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am 5. Oktober 2015
Sehr kenntnisreiche, umfassende, spannend geschriebene und durch die richtigen Unterscheidungen der Ebenen und Fragen insgesamt sehr erhellende Auseinandersetzung mit der Gottesfrage in Geschichte und Gegenwart.
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am 12. Mai 2012
Vorweg eine Bemerkung in der ersten Person: ich halte Schröders Buch für eine schlagende und zwingende Widerlegung von Dawkins biologistischen Atheismusthesen. Ich verstehe nicht (auch das ist eine persönliche Bemerkung), wie man Schröders Buch lesen und verstehen - und danach Dawkins noch plausibel finden kann. Dennoch befürchte ich, dass es dem Buch nicht gelingt, eingefleischte Dawkinsjünger zu bekehren. Denn darin stimme ich Schröder in einer der zentralen Thesen dieses Buches zu: es handelt sich bei dem von Dawkins vorgetragenen Weltbild um eine letztendlich totalitäre Theorie.
Der Nachweis gelingt dem Autor spielend und mit der schriftstellerischen Leichtigkeit des Essayisten: es handelt sich bei Dawkins um eine materialistische Weltdeutung, die vergessen hat, dass sie eine Deutung ist. Sie ist schlechte Metaphysik, die sich selbst als Wissenschaftlichkeit missversteht. Da dies die Grundthese ist, ist der Fokus des Buches auch nicht die Widerlegung der Theismus-Thesen Dawkins (was ja an diversen Stellen durch unterschiedliche Autoren geleistet wurde, etwa William Lane Craig oder Heinzpeter Hempelmann), sondern die schlichte Frage: wie um alles in der Welt kommen Leute wie Dawkins darauf, dass die physikalische oder biologische Beschreibung der Welt die in irgendeiner Weise allumfassende oder vollständige sein sollte? Weshalb sollte sie die einzig gültige sein und jene, die über die Gültigkeit aller anderen urteilt?
Ein simples, aber schlagendes Beispiel des Autors: Ein Kind fällt in den Brunnen. Passanten fragen: 'wie konnte das passieren?!' Die Antwort des biologistischen Alleserklärers 'ganz einfach: Gravitation!' würde als schlechter Scherz verstanden. Denn es ist völlig klar: die Frage der Passanten zielte auf ganz Anderes ab als auf die newton'schen Fallgesetze (etwa die Frage nach der Verantwortung, Aufsichtspflicht etc.). Während uns in unendlich vielen Alltagssituationen absolut klar ist, dass die physikalische oder biologische Beschreibung eines Vorgangs noch relativ garnichts Lebensrelevantes für uns aussagt, trauen manche Atheisten erstaunlicher Weise eben dieser Beschreibungsebene zu, die letzten und umfassendsten Fragen nach dem Sinn und letzten Ursprung von überhaupt ALLEM erschöpfend zu beantworten.
'Neuer Atheistmus' ist folglich weder besonders aufgeklärt und besonders intelligent, noch besonders neu: der in der DDR aufgewachsene Autor sah die von Dawkins geforderte Befreiung von der Religion bereits vorbildlich im Staatssozialismus vorgelebt. Deshalb stellt er auch die wohl sehr berechtigte Gretchenfrage: wenn Religion der Wahn und Atheismus die Heilung ist - weshalb endete der einzig konsequente Versuch seiner Durchsetzung in praktisch allen kommunistischen Staaten in alles andere als paradiesischen Zuständen?
Atheismus ist sowohl als Begründung unserer Weltsicht als auch als Grundlage für eine menschliche Gesellschaft völlig defizitär. Konsequent durchgesetzt wird er auf lange Sicht stets jene Früchte hervorbringen, die Millionen im Kommunismus erleben und erleiden mussten.
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am 20. Juni 2016
Bei der Diskussion, welchen Wert Religionen, insbesondere die drei großen monotheistischen Religionen, zur Erklärung der Welt beitragen können, spielt der Gotteswahn eine wichtige Rolle. Natürlich folgen sofort dutzende Gegendarstellungen aus christlicher Sicht. Für die religiöse Seite ist Dawkins ein blinder Fanatiker, der jegliche Toleranz missen lässt. Nun darf man gern über das Maß der Polemik in Dawkins Gotteswahn diskutieren, aber sollte man sich nicht intensiver den sachlichen Argumenten zuwenden?

In "Abschaffung der Religion? - Wissenschaftlicher Fundamentalismus und die Folgen" greift der Theologe Schröder Dawkins Weltbild, dass die Naturwissenschaften allein die Welt erklären könnten. Aus meiner Sicht macht er dabei einen großen Fehler, er unterstellt den Wissenschaften fundamentalistisch zu sein? Natürlich können einzelne Vertreter sich in Theorien versteigen, die effektiv nicht mehr haltbar sind, aber das ist nicht das Wesen der modernen Naturwissenschaften. An einer kleinen Geschichte will ich das prinzipielle Vorgehen bildlich machen. Als der Priester und Naturforscher Georges Lemaître seine Urknalltheorie vorstellte, monierte Einstein die schlechte Physik, die sich dahinter verberge. Die Urknalltheorie wurde aber durch experimentelle Untersuchungen bestätigt und die bisherige Auffassung eines konstantgroßen Universums widerlegt. Einstein wurde fortan einer der eifrigsten Befürworter der Urknalltheorie. Die Naturwissenschaftler gehen in Ihrem Fachgebiet streng naturalistisch vor. Egal, ob sie Lemaître, Newton, Heisenberg, Lesch heißen und sich als Christen bezeichnen. Nirgendwo schleudert Gott den Mond um die Erde oder spielt mit dieser Kreisel. Wenn eine Theorie durch eine bessere widerlegt wird, dann wird diese sich durchsetzen und die alte verworfen! Dazwischen herrscht ein leidenschaftlicher Diskurs. Das ist Fundamentalismus?

Nun darf man die Frage stellen, kann die Naturwissenschaft alles erklären? Derzeit nicht. Nur behauptet das die Naturwissenschaft auch nicht. Kann die Naturwissenschaft prinzipiell alles? Warum nicht? Welche Grenzen soll es geben? Soll die Naturwissenschaft an einem Wesen Gott scheitern? Warum? Weil die Theologen dem Gottesbegriff keine nachvollziehbaren Eigenschaften zuordnen? Weil die Theologen dem Gotteswesen keine nachvollziehbaren Wirkungen zusprechen? Aus meiner Sicht stecken die Theologen hier in einem Dilemma, würden Sie diese Eigenschaften und Wirkungen eindeutig zuordnen, so wäre die Naturwissenschaft nämlich in der Lage Aussagen zu treffen, die natürlich jederzeit widerlegt werden könnten(siehe oben).

Schröder versucht, Dawkins auf eigenem Terrain zu schlagen und greift die Evolutionstheorie an. Jene beschreibt die Entstehung der Arten und die natürliche Selektion. Die ständig auftretenden Mutationen, sonst würden wir alle gleich aussehen, bewirken eine Veränderung der Eigenschaften. Durch die sich immer wieder verändernden Umgebungsbedingungen setzen sich jene Arten durch, die am besten angepasst sind. In der Evolutionsgeschichte gibt es mehrere gigantische Katastrophen mit Massensterben, am bekanntesten wohl das Aussterben der Dinosaurier. Schröders Aussage, dass bei der Evolutionstheorie der Stärkere überleben würde, ist schlicht und einfach falsch! Wenn er sich auf fremdes wissenschaftliches Gebiet wagt, so sollte er schlicht und einfach wenigstens dessen Grundlagen beherrschen. Vielleicht wäre es auch ausreichend, sich Darwins Ausspruch "survival of the fittest" von einem Profi übersetzen zu lassen. Getragen von diesem Unwissen oder Mutwillen zieht Schröder dann Vergleiche zu den Nazis. Nun kann man nicht leugnen, dass sich Wissenschaftler auch aus verschiedenen Gründen einspannen lassen, um Irrlehren zu verbreiten, aber das ist nicht das Wesen der modernen Wissenschaft. Hier spielt die wissenschaftliche Ethik eine Rolle. Gibt uns die christliche Religion hier einen Leidfaden an die Hand? Diese Frage sollte jeder für sich selbst beantworten. Bedacht werden sollte hierbei auch die historische Rolle des Christentums und für Wissenschaftler die wissenschaftliche Basis hierfür. Mich verwundert es, dass Schröder eine Verbindung zwischen Dawkins und jenen, die der Kirche im Osten Deutschlands vorwerfen, den Sozialismus gestürzt zu haben, herstellen will. Ist das nicht billige Polemik, die vollkommen am Thema vorbeigeht?

Als Physiker finde ich es interessant, wenn Schröder behauptet, dass die moderne Physik dem Atheismus das Fundament zerschlagen hätte. Wo bitte? In der Quantentheorie? Diese verbindet den Teilchen- und den Wellencharakter der Materie miteinander. Folglich weist sie Analogien zur Mechanik und Elektrodynamik auf. Als Resultat entsteht eine Wahrscheinlichkeitsaussage, aus der man die Heisenbergsche Unschärferelation herleiten kann. Alles ohne die Hand Gottes, aber die war ja bei Maradonna im Spiel... Natürlich gibt es noch viele dunkle Flecken, die erhellt werden müssen, aber nirgendwo konnte die Hand Gottes eine plausible wissenschaftliche Erklärung liefern. Hier hat sich Schröder, für einen Professor aus meiner Sicht unverständlich, zu weit aus dem Fenster gelehnt und ist grandios abgestürzt.

Sicherlich kann man Dawkins vorwerfen zu polemisieren und zu vereinfachen, aber ist der Gotteswahn als wissenschaftliche Lektüre gedacht oder soll er nicht ein breites Publikum erreichen? Verfährt Schröder nicht ebenso? Der Hauptunterschied zwischen Schröders religiösem und Dawkins säkularem Weltbild liegt meiner Meinung darin, dass Schröder auf komplizierte Sachverhalte einfache Lösungen geben will. Dawkins und die Atheisten akzeptieren allerdings, dass es nicht DIE Antwort auf komplizierte Fragestellungen gibt und, dass man sich nur langsam an eine Antwort annähern kann.
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am 17. August 2011
Ich habe mir dieses Buch gekauft um eine Gegestimme zu Dawkins "Gotteswahn" zu hören. Ich empfand dieses Buch als polemisch und vor allem unstrukturiert. Alleine Zweifel an Dawkins "Memtheorie" sind mir gekommen.

Ich hätte mir einen deutlicheren Stil gewünscht. Er mag sich über Hunde auslassen, die "Gewicht" riechen und darüber Wortspiele betreiben ob Dawkins wirklich kein Dualist ist. Eine Hieb- und Stichfeste Gegenagumentation gegen den Atheismus ist dieses Buch aber nicht. Beim lesen hatte ich nie das Gefühl, etwas neues gelernt zu haben, was mich in der Debatte um die existenz eines Gottes weiterbringt.

Zudem sollte der Autor den Beititel "Wissenschaftlicher Fanatismus und die Folgen" ändern. Ich denke nicht, dass der Autor hier einen Fanatismus meint, der wissenschaftlich ist (Wie soll es den auch geben?). Sondern eine Wissenschaft, der er Fanatismus vorwirft.
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am 2. Oktober 2009
Nach Richard Dawkins' "Der Gotteswahn" war dieses Buch nach den hier gelesenen Rezensionen fast ein Muß für mich. Aber schon nach wenigen Seiten wurde mir klar, dass Richard Schröder den Argumenten Dawkins' nichts entgegenzusetzen hat. Das mehr oder weniger oberflächliche Geplänkel um das immer wieder "anzitierte" Dawkins-Buch und das Thema Religion gipfelt in einem Fazit, das meine negative Meinung über dieses Buch und die oberflächliche Theologie des Autors manifestiert: "Juden und Christen werden von der Frage beunruhigt: wie kann Gott das Böse zulassen? Wer dieser bohrenden Frage wegen Gottes Existenz negiert, wird von einer anderen Frage beunruhigt: wie ist das Gute möglich, wenn die gott-lose Natur dem unbarmherzigen Gesetz der Natur folgt? Dawkins gibt zwei Antworten: Der Atheismus sei eine lebensbejahende, also optimistische Weltanschauung. Das halte ich für Kitsch. Wir müssen den reinen Altruismus erschaffen. Das halte ich für Krampf. Ich sehe das so: warum es das Böse gibt - du, Gott weißt es, ich nicht. Ich weiß nur, dass es nach deinem Willen nicht sein und mich nicht beherrschen soll. Gib mir bitte so viel Verstand, dass ich erkenne, was ich meiden sollte." (S.223f) So ist das Buch in seinem ganzen Verlauf: Durchaus existenzielle Fragen werden nicht beantwortet. Wie von einer Kanzel "sieht man es so" und ergibt sich in Gottes wohlmeindende Hand. Gerade der Theologe, der sich so wie Schröder auf eine Diskussion mit der atheistischen Gegenseite einläßt, müßte seinem Publikum Antworten geben, die hieb- und stichfest sind. Nur kommen diese Antworten nicht. Gott gibt keinen "Verstand", und etwas für "Kitsch" oder "Krampf zu halten", mag als Meinung des Autors zu akzeptieren sein, hat aber mit der Realität herzlich wenig zu tun. Und so ist dieses Buch zwar eine nette Sammlung von Haltungen und Meinungen, nicht aber von untermauerten Tatsachen. Schade!
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TOP 500 REZENSENTam 25. Dezember 2009
Es gibt wenige Bücher, die in den vergangenen Jahren mit so viel Eifer diskutiert worden sind wie Der Gotteswahn des in Oxford lehrenden Evolutionsbiologen Richard Dawkins. Es war und ist dabei schwer bis unmöglich dem Werk neutral gegenüberzustehen. Dawkins wütende Attacken gegen das Konzept des Religiösen im Allgemeinen sowie den drei monotheistischen Weltreligionen im Besonderen evozieren entweder begeisterte Zustimmung oder aber wütenden Protest. Für religiöse Menschen spricht hier der zornige Vertreter eines kalten und entmenschten Atheismus, der in seinem Kampf gegen Götter und Religionen denselben fundamentalistischen Eifer an den Tag legt wie Bush jr, Bin Laden & Co. Seine Fans sehen in Dawkins die Stimme der Vernunft in einer Welt, die sich wieder mehr und mehr den in weiten Teilen infantilen und inhumanen Mythen und Dogmen der Religionen zuwendet. Der Theologe und Philosoph Richard Schröder wendet sich in seinem Buch "Abschaffung der Religion? - Wissenschaftlicher Fundamentalismus und die Folgen" heftig gegen Dawkins Weltbild und vor allem gegen das von ihm propagierte Welterklärungsmonopol der Naturwissenschaften.

Schröders Darstellung ist einerseits eine Abrechnung mit der von Dawkins im Gotteswahn dargelegten Weltsicht verbunden mit seinen eigenen Überlegungen zu Bedeutung und Sinn von Religionen. Dabei versucht er des Öfteren, Dawkins und seine Sicht der Evolutionslehre zu diskreditieren, indem er völlig falsche und polarisierende Vergleiche wie den folgenden zieht: "Auch nach Dawkins ist die wirkliche Welt ein Schlachtfeld, auf dem nur der stärkere überlebt [...]. Ähnliches haben die Nazis mit biologischen Argumenten behauptet und die Rassenfeinde bekämpft" (17). Dieses "Argument" ist schlicht und einfach lächerlich und es wundert mich, dass ein hochdekorierter Professor sich dazu herablässt, es gleich zu Beginn seines Buches zu reproduzieren. Es beginnt bereits damit, dass Darwins Satz vom "survival of the fittest" korrekt eigentlich mit dem "Überleben des Bestangepasstesten" übersetzt werden müsste und niemals auf den von Menschen an anderen Menschen begangenen Massenmord bezogen werden kann.

Auch an anderen Stellen verwendet Schröder völlig unangebrachte Vergleich, die mit einer sachlichen Behandlung des Themas nichts zu tun haben: So schreibt er: "Es [Dawkins Buch, M.D.] hat auch im Osten Deutschland nicht wenige Leser gefunden, darunter sicherlich auch diejenigen, die den Kirchen in der DDR vorwerfen, dem großartigen Menschheitsexperiment Sozialismus in den Rücken gefallen zu sein" (84). Das ist wiederum kein Argument, sondern billige Polemik. Genauso unsinnig wäre es zu behaupten, dass viele Menschen, die von Hitler begeistert waren, ja schließlich auch die Bibel gelesen hätten.

Schröder wirft Dawkins, sicherlich nicht zu Unrecht, Polemik und grobe Vereinfachung vor. In weiten Teilen seiner Darstellung verfährt er aber nach demselben Muster. Grundlegende Unterschiede zwischen Schröder und Dawkins säkularen Weltbild werden deutlich, wenn Schröder über die Berechtigung der traditionellen Religionssysteme als Sinnstiftungsmaschinen sagt: "Möglicherweise verstehen manche diese Tendenzen der Entindividualisierung als zusätzlichen Freiheitsgewinn. Es droht dabei aber die Gefahr einer Überlastung des Individuums durch Dauerreflexion" (102). Hier formuliert Schröder prägnant einen Hauptunterschied zwischen religiösen und säkular-atheistischen Menschen. Wohingegen Religionen einfache Antworten auf die komplexe Frage nach dem Sinn menschlicher Existenz in einem als riesig und sinnlos empfundenen Universum liefern, akzeptieren Atheisten, dass es auf diese Frage nicht die eine allselig machende Antwort gibt, sondern dass jeder für sich einem Sinn konstruieren muss durch die von Schröder so verdammte "Dauerreflexion". Unvergesslich formulierte Sartre dieses grundlegende Merkmal menschlicher Existenz in dem Satz: "[W]ir sind zur Freiheit verurteilt" (Das Sein und das Nichts, S. 838).

Fazit: Schröders Buch ist für alle an der Diskussion Interessierten sicherlich zu empfehlen. Allerdings benutzt er auch die schlichten Mittel, für die er Dawkins so attackiert: Polemik, unsachliche Vergleiche und grobe Vereinfachungen.
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am 29. Dezember 2011
Dawkins wird von vielen Seiten immer wieder Polemik und unseriöses Vorgehen vorgeworfen. Doch hier ist es Schröder der Dawkins aus dem Zusammenhang reißt und unseriös behandelt. Er zitiert nicht richtig und zeigt offen wie wenig er von Wissenschaft und Atheismus versteht. Über das ganze Buch hinweg wirkt er wie ein gekränktes Kind, dass motzig auf eine Beleidigung reagiert.
Ich war schwer enttäuscht. Überhaupt nicht lesenswert!
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am 29. März 2011
Der Berliner Theologieprofessor Richard Schröder gibt eine Antwort auf das Buch "Gotteswahn" von Richard Dawkins.
Er antwortet dem Oxforder Professor sachgerecht, engagiert, leidenschaftlich, aber nicht humorlos oder gar respektlos.
Es hat mir großen Spaß gemacht, beide Bücher zu lesen, denn sie beschäftigen sich ernsthaft mit einer Grundfrage der Menschheit: Gibt es einen Gott, sind Religionen mehr als nur erdachte Konstrukte?
Dawkins arbeitet in seinem Buch gegen theistische Religionen viele sehr ernstzunehmende Argumente heraus. Und es ist eine große Herausforderung für einen gläubigen Menschen, darauf angemessen zu reagieren.
Schröder meistert diese Herausforderung.
Er antwortet Dawkins auf allen Ebenen: Der Theologie, der Ontologie, der Soziologie und der Anthropologie.
Am stärksten wird Schröder, wenn er Dawkins Position des wissenschaftlichen Atheismus kritisiert, der längst selbst religiöse Züge angenommen hat.
Wo Dawkins freilich eher amerikanische christliche Fundamentalisten mit ihren teilweise abstrusen Theorien kritisiert, kann Schröder aus einem Fundus schöpfen, den Dawkins nicht erlebt und deshalb auch leider nicht im Blick hatte: dem kommunistischen Atheismus mit all seinen erschreckenden und tödlichen Folgen für Millionen Menschen. Mit dem Hinweis auf den bereits praktizierten Versuch, wissenschaftlich fundierten Atheismus als Staatslehre zugrunde zu legen, trifft er auch die größte Schwäche des "Gotteswahn", nämlich dem Glauben, Atheismus sei die bessere, weil nicht missbrauchbare Weltanschauung.
Aber auch die Themen "Verantwortung", "Hoffnung", "Wahrheitsanspruch" werden von Schröder tiefgründig behandelt.
Gleichzeitig liest sich das Buch flüssig, spannend und enthält eine Menge zitierfähiger Sätze.

Ich wünschte, Dawkins hätte die Kraft und die Muße, darauf in gewohnter Schärfe und Klarheit zu antworten. Es würde sich lohnen. Leider muss er sich vermutlich mit viel dümmeren und verletzenden Schriften auseinandersetzen, die nur einen Vorteil haben: Sie sind auf englisch, statt auf deutsch geschrieben.
So wird wohl diese kluge Antwort auf sein Buch von ihm selbst ungelesen bleiben.
Hoffentlich aber nicht von vielen Deutschen!
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am 5. Februar 2010
Wenn Schröders Buch aus dem Bedürfnis heraus geschrieben wurde, Dawkins' "Gotteswahn" etwas entgegenzusetzen, dann ist das Unternehmen meines Erachtens gründlich daneben gegangen. Der Autor kann den brillanten Formulierungen Dawkins' so gut wie nirgends auch nur annähernd gleichwertig Paroli bieten. Er ist offenbar auch nicht in der Lage, strukturierte Gedanken zu einzelnen Themen zu entwickeln. Ständig kommt der Autor vom hundertsten ins tausendste, konstruiert infantile Vergleiche und landet prompt bei der Stasi und der DDR, deren Nähe zum Atheismus er schon am Anfang des Buches feststellt. Es fiel auch auf, dass der Autor gern sehr kurze Zitate aus dem "Gotteswahn" benutzt, diesen dann seine eigene Vermutung darüber beifügt, was der Autor wohl gemeint haben könnte, um dann seitenlang dagegen zu polemisieren. Man nennt es wohl Strohmanndebatte.
Zur Form ist zu sagen, dass der Text über weite Strecken, besonders zum Ende des Buches hin, zu einem zähen Brei verkommt, den ich beim Lesen teilweise als Zumutung empfand.
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am 29. Dezember 2010
Wieder ein Theologe, der über Wissenschaft schreibt. Das sagt eigentlich schon alles.
Da nützen ihm seine Doktortitel leider auch nichts.

Wissenschaft sollen Wissen schaffen und vermehren, nicht Glauben an irgendwelche Dogmas (religiöser Art). Eine (wissenschaftliche) Theorie stellt eine Behauptung auf, die falsifiziert werden kann. Das hat nichts mit Fundamentalismus zu tun.

Glauben kann ich auch an meine drei Feen, in meinem Garten, die nur ich sehen kann. Das bringt aber niemandem irgendetwas.

Geld- und Zeitverschwendung sich dieses Buch zu kaufen. Themaverfehlung, setzen, Note 6!
1414 Kommentare| 24 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich? Missbrauch melden