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Fahrenheit 451
Format: Taschenbuch|Ändern
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am 3. Juli 2006
In einer Welt, in der die Feuerwehr die Brände nicht löscht, sondern sie legt, die Polizei unschuldige vor einem Millionenpublikum tötet, nur um eine gute Show zu bieten und in der die Bevölkerung durch ständige Medienberieselung ein trost- und sinnloses Dasein fristet, in einer solchen Welt bedarf es einem Menschen wie dem Feuerwehrmann Guy Montag, dem dieses sumpfsinnige Leben in einer Gesellschaft, die Bücher als größte kulturelle Gefahr ansieht und in der das Wort "intelektuell" als schimpfwort gilt, nicht mehr ausreicht um den Menschen die Augen zu öffnen und einen einsamen Krieg gegen Verdummung und Rechtlosigkeit zu führen. Und zu alledem kommt die schreckliche Aussicht, dass dieser Kampf erst durch den bevorstehenden, schrecklichen Atomkrieg, den die Politik angezettelt hat, ohne dass die Bevölkerung davon wirklich Notiz nimmt, da sie sich unantastbar fühlt, zu einem Erfolg werden kann. Eine wirklich verzweifelte Situation in die Ray Bradbury den "Firefighter" in seinem Dystopieklassiker "Fahrenheit 451" da hineingeschrieben hat. Spannung von Beginn an gepaart mit einem grandios packenden, teilweise bezaubernden Schreibstil, den man in dieser Form nur selten zu lesen bekommt, machen diesen fiktionalen Roman zu einem wahren Meisterwerk und einem Plädoyer für die eigene Gattung. Einfach grandios!
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am 9. Januar 2013
habe dieses buch in deutsch & englisch gelesen und die verfilmung mit oskar werner gesehen.
das setting: eine nahe zukunft, geil auf konsum und flache unterhaltung. bücher wurden von einer geschickt diktatorisch agierenden regierung verboten, weil diese die menschen unglücklich machen würden/ zum hinterfragen anregen. quasi die rolle einer gestapo spielen in diesem rahmen die feuerwehrmänner, die die aufgabe haben, die verbotenen bücher (verboten sind so gut wie alle, nur einige flache schundblätter sind noch freigegeben) aufzustöbern und zu vernichten, die bücherbesitzer zu verhaften.
außerdem "verschwinden" menschen auf mysteriöse weise, wenn diese sich nicht an die oberflächlichen conventionen der gesellschaft halten (flacher small talk und vielviel konsum).
nebenbei braut sich außerdem ein neuer, nuklearer weltkrieg zusammen, der jedoch bei den verblödeten, affektiv und intellektuell verflachten bewohnern des landes (ich nehme an, es handelt sich um die U.S.A., es werden amerikanische städtenamen erwähnt) nicht das geringste interesse entfacht.
hauptfigur ist Guy Montag, etwa 30 jahre alt, feuerwehrmann. verheiratet mit einer entsetzlichen schnepfe (name: Mildred), die praktisch ununterbrochen vor dem fernseher hockt, so sie sich nicht mit hirnlosen bekannten abgibt, zuviele tabletten schluckt oder ihr kosmetikprogramm betreibt.
Guy Montag verbrennt bücher, tagaus tagein, seit 10 jahren, selbst ebenfalls affektiv verflacht, bis ihn ein aufmüpfiges 17 jähriges mädchen aufreißt. er beginnt nachzudenken, sein leben zu hinterfragen und "nutzt" schließlich seine arbeit dazu, sich illegal bücher zu beschaffen und diese zu lesen. er fliegt auf (seine frau macht bei der feuerwehr eine anzeige), jedoch kann er entkommen und aus der stadt fliehen. zeitgleich bricht der 3. weltkrieg aus und seine heimatstadt wird nuklear weggebombt, er überlebt auf dem land, wo er zuflucht bei den sogenanneten buch-menschen gefunden hat (sozial geächtete intellektuelle & outlaws, die ein vagabundendasein fristen), deren aufgabe es ist, bücher auswendig zu lernen, um so das verbotene wissen für etwaige zukünftige generationen zu bewahren.

das buch zeigt einige schwächen: die figur des Guy Montag befinde ich einfach nicht für glaubwürdig. da ab der mitte des buches durchaus selbstreflexion und intellektualität beweist, ist es kaum anzunehmen, dass er 10 jahre lang einer so langweiligen und stumpfsinnigen arbeit, wie dem verbrennen von büchern, nachgehen konnte, ohne völlig durchzudrehen. Auch sehr fragwürdig: wieso arbeitet Montag's frau nicht, sondern lebt das leben einer hausfrau? warum akzeptiert Montag dies? besonders unlogisch erscheint dies, als Mildred sich bei Guy beschwert, er solle mehr geld verdienen, wenn nötig auch extra nachtschichten schieben, weil sie noch eine weitere fernsehwand möchte.
weiters fehlt mir eine genauere beschreibung dieser gesellschaft und zeitepoche, z.b wie konnte sich diese diktatur entwickeln? wieso wird jene (deren absichten eigentlich ziemlich offensichtlich sind) von den menschen so herzlich ignoriert? wie kommen intellektuelle menschen mit dieser oberflächlichen und fruchtlosen gesellschaft zurecht, ohne vor langeweile und stumpfsinn zu sterben? wieso fühlt sich niemand persönlich ausspioniert bzw bedroht, obwohl es doch überall vor verrätern und geheimdienstlern nur so wimmelt? vieles erscheint mir hier sehr unlogisch.
gleichzeit hat dieses buch, in den 1950ern geschrieben, durchaus prophetischen wert. die schnöden talkshows, infotainment sendungen und endlosen reklamen, die in diesem buch beschrieben werden, haben frappante ähnlichkeit zu dem, was man auf einschlägigen sendern wie RTL, SAT 1, und wie sie alle heißen, so sieht. außerdem sind einige der tv-sendungen interaktiv, dh der zuschauer kann, zuhause via kamera & mikro aufgenommen, aktiv am tv-programm teilnehemen (in etwa auch den heutigen blogs/v-logs auf youtube u. a. entsprechend). ebenfalls mittlerweile realität geworden ist dieses komplett überzogene konsumverhalten (ich sage nur: ipad/iphone), das jede grenze sprengt.
auch die im buch beschriebenen fernsehwände, die alle wände eines zimmers ausfüllen können ("TV-Parlor") haben heutzutage ein äquivalent: riesige flatscrenn-monitors!!!

zusammenfassend kann man also sagen: ein literarisch wie intellektuell durchaus lesenswertes werk, trotz seiner schwächen!
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VINE-PRODUKTTESTERam 31. Juli 2007
An diesem Roman hat mich die Zukunftsvision eigentlich nicht besonders interessiert, die mir auch nicht sehr realistisch erscheint, sondern die Auseinandersetzung zweier Lebenskulturen, die hier surreal und besonders zugespitzt dargestellt, einfach indem sie auf die Zukunft hin fiktiv entworfen werden. Was im gewöhnlichen Leben doch wohl irgendwie, wenn auch wohl zumeist nicht in idealer Proportion, vereinigt ist, nämlich das bloße, möglichst problemlose Funktionieren-Wollen des Menschen in einem wohl geordneten wirtschaftlichen und sozialen System auf der einen und das doch darin immer wieder Weite, Tiefe und Sinn suchende, verwirrende, verstörende und beglückende "Poetische" auf der anderen Seite, das immer in das je Geläufige schon hineinragt, ist hier absolut getrennt. In dem autoritären System von Fahrenheit 451 zählt nur noch das Oberflächliche (das ist unrealistisch!), Tiefe wird den Bürgern verwehrt, verboten, ihr wird vorgebeugt durch banale Zerstreuungen, nichts soll die gut geölte Maschine Mensch irgendwie beunruhigen und aus dem Ruder laufen lassen. Montag sorgt auf seine Weise dafür, wenn er von berufswegen alle Bücher verbrennt, deren er als Staatsdiener habhaft werden kann. Dafür steht auch besonders sein Vorgesetzter Beatty, für ihn vermitteln Bücher nur glitschiges Wissen das letztlich zu seelischem Elend führt. Die Welt ist dann glücklich, wenn Tiefsinn und Trübsal von ihr ferngehalten werden. Durch die Begegnung mit Clarisse, dem Gegenbild zu Beatty und einer Art von verkörperter Poesie, beginnt sich Montag dann zu wandeln. Heimlich legt er Bücher bei Seite die er eigentlich verbrennen sollte, sucht nach dem was unter der Oberfläche seines Lebens liegt und mit dem er die Verbindung verloren hat. Diese Suche wird ihn letztlich völlig verändern, so dass in seinem Leben nichts mehr bleibt wie es vorher war. So vermittelt das Buch auch etwas von der Gewalt und verwandelnden Kraft des "Schöngeistigen", Zweckfreien und es wird klar, dass dies nicht fehlen darf, wenn Leben gelingen soll. Gebrochen wird das aber wiederum durch die Zukunftsvision des Autors: Die überwältigende Mehrheit der Bürger hat hier die Poesie aus ihrem Leben ausgeschlossen, nur eine kleine Minderheit hält ihr die Treue und bewahrt die Poesie der Literatur. Ihnen schließt sich Montag zuletzt auch an. So gibt das Buch zugleich auch noch Zeugnis von der Ohnmacht aller Poesie, denn der Tiefe des Daseins muss sich letztlich jeder selber öffnen, in Gemeinschaft mit Gleichgesinnten. Ich finde das Buch sehr gelungen.
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am 5. Mai 2017
Mein Leseeindruck subjektiv, aber spoilerfrei ;)

Da Dystopien zu meinem Lieblingsgenre gehören war es endlich an der Zeit mich an einen der Klassiker zu wagen.....

Dem Schreibstil ist anzumerken, dass dieses Buch doch schon etwas älter ist, dennoch lässt er sich soweit problemlos und flüssig lesen.
Die Beschreibungen sind zwar recht detailreich trotzdem für mich zu wenig anschaulich damit Bilder im Kopf entstehen können.
Die Erzählweise im personalen Stil empfand ich allerdings als ganz angenehm.

Die Ausarbeitung der Charaktere fand ich ehrlich gesagt sehr oberflächlich und zu Niemanden konnte ich gross eine Beziehung aufbauen. Alle Protagonisten sogar die Hauptperson Guy Montag hinterliessen bei mir einen blassen ja schon fast faden Eindruck und oft verspürte ich überhaupt keine Empathie ihnen gegenüber.
Ebenfalls fand ich, dass der  Sinneswandel des Feuerwehrmannes viel zu schnell von statten ging und er teilweise für mich nicht nachvollziehbar handelte.

Die ganze Idee der Geschichte hat mir wirklich unglaublich gut gefallen. Die Parallelen zu unserem heutigen Konsumverhalten bezüglich TV & Co und dem sich dauernd berieseln lassen regen auf alle Fälle zum nachdenken an. Trotzdem war es mir teilweise ein bisschen zu schwarz & weiss mässig dargestellt.
Auch wirkten einige Elemente etwas abstrus und allgemein fehlte mir einfach die Vertiefung. Das Buch liest sich eher wie eine Kurzgeschichte von daher hätten einige Seiten mehr wirklich nicht geschadet.
Mit dem offenen Ende hingegen konnte ich ganz gut umgehen.
Insgesamt hat mich die Geschichte aber enttäuscht, vielleicht waren meine Erwartungen an eine Klassiker aber einfach auch viel zu hoch.....

Für mich eine eher oberflächlich, ausgearbeitete Dystopie in allen Bereichen von daher vergebe ich hiermit

3 Sterne
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VINE-PRODUKTTESTERam 10. September 2007
Wer hätte gedacht, dass Ray Bradbury mit seiner Zukunftsvision den Nagel auf den Kopf trifft und sich nach über 50 Jahren viele Parallelen mit unserer heutigen Gesellschaft zeigen? Unsere schnelllebige Gesellschaft hat keine Lust mehr sich lange Zeitungsartikel durchzulesen, viel lieber hat man es kurz und knapp, am liebsten als Online-Ticker auf dem Monitor. Ich selbst gehöre zu den Leuten, die sich nicht die Zeit nehmen eine Tageszeitung wirlich zu lesen. Aus hunderten von Headlines, die mein Newsreader ausspuckt picke ich die Informationen heraus, die mich interessieren. Für gute Bücher nehme ich mir wiederum die Zeit, aber auch erst seitdem ich viel auf Reisen bin. Fahrenheit 451 hat mich wirklich begeistert und teilweise auch erschrocken. Zwar wird in der Schule noch das Lesen und Schreiben gelehrt, aber hören wir uns doch einmal an wie die Kinder und Jugendlichen sich untereinander unterhalten... Diese Generation hat ihre eigene Sprache kreiert und isoliert sich zu zunehmend von der übrigen Gesellschaft. Die Schuld kann man vielen geben, vor allem aber den (visuellen) Medien, schaue man sich doch nur einmal an was tagsüber für ein Schund im TV läuft und mit welcher Bild- und Sprachgewalt man konfrontiert wird. Bradbury hat mit Fahrenheit 451 einen Klassiker geschaffen, der auch in Zukunft aktuell bleiben wird. Apell an alle vor allem aber an Jugendliche: Lest dieses Buch und entreißt euch einmal der Geschwindigkeit des Alltags.

Wer die englische Sprache beherrscht, dem empfehle ich das englische Buch zu lesen. Die deutsche Übersetzung scheint (wie weiter unten in einer Rezension beschrieben) nicht sehr zeitgemäß zu sein.

Ich freue mich schon auf die zweite Verfilmung des Buches, in der Tom Hanks die Hauptrolle von Guy Montag spielen soll...
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am 24. September 2010
In der Zukunft sind alle Häuser feuerfest, die "Feuerwehr" verbrennt Bücher und ihre Besitzer. So lässt sich in einem Satz der Hintergrund zur Geschichte in "Fahrenheit 451" zusammenfassen.

Die Grundidee des Buches hat mir gut gefallen. Die Gesellschaft denkt nicht mehr über wichtige Dinge nach. Wissen ist verpönt und Entertainement alles. Das Wichtigste im Leben der Menschen sind ihre Fernsehwände. Im Grunde nicht unrealistisch, denn genau darauf steuern wir zu! Bücher sind verboten, wer sie besitzt, wird mitsamt seinen Büchern verbrannt. Soweit ist es in der Realität noch nicht gekommen, aber wer weiß ...

Zurück zum Buch: Guy Montag, ein Feuerwehrmann, der das Verbrennen von Büchern satt hat, wehrt sich irgendwann gegen dieses Vorgehen und nimmt den Kampf gegen seine eigenen Kollegen auf. Leider ist im Buch alles ziemlich gut vorhersehbar und die Storyline ist ziemlich ... nunja ... linear und absehbar.

Dennoch ist "Fahrenheit 451" kein schlechtes Buch, denn es kann durchaus zum Nachdenken anregen. Wer allerdings ein wirklich gutes Buch zum Thema Unterdrückungs-/Überwachungswahn lesen möchte, dem kann ich nur den Klassiker 1984 (Neunzehnhundertvierundachtzig) von George Orwell empfehlen.
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am 1. Juni 2013
"Fahrenheit 451", erstmals erschienen im Jahr 1953, ist einer meiner Lieblingswerke von Ray Bradbury (1920-2012).

Was wäre, wenn es dir verboten wäre zu lesen?
Als leidenschaftlicher Bücherleser wäre die von Ray Bradbury beschriebene Zukunft ein wahrer Albtraum für mich.

In Ray Bradburys düsterer Zukunft ist das Lesen und der Besitz von Büchern ein schweres Verbrechen und weil es in dieser Zukunft feuerfeste Häuser gibt, hat die Feuerwehr die Aufgabe Bücher zu finden und zu verbrennen.
Feuerwehrmann Guy Montag führt seine Arbeit pflichtbewusst und kritiklos aus, bis das junge Mädchen Clarisse ihn mit einer banalen Frage, ob er glücklich sei, über sein Leben nachdenken lässt.
Eigentlich könnte er glücklich sein, da er ja verheiratet ist.
Doch seine Frau Mildred ist debil, sitzt nur vor dem Fernseher und berauscht sich an diversen Medikamenten um Glückgefühle zu bekommen.
Montag missachtet das Verbot und wagt es ein Buch zu besitzen und zu lesen.

Ray Bradbury hat zurecht ein Meisterwerk der dystopischen Literatur geschaffen.
Ich würde sogar sagen, dass dieser Science-Fiction-Roman geradezu für alle leidenschaftlichen Bücherleser oder gar für Bibliophile Pflichtlektüre ist.
Nicht nur der Wert der Literatur wird deutlich, sondern auch der Wert des freien Denkens.

Das Vorwort von Bran W. Aldiss hebt nochmal die Bedeutung des Romans vor.

Im Jahr 1966 wurde das Werk erstmals verfilmt, mit Oskar Werner und Julie Christie in den Hauptrollen.

Seit einigen Jahren kursieren im Internet Gerüchte über eine Neuverfilmung, die sich enger an das Buch halten soll.

Aber lasst euch von Ray Bradburys Meisterwerk bewegen und fesseln.
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am 10. November 2006
Guy Montag ist ein Feuerwehrmann. Er legt Brände. Genauer, Feuerwehrmänner verbrennen Bücher. Romane, Essays, geisteswissenschaftliche Werke, einfach alles. In der Vergangenheit, sagt man sich, haben Feuerwehrmänner Brände gelöscht. Guy Montag lebt in einer Zeit, in der es verboten ist, Bücher zu besitzen, und sie zu lesen. Bücher, so die von der Gesellschaft getragene Auffassung, sollen die Menschen verwirren, und sie gar zu aufrührerischen Ideen verführen.

Guy lernt Clarisse, eine 17 jährige Nachbarin kennen, die so ganz anders ist, als der Rest der Menschen, die er kennt. Clarisse redet und denkt ganz andere Dinge, die er sonst so gewohnt ist. Clarisse findet gefallen an schönen Dingen, sei es eine schöne Blume, der blaue Himmel mit seinen Wölkchen oder morgendlicher Tau auf den Wiesen, und am Reflektieren von alltäglichen Dingen. Guy ist sich schon eine zeitlang bewußt, dass er eine gewisse Leere in sich spürt. Guy's Frau vergnügt sich an vollkommen inhaltslosen Daily Soaps (1953, Erscheinungsdatum des Buches, hatte man dies noch nicht so genannt, aber Bradbury hatte es wohl geahnt, dass es so kommen musste), und Guy erkennt nach und nach (auch durch die für ihn verwirrenden Gesprächen mit Clarisse), dass sein Leben leer und inhaltslos ist. Eines Tages, als er wieder mit seinen Feuerwehrkollegen ausrückt und Bücher verbrennt, "rettet" er einige Bücher vor den Flammen, und nimmt sie zu sich nach Hause. Zunächst versteht er nicht viel (das erste Buch ist ein Gedichtband :-), aber er erkennt, dass dies Worte sind, die ihn berühren. Dies bleibt bei seinem Vorgesetzten natürlich nicht unbemerkt. Er versucht Guy von der "Versuchung" zu warnen. Doch es ist zu spät. Guy's Haus wird niedergebrannt und Guy muss um sein Leben fürchten. Mildred, Guy's Frau, kann seine neue Anwandlungen, ein sinnvolles Leben zu führen, nicht folgen, und macht sich aus dem Staub. Guy ist nun auf der Abschussliste der Obrigkeit. Es beginnt eine packende Flucht des Geächteten. Guy findet außerhalb der Stadt Zuflucht zu einigen wenigen Intellektuellen, die sich zur Aufgabe gemacht haben, Bücher auswendig zu lernen, um sie vor dem Vergessen zu bewahren. Zeitgleich beginnt ein kurzer aber heftiger Krieg, die Städte sind zerstört, aber die Menschheit hat durch die "Intellektuellen" die Möglichkeit neben der materiellen Erneuerung, auch eine geistige Erneuerung zu erleben.

Bradbury's Roman ist geradezu eine "flammende" Rede für die Vielseitigkeit der Gedankenwelten der Menschen, seien sie subversiv, nachdenklich, lyrisch, prosaisch, innovativ, genial oder auch schwärmerisch. Das ist es, was einen Menschen ausmacht. Bradbury ordnet dieser "Botschaft" alles unter. Bradbury's Sache ist es nicht, genau zu beschreiben wie Guy Montag seinen Entschluss gefasst hat, ein neues Leben zu führen. Auch die Charaktere sind im wesentlichen "nur" Protagonisten der "Botschaft" Bradbury's. Auch ist Bradbury, zumindestens in diesem Roman, keine erzählerische Meisterleistung gelungen.

Ich denke, dass war auch nicht seine Intension.

Bradbury's gebührt für die weitgehende Begrenzung auf die eigentliche Botschaft des Romans meine hohe Anerkennung. Das ist Bradbury's eigentliche Meisterleistung.

Ich habe nicht eine Zeile vermisst, in der die Begebenheiten - warum gerade jetzt versucht Guy Montag die Fronten zu wechseln, wie geht eine solche Gesellschaft denn im Alltag wirklich damit um - hätten beschrieben werden können.

Für mich ein wahrer Klassiker, der in seiner Kompaktheit (knappe 170 Seiten) und Kompromisslosigkeit eine Ausnahme in der SF-Literatur darstellt.

Klarer Fall: 5 Sterne
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am 23. Mai 2016
Guy Montag ist Feuerwehrmann. Doch sein Job ist nicht das Bekämpfen von Feuer, sondern das Verbrennen von Büchern. Und wenn er gerade dabei ist, wird auch gleich das ganze Haus mit abgefackelt. Die Häuser sind eigentlich feuerfest geworden, aber gegen mächtige Flammenwerfer kann auch die Schutzschicht nichts ausrichten. Guy lebt in einer Gesellschaft, in der der Besitz von Büchern eine schlimme Straftat darstellt. Bücher regen die Phantasie an und führen zu Nachdenken. Dies kann wiederum in Gefühlen wie Trübsinn, Trauer, Melancholie oder Schmerz resultieren; Gefühle, die unter allen Umständen vermieden werden müssen. Und dafür tut die Gesellschaft auch alles: familiäre Bindungen existieren zwar, bedeuten aber nichts mehr. Die "Familie" findet man im Fernsehzimmer, wo die eigenen "Verwandten" einen in sinnlose Gespräche verwickeln oder Sendungen in brutaler Lautstärke alle Gedanken aus dem Kopf vertreiben. Auf modernen Highways mit höchstmöglicher Geschwindigkeit durch die Nacht brettern, gehört zum regelmäßigen Zeitvertreib. Mit Menschen, die einfach nur ohne Ziel durch die Gegend spazieren und den Tag genießen, stimmt etwas Tiefgreifendes nicht und sie müssen observiert werden.

Montag ist zunächst ein typisches Mitglied der Gesellschaft, bis er aus unerfindlichen Gründen anfängt, Bücher heimlich vor dem Feuertod zu retten und zu Hause zu verstecken. Eines Abends nach der Arbeit trifft er dann auf ein junges Mädchen namens Clarisse, das so ziemlich alles verkörpert, was der Gesellschaft zuwider ist: sie genießt die Natur und den Moment, sitzt mit der Familie zusammen und diskutiert über alle möglichen Themen bis in die Nacht hinein. Montag ist von ihr total fasziniert und so wird sie zu einer Art Katalysator für sein weiteres Verhalten.
Zunächst gerät er in Konflikt mit seiner Frau Mildred. Diese stellt quasi eine Verkörperung des idealen Bürgers da: Denken und Fühlen versucht sie mit allen Mitteln zu vermeiden. Sie sitzt stundenlang im Fernsehzimmer (in dem übrigens drei von vier Wänden komplett aus Bildschirmen bestehen) oder lässt sich die ganze Nacht vom Radio berieseln. Den Kontakt zu den eigenen Gefühlen scheint sie verloren zu haben.

Schnell werden auch die Hüter der Moral auf Montag aufmerksam. Verkörpert werden diese v.a. durch den Hauptmann Beatty, der Montags direkter Vorgesetzter ist. Beatty ist sehr belesen und versucht mit manipulierender Rhetorik, Montag wieder auf den rechten Pfad zu bringen (Beatty ist es auch, vom dem man einiges über die Geschichte der Gesellschaft erfährt). Für Montag ist die Rückkehr zum Status Quo aber keine Option mehr und so kommt es zum finalen Bruch zwischen beiden.

Der Roman ist an vielen Stellen intensiv und erzeugt starke Gefühle und Bilder. Bradburys Sprache ist oft poetisch und sogar romantisch. Vor allem die Schilderungen der Begegnungen von Montag und Clarisse sind da zu nennen. Generell ist die Geschichte eher melancholisch und düster. Es gibt zwar noch Hoffnung, aber diese liegt weit in der Zukunft. Wie in den "Mars-Chroniken" erkennt man auch hier deutlich den Einfluss der Geschehnisse des zweiten Weltkriegs.
Sehr eindringlich geschildert wird die freiwillige allgegenwärtige Betäubung der Menschen. Dies wird v.a. am Verhalten Mildreds deutlich.
Einziger Kritikpunkt für mich sind die Gespräche mit Beatty. Sie sind mir teilweise etwas langatmig und könnten mehr Inhalt vermitteln. Generell ist mir nie wirklich ganz klar geworden, wie die Gesellschaft an diesen Punkt gekommen ist.

Ohne spoilern zu wollen möchte ich noch das sehr gute Spannungs- und Actionelement am Ende des Romans erwähnen. Die Geschehnisse konnte ich mir fast bildhaft vorstellen.

"Fahrenheit 451" wird als dystopischer Roman oft in einem Atemzug mit Orwells "1984" und Huxleys "Brave New World" gennannt. Für mich ist er der beste dieser drei. Die Geschichte und deren Hintergründe sind zwar weniger ausgearbeitet als in "1984", aber die behandelten Themen sind weiterhin so aktuell und Bradburys Stil so einzigartig, dass die Lektüre auch nach vielen Jahren und mehrerem Lesen noch faszinierend ist.
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am 16. Juli 2016
Dass die Feuerwehr Brände löscht, ist Vergangenheit. Stattdessen legt sie Feuer, um die verbliebenen Bücher zu vernichten (Fahrenheit 451: der Hitzegrad, bei dem Buchpapier Feuer fängt und verbrennt). Feuerwehrmann Montag hat dies nie hinterfragt, bis ihn das Nachbarmädchen fragt: „Sind Sie glücklich?“. Worte, die ihn nicht loslassen und ihn dazu bringen, nachzudenken. Darüber, was ihm fehlt, warum er sich so leer, so dumpf fühlt. Wie man die kranke Gesellschaft retten kann. Ob man sie überhaupt retten kann …

„Fahrenheit 451“ ist ein herausragendes Stück Science Fiction von den Opfern, die eine beschleunigte, konsum- und harmoniesüchtige Gesellschaft fordert, und von der Notwendigkeit Fragen aufwerfender Literatur, die den Mensch in seinem Wahn zu Besinnung rufen vermag.
Sprache und Inhalt harmonieren dabei miteinander. Auf jeder Seite spürt man Bradburys Liebe zu Worten und Literatur, er bedient sich vieler Metaphern, schreibt sehr bildreich und genussvoll. Es ist ein in seinen Aussagen anspruchsvolles und komplexes Werk, dessen inhaltlicher Ertrag auch nach mehrmaligem Lesen noch nicht erschöpft ist. Immer wieder lese ich neues heraus, entdecke neue Feinheiten.
Die Geschichte, die erzählt wird, ist berührend und in gewisser Weise wunderschön. Bradbury beschreibt auf zarte, ruhige Weise die Entwicklung eines Menschen, der nie in einem anderen Umfeld gelebt hat, aber sein Dasein und die Gesellschaft zu hinterfragen beginnt und nach einer Möglichkeit sucht, aus seinem Stumpfsinn zu erwachen.

Entscheidend ist, dass die Gesellschaft sich - anders als in der Mehrheit dystopischer Literatur - von innen heraus entwickelt hat: die Unterdrückung von oben ist also nicht zwangsweise notwendig und die Bücherverbrennungen sind nur symbolhaft. Die Leute wollen gar nichts Tiefgehendes lesen, sondern Schnelllebiges, Sensationsheischendes. Dies, um ihr vermeintliches „Glück“ zu wahren, doch zu welchem Preis? Die Konfliktscheu und Realitätsflucht machen eine Konfrontation mit Problemen unmöglich, diese werden verdrängt und totgeschwiegen, ja nicht mal mehr wahrgenommen. Es ist Krieg und keiner merkt es. Die Bomben prasseln hernieder, aber wen interessiert es? Die Gesellschaft besteht aus gleichgeschalteten, grinsenden Masken, die sich betäuben mit waghalsigen Autorennen, knalliger Unterhaltung, dauerbeschallender Werbung, Gewalt. Unter der Fassade des augenscheinlichen „Glücks“ lauert Stumpfheit, die ernsthafte Gespräche und Beziehungen unmöglich macht. Alle sind isoliert voneinander in dieser oberflächlichen Welt, in der der Schein mehr zählt als das Sein.
Man merkt, nach den Eindrücken des Zweiten Weltkriegs und innerhalb des Kalten Kriegs entstanden und der allgemeinen Medienentwicklung in Amerika. Weitere Kapitel der Vergangenheit sind eingeflossen in diese Zukunftsvision, die unserer Gesellschaft – wage ich zu behaupten – nicht gerade fern ist.

Fazit: Ray Bradburys vielschichtig durchdachte und sprachlich feine Kulturkritik von 1953, die ohne Action und verwickelte Handlung auskommt, ist aktueller denn je: von den überspitzenden und verschleiernden Elementen abgesehen, ist „Fahrenheit 451“ im Kern ein Abbild unserer heutigen Gesellschaft.
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