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Kundenrezensionen

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am 14. November 2011
Bin ja gespannt, wann und wie die Identität des Autors offenbart wird. Da er es für nötig hält, uns mitzuteilen, dass er eine neue Kaffeemaschine sein Eigen nennt, gehe ich davon aus, dass er recht mitteilungsbedürftig ist. Also werden wir es schon noch erfahren. Vielleicht, wenn Harold und Melvin sich aufmachen nach Wien, um seine Tante Eleonore Gershwin zu finden?

Harold, eben gekündigter Fleischfachverkäufer mit dem skurrilen Hobby Selbstmord, sieht sich mit einer grundlegenden Änderung seiner bisher so wundervoll monoton mediokren Lebensumstände konfrontiert. Ein Kind bricht in seine Welt ein, die Neuerungen eigentlich nicht zulässt, weil sie Angst machen und verunsichern. Harold ist davon überzeugt, dass innerhalb der nächsten zehn Sekunden das Dach einstürzen wird als seine neue Nachbarin ihren Sohn Melvin für eine Woche bei ihm abstellt. Nun ist Melvin nicht einfach ein Kind. Melvin ist ein Savant. Er übernimmt wie selbstverständlich die Regie über Harolds Leben und bringt ihn dazu, sich als Chauffeur auf der Suche nach Melvins Vater zu opfern.

Und hier beginnt der Roadtrip der beiden. Harold überfährt die Queen, Melvin, der an verbaler Diarrhö gepaart mit enormer Eloquenz leidet, bringt das Pärchen in lebensbedrohliche Situationen, sie lernen das Rosarote Badeschwein ebenso kennen wie den dichtenden Boxer Jonny Danger. Und jedes Mal, wenn Harold glaubt, sich mit der momentanen chaotischen Situation einigermaßen anfreunden zu können, fällt Melvin eine neue Unglaublichkeit ein und schleppt Harold ins nächste Abenteuer. Das Ende ist tröstlich, auch wenn Harold stirbt, denn wir wissen inzwischen, dass Harold nicht stirbt, wenn er stirbt. Und es lässt die Hintertür zu einem sequel offen, auf das ich mich jetzt schon freue.

Erfrischend politisch unkorrekt, bezaubernde coming of age story eines Erwachsenen, skurrile Figuren, die trotz ihrer Funktion in Nebenrollen liebevoll und bildhaft geschildert sind. Und das alles in einer Sprache, die so verfeinert und treffsicher wie abwechslungsreich und unverblümt ist. Ein wahrer Schatz für Sprachfetischisten.

Hans Magnus Enzensberger bringt es in seiner unvergleichlich trockenen Art auf den Punkt, wenn er sagt "Das ist ja ziemlich wunderbar."
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am 3. März 2017
Wunderbar verworren, schräg, unterhaltsam,... Ein Meisterwerk!! Schon während des Lesens musste ich mich mit anderen drüber austauschen. Ich wollte allen von Harold und Melvin erzählen. Harold ist ein so abgefahrener Typ. Nachdem ich fertig war, habe ich es an eine Freundin gegeben. Sie ist genauso begeistert und die nächste Leserin steht schon in der Warteschlange. Ich werde Harold wohl nicht so schnell wieder sehen. Und das, wo er doch so gerne reist... XD
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am 4. Mai 2012
Welche Gründe mag ein Autor haben, sein Werk anonym zu veröffentlichen? Große Berühmtheit auf einem anderen Gebiet, so dass er sich, wenn er schriftstellerisches Neuland betritt, dies erstmal ohne direkte Kritik an seiner Person tun will? Weil er seine Person an sich vor Presse und eventuellen Fans schützen will? Zu geringes Selbstwertgefühl? Was auch immer es sein mag, was Einzlkind dazu bewogen haben mag, uns seine Identität nicht preiszugeben, es fällt nach Lesung von '"Harold'" nicht ins Gewicht. Wer auch immer dieser Einzlkind sein mag, er hat einen so großartigen Debütroman vorgelegt, dass er sich vor nichts und niemandem verstecken muss. Aber vielleicht ist '"Harold'" ja auch gar nicht Einzlkinds Debüt, das würde zumindest seine nahezu überragenden Fähigkeiten erklären, mit Worten und Sprache umzugehen. Aber falls es doch sein erster Roman ist, bete ich zu allem, was nicht Gott ist, dass er noch mehr Bücher schreiben wird, denn ich habe seit Douglas Adams, Jonathan Lethem und Elizabeth Kelly keinen Autoren so grandios schreiben sehen wie dieses fantastische Einzlkind. 'Harold' ist wie Monty Python auf Speed, wie ein humoristisch und sarkastisch potenziertes 'Harold and Maude' und wie Douglas Adams' brüllkomische sehr, sehr dunkle Seite. Man kann diesem Autor und dessen Werk rhetorisch kaum gerecht werden, so brillant, einzigartig und fantastisch ist '"Harold'" geschrieben. Ein absolutes Muss für alle Freunde des pechschwarzen, knochentrockenen, urbritischen Humors, für Fans des Skurrilen, Abseitigen und absurd Witzigen und für diejenigen, die für hochintelligente Wortakrobatik aufrichtige Bewunderung aufbringen können.

Harold ist 49, Single, arbeitet seit 17 Jahren als Fleischwarenfachverkäufer und hängt sich gerne ein paar Mal im Monat im Treppenhaus auf. Er ist ein verschrobener Einzelgänger, der sich von seiner Nachbarin Mrs. Cardigan bestenfalls zu einer Partie Bridge überreden lässt. Als er von heute auf morgen seinen Job verliert, muss Harold sich erst einmal neu sortieren, was dem wortkargen, phobiegeplagten und ängstlichen Einzelgänger sichtlich schwer fällt. Und dann steht auch noch eines Tages die neue Nachbarin vor der Tür, die ihn kurzerhand zum einwöchigen Babysitter für ihren 11jährigen Sohn Melvin rekrutiert, da sie beruflich verreisen muss. Melvin jedoch ist kein gewöhnliches Kind. Der 11jährige Klugscheißer ist mit einem IQ jenseits aller Bemessungsgrenzen gesegnet und ist darüber hinaus auf einer Mission. Er will seinen leiblichen Vater finden und hat per Recherche fünf potenzielle Kandidaten in ganz Britannien ausgemacht. Also nötigt er den schüchternen Harold zu einem Roadtrip durchs ganze Land, um seinen Erzeuger zu finden. Ein ungleicheres Gespann als Harold und Melvin lässt sich wohl kaum finden und so ist denn ihre komplizierte Interaktion nur eines der vielen Probleme, mit denen sich die Beiden auf ihrem England-Trip konfrontiert sehen. So entgehen die Zwei nur knapp einer Pub-Schlägerei, die Melvis intelligentes, aber loses Mundwerk heraufbeschworen hat, treffen auf Nutten, Mörder und andere gestrauchelte Gestalten und verlieren Geld bei Pferdewetten. Spätestens, als Harold die Queen überfährt, ist er mit seinen Nerven restlos am Ende'

Man kann dieses Buch nicht angemessen rezensieren, ohne wenigstens ein klein wenig von Einzlkinds rhetorischer Genialität widerzugeben. Also bitte:

"'Harold hat einen hellblau-grau-violetten gewählt, der ihm vor 15 Jahren sehr gut gestanden haben muss, dazu ein cremefarbenes Hemd und einen gelben Pullunder, auf den einst kleine mintgrüne Elche gestickt wurden, deren handwerkliche Ausarbeitung auf Kinderarbeit schließen lässt. Waren die Winke mit dem Zaunpfahl dermaßen dehnbar? Hatte er [Melvin] vielleicht gesagt: Ziehen Sie bitte etwas aus den Siebzigern an, in dem Sie aussehen wie ein homosexueller Gebrauchtwagenhändler aus Bristol, der nach einer schweren Salmonellenvergiftung nur noch Rüben isst und sonntags die Kirchenorgel bedient, bevor er die jungen Messdiener in der Kapelle vergewaltigt?'"

Es ist übrigens ausschließlich Melvin, der diese unfassbaren Aussagen von sich gibt. Harold scheint gar nicht zu sprechen, wir lesen hier nur seine skurrilen Gedankengänge, während Melvin gar nicht aufhören kann, sein von ihm selbst als genial bezeichnetes Gewäsch von sich zu geben. Einzlkind gelingt es so ganz hervorragend, Harold noch devoter, verschmähter und hilfloser erscheinen zu lassen, als er es sowieso schon ist. Man hat Mitleid mit diesem verschrobenen Kerl, der von Quasselstrippe Melvin nachgerade überfahren und gekidnappt wird, um dessen Erzeuger ausfindig zu machen. Harold fügt sich, nur unter gedanklichem, gelegentlichem Protest, wie immer in sein Schicksal und lässt andere sein bedauernswertes Leben lenken. Für eine Woche ist das Melvin, und das hört sich dann gerne mal so an:

'"Nein, hören Sie, ich bewundere durchaus, wie Sie [ein Obdachloser] Ihr Handikap meistern. Es ist bestimmt nicht einfach, mit echten Kochlöffeln auf ein Xylofon einzuschlagen, auf dem nur noch sechs lose wie auch brüchige Palisander ihr verqueres Dasein fristen. Aber Ihrer Stimme und Musikalität wurden sehr enge Grenzen gesetzt. Sie sollten sich lieber ein Bein amputieren lassen, ein Stück Pappe mit der Aufschrift 'Für Euch habe ich kleine Kinder in Afghanistan getötet' in Händen halten und sich wie ein geschlagener Mischlingsrüde vor Starbucks setzen''Außerdem wäre ich Ihnen sehr dankbar, wenn Sie Ihren leprösen Körper samt Ausscheidungen gen Osten bewegen könnten, da mein Immunsystem gerade eine depressive Phase durchmacht.'"

Auch Sätze wie

'"Das Publikum ist dank darwinistischer Auslese ein Who's who des menschlichen Wagemuts. Arbeitsskeptische Jungunternehmer, frühpensionierte Luden, Selbsthilfegruppen mit Migrationshintergrund, freischaffende Hooligans und Familienväter in Freitzeitblusons.'"

brennen sich einem nachdrücklich ins begeisterte Hirn, denn wenn Einzlkind erstmal loslegt, sind den wilden Satzkreationen, den witzigen Dialogen und den abenteuerlichsten Gedankengängen keine Grenzen mehr gesetzt. Und all dies auf einem derart hohen sprachlichen Niveau, dass man sich daran gar nicht sattlesen kann.

"'Harold'" ist ein einzigartiges Buch, das lustig, traurig, absonderlich, abenteuerlich und abwegig ist und mit seinen merkwürdigen Charakteren und typisch britischen Schauplätzen zu einer literarischen Reise einlädt, die man so schnell nicht vergessen wird. Und dabei geht sogar das Gerücht um, dass Einzlkind eventuell ein deutscher Autor sein könnte. Ja, ist denn das die Möglichkeit? Ehrlich gesagt kann man das nach 224 Seiten, die sich so britisch anhören wie English Breakfast, kaum glauben. Aber wie dem auch sei, 'Harold' ist eines der besten und witzigsten Bücher, die darüber hinaus auf sehr hohem sprachlichem Niveau daherkommen, die ich je gelesen habe. Auch wenn das Storygerüst letztendlich recht simpel ist, ist es Einzlkind durch sein schriftstellerisches Talent gelungen, daraus eine aberwitzige humoristische Achterbahnfahrt zu machen, die ihresgleichen sucht. Also, wer schon Gefallen an den kleinen Auszügen aus dem Buch gefunden hat, sollte sich dieses fantastische Buch schnellstmöglich besorgen. Volle fünf von fünf Stricken, an denen der gute Harold so gerne baumelt.
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TOP 500 REZENSENTam 4. Oktober 2011
Ich habe das Buch in einem Atemzug verschlungen und es ist das lustigste und skurrilste, was ich in den letzten Jahren gelesen habe. Der Autor, der anonym bleiben möchte, aber von sich wenigstens preis gibt, eine neue Kaffee-Maschine gekauft zu haben, weil die alte kaputt war, hat ein Buch geschrieben nach dessen Genuss ich mich die ganze Zeit dazu verleitet fühle, ihm dafür die Füße küssen zu wollen, oder ihm zumindest einen Heiratsantrag zu machen.Die Kritiken überschlagen sich - man vergleicht ihn mit Pratchett, Hornby und Monthy Python (ich füge noch Evers hinzu) und tatsächlich findet man von jedem etwas in seinem Stil wieder, und doch ist er ganz anders...

Mit Harold und Melvin hat er zwei völlig schräge Charaktere in die Welt gesetzt und mit seinem hochgebildeten Wortschatz entwirft er für sie eine passende Welt - die zwar der Realität entspricht, jedoch aus den Augen den Autors, bzw. seiner Figuren gesehen, die skurrilsten Dinge und Situationen offenbart. Harold ist ein arbeitsloser Wurstverkäufer, der ziemlich realitätsfern und ohne eigene Meinung seinen Alltag fristet und Melvin ist der Sohn einer Nachbarin, die das hochbegabte Kind, das sich als "Savant ohne autistische Züge" beschreibt, bei Harold zur Pflege abgibt...

Mit diesem Tag ändert sich das Leben Harolds, denn Melvin gestaltet jeden Tag, den sie nun miteinander verbringen auf eine andere Art und Weise so, dass Harold sein Hobby, gepflegten Suizid zu begehen, täglich ausbauen möchte.
Ich habe eigentlich auf jeder Seite, ja fast bei jedem Satz vor mich hin gelacht, denn allein die Formulierungen sind so aberwitzig genial, das ich mir gewünscht hätte, das Buch habe noch 500 Seiten mehr - ich konnte von dem Schreibstil nicht genug bekommen und frage mich nun ängstlich, wie ich das nächste Buch des Autor denn erkennen soll, wenn ich seinen Namen nicht weiß. Vielleicht könnte er ja seine Kaffee-Maschine fotografieren?

Mein Fazit: Wer englischen Humor liebt (obwohl ich den Autor für einen Deutschen halte, denn dieses Sprachgenie kann man nicht so gut aus dem englischen übersetzen), es rabenschwarz und politisch auch mal unkorrekt mag, der sollte sich unbedingt dieses Buch zu Gemüte führen.
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am 2. August 2010
Als ich im Spiegel kürzlich die selbstredend positive Rezension zu diesem Buch las, war ich zunächst nicht gerade Feuer und Flamme und hatte auch nicht vor das Buch zu kaufen. Klang ziemlich verwirrend was da geschrieben stand...Einige Tage später entdeckte ich es jedoch zufällig im Buchladen und schaute es mir mal näher an. Und bereits der Klappentext brachte mich direkt zum lachen und machte mich neugierig. Also wurde es gekauft. Und dazu rate ich auch...

Harold und Melvin sind so ziemlich die skurrillsten, aber zugleich sympathischsten Charaktere der jüngeren Literaturgeschichte und das Buch ist wohl mit das witzigste was ich seit sehr langer Zeit gelesen habe. Aber es ist auch mehr als das: Satirisch, pechschwarz, sprachlich intelligent und vor allem durchweg unterhaltsam und ohne Längen entführt der anonyme Autor den Leser in ein Roadmovie der besonderen Art. Zum Inhalt selbst muss wohl nicht mehr viel gesagt werden, aber Harold ist für mich bisher definitiv das Buch des Jahres und ich würde mich über weitere Episoden aus dem Leben der beiden Hauptfiguren freuen!

Klare Kaufempfehlung!
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am 6. November 2011
Harold stirbt - während wir uns auf der langen Fahrt nach Rom vor Lachen kaum halten konnten. Bissiger Humor und unerwartete Wendungen machen diese Geschichte zu einem absoluten Hörvergnügen. Die Stimme von Benno Fürmann verleiht jeden Charaker sein Eigenleben. TOP!!!
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am 7. April 2013
Worum geht's eigentlich bei Harold? Harold ist ein Endvierziger, ein aktuell arbeitsloser Wurstfachverkäufer. Er lebt ein in allen Belangen langweiliges, vorhersehbares Leben ohne jeden Höhepunkt. Bis Melvin vor seiner Tür steht, ein 11-jähriger "Savant", der alle seine Bücher (1238) auswendig kennt. Dazu hat er die üblichen Hochbegabtenprobleme: sehbehindert, klein für Alter und von eher schmächtiger Statur. Melvin und Harold gehen zusammen auf Tour um Melvins Vater, eine gewissen Jeremiah Newsome, zu finden.

Der Handlungsplot ist sehr, sehr einfach und erinnert an einen Didi-Hallervorden-Film. Aber darauf kommt es auch nicht an, vielmehr ist Harold ein Stakkato von Situationskomik, um- und beschrieben in herrlichen Sprachkonstrukten. Unbezahlbar herrlich umschrieben der Besuch im Kunstmuseum unter den Einfluß von LSD:" Sie glauben nicht, wie teuer dieses Lysergsäurediethylamid ist. Ich habe übrigens jedem von uns ein Stück Löschpapier in den Kakao getan."

So geht es die ganze Zeit weiter. Harold und Melvin suchen einen möglichen Vater nach dem anderen auf, das Ende der Suche selbst ist erschreckend ehrlich, und daher auch unerwartet.

Zweifellos, man muss diese Art von schwarzem, englischen Humor, der zeitweilig überdreht wirkt, mögen. Aber wer auf diese Art Witz steht, bekommt ein großartiges Buch. Wer nicht Fan von etwa Monthy Python oder englischem Humor an sich ist, sollte sich das Buch vielleicht nur ausleihen.

Aber es ist komisch, weiß Gott. Meiner Meinung nach ist es sein Geld wert.
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am 19. Juli 2013
Ich war ja erst durchaus etwas skeptisch vor der Lektüre: Das Pseudonym "Einzlkind" fand ich etwas albern und das der Protagonist nicht nur "Harold" heisst, sondern ein Faible für suizidale Inszenierungen zeigt, schien mir doch etwas allzu sehr inspiriert von dem Film "H. and Maude". Spätestens nach 2,3 Seiten jedoch haben sich sämtliche Anfangszweifel vollständig aufgelöst: Das Buch ist sehr, sehr komisch und absolut brilliant, wenn nicht sogar äußerst sprachgewaltig geschrieben. Der Autor kennt sich zudem wahrscheinlich gut aus in der Philosophie, ständig stösst man auf Perlen wie etwa "Waren Sie jemals schwach in all den Jahren, war ihr Dionysos stärker als ihr Apollon, haben ihre Hormone in einem unbedachten Moment den Sieg über die Metaphysik der Sitten errungen..." (S.99).

Die zahllosen euphorischen Rezensionen der Feuilletons sind mehr als berechtigt. Was für eine Entdeckung, was für ein literarischer Paukenschlag, wenn Nachfolger "Gretchen" nur halb so gut wäre, würde es reichen.
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am 5. Mai 2015
Harold, 49 Jahre alt, Fleischwarenfachverkäufer, bringt sich ein Mal wöchentlich um. Mehr Hobbys hat er nicht. Melvin ist 11 Jahre alt, ein Savant wie er sagt, und obendrein eine Woche allein. Die Geschichte ist aus Sicht von Harold erzählt, der den schnellen Dialogen nur seine sehr langsamen Gedanken beisteuert. Ich habe manches Mal laut gelacht!
Die zwei müssen sich, unfreiwillig, umeinander kümmern. Emotional und in ihrer Entwicklung stehen sie auf der selben – untersten – Stufe. :)
Der Schreibstil ist distanziert, emotionsarm, trieft aber in jedem Satz vor Sarkasmus, Ironie und Übertreibung. Eine Mischung die mit sehr zusagt. Harold und Melvin sind zwei menschgewordene Aliens, die sich in einer Realität durchschlagen müssen, für die sie nicht geschaffen sind. Die Sorge um die beiden und sich für sie fremdschämen wechseln sich ab. Letztlich ist es ein Roadtrip auf der Suche nach Antworten zu denen es keine Fragen gibt. Klingt komisch, ist aber so.
Ich habe mich köstlich amüsiert.
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am 20. Mai 2012
Dies ist eines der besten Bücher, die ich je gelesen habe! Dem Autor sind ganz wunderbare, schrullige und liebenswerte Charaktere gelungen, allen voran natürlich Harold und Melvin. Aber auch die Nebenfiguren sind fein gezeichnet (z.B. Mrs. Cardigan). Der Autor ist ein ganz hervorragender Beobachter von kleinen kuriosen Alltagssituationen, so dass man sich trotz (oder gerade wegen?) der Schrulligkeit in dem Buch wiederfinden kann. Britain at it's best! Wer z.B. Tom Sharpe mag, wird dieses Buch lieben!
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