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Kundenrezensionen

4,4 von 5 Sternen
54
4,4 von 5 Sternen
Haltet euer Herz bereit: Eine ostdeutsche Familiengeschichte
Format: Taschenbuch|Ändern
Preis:8,99 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime


am 8. Oktober 2012
Was hat der Autor für eine Familiengeschichte! Wenn nur die Hälfte stimmt, bei autobiographischen Texten kann man ja nie ganz sicher sein, bin ich schwer beeindruckt: Der jüdische Urgroßvater gewann einen Prozess gegen Joseph Goebbels und musste dafür bitter im KZ Oranienburg büßen. Großvater I, als Mitglied dieser jüdischen Familie nach Frankreich geflohen, kämpfte im Zweiten Weltkrieg im Untergrund gegen die Wehrmacht und überlebte nur knapp einen Hinrichtungsversuch. Großvater II half, zurückgekehrt aus der Kriegsgefangenschaft, in der er Kameraden in Massengräbern bestatten musste, so tatkräftig mit beim Aufbau der DDR, dass er eine Wohnung in der prachtvollen Stalin-Allee, der heutigen Karl-Marx-Allee, zugewiesen bekam. Beide Großväter hofften, in der DDR Leid aus der Vergangenheit gegen einen neuen Glauben eintauschen zu können und verteidigten diese neue Religion auch innerhalb der Familie bis an die Grenze des Zumutbaren.

Der Vater des Autors, eine Generation weiter und schon einer kritischerer Geist, "Es ist dumm und manchmal sogar gefährlich, immer das zu machen, was alle machen, weil man dann ja gar nicht selber leben muss", suchte sich in der DDR seine Freiräume und verdiente sein Geld als selbstständiger Grafiker, "an seinem Schreibtisch war alles so, wie er es wollte."

Der Autor selbst demonstrierte am 7. Oktober 1989 auf dem Alexanderplatz gegen den Staat der Großväter für die Freiheit und wurde dafür am nächsten Tag verhaftet. Eine lange angstvolle Nacht musste er das Stehen in einem Garagenhof erdulden. Nur der Blick in den Nacken des Vordermanns war erlaubt, der Blick zum Boden verboten. "Mein Vordermann hat braune Haare und trägt eine dunkelblaue Jacke. Ich weiß bis heute nicht, wie sein Gesicht aussieht." Am nächsten Tag ließ der wankende Staat die Festgenommenen ziehen.

Maxim Leo erzählt anschaulich und mitreißend, wie die DDR sich von Generation zu Generation zersetzte. "Ein Staat, in dem schon Kinder auf dem Spielplatz Flucht in den Westen spielen, hat einfach keine Zukunft."

Eins der besten Bücher zur ostdeutschen Geschichte!
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am 9. Februar 2016
Ich fand das Buck wirklich gut. Es war gut geschrieben, es war interessant, oft lustig und ich habe viel gelernt. Es erzaehlt die Lebensgeschichte des Authors, aber dabei ist nicht seine Geschichte im Mittelpunkt, sondern mehr das Leben seiner Grossvaeter. Beide Grossvaeter waren ueberzeugte Kommunisten und Pioniere der DDR; wenn auch aus ganz verschiedenen Gruenden und mit ganz anderen Hintergruenden. Das Buch erzaehlt von ihrer Geschichte in der Nazizeit und wie sie danach begeistert einen eigentlich optimalen Staat aufbauen wollen. Es erazehlt wie langsam die Ideale, der Optimismus und der Enthusiasmus dieser fruehen Gruender an der Realitaet scheitern. Die naechste Generation, die Eltern des Authors, werden immer kritischer und enttaeuschter und die naechste Generation ist nur noch von der DDR genervt. Das ist spannend und plausibel beschrieben - und ist wirklich erhellend fuer eine Westdeutsche, die nie Kontakt mit Ostdeutschland zur DDR-Zeiten hatte. Echt lesenswert.
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am 9. Mai 2012
ein buch, das, so meine einschätzung, die verhältnisse in der DDR recht gut beschreibt. ohne ossi-nostalgie, wie sie sich in den letzten jahren nicht nur in der literatur breitgemacht hat, wird hier der werdegang einer familie, deren einer grossvater einer der gründervater des gesellschaftlichen versuches DDR war, und deren fortschreitende entfremdung von diesem staat beschrieben. dabei geht es zwar recht emotional zu, wie das bei einer familiengeschichte unvermeidlich ist, allerdings wird, so hatte ich den eindruck, auf beschönigung und heroisierung durchgehend verzichtet. der ich-erzähler, leo maxim, schont dabei auch sich selbst nicht.

als österreicher kannte ich vom osten die tschechoslowakei und und ungarn besser, von der DDR kannte ich nur ost-berlin, und mein eindruck deckt sich mit dem von leo maxim: wenn man von westen nach dem osten fuhr, war einem, als wäre plötzlich die farbe abgeschafft worden.
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am 21. April 2012
Durch die Schilderung seiner Familiengeschichte gelingt es dem Autor, wichtige Hintergründe der deutsche Geschichte seit den dreißiger Jahren aus der Alltagssicht zu beschreiben.
Dabei kommt ihm zugute, dass sich sich in seiner Familie wichtige Entwicklungslinien der deutschen Gesellschaft kreuzen.
Ohne Beschönigung und ohne Verteufelung stellt er Ursprünge der DDR und das Scheitern ihrer Machthaber dar.

Auch wenn Max Leo quasi in einer privilegierten Familie aufwuchs, decken sich seine Schilderungen des DDR-Alltags bis hin zu den innerfamiliären Konflikten mit meinen eigenen Erfahrungen.
Der zurückhaltende, ehrliche und witzige Ton des Autors hat mir beim Lesen großes Vergnügen bereitet.
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am 15. September 2014
Vielen Dank an Maxim Leo für die Arbeit, sich zurück zu begeben und zu ergründen wie es war. Die Schilderung des DDR-Alltags ist sehr authentisch, ich fand meine eigenen Erfahrungen wiedergegeben. Spannung erhält das Buch durch die wirklich bewegenden Geschichten der Großeltern-Generation.
Die Sprache des Autors ist sehr gut- nicht sentimental, sondern sachlich, erzählend, fast neutral, jeder kann sich selbst sein Urteil bilden. Und wohltuend, wenn ein junger Mensch sich die Mühe macht, einzutauchen in die Geschichte seiner Herkunft- und nicht nur die Einstellungen und Lebensart der eigenen Generation für das Nonplusultra hält. Der Respekt vor der Lebensleistung der Vorangegangenen wird sehr deutlich- danke dafür!
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am 19. Juni 2013
...kann man besonders gut an den überwiegend positiven Bewertungen dieses Buches ablesen. Vermutlich wird die westdeutsche Leserin tatsächlich meinen, einen "authentischen" Einblick in das Leben in der DDR bekommen zu haben, so wie es "tatsächlich" war. Au contraire, Madame. Für mich ist das ein weinerlicher Käse eines privilegierten Jüngelchens aus einer superroten Funktionärsfamilie, das allenfalls im Jammern Besonderes leistet. Besonders bizarr (aber eigentlich auch amüsant): seine abgrundtief naive Mutter, die sich nicht genug darüber wundern kann, dass ihr Artikel über Pol Pot erst veröffentlicht wird, als es politisch opportun erscheint. Woraufhin etwas in ihr zerbricht. Knack.

Trash-Verlag und kitschiger Titel sollten eigentlich Warnung genug sein.
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am 11. Juni 2012
ein MUSS. Anschaulich und spannend geschrieben, eröffnet das Buch eine andere, interessante Perspektive auf die DDR ..... Die detaillierten Bechreibungen des Lebens der Großväter, die Zeitzeugnisse liefern und Geschichtsunterricht sind. Die Schwierigkeiten, mit welcher die "alten" Kommunisten (aus ihrer historischen Sicht heraus) versuchten ein besseres Deutschland zu errichten, das Scheitern und starrsinnige (mitunter schizophrene) Festhalten an Idealen ....... Die kritischen Intellektuellen-Kinder, die stets einen Spagat zwischen Anpassung und Karriere meistern mußten, und die fast unpolitische Enkelgeneration ..... Und alles mit viel Humor und Überzeichnung aufgeschrieben. Mir hat der Roman wahnsinnig gut gefallen, ein sehr privates Buch und ich lese fortan Maxims Texte mit noch größerem Vergnügen.
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am 28. Oktober 2015
Eine sehr interessante Familiengeschichte über mehrere Generationen mit den unterschiedlichsten politischen Richtungen und Gesinnungen. Sehr plastisch geschrieben. Ein Stück deutsche Geschichte
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am 23. Juli 2014
Zugegeben, ich hatte mir unter dem Titel was anderes erwartet. Das Buch schweift meiner Meinung nach zu weit aus. Trotzdem habe ich mich durchgekämpft und am Ende ergab alles einen Sinn.
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am 23. Februar 2014
Ich habe eine Rezension von dieser Biographie gelesen, die mich auf dieses Buch aufmerksam gemacht hat. Die Rezension in 'The London Review of Books' scheint mir im Nachhinein recht eigenartig. Wie auch immer, eine erschütternde biographische Erzählung, die Ich jeder/m Germanisten nur empfehlen kann, um von der/dem allgemein interessierten Leserin/Leser ganz zu schweigen.
Wer wissen will, wie es um die DDR wirklich beschaffen war, der soll dieses Buch sofort in die Hand nehmen!
Richard McDowell,
Rossall School,
Fleetwood,
England
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