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Kundenrezensionen

4,6 von 5 Sternen
24
Papst Franziskus - Mein Leben, mein Weg. El Jesuita: Die Gespräche mit Jorge Mario Bergoglio
Format: Gebundene Ausgabe|Ändern
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am 2. Dezember 2013
Nach jeder Papstwahl wird die vatikanische PR-Maschinerie neu angeworfen, so schreibt ein Rezensent. PR-Maschinerie? Was ist denn so verwerflich daran, dass die Menschen - und nicht nur die Gläubigen - an der Person des Jorge Maria Bergoglio interessiert sind? Wer ist er? Wofür steht er? Was ist ihm wichtig? Wenn ein Verlag dann als Antwort auf diese Fragen auf früher veröffentlichte Texte zurückgreift, so kann ich daran nichts Schlechtes finden. Im Gegenteil, dadurch, dass es sich hier um ein Gespräche handelt, welche Sergio Rubin und Francesca Ambrogetti vor einigen Jahren schon mit dem damaligen Kardinal Bergoglio geführt haben, kommt dieser direkt zu Wort. Was gibt es Besseres als unverfälschte direkte Aussagen? Kein Hineininterpretieren, sondern Klartext im wahrsten Sinne des Wortes, denn der neue Papst sagt durchaus direkt, was Sache ist. Teilweise sogar mit überraschenden Gedanken (Stichwort: Zölibat --> mehr dazu weiter unten). Es handelt sich hier also um keine theologische Analyse, sondern eine Annäherung an den Menschen Jorge Maria Bergoglio. Nicht mehr. Nicht weniger.

Ausgehend von der familiären Geschichte - wie die Großeltern väterlicherseits einst ins Land kamen - werden unterschiedliche Themen angesprochen. Persönliches - Werdegang und seine Vorlieben - ist ebenso dabei wie seine Grundeinstellungen und Werte. Ein Kapitel befasst sich mit den Jahren der argentinischen Militärdiktatur und der Rolle, die er damals gespielt hat. Nicht alles ist im Interviewstil gehalten. Es gibt auch Beschreibungen. Zeitzeugen kommen zu Wort. Die Juristin Alicia Oliveira, die einst in den frühen 70er Jahren als Strafrichterin in Buenos Aires tätig war. Oder ein Pilot der Alitalia, Aldo Cagnoli, den er auf den Flügen Rom - Buenos Aires - Rom kennengelernt hatte. Von ihm stammt die Aussage: Die Größe eines Menschen besteht - nach meiner bescheidenen Meinung - nicht darin, Mauern zu errichten und sich hinter und sich hinter der eigenen Weisheit und dem eigenen Amt zu verstecken, sondern darin, sich kritisch und voll Achtung mit allen auszutauschen und in Demut in jedem Augenblick des Lebens etwas Neues lernen zu können. Das ist für mich Pater Bergoglio (143f).
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Beispiele und Zitate aus dem Inhalt:

"In der Erfahrung der eigenen Grenze ... im Dialog mit der eigenen Begrenztheit bildet sich die Geduld aus. ... Sich in Geduld zu üben, bedeutet zu begreifen, dass einzig und allein die Zeit reif macht." (76)

"Auf die Menschen zuzugehen bedeutet auch, ein wenig von uns selber wegzugehen und den eingezäunten Bereich unserer eigenen Meinungen zu verlassen, wenn diese zum Hindernis werden und den Horizont verschließen, der Gott selber ist. Und das heißt konkret, sich in in eine Haltung des Zuhörens zu versetzen." (85)

Vergebung - Reue - Wiedergutmachung:
"Konkret habe ich gesagt, man müsse die Vergangenheit segnen - und zwar durch Reue, Vergebung und Wiedergutmachung." (150) In der Folge vertritt Bergoglio hier die Meinung, dass man Verzeihung nur entgegennehmen kann, wenn man Reue zeigt und Wiedergutmachung leisten will. Und eine Seite vorher hat er ausgeführt, dass nur der Verzeihung gewöhren kann, der jemals selber darum bitten musste und diese auch erfahren hat.

Seine Vorlieben:
Hobbys - Als Junge Briefmarken sammeln. Jetzt hin und wieder Musik hören.
Literatur - Hölderlin und viele Werke der italienischen Literatur.
Musik - Leonoren-Ouvertüre Nr. 3 von Beethoven in der Interpretation von Furtwängler.
Malerei - Die Weiße Kreuzigung von Marc Chagall.
Filme - Die von Tita Merello und die des italienischen Neorealismus. Besonders gut erinnert er sich an den dänischen Film Babettes Fest.

Überraschendes:
Zum Zölibat schließt er - hypothetisch gesprochen - zukünftige Änderungen nicht aus, wobei diese "dann wohl aus kulturellen Gründen, wie es in den Ostkirchen der Fall ist, wo verheiratete Männer zu Priestern geweiht werden" (106) geschehen würde. Allerdings betont er auch, dass seiner Meinung nach, "wenn die Kirche eines Tages diese Norm revidieren sollte", dies nur für einen bestimmten Ort und nicht für alle sowie nicht als persönliche Option möglich wäre.

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Mein Fazit:
Ein interessanter Einblick in die Werte und Gedanken von Papst Franziskus. Dass die Gespräche schon vor längerem geführt wurden, stört mich nicht. Wichtiger ist der Inhalt, und diesen fand ich sehr überzeugend und glaubhaft. Kein Theoretiker, sondern eine Person, die auf andere offen zugeht. Vor allem jemand, der Fehler auch eingestehen kann. Den Text selber fand ich sehr gut lesbar. Dass bei den Gesprächen nicht jedes Mal explizit erwähnt wird, wer wann spricht, hat mich nicht gestört, da ich die fragenden Journalisten und den antwortenden Kirchenmann gut auseinander halten konnte. Alles in allem hat sich dieser Kauf für mich mehr als gelohnt. Ein Danke an den Herder-Verlag für die Übersetzung und Veröffentlichung.
3 Personen fanden diese Informationen hilfreich
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am 24. Februar 2017
Er war zwar schon länger in Amt und Würden, als ich das Taschenbuch gekauft habe...... als Reiselekture für ROM ( Heiligsprechung von Johannes XXIII und Johannes Paul II.

Ich bezweifle, ob ich ihn nach der Lektüre wirklich kenne.
Ich bin mir sicher, daß ich viel mehr von ihm und über ihn weiß.
Und ich liebe ihn umso mehr.

Schon heute ein großer Papst und der Richtige für die Katholische Kirche in ihrem heutigen Zustand.

Möge er noch lange leben u n d die Kraft haben, noch viele seiner Vorhaben in die Tat umzusetzen.

Nach Jorge Bergolio wird mit Sicherheit der Vatikan ein anderer sein und hoffentlich auch die g a n z e Katholische Kirche.
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am 25. Januar 2017
Authentische Journalisten als Gesprächspartner entwerfen durch dieses Buch einen hochinformativen und nachhaltigen Eindruck -auch hinsichtlich seines Lebenslaufes- von einem furchtlosen und überaus wertvollen Menschen, der versucht, verkrustete Strukturen der Kurie, die teils seit Jahrhunderten bestehen, endlich aufzubrechen und sinnvolle Lösungen trotz Widerstands der fast gesamten Kurie zu ermöglichen.
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am 5. Februar 2014
Noch als Kardinal hat sich Bergoglio mit den beiden journalisten Sergio Rubin und Franscesca Ambrogetti ausführlich unterhalten. Für mich war die glaubwürdige (gegen-)darstellung Bergoglios über seine rolle im zusammenhang mit den beiden Jesuiten Orlando Yorio und Francisco Jalics, die im Mai 1976 von der militärjunta verhaftet wurden, am wichtigsten. Die anfeindungen gegen Bergoglio stellen sich so als pressekampagne dar. Darüber hinaus finden sich viele interessante details aus seinem leben, seine art zu reden und zu denken werden anschaulich. Seine gedanken sind tiefgründig und anregend. Seine berufung zum priester und sein persönliches verhältnis zu Jesus werden klarer. Seine liebe zu Argentinien und die kämpfe um die gestaltung der argentinischen gesellschaft gehen aus seinen worten hervor.
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am 30. Oktober 2014
Wie in allen Werken von Jorge Bergoglio finden sich auch hier interessante und bereichernde Einsichten. Empfehlenswert für alle, die sich für Religionen und inneres Wachstum interessieren.
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am 7. September 2015
Das Buch ist sehr informativ und zeigt nicht nur Bekanntes, sondern auch unbekannte Seiten des Papstes.
Ich habe mich beim Lesen kein bisschen gelangweilt und dieses Buch inzwischen auch nochmals weiterverschenkt.
Wer sich ein wenig näher über diesen menschlichen Papst informieren möchte, ist damit gut beraten.
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am 26. September 2014
Betrachtungen und Gespräche von einem Jesuiten aufgezeichnet.Auch ein Taschenbuch kann einem viel geben.
Hierfür sind 5 Punkte geeignet, mehr sthen mir nicht zur Verfügung
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am 11. September 2013
ja......ungewohnt frei heraus erzählt uns der neue Papst aus seinem Leben mit all seinen Facetten ! Ich habe noch nicht erlebt, dass ein Papst so frei ist und auf alle, auch schwierige Fragen offen zu antworten. Bravo !
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am 6. Juli 2013
Ich würde dieses Buch jedem empfehlen, der nur irgendwas mit Glauben am Hut hat, aber auch anderen damit sie zum Glauben finden können.
Eine Person fand diese Informationen hilfreich
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am 15. Oktober 2014
ich habe das Buch, schon über den Herder-Verlag bestellt gehabt, bereits gelesen, ein sehr gutes und spannendes Buch! - Via Amazon nur für jemand anderes bestellt! -
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