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Kundenrezensionen

3,8 von 5 Sternen
102
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am 13. April 2012
Was war ich zu Beginn begeistert von dem Buch: toller Stil, packender Plot: von entfernten Bekannten im Auto mitgenommen kehrt Ylva von dieser Fahrt nicht zurück. Sie wird fortan als Gefangene in einem Keller gehalten und kann perfiderweise auf einem Monitor mitansehen, wie ihre Familie mit der Situation umgeht. Mit der Zeit beginnt ihr Mann mit der gemeinsamen Tochter ein neues Leben.
Die Gedanken und das Seelenleben aller Beteiligten sind gut nachvollziehbar, aber das Ende des Buches hat mir gar nicht gefallen, die Auflösung ist meiner Meinung nach nicht gut gelungen. Ich hatte leider, wie so oft, das Gefühl, dass der Autor nun irgendwie die Geschichte auflösen musste, und da hat er einen relativ radikalen und seltsamen Weg gewählt. Schade; mit einem stimmigen Ende hätte ich gerne fünf Sterne vergeben.
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TOP 500 REZENSENTam 27. April 2012
Format: Broschiert|Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts( Was ist das? )
Zu viel des Buchinhaltes an dieser Stelle zu spoilern, würde mehr schaden als es nützt. Der Klappentext von "Entführt" wurde bereits in anderen Rezensionen wiedergegeben und spiegelt den Inhalt und den Buchplot sehr gut.

Für mich ist der Thriller rund um das Entführungsopfer Ylva ein dramaturgisches und inhaltliches Meisterwerk, ein Thriller bei dem das Gaspedal bewusst durchgetreten wird. Alleine die perfide Idee, das Entführungs"opfer" durch einen installierten Monitor im Kellerverließ an der Außwenwelt und dem weiteren Ablauf teilhaben zu lassen, ist spannend und faszinierend.

Der Schreibstil des Skandinaven Hans Koppel (trotz des Namens Schwede) ist sicherlich Geschmackssache, der aber meinen Nerv trifft. Schnell, zielstrebig und schnörkellos prasselt jedes der eher kurzgehaltenen Kapitel auf den Leser ein.

Ich persönlich habe mich innerhalb weniger Stunden auf dieses Tempo eingelassen und wurde dabei prächtig unterhalten. So bleibt ein spannend inszinierter Krimi, der nicht uneingeschränkt aus der Masse heraussticht, aber zumindest einen sehr positiven Eindruck hinterlässt. Mehr davon.
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am 11. August 2012
Zum Buch:

Dieses Cover ist wahnsinnig ansprechend und wirklich toll gestaltet. Es ist für mich definitiv eines der gelungensten Thriller-Cover überhaupt. Großes Lob an den "Designer"!

"Entführt" ist das Erstlingswerk des schwedischen Autors, wird aber hoffentlich nicht das letzte gewesen sein.

Zum Inhalt (laut Buchrücken):

Bis sie verstummt

Als Ylva ihr Büro verlässt, ahnt sie nicht, dass sich ihr Leben in Kürze für immer verändern wird. Sie verabschiedet sich von ihren Kollegen, wünscht allen einen schönen Abend und macht sich auf den Heimweg. Nach wenigen Minuten hält ein Auto neben ihr. Alte Bekannte, wie es scheint. Sie bieten Ylva an, sie ein Stück mitzunehmen. Ylva fühlt sich unbehaglich, doch sie will nicht unhöflich sein und nimmt das Angebot an. Eine Entscheidung, die sie für immer bereuen wird.

Meine Meinung:

Mich konnte dieses Buch sehr begeistern, da es meiner Meinung nach mal ein etwas anderer Thriller war. Meist handeln Thriller ja von Mord und in diesem Fall geht es eben um eine Entführung. Dieser Thriller ist auch nicht sonderlich blutig, er konzentriert sich eher auf die Psyche des Menschen. Besonders toll fand ich, dass es jedes Mal, wenn Ylvas Entführung und ihr Zustand eine neue Ebene erreicht, die passende psychologische Bezeichnung samt kurzer Erläuterung aufgeführt wird, was ich sehr interessant fand.

Die Kapitel waren sehr kurz, was ich persönlich am liebsten habe. Dementsprechend lässt sich das Buch auch sehr gut weglesen. Es gibt mehrere Handlungsstränge, man wird beispielsweise Zeuge von Ylvas Gefangenschaft und man begleitet auch Ylvas Mann und ihre Tochter und bekommt mit, wie sie mit der Sache umgehen.

Wer (wie ich manchmal auch) Probleme mit schwedischen Namen, Straßen etc. hat, den kann ich in diesem Falle beruhigen. Das Buch liest sich sehr gut, die Namen sind nicht allzu schwer und man wird auch nicht mit schwedischen Örtlichkeiten bombardiert.

Die Spannung wird sehr gut aufrecht erhalten, die Polizei hat keinerlei Anhaltspunkte. Dem Leser wird schnell klar, dass in Ylvas Vergangenheit etwas vorgefallen ist, was genau bleibt jedoch bis zur letzten Seite unklar. Erst langsam werden einzelne Bruchstücke enthüllt. Was haben die Entführer mit Ylva vor? Was ist damals geschehen? Wird Ylva den rachsüchtigen Klauen ihrer Entführer entkommen können? Wie wird die Familie mit der Situation umgehen? Diese zahlreichen Fragen machen die Spannung der Geschichte aus.

Dieser Thriller ist definitiv lesenswert und ich hoffe sehr stark, dass dies nicht Hans Koppels letztes Buch gewesen sein wird!

Mein Blog: readforthethrill.wordpress
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TOP 500 REZENSENTam 8. März 2012
Format: Broschiert|Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts( Was ist das? )
Die Grundidee des Thrillers "Entführt", von Hans Koppel bot eigentlich eine perfekte Grundlage für einen gelungenen Thriller, doch leider hat der Autor meines Erachtens die Chance nicht genutzt und nur einen mittelmäßigen Thriller abgeliefert.

Die Handlung dieses Buches spielt in Schweden. Ylva, verheiratet und Mutter einer Tochter, wird auf dem Nachhauseweg entführt und in einen schalldichten Keller gesperrt. Ihre Entführer, die sie aus ihrer Vergangenheit kennt, erniedrigen und vergewaltigen sie und legen ihr nahe sich selbst das Leben zu nehmen. Auf einem Monitor, der in ihrem "Verlies" instaliert ist, beobachtet sie ihren Mann und ihre Tochter Sanna, denn das Haus der Entführer liegt gleich gegenüber von ihrem eigenen Haus.Immer wieder erwägt Ylva zu fliehen,doch ihren Peinigern entgeht nichts.

Was hätte man aus diesem Stoff machen können, der in meinen Augen zu Anfang auch recht spannend unmgesetzt wurde, aber leider ließ sowohl die Spannung , als auch teilweise die Glaubwürdigkeit mancher Personen im Laufe der Handlung immer mehr nach.
Die "Troddeligkeit" der Polizei bildete dabei den Höhepunkt.Mag ja sein, dass die Polizei zu Anfang nicht jede Vermisstenmeldung eingehend bearbeitet, aber die Informationen , die sie nachher bekam, hätten reale Polizisten bestimmt nicht so abgetat.
Was mir bei diesem Buch aber wirklich gefehlt hat, war die Nähe zu den agierenden Personen. Ich konnte weder zu Ylva,noch zu ihrem Ehemann Mike eine Beziehung herstellen. Auch die Entführer und ihre Beweggründe blieben mir zu nebulös.Die Charaktere fand ich allgemein etwas blass, es war weder eine Person dabei,die ich besonders sympatisch, oder besonders unsympatisch fand.Manche fand ich sogar einfach nur lächerlich und so wurde das Lesen dieses Buches für mich leider nicht zu einem unvergesslichen Leseerlebnis.
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am 1. Juni 2012
Format: Broschiert|Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts( Was ist das? )
Als Ylva ihr Büro verlässt und nach Hause will, hält neben ihr ein Auto. Es sind alte Bekannte, die ihr anbieten,
sie ein Stück mitzunehmen. Doch als Ylva in das Auto steigt wird sie entführt, und dann in einem schalldichten
Kellerraum gefangen gehalten. Auf einem Monitor kann sie sehen, was bei ihr zu Hause vor sich geht. Sie sieht
wie ihre kleine Tochter im Garten spielt und ihr Mann Mike sich um sie Sorgen macht.

Spannend und mitreißend wird die Geschichte von Ylva erzählt. Sehr gut werden die einzelnen Charaktere und ihre
Gefühle dargestellt. Man leidet als Leser mit Ylva, aber auch mit ihrem Mann Mike, der nicht weiß, was mit seiner
Frau passiert ist. In Rückblicken wird erzählt, in welcher Beziehung Ylva zu ihren Entführern stand. Nach und nach
ergibt sich dann ein Bild, warum Ylva entführt wurde.

Der Thriller wird von Anfang an spannend erzählt und die Geschichte ist bewegend und mitreißend. Das Ende hat mir
allerdings nicht so gut gefallen.
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am 25. Mai 2012
Wieso lese ich immer wieder welche, obwohl ich sie doch gar nicht mag? Die Rede ist von skandinavischen Krimis/Thrillern und meistens sind mir die im Grundtenor zu melancholisch, zu schwermütig.......Ja, also warum greife ich doch zwei oder dreimal im Jahr danach? Das eine Mal hat mich eine Freundin überredet und hier, ich gestehe es, hat mich der Name des Autors zu falschen Schlussfolgerungen gebracht. Zudem bin ich mal wieder reingefallen.....auf enthusiastische Buchbesprechungen in Zeitschriften'.*g* - auch das passiert mir immer mal wieder.

Okay, dieses Buch IST anders - längst nicht so "'duster";' daran liegt es also nicht, dass ich es nur mässig gut und kaum spannend fand. Aber meine Erwartungen waren sehr hoch geschraubt und - keine einzig davon wurde erfüllt. 'Teuflisch wie Hitchcocks Filme'? Davon habe ich nichts gemerkt. 'Infernalisches Szenario?' Aha. DAST Magazine versteht darunter wohl etwas anderes als ich'.....

Fakt ist: die Geschichte an sich ist sicher nicht neu, eher der bitteren Realität nachempfunden. Dass es hier um Rache und Vergeltung geht, ist bald klar ' nur nicht warum; und die Auflösung dazu entpuppt sich eher dann leidenschaftslos. Überhaupt fehlen mir die emotionalen Aspekte in diesem Buch; der Autor schafft es nicht wirklich, mich zu berühren, oder gar mitzunehmen in Angst, Spannung, Hoffnung'..

Und wieso und weshalb Rache in dieser Form - dazu 'gibt' es nur so wenig Aufklärung bzw. eben nur die Fakten'oh nein, stimmt ja gar nicht'..immerhin kommt der Professor der Psychologie schon gleich anfangs mit einem Vortrag zu Wort, bei dem er erzählt......nein, das sag ich Euch jetzt nicht'.*g*

Die Ermittlungsarbeit der Polizei ' - das ist eher ein Witz;' warum kommt das überhaupt vor? Weil das halt in einem Entführungsfall so ist und dann also auch in einem Buch so zu sein hat? Mehr ist dazu wirklich nicht zu sagen.

Das einzige, was ich wirklich erwähnens-und lobenswert finde, ist ein Teil des Schlusses. Endlich mal kein"Friede-Freude-Eierkuchen", sondern eine realistische Folgerung von dem zuletzt geschehenen ' und somit auch ein 'Ausblick' für die, die bleiben''

Wie auch immer ' man kann dieses Buch lesen, muss es aber wirklich nicht. Ich werde es auf jeden Fall nicht weiterempfehlen.
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Ylva ist auf dem Heimweg als neben ihr ein Auto hält. Offensichtlich alte Bekannte, die nun auch in ihre Gegend gezogen sind und in derselben Straße wie Ylva und ihre Familie wohnen. Sie bieten Ylva an, sie mit nach Hause zu nehmen. Um nicht unhöflich zu sein, nimmt sie das Angebot an und fortan ändert sich ihr Leben grundlegend. Direkt gegenüber von ihrem Zuhause wird sie in einem Keller gefangen gehalten, über einen Monitor kann sie verfolgen, wie ihr Mann Mike und ihre kleine Tochter Sanna ihr Leben ohne sie weiterführen. Unbemerkt von der Außenwelt fristet Ylva fortan in dem schalldichten Kellerraum ein Leben als Sex- und Haussklavin.

Was für ein perfides Spiel. Welche seelischen Qualen müssen das sein, ständig vor Augen zu haben, wie das Leben ohne einen selbst weitergeht. Man ständig das Leben seiner Lieben vor Augen hat, ohne eine Möglichkeit zu haben, sich in irgendeiner Form der Außenwelt bemerkbar zu machen. Gefangen zu sein in einem Verlies, hoffnungslos seinen Peinigern ausgeliefert.

Die Idee greift Hans Koppel in seinem Debütroman auf und setzt sie anfangs sehr spannend um. Man verfolgt die Entführung von Ylva, rätselt über den Grund und erlebt ihr anfängliches Aufbegehren gegenüber ihren Peinigern. Man weiß zu Beginn des Thrillers schon, dass irgendetwas in der Vergangenheit von Ylva vorgefallen ist, was ihr die Entführer vorwerfen und der Grund für diese Situation ist. Man liest, wie ihr Mann Mike anfangs noch glaubt, dass seine lebenslustige Frau, die gerne flirtet, jemanden kennengelernt hat und deswegen nicht nach Hause kommt. Doch je länger die Entführung dauert, umso mehr wandelt sich seine Wut in Verzweiflung.

Ein weiterer Erzählstrang gibt nach und nach Einblick in die Vergangenheit von Ylva und dem Grund für die Entführung. Zwar kann man sich schon bald denken, um was es sich hierbei handelt, die endgültige Auflösung präsentiert Hans Koppel seinen Lesern erst am Ende. Tja, und dann spielt natürlich auch die Polizei eine Rolle in dem Thriller. Diese hat schnell den Ehemann in Verdacht, seine Frau ermordet und ihre Leiche verscharrt zu haben. An eine mögliche Entführung glauben die beiden etwas sehr einseitig ermittelnden Polizisten eher weniger und großes Interesse an der Aufklärung des Falls zeigen sie auch nicht unbedingt. Keine überzeugende Darstellung der Polizei und für mich etwas unglaubhaft.

Der Schreibstil von Hans Koppel ist flüssig, eher etwas ruhiger angelegt, oft sehr direkt und zumeist fesselnd. Die Story überrascht jetzt nicht unbedingt durch unvorhersehbare Wendungen, ist aber in großen Teilen spannend geschrieben. Allerdings waren mir die Ausarbeitung der Charaktere und hier gerade die Figur von Ylva zu blass. Wenig bis gar nicht geht der Autor auf die Psyche von Ylva ein, das Ganze wirkt sehr distanziert, man erhält kaum eine Möglichkeit sich vorzustellen, wie die junge Frau mit der Entführung klar kommt. Ylva selbst wird von ihrer Umwelt stellenweise ziemlich unsympathisch beschrieben und man hat durch diese Distanziertheit ihrer Beschreibung keine Gelegenheit herauszufinden, ob Ylva wirklich so eine sexbesessene, egozentrische und extrovertierte Frau ist.

Ihren Ehemann Mike kann man nur als unsympathisches Weichei beschreiben. Er traut sich kaum, sich gegen seine Frau aufzulehnen, ist ihr hörig, akzeptiert hilflos ihre Seitensprünge und kämpft fast während des gesamten Thrillers ständig mit den Tränen und zumeist verliert er diesen Kampf. Je mehr man ihn kennenlernt, umso weniger kann man glauben, dass er erfolgreich als Abteilungsleiter in einer Firma arbeiten soll. Auch hat mich etwas verwundert, wie schnell Ylvas siebenjährige Tochter Sanna über das Verschwinden ihrer Mutter hinwegkommt. Man bekommt das Gefühl, dass Sanna keine enge Beziehung zu ihrer Mutter hat, warum dies jedoch so zu sein scheint, erfährt man nicht.

Fazit: Eine interessante Story, die zumeist spannend erzählt ist. Allerdings wirkt die Beschreibung der Protagonistin sehr distanziert und auch die weiteren Charaktere können nicht unbedingt überzeugen.
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Gerade in den letzten Jahren wurde in den Medien verhältnismäßig viel über Fälle berichtet, bei denen ein Täter ein oder mehrere Opfer in verliesartigen Räumen über Jahre gefangen hielt und diese sexuell missbrauchte. Natascha Kampusch ist vermutlich das prominenteste Beispiel. Dieses grausame Vorgehen greift der schwedische Autor Hans Koppel auf und packt die Entführung in eine Art wissenschaftlichen Rahmen.

In diesem Thriller entführt ein Paar eine Frau, die sich auf dem Weg von der Arbeit nach Hause von den beiden im Auto mitnehmen lässt, weil sie sie aus ihrer Vergangenheit kennt. Woher und was der Hintergrund ist, lässt Koppel den Leser erst nach und nach wissen und hält damit die Spannung aufrecht. Der Umstand, dass Ylva, so heißt das Opfer, und ihr Mann Mike Probleme in ihrer Ehe haben und Ylva vor Jahresfrist eine Affäre hatte, lässt Polizei und Umfeld auf den Gedanken kommen, Mike hätte mit dem Verschwinden seiner Frau etwas zu tun. Seine Weinerlichkeit nimmt einem wenig für ihn ein. Ebenso entstand bei mir keine Sympathie zu der Entführten, so dass am Ende der Roman ohne Sympathieträger auskommen muss. Kein Problem aus meiner Sicht, aber etwas, das alle, die sich für den Roman interessieren, wissen sollten.

Koppel teilt die 350 großgedruckten Seiten auf 63 Kapitel auf, was eher einen stakkatoartigen Charakter entstehen lässt, zumal die Sicht vom auktorialen Erzähler auf viele Handelnde (etwa ein Dutzend) verteilt wird. Die Sprache ist sehr einfach gehalten. Ob der Autor dem Leser nicht zutraut, auch Nebensätze zu verstehen oder gar eine Verschachtelung, oder ob er nicht anders kann, wissen wir nicht. Mich hat das Lesen an keiner Stelle auch nur annähernd gefordert. Und zwar weder sprachlich, noch bezugnehmend auf die Konstruktion der Erzählung, die bar jeder Komplexität ist.

Es gibt einen innovativen Ansatz, dass das Opfer nämlich nicht nur entführt und gefangen gehalten wird, sondern dass das auch noch in unmittelbarer Nähe zu ihrem eigenen Haus geschieht und die Täter ihr mit einer Kamera und einem Bildschirm einen permanenten Blick auf ihr altes Leben und auf ihre Familie gewähren, beziehungsweise sie damit quälen. Dennoch hält sich die Spannung in Grenzen. Dass der Übersetzer eine Person die andere auf derselben Seite (Beginn Kapitel 22) im ersten Satz duzen lässt und sofort danach siezen, ist vielleicht ein Zeichen, dass auch er nicht gepackt und mit den Gedanken möglicherweise woanders war. Zweieinhalb Sterne für diesen Roman.
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VINE-PRODUKTTESTERam 1. Januar 2013
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Ylva lebt ein schönes Leben. Sie hat einen guten Job und ist verheiratet mit Mike. Mit der gemeinsamen kleinen Tochter wohnt man im eigenen Häuschen in einem ruhigen Stockholmer Vorort. Doch Ylva trägt ein dunkles Geheimnis aus der Vergangenheit. Das soll ihr eines Tages zum Verhängnis werden. Auf dem Nachhauseweg von der Arbeit wird Ylva entführt. Man sperrt sie in ein Kellerverlies, aus dem sie über einen Monitor das Leben ihrer Familie minutiös mitverfolgen kann. Denn die Entführer wohnen nebenan und neben den psychischen und physischen Misshandlungen ist die Nähe und gleichzeitige Unerreichbarkeit zu ihrer Familie Ylvas größte Strafe.

Indes wird Mike verdächtigt, mit dem Verschwinden seiner Frau zu tun zu haben. Die Polizei kann ihm jedoch nichts nachweisen. Ylva verfolgt das Kommen und Gehen auf dem Nachbargrundstück mit, die scheinbare Normalität, die langsam einkehrt und die Veränderungen, die mit ihrer Familie geschehen. Denn das Leben geht weiter und eines Tages lernt Mike eine andere Frau kennen.

Ylva dämmert in ihrem Verlies vor sich hin und hat sich mit ihrem Kerkerdasein arrangiert. Ihr wehrloses Nachgeben gegenüber den erniedrigenden sexuellen Forderungen ihrer Entführer ist befremdend und schwer zu ertragen. Trotzdem gibt sie nie die Hoffnung auf, auch wenn es immer mehr so scheint...

Stellenweise musste ich das Buch weglegen, weil es mich zu sehr mitnahm. Meine Gefühle blieben jedoch zwiespältig. Zum Teil lag das an den Personen. Wie viele andere Rezensenten konnte auch ich keine Sympathie, ja nicht einmal Zugang zu ihnen entwickeln. Ylva ist promiskuitiv und Mike ein farbloser Schwächling. Die Polizei wird als so lächerlich unfähig dargestellt, dass ich mich fragte, ob Hans Koppel die Leser veräppeln will. Mir persönlich gefiel auch sein etwas abgehackter Schreibstil nicht.

Das Entführungsthema ist leider immer aktuell und unser Entsetzen nach Bekanntwerden realer Fälle wie Kampusch, Fritzl usw. groß. Krimi-Autoren nahmen sich des Themas begeistert an und so gab es in den vergangenen Jahren eine Schwemme an Entführungskrimis. Bleibt die Frage, ob die Welt einen weiteren Entführungskrimi braucht. Ich finde nein, und nach Adler-Olsons grandiosem "Erbarmen" wird es auch keinen besseren mehr geben.
*NW*
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VINE-PRODUKTTESTERam 26. Februar 2012
Die junge Ehefrau und Mutter Ylva wird auf dem Heimweg von der Arbeit entführt. Das Besondere: Sie kennt ihre Entführer aus ihrer Vergangenheit und einem Erlebnis, dass sie für immer verdrängen wollte. Die Entführer verfrachten Ylva in einen schallldicht isolierten Keller, wo sie immer wieder missbraucht und gedemütigt wird. Der Keller liegt nur wenige Meter von ihrem Zuhause entfernt. Über einen Bildschirm, den ihre Entführer in dem Kellerverlies angebracht haben, kann sie verfolgen, was dort vor sich geht. Sie sieht ihren Mann Mike und ihre Tochter Senna und muss miterleben, wie sich das Leben in den Monaten nach ihrem Verschwinden langsam wieder der Normalität zuwendet.

ENTFÜHRT ist das vielbeachtete und hochspannende Debüt des schwedischen Autors Hans Koppel. Ein Debüt, dass sich auf Anhieb in 10 Länder verkaufte. Zu Recht: Der Roman ist hochspannend und nimmt den Leser von der ersten Seite an gefangen. Sehr geschickt lässt Hans Koppel die Welt von Ylvas Ehemann aus den Fugen geraten. Hinzu kommt, dass der Roman seine Spannung unter anderem aus der Frage bezieht, was Ylva damals verbrochen hat, um eine solche Strafe zu rechtfertigen.

Hier liegt dann auch der Knackpunkt des Romans, der eine Höchstbewertung verhindert hat. Alle Figuren sind sehr oberflächlich gezeichnet, da das Hauptaugenmerk auf der Handlung und der Spannung liegt. Das ist im Prinzip auch okay, doch wäre es schon sehr schön gewesen, wenn die Figuren etwas mehr Tiefe bekommen hätten. Hinter das Geheimnis kommen erfahrene Thrillerleser doch sehr schnell. Hat man eine Ahnung ist man natürlich auf die Auflösung und das Ende sehr gespannt. Und hier hat Hans Koppel aus meiner Sicht leider versagt. Der Schluss ist eher nach dem Prinzip aus und vorbei geschrieben worden. Hier wäre es schön gewesen, wenn man noch ein paar Seiten mehr bekommen hätte. Rückblickend kommen dem Leser dann auch ein paar Logikzweifel. Warum haben die Entführer so lange mit ihrer Rache gewartet? Warum ist Mike ausgerechnet bei einem der Entführer in Behandlung? Hier stellen sich nach der Lektüre ein paar Fragen, auf die man rückblickend keine befriedigende Antwort bekommt. Darüber hinaus kann man darüber streiten, ob gerade der mehrfache Missbrauch von Ylva immer wieder so detailliert geschildert werden muss. Doch gerade neue Thrillerautoren wie Luc Deflo oder Cody Mcfadyen legen in ihren Romanen sehr viel Wert auf genaue Gewaltbeschreibungen. Hier kann weniger manchmal auch mehr sein. Nicht abstreiten kann man, dass Hans Koppel ein Gespür für packende Geschichten hat. Gut 300 der insgesamt 350 Seiten unterhalten Thrillerfans aufs Allerbeste. Mit Hans Koppel kann durchaus ein neuer Stern am nordischen Thrillerhimmel aufgehen.

Fans von Cody Mcfadyen kommen bei ENTFÜHRT voll auf ihre Kosten. Ein spannender, sehr gewaltvoller Thriller über einen eiskalten Racheplan. Wer einen echten Pageturner für ein paar spannende Lesestunden sucht macht mit diesem Thriller, trotz des nicht so guten Endes, nichts falsch!
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