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Kundenrezensionen

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am 4. Juli 2001
"Quest" ist nach "Die Haarteppichknüpfer" das zweite Buch, das ich von Andreas Eschbach gelesen habe, und ich muss sagen auch wenn es im Stil deutlich von den Haarteppichknüpfern abweicht hat es mir doch nicht minder gefallen!
Eschbachs Roman bietet alles, was ich mir von einem guten Buch erwarte: Eine originelle Story, einen fundierten philosophischen Ansatz, dem man anmerkt, dass er gründlich durchdacht wurde, und der nicht (wie es leider in vielen anderen Büchern der Fall ist) in sich selbst widersprüchlich ist und bereits mit einer einzigen gezielten Frage ad absurdum geführt werden kann, sowie eingängige Protagonisten. Zudem verwendet Andreas Eschbach erfreulicherweise nicht den heute viel zu häufig gebrauchten Brachialhumor, sondern wählt einen subtileren Witz, der den Leser zwar nicht lauthals loslachen lässt, ihn aber immer wieder zum schmunzeln bringt und so letztendlich wesentlich amüsanter ist. (Ein besonderer Leckerbissen: Die "Schneckenszene"! Wer das Buch bereits gelesen hat wird mir zustimmen, diese Szene ist schlicht köstlich! Allen anderen an dieser Stelle eine warme Empfehlung!)
Auch der Hintergrund vor dem sich diese hervorragend erzählte Geschichte abspielt, das "Haarteppichknüpferuniversum" das wir bereits aus dem vorangegangenen Buch kennen, hat mich tief beeindruckt. Eschbachs sorgfältig entwickelte Vision einer Menschheit, die sich nach Jahrhunderten der Revolution, Aufklärung und des Kampfes um Selbstbestimmung letztendlich doch wieder in die bequeme Hand der Monarchie fallen lässt ist ebenso erschütternd wie sie (leider durchaus) möglich ist. Eschbach deshalb als Pessimisten oder Misanthropen abzustempeln ist aber schlicht falsch. Er beschreibt seine Protagonisten geradezu liebevoll und gibt jedem seine eigene Art und Weise sich in dieser von strengen Standesregeln bestimmten Welt zurecht zu finden. Gerade zum Beispiel mit der Figur des Ersten Piloten Muntak präsentiert Eschbach einen Menschen, der zwar voll und ganz in dem menschenverachtenden Denken seiner Zeit verhaftet ist, der aber trotzdem die Sympathie des Lesers hat. Eine Vielschichtigkeit, die ich in vielen anderen Büchern vergeblich suche.
Was mir an "Quest" aber besonders gefallen hat, ist dass Andreas Eschbachs Bücher eine Tugend besitzen, die leider viel zu vielen SF-Romanen fehlt, und zwar wissenschaftliche Kompetenz!!! Natürlich ist Science Fiction im weitesten Sinne Phantastik, aber selbst Phantastik sollte sich doch an bestimmte physikalisch und logisch gegebene Grundregeln halten. Wer für sich in Anspruch nimmt ein seriöser Autor zu sein, sollte auch über ein gewisses naturwissenschaftliches Grundwissen verfügen, um seine Geschichten nicht schlicht lächerlich erscheinen zu lassen. Während zum Beispiel bei Autoren wie Long oder Hohlbein nicht nur der Handlungshintergrund sondern auch die simpelsten Naturkonstanten/-gesetze der Phantasie überlassen zu sein scheinen, ist Eschbachs Roman nicht nur wissenschaftlich vollkommen schlüssig und fundiert, nein, Eschbach fügt sogar noch zahlreiche Details hinzu, die zwar für den pure Handlungsstrang selbst nicht notwendig wären, die den aber Roman wunderbar ergänzen und ihm so eine Tiefe geben, die die Lektüre für den naturwissenschaftlich interessierten Leser (bzw. die naturwissenschaftlich interessierte Leserin) zum Genuss machen. Hier wird kein Bild beschrieben, hier entsteht eine WELT. Hier sieht man: Der Autor hat Ahnung, er hat sich mit der Materie beschäftigt und schreibt nicht nur munter drauf los. Dieses Buch wurde offensichtlich sorgfältig überdacht, und das merkt man ihm auch an.
Sollten sie also ein Buch suchen, das sowohl unterhaltsam als auch anspruchsvoll und inspirierend ist, kann ich Ihnen Andreas Eschbachs "Quest" nur wärmstens empfehlen!! Dieses Buch hat mich tagelang unterhalten und amüsiert wie nur wenige davor, darum meine Wertung: Volle Punktzahl!
Eine Zierde für die deutsche Science Fiction!
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am 2. Januar 2015
von "Der Letzte seiner Art" und "Eine Billion Dollar" war ich eher mäßig begeistert. Quest dagegen hat mich dermaßen mitgerissen, das glaubte ich selbst kaum, da ich bis dahin dem Autor eher kritisch gegenüber stand. Ob es an der Schreibweise lag bin ich mir auch nicht sicher, die ist bei Quest garantiert besser als bei dem Schulaufsatz "Der letzte seiner Art" aber auch nichts aus dem Romanbaukasten von Brown und Schätzing - eventuell war ich zu der Zeit auch nur anfällig für ein Sci-Fi Epos. Es war dort in etwa wie auf der Enterprise, nur zigmal größer und von vodkatrinkenden und ketterauchenden Automechanikern zusammengebraten, sehr rostig und mit 60er Jahre Computertechnologie... ein Traum.
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am 25. Juli 2001
Wow!!! Zwei Nächte durchgelesen, zwei mal morgens mit Ringen unter den Augen im Büro aufgeschlagen. Und es hat sich gelohnt! Quest ist spannend geschrieben, hat originelle Ideen, interessante Charaktere und braucht sich nicht hinter Größen der Space Opera wie z.B. Larry Niven verstecken.
Der Autor reitet zwar ein wenig zu häufig auf all den "unvorstellbar langen Zeiträumen" herum, das wäre aber auch schon alles, was ich am Text auszusetzen habe. Die etwas wahl- und lieblos plazierten Bilder hätte Heyne m.E. auch weg lassen können.
Alles in allem: Space Opera vom Feinsten. Ich kann dieses Buch nur jedem Fan des Genres ans Herz legen!
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am 30. Januar 2011
Schon lange habe ich mich literarisch gesehen nicht mehr im Weltraum bewegt, Andreas Eschbach hat mich mit "Quest" nun aber wieder auf den Geschmack gebracht. Das Buch ist anders als die meisten seiner Werke, aber wenn man "Die Haarteppichknüpfer", die "Marsprojekt"-Reihe oder auch "Solarstation" gelesen hat, weiß man, dass dem Autor auch reine Science Fiction sehr liegt.

Seine Geschichte ist nicht wirklich neu, und doch hat sie das gewisse Etwas, das die Leser in seinen Bann zieht.
Es hat mir sehr gefallen, dass die zukünftige Welt, die Eschbach hier ersonnen hat, mir schon bekannt war. Mittelalterlich und fantastisch zugleich lernte ich sie schon in "Die Haarteppichknüpfer" kennen. Einer der berühmten Künstler wird hier sogar erwähnt. Doch auch wenn man noch fremd ist in diesem Universum, wird man sich rasch an die Gegebenheiten gewöhnen. Der Autor versteht es so bildhaft zu erzählen, dass man schnell in der Story versinkt und gedanklich zu den Sternen reist.
Ein weiteres Talent Eschbachs ist es, polarisierende Charaktere zu erschaffen. Mit Eftalan Quest hat das Buch eine Hauptfigur, die nicht nur durch ihren starken Willen sondern auch mit ihren weniger sichtbaren Eigenschaften punkten kann. Ihm zur Seite stehen viele unterschiedliche Personen, die durch Abstammung, Geschlecht oder Fremdartigkeit für viel Zündstoff sorgen, der eine durchgehende Spannung ermöglicht. Verschiedene Blickwinkel erlauben es dem Leser, nach und nach alle Personen kennenzulernen, ihren Alltag auf dem riesigen Raumschiff zu erleben, aber auch ihre Gedanken und Gefühle nachzuvollziehen. Ihr Umgang miteinander ist spannend zu beobachten, so manche Entwicklung sehr überraschend.
Doch es geht nicht allein um die Interaktion der Schiffsbesatzung. Eschbach stellt durch Eftalan Quest die Frage nach dem menschlichen Ursprung und versucht sie und ihren Sinn im Laufe der Geschichte auf seine Weise zu erklären. Seine Ansichten sind für mich immer sehr anregend und machen aus einem einfachen, gut geschriebenen Science-Fiction-Roman eine Geschichte, die sich mit den besten dieses Genres messen kann. Ich fühlte mich an manchen Stellen, besonders bei den Zusammentreffen mit anderen Spezies, an den Rama-Zyklus von Arthur C. Clarke erinnert. Beide Autoren haben bzw. hatten das Talent, ihre Fantasie Purzelbäume schlagen zu lassen und die eigene gleich mit.

Mal wieder ein beeindruckendes Werk von einem meiner Lieblingsautoren, das seine enorme Vielseitigkeit beweist.
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am 20. Juli 2016
Ein wirklich interessanter Roman. Ein schwer kranker Kommandant eines Raumschiffes täuscht einen falschen Befehl vor um sein Schiff zum Planeten des Ursprunges zu bringen, dem Planeten an dem alles Leben entstanden ist. Die Besatzung des Schiffes ist in mehrere gesellschaftliche Schichten geteilt, aus welchen man nur schwer wechseln kann-,unten die Niederen und oben die Edlen. Auf dem Weg rauben Sie eine von Mönchen geschützte, heilige Bibliothek aus, um an Hinweise zu kommen. Sie nehmen sogar einen Unsterblichen auf ihrem Weg mit. Auch wenn irgendwo Krieg herrscht und ein Sternenkaiser alles einnehmen möchte handelt es sich nicht um einen Weltraum-Action-Roman. Teilweise liest sich der Text eher depressiv. Welchen Sinn hat alles, wenn so viele Menschen leiden und sterben müssen, wenn man sein ganzes Leben lang strebt und auf ein Ziel hinarbeitet und es dann doch alles vorbeigeht und man so wenig Zeit hat? Zum Glück wird die Nachricht zum Ende lebensbejahender. Nebenbei gibt es auch eine Liebesgeschichte.
Das Buch ist sehr spannend geschrieben, hat unerwartete Wendungen und ich kann es uneingeschränkt weiter empfehlen.
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am 26. November 2008
Nachdem ich an Eschbachs Erstlingswerk "Die Haarteppichknüpfer" (das im gleichen Universum wie Quest spielt) so einiges auszusetzen hatte, hat mich "Quest" durchaus positiv überrascht. Bevor ich kurz zum Inhalt komme, sei schnell erwähnt, dass man "Die Haarteppichknüpfer" nicht gelesen haben muss, um dieses Buch zu verstehen. Die Handlung von Quest spielt deutlich später und man trifft lediglich auf Anspielungen, die auf Eschbachs erstes Buch hinweisen (wie die Erwähnung des Sternenkaisers und einem Haarteppich, der als alte Antiquität in einer Vitrine vorkommt).

Worum geht's:
Der zwielichtige und todkranke Schiffskapitän Eftalan Quest schickt sich und seine Crew auf eine scheinbar aussichtlose Suche nach dem sagenhaften Planeten des Ursprungs. Dort - so sagen diverse Legenden - sei einst alles Leben entstanden und hat sich von dort über Jahrmillionen über das Ganze Universum ausgebreitet. Die Verheißungen, die dieser sagenhafte Planet in sich birgt reichen von Unsterblichkeit bis hin zu der Möglichkeit, Gott zu begegnen. Um dieses scheinbar eigennützige Ziel zu erreichen, verstößt Quest gegen alle Regeln und Gesetze, ignoriert seine eigentlichen Befehle, überfällt eine uralte Bibliothek, kidnappt einen Novizen und zieht Zweifel und Skepsis seiner Mannschaft auf sich.
Unterwegs entdecken sie ein uraltes Raumschiffwrack und treffen dort auf eine "lebende Legende", den geheimnisvollen Smeeth, der - wie sich bald herausstellt - ein Unsterblicher ist und Quest und seine Crew fortan auf ihrer Mission begleitet, aber scheinbar dabei auch seine ganz eigenen Ziele verfolgt...

Was mir an dem Buch gefällt:
Eschbach charakterisiert seine Protagonisten gut und glaubwürdig und gerade die zwielichtigen Figuren Quest und Smeeth gelingen ihm dabei sehr gut. Obwohl er eigentlich eine lineare Geschichte ohne zusätzliche Handlungsstränge erzählt, wechselt er oft die Erzähl-Perspektive vor allem zwischen Quest, dem Ersten Offizier Dawill, der Heilerin und dem Novizien Bailan. Wodurch dem Buch zwar die eindeutige Hauptfigur verloren geht, was aber dem Erzählfluss nicht schadet - ganz im Gegenteil.
Die Idee selber ist nicht wirklich neu, aber der Plot wird originell aufbereitet und behandelt dabei durchaus auch mystische und philosophische Aspekte. Wer außerdem auf Space Operas mit Reisen ins Unbekannte, fremde Welten und Erstkontakte zu Außerirdischen steht, der ist hier genau richtig.
Eschbach pflegt einen sehr eingängigen Schreibstil und die großzügig bedruckten 500 Seiten hat man recht flott durch.

Abzüge in der B-Note gibt's bei mir deshalb:
Wie schon bei den Haarteppichknüpfern finde ich das Welt- und Gesellschaftsbild, dass Eschbach zeichnet irgendwie zu altertümlich und darum unglaubwürdig. Mir erscheint ein 3-Klassen-System (Adelige, Freie und Niedere), bei denen die unterste Klasse versklavt, unterdrückt und auf grausamste Weise vernachlässigt wird, einfach zu unrealistisch für eine hochtechnisierte Zivilisation, in der sich die Menschheit über viele Sonnensysteme ausgebreitet und bspw. den überlichtschnellen Weltraumflug entwickelt hat. Es tauchen Begriffe und Beschreibungen auf, die mehr an Fanatasy als an SF erinnern. Der Erste Offizier heißt bei Eschbach Erster Verweser, die Ärztin Heilerin und die Bezeichnung ihrer Medikamente (Trank Rot, Sud Blau, Korn Gelb und Paste Grün) haben durchaus eine gewisse unfreiwillige Komik. Und der Titelfigur, dem Kapitän auf der großen Suche, ausgerechnet den Namen Quest zu geben, mögen manche ja für tiefgründige Symbolik oder eine gelungene Metapher halten - ich finde es etwas platt.
Und wo wir gerade beim Thema "Nomen est Omen" sind: Im Mittelpunkt der Handlung steht die Suche nach dem Planeten des Ursprungs, symbolisch für die Suche nach der Wahrheit, dem Sinn des Lebens, dem Universum und dem ganzen Rest. Ich möchte das Ende nicht vorwegnehmen, aber nachdem die Crew von einer fremden Welt zur nächsten reist und fremde Rassen um Hilfe bittet und immer wieder weitersuchen muss, kommt der vermeintlich entscheidende Hinweis plötzlich aus heiterem Himmel, als wenn auf einmal einer eine Idee hat und sagt: "Hey Captain, wir könnten ja auch mal unser Navi einschalten und diese Koordinaten hier eingeben...". Das wird der großen Suche irgendwie nicht ganz gerecht, denn der Weg ist für das Buch das Ziel. Die Suche steht im Mittelpunkt und die Frage die Eschbach aufwirft ist eine philosophische, große Frage - da fällt die Antwort und das Ende des Buches fast zwangsläufig etwas enttäuschend aus.

Fazit:
Alles in allem eine nette Space Opera, die auch ein paar Denkanstösse mitliefert. An große Werke der SF-Literatur (wie z.B. die Hyperion-Gesänge von Dan Simmons) kommt Eschbach nicht heran, aber es ist doch ein unterhaltsames Buch. Und das wollen wir doch letzten Endes, sonst könnten wir ja alle gleich Sachbücher lesen. Darum von mir wohlwollende vier Sterne.
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am 10. August 2012
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"Gibt es überhaupt etwas im Leben, auf das es wirklich ankommt?

Und ich meine wirklich-

nicht bloß, weil alle es behaupten,
es sich gegenseitig versichern
und jeden mit Ächtung strafen, der sich der Verschwörung nicht anschließt."

Das Buchzitat lässt erahnen, auf welch schwergewichtige Themen sich der Autor einlässt.

Dazu entführt er uns in eine futuristische Zukunft.

Es herrscht Krieg zwischen zwei galaktischen Imperien und ein Raumschiff wird ausgesandt, die kriegsentscheidenden Informationen zu beschaffen.

Dabei wird der Leser durch verschiedene Kulissen geführt:
über die Bergwelt eines kargen Planeten zu einer gigantischen Klosterbibliothek,
auf das gewaltige Raumschiff Megatao,
zu Planeten mit nichtmenschlichen Rassen.

Die Story basiert auf einer Schnitzeljagdtechnik, bei der ein Punkt zum nächsten führt. Es kommt immer wieder zu überraschenden, nichtvorhersehbaren Wendungen. Ähnlich einem Archäologe wühlt die Schiffsbesatzung in tiefster Vergangenheit und die dabei entdeckten Mysterien erzeugen Spannung.

Der Roman beginnt zunächst einfach gestrickt wie jeder andere Science Fiction.
Doch im weiteren Verlauf wird er immer tiefgründiger und wirft Fragen auf:
was ist der Tod, was der Sinn des Lebens; nach Gott, nach dem Ursprung des Lebens,
nach unserer Überheblichkeit ("Das Wissen um unsere Sterblichkeit ist es, was uns über Tiere erhebt. - Erhebt es uns, ja?").

Die Gesellschaft ist ungerechterweise in drei Kasten unterteilt, es herrscht eine strenge Hierarchie.
Liebe über die Kastengrenzen hinaus verursachen Kummer und Leid, auch oder vor allem beim Leser selbst.

Gekonnt wird der Handlungsfaden um den gegen seine Krankheit kämpfenden Raumschiffkommanden Quest bis zum Finale enger gezogen.
Und selbst am vermeintlichen Schluss der Geschichte versteht es der Autor, immer noch eins darauf zu setzen.
Immer wieder spielt er mit den Erwartungshaltungen und Gefühlen des Lesers, um ihn schließlich mit melancholischer Stimmung aus dem Roman zu entlassen.

Mich hat die Erzählung überrascht,
mit einer unvorhersehbaren, unverbrauchten, kreativ erdachten Story,
mit ergreifenden Episoden um die einzelnen Protagonisten.
Große Themen geschickt verpackt, verblüffende Schlussfolgerungen logisch deduziert.

Der Spannungsbogen ist derart gut gezogen, dass man jedem dringend raten muss, das letzte größere Kapitel erst dann zu beginnen, wenn die Zeit zum Fertiglesen zur Verfügung steht.

Ich persönlich sehe auch Anknüpfungspunkte für eine mögliche Fortsetzung.

Der Roman wird jeden begeistern, der sich an Filmen wie zum Beispiel "Raumschiff Enterprise", "Matrix", dem Film "Stargate" oder vor allem "Contact" erfreut hat.
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am 27. Januar 2004
Vielleicht sollte ich zuerst einmal erwähnen, dass ich um Science-Fiction-Romane bisher eine großen Bogen gemacht habe. Mit diesem Genre verband ich bisher Romane, die meist nicht gerade als literarisch wertvoll einzustufen sind. Mit dieser Einschätzung lag ich, zumindest was den vorliegenden Roman betrifft, wohl falsch.
Denn „Quest" ist ein phänomenales Werk. Der Autor, Andreas Eschbach, dürfte den meisten wohl durch „Das Jesus Video" und die gleichnamige unsägliche Verfilmung, aber auch durch seine neueren Werke wie „Eine Billion Dollar" oder auch „Der letzte seiner Art" bekannt sein. Was all diese Bücher gemeinsam haben: Bis auf den Autor und seine Art, den Leser in den Bann zu ziehen, ihn bis zu den letzten Seiten zu fesseln und zu berühren, wohl nichts. „Quest" ist anders, einfach schon, weil wir es mit SciFi zu tun haben. Nun lässt das Cover nicht gerade auf ein Meisterwerk schließen, auch die vereinzelten Illustrationen, die sich durch den Roman ziehen, selten zum Inhalt passend, unterstreichen dieses Gesamteindruck, den man durch flüchtiges blättern erhalten kann.
Wer aber beginnt, „Quest" zu lesen, wird mit einem Buch belohnt, was packender nicht sein könnte. Eschbach schafft es auf gut 500 Seiten ein Universum in ferner Zukunft so zu schildern, dass der Leser nie den Eindruck gewinnt, völliger Utopie zu lauschen. Schon das erste Kapitel bildet einen derart fulminanten Einstieg in diese neue Welt, dass man gar nicht auf den Gedanken kommt, alles als wirre Zukunftsvisionen abzustempeln. Die im ersten Kapitel geschilderte Situation einer kleinen Truppe, die sich aufmacht, das Pashkanarium, einen Tempel, so alt, so unvorstellbar groß, imposant und mit dem gesammelten Wissen von Jahrtausenden gefüllt, zu entdecken, bildet den Auftakt zu einem Roman, den man, einmal angefangen, kaum mehr zur Seite legen möchte, bis nicht auch die letzte Seite gelesen ist.
Eschbach versteht sich vortrefflich, wie auch in seinen anderen Werken, Spannung aufrechtzuerhalten. Die Charaktere fügen sich wunderbar in diese Welt und schaffen es, Emotionen beim Leser zu wecken. Besonders die Figur des Kommandanten Eftalan Quest, den man, vertraut man der irreführenden Beschreibung auf der Rückseite des Buches, gleich als typischen Heros abstempeln möchte, entwickelt sich zu einem erstaunlich tiefgründigen Charakter. Hier hat man es keinesfalls mit der klassischen Heldenfigur zu tun, Quest erscheint vielmehr als Negativheld.
„Quest", ein Werk von Eschbach, was zu Unrecht ein Dasein im Schatten seiner oben erwähnten Bestseller führt. „Quest" - Ein kleines Meisterwerk.
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am 19. Februar 2009
Es wurde schon an anderer Stelle gesagt, aber ich wiederhole es gerne: Eschbach ist zeitgemäß, modern und einfach nur gut. Auch wenn ich sehr kritisch war, als ich die ersten Seiten des vorliegenden Romans las - relativ bald kam der subtile Witz und der sublime Charme von Eschbachs Stil durch und ich las den Roman mit Genuß. Inhaltlich hier jetzt zu beschreiben, was den Leser/die Leserin erwartet, fände ich allerdings uninteressant, da das Lesen an für sich eine Erfahrung ist, die jeder für sich machen muss. Meines Erachtens empfiehlt sich der Roman für Freunde des Fantastischen genauso wie für Science-Fiction-Fans, Anhänger der leichten Komödie und Lesern philosophisch-satirischer Romane (Eschbach-Fans finden sich ja bekanntlich in allen Kategorien wieder).

Was unterscheidet jetzt aber diesen Roman von den anderen Büchern Eschbachs? Und was unterscheidet ihn von den anderen Büchern des Genres? Zum Einen ist das "fantastische" Element offensichtlich und wird durch viele Dinge, die wir in unserer Welt nicht vorstellen können, unterstrichen. Außerdem entwickelt der Autor eine Welt, in der viele andere Geschichten möglich sind (ob die jedoch nötig sind, sei dahingestellt und dem Leser überlassen). Zum Anderen werden Strukturen und Hierachien geschaffen, die man zwar wiedererkennt, die aber deutlich überzeichnet und fast schon karikierend wirken, aber dennoch "fantastisch" erzählen.

Eschbach spielt mit Metaphern, mit Gegensätzen, mit Allegorien und mit dem Wort, dass es eine Freude ist, den Roman zu lesen. Und hier unterscheidet er sich deutlich von anderen Romanen des Genres: inhaltlich wird kein Wert auf Technik, Design oder Struktur gelegt; es wird ein Universum geschaffen, wie es durchaus vorstellbar, aber gleichzeitig absurd wirkt, ein Universum, das verlockend und abstoßend zugleich wirkt. Kurz; Eschbach schafft eine Welt, in der seine Kreativität sich austobt - und einen Roman schafft, der nicht grotesk oder absurd, aber unmöglich und erfunden wirkt und dennoch lesbar und unterhaltsam ist.

Es gibt einzig ein Manko an dem Roman: Eschbach schafft zu viele Anschlussstellen, die man füllen möchte und die den Leser mit dem "und was jetzt?" im Kopf zurücklassen. Dennoch - wer Eschbach mag, sollte es gelesen haben, wer SciFi-Fan ist, sowieso.
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am 29. Dezember 2003
"Quest" steht hier nicht nur für "Suche", sondern ist auch der Name
des Raumschiffkommandanten, der desertiert, die galaktische Bibliothek
überfällt und sich mit diesem Wissen auf die Suche nach dem Ursprung
alles Lebens - nach Gott macht. Dies erinnert von der Idee her zunächst
an den fünften Star-Trek-Film, allerdings ist Quest eher ein Anti-Held:
Aufgedunsen und krank wird die Suche zu einem Wettrennen gegen seinen
herannahenden Tod und dem Untergang der bekannten Zivilsation, die
sich gerade mit einer übermächtigen Invasion konfrontiert sieht.

"Quest" spielt im gleichen Universum wie "Die Haarteppichknüpfer",
allerdings 80000 Jahre vorher: Das Kaiserreich hat gerade erst mit
der Invasion der Galaxis begonnen. Interessant ist die Idee des
Autors, das alles Leben im Universum aus einer Quelle hervorgeht,
und seine Theorie, wie das Leben sich von Planet zu Planet ausbreiten
kann, ohne daß eine Zivilsation sich noch an ihre Ursprünge
erinnert.

Wie im späteren und viel bekannteren Werk "Das Jesus-Video" versucht der
Autor, Science-Fiction und Religion zu verknüpfen. Dabei gelingt es
ihm stets, eine entsprechende Spannung aufzubauen, allerdings bringt
er sich auch jeweils in das Dilemma, sich um einen "richtigen" Schluß
herumdrücken zu müssen, ohne sich eindeutig für oder gegen die Frage
"Gibt es Gott" aussprechen zu können.
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