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Kundenrezensionen

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am 14. Juni 2016
Kurze Inhaltsangabe:

Die Familie Bennet lebt auf einem Anwesen in der Grafschaft Derbyshire und zählt neben Mr. und Mrs. Bennet fünf Töchter. Da Mr. Bennet das Anwesen nach seinem Tod keinem Sohn vermachen kann, steht das gesamte Familienerbe dem nächsten Verwandten, Mr. Collins, zu, während die Zukunft seiner Töchter ungewiss ist. Die Vermählung der Töchter in eine wohlsituierte Familie ist also verständlicherweise von höchster Priorität. Als bekannt wird, dass ein gewisser Mr. Bingley das große Anwesen „Netherfield“ gekauft hat und einen Besuch plant, ist die gesamte Nachbarschaft gleichermaßen aus dem Häuschen. Alle Mütter sehen ihre Töchter bereits verheiratet und alle Väter stürmen Netherfield, um dessen neuen Besitzer ihre Aufwartung zu machen.
Mr. Bingley ist ein Mann von Welt, und herzensgut, ein überaus sympathischer Mann, der bald die ganze Grafschaft mit seinem Charme bezirzt. Sein stiller Begleiter, Mr. Darcy, hingegen gewinnt mehr und mehr den Ruf stolz und arrogant zu sein.Während Jane Bennet ausschließlich Augen für Mr. Bingley hat, der diese Aufmerksamkeit ungeteilt erwidert, stößt Elizabeth immer wieder mit Mr. Darcy zusammen, dessen direkte Unhöflichkeit sie alsweilen überrumpelt. Elizabeth lässt sich durch sein Auftreten aber nicht verunsichern und bleibt sich selbst (und ihren Vorurteilen ihm gegenüber) lange treu.
Er sinkt endgültig in ihrem Ansehen, als er seinen guten Freund Mr. Bingley davon überzeugt, ihre Schwester Jane würde nichts für ihn empfinden und ihm anrät, die Grafschaft zu verlassen.
Wie groß ist doch die Überraschung, als er sie bei einem erneuten Wiedersehen um ihre Hand bittet. Um bestmögliche Etiquette bemüht, lehnt Elizabeth den Antrag entschieden ab, um am nächsten Tag einen Brief von Mr. Darcy persönlich zu erhalten, in dem er seine „Fehler“ rechtfertigt und ihre Fassade von fest aufgebauten Vorurteilen ihm gegenüber zu bröckeln beginnt. Bald muss sie erkennen, dass er in keinster Weise der Mann ist, für den sie ihn gehalten hat und kommt nicht umhin, sich für ihre Törichtheit zu hassen. Was, wenn er sie nun aus lauter Stolz kein zweites Mal mehr um ihre Hand bitten wird?!

Charaktere:

Mr. Bennet ist ein gutmütiger Mann, guter Vater und schlechter Ehemann. Letzteres kann man ihm aber schwer verübeln, weil seine Frau ein Tratschweib ist, wie es im Buche steht.
Jane Bennet ist die Personifikation von Güte, während Lebendigkeit, Eigensinn und Sturheit Elizabeth Bennet ausmachen. Sie kümmert sich weniger um gute Etiquette als ihre Schwestern, tut ihre Meinung kund und ist trotzdem mit einem eleganteren Auftreten gesegnet als die jüngeren Schwestern und ihre Mutter.

Mr. Bingley ist das männliche Gegenstück zu Jane, weshalb schon früh klar ist, dass diese beiden für einander bestimmt sind.
Sein wohlhabender Freund Mr. Darcy hingegen scheint übellaunig, stolz und in seiner Würde unantastbar. Er selbst kann sich nicht vorstellen, jemals eine Frau zu finden, die seiner gerecht wird. Doch dann lernt er Elizabeth kennen und wird, trotz ihrer zahlreichen Fehler, eines besseren belehrt.

Mr. Collins ist ein Charakter, dem man konstant nur ins Gesicht spucken möchte. Er ist stets höflich und zuvorkommend. So sehr, dass man ihn als Schleimer bezeichnen könnte, und geht mir noch immer höllisch auf die Nerven. Ebenso Mr. Bingleys Schwester und Mr. Darcy’s Tante Lady Catherine de Bourgh, die alle mehr auf sich geben, als sie sollten.

Mr. Wickham ist wirklich „wicked“, ein Wolf im Schafspelz, ein absolut boshafter Mann. Die Boshaftigkeit seines Charakters offenbart sich im Laufe des Buches mehr und mehr und man kann nicht anders, als sich zu wundern, wie blind alle ihm gegenüber anfangs gewesen waren, doch „pleased with the preference of one, and offended by the neglect of the other, on the very beginning of [their] acquaintance, [they] have courted prepossession and ignorance, and driven reason away, where either were concerned.“ (Volume II, Kapitel XIII)
Sie waren geblendet von seiner Freundlichkeit und seinem Charisma und müssen seine wahre Identität auf schmerzlichste Weise kennenlernen.

Auch alle anderen Charaktere werden in Pride & Prejudice vielfältig beleuchtet. Ihrem Verhalten liegen tiefgründigere Motive zugrunde und niemand ist notgedrungen so, wie zunächst von ihm erwartet.

Die liebsten Zitate:

„…I could easily forgive his pride, if he had not mortified mine. […] Vanity and pride are different things, though the words are often used synonymously. A Person may be proud without being vain. Pride relates more to our opinion of ourselves, vanity to what we would have others think of us.“ (Volume I, Kapitel V)

„An unhappy alternative is before you, Elizabeth. From this day you must be a stranger to one of your parents. – Your mother will never see you again if you do not marry Mr. Collins, and I will never see you again if you do.“ (Volume I, Kapitel XX)

„…the commonest, dullest, most threadbare topic might be rendered interesting by the skill of the speaker.“ (Volume I, Kapitel XVI)

„My courage always rises with every attempt to intimidate me.“ (Volume II, Kapitel VIII)

„Think only of the past as its remembrance gives you pleasure.“ (Volume III, Kapitel XVI)

Da es noch viel, viel mehr unglaublich tolle Zitate gibt, findet ihr auf meinem Blog einige extra-Posts zum Thema Stolz & Vorurteil, wie z.B. zum Thema Heirat oder zur Eigenschaft Stolz! Schaut doch mal vorbei.

Meine Meinung:

Der Schreibstil ist der damaligen Zeit gerecht poetisch und hört sich laut vorgelesen einfach himmlisch an. Trotz der „alten“ Sprache, ist die Geschichte sehr leicht verständlich und ich kann jedem nur ans Herz legen, diesen Roman in seiner ursprünglichen Sprache, Englisch, zu lesen!!
Ein Buch, das überrascht, einen weinen und an den unpassendsten Momenten lauf auflachen lässt, denn Austen spiegelt die englische Gesellschaft mit ihren Gepflogenheiten und Klassenunterschieden wider, in denen Arroganz, Stolz und Vorurteile das wahre Wesen eines jeden verbergen. Austen haucht ihren Charakteren mit ihren teilweise ungewollt amüsanten Aussagen und der damaligen Gefasstheit einen ganz besonders charmanten Witz ein.

Ich bedaure nur, das Buch nicht schon eher gelesen zu haben!
Die Verfilmung mit Keira Knightley finde ich zugegebenermaßen sehr gut gelungen, aber sie ersetzt auf keinen Fall das Leseerlebnis! Absolutes MUST-READ!
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am 7. Oktober 2004
Es ist schon soviel geschrieben worden, wie toll dieses Buch ist. Ich habe es sicher schon 20 mal gelesen und werde es immer wieder tun. Es ist das Buch, das ich mitnehmen würde auf eine einsame Insel.
Darum nur ein Tipp: es gibt große Unterschiede in den Übersetzungen von
schlecht; z. B. die Jane Austen Bücher aus dem Insel Verlag bis
brilliant; Übersetzter Christian Grawe, z. B. Reclam Verlag.
Und da Jane Austens Bücher nicht über die Handlung, sondern über den Wortwitz und den fantastischen Schreibstil wirken, ist die Übersetzung extrem wichtig. Mit einer schlechten Übersetzung ist das Buch sicher nur noch halb so amüsant. Wer es kann, sollte es sowieso besser im Original lesen.
Und zum Titel: ich habe keine Ahnung, wie man "Pride and Prejudice" sonst übersetzen sollte, als mit "Stolz und Vorurteil" und ich finde, es paßt perfekt zum Inhalt des Buches. Aber das nur am Rande.
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am 10. September 2001
Dieser Band enthält die zwei- neben Emma- berühmtesten und wohl auch besten Werke Jane Austens. Stolz und Vorurteil ist die von der ersten bis zur letzten Seite berührende und packende Geschichte über die Liebe zwischen Elizabeth Bennet und Mr. Darcy, während Verstand und Gefühl ein bezaubernder Roman über das Leben zweier ungleicher Schwestern ist. Beide Romane sind zwei typische Werke im Stil Jane Austens, die mit feiner Ironie den Haupthandlungsstrang- das Leben unverheirateter junger Mädchen bis zu deren Heirat- erzählen, jedoch anhand dessen auch sehr anschaulich die Situation, Lebens- und Denkweise der mittleren Oberschicht im ländlichen England des 19. Jahrhunderts- insbesondere der Frauen- beschreiben.
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am 17. Oktober 2005
Zum Anlass der neuesten Verfilmung von Janes Austens Roman "Stolz & Vorurteil" hatte ich mir das Buch besorgt. Ich wollte es schon lange mal lesen, kam aber irgendwie nie dazu. Nun saß ich gerade zwei Tage lang daran und konnte es gar nicht mehr weglegen - hab es quasi in einem Ritt durchgelesen.
Die Ausgabe aus der Reclam-Bibliothek Leipzig ist meines Erachtens wirklich gelungen (wurde von der FAZ als beste Übersetzung empfohlen). Jane Austen versprüht unglaublichen Humor und gibt Einblick in "das komplexe Spiel der wirklichen Liebe in zwei Variationen: das semtimentale Paar Bingley und Jane und das intellektuelle Paar Darcy und Elizabeth".
Die Handlungen und Dialoge sind einzigartig und fesselnd, durch eine Erzählweise, die sich nicht durch Detail- oder Beschreibungsflut auszeichnet, sondern durch eine objektive Dramatik. Ich möchte nicht auf die offensichtliche Gesellschaftskunde und ~kritik von Jane Austen eingehen, sondern habe an dieser Stelle die gefühlvolle Geschichte hervorzuheben.
Reclam fügte zur Vervollkommnung im Anschluss an den Roman kurze Erläuterungen in Form von Fußnoten sowie interessante Fakten und Interpretationen zu Janes Austens Leben und Werk an.
Es dauerte diverse Jahrzehnte, bis Jane Austens Talent einigermaßen gerecht geprießen wurde. Heute soll sie zu den am intensivsten erforschten Autorinnen gehören. Allerdings verweist Reclam auch auf Deutschlands bisherige "stiefmütterliche Behandlung": "Weder ist ihr gesamtes Werk in Übersetzungen auf dem Markt, noch sind die Veröffentlichungen zahlreich. Schade ist es!
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am 4. November 2015
German edition

Pride and Prejudice
Stolz und Vorurteil von Jane Austen

My rating: 5 of 5 stars

Ein wunderschöner, feiner Roman über Liebe, Stolz und Vorurteile :).

Mein ersten Gedanken:
Es war das erste Buch, das ich aus dem frühen 19 Jahrhundert gelesen haben und ein echter Klassiker. Ich war mir nicht sicher, ob ich das Buch mögen würde, weil nicht alle Frauenliteratur etwas für mich ist, aber es war wunderbar <3 <3 <3. Ich beginne nun mit dem Review, bevor ich noch etwas mehr sagen kann, weil ich sonst anfange zu erröten (fan blushing) :D:

Die Handlung:
Der Roman spielt im 19 Jahrhundert um Netherfield Park, in England. Die Hauptcharakterin ist Elizabeth Bennet, die fünf andere Schwestern hat und alle sind unverheiratet am Anfang des Buches. Mr Bingley, ein reicher und geeigneter Kandidat, als auch Mr Darcy, ein eher störrischer und distanzierter Mann mit dem Bedürfnis nach Status und Ruf, ziehen in die Nachbarschaft ein.

Natürlich, ist es eher alarmierend für die Mutter, dass alle Mädchen noch unverheiratet sind und deshalb müssen sie bald heiraten. Nur ihr Vater ist mehr interessiert in Büchern, sowie seine Tochter Elizabeth als über geeignete Heiratskandidaten zu denken, was die Mutter nervös macht. Sie fühlt sich verantwortlich für das Glück ihrer Töchter einen geeigneten Mann zu finden.

Die fünf Schwestern und ihre Eigenschaften:

Jane : die Schönste und Gutherzigste von allen

Elizabeth: intelligent wie ihr Vater, aber sarkastisch

Mary: nicht so schön wie Jane, aber eine eifrige Lernerin, auch in Musik (aber sie hat keinen guten Musikgeschmack), religiös

Catherine, Kitty: folgt, was ihre Schwester Mary zu ihr sagt

Lydia: flirtet gerne und ist immer noch ein Kind

Die fünf Schwestern gehen zu einem Ball, wo sie Mr Bingley und Mr Darcy kennenlernen: Mr Bingley wird sofort gemocht, weil er gerne redet und gerne gesellschaftlich verkehrt, wohingegen Mr Darcy distantziert ist und ungern tanzt. So ist klar, das der charmante Mr Bingley und die wunderschöne Jane einander finden und beginnen sich ineinander zu verlieben.

Auf der anderen Hand, hört Elizabeth wie Darcy sich über sie lustig macht, aber sie trägt ein Lächeln zur Schau, weil sie froh darüber ist, dass ihre Schwester Jane, den Richtigen gefunden zu haben scheint.

Jane will Mr Bingleys Familie kennenlernen, weshalb sie sich entscheidet, seine Schwester Caroline zu besuchen. Aber sie erkältet sich während des Aufenthalts und Elizabeth muss kommen und sich um sie kümmern.

In dieser Zeit, beginnt Darcy sich warmherziger gegenüber Elizabeth zu benehmen.
Währenddessen, ist ein Geistlicher, namens Mr Collins und Erbe von Longbourn auf den Besuch zu den Bennets, weil er sich eine Frau zwischen den Schwestern suchen will. Natürlich, wollte er eigentlich Jane heiraten, weil sie die Schönste ist, aber sie ist schon fast verlobt mit Mr Bingley, so wird Elizabeth ausgesucht. Allerdings ist Elizabeth interessiert an ihn und sucht sich Mr Wickham, das Patenkind von den Vater von Mr Darcy aus als Gesellschaft, der auch ein militärischer Officer ist Mr Wickham behauptet, das er schlecht von Mr Darcy behandelt worden ist und and so fühlt Elizabeth mehr angezogen zu Mr Wickham als zu Mr. Darcy.

Die Bennet Familie ist eingeladen zu einem Ball, der von Mr Bingley gehalten wird und alle erwarten, das Mr Bingley Jane heiraten will. Aber stattdessen wird es zu einer Demütigung, weil Mr Bingley Netherfield den nächsten Tag verlässt, um nach London zu reisen. Zur gleichen Zeit, versucht Mr Collins sich wieder mit Elizabeth zu verloben, die schließlich widerspricht (sehr zur Bestürzung ihrer Mutter). Aber Charlotte Lucas, eine Freundin von Elizabeth erklärt sich mit fröhlicher Stimmung als einverstanden, Mr Collins stattdessen zu heiraten.

Elizabeth glaubt nun, dass Mr Darcy und Mr Bingleys Schwester, Jane nicht in ihrer Familie haben wollten und Elizabeth will herausfinden, warum.

Wer wird die fünf Schwestern heiraten?

Kann Jane Mr Bingley heiraten?

Ist da wirklich eine Verschwörung zwischen Mr Darcy und Caroline Bingley?

Wen wird Elizabeth aussuchen zu heiraten?

Und wird Lydia erwachsen?

Liebe Grüße,

eure

Butterfly
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am 16. April 2005
Besser als die Übersetzung des Reclam-Verlages geht es kaum. erstens die fußnoten im Text, zu denen im anhang jeweils ein kleiner text steht (den man auch weglassen kann), der einen ausführlich in die zeit und die umstände einführt, hintergründe beleuchtet, alles schlüssiger werden lässt. daher kann die übersetzung auch viel genauer sein. sie wirkt im vergleich zu anderen übersetzungen wie eine federzeichnung im vergleich zu einem stempeldruck. sehr, sehr elegant, hintersinnig und tiefgründig. wie frau austen selbst.

übrigens auch von der FAZ als die beste deutsche übersetzung gefeiert!
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am 23. März 2001
Natürlich kenne ich alle Romane von Jane Austen. Natürlich hat sie deprimierend wenige geschrieben. Und natürlich sind alle einfach genial. Und Pride and Prejudice ist das genialste von allen. Eine Geschichte, die auch im 21. Jahrhundert noch fesselt. Figuren, die man nur allzu gern selbst kennenlernen würde (ah, wenigstens einmal Mr Collins' unerträgliches Gesülze hören...) - und ein Wortwitz, der eigentlich nicht zu übertreffen ist. Bei Jane Austen geht es eben nicht (wie einige behaupten) nur darum, daß ein englisches Fräulein den Mann für's Leben sucht. Wer sie darauf beschränkt, hat offensichtlich ihre Genialität und Einzigartigkeit verkannt. Jane Austen liebt man, oder man versteht sie nicht.
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am 23. November 2016
Jane Austens Klassiker ist ein toller Roman. Wenn man auch zunächst ein paar Seiten lesen muss, um sich an die Ausdrucksweisen zu gewöhnen, ist es dann umso schöner. So weiter man liest, umso mehr taucht man in vergangene Zeiten sowie in die Lebensumstände der damaligen Menschen ein.
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am 9. November 2016
Wie schon in einem früheren Beitrag erwähnt, hat mich auf einmal die Lust gepackt, Klassiker zu lesen.

Und weil irgendwie JEDES (wirklich JEDES) Jugendbuch momentan mit Anspielungen daran gespickt ist und es gefühlt die ganze Welt einfach nur großartig findet, musste ich schauen, was da so dran ist.

Und im Klassikerregal (was erschreckend klein ist, nebenbei bemerkt) habe ich diese wunderschöne Ausgabe davon entdeckt. Sowas nennt man dann wohl „Geschenkbuchausgabe“. Hab ich vorher auch noch nie gehört, aber das scheint es zu geben…

Also hier nun meine Meinung:

Ich kann durchaus verstehen, warum die ganze Welt so darauf abfährt. Es ist wirklich ein Roman, der Generationen und Jahrhunderte überdauert und immer wieder neu zu verzaubern weiß.

Es ist eine allgemein anerkannte Wahrheit, dass ein alleinstehender Mann, der ein beträchtliches Vermögen besitzt, einer Frau bedarf.

Dieses Zitat (das interessanterweise direkt der erste Satz im gesamten Buch ist) ist weltberühmt und ich möchte meinen, dass jeder ihn zumindest mal gehört hat.

Und genau darum dreht sich alles. Die Heirat und das Verheiraten und die Komplikationen, die damit einhergehen.

Miss Bennet und Mr. Darcy: Um diese beiden dreht sich das Geschehen hauptsächlich.

Wir folgen der Geschichte aus der Sicht der zweitältesten Tochter der Bennets: Elizabeth Bennet und verfolgen ihr Leben ungefähr ein Jahr lang.

Allerdings geht es auch um weit mehr, als um die Geschichte der beiden. Es geht um das Leben von ihren vier Schwestern, um Reisen, um schwierige Anverwandte, um Freunde und und und

Jane Austen hat hier, wie ich finde, nicht einen Liebesroman abgeliefert, sondern (für die damalige Zeit recht großen, möchte man meinen) Rundumschlag gegen alle gesellschaftlichen und menschlichen Dinge, die ihr missfielen.

So werden unterschwellig vor allem Geistliche, Heuchler, Schwätzer, Schutzpatronen, abhängige Menschen, Menschen ohne Gefühl, Menschen mit zu wenig Gefühl, hysterische Menschen, Geistlose, Gelehrte und junge Frauen parodiert und kritisiert.

Der Hauptaspekt liegt aber, wie der Titel schon sagt, auf dem Stolz und dem Vorurteil der damaligen Gesellschaft.

Ich denke, dass Austen vor allem die Vorurteile, die Leichtgläubigkeit und die Geschwätzigkeit der Menschen der damaligen Zeit zu kritisieren versuchte.

Denn das ganze Buch dreht sich hauptsächlich eigentlich darum, was wer von wem denkt, wer mit wem redet und wer was von wem erfahren hat. Dies nimmt manchmal so groteske Züge an, dass man gar nicht mehr weiß, ob dies jetzt Spaß oder bitterer Ernst sein soll.

Der zweite Aspekt, nämlich der Stolz, ist auch nicht wegzudenken. Denn jede Familie und ihre nahen (und manchmal auch sehr entfernten) Anverwandten, haben ihren ganz eigenen Stolz. Da wird hier über die gelästert, da über das Fehlverhalten von allen anderen und hast du schon gehört, was da passiert ist?

Das ist wirklich der größte Aspekt dabei und der Stolz der verschiedenen Menschen nimmt Maße an, die wirklich nur noch absurd zu nennen sind. Denn der ist nicht gut genug und prinzipiell kann uns ja keiner das Wasser reichen und niemand ist gut genug für uns ne?

Ich finde bei solchen Aspekten kann die Geschichte schon mal etwas magerer oder nicht so ausgeprägt sein, wie vielleicht bei anderen Büchern.

So ist es dann auch bei dieser Geschichte, denn die Geschichte dümpelt mehr so vor sich hin. Der Fokus wird mal dort hin, mal hier hin verschoben und man folgt eigentlich nur einem: der Zeit.

Denn dieser Roman beinhaltet, wie schon erwähnt, eine Zeitspanne von etwa einem Jahr. Und was in einem Jahr so alles passieren kann, das zeigt uns Austen sehr eindrucksvoll. Schnelle und langsam kriechende Entwicklungen sind dabei natürlich nicht wegzudenken.

Dieses Buch gewährt einen recht guten Eindruck von der damaligen Zeit und ihren Gepflogenheiten und schafft es, diese auch für uns in der heutigen Zeit erfahrbar zu machen.

Allerdings gibt es auch hier kleine Makel:

Denn ich hätte es persönlich viel besser gefunden, wenn Elizabeth keinen Mr. Darcy gehabt hätte und die ganze Zeit über einfach nur ein stiller Beobachter gewesen wäre. Denn so hat man die ganze Zeit nur auf die großen Gefühle hingefiebert, die man bei ihr vermutete, die allerdings nie wirklich zu Tage getreten sind. Man musste schon sehr zwischen den Zeilen lesen, um herauszufinden, dass sie Darcy doch irgendwie mag. Aber auf Liebe hätte ich ohne den Hintergrund des Buches zu kennen, bis dato nicht getippt und fand es auch sehr überraschend.

Dort hätte es dem Buch doch gut getan, die Geschichte noch um etwa 50 bis 100 Seiten zu verlängern, um die Gefühle der beiden wenigstens ein bisschen besser darzustellen.

Übrigens hat Jane Austen für die damalige Zeit einen überraschend großen Sinn für Humor, Sarkasmus und unterschwellige Ironie gehabt.

Am besten gefallen haben mir dabei die Gespräche zwischen Darcy und Elizabeth, die wirklich darauf aus waren, sich gegenseitig unterschwellig und ohne dass die anderen es merken, fertig zu machen.

Die Gespräche zwischen Mr und Mrs Bennet waren wirklich lustig zu lesen, einfach weil er so cool dabei bleibt, wenn seine Frau den Aufstand des Jahrhunderts macht😀

Und die Gespräche zwischen Mr Bennet und Lizzy waren einfach nur Herz erwärmend, weil die beiden sich einfach so gut verstehen in ihrer Abneigung gegen ungefähr alle.

Insgesamt ein Stück Literatur, dessen Wirkung man sich einfach nicht entziehen kann. Ein Muss für alle, die Bücher lieben. Ein Stück Wirklichkeit, dessen Sog einen trotz Alltagsgeschichten mitreißt und nicht mehr loslässt.

Bei Klassikern (eigentlich) keine Wertung!
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am 22. August 2002
Über die Qualitäten von Jane Austen als Schriftstellerin brauche ich sicher niemandem mehr etwas zu erzählen. Berichten kann ich aber, warum mir "Stolz und Vorurteil" besonders gut gefällt. Auf amüsante Art und Weise beschreibt Jane Austen die Stärken und Schwächen von Männern und Frauen ihrer Zeit und ihres Milieus. Die typischen Verhaltens- und Denkweisen werden ungeschminkt dargestellt, ebenso wie die Schwierigkeiten, die es einem bereiten kann, wenn man eigene Fehler erkennt und zugeben muß, daß man an seinem Charakter noch etwas feilen muß. Die Erziehung und die Grundsätze der damaligen Zeit waren sicherlich in keiner Weise vergleichbar mit dem heute Üblichen. Aber dennoch erkenne ich in den einzelnen Personen aus "Stolz und Vorurteil" fast ein paar der Menschen wieder, die ich persönlich kenne. An den weiblichen Eitelkeiten, an den Taktiken des Männerfangs, an der männlichen Überheblichkeit und an der dummdreisten Art so mancher etwas einfach gestrickter Person hat sich offensichtlich im Laufe der vielen Jahrzehnte nichts geändert. Jane Austens Roman macht also nicht nur Spaß, wenn man geschichtlich interessiert ist, sondern einfach nur Interesse an der menschlichen Natur an sich garantiert bestes Lesevergnügen.
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