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Die Frage nach dem Grund des Leidens, die Anfrage an Gott, warum er das Leid zulässt, zerrt am Glauben. Die fehlende Antwort lässt Zweifel aufkommen und viele Menschen geraten in eine tiefe Krise, wenn ihnen etwas Schreckliches widerfährt. Von Theologen erwartet man dann helfende Antworten oder zumindest Hinweise. Man möchte bestätigt haben, dass es doch irgendwie gut ist. In seinem Vorwort lässt Karl Kardinal Lehmann keinen Zweifel daran, dass diese Fragen berechtigt sind und keineswegs verboten. Der Zweifel gehört zum Glauben. Er betont auch, dass diese Frage Karl Rahner sein Leben lang umgetrieben hat. Ein wenig euphemistisch wird Karl Kardinal Lehmann dann jedoch in der Einschätzung Rahners: "Nie entlässt er bei allen Fragen und Zweifeln seine Leser ohne Antwort." Diese Bewertung stimmt definitiv nicht für dieses kleine Bändchen. Karl Rahner beantwortet die Frage nicht, er will es auch gar nicht. Karl Rahner versucht eher, die Frage klarer zu begreifen und die in der Tradition gegebenen Antworten kritisch zu hinterfragen und abzulehnen. Er macht zunächst die Unterscheidung von Zulassung und Bewirkung. Rahner verschärft diese Frage darauf: Wie kann Gott uns leiden lassen? Damit vermeidet Karl Rahner eine Unterscheidung, die dem Anliegen des Fragers nicht gerecht wird, denn der Fragende will nicht wissen, ob Gott das Leid zugelassen hat oder bewirken wollte. Er geht dann auf das Argument ein, dass Leid die naturale Begleiterscheinung von Entwicklung ist. Diese Antwort wird der personalen Würde des Menschen nicht gerecht, wenngleich Aspekte dieser Antwort durchaus bedenkswert sind. Die zweite Antwort, dass Leid als Wirkung der kreatürlichen, schuldigen Freiheit zu verstehen sei, lehnt Rahner ebenso ab, er meint, diese Antwort entspringe eher einer spekulativen Neugier und ändere nichts an unserer existenziellen Not. Auch ein drittes Argument, dass nämlich das Leid als Prüfung und Reifung zu verstehen sei, wird von Karl Rahner abgelehnt, denn diese pädagogische Maßnahme müsste eindeutig Adressaten erkennen lassen können, doch werden auch Kinder, Tiere usw. von Leid erschüttert, insofern ist diese Antwort in sich nicht haltbar. Eine vierte Antwort richtet sich auf den Verweis des Leids auf ein ewiges Leben. Auch diese Antwort hält einer kritischen Reflexion nicht stand, denn es kann nicht bewiesen werden, dass das die notwendige Voraussetzung für das ewige Leben ist. Im letzten Teil versucht Karl Rahner nun, seine Erwiderung auf die Theodizee-Frage zu geben. Karl Rahner spricht von dem Geheimnis der Unbegreiflichkeit Gottes, die es gar nicht zulässt, dass der Mensch die Theodizee-Frage löst, denn dann wäre Gott auf ein begreifbares Geheimnis reduziert. Das Geheimnis des Leids ist dann in gewisser Weise Teilhabe an der Unbegreiflichkeit Gottes. Doch Karl Rahner weiß sehr genau, dass diese Antwort im konkreten Erleben von Leid wie ein Taschenspielertrick wirken würde. Es gibt keine klare Antwort auf der menschlichen Ebene, es kann nur die Bejahung der Unbegreiflichkeit Gottes in toto geben. Um den Leser jedoch in diesem Leid mit der Leidfrage nicht alleine zu lassen, erzählt Karl Rahner noch eine Situation, die Walter Dirks von Romano Guardini berichtet. Er habe auf dem Sterbebett gesagt, dass er sich nicht nur fragen lassen wolle, sondern auch fragen werde: "Warum, Gott, zum Heil die fürchterlichen Umwege, das Leid der Unschuldigen, die Schuld?" Schließlich verweist Karl Rahner darauf, dass sich der Mensch betend an Jesus Christus wenden könne. Denn: "Der Christ ist in seinem Glauben davon überzeugt, daß der Auferstandene der Gekreuzgte und Gestorbene ist und umgekehrt, daß also die Antwort voller Übergabe in das Geheimnis Gottes und des Todes wirklich von Gott als ewig gültig und ewig seligmachend angenommen, mit Gott selbst bantwortet ist."
Die Herausgeber R. Batlogg und A. Raffelt geben dann eine kleine Wirkgeschichte dieses Vortrags von Karl Rahner und skizzieren zum besseren Verständnis in groben Zügen den Vortrag Rahners. Das ist als Lektürehilfe im Nachhinein eine große Hilfe.
Summa summarum, dieses Buch von Karl Rahner ist keine Antwort, sondern eine Hilfe im Umgang mit dem Leid. Lesenswert ist es auch heute noch, denn Karl Rahner hat Grundsätzliches geschrieben, was nicht durch zeitbedingte Moden verschleiert wäre.
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am 1. November 2013
Karl Rahner hat sich niemals ausführlich zur sogenannten Theodizeeproblematik geäußert. Seine ausführlichste Stellungnahme zum Thema, der Aufsatz Warum läßt uns Gott leiden?", geht auf eine konkrete Anfrage zurück - ist also eine Gelegenheitsschrift (wie dies auch bei vielen anderen Beiträgen Rahners der Fall ist). Der kurze Text hat es jedoch in sich: Auf ein paar wenigen Seiten hebelt Rahner die klassische Rechtfertigung Gottes" aus, indem er das Ungenügen der verschiedenen Antwortversuche aufzeigt (die menschliche/geschöpfliche Freiheit als Ursache des Leides; das Leid als naturale Begleiterscheinung einer sich entwickelnden Welt; Leid als Prüfung und zur Reifung; Leid als Verweis auf ein ewiges Leben). Was bleibt, ist das Leid als echte Erscheinungsform des unbegreiflichen Gottes - eben weil es wirklich unbegreiflich ist. Letztlich kann es für Rahner keine begreifende Antwort auf die Frage des Leides geben; allein in der vertrauenden Übergabe an das absolute bleibende Geheimnis Gottes vermag doch ein seliges Licht" aufzugehen, das die finstere Abgründigkeit des Leides" erhellt.
Wie auch in anderen Bändchen der kleinen Rahner-Reihe, ist es den Herausgebern Albert Raffelt und Andreas Batlogg SJ auch hier gelungen, eine Perle aus dem Werk des Jesuitentheologen zu heben. Wie gewohnt, wird der Text Rahners von den Herausgebern kompetent erschlossen und eingeordnet. Für jeden, der einen Geschmack von Rahner kriegen möchte, seien die bibliophil gestalteten Bändchen wärmstens empfohlen. Zum Schluss sei noch auf zwei thematisch naheliegende Rahnertexte verwiesen: "Das Gebet der Not" (zum Bittgebet; erscheint in Kürze bei Herder) sowie "Die menschliche Sinnfrage vor dem absoluten Geheimnis Gottes" (in Karl Rahner, Sämtliche Werke, Bd. 30, 209-221). Eine ergänzende Perspektive auf die Theodizeethematik bietet: Hans Kessler, Das Leid in der Welt - ein Schrei nach Gott.
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