Fashion Sale Hier klicken Jetzt informieren Neuerscheinungen Cloud Drive Photos Erste Wahl Learn More HI_PROJECT Hier klicken Fire Shop Kindle PrimeMusic festival 16

Ihre Bewertung(Löschen)Ihre Bewertung


Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

am 22. August 2002
Wolfgang Jeschke hat sich als jahrzehntelanger erfolgreicher He-
rausgeber der Science-Fiction-Sparte im Heyne-Verlag höchste Ver-
dienste um diese Literaturform in Deutschland erworben.
Jeschke ist aber nicht nur Herausgeber, er schreibt auch selbst.
Und das tut er - zwar selten -aber gekonnt!
"Der letzte Tag der Schöpfung", erstmals bereits Anfang der
1980er Jahre erschienen, ist sein Romandebüt. Jeschke widmet sich
darin seinem Lieblingsthema: Zeitreise ! Und obwohl dieser Topos
in der SF schon von unzähligen Autoren mal mit mehr , mal mit
weniger Inspiration bearbeitet worden ist, gelingt dem Autor
dennoch eine geniale Variante des Themas: Nachdem es den USA
gelungen ist, Zeitreisen (in die Vergangenheit) technisch mög-
lich zu machen, tritt sofort das Militär auf den Plan. Im Rahmen
eines streng geheimen Projekts werden Bautrupps und Material-
lieferungen 5 Millionen Jahre in die Vergangenheit geschickt, um
durch das (zum damaligen Zeitpunkt trockene)Mittelmeerbecken eine
riesige Pipeline von Nordafrika bis zur Nordsee zu legen und da-
durch den Arabern vor ihrer Zeit das Öl ab- und über Zeitmaschi-
nen in die Gegenwart und in den eigenen Besitz heraufzupumpen.
Damit würden die USA endgültig zur unangreifbaren Übersupermacht.
Die Welt der Vorzeit, und wie die Amerikaner versuchen, darin
ihre Pipeline zu bauen, die immer massiver auftretenden Rück-
schläge und Katastrophen (welche durch die Dummheit und Überheblichkeit der Militärs bedingt sind), die immer absurder
werdende Situation der (letztlich) in der Zeit Gestrandeten, die
zuletzt so ungewollt wie zwangsläufig eine apokalyptische Ent-
wicklung heraufbeschwören -all das schildert Jeschke spannend,
farbig, stilistisch souverän , auch mit ironisch-satirischen An-
klängen.
Jeschke bringt seine detail-
reiche Schilderung in einem relativ schmalen Band unter; andere
Autoren hätten 300-400 Seiten mehr geschrieben - und auch nicht
viel mehr an Ideen zu bieten gehabt. Bei diesem Autor aber wür-
de man gern noch einige Seiten mehr lesen !
Fazit: Für alle Zeitreise-Fans ein Must Read. Aber auch andere
SF-oder Abenteuergeschichten-Fans kommen auf ihre Kosten. Und
zum Nachdenken angeregt zu werden , schadet ebenfalls nicht.
0Kommentar| 81 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
TOP 500 REZENSENTam 9. November 2009
Die USA 1983: CIA, Navy und NASA schicken in einem streng geheimen Projekt Massen von Menschen und Material 2 Millionen Jahre in die Vergangenheit, um "den Scheichs das Öl abzupumpen, bevor sie sich daraufsetzen können" (O-Ton). Nur: Als die Amerikaner in der Vergangenheit ankommen, sind die Scheichs schon da. Und nicht nur die...

"Der letzte Tag der Schöpfung" ist ein grandioser Zeitreiseroman, ein echter Leckerbissen, der den Leser gekonnt aufs Glatteis der Abstrusitäten führt, die durch Zeitparadoxen entstehen können. Und das Ganze vor der fantastischen Kulisse der mediterranen Welt 2 Millionen Jahre in der Vergangenheit - als das Mittelmeer noch ein wasserleeres Tiefland war.

Ein Buch, so spannend, das man es in einem Rutsch durchlesen kann!
0Kommentar| 12 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 6. August 2007
VORAB: Das Buch ist wirklich gut, vor allem die ersten 200 Seiten, das Ende ist irgendwie unbefriedigend.

ZUM BUCH: DAs Buch ist leicht geschrieben und stellt keine höheren literarischen Anforderungen. Der Autor hat einen durchaus fesselden Stiel, wobei er die Passagen über die Träume und Visionen des Hauptdarstellers vielleicht doch besser wegeglassen hätte.

ZUM INHALT: Am Ende des kalten Krieges schicken die USA Truppen in die Vergangenheit um den Saudis das Öl abzuzapfen, leider kommen Russen und Araber auch auf die Idee und es kommt zu einem Stellvertreterkrieg in der Vergangenheit, der die Zukunft zerstört.

FAZIT: Die Idee ist schlichtweg genial. Allein schon dafür 5 Punkte. Auch die Umsetzung, gerade mit dem ständigen Problem der Zeit-Paradoxa hat Jeschke Bravourös gelöst. Einziges Manko ist der Schluss. Das Buch ist soo gut, dass man regelrecht durch die Story hetzt, nur um am Ende festzustellen: Wie? Das wars schon?
Deshalb: Auf jeden Fall eine Lesempfehlung - Vier Sterne!
11 Kommentar| 40 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 14. Juli 2011
Der Plot des Romans mutet lächerlich an und, genauer betrachtet, ist er es auch: Mehrere Gruppen amerikanischer Soldaten werden 5 Millionen Jahre in die Vergangenheit geschickt um eine Pipeline von Libyen nach Norddeutschland zu verlegen, mit dem Ziel, den künftigen Arabern das Öl zu klauen, damit in der heutigen Gegenwart Vorderasien "auf dem Trockenen sitzt".
Natürlich geht schief, was nur schief gehen kann, und die Summe dieser Malaisen ist die eigentliche Handlung des Romans. Immerhin ist das Ganze unterhaltsam zu lesen und einige Betrachtungen zur Welt der Urzeit sind überraschend detailliert und stimmungsvoll. Beinahe erreicht die Bildkraft der Vision Jeschkes diejenige des Hyperion-Epos' von Dan Simmons, besonders gegen Ende des Romans.
Jeder SF-Fan, aber auch jeder Freund von historischen Romanen sollte dieses Buch einmal gelesen haben. Selten wurde die Urgeschichte der Menschheit derart faszinierend beschrieben.
Als wohlüberlegter Zeitreiseroman wartet der "Der letzte Tag der Schöpfung" mit einigen haarsträubenden Paradoxien auf, die das ganze Elend des Zeitreisethemas auf den Punkt bringen, mehr noch, sogar ein zeitlich geprägtes Fernweh spürbar werden lassen. In beide Richtungen.

Stilistisch pendelt der Roman zwischen souverän gemeisterten Passagen voller ausdrucksstarker Sätze und andererseits überspanntem Abschweifen in Details, durchsetzt mit poetischen Holpersteinen. Jeschkes Stil ist nur teilweise niveauvoll, immer wieder greift er zu Beschreibungen, die, genau betrachtet, ihren Inhalt nicht präzise genug wiederzugeben vermögen, nicht so, wie es dem Autor ein unbedingtes Anliegen war. Trotz dieser teilweise bemüht wirkenden Ausdrucksstärke, wird dennoch genügend Wortmaterial geliefert um eine prachtvolle Bühne der Urzeit zu gestalten.

Ein grosses echtes Rätsel gibt der Epilog des Romans auf: Existieren die so überaus genau beschriebenen Anachronismen wirklich? Hat der Autor hier Däniken-gleich recherchiert? Kann man diese Artefakte tatsächlich in irgendwelchen Museen bestaunen?
Das Nachwort Jeschkes gibt darüber keinen Aufschluss, was ich persönlich bedauerlich finde, wird hier doch ein schon beinahe schmerzliches Vexierspiel mit der Realität getrieben.

Fazit: Ein überaus lesenswertes Buch, welches, auch wenn Jeschke sich das noch sehr wünscht, so niemals verfilmt werden wird, einfach weil der Plot zu unglaubhaft, zu konstruiert und im Kern zu unlogisch ist. Aber eine Reise in diese Morgendämmerung der Menschheit mit den beschreibenen Paradoxien und daraus resultierenden ironisch anmutenden Auswirkungen auf die Zukunft, wäre als Film überaus wünschenswert.
0Kommentar| 3 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 28. September 2006
Die USA wollen den "Scheichs das Öl unter dem Hintern wegpumpen" und reisen dazu 5 Millionen Jahre in die Vergangenheit, um das schwarze Gold per Pipeline in die Nordsee zu transferieren und dort wiederum per Zeitmaschine in die Zukunft zu befördern.

In den 1980er Jahren startet ein Militärkommando in die Vergangenheit und erlebt dort einen warmen Empfang, denn sie sind scheinbar nicht die einzigen, die diese brilliante Idee hatten.

Das Buch ist zunächst ein Pageturner, denn man will wissen, was in der Vorzeit wartet und, dort angekommen, was zum Teufel schief gegangen ist. Irgendwann, wenn alle Rätsel gelöst sind, bleibt noch ein Drittel der Seiten, auf denen der Autor einige die Phantasie anregende Andeutungen macht - gab es etwa Menschen, die noch viel früher in der Zeit gelandet sind - und entlässt den Leser mit einem befriedigenden Schluss, der einiges beantwortet hat, aber viele Fragen offen lässt.

Einen Stern Abzug gibt es nur für die letzten hundert Seiten, auf denen die Handlung nicht mehr im zuvor eingeschlagenen Tempo weitergeht und nur noch Zwischenpassagen die Faszination aufrecht erhalten. Ansonsten ein gelungener Mix aus Zeitreise, Abenteuer und alternativen Zeitlinien, der bei logischem Folgern nicht immer ganz durchdacht ist (aber immerhin bringt er zum Nachdenken).

Die Grundmotive des in den 70ern geschriebenen Buchs sind aktueller denn je. Hoffentlich fällt Bush keine ähnliche Maschine in die Hände ;)
0Kommentar| 21 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 30. Dezember 2003
Der zunehmende Einfluss der arabischen Ölstaaten bereitet den USA immer mehr Kopfzerbrechen. Um den eigenen Machtstatus nicht zu verlieren wird nach neuen Möglichkeiten gesucht, dass Rohstoff-Ungleichgewicht auszugleichen. Nachdem im Mittelmeerraum immer wieder Gegenstände gefunden werden, die mehrere Millionen Jahre alt sind aber zugleich aus den modernsten Materialien bestehen, gibt es nur eine logische Schlussfolgerung. Es muss Zeitreisen gegeben haben bzw. demnächst geben, und genau diese werden nun in Angriff genommen.
Das erste Viertel des Buches besteht aus einer Auflistung verschiedener Geschehnisse von verschiedenen Personen zu verschiedenen Zeiten. Dieser Teil kommt über den Reiz eines Zeitungsbeitrags oder eines Lexikoneintrags nicht hinaus. Inhaltlich ist dies interessant, ermüdet jedoch. Danach steigert sich der Roman, und etwa zur Mitte hin gelingt es dem Autor auch endlich, einen zumindest etwas näheren Kontakt zum Hauptcharakter herzustellen. Zwar wirkt das immer noch ein wenig kühl und irgendwie unpersönlich, aber es ist schon verständlicher. Während es dem Werk also an Stimmung und Einfühlbarkeit etwas mangelt, ist die Story, die dahinter steht, vom Feinsten. Diese ist nämlich tiefsinnig, durchdacht und sehr intelligent aufgebaut.
0Kommentar| 21 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 15. Juli 2010
Es sieht nach dem perfekten Plan aus. Die USA senden Konstrukteure, Militär und einen riesigen Berg an Baumaterial, per Zeitmaschine, 5,3 Millionen Jahre in die Vergangenheit, um die Ölquellen Nordafrikas anzuzapfen und das schwarze Gold, im noch ausgetrocknetem Mittelmeer, über Europa, nach Nordamerika zu pumpen. Freiwillige für diese ausgefallene und scheinbar bis ins kleinste Detail ausgearbeitete Mission finden sich natürlich schnell.
Doch kaum angekommen im urzeitlichem Miozän stellt sich heraus, das das Projekt in eine ganz andere Richtung verlaufen ist.

Eines muss man Wolfgang Jeschke lassen, an Einfallsreichtum mangelt es ihm nicht gerade. "Der letzte Tag der Schöpfung" ist originell.
Bei Zeitreisen ist man gewöhnt, das meist nur eine Figur in die Vergangenheit oder Zukunft reist und sich fremde Zeiten anschaut oder eben ein wenig an seinem eigenem Leben herumbastelt. Hier jedoch soll die amerikanische Geschichte zu ihrem eigenem Gunsten geändert werden und das mit enormen Aufwand und zahlreichen Einsatzkräften. Und das schildert Jeschke nicht nur recht schlüssig, sondern mit teils wortgewaltigen Abschnitten, die einem immer wieder das Gefühl geben, man stehe mit den Protagonisten im balearischem Becken.

ABER, vielleicht hat sich der deutsche Science-Fiction-Autor von der hier dargestellten Selbstüberschätzung der Amerikaner ein Scheib'chen zu viel abgeschnitten. Denn teilweise wirkt die recht kurze Geschichte etwas überladen. Da wäre es vielleicht ratsamer gewesen, sich nur auf eine oder zwei Schwerpunkte zu konzentrieren und diese dafür etwas weiter auszuschmücken. An nicht nur einer Stelle kam mir der Gedanke, "Wow, auch eine fantastische Idee, aber die vorherige ist noch gar nicht richtig ausgeschöpft".
Auch bei den letzten paar Kapiteln tanzt Jeschke gleich auf mehreren Hochzeiten und vollendet, sicher zur Unzufriedenheit vieler, seine famosen Ideen nicht so wirklich.

Dessen ungeachtet sind die Geschichten über die gefundenen mysteriösen Artefakte zu Beginn, der Ablauf der Zeitreise und die Vorbereitungen auf ebendiese so überzeugend, das man mit dem leichtem Übermut Jeschkes gut leben kann.
0Kommentar| 16 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 28. Juli 2011
Ich habe dieses Buch als Kindle-Version offen gestanden vor allem gekauft und gelesen, weil es für den Kindle im Moment noch nicht so wahnsinnig viele deutsche Bücher gibt - warum eigentlich? Was hält die Verlage ab? Anyway - das Buch ist fantastisch, sehr gut geschrieben, packend, ich konnte meinen Tablet mit Kindle App kaum noch aus der Hand legen. Ein Muss für jeden Fan von gut recherchierter und gut geschriebener Science Fiction.
0Kommentar| 3 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 4. Januar 2006
Die Geschichte fängt sehr interessant an und behandelt im ersten Drittel gut die Grundidee, Menschen durch die Zeit zurückzuschicken, um von dort aus die Gegenwart zu beeinflussen. Zwar springen an einigen Stellen Ungereimtheiten der Geschichte ins Auge, über die man aber hinweglesen kann. Was als Technik- bzw. Wissenschaftsthriller anfängt, wird im zweiten Drittel zum Abenteuerroman, der den Überlebenskampf in der Vergangenheit schildert, und dann zwar nicht mehr meinen Erwartungen an das Buch entspricht, aber immer noch interessant ist. Leider scheinen im letzten Drittel dann die Ideen ausgegangen zu sein, es passiert einfach nichts mehr, was die Geschichte nennenswert weitertreibt oder zu einem spannenden Finale bringt. Stattdessen ausführliche Landschaftsbeschreibungen und kurze geschichtliche Abschweifungen in die reale und alternative Zukunft/Vergangenheit, die aber kaum Zusammenhang mit den Handlungen der Hauptpersonen haben, so dass sie reine Spekulation bleiben und wenig in die Handlung des Buches eingebettet sind. Irgendwann habe ich die Seiten nur noch überflogen, auf der Suche nach der Handlung, für die solche Schilderungen eigentlich Rahmenwerk sein sollten. Leider findet sich im Rest des Buches diesbezüglich nichts mehr, bis auf eingestreute zusammenhanglose Absätze. Alles in allem ein guter Ansatz, aber keine befriedigend runde Geschichte mit bis zum Ende durchgehenden Spannungsbogen. 4 Sterne für das erste Drittel, 3 Sterne für das zweite Drittel, und nur einen Stern für das letzte Drittel des Buches.
0Kommentar| 25 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 27. April 2010
Wolfgang Jeschke ist eigentlich eher als Herausgeber von Science-Fiction-Werken bekannt. Mit "Der letzte Tag der Schöpfung" ist ihm aber auch als Autor ein Buch gelungen, das beinahe auf ganzer Linie zu überzeugen weiß. Großteils muss man also dem Lob von Frank Schätzing (von dem das Vorwort der aktuellen Ausgabe stammt) recht geben, auch wenn es naturgemäß ein wenig dick aufgetragen scheint.

Die zugrunde liegende Geschichte entspricht weitgehend den im Klappentext geschürten Erwartungen, was heutzutage leider nicht mehr selbstverständlich ist. Auch den Einstieg und die Vorstellung der wichtigsten Charaktere empfinde ich als sehr gelungen. Vor allem der Hauptprotagonist wird gut beschrieben und lässt eine schnelle Identifikation zu. Die grobe Thematik ist zwar nicht ganz neu (Veränderung der Gegenwart durch entsprechende Maßnahmen in der Vergangenheit), wird aber sehr gut, zum Teil wirklich skurril und ein wenig übertrieben verpackt. Hier spart Jeschke nicht mit einer gewissen Kritik am westlichen Gesellschaftssystem - gefällt und hat auch einen damals vermutlich eher visionären, hochaktuellen Bezug. Auch die technischen Gegebenheiten, die in der Science Fiction oft an der Grenze zur Lächerlichkeit vorbeischrammen, werden so beschrieben, dass man das wichtige Gefühl der Plausibilität bekommt. Großteils wird auf detaillierte physikalische Vorgänge aber verzichtet, was sicher kein Fehler ist. Ebenfalls sehr spannend sind die Beschreibungen der urzeitlichen Welt und der Versuche, sich dort zu etablieren. Dabei bekommt man auch ein ganz gutes Gefühl für die gigantischen Zeiträume, die in der geologischen Entwicklung doch nur ein Wimpernschlag sind. Vor diesem Hintergrund ist es dem Autor übrigens exzellent gelungen, die zunehmenden Zustände von Vereinsamung, Entwurzelung und Verzweiflung der Zeitreisenden darzustellen.

Bis hierhin ist alles im grünen Bereich und vorbehaltlos empfehlenswert. Ein echter Page-Turner, woran sich auch bis zum Schluss nichts ändert. Doch gerade in diesem Schluss liegt die ganze Problematik des Romans. Leider schafft es Jeschke nicht, sein bis dahin makelloses Werk wirklich vernünftig zu Ende zu führen. Vor allem rächt es sich, dass der Autor selbst einige Andeutungen macht, die leider nicht weitergeführt werden (zum Beispiel die Spuren einer viel früheren Zeitreise weit im Norden). Hier wurde unglaublich viel Potential verschenkt. Das fällt natürlich vor allem deshalb so stark auf, weil die Einleitung für einen Gesamtumfang von über 300 Seiten sehr detailliert und lang ausgefallen ist. Vor diesem Hintergrund mutet das Finale sehr sparsam und unfertig an. Schade, die verschiedenen offenen Handlungsfäden hätten Stoff für viele weitere Seiten geboten. Was mir übrigens - als Randnotiz - auch nicht gefällt: das von Jeschke selbst geschriebene Nachwort klingt für mich sehr stark nach Selbstbeweihräucherung und auch ein wenig arrogant - das hätte er sich besser verkneifen sollen, spielt aber für den Roman selbst ohnehin keine Rolle.

Weniger kritisch sehe ich hingegen das von einem anderen Rezensenten angesprochene Problem der in sich fehlenden Logik. Hier erliegt der Autor dem gleichen Paradoxon wie praktisch alle anderen Schriftsteller, die sich dem Thema der Zeitreise widmen: Kann die Mission überhaupt durchgeführt werden, wenn sie erfolgreich war und die Gegenwart dadurch geändert wurde? Diese Frage stellt sich natürlich zwangsläufig, kann aber nicht richtig beantwortet werden. Zumindest regt der gesamte Komplex sehr stark zum Nachdenken an und ist damit durchaus als positiv zu bewerten.

Alles in allem würde ich "Der letzte Tag der Schöpfung" gerne mit 5 Sternen bewerten, leider hindert mich das unbefriedigende Ende daran. So müssen 4 Sterne für ein Buch reichen, das grundsätzlich locker das Zeug zum absoluten Klassiker hätte. Vielleicht gibt es ja irgendwann eine Fortsetzung, zu hoffen wäre es.

Veröffentlicht auf weltending.wordpress.com.
0Kommentar| 7 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden

Benötigen sie kundenservice? Hier klicken