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Kundenrezensionen

3,1 von 5 Sternen
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Home Run, der (gedruckte) Roman von John Grisham war kein soooo großer Erfolg, wenn ich dem Durchschnitt der Amazon Sterne eben dort trauen kann. Bestellt habe ich das von Charles Brauer eingelesene Hörbuch jedoch mit großer Zuversicht. Ich mag John Grisham zu 97,6% und um es ganz klar zu sagen: Ich liebe es, wenn Charles Brauer seine Romane vorliest.
Diese ruhige, besonnene Art, die nicht zu interpretieren versucht, aber dennoch einen Fluss in die Erzählung bringt, die für volle Aufmerksamkeit sorgt (beim Zuhören, meine ich damit) --- das ist schon etwas besonderes.
Das ist für mich geradzu eine Sucht geworden, fast alle Hörbücher von John Grisham habe ich schon mehrfach gehört.
Home Run ist anders.
Home Run ist mehr Stephen King, als John Grisham, möchte ich behaupten.
Die Geschichte eines Todkranken, aus der Sicht seines Sohnes erzählt. Dabei kommt für den "Patienten" für fast keine Sekunde Mitleid auf, denn der Vater von Paul ist Alkoholiker, Choleriker, schlägt Frau und Kinder und beruflich ist er mehr Versager als Gewinner. Pauls Vater ist Profi Baseball Spieler, bzw. war er es einmal.
Aber es geht in Home Run nicht nur um Pauls Vater, sondern vielmehr um einen jungen aufstrebenden Baseball Star, dessen Karriere Paul als kleiner Junge mit viel Aufmerksamkeit verfolgt.
Und genau hier wird John Grishams Roman doch verflixt spezifisch. Die Schilderung von Baseball Spielen und Baseball Statistiken geht bis ins kleinste Detail.
Lesen hätte ich diesen Roman nicht wollen, aber wenn ich Charles Brauer dabei zuhören darf, versöhnt mich das und hält mich zum einen bei der Stange, zum anderen fange ich langsam an Baseball zu verstehen!

Eine faszinierende Geschichte mit sehr leisen, weisen Untertönen. Von Schuld und Vergebung. Vom erzählen und zuhören. Und verstehen.

Ich kann diesem hörrlichen Erlebnis keinen Stern abziehen, obgleich ich stellenweise weniger interessiert zugehört habe, die Spannung aber doch großartig fand. Im gesamten Kontext gehört die ausführliche Schilderung der "Faszination Baseball" nun einmal dazu.

Ganz klar, dass meine Begeisterung auch dem Talent Charles Brauers geschuldet ist. Ich bin unendlich dankbar, dass es die Kombination Grisham + Brauer gibt. Die deutsche Autobahn (= mieses Wetter und/ oder Stau) und aktuelles Radio (Nachrichten über Trumpel und Erdowahn und Ed Sheeran overload!) sind für mich mittlerweile nur noch unerträglich.
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am 14. Mai 2013
Das John Grisham ein wunderbarer Erzähler ist mit einem sehr guten Gespür für Timing, die Gestaltung von Protagonisten und die Zusammenführung von Beziehungen untereinander und einzelnen Erzählfäden, ist breit bekannt.

Eigenschaften, die durchaus auch in diesem Roman zum Tragen kommen und dennoch, dieses Mal, trotz der klaren Erzähllinie, den Leser nicht so zu fesseln vermögen, wie gewohnt.

Dies ist sicherlich dem „ur-amerikanischen“ Thema des Baseball geschuldet, bei dem Grisham sich in Teilen des Buches im Detail des Inneren des Spieles stark befindet, mitsamt der, erst einmal nur dem Kenner, vertrauten Codes, Strategien und Abläufe.

Ein Spiel, das Grisham anhand der Geschichte dreier Personen in den Raum stellt. Paul Tracey war 1973 14 Jahre alt und Sohn eines, wenn auch nicht ganz berühmten oder auch nur sehr, sehr guten Baseballspielers der New York Mets. Warren Tracey. Ein harter Mann, mit seinem Leben unzufrieden, dem Alkohol und den Frauen zugeneigt und „immer waren die anderen Schuld“. Einer, der meint, er wäre noch „von der alten Schule des Baseball“, damit aber nur von den eigenen Unzulänglichkeiten ablenkt. Einer, der den Triumph anderer nicht erträgt, einer, der seinen Sohn mit harter Hand zu formen gedenkt, seine Frau beständig hintergeht und keiner ist, mit dem man auf Dauer in Verbindung sein möchte.

Ebenfalls 1973 geht ein neuer Stern am Himmel des Baseball auf. Joe Castle knackt einen Rookie-Rekord nach dem anderen und reißt sein ganzes Team mit. Und blad wird es geschehen, dass sich der Pitcher (Werfer) Warren Tracey mit dem „Batter“ (Schläger) Castle duellieren wird. Auf dem Feld. Mit ungeahnten Folgen.

Folgen, unter denen Paul Tracey sein Leben lang leidet, Folgen, in deren Verlauf seine Eltern sich trennen und er selbst Jahrzehnte lang keinen Bedarf auf Kontakt mit seinem Vater hat. Bis auch bei diesem sich etwas, zunächst rein körperliches, ändern wird.

Gerade und schnörkellos erzählt, zwischen den Zeiten der Gegenwart und 1973 hin- und her gleitend, mit klar strukturierten Personen, mit einem durchaus vorauszuahnenden (amerikanischem) Ende und einer intensiven Beschreibung „des Spiels“, so legt Grisham „Homerun“ vor. Unterhaltsam, flüssig erzählt, durchaus gut zu lesen, aber nicht wirklich packend. Zumindest nicht für Leser, denen Baseball kaum etwas bedeutet. Denn auch der zwischenmenschliche Konflikt gibt nicht genügend an Spannungskurve her, um emotional vollends beteiligt der Geschichte zu folgen.

So verbleibt eine solide Unterhaltung und ein informatives Buch über die Abläufe, Ziele und Strategien des Baseball. Ein Buch, das bei vielen europäischen Lesern sicherlich nur mäßiges Interesse hervorrufen wird.
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am 13. Dezember 2014
Der erste Roman aus der Feder Grishams, den ich nicht zu Ende gelesen habe. Ich dachte beim Kauf, dass es sich um ein typisches Werk des Autors handle, in dem er akribisch mit sich langsam aufbauendem Spannungsbogen eine spannende und fesselnde Geschichte geschrieben hätte. Aber im Gegensatz zu seinen anderen Werken besteht das Buch (ich habe es bis Seite 60 ausgehalten) aus der Macherzählung diverser Baseballspiele. Wer sich nicht für diesen Sport interessiert versteht daher auch teilweise überhaupt nicht, was da gerade passiert, da der Übersetzer alle Fachbegriffe einfach hat stehen lassen. Das ist wohl ok so, aber bei "smoked pork" wird es dann lächerlich denn warum sollte man das nicht einfach ins Deutsche übersetzen.

Die Baseballanthologie wird durchsetzt mit einer etwas platitüdenreichen Geschichte des unsympathischen, prügelnden und trinkenden Vaters des Ich-Erzählers. Der Erzähler macht sich auf den Weg zum Vater, der dem Tode nah ist. Vorher muss er aber noch was erledigen....

Ich gehöre nicht zu diesem Amazon Rezensenten, die fanatisch alles gut finden, was ihre Helden so absondern und unkritisch aus Prinzip mit 5 Sternen bewerten. Daher gebe ich auch wenig auf die Rezensionen hier da sie meistens für mein Empfinden zu positiv sind. In diesem Fall hätte ich mir die anderen Rezensionen aber besser mal genauer durchgelesen denn viele Einschätzungen decken sich mit meiner.

Was die Story erzählen will wird nach 50 Seiten klar und ab da ist die Luft aus dem Ballon raus. Die Geschichte ist dann einfach zu abseh- und vorhersehbar; das ausgelutschte Thema des abweisenden Vaters ist auch auf althergebrachte Weise inszeniert. Die ganzen Fachbegriffe aus dem Baseballbereich sind so zahlreich dass Laien wie ich auch mal drei Seiten lang den Inhalt der Sätze nicht verstehen.

Meiner Meinung nach ist dieses Buch nur was für eingefleischte Baseballfans und Amerikaliebhaber, denen es egal ist ob der Rest der Story aus abgegriffenen Ideen besteht. Für meinen Geschmack war das Grishams erster Versenker.
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am 3. Juni 2013
Ich lese Grisham immer wieder gerne, und zwar nicht nur seine Justizthriller sondern eben auch seine diversen Ausflüge in andere Genres. "Touchdown" hat mir z.B. sehr gut gefallen und obwohl ich absolut kein Football-Experte bin, war es überhaupt kein Problem, die Abläufe rund um das Spiel zu verstehen. Selbiges habe ich auch von "Home Run" erwartet, doch die seitenlangen, detailverliebten Beschreibungen einiger Baseballspiele aus den 70ern, haben mir immer wieder ziemlich die Lust am Lesen genommen. Die Story um Schuld und Vergebung fand ich zwar sehr gut, sie kam aber leider schlichtweg zu kurz bzw. ging mir im Baseball-Geschwafel komplett unter.
Wenig sinnvoll fand ich es auch, den Versuch einer Erklärung des Spieles ans Ende des Buches zu packen. Ich weiß nicht, wie andere Leser vorgehen, aber ich blättere zu Beginn nie ans Ende des Buches sondern beginne bei der ersten Seite zu lesen. Als Einleitung hätte ich das Spielprinzip samt Regeln begrüßt, allerdings muss ich auch hier sagen, dass ich mir sehr schwer damit tat, Grishams Schilderungen und Ausführungen zu verstehen. Baseball scheint also definitiv nicht mein Sport zu sein ;-)
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am 16. Mai 2015
Also wenn man so wie ich von diesem Sport nicht wirklich Ahnung hat, dann sollte man dieses Buch lieber nicht kaufen. Es ist voll mit Ausdrücken aus diesem Sport (sicher geht es ohne die nicht), und damit zumindest für mich fast unverständlich.

Schade. Mein erster Grisham den ich sicher nicht zu Ende lese.
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am 23. April 2013
Ob es John Grisham in »Home Run«, seinem ersten Baseball-Roman, gelungen ist, mich für diesen Sport zu begeistern? Sicher nicht, aber den Versuch war es wert. Und trotz allem geht es hier zwischen all den Statistiken und Flugbahnen der Bälle am Ende doch um menschliche Schicksale. Selbst für einen rein fiktiven Roman sind die klasse entwickelt.

John Grisham schildert den Fall eines absoluten Überfliegers in dieser Sportart. Der 21-jährige Joe Castle weckt als Calico Joe 1973 nicht nur Begeisterung, sondern eben auch Neid. Sein Gegenspieler, Warren Tracey von den New Yorker Mets, schmettert Joe den harten Baseball direkt an den Schädel. Damit endet eine der viel versprechendsten Karrieren in der Geschichte des Baseballs. Joe bleibt für immer schwer behindert.

Gleichzeitig endet auch die ohnehin belastete Beziehung zwischen Warren Tracey und seinem Sohn Paul. Paul schämt sich 30 Jahre lang für seinen Vater. Als bekannt wird, dass Warren schon bald an Krebs sterben wird, setzt Paul alles daran, dass der ehemalige Pitcher sich bei Joe Castle für den fatalen »Beanball« entschuldigt.

Aber Baseball wäre nicht Baseball, wenn die Fans sich neben den Statistiken nicht auch die Schicksale der Spieler merken würden. Die Bewohner von Calico Rock, der Heimatstadt Joe Castles, schirmt ihr verhindertes Jahrhunderttalent ab. Ein Besuch Warren Traceys ist auch nach 30 Jahren kaum denkbar. Paul muss somit an zwei Fronten Überzeugungsarbeit leisten: in der Stadt und bei seinem halsstarrigen Vater.

John Grisham hat sich mutig daran gemacht, die Seele eines komplizierten Sports und seiner Anhänger aufzudecken. Was für ein Roman! Ich bin froh, dass es hierzulande meistens »nur« um Fußball geht.
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TOP 500 REZENSENTam 30. Oktober 2013
Gelegentlich gönnt John Grisham sich auch mal einen Roman, der nichts mit Anwälten, Richtern oder Geschworenen zu tun hat. So steht etwa Football im Zentrum seiner Bücher “Der Coach“ und “Touchdown“, die ganz gewiss nicht zu seinen schwächsten Werken gehören. In “Home Run“ beschäftigt sich Grisham mit dem zweiten US-Nationalsport Baseball.

Anfangs entsteht der Eindruck, dass ein europäischer Leser, der nicht die komplizierten Spielregeln dieser Sportart beherrscht und dem Fachausdrücke wie Lead-off-Hitter, Drag Bunt oder Batting Order fremd sind, mit dem Buch wenig anfangen könne. Daher wurde Grisham von seinen englischen Verlegern gebeten auf “läppischen fünf oder zehn Seiten“ die Baseball-Grundregeln zusammenzufassen. Daraus ist schließlich ein 26-seitiges Nachwort geworden, das mit diesen tröstlichen Sätzen endet: “Wenn Sie jede Minute und jeden komplizierten Aspekt dieses Spiels verstehen, hätten Sie keinen Spaß mehr daran. Überlassen Sie dies den Spielern, Managern, Sportreportern und Romanautoren.“

Bei der Lektüre wird sofort klar, dass Grisham eine ganze Menge von Baseball versteht, doch auch wenn gelegentlich mal ein Absatz voller Fachtermini auftaucht, ist der Geschichte trotzdem mühelos zu folgen. Eigentlich muss der Leser nur wissen was ein “Beanball“ ist. Dies ist die Bezeichnung für einen Ball mit dem der Werfer bzw. Pitcher absichtlich den Batter bzw. Schläger der gegnerischen Mannschaft trifft, anstelle ihn dem Catcher bzw. Fänger seiner Mannschaft zuzuwerfen.

Hauptfigur und Erzähler des Buches ist Paul Tracey, dessen Vater Warren in den 70er Jahren für die New York Mets spielte. Eines Tages feuert dieser einen “Beanball“ auf den jungen aufstrebenden Spieler Joe Castle ab und beendet dessen mehr als vielversprechende Karriere dadurch abrupt. Doch auch die sich schon auf dem abfallenden Ast befindliche Baseball-Profi-Tätigkeit des ohnehin nicht sonderlich beliebten Warren Tracey findet durch die Folgen dieses Wurfes ihr Ende. Traceys Ehe ging danach ebenfalls in die Brüche. Seine beiden Kinder waren froh darüber, dass sie bei der Mutter bleiben durften und ihren gewaltbereiten Vater los waren.

Als Paul Tracey erfährt, dass sein Vater im Sterben liegt, bricht dieser zu einer Reise in die Vergangenheit auf. Er versucht Warren zu überreden einmal im Leben etwas Anständiges zu tun und sich bei Joe Castle zu entschuldigen. Aus diesem Trip macht John Grisham ein, das erneut seine Meisterschaft als Erzähler von ebenso spannenden wie hochmoralischen Romanen zeigt.
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am 7. Oktober 2014
Ich weiss auch nicht genau, warum ich ausserordentlich gern Bücher lese, in denen die Hauptperson „nur“ ein Spiel ist und zwar eins, dessen Regeln mir nicht einmal richtig geläufig sind, nämlich Baseball! Ich habe mit Begeisterung von Chad Harbach „Die Kunst des Feldspiels“ und von John Grisham „Der Coach“ gelesen und „Home Run“ hat mich genau so hingerissen. Übrigens werden meine Kenntnisse dieses bei uns nicht so bekannten und beliebten Sports von Buch zu Buch besser!

Denn zum einen bringt Grisham als Nachwort unter der Überschrift „Ein einfaches Spiel“ ein ganzes Kapitel zu den Spielregeln und zum anderen tut der Clip auf youtube von Chrissy [...] eingestellt, den ich mir zum besseren Verständnis interessehalber reinzog, ein übriges. Dieser Clip, ein niedrigstschwelliger Einstieg für jedermann, soll deshalb auch Eingang in meine Rezension finden. Danke Chrissy! Idiotensicherer Clip :-).

Zurück zum Buch: Paul und Jill Tracey haben kein echtes Verhältnis zu ihrem Vater mehr. Warren Tracy ist ausgezogen, nach einer sportlichen Krise. Er ist Baseballstar seiner Highschool und spielt auch danach professionell Baseball, bleibt jedoch trotz aller Anstrengung in der sportlichen Karriere immer nur gutes Mittelmaß, was an seinem ausgeprägtem Ego frißt. Warren ist ein Pitcher, ein Werfer. Und der neue Stern am Baseballhimmel ist ein Hitter, ein Schlagmann. Joe Casle ist ein Ausnahmetalent, das „zufällig“ für „die Bundesliga“ des Baseball entdeckt wird. Er kam, sah und siegte. Pitcher und Hitter sind naturgemäß Konkurrenten und Pitcher können Hitter dadurch ausschalten, dass sie den Wurfball, der mit großer Geschwindigkeit und also auch mit ungeheurer Wucht angeflogen kommt, auf den Körper des Hitter werfen, sogar an den Kopf. Das ist unfair, unsportlich und gemeingefährlich, aber seltsamerweisse nicht verboten, man nennt solche Würfe: Beanball. Niemand gibt zu, dass solche Würfe absichtlich sind.

Paul hat den Verdacht, dass sein Vater sich einen solchen Konkurrenten auf diese unfaire Weise vom Halse schaffte. Vorsätzlich. Dieser Konkurrent, Joe Castle, war das sportliche Idol seiner Kindheit. Als Paul erfährt, dass sein Vater an einer unheilbaren Krankheit leidet, beschliesst er, dieser Sache noch einmal nach und auf den Grund zu gehen.

Die psychologische Aufarbeitung dieses Vorfalls hat mich ungeheuer fasziniert. Weil ich Bücher über Baseball liebe, haben mich auch die vielfältigen Fachtermini nicht abgeschreckt, hey, es ist ein Buch über Baseball , da kann man nichts anderes erwarten. Da die Story eingebettet ist in Namen, Zahlen und Geschichten berühmter Baseballer, so berühmt, dass ich als Deutsche keinen einzigen davon kenne, und berüchtigter Spiele, hätte ich noch unendlich viel mehr Vergnügen empfunden, wäre ich Amerikanerin; ich fand aber auf die Schnelle keine Möglichkeit, meine Staatsangehörigkeit und Geschichte zu wechseln :-). Wenn aber die Zurück-in-die-Vergangenheit-Transporte endlich erfunden sind, fahre ich zurück und schaue mir einige davon an!

Fazit: Wenn Grisham über Sport schreibt, bin ich dabei, denn ich finde es toll. Wer es lesen möchte, überlese jedoch bitte nicht den vorhergehenden warnenden Absatz!

Kategorie: gute Unterhaltung; Heyne Verlag 2013
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am 28. April 2013
John Grishams neues Buch widmet sich dem Baseball. Eine Sportart, bei der wir Europäer uns fragen, warum die Amis das so sehr lieben. Was soll man sagen: Andere Länder, andere Kulturen. Doch GrishamŽs "Home Run" erzählt eigentlich zwei Geschichten, die sich größtenteils auf zwei Zeitebenen abspielen. Der Wechsel zwischen diesen beiden Zeiten ist Grisham auserordentlich gut gelungen, da die eine in der Mitvergangenheit und die andere in der Gegenwart erzählt wird.

Da wäre erstens die Erzählung von Aufstieg und Ende der Karriere von Calico Joe Castle. Ein Baseball-Spieler der wie eine Bombe einschlägt und nach nur wenigen Wochen auf Grund einer absichtlich durch den Vater des Kindes (einem sogenannten Pitcher) herbeigeführte Verletzung die Karriere beenden muß. Solche Fälle gibt es unzählige - praktisch in jeder Sportart. Beim Lesen des Buches fielen mir z.B. Toni Schumacher gegen Battiston ein, als Schumacher die Karriere des Franzosen auf brutalste weise beendete und das einzige das Schumacher machte, war daß er sich den Ball für den Abstoß zurecht legte, während Ärzte am Spielfeld um das Leben des Franzosen kämpften. Oder Joey Didulica gegen Axel Lawaree, in dem Ersterer ein Tormann mit einem Kung-Fu Sprung dem Zweiten ins Gesicht sprang. Lawaree konnte zum Glück seine Karriere weiterführen (schoß später auch ein Tor gegen Didulica). Das schlimme daran war, daß Didulica sich kurz danach mit einem Fan-Schal fotografieren ließ, auf dem das Brutalo-Foul Bild für Bild zu sehen war. Und so gibt es viele Beispiele dafür, daß Sport in diesem Fall Mord fast gleichkommt.
Auf jeden Fall möchte der Sohn des Brutalo-Pitchers, daß sein Vater sich kurz bevor er stirbt sich bei Calico Joe entschuldigt. Er fährt nach Calico Rock und trifft dort ein netten Zeitungsredakteur, die Brüder von Joe Castle und Joe Castle selbst....

Und da wäre die Geschichte der schlimmen Kindheit des Erzählers, der von eben jenen Vater beschimpft und geschlagen wird, der nie Zeit hatte für seine Kinder und seine Frau schlecht behandelt. Ja sogar seine Enkel sind ihm egal. Er hat seine eigenen Ansichten über das was im Baseball wichtig ist und belügt sein Leben lang alle Menschen über den "Unfall", der Calico Joe seine Karriere kostete.

So wird Grishams Buch zu einer umfassenden Chronik über den Vater, der praktisch alles in seinem Leben falsch gemacht hat und der kurz vor seinem Tod alles bereut, mit dem Wissen, daß es für ihn und seine Taten keine Vergebung geben dürfte und teilweise auch nicht gibt.

Am Ende des Buches gibt es noch eine liebevolle Anfänger-Anleitung für Baseball durch Grisham. Es wäre vielleicht zu empfehlen zuerst diese Anleitung zu lesen, denn im Buch selbst kommen sehr viele Fachbegriffe aus der Welt des Baseballs vor, sodaß es für den durchschnittlichen Europäer sehr schwer ist dem zu folgen. Unbedingt notwendig ist es nicht, aber vielleicht eine gute Idee, falls Sie noch nicht mit dem Buch begonnen haben.

Auf dem Umschlag des Buches steht "Grisham ist ein Meistererzähler" oder so ähnlich. Normalerweise halte ich solche Sprüche für übertrieben und manchmal glaube ich sogar, daß die genannte Zeitung oder der genannte Kritiker sogar dafür bezahlt wird. In diesem Fall muß ich diesem Spruch auf jeden Fall recht geben. Er ist ein Meistererzähler und das schon seit gut 20 Jahren.
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am 24. Oktober 2014
Im Jahr 1973 war Joe Castle von den Chicago Cubs für kurze Zeit der unbestrittene Star der US-amerikanischen Baseballliga MLB. Solange, bis Warren Tracey, ein Pitcher der New York Mets, während eines Spiels dessen Karriere mit einem Wurf für immer beendet.
Fast genau 30 Jahre nach diesem Ereignis ist Waren Tracey todkrank und hat nur noch kurze Zeit zu leben. Sein Sohn Paul beschließt, Joe und Warren erstmals seit jenem Tag wieder zusammenzuführen, um seinem Vater die Möglichkeit zu geben, sich zu entschuldigen. Während Paul auf allen Seiten viel Überzeugungsarbeit leisten muss, um das Treffen zu realisieren, holen ihn immer wieder die Erinnerungen an damals ein, als sein verhasster Vater das große Idol eine Elfjährigen zum Sportinvaliden machte.
John Grisham legt mit „Home Run“ eine gefühlvolle Erzählung vor, die über viele Seiten behutsam familiäre und sportliche Höhen und Tiefen aus der emotionalen Sicht eine elf Jahre alten Jungen schildert. Zum Ende hin wird der Erzählstil merklich hektischer, so dass der eigentliche Höhepunkt der Handlung den Leser seltsam unberührt lässt.
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