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Kundenrezensionen

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am 3. Juli 2008
Hagen von Tronje, der Waffenmeister des Königs von Burgund, wird von düsteren Vorahnungen geplagt. Und als dann eines Tages der berühmte und angeblich unbesiegbare Siegfried von Xanten in Begleitung von zwölf Furcht einflößenden Nibelungen dreist und streitlüstern durch die Tore von Worms reitet, ist ihm sofort klar, wer dem Hause Burgund den Untergang bringen wird.

Ein Siegfried, der als arglistiger Eroberer nach Burgund kommt, König Gunther der ein alkoholabhängiges Weichei ist, Kriemhild, die sich als pubertierendes Flittchen offenbart und der völlig ungrimmige Hagen, der ein moralisierender Bedenkenträger ist... so ungefähr skizziert Hohlbein in seinem Buch die Figuren aus der Nibelungensage.
Wer das Nibelungenlied kennt und hofft mit "Hagen von Tronje" eine authentische Nacherzählung zu lesen, der wird diesen Roman als unverdauliche Kost empfinden und über die Demontage der altehrwürdigen Helden entsetzt sein.
Wer aber Hohlbein kennt und schätzt, der weiß schon im Voraus was er zu erwarten hat: Low-Fantasy vom ALLERFEINSTEN, mit einem Helden der ziemlich modern und aufgeklärt denkt, vor Gutmenschentum schier platzt und im Kampf gegen seine Feinde stets an seine äußersten Grenzen gebracht wird, ein Held der in einer Zeit und Umgebung gesetzt wurde, die gerade so ausführlich beschrieben wird, dass der Leser problemlos eintauchen kann ins Mittelalter der Völkerwanderung, die aber nie so detailliert und wortgewaltig ist, dass man von umfangreichen Recherchen des Autors sprechen könnte.
Dies ist ein Hagen nach Hohlbein, ein liebenswürdiger, wackerer Ritter, der bis auf den Namen nichts mehr mit dem Hagen aus der Dichtung gemein hat, der Hagen, der einst mit düsterem Gemüt und Verschlagenheit aber auch unverbrüchlichen Treue zu seinem König und seiner Königin stand.

Fazit: Dieses Buch ist für "Nibelungenlied-Puristen" absolut nicht geeignet, für Hohlbein Fans jedoch ein Hochgenuss, denn es ist sehr gut geschrieben und hohlbeinmäßig spannend bis zum Schluss.
Einer der besten Romane aus der Feder von Wolfgang Hohlbein.
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am 24. April 2006
Mit Spannung habe ich mich an dieses Buch gemacht. Ich wusste, dass die Thematik der Nibelungen-Saga von einer anderen Seite neu aufgerollt wird. Das Buch erzählt den ersten Teil , also den Tod von Siegfried, der Nibelungen-Sage aus der Sicht von Hagen von Tronje. Dieser ist ja in den Nibelungen eher der düstere Bösewicht, der Siegfried und später auch den Sohn von Kriemhild tötet. Das Interessante am Buch von Hohlbein ist nun, dass er den ersten Teil der Nibelungen ausschmückt, modernisiert und Hagen von Tronje in einem anderen Licht erscheinen lässt. So ist er keineswegs ein Bösewicht sondern einfach Spielball seiner Gefühle, der politischen Situation, von Ruhm und Ehre. Für Kenner der Nibelungen-Sage ein kurzweiliges Gedankenspiel, für "Unkundige" eine interessante Helden-Geschichte...
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am 23. November 2000
Ganz entgegen meiner ursprünglichen Erwartung ist Hagen von Tronje von Wolfgang Hohlbein eines der besten und fesselndsten Bücher, die ich je gelesen habe. Von der ersten Seite an fühlte ich mich hineinversetzt in eine völlig andere Welt, in die rauhe Welt Hagen von Tronjes, aus dessen Sicht nun die Niebelungensaga erzählt wird. Von der ersten Seite war ich in dem Bann dieser magischen Zeit, einer Zeit der Helden, der Burgfräulein, der Drachen und Alben, der Hexen und Asen. Es wirkte für mich nicht wie ein Fantasyroman, wie sonst für Hohlbein üblich, sondern es war eine Art Neuerzählung des Lebens im Mittelalter. Jede Handlung und Begebenheit wirkte so überzeugend und realistisch auf mich, dass ich nicht das Gefühl hatte, es handele sich hierbei um Fiktion. So wird der Leser von Hohlbein in die mystische Welt eines Helden geführt, der in der Nibelungensaga ja ursprünglich der "Böse" war. Man erlebt überzeugend den Kampf zwischen Burgund und den Sachsen, fühlt sich als Krieger inmitten des Getümmels, kommt erschöpft von Kampf zurück, lernt den "Held" Siegfried kennen und verabscheuen, erlebt, wie Hagen seinen inneren Konflikt bezüglich seiner Liebe zu Kriemhild durchlebt und fühlt mit ihm, als sich diese mit Siegfried vermählen will. Ich kann dieses Buch allen weiterempfehlen, die sich auf eine fantastische Zeitreise begeben und an der Seite eines wahren Helden so manche Abenteuer erleben wollen. Die Charaktere sind völlig überzeugend geschrieben, so kann man den Verfall Gunthers sowie das Verhalten Kriemhilds vollkommen nachvollziehen. Selbst das Ende, welches, wie viele Teile des Buches, mit dem Original auseinanderlaufen, überzeugte mich, auch wenn es mir fast das Herz gebrochen hat. Resümee: Eindeutig überzeugend und auf jeden Fall weiterzuempfehlen!!
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am 30. November 2000
Ich habe "Hagen von Tronje" jetzt drei Mal gelesen und bin immer noch restlos begeistert. Von der ersten Seite an entführt Hohlbein seine Leser in die Welt des Mittelalters und fesselt mit seiner Sprache so sehr, dass man das Buch gar nicht mehr weglegen möchte. Diesen Teil der Nibelungen-Sage aus Hagens Sicht erzählt zu bekommen, eröffnet ganz neue Denkanstöße hinsichtlich des "Originals". Jeder, der dieses Buch nicht kennt, verpasst etwas - und das nicht nur als WH-Fan. Ich schleppte es überall mit hin, nur um weiterlesen zu können. Schule, Bus, Pferdestall - nichts war sicher! Vor Beulen an gestoßenen Köpfen wegen Unaufmerksamkeit auf die Umwelt sei aber gewarnt ;o) .
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am 2. April 2006
"Hagen von Tronje" von Wolfgang Hohlbein ist ein historisch-fantastischer Abenteuerroman, der auf dem ersten Teil des Nibelungenlieds (bis zu Siegfrieds Tod) basiert und die Geschehnisse aus Hagens Perspektive erzählt. Hagen von Tronje, Waffenmeister Burgunds, kehrt gerade von einem langen Ausritt zurück nach Worms, die Hauptstadt des Burgunderreiches. Dunkle Vorahnungen begleiten ihn, doch König Gunther tut seine Warnungen als Schwarzseherei ab - bis der legendäre Siegfried von Xanten am Hof von Worms erscheint und das Unglück langsam seinen Lauf nimmt...
"Hagen von Tronje" war mein erster Roman von Hohlbein und ist noch immer eines der besten Bücher, die ich jemals gelesen habe. Anders als für Hohlbein üblich tauchen kaum Fantasy-Elemente auf: Es gibt keine Götter, keine Drachen, sondern meist nur Andeutungen auf solche. Auch über das wahre Wesen vieler Charaktere, wie Siegfried oder Urd, bleibt man bis zuletzt im Unklaren - Siegfried wird zwar durch die Schulterblätter erstochen, aber ob die Sage von seinem Bad im Drachenblut stimmt, erfährt man nicht. Dies verleiht der gesamten Erzählung eine Mystik, die durch die immer wieder auftauchenden religiösen Aspekte (Christentum/nordische Mythologie) noch verstärkt wird.
Was den Roman für mich jedoch vor allem so herausragend macht, ist die Tiefe der Charaktere - auf die bei Fantasy-Erzählungen sonst übliche Schwarz-Weiß-Thematik wird verzichtet; jeder Charakter handelt aus eigenen, nachvollziehbaren Motiven heraus.
Die Geschichte ist von der ersten Seite an unheimlich fesselnd und faszinierend erzählt und wird an keiner Stelle langweilig. Der Leser leidet mit Hagen, der zwischen seiner Treue zu Gunther und seinen Gefühlen zu Kriemhild gefangen ist und einen verzweifelten Kampf gegen das Schicksal - und seinen eigenen unweigerlichen Untergang - führt. Dass der Roman mit Siegfrieds Tod endet und die Geschehnisse danach (Kriemhilds Rache) nicht behandelt, sehe ich persönlich sogar als Vorteil - das offene Ende und der Hass, mit dem Kriemhild Hagen am Schluss gegenübertritt, unterstreichen die Tragik der ganzen Handlung meines Erachtens viel mehr.
Was die Tiefe und Intensität der Charaktere betrifft, ist "Hagen von Tronje" meiner Meinung nach allen anderen fantastischen Romanen (einschließlich dem vielgelobten Herrn der Ringe) weit überlegen. Eine mitreißende, gefühlvolle Erzählung - absolut empfehlenswert.
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am 16. März 2015
...ist wirklich großartig!! Man lernt Hagen von Tronje von einer ganz anderen Seite kennen!! Ein unglaublich intelligenter und außergewöhnlicher Charakter ~ man lernt ihn wirklich zu schätzen und zu begreifen!! Wer sich also für die Nibelungen-Saga interessiert, dem sei dieses Werk wärmstens ans gelegt!! GANZ EINDEUTIG eine KAUFEMPFEHLUNG meinerseits!!
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TOP 500 REZENSENTam 2. Februar 2016
Lang ist es her, dass ich mich zuletzt mit dem Nibelungenlied beschäftigt habe. Siegfried, der Drachentöter, ein strahlender Held, der hinterrücks von Hagen ermordet wird. Daran habe ich gedacht, als ich dieses Buch in unserem hiesigen öffentlichen Bücherschrank entdeckt habe. Es war schon etwas nass vom Regen und ich habe es spontan mitgenommen, um es daheim zu trocknen und meine Erinnerung aufzufrischen. Aber – Überraschung! – Wolfgang Hohlbein erzählt die Geschichte der Nibelungen neu.

Hagen ist bei ihm ein Mensch, der zutiefst menschlich ist. Als ihn ein Kind anspricht, das seine Ziege scheinbar verloren hat, folgt er der Kleinen und bietet ihrer Mutter ein Geldstück als Ersatz an. Er kämpft nicht aus Spaß. „Diese Waffe ist kein Spielzeug“, so erklärt er einem angetrunkenen Siegfried, der sich mit ihm messen will. Er zögert und zaudert, flieht lieber als sich unangenehmen Entscheidungen zu stellen, insbesondere dann, wenn es seinen Herrn und König Gunther und dessen Schwester Kriemhild betrifft. Er weigert sich, Siegfried hinterrücks zu ermorden, stellt sich seinem Gegner dann aber in einem ehrlichen Duell, wo er sehr viel geringere Chancen hat. Er macht Fehler, sieht sich ausserstande dem Rat der weisen alten Kräuterfrau, der er mehrmals begegnet zu folgen. Kein Bösewicht, sondern für mich wahrlich der Held der Geschichte.

Ganz im Gegensatz dazu Siegfried. Ein Raufbold. Gewissenlos. Nur auf sein eigenes Wohlbefinden erpicht. Er hintergeht seinen Gastgeber Gunther mit dessen Schwester. Vergisst das Eheversprechen, das er Brunhild gegeben hat, um Kriemhild zu freien, die er in der Hochzeitsnacht prompt mit Brunhild betrügt. Sein Kampfstil gleicht einem Abschlachten. Brutal, kompromisslos und unbarmherzig. Er schickt seine Männer los, um Hagen zu ermorden.

„Wen interessiert schon die Wahrheit, Hagen?“ Sagt Gunther zu seinem Ratgeber. Der Krieg gegen die Sachsen und Dänen ist vorbei. Lüdegast und Lüdeger, das Brüderpaar, besiegt von Siegfried. Scheinbar im Alleingang. Dass Hagen in der Schlacht sein linkes Auge verloren hat, dass unzählige Männer Gunthers im Kampf gestorben sind oder schwer verwundet wurden, all das zählt nicht, wenn Siegfried seinen Auftritt hat. Die Sympathien der Bevölkerung gelten ganz klar ihm. Gunther hingegen gilt als Schwächling. Denn leider zählt der Schein oft mehr als die Wahrheit.

Die Geschichte beginnt mit der Rückkehr Hagens von einer längeren Erkundungsreise an die Grenzen des Burgunderreiches. Trotz einer längeren Periode des Friedens und Wohlergehens sieht der 43-jährige Recke die Zeichen bevorstehender Veränderungen. Die alten Götter werden vom immer weiter aufstrebenden Christentum verdrängt. Der Abzug der römischen Legionen vom Rhein und der damit verbundene Friedensvertrag sind nicht gleichbedeutend mit einer weiteren Periode der Entspannung und des Ausgleiches. Das Burgunderreich befindet sich im Wandel, einem unaufhaltsamen Wandel.

„Das Geschlecht der Burgunder wird untergehen,“ sagt die Kräuterfrau zu Hagen. Eindringlich beschwört sie ihn zu gehen, Worms zu verlassen. Vergeblich. Er kann und will das Versprechen, das er Gunthers Vater gab, nicht brechen. Schmerzen, Blut, Tränen und Verrat und sieht die Alte auf ihn zukommen. Eine Frau wird es sein, die ihm den Untergang bringt.

Das Buch endet mit dem Tod Siegfrieds. Während sich Hagen Gedanken über die Vergänglichkeit alles Seins macht, denkt Kriemhild nur an Rache. Was für eine Schlusssequenz!

Leider, leider gibt es aber auch ein paar Logikfehler. Beispiele:
(440) „Er hat zweimal versucht, Euch zu töten, und er wird es wieder versuchen“, sagt Alberich zu Hagen. Zweimal? Das eine Mal auf Island, als sich Hagen auf dem Weg zu Brunhilds Festung befand, war nicht zu überlesen. Aber wann war der zweite Versuch? Vielleicht am Ende des ersten Teils (313ff) als Hagen dabei ist, nach Tronje zurückzukehren, und Siegfried ihm gesteht, dass er sich mit dem Gedanken trug, ihn zu töten, im selben Moment aber feststellt, dass es nichts mehr nutzen würde. Nein, das war zwar ein offenes Gespräch unter zwei Männern, aber kaum ein ernstgemeinter Tötungsversuch. Vor allem keiner, bei dem Alberich Hagen geschützt hat. Wenn es aber nicht diese Szene war, welche dann?
(211) „Lüdegast? Der König der Dänen selbst?“ fragt Siegfried den neben ihm ausharrenden Hagen. Er scheint seinem Gegner noch nie persönlich begegnet zu sein, was klar im Widerspruch zu Hagens Bericht über einen Besuch Siegfrieds am dänischen Hof (344f) steht.
Derartige Unstimmigkeiten konnten meine Lesefreude aber nicht trüben. Deswegen gibt es auch keinen Punktabzug.

Mein Fazit:
Eine fulminante, eine spannende Neuerzählung der Geschichte von Hagen, Siegfried, Kriemhild und Gunther. Die Interpretation von Wolfgang Hohlbein entspricht zwar nicht so ganz dem, was ich bislang gehört hatte, aber sie hat mir gefallen. Ungewohnte Blickwinkel ermöglichen eine ganz andere Sicht auf die handelnden Figuren. Treue Anhänger des Nibelungenliedes werden dies aber möglicherweise anders sehen. An diese Leser deswegen eine Warnung, an alle anderen eine Leseempfehlung.
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am 9. März 2007
Dieses Hörbuch habe ich durch Zufall in der Bibliothek entdeckt. Die Rezenssionen waren ja sehr gut.

Ich wurde nicht entthäuscht. Die Story ist düster, selten temporeich aber immer fesselnd. Hagen wird vielleicht ein wenig zu sympatsch geschildert. Die Beschreibung Siegfrieds gefällt mir sehr gut. Er wird als fast unbezwingbarer Kämpfer beschrieben der es gewohnt ist zu bekommen was er will. Dennoch geht er strategisch vor und ist kein Hau-drauf-Recke.

Da das Buch nur 256 Seiten hat und das Hörbuch 4 CD's umfaßt, gehe ich davon aus, dass kaum Kürzungen vorgenommen wurden. Nur einmal hatte ich das Gefühl, dass gekürzt wurde.

Christian Berkel, den ich als Schauspieler gut finde, habe ich zum ersten mal als Vorleser erlebt. Er macht einen prima Job. So betont er dort wo es Sinn macht auch einzelne Personen, z. B. Alberich.

Zu erwähnen ist noch das sehr gute Booklet. Sowas findet man in dem Meer aus Hörbüchern kaum noch. Dort wird auf die ursprüngliche Saga eingegangen. Zudem werden alle Tracks der CD mit Kapitelüberschriften bedacht - hervorragend.
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am 23. August 2011
Da Hagen von Tronje mich von allen Figuren aus der Nibelungen-Saga am meisten reizt, habe ich mir diesen Roman zugelegt, obwohl ich eigentlich kein Freund von Wolfgang Hohlbein bin.

Dieses Buch jedoch hat mich positiv überrascht:

Wolfgang Hohlbein schreibt in einem gleichermaßen nüchternen wie lebendigen Stil, er nimmt sich Zeit für ausführliche Landschafts- und Umgebungsbeschreibungen, die allesamt sehr gelungen sind. Die Witterung passt zu den Menschen, um die es geht, so dass die entstehenden Stimmungsbilder sehr stimmig wirken.

Der Autor reduziert die Saga auf ihr Grundgerüst und erklärt die Handlungen seiner Protagonisten überzeugend.

Er beraubt der Saga alles Übernatürlichen, konzentriert sich ganz auf die Lebenshärte, wie sie damals gewesen sein könnte, und er zeichnet das Bild eines Hagen, das mich eingenommen hat:

Hagen ist hier unerwartet verständnisvoll und gefangen in seinem Ehrgefühl und seinem Charakter, der ihn zum falschen Zeitpunkt über seinen Schatten springen lässt. Er liebt Kriemhild, kann sich das aber aus seinem Pflichtgefühl Gunther gegenüber nicht eingestehen und bringt sich dadaurch in ein Dilemma, das letztlich zur Katastrophe führt.

Ich habe die Handlungsweise jeder Figur bis zum Schluss nachvollziehen können, was bei Hohlbein nach meinem Empfinden nicht immer gegeben ist.

"Hagen von Tronje" kommt - für mich - unerwartet gefühlvoll daher, was dazu führte, dass ich regelrecht mit den Personen gelebt habe.

Sprachlich ist der Roman kein Meisterwerk, aber doch erheblich besser als das, was ich sonst von dem Autoren gewohnt bin: Sehr flüssig erzählt, plastisch und voll eindrücklicher Bilder.

Die Härte des Romans und seine Figuren bergen eine Schönheit in sich, die mich sicher noch öfter zu dem Buch greifen lassen wird.

Der Nibelungenstoff ist vielfältig und bietet unzählige Interpretationsmöglichkeiten. Diese Interpretation ist nicht anspruchsvoll, aber sehr sympathisch.

Das Lesen hat unheimlich Spaß gemacht, ich war mitgerissen und habe bis zum Schluss mitgefiebert, obwohl das Ende ja bekannt ist.
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am 19. März 2006
Das Buch ist wunderbar geschrieben, im typischen Hohlbein-Stil, nicht zu langatmig und immer interessant. Es bezieht sich auf die Nibelungensage, ist aber in vilen Dingen etwas abgeändert und aus der Sicht Hagens geschrieben. Wenn man sich für die germanischen Heldensagen interessiert, sollte man dieses Buch unbedingt lesen.
Da ich zuerst Hagen von Tronje gelesen habe und erst danach die „richtige“ Nibelungensage, hatte ich ein ganz anderes Bild von Hagen und seinen Gefährten als in der Sage beschrieben, was aber auch interessant war.
Schade finde ich nur dass das Buch nur den nfang der Sage erzählt, die ganze Rache Kriemhilds u.s.w. Wurde leider weggelassen.
Dieses Buch ist auf jeden Fall sehr gut und obwohl eher ein Jugendroman, jedem, auch Erwachsenen, zu empfehlen.
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