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am 11. Juni 2010
"Niemand den Du kennst" ist ein wirklich spannender Roman, für mich wirkte er allerdings eher wie ein Psychothriller, atemlos sitzt man, liest und die Seiten fliegen nur so dahin.

Es ist in Ich-Form aus der Sicht einer jüngeren Schwester geschrieben, Ellie Enderlin. Ihre Schwester wurde Opfer einer Gewalttat und wurde im Alter von 22 Jahren nach einer 1 wöchigen Suche im Wald unter Laub tot aufgefunden. Ein Täter wird nie ermittelt, die Familie zerbricht nach einer jahrelangen Tortour, in der jeder für sich versucht, mit der Tatsache fertig zu werden, dass Lila Enderlin, die grosse Hoffnung der Mathematik, hochbegabt und Anwärterin hochdotierter Preise, nicht mehr lebt.
Ellie ist inzwischen 38 Jahre alt, sie ist Kaffeeexpertin, -verkösterin, bereist die gesamte Welt nach der Suche von interessanten Kaffeeplantagen.Auf einer dieser Reisen wird sie von einem Mann angesprochen, dem Hauptverdächtigen der Gewalttat und das Buch beginnt.

Jetzt nach 20 Jahren findet Ellie die Kraft sich mit dem Tod der Schwester auseinanderzusetzen, jetzt steht nicht mehr die Fassungslosigkeit, die Schuldgefühle und die zerbrechende Familie im Vordergrund, sondern jetzt kann sie ruhiger und reifer geworden mit dem vermeintlichen Täter sprechen und erfährt dadurch nicht nur, dass ihre Schwester offenbar viele Geheimnisse hatte und ein ganz anderer Mensch war, als sie immer dachte, sondern sie beginnt zu ahnen, dass der Tatbestand ein völlig anderer war und beginnt Nachforschungen anzustellen.
Aber dem nicht genug: Ellie hatte nach dem Tod ihrer Schwester Halt gefunden bei ihrem damaligen Literaturdozenten und hatte, da die Eltern dazu nicht fähig waren, mit ihm über ihren Kummer, ihre Zweifel und das Wesen ihrer Schwester gesprochen. Dieser hatte die Informationen nicht nur gesammelt, sondern als Bestsellerroman veröffentlicht. Die Folgen dieser unfassbaren Tat erfährt man im Buch für alle damals Betroffenen, wirklich unglaublich realistisch beschrieben.

Als Leser wird man mehr und mehr in das Buch gesogen, man beginnt selbst nachzugrübeln, wer könnte der Täter sein? Man steht der Selbtsucht dieses ehemaligen Dozenten genauso hilflos gegenüber wie damals Ellie und legt das Buch eigentlich nur aus der Hand, um hin und wieder einen Kaffee zu kochen. Man sollte sich einen ausreichend grossen Kaffeevorrat zulegen, auch als Teetrinker...

Sehr spannend und informativ sind auch die Reisen in die Mathematik, Beschreibungen der Leben grosser Mathematiker, unzählige mathematische Vermutungen und Sätze, Theoreme und Probleme werden in verständliche Sätze gepackt und man bekommt einen sehr guten Eindruck der spannenden Welt der Mathematik, für mich ein Hauptgrund zu diesem Buch zu greifen.

Insgesamt ein spannendes, sehr gut geschriebenes, intelligentes Buch, eher ein Psychothriller als ein Roman, mit überraschendem Ende. Ich habe mich sehr gut unterhalten und kann es auch Leuten empfehlen, die Mathematik nie mochten.
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am 3. Januar 2011
Eine kurze Inhaltsangabe lasse ich jetzt einfach mal weg, da haben einige Vorrezensenten schon wirklich tolle Arbeit geleistet und ich klinke mich da kurzerhand ein, um mich da nicht wiederholen zu müssen.

Für mich war "Niemand, den du kennst" der erste Roman der Autorin und hatte somit auch keinerlei Vergleichsmöglichkeit mit einem Vorgängerband und bin da recht unbedarft an die Sache herangegangen. Keine zu hohen Erwartungen, aber auch nicht mit dem Wunsch nach "besserem" Lesestoff und einer Steigerung der Autorin.
Also einfach mal reingestürzt ins Lesevergnügen.

Als Leser machen wir dann auch sofort die Bekanntschaft unserer Hauptprotagonistin Ellie Enderlin, die uns die Story aus ihrer Perspektive schildert, in Ich-Form, was ja auch nicht unbedingt jedem beim Schmökern so liegt.
Finde ich hier aber durchaus gelungen und wir kommen dann auch in den Genuss, Ellie etwas näher kennenzulernen, dabei ihre Gedanken und ihre Gefühlswelt auszuloten, ihre Trauerbewältigung mitzuerleben und die zunächst zögerliche Suche nach dem Täter ihrer Schwester.
Und genau hier liegt meiner Meinung nach so ein bisschen der Schwachpunkt des Ganzen, denn den so absoluten und tiefgreifenden Zugang zu Ellie ist mir beim Lesen verwehrt geblieben und der Funke nicht wirklich übergesprungen. Die Stimmungslagen und Empfindungen der jungen Frau sind hier durchaus detailliert und episch aufs Papier gebracht worden, aber mir persönlich einen Hauch zu nüchtern und spröde, wo ich doch als Leser so gerne an den emotionalen Achterbahnfahrten der Romanfiguren teilnehme und dabei auch mitfiebern möchte.

Zudem agiert sie mir in einigen Szenen einfach zu zaghaft und statisch, sodass dem Gesamtgeschehen auch etwas die Dynamik und Vitalität fehlt und die Story teilweise lahmt.
Sicherlich wartet die Autorin hier auch mit einigen Spannungselementen auf, die dem Handlungsablauf dann wirklich gut zu Gesicht stehen und so dann doch noch für etwas Nervenkitzel gesorgt wird.
Von diesen Momenten hätte ich ja gerne mehr gehabt!

Auch die Auflösung um den eigentlichen Täter zeigt sich hier eher unspektakulär und hätte etwas mehr Schwung und Pep vertragen können, um vielleicht noch ein insgesamt etwas aufregenderes und imposanteres Finale anzubieten.

Rundweg gut gelungen ist der Autorin hier der immer mal wieder angebotene Wechsel zwischen Vergangenheit und Gegenwart, der perfekt ineinander übergehend und absolut leserfreundlich präsentiert wird und die Erzählung so letztendlich auch "zusammengehalten" wird.
Des Weiteren überrascht sie hier mit einer eher ungewöhnlichen Thematik für einen Thriller und entführt uns Leser in die Welt der Mathematik, die sie wirklich gekonnt und überzeugend in die Handlung einflechtet und auch so manches "Buch mit sieben Siegeln" in dieser meist so verzwickten Wissenschaft ziemlich sachkundig für uns aufbröselt.

Der Plot an sich zeigt sich schlüssig und methodisch aufgebaut und bietet dem Leser durchaus eine nachvollziehbare und eingängige Aufarbeitung des Geschehens, bei dem sicherlich auch Michelle Richmonds gradliniger und schnörkelloser Schreibstil gefällt und positiv ankommt.

Alles in allem bietet "Niemand, den du kennst" sicherlich eine stimmige und ausgefeilte Lektüre, die auch mit einigen ausgeklügelten Spannungsmomenten aufwartet, der aber letztendlich so das prägnante und einschneidende Etwas fehlt, um es zu einem mitreißenden Page-Turner zu machen.

Kurz und gut: Nette Krimi-Literatur für zwischendurch, der sich auch gut von der Hand weg lesen lässt, aber keinen allzu nachhaltigen Eindruck hinterlässt.
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TOP 1000 REZENSENTam 16. August 2015
... und in diesem Roman, in dem die Mathematik eine so zentrale Rolle spielt, da geht die Rechnung für mich insgesamt nicht auf.
Was soll das sein? Die Geschichte der Entwicklung einer jungen Frau vor dem Hintergrund des ungeklärten Todes ihrer hochbegabten Schwester? Die Erzählung über eine Familie, die über den Tod eines ihrer Mitglieder zerbricht? Oder - ganz banal - etwa ein Thriller? - Keine Ahnung! Für mich ist es nichts von alledem geworden, sondern irgendwie eine etwas uninspirierte Geschichte, stellenweise auch ziemlich langweilig dargeboten, und sie erinnert mich ein wenig an Fortsetzungsromane in Zeitungen oder an die Romane aus "Reader's Digest", bei denen man auch nie so genau wusste, was sie eigentlich sein sollten - außer, dass sie sehr "amerikanisch" waren.
Sprachlich bewegt sich das Buch erstaunlicherweise auf nicht ganz flachem Niveau - das überrascht durchaus positiv und nachhaltig. Rein vom Aufbau der Story jedoch, da tun sich einige Mängel auf: Einerseits ziehen sich mathematische Abhandlungen und Theoreme seitenweise in die Länge, auch die ständigen Zitate des Literaturdozenten und selbsternannten Bestsellerautors Thorpe, die Ellie wortgetreu noch nach Jahren runterdeklinieren kann, werden umfassend ausgebreitet und auch ständig wiederholt - und andererseits werden jene Sequenzen in der Geschichte, die die Story als solche voranbringen, irgendwie lieblos wie an einer Schnur aufgefädelt - ohne langsame Anbahnung, ohne Spannungsaufbau - plötzlich kreuzen irgendwelche Personen Ellies Wege (auch in Nicaragua steht plötzlich, wie von Geisterhand, ein hochgradig Verdächtiger vor Ellie...), rücken jeweils immer mit ein paar Brosamen der möglichen Wahrheit heraus, und daraus zieht Ellie dann ihre Schlüsse. Insgesamt finde ich auch die Art und Weise, wie jener Literaturdozent ein Buch über den gewaltsamen Tod von Ellies Schwester schreiben konnte, reichlich seltsam. Wie kam der Mann an all die Fotos von Lila, die er dann in seinem marktschreierischen Buch verwurstete? Wie konnte er - ohne befürchten zu müssen, juristisch dafür belangt zu werden - die realen Namen aller Beteiligten in seinem Buch nennen, zudem einen Mann, der offiziell nie angeklagt wurde, der Tat bezichtigen und diesen ebenfalls mit vollem Namen in seinem Machwerk verewigen, ihn damit der Meute zum Fraß vorwerfen - und alle Welt sieht solch ein Buch als "Wahrheit" an und überhäuft es mit Preisen? Ich weiß, dass der Datenschutz in den USA nicht als so hohes Gut wie speziell hierzulande angesehen wird (wer weiß das seit NSA nicht???), aber diese Art der Recherche bzw. der Aufarbeitung einer Gewalttat kommt mir doch reichlich unrealistisch vor.
Insgesamt bin ich enttäuscht. Der Klappentext hinten auf dem Cover las sich spannender, als das Buch wirklich ist.
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am 22. August 2010
Das Buch entpuppte sich mit jeder fertig gelesenen Seite als eine Enttäuschung.
Eine zentrale Frage, nämlich WER der Mörder ist, wird 50 Seiten vor Schluss ziemlich unspektakulär beantwortet. Eine andere Frage, die sich dem Leser während der Geschichte aufdrängt ist: Wozu ist dieses Buch von Lila gut? Es stellt sich herraus, dass es völlig nutzlos ist für die Aufklärung des Mordes, welches ich sehr enttäuschend fand. Naja die letzten Seiten ziehen sich in die Länge, trotz der Hoffnung, dass doch noch etwas spannendes kommt, musste ich mich zum weiterlesen zwingen, und leider wurde es nicht belohnt. Alles in Allem enttäuschend und langweilig. Erwartungen werden nicht erfüllt.
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am 20. Juli 2015
Da man bereits einige Inhaltsangaben hier findet möchte ich nur soviel sagen: Ich finde es schade, dass im Buch beschrieben wird, wie ein gutes Buch sein sollte, es diesem aber überhaupt nicht entspricht. Ich empfand das Lesen teilweise als sehr anstrengend (Schreibstil), aber dennoch wollte man wissen, wer nun der Mörder ist, so dass ich tapfer durchgehalten habe.
Ich würde es mir nicht kaufen, aber ausleihen ist ok.
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am 25. Februar 2011
Inhalt:
Das Buch "Niemand den du kennst" erzählt die Geschichte von Ellie, deren Schwester Lila vor 20 Jahren Opfer einer Gewalttat wurde. Der Täter konnte bis dahin nicht gefunden werden und Ellies Familie zerbricht an diesem Schicksalsschlag. Auf Grund ihres Jobs, Kaffeeverkösterin, reist Ellie durch die ganze Welt und sucht auf Kaffeeplantangen nach neuen interessanten Kaffeesorten. Auf einer dieser Reisen begegnet ihr zufällig der Mann, der in den Ermittlungen um den Tod ihrer Schwester als Hauptverdächtiger galt und erhält von ihm Lilas heißgeliebtes Notizbuch. Sie beginnt sich mit ihrem Tod auseinander zu setzen und muss erkennen, dass sie Lila nicht so gut gekannt hat, wie sie bisher angenommen hatte und dass dadurch auch die Umstände ihres Todes in ein ganz neues Licht gerückt werden. Hinzu kommt Ellies problematisches Verhältnis zu ihrem ehemaligen Literaturdozenten, bei dem sie in der schweren Zeit Halt gefunden hat und der ihr den Verlust der großen Schwester noch schwerer gemacht hat.

Meinung:
Das Buch beginnt damit, das Ellie dem Hauptverdächtigen im Mordfall ihrer großen Schwester Lila begegnet und ihr altes Notizbuch erhält. Lila, ein hochgegabtes Mathegenie wurde vor 20 Jahren tot aufgefunden, und die Umstände ihres Todes wurden nie ganz geklärt. Diese schicksalshafte Begegnung reißt alte Wunden wieder auf und der Leser wird sofort in Ellies Gefühlswelt hineingezogen. Verstärkt wird das ganze durch die Ich-bezogene Erzählperspektive. Nach und nach werden immer mehr Details aus Lilas Vergangenheit bekannt und man kann als Leser sehr gut nachvollziehen und miterleben, wie enttäuscht und verwirrt Ellie ist: ihre Schwester scheint eine gänzlich andere Person gewesen zu sein, als die, die sie kannte. Insgesamt sind die verschiedenen Stimmungen im Buch sehr gut und detailliert beschrieben. Unterstützt wird dies durch einen stetigen Wechsel von Passagen und Erlebnissen aus der Vergangenheit und Gegenwart, welche von der Autorin gekonnt und schlüssig in die Geschichte eingebaut werden. Zudem finde ich die zweite große Thematik in diesem Buch ungewöhnlich aber sehr überzeugend und fachkundig umgesetzt: die Mathematik. Dadurch, dass Lila ein hochbegabtes Mathegenie war, wird der Leser immer wieder in die Welt der Mathematik entführt. Hierbei muss man sagen, dass diese Passagen sehr spannend und informativ dargestellt werden. Man bekommt viele Hintergrundinformationen über berühmte Mathematiker und ungelöste mathematische Vermutungen und Theoreme. Hierbei bemüht sich die Autorin um eine leichte Sprache mit verständlichen Sätzen, was ist auch vollkommen gelingt. Einfach erklärt bekommt der Leser hier einen sehr guten Eindruck davon, wie spannend Mathematik sein kann.
Der Plot ist in sich sehr schlüssig und zeugt von guter Recherche-Arbeit. Er wirkt zu keiner Zeit übertrieben und lässt den Leser detaillreich an Ellies Leben teilhaben. Auch die Spannung wird zu Beginn des Buches gut aufgebaut und kontinuierlich gehalten. Leider erreicht sie jedoch nicht die Schwelle, um das Buch zu einem mitreißenden und mitfiebernden Hit zu machen. Auch die Auflösung um Lilas Mörder erscheint im Vergleich zum restlichen Buch eher unspektakulär und fad.

Fazit:
"Niemand den du kennst" ist ein relativ spannender und gut geschriebener Roman. Durch gelegentliche Einflüsse der Mathematik, welche leicht verständlich erklärt werden, erhält das Buch ein gewisses Level an Intelligenz und ist auch für Leute ohne Freude an dieser Thematik zu empfehlen. Trotz der nicht ganz so hohen Spannung und der schlappen Auflösung um Lilas Mörder bietet das Buch gute und interessante Unterhaltung für Zwischendurch.
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am 16. August 2010
Als Kracher würde ich das Buch nicht bezeichnen. Die Geschichte an sich ist nicht schlecht:
Die ältere Schwester von Ellie wird tot im Wald aufgefunden.Die ältere Schwester Lila war eine mathematische Naturbegabung. Nun will Elli wissen, was wirklich geschah. War es ein Unfall oder Mord?
Leider zieht sich das Buch teilweise in die Länge, die Spannung hält sich auch in Grenzen.
Vor allem wird viel über Mathematik philosophiert, nicht gerade mein Lieblingsthema.
UND: Wer das Buch "Ein einziger Blick" von Michelle Richmond gelesen hat wird, so wie ich, von diesem Buch enttäuscht sein.
Mein Fazit: Würde ich nicht unbedingt empfehlen!
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am 6. Januar 2013
Beim Film sagt man immer Popkornkino, wenn man ganz gut Unterhalten wurde, ohne besonders beeindruckt zu sein. Das passt 100prozentig auf dieses Buch. Das Buch hatte einen roten Faden und eine durchaus spannende Geschichte.

Die Geschichte hat jedoch seine Schwächen. Unrealistisch fand ich die Geschichte rund um den alten Unidozenten Thorpe. Fast jeder der im Buch genannten Personen hätte die Möglichkeit gehabt sich gegen die Veröffentlichung des Buches zu wehren. Warum ist das nicht geschehen?

Auch die Auflösung ist recht schwach, warum wird noch Seitenlang das Kühemelken beschrieben, wenn eigentlich klar ist das das Rätsel jetzt aufgeklärt werden könnte.

Man kann das Buch lesen, verpasst aber nichts wenn man es nicht tut. Popkornkino eben.
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am 12. Juni 2010
20 Jahre nach dem Tod ihrer Schwester Lila trifft Elli in Nicaragua den Mann, den sie und ihre Familie für den Mörder gehalten haben. Peter McConnell erklärt Elli, dass er unschuldig ist und überlässt ihr Lilas Tagebuch, das die Mathematik-Begeisterte im Wesentlichen mit mathematischen Notizen und Theorien gefüllt hat.
Den Tod ihrer Schwester haben weder Elli, die inzwischen als Kaffeeverkösterin arbeitet und als solche durch die Welt reist, noch ihre Eltern, die sich nach dem Tod getrennt haben, nie verwunden. Nach Lilas Tod hatte sich Elli ihrem Literaturdozenten anvertraut, der aus der Geschichte von Lila und ihrer Familie einen Bestseller-Roman geschrieben hat, der Peter McConnell als einzig möglichen Mörder erscheinen lässt. Der leise Zweifel an dieser Beweisführung bricht bei Elli wieder auf. Sie macht sich auf in ihre Heimat San Francisco, um den tatsächlichen Mörder ihrer Schwester zu finden.
Gleich einer mathematischen Beweisführung nimmt Elli Kontakt zu allen möglichen Verdächtigen auf, stößt auf Unbekanntes - die Aufdeckung von Geheimnissen in Lilas Vergangenheit halte ich eher für eine irreführende Beschreibung - , um zum Schluss eine Verquickung von unglücklichen Momenten aufzudecken.
Das Buch nimmt den Leser von den ersten Seiten an in den Bann. Es ist nicht wirklich spannend, aber temporeich geschrieben. Insbesondere die mathematischen Ausführungen sind passend eingeflochten und kurzweilig, die Einblicke in die Arbeit einer Kaffeeverkösterin und die Schilderung des bunten Lebens in San Francisco ergänzen die Handlung.
Die Geschichte erinnert an Steward O'Nans "Alle, alle lieben dich ", da in beiden Geschichten der gewaltsame Tod einer jungen Frau eine zentrale Rolle spielt und die Bedeutung dessen für Familie und Freunde. Während Steward O'Nan dicht an den Personen und der Kleinstadtatmosphäre bleibt, wirken dagegen Elli und die anderen Protagonisten letztendlich etwas steril und unnahbar.
Fazit: ein gut recherchiertes kurzweiliges Romanerlebnis.
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am 17. Juli 2010
Michelle Richmond schreibt Bücher, die süchtig machen!
Wie schon vor knapp zwei Jahren Ein einziger Blick hat mich auch ihr neuer Roman von wieder sehr beeindruckt. Auch dieses Buch ist schwer einzuordnen zwischen Spannungsroman und Erzählung. Als roter Faden zieht sich zwar ein lange zurückliegendes Verbrechen durch den Roman und der Versuch, dieses nach 20
Jahren aufzuklären. Jedoch schreibt Richmond keine Thriller, sondern durchleuchtet auf dem Weg ihrer Protagonisten deren Leben, ihre Vergangenheit, ihre Charaktere. Dabei beschreibt sie oftmals vermeintlich belanglose Dinge und Episoden, die mich vermutlich bei jedem anderen Autor langweilen würden. Aber hier fügt sich am Ende immer alles zusammen, und selbst Kleinigkeiten sind interessant. Alles hat einen Zweck und einen Hintergrund. Alles treibt die Geschichte voran und lässt die Personen und ihre Geschichten gleichzeitig von Kapitel zu Kapitel lebendiger werden.

Neben dieser unvergleichlichen Art und Weise, eine Geschichte zu erzählen, mag ich vor allem Richmonds ruhigen und unaufgeregten, ja beinahe hypnotischen Schreibstil. Nicht nur inhaltlich ist alles ausgetüftelt und perfekt zusammengesetzt. Auch stilistisch wirkt hier jedes Wort mit Bedacht ausgewählt, hier sitzt einfach jeder Satz.
Interessant ist vor allem auch die Vielschichtigkeit der Geschichte. Die vor 20 Jahren von einem Unbekannten ermordete Lila war eine begabte Mathematikstudentin. Mathe war ihr Leben, ihre Leidenschaft. Sie sah in Zahlen eine Ordnung und eine Schönheit, die anderen Menschen oft verborgen bleibt. Diese völlige und bedingungslose Hingabe an eine Sache ist sehr glaubwürdig beschrieben und hat mich sehr berührt. Lilas jüngere und völlig gegensätzliche Schwester Ellie möchte nach 20 Jahren endlich Antworten finden auf die Frage, wer ihre Schwster umgebracht hat und weshalb. Dreh- und Angelpunkt ist ein 'True Crime' Buch, welches Ellies Unidozent damals geschrieben und es dadurch zu schrifstellerischem Ruhm gebracht hat. Da großes Interesse an Lilas Tod bestand, der Fall aber nie aufgeklärt werden konnte, hatte Andrew selbst recherchiert und aus den Fakten eine vermeintlich wahre Geschichte gestrickt, in der er auch einen Täter präsentierte. Obwohl diesem die Tat nie nachgewiesen werden konnte, war er durch das sehr bekannte Buch gebrandmarkt und konnte nie wieder richtig Fuß fassen.
Ellie deckt all die Jahre später zweierlei auf: Es gab noch weitere Verdächtige, die viel bessere Motive gehabt hätten. Aber der als Täter präsentierte Peter war derjenige, der dramaturgisch am besten gepasst hatte.
Zentrales Thema ist hier die geradezu schockierende Konstruktion einer Geschichte um ihrer selbst willen. Andrew Thorpe, der sein eigenes Leben eher verpfuscht hat, in seinen Büchern aber stets Wert legt auf den bestmöglichen Schluss und penible Konstruktion.
Im Gegensatz zu Thorpe scheint Richmond selbst den Fokus vor allem auf die Figuren zu legen. Sie beschreibt deren Leben, leuchtet es von allen Seiten durch, setzt viele Fakten wie ein Puzzle zu einem schlüssigen Ganzen. Die Geschichte ergibt sich daraus ganz von selbst, und genau das macht ihre Bücher so wunderbar leicht und spannend.

Sehr schön fand ich die Parallelen von der Mathematik und Lilas Mord: In beiden Fällen gibt es etliche Vermutungen, aber ohne den Beweis sind sie wertlos. Auch Lilas Geschichte, im Leben wie im Tod, war voller Unbekannte und muss gelöst werden wie eine mathematische Gleichung.
Im Grunde suchen hier viele der Personen auf ihre Weise Perfektion: Lila, die stets nach Beweisen mathematischer Vermutungen suchte und die Zahlen in ihrer Reinheit so liebte. Thorpe, der eine perfekte Geschichte zu konstruieren versucht. Und Ellie, die einfach nur nach der Wahrheit sucht.
Sie findet sie schlussendlich auch. Die Antwort auf die Frage nach Lilas Mörder fand ich beinahe unspektakulär, wenn auch überraschend. Letztlich war mir persönlich der Täter aber auch relativ egal. Die Geschichte selbst mit ihren vielen Facetten ist es, was für mich diesen Roman ausmacht, aber das ist Ansichtssache.

Dies ist ein richtig, richtig tolles Buch, das mir viel gegeben und mich sehr berührt hat ' inclusive Tränchen am Schluss!
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