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Kundenrezensionen

4,4 von 5 Sternen
7
4,4 von 5 Sternen
Christentum und säkularer Staat: Geschichte - Gegenwart - Zukunft
Format: Gebundene Ausgabe|Ändern
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am 14. November 2014
Es ist ein mutiges Buch eines katholischen Theologen, der die Spuren des Schöpfers in den Menschen und auf der geschaffenen Welt sucht und auch Zugänge aufzeigt. Vor allem ist die Tiefe und Klarheit mit der Rhonheimer die Verhältnisse und Beziehungen zwischen einen säkularen Staat und der Kirche oder die Religion zeichnet, besonders auffallend.
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am 23. Juni 2013
Martin Rhonheimer ist jüdischer Konvertit und Priester im Opus Dei. Er lehrt seit 1990 als Professor für Ethik und Politikwissenschaften an der Päpstlichen Universität Santa Croce in Rom. Mit dieser Studie legt er eine anspruchsvolle historisch-systematische Auseinandersetzung mit dem Verhältnis von kirchlicher und politischer Autorität und speziell mit der Stellung des Christentums bzw. der Kirche im Gegenüber zum säkularen Verfassungsstaat moderner Prägung vor.

Die Anerkennung der Säkularität des Staates bzw. der politischen Institutionen ist als solche das Ergebnis eines historischen Reflexionsprozesses auf der Grundlage der christlichen Scheidung von dem, was Gottes ist, und dem, was dem Kaiser gebührt (vgl. Mt 22,21). Zugleich war das Verhältnis von weltlicher und geistlicher Autorität auch im christlichen Kontext nie einfach konfliktfrei; eine von der Sache her bestehende Spannung müsse produktiv ausgetragen werden, so die Auffassung Rhonheimers.

Der liberale Verfassungsstaat neuzeitlicher Prägung habe sein eigenes Verständnis von Säkularität erst definieren müssen, bisweilen in übersteigerter Form des Laizismus, was die anfänglich schroffe Ablehnung vonseiten der Kirche verständlich macht. Wird Säkularität aber als von der Sache her nötige und gebotene Beschränkung auf die dem Staat eigene Sphäre des Politischen gesehen, die eine Offenheit gegenüber Kritik jeder Art mit einschließt und insbesondere eine Verwiesenheit auf Werte, die der Verfügbarkeit des Menschen prinzipiell entzogen sind, dann vermag auch Religion und Kirche einen positiven Beitrag zur Stabilisierung und Vertiefung des Wertebewusstseins zu geben. Die katholische Kirche hat sich auf dem 2. Vatikanischen Konzil im Dekret über die Religionsfreiheit "Dignitatis humanae" gemäß ihrem eigenen Selbstverständnis von den christlichen Wurzeln her erneuert, auch wenn sie dabei manche Sekundärtraditionen aufgegeben hat. Dem Islam sei von seinem eigenen Selbstverständnis als religiös-politisches Gesamtsystem eine solche prinzipielle Unterscheidung der Sphären des Politischen und Religiösen bis jetzt nicht möglich gewesen, auch wenn es in der Geschichte Bespiele bemerkenswerter Toleranz gegeben hat.

Das Buch ist anspruchsvoll, jedoch interessant und lohnenswert zu lesen. Es verhilft zu einem besseren Verständnis der Gegenwart und geht grundsätzlichen Anfragen nicht aus dem Weg.
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TOP 1000 REZENSENTam 6. März 2014
Prof. Rhonheimer (katholischer Priester und Professor für Ethik und politische Philosophie an der päpstlichen Universität Santa Croce in Rom) zeichnet in diesem Buch den durchaus beschwerlichen und steinigen Weg des Okzidents der vergangenen 2.000 Jahre.
Ein Weg, der durch die spannenden Relationen, die aus dem Dualismus zwischen "weltlich-politischem Machtanspruch" auf den Menschen und dem "pastoral-theologischen Anspruch" des Christentums herrühren, wesentlich über viele Verästelungen geprägt worden ist.
Prof. Rhonheimer zeigt, dass gerade dieser Dualismus zwischen
-> staatlicher Macht, die den ganzen Menschen für sich vereinnahmen will, dadurch willkürlich im Sinne der staatlichen Macht instrumentalisieren möchte und als Eigentum, als Handlungsmasse der weltlichen Macht beansprucht;
und
-> dem Christentum, welches diesen totalen Macht- und Eigentumsanspruch an den Menschen zurückweist, denn der Mensch ist nicht das Eigentum irgendeines anderen Menschen (auch keiner Regierung) und in moralischen/ethischen Fragen letztendlich an die göttlichen und nicht an die weltlichen Gebote gebunden.

Erst durch diesen Dualismus - weltlich-staatliche Macht versus Christentum - ist der Weg des Okzidents zu Freiheit und Pluralismus ermöglicht worden. Oder, wenn man so will, durch die Sturheit der kirchlichen Autoritäten (Papst etc.), die ihren Anspruch auf das Seelenheil des Menschen nicht aufgegeben haben und gegen die weltlichen Mächte (Kaiser, König, Fürsten etc.) zu behaupten hatten, wurde es möglich, dass der Okzident in gesellschaftlicher, politischer und wissenschaftlicher Hinsicht den Weg hin zu Aufklärung, Moderne, Pluralismus und Freiheit gehen konnte. Dies ist in den orientalischen Herrschaftsgebieten (oftmals Riesenreichen) nicht der Fall gewesen, ja konnte dort in der abendländischen Form auch nicht gelingen.
Daraus folgt, dass sich der säkulare Staat und das Christentum bedingen, trotz aller Spannungen, welche die Beziehungen der beiden Spähren begleiten, gerade diese Spannungen zeitigten sich oftmals als schöpferisch-vorteilhaft.
Daraus kann auch gefolgert werden - unter Anlehnung an das schöne Bild mit dem Baum, welches Prof. Rhonheimer zu Beginn des Buches malt -, dass der säkulare Staat sich selbst zerstören wird, wenn gewisse Kräfte (lautstrake Strömungen und Meinungen) tatsächlich das Christentum als Gegenpart zur Staatsgewalt zerstören würden.

Fazit: Ein sehr schönes, ein ausgezeichnetes Buch eines katholischen Gelehrten, der fein differenziert zeigt und sorgfältig ausarbeitet, dass der Weg des Okzidents hin zu Freiheit und Pluralismus ohne das Christentum nicht möglich gewesen wäre und auch zukünftig nicht möglich sein wird - also, dass z. B. das Augustinus-Zitat in der Papst-Rede vor dem deutschen Bundestag voll zutrifft!
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am 23. August 2012
Es gibt viele Gründe, dieses Buch zu lesen, „sich von seinen Thesen und Argumenten in Zustimmung und Kritik anregen und herausfordern zu lassen und ihm weite Verbreitung zu wünsche“, schreibt Ernst-Wolfgang Böckenförde in seinem Vorwort (S. 12–13). Dieser Auffassung kann ich mich nur anschließen. Es handelt sich um einen substantiellen katholischen Beitrag zum Thema Christentum und säkularer Staat aus der Feder eines herausragenden Gelehrten.
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am 31. Mai 2013
Martin Rhonheimer hat mit seinem Buch "Christentum und säkularer Staat" ein künftiges Standardwerk zum Verhältnis von Kirche und Staat vorgelegt.

Dieses Werk sollten sowohl die deutschen Bischöfe gründlich lesen, die in der Mehrzahl reichlich verstört auf die Forderung einer Entweltlichung der Kirche von Papst Benedikt XVI. reagiert haben, als auch die Vertreter eines laizistischen Integrismus, deren kirchenfeindliche Agitation die Zerstörung des Pluralismus in den westlichen Gesellschaften vorantreibt.

Die Position des "katholischen Liberalen" Martin Rhonheimer ist nicht mit den wertrelativistischen Positionen der "liberalen Katholiken" zu verwechseln.
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am 7. Oktober 2015
Rhonheimer betont in diesem Buch zurecht, dass die Autonomie der Politik von der religiösen Autorität eine bedeutende Errungenschaft ist. Ebenfalls richtig ist, dass diese Autonomie in der Geschichte des Westens mühsam erkämpft werden musste.

Allerdings muss gesagt werden: der Rechtsstaat benötigt ein ethisches Fundament. Die Autonomie von Politik und Markt geht nicht so weit, dass dieses Fundament selbst zur Disposition stünde. Der Autor dieses Buches vertritt jedoch in anderen Werken überaus problematische Thesen, die gerade dieses Fundament untergraben: etwa die, dass der Arbeiter kein unbedingtes Recht auf einen existenzsichernden Lohn hätte (‘Pacem in terris – the first human rights encyclical’, s. 128 (online verfügbar)); oder die, dass es kein „right to corrections of the outcome of market processes by redistributive measures“ zu Gunsten der Armen gäbe (‘Capitalism, free market economy, and the common good‘, In Schlag / Mercado: Free Markets and the Culture of the Common Good, S. 16).

Die Menschenwürde verlangt jedoch, dass jedem das existenznotwendige zugeteilt wird, insbesondere gebührt jedem Arbeiter ein Lohn, der ihm und der Familie die Existenz absichert. Eine solide Sozialethik darf von derartigen fundamentalen Prinzipien der Ethik (die übrigens auch eindeutig von der Kirche gelehrt werden) nicht absehen, will sie nicht in einen tiefen Relativismus verfallen. Leider werfen diese Aspekte von Rhonheimers Ethik kein gutes Licht auf die, eigentlich sehr liberal und sympathisch klingende, Botschaft dieses Buches.

Fazit: dieses Buch ist streckenweise sehr lesenswert, aber im Lichte des oben gesagten doch mit Vorsicht zu genießen.
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am 19. Dezember 2012
Die Problematik von Christentum und säkularem Staat hat mich schon immer interessiert, doch ich habe bisher nichts zu dieser Thematik gefunden. Die Thematik ist uferlos, doch die Diskussion darüber dürfte sehr fruchtbar werden. Da von einem Katholiken geschrieben, dürften die evangelischen Christen ihre Vorbehalte anmelden. Die "Liberalen" dürften anmerken, dass in dieser unsicheren Welt eben doch noch der Staat das Sicherste sei, denn dieser hat immerhin Divisionen, während der Pfarrer keine hat.
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