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Kundenrezensionen

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am 4. Februar 2008
Easton Ellis und die High Society. Eine lange Geschichte. In dem Fall sprichwörtlich.
Ellis begibt sich mit Glamorama über die für ihn üblichen Grenzen seiner Geschichten hinaus. Sowohl was die Länge als auch die eigentlich Geschichte an sich anbelangt.
Erstmals ortet man in einem seiner Romane einen echten Erzählstrang.
Glamorama ist der schillernde, bluttriefende Ausflug Victor Wards, eines Models und Semi-Stars in die Höhen New Yorks und die Abgründe der menschlichen Existenz die sich auf seinem Trip nach Paris offenbaren.
Was zu Anfangs wie eine Satire über das Berühmt- und Coolsein zu sein scheint, entwickelt sich, mit beiläufigen Sex- und Drogeneskapaden zu einem brutalen Thriller, gespickt mit expliziter Schilderung der emotionalen Vorkommnisse, sei es nun Sex oder Gewalt. Alles nahezu greifbar modelliert.
Voctor, der vermeintliche Held in Glamorama wandelt sich während dieser Geschichte von einem unkontrollierbaren, selbstverliebten, blitzlichtgeilen Schönling zu einem in sich zusammengebrochen, verzweifelnden Mann im Prada-Anzug.
Eine Achterbahnfahrt der Eindrücke, Emotionen und Verrücktheiten.
Teil dieser Eskapaden scheint ein allgegenwärtiges Filmteam zu sein, durch das Victor Ward Halt in seiner Welt zu finden scheint und sucht. Nahezu exzentrisch!
Was zu guter Letzt übrig bleibt ist ein hautnaher Kokon einer seelenlosen Schauergeschichte bei den Reichen und Schönen durchzogen vom Blut Unschuldiger und garniert mit jeder Menge Xanax und teurem Schnee.
Ellis schafft es zwar eine Spannung aufzubauen, den Leser zu fesseln, doch schlussendlich zerplatzt Glamorama wie eine Seifenblase und zurück bleibt eine gähnende Leere. Ob das der Coup oder das Problem an Glamorama ist, bleibt jedem Leser selber überlassen.
Für alle Bret Easton Ellis-Fans ein Pflichtkauf, die anderen sollten sich einen anderen Einstieg in die Hölle des Nihilisten der amerikanischen Literaturszene suchen!....
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am 22. Mai 2017
Ein Wort reicht um dieses Buch zu beschreiben:
Zeitverschwendung!
Der Klappentext hält leider nichts von seinen Versprechungen.
Bis zur Hälfte habe ich mich durch gequält und es dann schließlich frustriert in die Flohmarktkiste gelegt.
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Wenn ein Partyveranstalter einen Rekord bei der Promidichte aufstellt, kommt er ins Fernsehen, am besten zu Exklusiv auf RTL. Wenn ein Autor versucht, in einem Text die maximale Promidichte zu erzielen, was passiert dann? Glamorama ist geschrieben!

Passenderweise geht es bei Glamorama genau um einen solchen Partyveranstalter in New York, also in der Oberliga der Clubs und Partys. Und zu Anfang beschäftigt er sich vor allem mit der Einladungsliste. Und damit, wie er seinen Chef hintergehen kann, ohne dass er es merkt. Und dann gibt es da noch die Frauen, hinter denen er her ist. Und die Frau, die er hintergeht. Und die Mitarbeiter, die er terrorisiert. Er teilt die Welt in Menschen, die er verachtet, und Menschen, auf die er neidisch ist. Den kleinen Ansatz von verzweifelter Liebe in seinem Leben kann man getrost ignorieren. Das mit dem Sex ist dafür ausführlicher und detaillierter beschrieben. Es darf auch mal ein Mann sein, wenn er Modell, in und einigermaßen berühmt ist. Insgesamt lesen wir hier von einem Mann, der ständig auf hundertachtzig ist und der bei seinen Mitmenschen im Roman und beim Leser alle Sympathien verspielt. Und dennoch können wir Leser uns der Faszination über sein Leben nicht ganz erwehren.

Natürlich scheitert unser Protagonist am Ende mit seinen Vorhaben. Typisch Ellis, erst wird der Leser mit dem coolen Lebensstil und viel Sex auf den Geschmack gebracht, und schon folgt das bittere Ende. Und nicht nur das, unser Held gerät auch noch unter eine Gruppe von Terrormodells, die aus nicht so richtig verständlichen Gründen immer wieder für Blutbäder sorgen. Nicht wirklich klar wird dem Leser, ob das ganze hier nur ein Traum oder eine Phantasie oder gar nur ein Filmdreh sein soll oder ob es hier um ein Stück wirkliches Erleben des Protagonisten geht. Aufgelöst wird das alles jedenfalls nicht wirklich. Es bietet aber Raum für Rätsel und einige Texte, die auch in einem Horrorroman stehen könnten.

Ohnehin lebt das Buch eher von der Sprache. Hektisch, das ist vielleicht ein Wort, das die Texte gut beschreibt. Durch die langen, abgehakten Passagen wirkt die Welt im Buch durchgedreht. Das ist nicht immer angenehm zu lesen, illustriert aber die Weltsicht des Autors besser als die Geschichte selbst. Es ist eine oberflächliche, durchgeknallte Welt ohne jeden Inhalt, die hier beschrieben wird. Menschen handeln dort nicht aktiv oder gar überlegt. Sie reagieren nur, folgen Trends und Gerüchten. Von einem eigenen Ich findet sich keine Spur. Und damit graben sich die Leute zwangsläufig ihr eigenes Grab. Und wer die hohle Promiwelt und deren Bild in den Medien heute kennt, der mag der Darstellung des Autors durchaus zustimmen.

Kann man danach noch mit Spaß Exklusiv sehen oder Deutschland sucht das Supermodell? Nicht wirklich.
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am 28. Januar 2011
Ob man Bret Easton Ellis schätzt oder nicht, muss jeder Leser für sich selbst beurteilen. Bei manchen trifft er einen Nerv, bei manchen nicht, zumal seine Werke von durchaus unterschiedlicher Qualität sind. "American Psycho" war der große Skandalerfolg von Ellis, der schonungslos alle Exzesse des in immer derbere Stadien des Wahnsinns gelangenden Börsen-Yuppies Patrick Bateman darstellt und so ziemlich alles, was an gesellschaftlicher Utopie noch übrig ist und nicht ganz verloren scheint, radikal dekonstruierte. Zivilisatorische Errungenschaften sind laut Ellis keine selbstverständlichen Werte der Moderne und nicht abhängig von materiellem Wohlstand, vielmehr zeigt auch der moderne Mensch im Stadium der Dekadenz nicht selten barbarische Eigenschaften. Die satirische Schärfe und der teilweise unverschämte Humor finden sich auch in Glamorama wieder, das in meinen Augen als einziges Buch von Ellis mit American Psycho gleichziehen kann.

Die Handlung von Glamorama kann in einer Rezension leider nicht wirklich anschaulich beschrieben werden, sie ist zu vielschichtig und wird teilweise nur aus der Sicht der nicht wirklich verlässlichen Hauptfigur dargestellt, viele Handlungsstränge werden auch schlicht nicht plausibel zu Ende geführt. Auch in Glamorama tauchen mehrere Figuren aus früheren Werken von Ellis auf, man kann sogar fast von einer Fortsetzung von Ellis`zweitem Roman The rules of attraction/ Einfach unwiderstehlich (wer auch immer den deutschen Titel ausgesucht hat) sprechen. Patrick Bateman hat ebenfalls einen kurzen Auftritt. Im Mittelpunkt steht Victor Ward/Johnson, der in Einfach unwiderstehlich bereits als Freund der Studentin Lauren Hynde auftaucht und durch Europa reist. Glamorama spielt jedoch nicht - wie ich es einmal in einer Rezension gelesen habe- zur selben Zeit, die Handlung ist in den 90-ern angesiedelt, die in E.unwiderstehlich genannte Europa-Reise Victors entspricht also nicht der in Glamorama dargestellten, in deren Verlauf Victor Ward/Johnson nach London und anschließend nach Paris gelangt. Besonders deutlich wird dies dadurch, dass man in Glamorama mehrere Rückblenden findet, die von der Studienzeit Victors in Camden erzählen.

Victor Johnson, der seinen Nachnahmen aus Karrieregründen in Ward ändern ließ, was bereits ein erster Hinweis auf die stets fortschreitende Depersonalisation der Hauptfigur ist, lebt nunmehr als Model und zweitklassiger Schauspieler in New York. Sein Lebenswandel ist chaotisch, er tummelt sich hauptsächlich in der Party-Szene von New York umher und möchte einen eigenen Club eröffnen. Als klassischer B-Promi hofft er zudem auf Präsenz in diversen Klatschspalten, wobei ihn auch stets Sorgen plagen, möglicherweise ungünstig oder in Begleitung der falschen Person abgelichtet zu werden. Für die Publicity führt er eine Beziehung mit dem drogensüchtigen Top-Model Chloe, die laut Gerüchten bereits Probleme mit Heroin hatte, wobei Victor auf der Feststellung besteht, es handle sich um eine rein "nasale Sucht". Zwischen den gemeinsamen Aufenthalten in Entzugskliniken geht Victor jedoch seinem eigenen, auf ganz andere Weise ruinösen Lebensstil nach. Sexuell ist er äußerst freizügig und flexibel, er beginnt ohne jeglichen Verstand Affären und hektikt ständig unter Strom durch seinen Alltag. Seine Ernährung besteht hauptsächlich aus Light-Produkten und Unterhaltungen führt er nur in einem grotesken Mode-Neusprech, hinter dem sich nichts als die totale Hirnlosgikeit versteckt.

Hier wird dem Leser bereits klar, dass es sich ich auch bei Victor um eine gestrandete, hoffnungslose Existenz ohne Lebensziel handelt, die wie Patrick Bateman mehr und mehr den Bezug zur Realität verliert. Bei Bateman schlägt diese Ausweglosigkeit, über die er sich auch im Klaren ist, in Aggression um, während Victor ein deutlich schlichteres Gemüt hat und absolut hilflos in immer größere Katastrophen schlittert.

Ellis quält den Leser bereits in diesem Teil des Buches erbarmungslos mit endlosen Aufzählungen von Prominamen und detailgenauen Beschreibungen von fast schon monströs erscheinenden, größenwahnsinnigen Party-Events. Dennoch erscheint einem die Handlung noch ganz harmlos, wenn man sich auch über den Stumpfsinn der amerikanischen Lifestyle-Branche wundern kann. Man findet hier auch teilweise erstaunliche Parallelen zum hiesigen Promi-Betrieb. Jeder, der einmal ein entsprechendes Hochglanz- Magazin aufgeschlagen hat, weiß wovon ich spreche. Als Victor schließlich zwangsweise nach Europa aufbrechen muss, scheint dies zunächst keinen wirklichen Bruch in der Handlung darzustellen. Auch London und Paris scheinen nur aus Party-Clubs und Discos zu bestehen.

Dann jedoch schließt sich Victor einer Gruppe von Models an, deren Anführer das ehemalige Top-Model Bobby Hughes ist und die sich als terroristische Vereinigung entpuppt. Die Motive für deren Anschläge bleiben auch im Unklaren, Bobby scheint schlicht abgestumpfte und willfährige Charaktere zu suchen, die er nach Belieben steuern kann. Wo sollte er also suchen, wenn nicht in einer Branche, deren Angehörige es gewohnt sind, den ganzen Tag herumzustehen und Anweisungen zu befolgen?
Bobby selbst scheint einen weiteren Horizont zu haben, er durchschaut die Dekadenz und Verkommenheit der Welt, in der er lebt. Gerade das führt jedoch auch bei ihm - wie bei Patrick Bateman- dazu, dass er zum skrupellosen Mörder wird. Victor ist in den Händen von Bobby ein zu allem benutzbares Werkzeug. So nimmt die Geschichte schließlich ihren Lauf, es folgen blutige Terroranschläge, die Ellis mit bekannter Detailfreude bemerkenswert ekelhaft darstellt.

Schließlich nimmt die Handlung nach und nach apokalyptische Züge an. Was davon jedoch wirklich passiert und was sich Victor, der permanent mit Xanax -Pillen zugeknallt ist, ständig eine imaginäre Filmcrew um sich herum sieht und nur nach einem ebenso imaginären Skript handelt, nur einbildet oder auch nur ein Auszug aus Dreharbeiten zu einem billigen Actionfilm ist, kann man als Leser schließlich nicht mehr beurteilen. Letztlich weiß man auch nicht, ob Victor überhaupt noch Victor ist, denn in einer Szene gegen Schluss telefoniert der Ich-Erzähler mit sich selbst, während er selbst wiederum irgendwie seine eigene Identität verloren hat. Neben diesen bald nicht mehr zu durchschauenden Absonderlichkeiten und Verirrungen finden sich im Buch auch viele deftige Seitenhiebe gegen die Filmindustrie, die Mode-Welt und generell gegen moderne Lebensentwürfe und Sinnangebote.

Die westliche Zivilisation wird hier als dekadentes, sinnentleertes Brachland dargestellt, das sich nur noch durch eine exzessive Lifestyle-Kultur vor der kollektiven Depression rettet. Alle auftretenden Figuren sind doppelbödig und unnahbar, jeder bleibt austauschbar und nutzt jeden nach allen Möglichkeiten aus. Dass das Buch letztlich keine Auflösung der Handlung bietet, ist nur konsequent. Die Machenschaften und Beweggründe der einzelnen Figuren und deren Verstrickungen sind schlicht nicht mehr nachvollziehbar, für Victor ohnehin nicht einmal annähernd. Was beispielsweise Victors Vater und der zwielichtige Mittelsmann Palakon letztlich treiben und auf wessen Seite sie stehen, bleibt unklar. Man will es als Leser eigentlich auch nicht mehr wissen. Alles geschieht anonym, Täter und Schuldige gibt es nicht, jeder handelt nur als Werkzeug eines anderen und kennt die genauen Umstände und Konsequenzen seines Handels nicht. So endet auch Glamorama im totalen Nihilismus.

Wer Zugang zu diesem Buch findet, wird es genial und unerschöpflich finden. Für andere bleibt Glamorama jedoch völlig fremd. In jedem Fall sollte man das Buch nur lesen, wenn man es auch ertragen kann, auf harte Desillusionierung zu stoßen. Glamorama ist zudem absolut nicht jugendfrei.
Diese Rezension ist zugegebener Maßen etwas lang, aber im Hinblick auf das Buch, auf das sie sich bezieht, wiederum doch vergleichsweise kurz.
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am 10. Januar 2001
Ich bin mir nicht ganz sicher, wie ich Glamorama von Brett Easton Ellis beurteilen soll. Da wird das Leben von Victor Ward alias Victor Johnson geschildert. Modell, Schauspieler, Frauenheld. Sein Leben besteht aus Clubs, Designermode und Fitnessoasen. Er ist ständig umgeben von Prominenten und die Prominenten suchen seine Umgebung. Da diese fast jedem Leser bekannt sein dürften, verleiht das dem Ganzen eine Pseudo-Realität die alles ein wenig echter wirken lässt. Er steht auf schöne Frauen, Sex und Musik und ständig werden Passagen aus passenden Songs in die Story eingestreut. Ansonsten eher oberflächlich scheint es sein einziges Ziel zu sein, einen eigenen Club zu eröffnen. Er ist cool bis in die Haarspitzen, die Lässigkeit hat er zur Perfektion verfeinert und seine Konversationen sind die Parodie einer intelligenten Unterhaltung. Alles könnte so schön sein, doch plötzlich beginnen die Dinge sich zu ändern. Die heimliche Eröffnung seines Clubs ist in Gefahr, 2 Frauen gleichzeitig in seinem Liebesleben zu integrieren stellt sich plötzlich als fast unmöglich heraus und eine Freundin aus Studientagen erscheint wieder auf der Bildfläche. Irgendjemand trachtet nach seinem Leben und ein ominöser Unterhändler versucht, ihn für einen geheimnisvollen Auftrag zu gewinnen. Die Probleme wachsen Victor über den Kopf. Bis hierhin sind die parallelen zu American Psycho sehr stark. Dekadenz und Glamour prägen eine Welt, in der die Frage was man trägt elementarer ist wir der Wert einer Person. Die Schilderung dieser Scheinwelt gelingt Ellis so gut, das manchmal sogar die gepflegte Langeweile der Schickeria von mir Besitz ergriff. Doch im Laufe der Handlung beginnt es zu brodeln unter der glatten Oberfläche. Etwas dunkles und düsteres bahnt sich mit Worten einen Weg ins grelle Licht der Realität. Victor nimmt den Auftrag an, eine Frau in London ausfindig zu machen um diese dann zu überreden in die Staaten zurückzukehren. Auf der Passage mit der QE2 ist es wieder eine Frau, die seine Pläne durchkreuzt. Er folgt ihr nach Paris und ehe er es realisiert, findet sich Victor in einer Terrorgruppe wieder. Scheinbar ohne festes Muster und mit eiskalter Präzision deponieren diese Autobomben, sprengen ein Hotel in die Luft oder zerfetzen einen Jumbojet. Die Beschreibung dieser Gewaltakte ist dermaßen plastisch, das es keiner großen Vorstellungsgabe bedarf sich in diese Infernos hineinzuversetzen. Der Tod ist omnipräsent und steht im Rampenlicht. Das Kapitel der gesprengten Boing 747 könnte bei entsprechender Publikation jede Fluggesellschaft in den Ruin treiben. Zwischendurch sexuelle Intermezzos, deren Schilderungen an Detailfreude nichts vermissen lassen. Das ganze ist verpackt in die Rahmenhandlung einer Filmproduktion und alles was passiert, ist nur Folge eines Drehbuchs. Ein sehr geschickter Schachzug, wie ich finde. Anderes bleibt diffus. Welche Rolle spielt Christian Bale, der immer wieder auftaucht.? Gibt es einen Bezug zu American Psycho, in dessen Verfilmung Bale die Hauptrolle übernahm ?. Nur ein Zufall, oder Inspiration ? Gibt es einen Doppelgänger ? Der ganze Roman ist wesentlich komplexer, wie man es hier schildern kann und nimmt an Spannung eigentlich immer zu. Er steuert auf ein furioses Finale zu, was aber letztlich ein Versprechen ist, das der Roman nicht halten kann (und vielleicht auch nicht will ?). Um ein letztes mal den obligatorischen Vergleich zu American Psycho heranzuziehen, so lautet mein Fazit das mir Glamorama besser gefallen hat. Das Buch ist unterhaltsam, manchmal schockierend und fast immer spannend. Manchmal hatte ich allerdings das Gefühl, das Ellis nur mit seinen gewaltigen Möglichkeiten spielte, und ich denke, das noch einiges von ihm erwartet werden kann.
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am 24. Juli 2000
Es geht also doch. Man kann selbst ein serienmörderisches Werk wie American Psycho noch übertreffen. Lieber Bret Easton Ellis, thank you so much für all die gesträubten Nackenhaare! Dabei fängt alles so harmlos an, Model Victor, mehr Fassade als Charakter, läßt uns so detailliert an seinem Glamourleben teilhaben, daß man nach ca. 100 Seiten (englische Version) das Buch zuschlagen möchte... Doch dann beginnt der Trip in die Sümpfe einer Terrorwelt, die sich eine Schmalspurpersönlichkeit wie Victor nie hätte erträumen können. Oder vielleicht doch? Was ist hier die Realität und was Victor Wards Medienparanoia? Eine Frage die uns Ellis Gott sei Dank unbeantwortet läßt.
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am 6. Januar 2004
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Nach dem Lesen vom Bestseller "American Psycho" infiziert vom Ellis'schen Erzählstil, fiel meine Buchwahl nach "Unter Null" und "Einfach unwiderstehlich" auch auf dieses, sein neuestes Werk hier. Obwohl ich nun nach rund 2000 Seiten Ellis zugeben muss, wohl immer noch nicht vollkommen auf derselben Wellenlänge wie der Autor zu liegen, nehme ich das dennoch zum Anlass, meine Gedanken über seine Arbeit an dieser Stelle mal etwas zusammenzutragen. Vielleicht hilft's dem ein oder anderen Interessierten ja weiter.
Mit "Glamorama" bekommt der Leser klar am meisten Ellis fürs Geld. Allein der Seitenumfang entspricht anderthalbmal American Psycho und sogar etwa viermal Unter Null. Doch nicht nur das. Wo seine anderen Werke sozialkritische Schlagkraft und satirischen Biss gerade durch das Fehlen einer echten Handlung bekamen, wird hier nun außerdem (!) noch auf eine konventionelle Storyline im Thrillerformat gesetzt. Wenn das mal gut geht..
Der Leser folgt wieder per (Ellis-typischem) Ich-Erzählstil der Hauptfigur auf íhrer Odyssee durch die zynische Welt der Oberen Zehntausend:
Im Zentrum steht Victor Ward. Unwahrscheinlich gutaussehendes, hoffnungslos oberflächliches aber immerhin "semi-berühmtes" Model, Vatersöhnchen und Produkt der New Yorker Medien High Society. Nachdem er den Leser in den täglichen Ablauf des jungen Adonis eingeführt hat (Interviews, Smalltalk auf Parties, Berühmtheiten-Sichten, Sex mit der Modelfreundin des Chefs, Bandprobe, noch mehr Interviews, noch mehr Sex mit der Modelfreundin des Chefs), greift Ellis dann schon nach rund 250 Seiten zur political-correcten Moralkeule und schlägt shallow Victor damit in den unvermeidlichen Abgrund. Von Freundin und "Freunden" verlassen, nimmt das verstörte Model daraufhin den mysteriösen Auftrag eines noch viel mysteriöseren Mannes an, eine offenbar verschwundene frühere Collegeaffäre in London zu suchen. Ohne weiter groß nachzufragen, schifft man sich dann auch brav nach Europa ein, um prompt in einen Strudel aus Verschwörung, Gewalt und Terrorismus gezogen zu werden, aus dem es scheinbar kein Entkommen mehr gibt.
Nachdem ich das Buch nun fertig gelesen habe, frage ich mich, was denn eigentlich unterm Strich bleibt? Eine Gesellschaftssatire? Ein Politthriller? Ein Kriminalroman? Offenbar alles zusammen. Aber ist das denn auch gut? Ich für meinen Teil habe "Glamorama" zwar ebenso verschlungen wie alle anderen Werke des Autors, doch waren mir, wenn ich zurückblicke, eigentlich die Romane mit ohne Handlung lieber. Dort, wo einzig und allein dieser berühmt-berüchtigte Ellis-Tagebuch-Erzählstil greift, der eigentlich nur immer wiederkehrende Situationen aus "First-Person-Sicht" schildert, die im völligen emotionalen Zusammenbruch ihren Höhepunkt erfahren und dann in einem kurzen Moment der Selbsterkenntis enden. Die haben bei mir eingeschlagen wie eine Bombe. Zwar liest sich "Glamorama" eigentlich genauso, doch besagte Thrillerhandlung schadet der (meiner Meinung nach) Kernaussage der Geschichte dann irgendwie doch mehr, als sie nützt.
Die Kritik geht aber noch weiter. Dem Ellisfan wird hier auch leider klar, dass der Schriftsteller ein weitaus besserer Beobachter und Analytiker als Geschichtenerzähler ist. Gerade bei der Charakterzeichnung verlässt er sich einfach zu sehr auf seine Hauptperson. Andere Protagonisten bekommen bei Ellis nach wie vor entweder zu wenig Zeit oder zu wenig Substanz, um wirklich interessant zu werden. Darunter leidet dann auch die Story, die ohnehin so neu ja nun auch nicht ist.
Dieses Buch ist aber dennoch empfehlenswert. Und zwar für alle, die Ellis bereits vorher gelesen haben und seinen Stil mögen, denn davon gibt es hier wirklich mehr als genug. Diejenigen, die aber erst einmal wissen wollen, was die breite Leserschaft denn so an diesem Mann liebt und was ihn eigentlich so berühmt/genial macht, greifen lieber erst zu „American Psycho". Bereits dort - so glaube ich - findet man eben die Quintessenz, welche auch bei "Glamorama" wieder die eigentliche Faszination des Werkes/des Autors ausmacht. Und das schon nach nur halb soviel Seiten! :-)
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am 6. März 2000
Bret Easton Ellis hat's wieder geschafft! Nach der fantastischen »American Psycho« - der nicht nur manche durch seiner Explizität schockiert hat, sondern uns auch mit sein genialer Erzählerstil beeindruckt hat - bringt er uns jetzt den 700-seitigen Roman »Glamorama«.
Das Universum ist das selbe wie in seinen anderen Bücher: unter den Reichen, den Berühmten, den Schönen. Aber »Glamorama« ist viel weniger geradeaus als z.B. »American Psycho«. Es ist viel komplexer, und eigentlich noch spannender.
Ellis ist einer der wenigen Autoren, die es fertigbringen, eine Hauptperson zu konstruieren, die nicht sehr sympatisch ist... wobei er uns aber keine andere Wahl lässt, als bei dieser Hauptperson zu stehen, zu ihn zu halten.
Und die Effekte, die Ellis anwendet, sind absolut hervorragend. Viel besser als in jeder Film, und sicher ohne Klischees! Wirklich spannend. Es macht Ihnen zittern...
Ein Thriller der hohen Klasse.
Es kann schwierig sein, sich durch den ersten hundert Seiten zu kämpfen - besonders wenn Sie nich keine von Ellis' frühere Werke gelesen haben. Aber sind Sie einmal so weit, werden Sie hoch belohnt.
Dies ist (noch) ein Meisterwerk von Ellis. Sicher einer der größten Autoren der Gegenwart!!
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am 25. November 2010
Bret Easton Ellis trifft meinen Nerv. Er schreibt düster, depressiv und nach dem Buch drängt sich der Gedanke auf, dass die Welt eine Zusammenrottung übler Gestalten ist. Wer noch in der Illusionsphase ist, ist hier falsch, wer denkt, mich schockt schon seit Jahren gar nichts mehr, goldrichtig! Neulich habe ich ein Interview mit ihm gelesen, in dem er mitteilt, dass alle Bücher autobiographisch sind, auch wenn er das zum Zeitpunkt, als American Psycho rauskam, vehement abgestritten hat. Freut mich ein wenig, selbstverständlich auch, dass es an irgendeiner Stelle seiner Bücher immer total strange wird. Die vorher halbwegs glaubhafte Story driftet in eine komplett andere Richtung, die definitiv fantasiemäßig dem Ganzen noch ein Krönchen aufsetzt ...
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am 3. September 2002
Dass Ellis genial ist muss denke ich nicht mehr gesagt werden. Deshalb erspar ich mir jetzt jegliche Lobhudelei und fange gleich an zu kritisieren. Zum einen steckt in dem Buch noch eine ganze Menge American Psycho. So werden unter anderem sämtliche Sex- und Gewaltszenen bis ins kleinste Detail beschrieben. War dies bei American Psycho sicherlich inhaltlich gerechtfertigt erscheint es hier doch eher als Masche. Gerade wenn man die Episodengeschichten von Ellis vorher gelesen hat ist man von diesen doch sehr informationsarmen und ploterlahmenden Stellen recht demotiviert.
Die Teile der Geschichte haben sicherlich ihren Reiz - einerseits die verschnöselte Welt des Protagonisten, später dann die Kreise um die "Mode"-Terroristen die ihre Bomben in Guccitaschen hinterlassen. Die Wandlung von einer Satire in einen Schizo-Thriller will aber nicht 100%ig gelingen.
Außerdem sollte man nicht vorenthalten, dass dieses Buch den Leser fordert. Ist man nicht richtig bei der Sache und liest dieses Buch zur Entspannung tun sich sehr schnell Lücken im Who-is-Who der Darsteller auf und man verliert den Überblick, wer denn wen hintergeht und mit der Gegenseite kooperiert. Am Ende steht man dann vor einem geradezu lynchesquen Scherbenhaufen, den es erstmal wieder zusammenzubasteln gilt. Ob das Ergebnis dann befriedigend ist, kann ich leider noch nicht sagen, denn ich puzzle noch daran.
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