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Kundenrezensionen

3,8 von 5 Sternen
113
3,8 von 5 Sternen
Planetenwanderer
Format: Broschiert|Ändern
Preis:14,99 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime


am 26. November 2016
Ein untypischer Held, in der Tat!
Die gelungene Backgroundgeschichte und letztendliche Zusammenfassung mehrerer alter Kurzgeschichten passte ganz gut in meinen SF Leseplan.
Vor allem die Möglichkeiten eines solchen Schiffes und die einfallsreichen Ideen des Helden machen das Buch zu einem Genuss.
Eher etwas für Freunde der Hard SF und für Befürworter von Genmanipulation.
Das ist halt Geschmackssache. Die beste Geschichte ist immer noch der Seuchenstern, die erste und einleitende Geschichte.
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am 11. Dezember 2016
Leider nicht so wie beschrieben. Der Zustand wurde mit sehr gut beschrieben, aber abgeknickte Ecke auf der Umschlagseite und Flecken auf den Buchseiten ergeben für mich nur ein mangelhaft. Daher nur 3 Sterne.
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am 12. Oktober 2017
Ich habe das Buch fertig gelesen, eher um es abzuschließen als aus großer Lust. Die Kapitel erinnern mich an die Bibel. Der Protagonist ist mir höchst unsympathisch und sagt mir definitiv nicht zu. Er trifft auf hilfebedürftige Planeten und erteilt den Menschen dort Lektionen und löst mehr oder weniger Ihre Probleme. Die Art wie er das macht ist mir zuwider. Einige Lehren kann man evtl. daraus ziehen. Als unterhaltsam Stufe ich das auch nicht ein.
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am 18. Mai 2016
Inhalt
Haviland Tuf, mäßig erfolgreicher Händler, der mit seinem Raumschiff durch das Weltall reist, findet, mehr oder weniger zufällig, ein herrenloses riesiges Schlachtschiff im All herumtreiben. Doch es handelt sich dabei nicht um irgendein Schlachtschiff, sondern um die Arche, einem ÖIK-Saatgutschiff, welches vor 1.000 Jahren von der Besatzung verlassen und im All zurückgelassen wurde. Und in diesem Schiff verbirgt sich ein wahrer Schatz. Nachdem Haviland Tuf unter widrigen Umständen an das Saatgutschiff gelangt ist, beschließt er, seine bisherige Laufbahn als Händler an den Nagel zu hängen und Ökoingenieur zu werden. Mit diesem Plan reist er durch das All, immer auf der Suche nach Planeten, die seine Hilfe benötigen...

Meine Meinung
Oh je, was soll ich nur zu diesem Buch sagen? Ich habe ja andere Bücher von George R. R. Martin gelesen, oder, um ehrlich zu sehen, eher gehört, nämlich seine weltbekannte Reihe Das Lied von Eis und Feuer, daher meinte ich zu ahnen, was so grob auf mich zu kommt. Und naja, auf gewisse Art und Weise hatte ich auch Recht. Aber dazu später mehr.

Der Prolog beginnt sehr anschaulich und hat mich eigentlich von der ersten Seite an gefesselt. Ein Mann bespricht eine Audiodatei und berichtet von seinem schrecklichen Schicksal und dem seiner Frau. Schuld daran ist der sogenannte Seuchenstern, der regelmäßig in der Umlaufbahn des Planeten Hro'Brana, auf dem der Mann lebt, auftaucht und die Welt mit Seuchen und Krankheiten plagt. Als Leserin habe ich fasziniert verfolgt, was der Mann schilderte und man fragt sich unweigerlich, was es mit diesem Stern auf sich hat. Jedenfalls endet der Prolog sehr bedrückend, regt aber auf jeden Fall zum Weiterlesen an. Das hat mir richtig gut gefallen. Auch das erste Kapitel ist gut.

Mit dem ersten Kapitel geht die Handlung nämlich richtig los. Erstmal. Eine Gruppe von Leuten möchte besagten Seuchenstern erforschen, denn sie haben die Vermutung, dass es sich gar nicht um einen Stern, sondern um ein Raumschiff handelt. Die Gruppe besteht aus dem alten Veteran und Historiker Jefri Löw, der Anthropologin Celise Waan, dem halb-Androiden Anittas und den Söldnern Kaj Nevis und Rica Morgenstern. Da keiner von ihnen ein Schiff besitzt, heuern sie den seltsamen Haviland Tuf an, um mit seiner Füllhorn der Exzellenten Güter und Niedrigen Preise, wie er sein Schiff genannt hat, zu dem Objekt zu gelangen. Jedenfalls kommen sie an und stellen fest, dass es sich tatsächlich nicht um einen Stern handelt, sondern um das verlassene Saatgutschiff des ÖIK - 30 Kilometer lang und auch sonst einfach gewaltig. Mit Ach und Krach gelangen alle Teilnehmer dieser Expedition an Bord des Schiffes, doch schon haben sich innerhalb der Gruppe Fraktionen gebildet, die nun gegeneinander kämpfen, denn irgendwie wollen am Ende das Schiff dann für sich selber haben, insbesondere die beiden Söldner - was für eine Überraschung aber auch. Egal, jedenfalls verfolgt der Leser ein teilweise doch recht spannendes und auch einfallsreiches Katz und Maus Spiel, bei dem am Ende Tuf irgendwie als Sieger hervortritt und Kapitän der Arche wird. Dabei beschließt er, Planeten zu besuchen und herauszufinden, ob er ihnen auf ökologischer Basis helfen kann - sprich: in die Evolution und die natürliche Flora und Fauna einzugreifen - da dieses Schiff, obwohl es seit 1.000 Jahren verlassen ist, immer noch auf dem neuesten Stand der Technik ist, was das Klonen und dergleichen betrifft.

Protagonist ist der Weltraumhändler Haviland Tuf, mit dem man sich schwerlich identifizieren kann. Er ist ein übergroßer Mann, kalkig weiß und komplett haarlos. Außerdem vergöttert er Katzen und hält mehrere davon und wird nie müde zu erzählen, wie faszinierend und parapsychisch begabt Katzen doch seien. Zudem besitzt er keinerlei Sinn für Humor und nimmt alles, was man ihm sagt, wörtlich. So verlaufen Unterhaltungen mit Tuf in etwa so: "Der Regen ist aber nass heute." Woraufhin Tuf in etwa antworten wird: "Jede Person, die mindestens schon einmal Regen erlebt hat, wäre sich über die Tatsache im klaren, dass der Regen im allgemeinen als "nass" zu bezeichnen ist. Regen besteht aus Wasser, Wasser ist nass, daher ist folglich auch der Regen nass. Ich beglückwünsche sie dennoch zu ihrer Erkenntnis, dass sie über das Wissen verfügen, dass Regen nass ist." Das sorgt zunächst zwar für einige humoristische Elemente, doch mit der Zeit wird es doch etwas langweilig und wirkt ziemlich gepresst und gekünstelt. Ja, in The Big Bang Theory kann Sheldon Sarkasmus auch nicht wirklich verstehen und nimmt alles wörtlich, aber er entwickelt sich im Laufe der Handlung weiter. Dies lässt Haviland Tuf vollkommen vermissen. Auch die anderen Figuren bleiben blass. Bis auf Tolly Mune, die in den drei zusammenhängenden Kapiteln auftaucht und sowohl Verbündete als auch Gegnerin Tufs ist. Zwar wird auch sie irgendwie nie richtig greifbar, dennoch handelt es sich bei ihr noch um den faszinierendsten Charakter.

Auch finde ich die Kernaussage des Buches nicht gut. Tuf kommt irgendwie mit allem durch. Obwohl er wenig Charakter besitzt, da man einfach partout nichts über ihn und seine Vergangenheit erfährt, so entwickelt sich dieser im Verlaufe der Handlung eher zum schlechteren. Er wird recht rücksichtslos und spielt Gott, dabei habe ich an keiner Stelle wirklich feststellen können, dass Martin damit zum Nachdenken anregen will, sondern Tuf einfach so ist, bzw. wird, und Ende. Das finde ich sehr schade. Selbst Tolly Mune, die sich Tuf zwischendurch immer wieder in den Weg stellt, muss am Ende aufgeben und sich eingestehen, dass Tuf praktisch "allmächtig" ist. Das finde ich ziemlich unsympathisch, da keinerlei Moral zu erkennen ist. Ich will jetzt aber auch nicht zu viel vorweg nehmen, denn vielleicht möchte der ein oder andere von euch das Buch ja trotzdem bald noch lesen.

Ich sollte vielleicht noch anmerken, dass es sich bei Planetenwanderer nicht um ein zusammenhängenden Roman handelt. Stattdessen ist das Buch eine Kurzgeschichtensammlung über die "Abenteuer" des Haviland Tuf. Martin hat diese Kurzgeschichten in den 80er Jahren geschrieben und von den acht Stories (inklusive Prolog) haben nur drei handlungsmäßig etwas miteinander zu tun und bauen aufeinander auf. Dabei handelt es sich um die Kapitel "Brot und Fische", "Die zweite Speisung" und "Manna vom Himmel". Desweiteren gibt es noch die Geschichten "Wächter", "Eine Bestie für Norn" und "Nennt ihn Moses". Beim Lesen merkt man nach etwa drei Kapiteln recht schnell, dass die einzelnen Teile irgendwie ohne Zusammenhang sind, so lässt sich leider auch der rote Faden nicht wirklich erkennen.

Fazit
Was kann ich als Fazit sagen? - Fans von Das Lied von Eis und Feuer können möglicherweise felsenfest davon überzeugt sein, dass es sich bei Planetenwanderer um ein gut geschriebenes Buch handelt. Ich stimme dem jedoch nicht zu, denn so, wie man es auch von Das Lied von Eis und Feuer kennt, passiert seitenweise nichts. Gar nichts. Zudem ist es zu keinem Zeitpunkt möglich, sich auch nur ansatzweise mit dem Protagonisten zu identifizieren und wenn man seine Art zu Beginn noch recht amüsant fand, so nervt er mit der zeit nur noch. Auch andere Figuren werden praktisch gar nicht charakterisiert. Jedenfalls habe ich mir unter dem Buch etwas ganz anderes vorgestellt - insbesondere eine zusammenhängende Geschichte. Ich bezweifle, dass das Buch jemals in dieser Form erschienen wäre, wenn nicht gerade George R. R. Martin es geschrieben hätte. Prolog und die ersten beiden Kapitel haben mir noch gefallen, der Rest jedoch nicht. Daher vergebe ich abschließend 2 von 5 Sternen.
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am 12. Juni 2013
George R.R. Martins Epos “Das Lied von Eis und Feuer” gilt heute als Meilenstein der Fantasy-Literatur und wird in einem Atemzug mit J.R.R. Tolkiens „Herr der Ringe“ genannt. Ebenso wie Tolkien begeistert Martin vor allem durch die Komplexität und Detailverliebtheit seiner fiktiven Welten. Mit dem Unterschied, dass Martin Fantasy mit hartem Realismus und einer modernen Attitude vermischt, wodurch sich auch Leser (wie ich) angesprochen fühlen, die mit dem Genre sonst nicht viel am Hut haben.

Unter diesem Aspekt überrascht es auch nicht, dass „Planetenwanderer“ zumindest in meinen Augen viele Ähnlichkeiten zu „Das Lied von Eis und Feuer“ aufweist. Es sind der dialogische Witz, die vielschichtigen Charaktere und die gesellschafskritische Spitzen, die Martins Handschrift als Erzähler so unverkennbar machen. Dabei scheint es fast egal, ob er seine Stories in archaischen Mittelalterwelten oder in fernen Zukunftsgalaxien ansiedelt.

Im Mittelpunkt steht der ziemlich ungewöhnliche Weltraumheld Haviland Tuf, der mit seinen zweieinhalb Metern Körpergröße aussieht wie ein überdimensionierter Buddha inklusive Plautze und Pläte, kalkweiß und haarlos von Kopf bis Fuß. Tuf ist Veganer, Hobbygourmetkoch und Katzenliebhaber, der die Meinung vertritt: „Kein Planet kann ohne Katzen als wirklich kultiviert bezeichnet werden.“

Durch Zufall fällt Tuf, der sein Geld bis dahin als Händler verdient hat, das letzte Saatschiff der Erdimperialen in die Hände. Das imposante Raumschiff führt eine Zellbibliothek an Bord, die das Klonen und die Genmanipulation ermöglicht. Sie ist dadurch biologische Kriegswaffe und Arche zugleich. Wem das Schiff gehört, der hat die Macht Imperien zu stürzen oder zu retten. Kurz gesagt: Er kann Gott spielen. Und jetzt gehört das Schiff dem sanften Riesen Tuf, der von Planet zu Planet reist, um Völkern in Not seine Dienste käuflich anzubieten. Er löst für den an Überbevölkerung leidenden Planeten S‘uthlam das Problem der Nahrungsknappheit oder hetzt dem falschen Propheten Moses die biblischen Plagen auf den Hals. Gedankt werden ihm seine guten Taten jedoch wenig. Denn Tuf handelt häufig nicht zum Vorteil des Einzelnen, sondern für das Wohl der Allgemeinheit, was seine Kunden jedoch immer erst zu spät bemerken. Umtausch ausgeschlossen sozusagen.

„Planetenwanderer“ ist ein Frühwerk von George R.R. Martin, das der heute gehypte Bestsellerautor bereits in den Achtzigern verfasst hat. Wenn ich das nicht gewusst hätte, hätte ich es auch nicht gemerkt - so aktuell und ausgereift liest es sich. Als Leser bekommt man hier quasi sieben grandiose Mini-Romane für den Preis von einem. Dafür, dass die Kapitel einmal Kurzgeschichten einer Fortsetzungsreihe waren, lesen sie sich erstaunlich konsistent. Auf seinem Blog schreibt Martin übrigens, dass er schon Ideen für weitere Weltraumabenteuer rundum Haviland Tuf hat - und auch eine TV-Adaption würde er liebend gern realisiert werden. Das Hauptproblem, so der Autor, sei die Hauptfigur: Fernsehsender mögen ihre Weltraumkapitäne eher sexy wie Kirk und nicht fett. Also ICH würde diesen Helden sehr gerne auf der Mattscheibe sehen!
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am 21. Februar 2015
"Macht korrumpiert, heißt es, und absolute Macht korrumpiert absolut." S. 229

Zum Inhalt

Die Anthropologin Celise Waan und der Ex-Soldat und Militärhistoriker Jefri Löw haben sich für ihre Mission den verschlagenen Kaj Nevis, die Söldnerin Rica und den Cybertech Anittas ins Boot geholt. Die Legende um die schon seit Jahrhunderten zerstörten Saatgutschiffe des Ökologischen Ingenieur Korps, kurz ÖIK, könnte wieder zum Leben erweckt werden. Ihre Nachforschungen haben ergeben, dass so ein Schiff tatsächlich noch existieren könnte und auf ihm befindlich ein unbezahlbarer Schatz an genetischer Biomasse tausender Planeten, die ihnen alle Macht und Geld des Weltraums zu Füßen legen würde.
Um das ganze im Geheimen auszukundschaften, wenden sie sich an den unbedarften Händler Haviland Tuf. Mit seinem bescheidenen Handelskreuzer bringt er sie tatsächlich zu diesem verlassenen Schlachtschiff; doch jeder von ihnen ist sich selbst der nächste und sie haben nicht mit den festen Grundsätzen eines Haviland Tuf gerechnet, der in stoischer Gelassenheit alles dafür tut, um seine Prinzipien durchzusetzen.

Meine Meinung

Ich hab schon länger nichts mehr aus dem Genre gelesen, also hat es ein paar Seiten gedauert, bis ich mich wieder mit Plasmakanonen, Druckanzügen und Cyborgs vertraut gemacht habe. Trotzdem war ich recht schnell in der Geschichte drin. Am Anfang war ich etwas irritiert, weil ich überhaupt nicht wusste, wohin das ganze führen soll. Die Mission zu dem Schlachtschiff entwickelte sich zu einem typischen Weltraumabenteuer, das dann aber eine sehr überraschende Wende genommen hat. Die Berufung, zu der sich Haviland Tuf verpflichtet fühlt, nimmt überirdische Formen an und ich war total fasziniert, welche Ideen George Martin hier wieder so lakonisch verarbeitet hat.

Erzählt wird aus der auktorialen Perspektive, die perfekt zur Handlung passt, da man nie zu 100% hinter die Kulissen der Protagonisten schauen kann. Das war gerade bei der Figur des Haviland Tuf ein genialer Zug, denn ich habe ihn trotzdem überaus gut kennen- und schätzen gelernt.
Mit seinem Handelsschiff "Füllhorn der Exzellenten Güter und Niedrigen Preise" ist er ein eher unscheinbares Mitglied der Handelsflotte in den Weiten des Alls und dieser Umstand beschert ihm ein geradezu massloses Geschenk, das er weise zu gebrauchen versteht.
Haviland Tuf ist mit nichts aus der Ruhe zu bringen. Dass er etwas gestelzt redet - und das mit der Naivität und Bodenständigkeit eines gerechtigkeitssuchenden Bürgers - macht ihn extrem sympathisch und ich musste sehr oft über den hintergründigen Humor schmunzeln, den der Autor hier so gekonnt zwischen den Zeilen versteckt hat. Tuf wird dadurch oft unterschätzt bzw. falsch eingeschätzt und jeder, der es mit ihm zu tun bekommt, erlebt ein, nein, nicht böses Erwachen, sondern eher eine Erleuchtung, die ihm nichtsdestotrotz ohne Rücksicht aufgezwungen wird ;)
Tuf hat seine ganz eigene strategische Art, um an Probleme heranzugehen. Gundehrlich hält er sich an das, was er sagt, egal mit welchen Konsequenzen. Er weiß genau einzuschätzen, was möglich ist und wann der Moment kommt, aufzugeben - obwohl das selten eine Option für ihn ist. Sehr genial fand ich auch seine beiden Katzen Sodom und Pilzchen, die ihm bei seinen Reisen nicht von der Seite weichen. Ja, Katzen spielen hier eine sehr wichtige Rolle!

Haviland Tuf ist auf einer Mission, die Menschheit zu retten - und zwar vor den Menschen selbst. In wenigen "Beispielen" hat es George R. R. Martin geschafft, einige Grundsätze unserer Zivilisation in Frage zu stellen, ohne großartig mit dem Finger darauf zu zeigen. So viele Ideen und Inspirationen sind hier auf engstem Raum zusammengepackt und er beschreibt die vielen Welten mit einer bildhaften und präzisen Art, die mich sehr begeistert hat. Wunderschön formuliert, teilweise verwinkelt und tiefsinnig liest es sich trotzdem flüssig und hat mich total in den Bann gezogen. Die Menschen mit ihren Stärken und Schwächen, die Entwicklungen der Gesellschaft und wie man die Probleme zu bekämpfen sucht ... da ist ihm hier wirklich ein Geniestreich gelungen! Alles eingebettet in die teils schon banal wirkende, unerschütterliche Vision des Handlungsreisenden.

Witzig war natürlich auch der Bezug zur Bibel schon allein durch die Kapitelnamen, dem Saatschiff namens Arche, auf dem sich ja unzählige pflanzliche und tierische Arten befinden und natürlich die Handlung, wenn man etwas weiter hinter die Fassade blickt.
Haviland Tuf entwickelt sich hier in seiner Eigenschaft als Öko-Ingenieur zu einer Art Weltenschöpfer und bleibt aber gleichzeitig auch das, was er immer war: ein Händler.

Fazit

Einfach genial, wie George Martin in seinem fiktiven Zukunftsszenario die weltlichen Probleme mit Tiefgang und Humor auf den Punkt bringt. Absolut empfehlenswert!

© Aleshanee
Weltenwanderer
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am 9. Januar 2015
Science-Fiction und Humor passen selten gut zueinander. Wo der Humor betont wird, gerät die Science-Fiction meist zur Satire. George R. R. Martin hat den Ballanceakt glänzend bestanden. Sein Held, ein zweieinhalb Meter großer Riese,, haarlos und mit schneeweißer Haut gesegnet, ist ein Katzenliebhaber, ein vegetarischer Hobbykoch und ein Mann, der in jeder Diskussion die Oberhand behält, wobei er sich ausdrückt, wie ein britischer Lord.
Bei allem Humor in höchst interessanten Diskussionen kommt aber auch die Science-Fiction keineswegs zu kurz. Martin befasst sich mit Grenzbereichen der Ökologie was schließlich in einer eleganten Lösung des Überbevölkerungsproblems eines Planeten gipfelt.
Dass das irdische Überbevölkerungsproblem uns alle aufs höchste belasten wird, wird inzwischen immer mehr Menschen klar. Die Überbevölkerung führt zu Armut, sozialer Ungerechtigkeit und Gewalttätigkeit. Ihre Folgen sind nicht geeignet, ihre Ursachen zu beseitigen.Wer sich das alles vor Augen führt, kann durchaus verstehen, dass der Held des Romans zum Schluss eine gottähnliche Position einnimmt und der Tag ist nahe, an dem wir uns einen solchen Gott für die Erde wünschen.
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am 4. April 2014
Nach der ersten Geschichte war ich fast drauf und dran das Buch weg zu legen.Sie war mir einfach zu blutrünstig und ging schon für meinen Geschmack ins horrorhafte. Als ich dann aber weiter las, gefiel mir der Stil von Martin immer besser und zum Glück ging es auch ohne große Gruseleffekte weiter.
In den einzelnen Geschichten werden immer wieder sehr interessante gesellschaftliche Fragen aufgegriffen. Ein zentrales Thema ist die Auseinandersetzung mit Sichtweisen zur "Schöpfungsgeschichte" und inwieweit der Mensch da eingreifen sollte.
Nicht alle Charaktere finde ich immer gelungen, nicht alle Geschichten sind wirklich spannend und interessant. Insgesamt bietet aber das Buch viel Spielraum für die eigene Interpretation und macht es dadurch lesenswert.
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am 26. Januar 2015
....alle Geschichten über Haviland Tuf in einem Buch!
Zwei oder drei Geschichten kannte ich aus den 80ern und hoffte immer, mehr davon lesen zu können. Nun endlich war es soweit und ich konnte weitere Abenteuer des kauzigen Tuf's miterleben.

Haqviland Tuf kommt durch Zufall in den Besitz eines Saatschiffes aus einem Krieg, der lange vorbei ist. In diesem riesigen Schiff wird DNA zum Klonen von Tieren, Bakterien und Viren zur biologischen Kriegsführung gelagert.
Tuf ist ein begnadeter Stratege und Katzenliebhaber. Außerdem ein Freund der komplizierten und verschachtelten Redeweise.

Nachdem sein Saatschiff repariert ist, macht er sich auf die Schulden die dabei entstanden sind, durch verschiedenste Aufträge und mit Hilfe der Möglichkeiten die sein Schiff bietet, abzuzahlen.
Er verwendet dabei seine ihm typische Vorgehensweise, die meistens auch einen moralischen Hintergrund beinhaltet. Er verkehrt dadurch die oft unmoralischen Hintergedanken seiner Auftraggeber in's Gegenteil. Was immer wieder auch zu komischen Situationen führt.
Obwohl es eine Sammlung von Kurzgeschichten sind, fährt das Buch einen weiten Handlungsbogen, der dort endet wo es begonnen hat. Also durchaus eine zusammenhängende Handlung.
Wer sich mit einem Katzenliebhaber identifizieren kann, schrägen Humor mag, und auf riesige Raumschiffe steht die gottgleiche Macht geben, der sollte bei diesem Buch zugreifen.
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HALL OF FAMETOP 10 REZENSENTam 21. Juni 2013
Vorweg: So ziemlich das Einzige, was der „Planetenwanderer“ mit der „Lied von Eis und Feuer“-Reihe gemein hat, ist die lebendige und fesselnde Erzählweise von George R. R. Martin. Ansonsten gibt es keinerlei Ähnlichkeiten – von den originellen Namen der (Raum-)Schiffe einmal abgesehen ...

Die Entstehung der jetzt in diesem Band neu veröffentlichten Kurzgeschichten um den schrulligen Einzelgänger Haviland Tuf liegt Jahrzehnte zurück. Der Verlockung, die momentane ungeheure Popularität des Autors und seines noch unvollendeten Mittelalter-Fantasy-Epos zu nutzen, um die bislang nur von Fans beachteten Werke ins Scheinwerferlicht zu rücken und auf diese Weise eine breite Käuferschicht zu erschließen, konnten Autor und Verlag offensichtlich nicht widerstehen :) andererseits bin ich aber auch froh darüber, denn ich kannte diese Seite von Martin vorher überhaupt nicht.

Zum Inhalt wurde hier ja schon vieles geschrieben, so dass ich mich nicht wiederholen brauche. Fakt ist, dass einige der Geschichten von der zeitlichen Abfolge her zwar aufeinander aufbauen, es ist jedoch ganz klar kein Roman mit einer durchgängigen Story, sondern es sind sieben in sich abgeschlossene Episoden.

Die erste Geschichte, in der erzählt wird, wie Tuf in den Besitz der „Arche“ kommt, schraubt die Erwartungen ziemlich nach oben, denn diese Episode ist allerfeinste Unterhaltung, abgedreht, rasant und humorvoll, ein bisschen wie „Per Anhalter durch die Galaxis“. Leider wird dieses hohe Niveau nicht das ganze Buch über gehalten. Die nachfolgenden Storys drehen sich immer wieder um die zentralen Themen Ökologie, Biotechnologie, Klonen, Nahrung, Überbevölkerung usw. und dabei ergeben sich zwangsläufig einige Längen und Wiederholungen.

Im Laufe der rund 500 Seiten verlieren diese an sich nicht uninteressanten Gebiete dann doch ein wenig von der anfänglichen Attraktivität, ebenso wie auch unser Hauptdarsteller mit seinem Verhalten und seinen Entscheidungen nicht ausschließlich Sympathie auf sich zieht (z.B. in der fabelähnlichen Episode „Eine Bestie für Norn“).

Will ich mehr über Haviland Tuf lesen? Ehrlich gesagt nein. Den Autor hat es offenbar gereizt, einmal im Detail die Konsequenzen aufzuzeigen, wenn ein einzelner „Gott spielen kann“ und so Macht über Menschen, Planeten und ganze Populationen ausübt. Dieses Thema ist aus meiner Sicht mit „Planetenwanderer“ zur Genüge erzählt. Potential für abwechslungsreichere Weltraumabenteuer wäre reichlich vorhanden gewesen, wurde aber leider kaum genutzt. Dennoch hat sich die Lektüre gelohnt, die Zeit mit Tuf war unterhaltsam und kurzweilig. Positiv auch, dass man den Geschichten ihr „Alter“ so gut wie gar nicht anmerkt, sie sind heute genauso aktuell wie vor 30 Jahren.

Fazit: Originelles, wenn auch etwas einseitig thematisiertes, Weltraumabenteuer - 4 von 5 Sternen
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