hinnnimmt, würde wohl kaum vor den Risiken der Atomkraft zurückschrecken. Methangas, das in diesem Szenario zur Betreibung von Strassenlampen verwendet wird, (eine Technologie des 19. Jahrhunderts) kann man übrigens genau so gut zum Antrieb von Motoren für Stromerzeugung und Transport verwenden. Also ich meine, der Autor hätte sich bei der Erstellung seines Szenarios ein bischen durch einen Techniker beraten lassen, dann wäre manches an seinem Szenario besser gewesen.
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am 20. April 2017
Ein gelungenes Science Fiction bzw. Cyber-/Biopunk Buch. Es bleiben zwar zum Schluss ein paar Fragen offen, aber dieses Buch lebt meiner Meinung mehr von der Atmosphäre der Welt als vom Plot. Mir gelang es sehr gut mich in die Welt hinein zu versetzen, sie war mir deutlicher als viele Umgebungen anderer Genre-Vertreter vor Augen. Auch die Charaktere und vor allem Ihre Motivationen sind hervoragend ausgearbeitet. Eine interessante Idee mit Geschick umgesetzt.
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EHEC war gestern. Rostwelke und Cibiskose sind morgen, und sie sind für Menschen und Pflanzen gleichermaßen tödlich. Wer bislang geglaubt hat, verseuchte spanische Salatgurken oder keimbefallene Mungobohnen-Sprossen seien ein gravierendes Problem, der greife zu dem SF-Knaller des Jahres 2010, der seit März endlich auch in deutscher Übersetzung bei Heyne erhältlich ist. 'Biokrieg' heißt der Triller des US-Autors Paolo Bacigalupi, der seine Leser in eine offenbar gar nicht so weit entfernte, sehr düstere Zukunft entführt. Der Bundesgesundheitsminister empfiehlt: Nach dem Lesen die Hände kräftig waschen und desinfizieren.
Weil es keine fossilen Brennstoffe mehr zur Energieerzeugung gibt, müssen PC-Benutzer selbst in die Pedale treten, um sich über Dynamos den notwendigen Strom für ihre Geräte zu beschaffen. In größerem Maßstab werden biotechnisch hergestellte Elefanten zu lebenden Kraftwerken zusammengefasst, ihr Dung liefert Methangas als wertvollen Brennstoff. Am Himmel ziehen Luftschiffe ihre Bahn, auf den Meeren halten Segelschiffe den Kontakt zwischen den Kontinenten aufrecht.
Das liest sich zunächst wie die Kulisse eines modernen 'Steampunk'-Romans, ist aber nur ein Teil eines postapokalyptischen Szenarios der Art, wie sie für Bacigalupi typisch ist. Der Autor war bis zum Erscheinen von 'The Windup Girl' außer für seinen beinahe unaussprechlichen Namen nur für wenige, sehr düstere Science-Fiction-Kurzgeschichten bekannt. Sie genossen allerdings bei einer kleinen, aber offenbar treuen Leser-Gemeinde Kultstatus. Als dann 2009 der Roman 'The Windup Girl' in den USA erschien, überschlugen sich die Kritiker mit enthusiastischen Kritiken und erhoben Bacigalupi rasch zum würdigen Nachfolger von William Gibson oder Neal Stephenson.
Dabei macht der heute 38-jährige Autor nichts anderes als Generationen ordentlicher SF-Schriftsteller vor ihm: Er extrapoliert aktuelle Entwicklungen der Gegenwart in die Zukunft, gibt ihnen überraschende Wendungen und dramatische Abschlüsse. Dabei legt er zumeist die wissenschaftlichen Erkenntnisse seiner Zeit zugrunde.
Nichts anderes geschieht im 'Biokrieg': Der Klimawandel hat den Meeresspiegel ansteigen lassen, viele Küsten unter Wasser gesetzt und Milliarden Menschen zu hungernden Flüchtlingen gemacht. Um die Erdbevölkerung ernähren zu können, haben internationale Lebensmittelkonzerne das Heft des Handelns in die Hand genommen. In ihren Biotech-Laboren wird nach kalorienreichen, effizient einsetzbaren Pflanzen geforscht, die Mensch und Tier überleben lassen könnten. Aber dabei geht einiges schief: Ganze Pflanzenarten verschwinden von der Erdoberfläche, Gegner der Konzerne setzen zudem genmanipulierte Pflanzen als bioterroristische Waffen ein, die Krankheiten und Hungersnöte hervorrufen, die abermals Millionen Menschen dahinraffen.
Bacigalupi trifft mit seinem Buch offenbar den entscheidenden Nerv. Die 'American Library Association' ernennt 'The Windup Girl' kurzerhand zum besten SF-Roman 2009, das 'Time Magazine' schiebt es gar unter die zehn besten Romanveröffentlichungen des Jahres. Es folgen Preis-Nominierungen und schlussendlich auch Verleihungen der wichtigsten SF-Preise: Hugo, Nebula und Locus Award. Dabei erstaunt vor allem der Hugo Award umso mehr, wird diese traditionsreiche Auszeichnung doch auf dem SF-Worldcon vom Lesepublikum vergeben, und das orientiert sich doch wohl eher an bekannten Namen.
Der 'Biokrieg' endet wie im richtigen Leben: Am Ende gibt es weder Sieger noch Besiegte. Einige sind tot und vieles ist kaputt, aber die Überlebenden glauben dennoch, ihre Widersacher richtig über den Tisch gezogen zu haben.
Paolo Bacigalupi ist von Haus aus kein Naturwissenschaftler wie etwa die SF-Autoren David Brin oder Gregory Benford, aber er ist intelligent und offen genug, Themen wie globale Erwärmung, BioTech und Energiekrise in wissenschaftlich korrekt fundierte und vor allem lesbare Literatur umzusetzen. Möglicherweise begründet er mit dem furiosen 'Biokrieg' mit seiner Art von 'Hard SF' einen neuen Trend in der SF, der eigentlich ein alter Trend ist. 'Es gibt zurzeit in der SF einen starken Zug Richtung Nostalgie', weiß Jeremy Lassen, Bacigalupis Redakteur bei 'Night Shade Books', einem kleinen US-Verlag, der Bacigalupis erste Story-Sammlung herausbrachte, 'viele neue Titel orientieren sich an den alten Meistern. Paolo schreibt allerdings nicht nostalgisch verklärt. Er macht für das 21. Jahrhundert das, was die innovativsten Schriftsteller in den 60er und 70er Jahren taten, als sie die Science Fiction interessant und bedeutend machten.'
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am 13. Januar 2017
Schade, dass mein Feedback in dieser Weise nicht genügt. Ich schreibe, was ich dazu zu schreiben habe. Sehr schade. Fertig.
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am 7. April 2011
Gierig habe ich diesen Roman von Paolo Bacigalupi verschlungen. Und parallel dazu noch die englische Originalfassung gelesen, was gar nicht so einfach war, da Bacigalupi sehr ausschweifend erzählt und seine Welt in allen Facetten beschreibt.

Seine Erzählweise sorgt dafür, dass man sofort in sie hineingezogen wird. Diese Welt, die durch Gentechnik weitestgehend zerstört wurde.
Durch den Menschen veränderte Pflanzen und Tiere haben ungewollt ihre natürlichen Artgenossen ausgerottet. Die Folge waren weltweite Hungersnöte und Kriege. Länder, wie wir sie heute kennen, existieren nicht mehr. An ihre Stelle sind machtvolle Kalorienkonzerne getreten, die das Monopol und Patent für die einzig resistenten Pflanzen- und Tierarten besitzen, die Menschen ernähren können.

Einzig Thailand konnte sich bislang durch strenge Abschottung vom Rest der Welt autark behaupten, da einzig hier noch eine geheime Samenbank für unveränderte Pflanzen existiert und das Umweltministerium strikt gegen unbefugte Importe vorgeht.
Und in dieser Metropole spielt der Roman. Energie und Kalorien sind rar und kostbar. Genetisch veränderte riesige Elefanten, die sog. Megodonten, sorgen für die Energiebeschaffung, die dann in Spannfedern gespeichert werden. Dies ist die Kulisse für verschiedene Typen von Protagonisten, die alle für ihr jeweiliges persönliches Ziel kämpfen, u.a. das Windup Girl, das Titel der englischen Originalfassung ist.

Obwohl die Story an sich den Leser nicht besonders fesselt und stellenweise dahinplätschert, ist es der Ideenreichtum und das ausgefeilte dystopische Universum das mich stets in seinem Bann gehalten hat und seines Gleichen sucht. Bacigalupi schafft es, absolutes Kopfkino zu erzeugen.

Wegen seines Ideen- und Detailreichtums ist dieser Roman der mit Abstand beste und innovativste der letzten Jahre. Dass Bacigalupi mit seinem Windup Girl (in der dt. Version als "Aufziehmädchen") dabei Anleihen bei Blade Runner genommen hat, ist offensichtlich, aber absolut nicht störend.
Wenn Science Fiction so intelligent, glaubhaft, bildreich und erschreckend aktuell dargestellt wird, wie in diesem Buch, kann man davon einfach nicht genug bekommen! Mehr davon!
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VINE-PRODUKTTESTERam 21. Februar 2016
Als ich "Biokrieg" im Laden gesehen habe, war ich direkt hingerissen und musste mir das Buch einfach mitnehmen.
Das Thema Lebensmittelethik, Welthunger, Gentechnik etc. interessiert mich persönlich sehr und erfüllt mich auch mit Sorge.
Der Autor zeichnet das ganze Thema bis zum bitteren Ende. Die fossilien Brennstoffe sind aufgebraucht, die Nahrung ist verseucht mit Krankheiten, die für den Menschen tödlich enden. Bittere Armut herrscht und die Lebensmittelkonzerne sind zu einer globalen Supermacht herangewachsen, die Lebensmittel kontrollieren und denen die Menschen auf Gedeih und Verderb ausgeliefert sind.

Im Königreich Thailand hat man sich die Unabhängigkeit bewahrt, jedoch belauern die Konzerne die Grenzen und versuchen, an die letzten, unverdorbenen Samen zu kommen, die sich noch in Thailand befinden.
Der Roman beginnt gleich recht umständlich, mit viel Fremdwörtern, die man als Laie kaum nachvollziehen kann. Sicherlich schadet es nicht, sich beim Lesen auch ein wenig zu bilden, jedoch kaufe ich mir keinen Roman, um dann auf jeder Seite drei Wörter nachschlagen zu müssen. Es folgt ein ziemlich sinnloses Gemetzel und für den Leser unverständliche Geheimniskrämerei.

Ich bin mit dem Roman nicht warm geworden und habe ihn auch ehrlich gesagt nicht zu Ende gelesen. Mir war er einfach zu kompliziert und zu konstruiert, zu blutig und gleichzeitig zu lahm. Über Geschmack lässt sich bekanntlich nicht streiten. Ich bin enttäuscht.

Zwei Sterne gibt es für die tolle Idee und dafür, dass der Autor sich viel, viel Mühe mit den Recherchen gemacht hat. Das merkt man. Leider ist das Buch für mich trotzdem ein Fehlkauf. Schade.
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am 14. Juli 2013
Der Roman beginnt sehr gemächlich, ich bin als Leser zaghaft eingetaucht. Ich konnte am Anfang überhaupt nicht ausmachen, in welche Richtung die Lesereise gehen würde, konnte die Intention und Absichten des Autors nicht erkennen. Das war zunächst etwas abschreckend und ich habe tatsächlich über einen Abbruch nachgedacht. Zum Glück habe ich weitergelesen!

Der Autor baut nach und nach einzelne Handlungsstränge auf, die zunächst unabhängig voneinander existieren. Im Verlauf werden diese Stränge zunehmend miteinander verzwirbelt. Zum Schluss ist alles fein säuberlich aufgearbeitet, der Autor lässt keine losen Fäden herumbaumeln.

Das Schicksal einiger weniger verbindet sich, driftet auseinander, beeinflusst sich gegenseitig. Diese Wechselwirkungen waren extrem spannend zu lesen.

Im Grunde ist es ein politische Geschichte, die ganz konkret an Personen festgemacht wird und damit überhaupt nicht trocken oder dröge zu lesen ist. Im Mittelpunkt des Romans stehen die Menschen, ihr Verhalten, ihre Wünsche, ihre Eigenheiten.

Erfreulich war das komplette Fehlen eines moralisch erhobenen Zeigefingers. Auch die Figuren entbehren jeglicher Schwarz-weiß-Malerei, sind authentisch und glaubhaft.

Besonders interessant und dem Genre geschuldet, sind die Aufziehmenschen (=genetisch veränderte Menschen), am Beispiel von Emiko dargestellt. Auch hier ist es dem Leser überlassen, wie tief er sich selbst diesbezüglich in philosophisch-ethische Überlegungen fallen lassen möchte. Denkansätze bietet der Autor zuhauf ohne sich jedoch aufzudrängen.

Es ist ein Roman, der nachhallt, den man gewiss nicht so schnell vergisst.
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am 15. Februar 2011
Dies ist einer der besten SF-Romane, die ich in letzter Zeit gelesen habe, durchaus zu vergleichen mit Romanen wie 'Diamond Age', oder 'Snow Crash', William Gibsons 'Neoromancer, oder den Romanen von Lucius Shephard (Life during Wartime). Allerdings ist die SF mittlerweile auch in der Gegenwart angekommen. Das heißt, keine neuen technischen Errungenschaften, keine Space Opera, oder tolle Cyberspielereien. Nein, hier wird eine Welt geschildert, in der es so gut wie keine fossilen Brennstoffe mehr gibt. Die wenigen Computer werden mit Tretpedalen betrieben. Energie kommt aus gewaltigen Spannfedern, oder Gen gezüchteten Mogodonten (Eine Kreuzung aus Mastodon und Elefant). Überhaupt, durch Gentechnik ist so ziemlich jede natürliche Lebensform ausgerottet oder unmittelbar bedroht. So sind viele Arten von Pflanzen mittlerweile ausgestorben, da sie gegenüber den genmanipulierten nicht resistent genug sind. Auch die Schädlinge sind aggressiver geworden. Neue Krankheiten haben ganze Völker ausgerottet. Die großen Nationen sind zerfallen. Nur Thailand ist es durch eine rigorose Abschottung gelungen, eine gewisse Unabhängigkeit zu behaupten. In dieser Welt spielt also der Roman. Er hat vier Handlungsstränge, die sich immer mehr miteinander verknüpfen. Da ist Kanya, Hauptmann im Umweltministerium, das rigoros über die Einhaltung der Abschottung wacht, oder besser wachen soll. Kanya ist eine junge Frau, deren Dorf durch die Weißhemden des Umweltministeriums, als sie Kind war zerstört wurde. Nur deswegen hat sie sich unter die Weißhemden eingeschlichen, um an ihnen zu gegeben Zeit Rache zu üben. Der andere Protagonist ist ein Farang (so werden in Thailand Westler genannt) mit Namen Anderson. Er leitet zum Schein eine Fabrik in Thailand, die Spannfedern herstellt. sein eigentliches Anliegen ist aber, dass er an die Samenbank von Thailand kommen will. Ein weiterer Protagonist ist Andersons Sekretär und Untergebener Hock Seng, ein Yellow Card, so nennt man die chinesischen Flüchtlinge aus Sri Lanka, Malaysia oder Birma, die geduldet oder illegal in Thailand leben. Hock Seng hatte früher, bevor es zur Vertreibung durch radikale Islamisten aus Malaysia kam, dort ein mächtiges Handelsimperium. Jetzt hat er alles verloren, seine Familie, seinen ganzen Reichtum und muss sich als Handlanger für einen Farang verdienen. Er sinnt die ganze Zeit darauf, wieder zu Reichtum und Ansehen zu kommen. Die letzte Protagonistin ist Emiko, eine Aufziehmädchen. Ein Aufziehmädchen ist ein von Japanern geklontes Wesen, das zum Dienen erschaffen worden ist. Emiko ist von ihrem letzten Herrn bei dessen letztem Thailandbesuch einfach in Thailand zurückgelassen worden. Aber ohne ihren Herrn hält sie sich illegal in Thailand auf und müsste eigentlich entsorgt werden. Sie findet in einem Nachtclub und Bordell Unterschlupf. So, mehr möchte ich wirklich nicht verraten. Der Roman ist sehr spannend, und ich konnte ihn kaum aus der Hand legen. Ein wirklich großartiges Science-Fiction-Lesevergnügen. Sehr empfehlenswert.
PS: Den Titel 'Biokrieg' finde ich nicht so gelungen, besser wäre es gewesen den Originaltitel aus dem Englischen zu übernehmen: Aufziehmädchen.
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am 7. Juni 2016
Zugegeben, in den ersten Kapiteln fiel es mir bisweilen schwer, den Überblick zu gewinnen. Denn die Geschichte wird erzählt aus der Sicht von vielen Leuten in einer völlig fremden Welt, erst nach und nach schälen sich vier Protagonisten heraus, aber selbst die scheinen anfangs nichts miteinander zu tun zu haben.

Für die Story wurde ein Umfeld entworfen, das in ganz kleinen Schritten unglaublich plastisch entwickelt wird, von Kapitel zu Kapitel wird man geradezu eingesogen in diese Welt, die in sich zunehmend völlig stimmig erscheint. Ich war mehrfach in Bangkok, und obwohl die Stadt heute natürlich nichts mit der Situation im Roman zu tun hat, ist der erste Geniestreich des Autors, die Handlung genau hier her zu verlegen.

Endzeit-Stimmung: Die Meeresspiegel sind wegen der Klimakatastrophe enorm angestiegen, ganze Länder sind ausgelöscht, weil überschwemmt. Genmanipulationen - auch hier bleibt der Autor bei seiner Linie und deutet nur an, ohne Erklärungen zu liefern - haben das verfügbare Saatgut ruiniert, nur in Thailand gibt es angeblich noch eine Samenbank mit den ursprünglichen genetischen Eigenschaften. Weil es kaum noch fossile Energieträger gibt, herrscht eine unglaubliche Energieknappheit.

Energie wird hier vor allem über Spannfedern verkauft, die mechanisch mit Muskelkraft aufgeladen werden. Wenn es hier noch nicht klingelt, sollte das spätestens beim ersten Auftauchen des Begriffs "Tretkurbelcomputer" passieren. Die hier beschriebene Welt kennt keine Windräder oder Solarpaneele und kommt weitgehend ohne Telefone und ganz ohne Fernseher aus.

Mich faszinierte in Selbstbeobachtung, wie sehr ich mich mitnehmen ließ in diese fantastische Welt, die von Kapitel zu Kapitel spannender wird, bis zum furiosen Finale. Ein Roman mit Anregungen zum Nachdenken über Klimakatastrophe, Genmanipulationen und regenerative Energien, vor allem aber über Menschlichkeit und Regierungsformen.

Die Übersetzung pflegt die deutsche Sprache auf sehr hohem Niveau. Unfassbar unverzeihlich ist freilich der deutsche Titel "Biokrieg".
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am 28. August 2011
Mit dem Debütroman "Biokrieg" ist Paola Bacigalupi ein Science Fiction der Extraklasse gelungen. Paola Bacigalupi entführt den Leser nicht nur in die Fremdartigkeit der asiatischen Kultur, sondern siedelt das Geschehen in einer postapokalyptischen Epoche an, in der die Menschheit nach einem Zivilisationskollaps mühsam versucht, wieder Fuß zu fassen. Auch wenn so mancher Genetiker und Molekularbiologe milde über einige Details lächeln wird, erscheint dieses düstere Zukunftsgemälde von Bacigalupi greifbar realistisch.
Das Königreich Thailand konnte durch eine restriktive Abschottungspolitik die durch Genmanipulationen ausgelösten Krankheiten unter Kontrolle halten. Eine Pflanzensamenbank, in der unzählige Samen von genetisch unveränderten Pflanzen gelagert werden, ist ein durch das Königreich streng behüteter Schatz, der vor allem im westlichen Ausland Begehrlichkeiten weckt. Innerpolitische Intrigen und die Machenschaften westlicher Saatgut- und Lebensmittelkonzerne bringen das Land an den Rand einer Katastrophe.
Kurzum: Science Fiction der Extraklasse. Bleibt zu hoffen, dass Paola Bacigalupi noch viele Romane schreibt und das in Biokrieg" vorgelegte Niveau halten kann.
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