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Kundenrezensionen

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am 31. Oktober 2014
"Todesmarsch" ist der zweite Roman des amerikanischen Autors Stephen King welchen er unter dem Pseudonym Richard Bachmann veröffentlicht hat. Das Buch ist erstmals 1979 veröffentlicht worden und die deutsche Übersetzung kam erstmals 1987 in die Läden.

Stephen King (1947 in Portland Maine geboren) ist heute (Stand 2014) mit über 400 Millionen Büchern einer der Kommerziell erfolgreichsten Schriftsteller. Stephen King alleine hat das Horror Genre komplett neu erfunden.

In "Todesmarsch" geht es um eine fiktive, damalige Zukunft, die sich aus einem anders verlaufenden zweiten Weltkrieg entwickelt hat. Anscheinend war und ist Deutschland wohl Atommacht, hat die USA direkt Angegriffen sowie weite Teile von Südamerika besetzt.
In dieser Zukunft sind die Menschen arm und das Militär hat die Macht übernommen. An deren Spitze steht der sogenannten Major. Dieser organisiert jedes Jahr einen Todesmarsch an dem 100 Menschen teilnehmen von denen aber nur eine überlebt.

Die Stimmung in "Todesmarsch" ist sehr düster. King zeichnet ein sehr dunkles Bild der Zukunft und auch die Erlebnisse der Protagonisten sind im gesamten Buch durchweg Negativ. Ausgehend von einem anderen, negativen Verlauf und Ausgang des zweiten Weltkrieges.
Fans und regelmäßige Leser von Stephen King und seinem Pseudonym Richard Bachmann wissen sicher was auf sie zu kommt und wissen trotz der negativen Stimmung in dem Buch welche interessante und spannende Geschichte Stephen King auch bei so einer Stimmung schaffen kann. Als Leser ist man immer wieder erschrocken und will doch wissen wie es weiter geht. Die Geschichte wird dabei chronologisch erzählt was einem als Leser es leicht macht die Geschichte auch flüssig lesen zu können.

Wer eine gute Laune, alles ist gut Geschichte lesen will ist hier falsch. In "Todesmarsch" ist nichts gut und wird auch nicht besser. Und trotzdem ist es King gelungen mich zu fesseln. Und Fans wird es nicht anders gehen. Jeder andere sollte es sich überlegen ob das Buch etwas für einen ist.
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am 17. September 2014
Als King-Jünger schon seit geraumer Zeit, habe ich mich angemaßt, seinen Stil verstanden zu haben und auch die Art, wie er seine Charaktere mit verblüffenden Ähnlichkeiten ausstattet: Sei es ein verunglückter Schriftsteller oder ein irrer Englischlehrer, was wohl in direktem Bezug zur Person Kings steht.
Doch hier dreht sich die Welt nicht um einzelne Individuen. Ja, sie spielt nichtmal in einer kleinen amerikanischen Vorstadt.
King teil die Welt ein: In Opfer und Mitschuldigen, deren Schuld sich angesichts ihrer "Masse" relativiert. Der Welt in diesem Buch geht es schlecht, sie braucht die Droge, die die Wirklichkeit, nämlich das Bewusstwerden dieser Schuld, abwendet. Und so verhält es sich hier: Die Menschen sind süchtig, absolut "sensationsgeil" und sie verschmelzen zu einer Einheit, einer "Masse", wie er es treffender nicht sagen könnte. Die Geschichte ist denkbar einfach: Ein tödliches Spiel, ein Weg, einer gewinnt. Doch mit wieviel Liebe zum Detail er seinen Charakteren, insbesondere der Gruppe um Ray Garraty, Leben einhaucht, zeugt von Kings enormen schriftstellerischen Fähigkeiten.
Die Mystik und vielleicht auch der Schrecken dieses Buchs ist darin begründet, dass King bestimmte Details andeutet, aber nicht gänzlich ausführt. So ist man ständig der Frage unterworfen: Wer oder besser was genau ist der Major, der aus dem Nichts aufzutauchen vermag, und genauso schnell wieder im Nebel verschwindet oder auch das Verhältnis des Majors zu Stebbins.
Die Geschichte weiß mitzureißen durch viele Spitzen, die geschickt eingestreut sind: Garratys erste Nacht, das erste mal wenn einer der Jungs erschoßen wird, und für mich das wirklich größte und auch sentimentalste Highlight:
Der Tod von Hank Olson. Man verfolgt den Niedergang des Charakters durch das halbe Buch in dem Wissen, dass er es nicht schaffen wird, und doch wundert man sich, dass King ihn so lange leiden lässt.

Fazit:
Das Buch zeigt die Maximalvariante einer sensationsgeilen Gesellschaft, die am Abgrund steht und selbst ihre eigenen Kinder zur Unterhaltung opfert. Ich sehe viele Parallelen zu einigen heutigen TV-Shows, die selbstverständlich nicht in der Härte auftreten, wie es in dem Buch aufgezeigt wird. Aber für mich ist das Motiv dasselbe: Die Distanz, das "Sich-in-Sicherheit-wissen", der Luxus, denken zu können, dass es denen im TV oder eben auf dem Marsch schlechter geht als einem selbst, ist für manchen Unterhaltung.
Ein sehr unkonventionelles King-Buch, das für mich deutlich heraussticht, da es nicht, wie so oft, die Abgründe der menschlichen Psyche nur eines einzelnen Individuums skizziert, sondern gleich die ganze Gesellschaft an den Abgrund stellt.
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am 4. März 2010
Normalerweise bin ich alles andere als ein begeisterter Leser.
Trotzdem habe ich mir die Zeit genommen, und habe "Todesmarsch" von Stephen King gelesen, nachdem es mir von einem Freund empfohlen wurde.

Und von der ersten Seite an konnte ich das Buch schon nicht mehr weglegen, da mir die Handlung und der Schreibstil sehr gut gefiel.
Vor allem war ich neugierig, wie King es schaffen würde, ein ganzes Buch damit zu füllen, wie 100 junge Männer "nur" marschieren. Gleichzeitig schafft er es noch, Spannung aufzubauen. Und genau das zeichnet den Ausnahme-Schriftsteller aus. Man lernt nach und nach mehrere Charaktere, sowie die Geschichte von manch einem, sowie seine Gedanken kennen. Und so liest man vor sich hin, ohne zu merken, wie schnell die Zeit vergeht. Vor allem war ich auch noch sehr gespannt, wie das Buch wohl ausgehen wird - ich werde das Ende selbstverständlich nicht vorweg nehmen... ;)

Aber alles in allem kann ich das Buch wirklich nur empfehlen. Wenn es mir als "Nichtleser" gefallen hat, könnte es auch Gleichgesinnten so ergehen, und für alle Leseratten und Leuten, denen die Handlung gefällt: es lohnt sich!!
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am 6. September 2008
Noch nie habe ich über ein Buch geschrieben aber dieses Buch hat mich gefesselt. Eine Gruppe junger Männer die das Leben noch vor sich haben, lassen sich auf ein selbstmörderischen Lauf ein der für 99 % der Tod bedeutet. Man erfährt von den Teilnehmer viele persönliche Dinge, Ihre Träume, Wünsche, Ideale, Ihre Zuversicht und Ihre Angst. Freundschaften bauen sich unter dieser Situation auf obwohl jeder gewinnen will und das nur durch den Tod des anderen Mitläufer möglich ist. Hier geht es nicht um Horror, der einen beim lesen überfällt. Hier geht es im viel mehr. Um eine kaputte Gesellschaft die sich selbst verloren hat. Schaulustige die am Strassenrand stehen die Läufern ansporen aber eigendlich hoffen, dass genau vor Ihnen ein Teilnehmer entfernt(erschossen) wird. Teilnehmer die bis zur völligen körperlichen und seelischen Erschöpfung anfänglich um den Preis und später um ihr nachtes Leben kämpfen.

Ich habe dieses Buch in 2 Tagen gelesen und musste oft eine Zwangspause einlegen. Es entwickelte sich Trauer in mir, Wut auf die Gesellschaft die so etwas zulässt. Ohnmacht für meine Handlungsunfähigkeit um den einzelnen Läufer zu helfen. Und ehrlich, die Tränen waren oft ein Begleiter.

Das Verrückte ist, dass so etwas auf der einen Seite so absurt klingt, dass es bestimmt auch möglich ist. Warum nicht mal statts Wetsaufen ein Lauf auf Leben und Tod und irgendwie schaut die Gesellschaft zu.

Vielleicht ist die Story überzeichnet aber doch eigendlich ein Spiegel der heutigen Welt.

Für mich eines der besten Bücher, die ich in letzter Zeit gelesen habe.
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am 2. Februar 2000
Für mich ist Todesmarsch das allerbeste Buch von King!! Er bringt die Situation sehr glaubhaft rüber,und geht auf die einzelnen Personen ein,nicht wie andere Autoren,die nur von der Hauptperson reden! Er erklärt auch die Probleme,die Garraty(die Hauptperson)damit hat,dass er Freundschaften geschlossen hat! In Todesmarsch werden verschiedene Typen von Menschen vorgestellt,die einen,die lieberganz allein vor sich hingehen,die anderen,die den Kontakt brauchen! Ich war so begeistert von diesem Werk,dass ich es sogar während des Französisch-Unterrichts gelesen habe,was jetzt aber keine Aufforderung sein soll!! Todesmarsch ist ein echtes Muss für jeden,egal ob SK-Fan,oder nicht! Es war eines der Bücher,bei denen man am Ende traurig ist,weil es schon fertig ist! Nicht viele Bücher bringen mich so zum Nachdenken,wie dieses Meisterwerk von King!!!
KING IS THE KING!!!!!
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am 15. Oktober 2002
Richard Bachmann ist Stephen King, und nach der Auflösung dieses Pseudonyms schnellten auch die Bachmann-Werke auf die ersten Plätze der Beststellerlisten.
Aber auch ohne den großen Namen hätte "Todesmarsch" diese Ehre verdient:
Die USA, irgendwann in der Zukunft: Die Gesellschaft ist in ein Zwei-Klassen-System geteilt, die Bevölkerung verarmt, das Militär hat die Regierung übernommen. Alljährlich inszeniert der "Major" den Reality-Schocker "Todesmarsch" - hundert junge Männern nehmen an einem tagelangen Marathon teil. Den Sieger erwartet ein Leben in Reichtum, sämtliche Verlierer der Tod. Wer zurückfällt wird erschossen, das Fernsehen sendet live.
Auch der junge Garraty nimmt an diesem Marsch teil. Als die ersten Schüsse fallen wird ihm und den anderen Jungs plötzlich klar - das ist kein Spiel, auf 99 von ihnen wartet der Tod ...
"Todesmarsch" ist eine furchterregende Utopie, die den Leser von Anfang an in ihren Bann zieht und in seiner Eindrücklickeit den Atem raubt. Hautnah erlebt man mit, wie aus den Kandidaten Verbündete und sogar Freunde werden, wie in dieser grausamen Realität Gefühle wie Sympathie, Hoffnung, Verzweiflung, Mitgefühl wachsen und sterben, wie das Unbegreifliche Wirklichkeit wird.
Diese frühe Werk Stephen Kings fesselt von der ersten Seite an trotz seiner monotonen und vorhersehbaren Handlung. Es sind die Charaktere, die das Buch zum Leben erwecken, und die bis zur letzten Seite mitfiebern lassen ...
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am 13. April 2016
Todesmarsch. Mein erstes Stephan King Buch und vorerst auch mein letztes.

Worum geht es?
100 Teenager laufen eine Straße entlang.
Sie laufen so lange bis nur noch einer von ihnen steht.
Wer zu langsam läuft wird erschossen. Wer stehen bleibt wird erschossen. Wer unkippt, weil er einfach nicht mehr kann oder einen Krampf hat wird erschossen.
Der Gewinner erhält einen Wunsch und unermesslichen Reichtum.
Jeder andere Teilnehmer stirbt.

Wir begleiten unseren "Protagonisten" Ray Garraty" auf diesem Marsch. Wobei ich Protagonist in Anführungzeichen gesetzt habe, weil eigentlich alle hier Protagonisten sind.
Es wird alles aus Garratys Sicht erzählt, aber die anderen Charaktere nehmen genauso viel Raum ein. Wenn nicht sogar noch mehr.

Dass Ganze Buch über begleiten wir unsere Protagonisten beim Laufen. Wir hören ihren Gesprächen zu, folgen ihhren Gedanken und erleben ihre Angst.
Wer also ein großes Action und Abschlacht Späktakel erwartet, ist hier falsch.
Trotzdem ist es unglaublich brutal und bedrückend.
Am Anfang zieht sich die Handlung noch ein bisschen. Die Jungs laufen und alle drei Seiten stirbt einer. Es ist schockierend, aber es ist nicht mitreisend.
Die Charaktere die sterben sind Statisten. Nur ein Mittel um die Grausamkeit des Ganzen zu unterstreichen. Einfach unwichtig
Irgendwann sind dann aber nur noch bekannte Charaktere da. Charaktere die man irgendwie mag, von denen man nicht will dass die sterben.
Die Stimmung wird von Seite zu Seite dunkler und man kann förmlich spüren wie die Hoffnungslosigkeit der Jungs steigt und steigt.

Ab da an wird das Buch immer spannender, man leidet mit den Charakteren mit. Es wird immer spannender. Aber nicht spannend im Sinne von Action Reich, spannend im Sinne von Depremierend.
Ich war am Schluss echt richtig traurig und zwei der Todesszenen haben mich total mitgenommen.

Man fragt sich die ganze Zeit: Warum?
Und diese Frage wird nicht beantwortet.

Vom Leser wird einfach so erwartet, dass er sich damit abfindet wie es ist. Es gibt keine Erklärung für das Ganze. Nichts.
Ich meine wie ist man auf die Idee gekommen 99 Teenager jedes Jahr kaltblütig zu ermorden. Wie ist man auf die Idee gekommen, sie bis zum Tod aufs übelste zu quälen, fast zu foltern?
Und wie hat sich das Ganze durchgesetzt?
Wieso gibt es niemanden der dagegen ist? Wieso halten dass scheinbar ALLE Menschen für eine gute Idee?
Wieso stehen millionen Menschen am Straßenrand und jubeln wenn 16 Jährige Jungen (FAST NOCH KINDER) erschossen werden?
Was ist dass für eine Bevölkerung? Wie ist die Bevölkerung zu solchen Monstern geworden, dass sogar kleine Kinder freudig zuschauen wie die Jungs getötet und gefoltert werden?
Wo sind die Kritiker? Wie zur Hölle konnte sich so ein rennen ausbreiten?

Ich weiß das das Buch als Geselschaftskritik dienen soll.
Ich weiß das deshalb vielleicht einiges überspitzt ist. Möglicherweise dient der ganze Lauf nur als Methapher für die abgeründe der menschlichen Seele. Vielleicht soll es so sein, dass der Leser sich selber Gedanken machen muss, warum das ganze so ist?

Es reicht mir trotzdem nicht. Es ist zu unlogisch, fast so als wäre der Autor einfach zu faul gewesen uns das Ganze zu erklären.

Vorallem die Gründe der Jungs an diesem marsch teilzunehmen sind dermaßen hinrissig, dass mir das Mittleid fast vergangen wäre. Oft hab ich nur gedacht: Selbst Schuld. Wieso bist du überhaupt hier?

Also ich bin 17 und ich würde nicht auf die Idee kommen, an einem Rennen teilzunehmen das ich ziemlich sicher nicht überleben würde. Egal wie viel Geld ich dafür kriege.

Die Jungs wissen, das 99 von ihnen sterben werden. Die Jungs wissen, dass sie an ihre Grenzen stoßen werden und sie wissen dass sie traumatisiert und verletzt ankommen werden.
Sie wissen, dass alles. Warum machen sie mit?

Das würde kein normaler Mensch machen. Punkt aus Ende.

Fazit:
Wenn man einfach hin nimmt was gegeben ist, ohne das Ganze in Frage zu stellen ist dieses Buch ein 5 Sterne Roman.
Wenn man sich aber an fehlender Logik stört und nicht aufhören kann sich zu Fragen WIE ZUR HÖLLE DAS PASSIEREN KONNTE, sollte man lieber die Finger von diesem Buch lassen.

Ich hab mich sehr oft über die fehlenden Erklärungen aufgeregt und über die Dummheit der Jungs, trotzdem hat mich das Buch irgendwie gepackt. Hat mich für die letzten 200 Seiten vergessen wie lassen, wie unlogisch es doch eigentlich ist.
deshlab gibt es drei Sterne

Sarina (17)
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am 8. Juni 2014
"Ich möchte jeden Amerikaner ermuntern, so oft wie möglich zu wandern. Es ist nicht nur gesund, es bringt auch Spaß", so der amerikanische Präsident John F. Kennedy im Jahre 1962. Ein deutscher Präsident, Karl Carstens, griff es auf und machte einen Kult in unserem Lande daraus. Ein amerikanischer Schriftsteller, Richard Bachmann, griff es auf und schaffte seine eigenwillige Interpretation.

Drei Teile, bei achtzehn Kapiteln. "Das Wandern ist des Müllers Lust." Doch dieses Wandern ist mehr als Lust und Müller. "Wozu ist die Straße da? Zum Marschieren in die weite Welt." Dieses Wandern ist ein Marsch, ein "Todesmarsch".

Wir befinden uns in einer näheren Zukunft. Doch "Der Start", so auch die Überschrift zum ersten Kapitel, ist aufgezeichnet im Jahre 1987. So dass sich die nahe Zukunft bereits in der Vergangenheit befinden kann. Die USA beherrscht von einer autoritären Militärdiktatur. Der Führer des wirtschaftlich daniederliegenden Landes ist ein "Major" genannter Diktator. Zu den dunklen Marotten terroristischer Strukturen gehören Events wie der alljährlich stattfindenden "Todesmarsch", bei dem hundert junge Männer gegeneinander antreten. Gewandert wird von Van Buren in Maine (dem Stephen-King-Land), nahe der Grenze zu Kanada, bis nach Boston. Die Regeln: skurril. Die Strecke ist eine anspruchsvolle Tour. Jeder wandert drauf los, darf allerdings eine Mindestgeschwindigkeit von vier Meilen pro Stunde (das sind 6,4 km/h) nicht unterschreiten. Nach drei Warnungen erfolgt der Todesschuss. Dem Sieger, was darauf hinaus läuft, dass es sich um den einzigen Überlebenden handelt, winkt unendlicher Reichtum. - Soweit die amerikanische Militärherrschaft anno irgendwann.

Unser Junge heißt Ray Garraty. Mitgegangen, mitgefangen, mitgehangen. Angemeldet und kein Zurück. Auf die Plätze! Fertig! Los! "Sie kamen (...) an einen Anstieg und sparten die Luft zum Gehen. Auf halber Höhe zog Garraty seine Jacke aus und warf sie über die Schulter. Ein paar Minuten später fanden sie einen Pullover auf der Straße. Den wird jemand heute Nacht schwer vermissen, dachte Garraty. Vorn kamen ein paar Läufer aus der Vorhut in Sicht, die an Boden verloren hatten. / Garraty konzentrierte sich auf seine Füße. Hochheben, auf die Straße setzen, hochheben ... Er fühlte sich immer noch wohl. Er fühlte sich stark."

Das erste Opfer folgt in konsequenter Logik schon im zweiten Kapitel. Ein Wadenkrampf und drei Verwarnungen. Ein aus der Tyrannei legitimierte Vollstreckung, ein aus futuristischen Spielregeln der Unterhaltungsindustrie vollzogene Strafe: ein Mord doch allemal. Die Wanderschaft geht weiter. Es folgen weitere Schüsse. Etappe für Etappe, Kapitel um Kapitel.

Hundert Mann und ein Befehl. Boys im Alter von vierzehn bis siebzehn. "Auf der Straße", so der Titel des mittleren und hauptsächlichsten der drei Kapitel, bilden sich psychologische und logische Abfolgen: die Spaltung von guten und bösen Teilnehmern. Die Gruppe der Guten, zu denen unser Protagonist gehört, auf der einen Seite; andererseits der Hauptböse, Stebbins mit Namen.

Grübeln und Zweifel. "Bald erreichen sie die Innenstadt von Caribou. Sie waren jetzt vierundzwanzig Meilen von ihrem Ausgangspunkt entfernt", der insgesamt knapp mehr als vierhundert Meilen langen Strecke.

Nach der Psychologie kommt die Philosophie. Spätpubertäre Philosophie. "'Niemand liebt einen Toten.' / 'Doch, Edgar Allan Poe hat das getan', berichtete Baker eifrig. 'Ich habe in der Schule einmal ein Referat über ihn gehalten. Es heißt ne-, nekro-' / 'Nekrophil', half Garraty ihm aus. / 'Ja, genau. Er soll nekrophil gewesen sein.' / 'Was ist denn das?' wollte Pearson wissen. / Es bedeutet, dass man den Drang hat, mit einer toten Frau zu schlafen', erklärte Baker. 'Oder mit einem toten Mann, wenn du eine Frau bist.' / 'Oder wenn Du schwul bist ..."

Eines von vielen Themen. Und das Rennen geht weiter. Es wird mehr als nur gewandert. Was wie Feld-, Wald- und Wiesenromantik mit sportlicher Ambition klingt. Es wird - doch ohne Marschmusik - marschiert. Was militärisch klingt. Es wird gemessen und gerechnet. Ein exponierter Marathon. Raymond Garraty läuft und läuft. Richard Bachmann schreibt und schreibt, Bachmann ist der King.

Nach der Psychologie kommt die Parapsychologie. Ist es Wahrheit, ist es Traum? Erste den Anstrengungen geschuldete Anzeichen drohenden Irrsinns. Gedanken, Gespräche, Selbstgespräche. Die zurückgelegte Strecke wird lang und länger. Das Feld der Teilnehmen klein und kleiner. "Er blickte nicht zurück. Keiner der Gruppe drehte sich nach ihnen um." Irgendwer knurrte. "Die anderen schwiegen."

Wir lesen uns vorwärts. Meile um Meile. Wir sind mittendrin, im Todesmarsch der Gefühle. Unsere Gruppe läuft und läuft. Seite um Seite. Unsere Hauptperson ist noch im Rennen. Das Ziel rückt in greifbare Nähe. Doch die Jagd geht weiter ...

Richard Bachmann ist Stephen King. Vier Bücher, ein Pseudonym. Ein Dschungel-Camp mit Todesfolgen. Eine geschriebene Reality-Show. Alpträume aus "1984", transferiert, geändert und ausgeschmückt im Jahre 1987. "Big Brother is watching you". Und heute? Was wir noch nicht haben kommt ...
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am 4. Januar 2010
Für mich ist der "Todesmarsch" eine Geschichte, die auch nach dem zehnten - oder eher zwanzigsten Mal, daß ich sie gelesen habe, nichts von ihrer Wucht und ihrer Anziehungskraft verloren hat!
Mit einfachen Worten und ohne viele Schnörkel eine Story zu erzählen, die einen packt und fesselt und einen nicht mehr loslässt... Mit soviel Intensität... Das ist schon bemerkenswert. Zumal es sich um eine Erzählung eines noch recht jungen Autors am Anfang seiner Karriere handelt.

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Die Jungen laufen über mehrere hundert Meilen weit, lernen sich dabei gegenseitig (und auch sich selbst!) kennen... Erkennen dabei Abgründe in anderen - ebenso wie in sich selbst. Sehen andere einen raschen - und oft auch langsamen, qualvollen Tod sterben. Sehen und erleben, wie wenig sie den Millionen begeisterten Zuschauern eigentlich bedeuten, die doch bloß sensationsgeil sind und eine interessante Unterhaltung darin sehen.

+ Der Sinn und der Hintergrund des Todesmarsches?
Es ist mir ein Rätsel, weshalb sich dieser so manchen Lesern hier die eine schlechte Rezension verfassen nicht erschließt.
Die Gesellschaft in der diese Menschen leben ist eine Millitärdiktatur. "Der Major" als alleiniger Machthaber setzt mittels Gewalt und Unterdrückung seine Ziele und seinen Willen durch.
Längst hat er alle wichtigen staatlichen Organe in seiner Hand.

(Um dies zu kapieren bedarf es keiner ellenangen und ausgeschmückten Erklärungen.)

Den Leuten geht es schlecht. Die meisten von ihnen leben in Armut und haben keine rosigen Zukunftsaussichten. Es besteht mit Sicherheit eine strikte Kontrolle des alltäglichen Lebens, und man kann froh sein, wenn man gerade mal so über die Runden kommt.
Ähnlich wie in "Running Man" bleibt dem Normalbürger einzig und allein der Gehorsam und das Erdulden der Diktatur.

Und was gibt man Menschen, die in einer solchen Gesellschaft leben? Damit sie friedlich bleiben?
Man gibt ihnen Brot und Spiele.
Ebenso wie im alten Rom, versteht es auch hier der Machthaber, sein Volk mit blutigen Sensationen zu unterhalten. Wenn es einem selbst mies geht, baut es einen - ab einem gewissen Grad der Abstumpfung und Entmenschlichung - eben auf, wenn es man sieht, daß es anderen noch schlechter geht.
Warum wohl kamen im Mittelalter so viele Menschen zu öffentlichen Hinrichtungen??
Weil es die einzige Unterhaltung war, die es gab.

Das ist der Grund für den Todesmarsch.
Und nebenbei auch noch die Tatsache, daß man sich mit eben diesem Marsch auch einen Schlag gleich 100 Jungen vom Hals schaffen kann, die über genügend Courage, Stolz, Mut und auch Verzweiflung verfügen, um daran teilzunehmen. Jungen, die unbequem werden könnten, wenn sie irgendwann zu Männern werden.

Ich habe wie erwähnt diese Geschichte über einen langen Zeitraum immer wieder gelesen - und mich selbst oft in meinen Ängsten, Wünschen, Hoffnungen, Gefühlen in den Charakteren wiedergefunden....
Ich kann kaum beschreiben, was sie mir bedeutet.
Menschen, die so sehr auf ihr Innerstes und wahres Selbst reduziert werden.. Ohne die rosarote Brille, durch die die meisten ihre Umwelt wahrnehmen.. Aller Illusionen beraubt, und allein auf das eigene Überleben fixiert.

Schon der Gedanke daran, daß man zwangsläufig Freundschaften schließen wird unterwegs - und daß man diese BRAUCHT um durchzuhalten, um nicht völlig allein zu sein... Und doch zu wissen, daß es gut ist, wenn der andere stirbt...
Das ist einfach ohne Worte....
Da versagt meine Kunst, auszudrücken, was ich dabei empfinde.
Wie Stephen selbst einmal sagte: "Worte machen die Dinge kleiner."

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!!! ACHTUNG SPOILER !!!
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Für mich sieht es so aus, daß Ray Garraty am Ende seines Marsches in den sicheren Wahnsinn geht.
Ob er noch weiter lebt oder kurz darauf stirbt, überlässt King wohl der Phantasie des Lesers.
Aber er lässt keinen Zweifel daran, daß auch ein "körperliches Überleben" von Garraty ihm nicht mehr das einbringen wird, was dem Sieger versprochen ist.
Dazu hat sein Verstand und alles was sein Dasein und seine geistige Gesundheit - seine Seele - ausmacht, viel zuviel Schaden genommen, durch das was er erlebt hat.

Auch wenn er überlebt, wird er für sich - in seiner inneren Welt, in die er sich zurückgezogen hat - für immer auf der Straße sein... Und für immer weitergehen...
All seiner Illusionen und Freunde beraubt, ist er weit jenseits dessen, was ein Mensch ertragen kann, ohne völlig den Verstand zu verlieren.

Er ist ein Verdammter. Ein verlorener Junge.
Zu gewinnen gibt es bei diesem Marsch nur eines: Den Tod.

Alle Bachmann-Romane haben dieses Credo.
Es gibt kein Happy End. Es gibt nur Wahnsinn, Verzweiflung und Tod.

Was mich unter anderem so sehr an der Geschichte fasziniert, ist die Tatsache, daß man schon von Anfang an weiß, wer der letzte Überlebende sein wird.
Es kann bloß Garraty - der Erzähler der Story - sein.
Und doch liest man atemlos und gepackt weiter. Gefesselt von der Dramatik des Geschehens.
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TOP 1000 REZENSENTam 16. November 2006
Bei King bin ich mir mittlerweile aufgrund der zahlosen Veröffentlichungen nicht mehr sicher, ob hier nicht nur von ihm erdachte Grundideen an Ghostwriter gegeben werden, die diese dann in Buchform bringen. Das aber nur so nebenbei. Todesmarsch ist meiner Meinung nach eines der besten Bücher das er geschrieben hat. Hier gibt es Horror nicht in Form von gruseligen Monstern oder geheimnisvollen Mächten, der Schrecken findet in den Köpfen der Figuren statt. Wie schon in den anderen Rezensionen beschrieben, wird von einem totalitärem System, zur grossen Volksbelustigung ein Marsch ausgerichtet, bei dem nur der stärkste Teilnehemer überlebt, was man auch direkt auf die gesamte Gesellschaft übertragen kann. Zu diesem Selbstmordakt werden die Teilnehmer nicht etwa gezwungen, sie haben sich, total verblendet von den vorherrschenden Wertvorstellungen, selbst dafür beworben, um möglichst viel Ruhm und den grossen Preis zu gewinnen. Der Horror geschieht hier in den Köpfen der Teilnehmer, die einer nach dem anderen merken, worauf sie sich hier eingelassen haben. Obwohl die strukturen des Staates und seinem "Führer" nur angerissen werden, steht dieses Werk 1984 näher als den Schockbüchern von King. Es ist ja an einigen Stellen hier gesagt worden, die Geschichte sei sehr langweilig, da wurde glaube ich mit falscher Erwartungshaltung gelesen. Vielleicht hätte man auf den Bachman Büchern nicht aufdrucken sollen, dass es sich um King handelt, da er sich hier bewusst anderen Genres zugewandt hat. Ich habe das Buch jedenfalls seit meiner Jugend schon mehrfach gelesen und fand es jedesmal aufs neue spannend und schockierend. Im selben Atemzug kann man dann noch Menschenjagdt nennen, das in die gleiche Richtung geht. In beiden geht es um ein krankes System, in dem die Massen von den Medien so manipuliert sind, dass sie nichts mehr in Frage stellen. Das solche Visionen nicht total unrealistisch sind, hat die Vergangenheit ja schon öfters gezeigt und auch heute nimmt die Macht der Medien rapide zu und lenkt das Weltbild vieler Menschen in die gewünschte Richtung, ohne das diese sich der Manipulation direkt bewusst sind.
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