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Kundenrezensionen

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HALL OF FAMEam 23. September 2002
Der "Blade Runner" ist mit Sicherheit der mit Abstand bekannteste Roman von Philip Kindred Dick, was er vor allem seiner Verfilmung durch Ridley Scott im Jahr 1982 verdankt. Diesen Film hat Dick leider nie in seiner endgültigen Fassung sehen können, denn er verstarb zu jener Zeit an den Folgen mehrerer Schlaganfälle.
Zur Story: Der Androidenjäger Rick Deckard übernimmt den Auftrag, sechs vom Mars auf die Erde geflüchtete Androiden aufzuspüren und zu eliminieren, denn diese haben auf ihrer Flucht mehrere Menschen umgebracht. Vom ausgesetzten Kopfgeld will er sich und seiner depressiven Frau ein lebendiges Tier kaufen, nachdem sein elektrisches Schaf einen Defekt erlitten hat. Denn Tiere sind nach dem letzten totalen Krieg zum absoluten Statussymbol geworden - der radioaktive Niederschlag hat die meisten Tierarten aussterben lassen und die überlebenden selten und kostbar gemacht.
Die Androiden auf Ricks Liste gehören jedoch zu einem neuen Typus namens Nexus 6, der äußerlich nicht mehr von Menschen zu unterscheiden ist - lediglich ein Empathietest kann den Unterschied deutlich machen. Hinzu kommt, dass manchen Androiden falsche Erinnerungen eingegeben werden, so dass sie selbst nicht mehr wissen, dass sie Androiden und keine Menschen sind. Die zwischendurch auftauchende Frage "Wer ist Mensch und wer ist Imitation" ist somit vorprogrammiert. Rick Deckards Jagd nach den Kunstmenschen wird eine Jagd nach der eigenen Wahrhaftigkeit und der Sinngebung seines Handelns...
Ganz anders als im Film, wird hier nicht allein der Schwerpunkt auf die Androidenjagd an sich gelegt, sondern das psychologische Profil eines Menschen gezeichnet, der in einer zerstörten und aus den Fugen geratenen Welt nach einem sinnerfüllten Dasein strebt. Hier spielt auch die fiktive Religion des Mercerismus eine wichtige Rolle (Mercer ist eine Art Messias, mit dessen Geist die Gläubigen über eine Empathie-Box verschmelzen können), welche der Film komplett auslässt.
Letztlich erweist sich die ganze kaputte Welt als ein auf künstlichen Säulen ruhender Fake, mit dem sich die Menschen selbst betrügen, um sie noch irgendwie ertragen zu können.
Wer vom Film zum Buch kommt, wird sich über vieles wundern, was hier - in der Vorlage - anders ist, angefangen bei den Rollen der einzelnen Personen über die anders gesetzten Schwerpunkte bis hin zum gänzlich anderen Verlauf und Ausgang der Geschichte. Tatsächlich sind die Storys von Buch und Film zwei verschiedene, die zwar miteinander verbunden sind, jedoch jede für sich als eigenständiges Werk Anerkennung verdienen. Der Film hat diese in jedem Fall bekommen, gilt er doch mittlerweile als Klassiker eines ganzen Genres. Das Buch und sein Autor kommen erst mit der Zeit (letzterer leider nur posthum) in diesen Genuss. Eine Anerkennung ist sicherlich die Neuauflage des "Blade Runners" und vieler anderer Romane und Kurzgeschichten von P. K. Dick (darunter auch "Minority Report") im Heyne Verlag, womit der Autor hierzulande endlich wieder einem breiten Publikum zugänglich gemacht wird, nachdem das meiste seiner Werke für lange Zeit vergriffen war.
An dieser Stelle auch noch einmal Dank an den Haffmans Verlag, der seit kurzem leider nicht mehr existiert. Hier erschien - neben einigen Romanen Dicks - eine komplette und gebundene Gesamtausgabe sämtlicher Kurzgeschichten in zehn Bänden.
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am 16. Oktober 2010
Das ist wieder mal so ein Buch, das im Bücherregal keinerlei Staub ansetzt. Philip K. Dicks -Blade Runner- ist ein Klassiker des Genres. Bei uns vielmehr dadurch bekannt, dass Ridley Scott den Stoff 1982 mit Harrison Ford in der Hauptrolle verfilmte. Falls sie den Film gesehen haben, lohnt es sich trotzdem das Buch, aus dem Jahr 1968, zu lesen, denn: Es gibt gewaltige Unterschiede. Scott hat sich das Gerüst aus Dicks Roman geschnappt, mehr nicht. Er ließ ganze Handlungsstränge weg und veränderte einiges. Dabei blieb die Grundaussage von Dicks Stoff stehen, aber die Details reduzierten sich gewaltig. Dick, der 1982 starb, war ein Visionär und Vielschreiber. Über 100 Shortstories und 30 Romane ließ er zurück. -Blade Runner- ist das literarische "Sahnestück" seines Nachlasses.

Im Jahr 1992 ist die Erde nach einem Atomkrieg kaum noch bewohnbar. Ein Teil der Menschheit wandert zum Mars aus. Zum Schutz werden den Auswanderern Androiden zur Seite gestellt. Sie dürfen die Erde nicht wieder betreten. Für diejenigen Androiden, die das doch tun, werden spezielle Kopfgeldjäger ausgebildet, die Jagd auf die Androiden machen. Rick Deckard ist einer von ihnen. Deckard erfüllt seinen Job ohne wenn und aber. Als er jedoch eine Affäre mit der Androidin Rachel Rosen beginnt, ändert sich seine Weltsicht. Deckard weiß nicht, wie er seinen Job noch ausführen soll. Und das in einer Situation, in der er sechs gefährliche Androiden zur Strecke bringen muss. So wird Deckard hin und her gerissen und landet zum Schluss doch zwischen den Fronten. Ein Spiel auf Leben und Tod beginnt...

-Blade Runner- ist eine der besten Endzeitstories, die je den Kopf eines Schriftstellers verlassen hat. Sie steht mit Romanen wie -I am Legend- oder -New York 1999- auf einer Stufe. Dicks Schreibstil ist kurz, knapp, unterhaltsam und genau. Das sorgt dafür, dass die Art und Weise, in der uns die Story präsentiert wird, absolut zeitlos rüberkommt. Dabei haben sich Dicks Stoffe, im Nachhinein, als gut verfilmbar erwiesen. Auch -Minority Report- und -Tota Recall- basieren auf Geschichten des Amerikaners.

Wer sich für Science Fiction interessiert, auf eine gute Schreibe steht und präzise Charaktere mag, der kann mit -Blade Runner- nichts verkehrt machen. Zudem ist Dicks Roman ein Buch, das in keiner gut sortierten Buchsammlung fehlen darf.
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In dieser Zukunftsvision aus dem Jahr 1969 hat die Welt den Dritten Weltkrieg bereits hinter sich und ist radioaktiv verseucht. Die meisten Tierarten sind ausgestorben, nur wenige Menschen haben überlebt und fristen in riesigen leeren Städten ein kärgliches Dasein. Über "Stimmungsorgeln", Automaten, die Gefühle manipulieren können, entfliehen sie der Realität. In dieser Welt jagt der Kopfgeldjäger ("Blade Runner") Rick Deckards in den 1990ern Androiden. Diese lassen sich inzwischen kaum mehr von Menschen unterscheiden, entfliehen ihren Besitzern und mischen sich illegal unter die Menschen. Als in San Francisco eine Gruppe Nexus-6, des allerneusten Modells, untertaucht, erhält er seinen bislang schwersten Auftrag. Er hat es nicht nur mit einer überragenden Intelligenz zu tun, sondern in dieser Welt, in der die Menschen zunehmend leben wie Roboter und Roboter wie Menschen, wird die Jagd zu einem ethischen Problem.

Die Atmosphäre ist durchgehend düster und trist, und Dick schreibt so trocken und realistisch, dass die absurden Zustände fast alltäglich wirken. Insgesamt fand ich die Geschichte schön, aber auch nicht so spektakulär, dass man sie nun unbedingt gelesen haben muss. Die 5 Sterne bewahr ich mir daher noch für andere SF-Bücher auf. Das Buch war die Grundlage für den gleichnamigen Film mit Harrison Ford, der mir leider nicht mehr in Erinnerung ist. Meine Ausgabe enthielt eine Reihe von S/W-Bildern aus dem Film.
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am 17. Juli 2007
Ein cineastisches Meisterwerk habe ich immer gedacht und doch nicht gewusst, dass diese Geschichte aus der Feder eines wahren Sciencefiction-meisters war. Ich habe mich also darauf eingelassen die in meinem Kopf exoistierende Geschichte noch einmal aufzurollen und oder meine Meinung über deren Güte zu revisieren. Ich wurde nicht enttäuscht, so viel kann ich schon einmal sagen. Obwohl die Erzählung einen ganz anderen Wert vermittelt ist sie unglaublich nahegehend. Das Leben an und für sich ist was zählt unter allen Bedingungen. Im Angesicht der heutigen Weltpolitik scheint es wichtig, einmal eine Art Erdung zu erfahren und sich klar zu machen, wie wertvoll jedes Leben ist. Leider ist die Geschichte viel zu kurz. Man muss einfach jede Seite geniessen, um es nicht zu schnell vergehen zu lassen.
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am 2. Dezember 2014
Ich wollte endlich mal den Roman lesen, weil mir Ridley Scotts Film so gut gefällt, also die ursprüngliche Fassung mit Rick Deckards Off-Kommentaren.

Schon nach wenigen Zeilen wird klar, dass in der Filmadaption nur einzelne Elemente der Romanvorlage übernommen wurden. Selbst die Hauptfigur Rick Deckard ist im Roman anders charakterisiert.
Auch sonst ist der Roman ziemlich sperrig, vielleicht deshalb, weil die Handlung nicht gründlich durchdacht wirkt:
Einerseits leben einige der Charaktere in verlassenen Häusern voller leerer, vermüllter Wohnungen, dennoch gibt es in diesen Häusern noch immer fließend Wasser und Strom. Mag der Atomkrieg im Jahre 1968 noch als durchaus potentielle Bedrohung der Menscheit gegolten haben, so war es damals doch mehr als optimistisch, anzunehmen, dass die Menschen bereits im Jahre 1992 auf dem Mars siedeln könnten.

Der Roman wirkt, als wäre einfach die Handlung einer Episode aus der Westernserie ‚Wanted - Dead Or Alive’ (Mit Steve McQueen) mit einigen gängigen Science-Fiction-Elementen der damaligen Zeit angereichert worden:
Androiden oder Roboter, Laserwaffen, fliegende Autos, Kolonien im Weltraum, Atomkrieg ...

Einerseits ist die Zeit des Romans fortschrittlich genug, um fliegende Autos zu bauen, andererseits sind sie nicht in der Lage, in die Androiden/Roboter einen Chip einzupflanzen, durch den diese sofort als Nicht-Menschen erkennbar sind und deren Aufenthaltsort jederzeit lokalisierbar ist.
Am durchdachtesten ist im Roman noch der Voigt-Kampff-Test:Die Szene, in der Rick Deckard den Test samt Gerät anwendet, wurde dann auch im Film übernommen, jedoch ist die Szene im Roman deutlich umfangreicher und hat auch einen gänzlich anderen Subtext, denn im Roman versucht das Unternehmen, Rick Deckard hereinzulegen und zu erpressen, was ihnen fast auch gelingt, bis Deckard dann noch eine letzte Frage aus dem Ärmel zieht ...

Durch den Roman zieht sich ein ständiges Mißtrauen gegen Regierungen und Obrigkeit:
Dies wird schon dadurch deutlich, dass die Erde nach einem Atomkrieg schwer geschädigt ist, die Regierungen, die diesen Atomkrieg zu verantworten haben, offensichtlich aber noch immer an der Macht sind. Durch atomare Strahlung und Fallout leben die auf der Erde verblieben Menschen in ständiger Furcht, Strahlungsschäden zu erleiden und dadurch genetisch verändert zu werden, was offenbar sofort zu einem Verlust der Bürgerrechte führen würde.
Auch wird nie richtig klar, warum den Androiden überhaupt eine Rückkehr zur Erde verboten ist. Oder warum diese überhaupt zur Erde zurückkehren wollen.

Dafür finden sich bittere Parallelen zur Moderne:
Zur Handlung des Romans gehört eine Radio- und Fernsehsendung mit dem Moderator Buster Freundlich, der offenbar nahezu rund um die Uhr auf Sendung ist. Schnell wird einem als Leser klar, dass diese Sendung dazu dient, die Hörer, Zuschauer und Bürger auf Linie zu trimmen - wenn ich mir das moderne Manipulations- und Verdummungsprogramm diverser TV-Sender anschaue, dann sind die Zustände heute noch viel schlimmer!

Der Roman ist von der Handlung her nicht so geradlinig wie der Film, sondern läßt den Helden Rick Deckard und mit ihm die Leser Zeit zum Nachdenken. Bedenkt man die Handlung des Romans und wie viele und welche Elemente im Film nicht übernommen wurden, dann wird klar, dass der Film ‚Blade Runner’ damals offenbar durchaus als Film fürs breite Publikum geplant war, denen die Produzenten die Wendungen und Überlegungen des Romans nicht zumuten wollten.
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VINE-PRODUKTTESTERam 2. Dezember 2011
Rick Deckard ist einer der Menschen, die nach dem letzten Weltkrieg und der daraus resultierten atomaren Verseuchung auf der Erde geblieben sind. Die Städte sind grösstenteils verwaist, ein giftiger Staub senkt sich nach wie vor auf alles nieder und macht die Bewohner krank.

Die Tiere sind nach der Katastrophe nach und nach aus der Fauna verschwunden und so gut wie ausgestorben. Vögel gibt es z.B. gar keine mehr. Die Folge ist, dass es den Menschen sehr wichtig geworden ist, sich ein Tier zu halten. Nach Möglichkeit ein echtes, wenn das nicht machbar ist ' weil sie z.B. einfach unerschwinglich und nicht bezahlbar sind ' dann ist es auch schon einmal ein elektrisches Tier. Firmen haben sich darauf spezialisiert Tiere naturgetreu nachzubauen um dem Wunsch der Erdbewohner nachzukommen.

Auch Rick Deckard hat ein Tier, leider kein echtes. Er ist Besitzer eines elektrischen Schafes, das auf dem Dach seines Hauses lebt und das er versorgt als sei es ein lebendes Tier. Ricks Deckards grösster Wunsch wäre etwas lebendiges zu halten.

Vielleicht bringt ihn sein nächster Auftrag diesem Ziel ein wenig näher. Rick ist Blade Runner, ein Jäger der auf Prämienbasis Androiden jagt und aus dem Verkehr zieht. Diese Androiden wurden eigentlich geschaffen um den ausgewanderten Erdbewohnern, die auf dem Mars leben, bei der Arbeit zu helfen und Gesellschaft zu leisten. Doch immer wieder fliehen Androiden unter dem Einsatz von heftiger Gewalt vom Mars auf die Erde.

Das Problem ' die Androiden der Serie Nexus 6 sind nicht einfach Roboter. Sie sind perfekte Nachbauten eines Menschen aus Fleisch und Blut. Sie zu erkennen bedarf einiger Erfahrung und der Nutzung gewisser Tests.

Blade Runner Rick Deckard hat den Auftrag sechs der entflohenen Androiden zu fangen. Dies ist eine grosse und auch gefährliche Herausforderung. Aber wenn er diesen Auftrag erfolgreich erledigt, erhält er solch hohe Prämien, dass er sich endlich seinen Traum erfüllen kann: Ein lebendes Tier '

*****

Ich habe bereits einiges über diesen Roman gehört und ich weiss, dass einen absoluten Filmklassiker dazu gibt. Gelesen hatte ich diesen Roman von Philip K. Dick bislang aber nicht. Als ich ihn dann beim Abverkauf in unserer Bücherei für 0,20 € in einer alten, gebundenen und sehr gut erhaltenen Ausgabe gesehen habe, nahm ich ihn mit.

Während ich mich mit Thomas Elbel über seinen Roman ASYLON unterhalten hatte, kam es auch wieder auf das Thema 'Blade Runner', der ja eigentlich 'Träumen Roboter von elektrischen Schafen' heißt. Also habe ich mir endlich das Buch zur Hand genommen und meinen ersten Science Fiction Roman gelesen.

Und ich kann sagen: Er hat mir wirklich gut gefallen. Er spielte nicht auf dem Mars oder anderen Planeten, sondern auf der Erde in Amerika. Er war nicht futuristisch abgedreht. Die fliegenden Schwebeautos, die Videotelefone und natürlich die menschlichen Androiden waren eigentlich das Einzige, das auf Science Fiction hinwies.

Ansonsten war die Handlung sehr Zwischenmenschlich und in einem angenehmen, guten Schreibstil geschrieben. Ich möchte es eher einen SciFi-Krimi beschreiben, den Dick damals zu Papier brachte. Natürlich habe ich so ziemlich in jeder Figur einen Androiden 'gesucht'.

Die Figur des Blade Runner war mir sympathisch, wobei ich mir hier noch etwas mehr Tiefe gewünscht hätte. Vielleicht wäre das gelungen, wäre der Roman insgesamt etwas länger ausgefallen. Das ist auch der Grund für mich nur 4 von 5 Sternen zu geben. Die Geschichte war mir ein wenig zu kurz. Wäre der Roman dicker und etwas ausführlicher geschrieben, hätte ich mich wohl noch mehr in die Welt der damaligen Zukunft fallen lassen können.

Dennoch war ich nicht enttäuscht. Im Gegenteil. Ich bin sicher, ich werde weitere Science Fiction Bücher zur Hand nehmen. Und auf die Verfilmung ' die wir nun endlich anschauen können ' bin ich auch sehr gespannt ' Ich weiss, einen Film und ein Buch kann und soll man nie vergleichen :-)

Mein Fazit: Insgesamt 4 von 5 Sternen für einen Science Fiction Roman der alten Schule, der damals so weit in der Zukunft lag und heute bereits wieder in der Vergangenheit ' vieles der Handlung ist mittlerweile vielleicht nicht mal mehr so abwegig.

© Buchwelten 2011
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am 11. März 2011
Hier ist alles wunderbar anders:
Philip K. Dick ist als Autor ohnehin schon schwer mit anderen zeitgenössischen Schriftstellern vergleichbar.
Seine Romane sind auch anders, als die, in deren Schublade sie viele zu stecken versuchen, denn seine Werke sind nicht mit der üblichen Science Fiction vergleichbar.
Und der Roman Blade Runner (vormals "Träumen Androiden von elektrischen Schafen?") ist nicht nur besser, sondern auch wunderbar anders als der (ebenfalls großartige) Film von Ridley Scott.

Buch und Film unterscheiden sich in vielen Dingen:
Nicht nur der Ort des Geschehens, sondern auch die Rahmenbedingungen sind anders. Im Film spielt die Handlung nach einem fürchterlichen Atomkrieg in einem übervölkerten, verregneten L.A. und der alleinstehende Blade Runner Rick Deckard macht sich auf die Jagd nach Androiden. Im Buch hat sich jeder, der es sich leisten kann, aus dem radioaktiven Staub gemacht und den Mars kolonialisiert. Der verheiratete Rick Deckard macht sich um seinen Job als Prämienjäger (der Begriff Blade Runner wird zumindest in der Übersetzung nicht benutzt) genauso viele Gedanken wie um seine depressive Frau und die Frage, ob er sich jemals ein echtes Tier (statt seinem künstlichen Schaf) leisten kann.
Viele Figuren aus dem Roman kommen im Film gar nicht vor oder sind stark verfremdet. Und ein Aspekt, der im Buch eine zentrale Rolle spielt, wird im Film gar nicht behandelt - der Mercerismus, die in der Dick'schen Gesellschaft verbreitete Religion, in der die gebeutelten Menschen über eine Einswerdungsbox Freud' und Leid miteinander teilen können.

Etwa in der Mitte des Buches bekam ich schließlich den Eindruck, dass die Handlung einen ganz anderen Verlauf nimmt. Ohne zu viel zu verraten, tauchen hier wieder die bei Dick üblichen Motive auf: Was ist real? Was ist Fiktion? Ist die Welt, die man für echt gehalten hat nur eine Täuschung?...

Diese Andersartigkeit beigeistert mich bei Dick immer wieder und die Tatsache, dass ich mit der Erwartung an das Buch herangegangen bin, zumindest die Handlung im groben schon zu kennen, hat diesen Roman für mich noch interessanter gemacht.

Am Ende ziehe ich doch noch einen Stern ab, weil mir das Ende zu einfach daherkommt. Hier fehlt mir das Unvorhersehbare (wie z.B. bei Ubik) und der Überraschungsmoment. Bei der genialen Story, der großartigen Charakterisierung des innerlich zerissenen und zweifelnden Deckard und dem durchaus vorhandenen Spannungsbogen, hatte ich mir für den Showdown etwas mehr Dramatik versprochen.

Trotzdem war der Blade Runner ein echtes Erlebnis und wird umso interessanter, wenn man auch den Film kennt. Und wem der Roman gefällt und gern mehr von Dick lesen möchte, dem kann ich Ubik nur empfehlen!
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TOP 1000 REZENSENTam 10. Dezember 2009
Ich spare hier mal größtenteils inhaltliche Erläuterungen, denn die sind auf dieser Seite schon recht ausführlich dargelegt worden. Das es sich bei diesem Buch um die grobe Vorlage zum erfolgreichen Kultfilm mit Harrison Ford handelt, dürfte ebenfalls bekannt sein. Soviel nur vorweg.

Ich würde dem geneigten Leser dieses Buch gerne als Einstieg in den mehr als abgedrehten Kosmos des Philipp K. Dick empfehlen, denn im Gegensatz zu total abgefreakten Abfahrten, wie Die Stigmata des Palmer Eldrichs oder Der Dunkle Schirm, geht es hier etwas weniger verwirrend zur Sache. Das Hauptelement seines Stils, die totale Verdrehung der Realität, findet aber auch hier an einer Stelle statt, so das man sich erstmal langsam an den gewöhnungsbedürftigen Stil, dieses ungewöhnlichen Autors gewöhnen kann. Auch ist es nicht gleich ein ganz so dicker Schinken, wie beispielsweise Ubik.

Ich möchte noch darauf hinweisen, das Film und Buch nur in Maßen miteinander zu tun haben, wo der Film den Fokus mehr auf Action und die Verfolgung der Androiden legt, setzt das Buch mehr auf düstere Atmosphäre und die Beschreibung der finsteren Zukunft.

Alles in allem handelt es sich meiner Meinung nach nicht um das beste Buch des Autors, aber wie gesagt als Einstieg eignet es sich ausgezeichnet.
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am 5. März 2009
Normalerweise bin ich kein klassischer Sci-Fi-Leser. In diesem Fall bin ich auf das Buch durch den äußerst bekannten Film aufmerksam geworden und die Tatsache, dass ziemlich viele Bücher aus der Feder des Herrn Dick in Blockbuster-Filme umgesetzt wurden.

Die Wahl dieses Buches war keine Enttäuschung und es wird bestimmt nicht das letzte Buch sein, dass ich von diesem Autoren gelesen habe. Sicherlich ist die verwendete Sprache nicht mehr topaktuell (was aber auch an der Übersetzung liegen kann), was aber dem Entstehungsjahr 1968 geschuldet ist. Um so bemerkenswerter sind die Zukunftsvisionen, die Philip K. Dick entwirft. Geprägt von den Schrecknissen der Epoche nach dem 2. Weltkrieg, wie dem Korea-Krieg und dem Kalten Krieg, fallen diese erwartungsgemäß eher düster aus...

Insgesamt ein faszinierendes Buch. Ich habe es in kürzester Zeit verschlungen.
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am 1. Oktober 2004
Das Buch wird unter dem Titel "Blade Runner" verkauft, allerdings heisst der Roman "Do Androids Dream of Electric Sheep ?". Dies ist die Vorlage, bei der sich der Film von Ridley Scott bedient. Dieser Roman ist ein wichtiger Beitrag zur Science Fiction, aber erst durch die Verfilmung wurde er weltweit bekannt. Da er schon 50 Jahre alt ist liesst er sich heute etwas schwierig, er ist aber auch heute noch interessant. Allerdings sind natürlich einige hier erwähnte Details arg veraltet und wirken aus heutiger Sicht teilweise naiv.
Allerdings muss unbedingt mal etwas zur hier vorliegenden Ausgabe von Heyne aus dem Jahr 2002 gesagt werden. Diese wird als überarbeitete Neuausgabe bezeichnet. Angeblich wurde die Übersetzung durchgesehen/korrigiert. Allerdings kann man viele Stellen finden, die nicht übersetzt sondern in den Worten des "Übersetzers" neu erzählt wurden. Sätze wurden umgestellt, Formulierungen verwendet die komplett anders sind als in der englischen/amerikanischen Originalfassung. Insbesondere hat man häufig im Original mehrere aufeinander folgende kurze Sätze, die in der dt. Fassg. zu längeren Satz/Nebensatz-Konstruktionen verändert wurden. Zwar macht die sogenannte Übersetzung keine inhaltlichen Fehler (abgesehen davon, dass die deutsche Fassung ein anderes Jahr angibt - sie spielt als ein paar Jahrzehnte vor der Originalfassung...), aber der Rhythmus ist ein anderer. Natürlich geht bei einer Übersetzung immer etwas verloren. Man kann das aber erheblich sorgfältiger machen als es hier erfolgt ist. Schade.
Ansonsten ist die Gestaltung des Taschenbuchs durchaus nobel, ein schöner Umschlag und gutes Papier (wie bei der ganze Serie von P.K.Dick-Ausgaben bei Heyne, die seit 2002 nach und nach erscheinen). Insofern ist sie der alten Heyne-TB-Ausgabe überlegen, die das Filmplakat-Motiv auf dem Titel hatte. Einziges Manko bei der Gestaltung: Man hätte auch den richtigen Roman-Titel verwenden sollen.
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