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VINE-PRODUKTTESTERam 8. September 2008
Lena will unbedingt einem Geheimnis auf die Spur kommen und daher in der Küche des herzoglichen Haushaltes arbeiten. Mit Hilfe ihrer Freundin Hella gelingt es Lena, ihren Plan in die Tat umzusetzen. Lena kocht sich schon bald in die Herzen des Herzogs und seiner jungen Gemahlin und ist nicht nur daher vielen ein Dorn im Auge. Ihre schöne Freundin Hella gibt nicht nur ihren älteren Gatten Anlass zur Eifersucht, sondern zieht sich den schwelenden Hass einer nicht unwichtigen Person am Hofe zu. Lenas verwitwete Tante Els mit ihrem gutgehenden Gasthaus, der Poststation und ihrem autistischen Sohn Sebi ist dem Neid von Konkurrenten und Anfeindungen von Mitmenschen ausgesetzt. Ausserdem sagt man, sie ergehe sich mit ihren Freundinnen in heidnischen Ritualen. Für die betroffenen Frauen mehr als ungünstige Voraussetzungen, denn Dominikanerpater Heinrich Kramer, Verfasser des "Hexenhammers", hat es sich zur Aufgabe gemacht, auch in Tirol und insbesondere in Innsbruck, Hexen auszurotten und fordert die Bewohner zur Denunziation auf...Als es zum Prozess für die Frauen kommt, erscheint die Lage aufgrund der Vielzahl der Denunziationen die Lage aussichtslos. Wäre da nicht der Herzog Sigmunds Jurist Johannes Merwais, der ein persönliches Interesse daran hat, dass die angeklagten Frauen, allen voran Lena, freigesprochen werden...

Ein Geheimnis, von dem man *denkt*, dass es so schwer zu erraten nicht sei. Kochkünste in Gesinde- und Herrschaftsküche, die einem das Wasser im Munde zusammenlaufen lassen. Liebenswerte Protaginistinnen, mit kleinen Fehlern, die man einfach mögen muss. Boshafte Weiber und verbohrte Kirchenleute, die den Hauptpersonen das Leben schwer machen. Detailgetreue, plastische Erzählweise und ein Spannungsbogen auf durchgängig hohem Niveau. Frau Riebe hat wieder einmal äusserst spannend & geschickt Fakten und Fiktion miteinander verwoben und dabei das Leben in Innsbruck und an Herzog Sigmunds Hofe zum Leben erweckt. Ein historischer Abriss sowie Literaturempfehlungen runden den Roman ab.

Was will man mehr von einem rundum gelungenen Leseerlebnis erwarten? Ich jedenfalls nichts! Besser könnte ein historischer Unterhaltungsroman für mich nicht sein! Frau Dr. Riebe kann es einfach!
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am 22. Oktober 2013
„Die Hexe und der Herzog“, Historischer Roman von Brigitte Riebe, erschienen als Taschenbuch im März 2010 im Diana Verlag

Inhaltsangabe:
Innsbruck 1485: Die junge Lena wächst bei ihrer Tante auf und kümmert sich mit um den Gasthof.
Kurze Zeit später bekommt sie eine Anstellung in der herzoglichen Küche und verwöhnt die neue Herzogin Katharina von Sachsen ab da mit ihren köstlichen Speisen. Die Herzogin hat keinen leichten Stand, sie muss um ihr Glück kämpfen und ist vielen Intrigen ausgesetzt. Doch das Glück von Lena währt nicht lange, denn sie steht im Verdacht, dass sie versucht hat, das Herzogpaar zu vergiften. Schneller als ihr lieb ist landet sie im Kerker. Doch nicht nur wegen des Verdachts des vermeintlichen Giftanschlages- Lena wurde als Hexe denunziert.

Aufmachung, Stil und Figuren:
Das Cover zeigt eine rot- braunhaarige Frau mit einem silbernen Gefäß in der Hand. Im Hintergrund sieht man einen Teil einer Stadt. Der Name der Autorin steht in erhobener Goldschrift auf rotem Hintergrund, darunter der Buchtitel in weißer Schrift. Ein sehr schönes Cover, welches wunderbar auf das Buch einstimmt.
Auf Seite 2 befindet sich ein kleines Interview mit Brigitte Riebe zum Buch, sowie allgemeine Informationen über die Autorin.
Der Schreibstil von Brigitte Riebe ist auch in diesem Buch wieder wunderbar. Sie schafft eine wunderbare, dichte Atmosphäre und zeichnet ein intensives Bild der düsteren Zeit- der Zeit der Hexenverfolgungen. Fiktion eingebettet in einen historischen Hintergrund- was wünscht man sich als Leser historischer Romane mehr?
Die Figuren sind sehr lebendig gezeichnet und haben meist sehr sympathische Züge. Es gibt Gute und Böse, einige Figuren sind historisch belegt (z.B. Heinrich Kramer), andere sind fiktiv.

Thema:
Das Buch behandelt das Thema der Hexenverfolgungen in Europa- besonderes der Beginn der Hexenverfolgung in Innsbruck. Brigitte Riebe hat sich hier einem historischen Fall angenommen und ihn mit Fiktion aufbereitet.

Bewertung:
Dieser Roman ist spannend und sehr flüssig zu lesen. Ich empfand die Geschichte von der ersten Seite an bis zur letzten Seite als sehr mitreißend und absolut glaubhaft.
Vor allem auf den letzten 100 Seiten kam eine Spannung auf- ab hier wollte ich das Buch einfach nicht mehr auf die Seite legen.
Ein toller Roman zum Thema Hexenverfolgung! Zwar düster- aber trotzdem mit so viel Hoffnung! Einfach toll! Lesen! Es lohnt sich!
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am 22. Juli 2011
Hier legt Brigitte Riebe wieder einen ihrer solide recherchierten und detailgetreuen Romane vor. Im Mittelpunkt steht nicht nur Lena, die fiktive Hauptfigur, die von einer großen Anzahl realer historischer Persönlichkeiten umgeben ist, sondern nach meinem Empfinden vor allem der Fanatiker und Psychopath (Sexualneurotiker) Heinrich Kramer , der unter dem latinisierten Namen "Institoris" traurige Berühmtheit erlangte. Auf seine Veranlassung gab Papst Innozenz VIII die berüchtigte Hexenbulle "Summis desiderantes affectibus " heraus und er ist auch der alleinige Autor des "Hexenhammers" ("Malleus maleficarum"), der in seiner verheerenden Wirkung von der Autorin mit Hitlers "Mein Kampf" verglichen wird.
Das Buch ist in sehr ansprechendem Stil geschrieben, die grausame Thematik wird ohne allzu abstoßende Brutalitäten geschildert. Im Gegensatz zu anderen - ebenfalls sehr guten -Romanen der Autorin kann man sich in dieses Buch sehr schnell einlesen, weil diesmal nicht verschiedene Erzählstränge aufeinander zulaufen, sondern eine geradlinige Erzählung dargeboten wird.
Wie immer gibt es ein ausführliches Nachwort mit Erläuterungen zum Verhältnis von Fakten und Fiktion sowie außerdem ein
Literaturverzeichnis mit Lektüretipps für Leser, die generell an der Thematik der Hexenverfolgungen interessiert sind.
Eine lohnende Lektüre (nicht nur) für Leser von "Hexenliteratur".
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am 31. Mai 2013
Romane, deren Handlung in den Kulissen des Mittelalters spielt, gibt es zuhauf. Seit vor Jahrzehnten Umberto Ecos „Rose“ und Ken Follets „Säulen der Erde“ Furore machten, finden sich Bücher dieser Kategorie mit immer ähnlichen Titeln und Aufmachungen in jedem Bahnhofskiosk. Nach stets gleichem Rezept wird damit eine hungrige Leserschar gefüttert, die scheinbar nicht genug bekommen kann von Dirnen und Kräuterweibern oder ermordeten Mönchen samt sonstigem Klischee einer dunklen, längst vergangenen Zeit. Und es ist zu vermuten, dass besonders die weibliche Leserschaft Vergnügen daran hat, von anrührenden Schicksalen ihrer Geschlechtsgenossinnen zu erfahren,die stets als Hebamme, Hure oder Hexe ihrem Henker gegenüberstehen und zur Heldin werden.
Der bereits vor einigen Jahren veröffentlichte und 2010 als Paperback bei „Diana“ erschienene Roman von Brigitte Riebe mit dem wirksamen Stabreimtitel von „Hexe und Herzog“ entspricht zwar genau diesen Erwartungen, hebt sich aber wohltuend von Vielem dieses Genres ab. Er ist anders: einfühlsamer, weitaus klüger, spannender … Eben besser! Kurz: Brigitte Riebe beherrscht ihr Hexen-Einmaleins.
Der namhaften Krimi- und Historienautorin ist es in ihrem gut 500-seitigem Taschenbuch gelungen, vor dem Leser ein faszinierendes Bild des 15. Jahrhunderts auszubreiten, dem es nicht an satter Farbigkeit und exzellent gezeichneten Charakteren mangelt. Drehbuchartig wird die spannende Handlung auf der ersten Seite geschürzt, gekonnt verzweigt und meisterhaft bis ins letzte Kapitel geführt. Die Sach- und Fachkenntnis der Autorin, tiefgehende Recherchen vor Ort und eine ungebändigte Lust am Fabulieren ließen so einen Roman entstehen, der den Leser in seinen Bann zieht und bis zur letzten Seite fesselt.
Besonders bemerkenswert und für viele Texte dieser Gattung nicht selbstverständlich: die herausstechende Sprachgewalt der Verfasserin und die Eindringlichkeit des Erzählten. Die Autorin ist nicht verführt, allein das vermeintlich drastische Vokabular des obskuren Mittelalters nachzuahmen. Ihre bildhafte Wortwahl, der anregende Wechsel von trivialer und lyrischer Erzählweise, präzise Dialoge und eine ausnehmend gekonnte Leser-Führung machen die Lektüre über die Vermittlung von Geschehen und Historie hinaus zum puren Vergnügen. Riebes außergewöhnliches Gespür für eine treffsichere Wortwahl (z.B. „Sorgensuppe“) gibt darüber hinaus einen intellektuellen Genuss, der ganz unabhängig von Sujet und Inhalt anregt und im besten Sinne unterhält. (Allein wie es der Verfasserin gelingt, in sieben, acht Sätzen den spröden Akt eines Beischlafs aufs Papier zu bringen, deren Akteure auch noch den Namen „Spiess“ tragen, ist grandios!)
Trotz der zahlreichen Figuren, deren Verfolgung auch dem aufmerksamen Leser hohe Konzentration abverlangt, sichert die Verfasserin durch eine prägnante Beschreibung ihrer Protagonisten den Überblick. Bravourös ihr Können, Charaktere hautnah und lebendig zu zeichnen. Diese agieren überzeugend; sie sind echt, niemals blutleer oder lediglich Beiwerk. Nicht nur Heldin Lena ist mehr, als es bloße Romanfiguren oft sind. Alle wichtigen Akteure und Handlungsträger vermitteln über ihre Funktion hinaus auch ein Stück Räson und besondere Einsicht, die erkennbar der Lebenserfahrung und Klugheit der Verfasserin zu danken sind.
Dass darüber hinaus auch noch einer der spektakulärsten und verwerflichsten Verfehlungen der allgegenwärtigen Kirchen-Obrigkeit auf dem Seziertisch liegt und historisch sauber „abgearbeitet“ wird, soll nur der Vollständigkeit halber Erwähnung finden.
Fazit: Riebes rundherum beeindruckender Roman garantiert nachhaltige Erfahrungen und Gefühlsanregungen, die über das bloße Bestaunen der üblichen Historienskizzen weit hinausreichen und lange in Erinnerung bleiben; Spannende Unterhaltungs- und Aufklärungsliteratur im besten Sinn.
Deshalb für ihre 5-Sterne-Literatur auch eine 5-Sterne-Bewertung!

H.S.
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am 29. Januar 2011
Brigitte Riebe findet für ihre Romane immer interessante historische Themen, so auch bei diesem Buch.
Der Roman beginnt wie alle Riebe Bücher spannend und einfühlsam von der ersten Seite an und steigert sich bis zum Ende.
Wie schon in "Hüterin der Quelle" gelingt es der Autorin hervorragend, mit diesem sensiblen Thema der Hexenverfolgung umzugehen, ohne dem Leser die schrecklichen Ereignisse unmittelbar aufzuzwingen.
Interessant ist vor allem, wie leicht Menschen durch Unwissenheit und Irrglauben in dieser Zeit zu manipulieren waren, dies führt dazu, dass sich in kurzer Zeit die Menschenmenge ihre Opfer sucht und diese bis zu ihrem bitteren Ende verfolgt und quält.
Die Menschen können dadurch Neid und Mißgunst ausleben und Feinde werden eben angezeigt, liegt eine Anzeige wegen Hexenkult vor, gelingt es kaum jemanden, sich zu retten.
Die Vorgänge damals in Innsbruck sind deshalb außergewöhnlich, weil es nicht zur Hexenverbrennung gekommen ist.
Mehr will ich nicht verraten, diesen Roman muss man selber lesen um die Entwicklung, die Sorgen und Ängste und die Meinungsbildung und Meinungsänderung der Menschen nachempfinden zu können.
Wieder ein tolles Buch von Frau Riebe.
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am 10. September 2008
Von einer lieben Bekannten habe ich das Buch geschenkt bekommen und mich schon sehr darauf gefreut, es zu lesen, bin ich doch seit vorigem Jahr ein totaler Fan von Brigitte Riebe. Und ich wurde nicht enttäuscht, auch das neue Buch ist ein tolles Buch. Wem "Die Hüterin der Quelle" und "Pforten der Nacht" von Brigitte Riebe gefallen haben, wird auch den neuen Roman schätzen.
Die Geschichte hat Herz und vor allem jede Menge Spannung.
Der widerliche Priester der für seine sexuellen Gelüste alle Frauen, je schöner desto mehr, büßen lässt, der Freundeskreis der Frauen, die allen nur Gutes tun und denen doch die Innsbrucker - aufgehusst durch den Priester - die vielen guten Taten durch Hass und Neid vergelten wollen. Überhaupt hat Frau Riebe es wieder einmal geschafft aufzuzeigen, wie ein einziger Mensch die Meinung einer ganzen Region beeinflussen kann, war dies nicht schon so bei der Judenverfolgung im Mittelalter und später bei Hittler so? Frau Riebe hat es auch gut verstanden, die beschränkten Ansichten der Menschen des Mittelalters im Roman aufzuzeigen, welche letztendlich dazu geführt haben, dass die besessenen Priester so vielen Menschen durch die Hexenverfolgung und dabei vor allem Frauen, schaden konnten. Dies wäre bei aufgeklärten Menschen wohl nicht so einfach möglich.
Man zittert mit Lena und ihren Freundinnen mit, auch mit der "kleinen Herzogin" wie diese liebevoll am Hof zu Innsbruck bezeichnet wird und hasst den Priester und vor allem die Hofmeisterin, diese Person ist nämlich auch genial beschrieben, diese Art von Frauen gab es wohl oftmalig und die Beschreibung der bösen "Alma" finde ich auch besonders gut gelungen.
Was wäre ein Buch von Frau Riebe ohne dass darin Katzen vorkommen, Gott sei Dank ist dem Kater im neuen Buch nichts passiert, Sorge hatte ich auch um den kleinen Sebi, der so ganz anders ist als andere Kinder und somit von der Umwelt damals nicht vertstanden werden konnte.
Besonders schön finde ich ein gutes Ende, Gott sei Dank hat Frau Riebe dafür gesorgt, sodass ich das Buch mit der Vorfreude auf einen neuen Roman beseite legen konnte. Aufgrund der besonders ansprechenden Aufmachung des Buches - sehr nett finde ich das passende Lesezeichen - hat das Buch nun einen Ehrenplatz bei mir.
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am 23. November 2012
Toll zu lesendes Buch - perfekter Mix aus Fakten und dazu erfundener Story - für mich eine besondere Freude, weil ich in Innsbruck lebe, wo sich diese Geschichte abspielt.
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am 18. August 2009
Brigitte Riebe gelingt es immer wieder, ungewöhnliche und entlegene Themen für ihre historischen Romane aufzuspüren. Innsbruck zur Zeit der Hexenverfolgung - davon hatte ich bislang nicht die geringste Ahnung. Und am Ende der Lektüre konnte ich wieder einmal feststellen: Ich habe mich keine Sekunde gelangweilt, bin ganz tief in einer fernen Zeit und einer fremden Welt versunken und kam am Schluss ein bisschen schlauer und mit ein paar sehr, sehr sympathischen Figuren vor Augen wieder in der Gegenwart an (wobei ich wieder einmal feststellen muss, wie glücklich wir - vor allem wir Frauen - uns schätzen können, im 21. Jahrhundert zu leben!).
Wenn ich das nächste Mal in Innsbruck bin, werde ich sicherlich mit anderen Augen durch die Gassen schlendern und dabei an Lena und ihre Freundinnen denken. Danke, liebe Brigitte Riebe, für 544 Seiten beste, niveauvolle Unterhaltung!
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am 9. März 2009
Frau Dr. Riebe schafft es jedesmal, dass ich "Geschichte" spannend finde. Eine Materie, die mich in der Schule nie interessiert hat. Dieses Mal ist u.a. Hexenverfolgung ein Thema, und in dem Zusammenhang auch die Verklemmtheit und Falschheit der damaligen "Geistlichen". Die Romanfiguren von Brigitte Riebe sind Menschen mit Stärken und Schwächen, mit denen man sich so wunderbar identifizieren kann. Und was mir in all ihren Büchern besonders gut gefällt, sind die weisen Frauen mit ihren heilenden Händen. Aus diesen Zutaten und historischen Fakten mixt Brigitte Riebe ihre Bücher. Zum Inhalt ist genug geschrieben worden, da muss ich meinen Senf nicht mehr dazugeben. Was ich an all ihren Büchern noch sehr lesenswert finde, ist der Nachspann, in dem sie die geschichtliche Epoche noch darstellt, in dem der Roman spielt. Weiter so, ich freue mich schon auf das neue Buch!
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am 27. September 2010
Unzählige historische Romane behandeln die Hexenthematik und widmen sich in aller schauderhaften Breite den Grausamkeiten, die aus fadenscheinigen Motiven an unschuldigen Frauen verübt wurden. In Brigitte Riebes Buch wird dieses Thema aus einer anderen Sicht angegangen. Sie interessieren nicht voyeuristische Blicke auf körperliche Qualen, sondern die Hintergründe und sozialen Bedingungen dieses Phänomens. Auch zeitlich und räumlich wandelt sie auf anderen Pfaden. So platziert sie ihre Geschichte im Spätmittelalter, also noch vor den großen Hexenpogromen der Frühen Neuzeit, und im beschaulichen Innsbruck, wo man derlei Vorgänge nicht unbedingt erwartet hätte.

Dabei ist die große Stärke des Romans, dass er sich auf reale Ereignisse und die genaue Kenntnis der zeitlichen Umstände sowie des kulturellen Milieus stützt und davon ausgehend eine Vielzahl an Handlungssträngen eröffnet, die das Geschehen umspielen wie auch plastisch modellieren. Riebe zeichnet ein eindrucksvolles Bild des Innsbrucker Hofes von den Küchengewölben bis hinauf in die herzogliche (Schlaf-)Kammer. Sie lässt mit ausgeprägter Liebe zu ihren profilierten Figuren und zu kleinen stimmigen Details eine dichte, nahezu greifbare Atmosphäre der spätmittelalterlichen Stadt Innsbruck entstehen. Durch die Ankunft und das Wirken des Inquisitors Heinrich Kramer und durch perfide Intrigen am Hof und in stadtbürgerlich-nachbarschaftlichen Gemeinschaft gewinnt allmählich das Misstrauen die Oberhand. Bereitwillig werden vermeintliche Hexen - allesamt bislang angesehene und von allen gebrauchte und geschätzte Frauen - denunziert und angeklagt. Unter Führung eines verliebten Juristen erhebt sich schließlich die Bevölkerung gegen den Prozess und die Vorgehensweise des Inquisitors.

Besonders gelungen sind meiner Ansicht nach das Charakterbild des fanatischen Frauenhassers und Hexenjägers Heinrich Kramer und die Schilderungen der Alltäglichkeiten in der Hofhaltung von Herzog Sigmund von Tirol. Freudig habe ich am Ende des Buches gelesen, wie es sich mit der Dichtung von Frau Riebe zur historischen Wahrheit verhält. Diese Einordnung, die auch den persönlichen Zugang der Autorin zum Thema wiedergibt, verleiht dem Stoff ein gefühltes Mehr an Authentizität. Man hat nicht nur die spannungsreiche Geschichte der verschiedenen Figuren nachvollzogen, man hat viel über das späte 15. Jahrhundert gelernt. Da lässt es sich auch verschmerzen, dass die Mehrzahl der männlichen Figuren des Romans - vor allem die in Machtpositionen - als ihrer Libido hoffnungslos erlegen dargestellt werden. Ich hatte jedenfalls großen Spaß am soghaften Eintauchen in die Geschichte und halte sie deshalb für uneingeschränkt empfehlenswert.
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