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Kundenrezensionen

3,2 von 5 Sternen
8
Bescheidenheit - für eine neue Ökonomie
Format: Gebundene Ausgabe|Ändern
Preis:12,90 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime


am 14. Oktober 2013
Ein kleines Buch, das aus Interviews des Journalisten Roman Chlupaty mit Tomas Sedlacek und David Orrell besteht. In einer Art Frage-und-Antwort-Spiel werfen sich die drei Teilnehmer die Bälle zu.

Sedlacek stellt in Frage, dass sich die Wirtschaftswissenschaftler vorrangig damit beschäftigten, wie sich das Bruttoinlandsprodukt steigern lasse. Drei Prozent Wachstum würden bejubelt, selbst wenn die Steigerung mit neun Prozent Verschuldung erkauft werde. Die Zuverlässigkeit von Prognosen schätzt er in der Wirtschaft ähnlich hoch ein wie beim Wetterdienst. Er folgert, dass die Wirtschaft sich stabiler entwickeln könnte, wenn man künftig ganz auf alle Vorhersagen und auf stetes Wirtschaftswachstum verzichtete. Die Ökonomie sei ein Glaube wie jeder andere und basiere auf der falschen Annahme, dass Menschen rational seien

Orrell, Experte für mathematische Modelle, registriert, dass Ökonomen heute vor allem Zahlen und mathematische Modelle fabrizieren, die mit der Realität wenig gemein haben. Die Ökonomie solle darauf beschränken, Vergangenes zu erklären, damit sich Fehlentwicklungen nicht wiederholten. Die Wirtschaftswissenschaft sei nun einmal keine Naturwissenschaft. Niemand habe zum Beispiel die aktuelle Finanzkrise vorhergesagt.

Der Titel "Bescheidenheit" führt in die Irre, denn außer bei der Infragestellung ständigen Wirtschaftswachstums, kommt er in diesem gerade einmal 100 Seiten kleinen Quartheft nicht vor, das sich letztlich nur als Transskript eines akademisches Gesprächs erweist und nicht im Entferntesten zu vergleichen ist mit Sedlaceks großes Buch über "Die Ökonomie von Gut und Böse".
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am 15. September 2016
David Orrell geht in diesem Gespräch fast ein bisschen unter, und wer bereits mehr von Tomas Sedlacek gelesen hat, weiß, warum. Sedlacek ist immer ein bisschen selbstverliebt und mag augenscheinlich, was er sagt. Und warum auch nicht!? Fakt ist: er hat recht. Fakt ist: er erklärt seine alternative Sicht der Ökonomie verständlich und unterhaltsam. Fakt ist: ich lerne aus wenigen Büchern so viel wie aus denen Sedlaceks. Daher uneingeschränkt 5 Sterne!
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am 17. April 2013
Im Vergleich zu die Ökonomie von Gut und Böse ist das ein kleines Leseheftchen das den Preis nicht rechtfertigt. habe mir da mehr erwartet. Macht den Eindruck, dass man auf der Welle des vorigen Buches noch ein bisscehn weitersegeln wollte
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am 16. April 2014
Dieses Buch erweckt mit seinen 120 Seiten im Hardcover-Kleinformat den Eindruck, als wollten der tschechische und deutsche Verlag den Beststeller-Nimbus des Tschechen Tomás Sedlácek („Ökonomie des Gut und Böse“) und des Kanadiers David Orrell („Economyths“) nutzen, um Umsatz mit einem kleinen Büchlein zu machen, das sich für eine schnelle Lektüre oder als Geschenk für Vielbeschäftigte und an Wirtschaft Interessierte eignet. Der Titel des kleinen Bändchens klang auch für meine Ohren interessant: Bescheidenheit und neue Ökonomie sind offenbar die Schlüsselbegriffe.

Aber, ich war nach der Lektüre enttäuscht: das Buch ist zwar zügig lesbar und enthält einige interessante Aspekte, insbesondere die Kritik an mathematischen Modellen der Ökonomie, die die Krise nicht vorhersagen konnten. Ich hätte mir aber eine noch striktere Redaktion der Texte und Aussagen gewünscht. Tatsächlich unterhalten sich Tomás Sedlácek und David Orrell - moderiert von Roman Chlupatý - über Krisen, Werte und Mathematik in der Ökonomie, Wahrheit der (ökonomischen) Modelle und Macht in der bzw. über die Ökonomie. Beim Lesen hatte ich immer wieder die Spontaneität eines Radiogesprächs vor Augen und mir gelegentlich etwas ausführlichere Erläuterungen statt der knappen Anspielungen gewünscht.

Erst ein editorischer Hinweis zum Schluss des Bändchens (S. 119) gibt an, dass das Gespräch im englischen Oxford für eine Radiosendung aufgezeichnet wurde und die Bearbeitung in Buchform eine neue Reihe des Prager Verlags 65.pole eröffnet. Diesen Hinweis auf die Zweitverwertung eines Radiogesprächs hätte ich mir auf den Klappentext gewünscht – er wäre dann vermutlich auch in den Buchankündigungen aufgetaucht.

Mich überzeugt der als Buch redigierte Mitschnitt einer Radiokonversation so nicht. Außerdem hätte ich mir die Entwicklung der These zu einer Ökonomie der Bescheidenheit klarer entwickelt gewünscht. Erst auf Seite 103 stellt Tomás Sedlácek fest: „Befreien wir uns vom Götzendienst der BIP-Statistik! Seien wir bescheidener! Lasst uns damit aufhören, ständig zu versuchen, auf erkünstelte Weise genau zu sein!“

Das Buch ist lesenswert - aber nur bei bescheidenen Erwartungen.
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TOP 500 REZENSENTam 14. Juni 2016
Die Finanzkrise liegt einige Jahre schon zurück. Sie hallt in uns nach. Wir wissen, dass eine nächste Krise so unwahrscheinlich nicht ist. Oder haben wir uns schon zu sehr an die Updates von Um- und Neuverschuldung gewöhnt?

Man soll von einem verschriftlichten Radiointerview nicht zu viel erwarten. Etwa, dass die beiden Bestseller-Autoren da so viel reinpacken können wie in ihre Bücher („Die Ökonomie von Gut und Böse“ und „Economyths“). Ich sollte hinzufügen, dass ich mir das Büchlein für eine aufmerksame wie auch vergnügliche Nachmittagslektüre ausgewählt habe.

Meine erste Frage, die mich interessierte, lautete: Was kritisieren die Autoren am Umgang mit der Finanzkrise? Substanziell gibt es da eine herbe Kritik: Sie hätte noch nicht gereicht, um uns zum Umdenken und anderen Handeln zu zwingen. Es sei ähnlich einer Person, die Zahnschmerzen habe und diese mit einem Schnäpschen betäube. Korrekturen am bisherigen System und noch engere Regulatorien genügen also nicht. Systemkritik ist angesagt.

Wo setzt die Grundsatzkritik an? Am Wachstum um jeden Preis. Weshalb kleben wir – so wird wiederholt betont – immer noch an der magischen Zahl des BIP-Wachstums? Diese wird isoliert betrachtet, ohne etwa die Neuverschuldung (ein teurer Preis für das Wachstum) oder die nicht ersetzbaren Ressourcen, die dabei verbraucht werden, dazu ins Verhältnis zu setzen. Warum macht sich kaum jemand darüber, wie unsere Welt und die Wirtschaft in 100 Jahren aussehen soll? Wachstum ist Ausnahmezustand, Gleichgewicht die Regel.

Am meisten Kritik wird an der Zahlengläubigkeit geübt. Die Wissenschaftlichkeit packt den weichen Kern der Vorannahmen in ein hartes Gewand. Er giesst die Wahrscheinlichkeit in eine Zahl. Das sei „mythischer Glaube“ (43). Lässt man die Ausgangsvoraussetzungen weg, krachen die ganzen Modellierungen in sich zusammen. Es fehle eben die Wahrscheinlichkeit der Wahrscheinlichkeiten.
Krisen seien, so eine Schlussfolgerung, keine Gräuel, sondern Bestandteil des Systems. Erst gegen Schluss kommt eine weitere These: Alles sei eine Frage der Macht (106).

Der moderierende Journalist schlussfolgert: Eigentlich gehe ein doppeltes Signal von den beiden Experten aus. Einerseits werde die eigene Unwissenheit eingestanden und gleichzeitig komplexere Systeme gefordert. Vielleicht, so wird gemutmasst, werde Stabilität durch das Absetzen von Voraussagen erreicht. Das Thema des Titels „Bescheidenheit“ wird kaum ausgeführt, höchstens angedeutet.
Als Theologe war ich darüber erfreut, dass Sedlacek die Ökonomie als religiösen Glauben einschätzt und es der Moderne anlastet, dass sie ihre Vorannahmen nicht offenlege (22-23; 80-81). Die vielleicht hilfreichste Frage lautet (sie wird der biblischen Geschichte des Sündenfalls entnommen): „Wer hat euch das gesagt?“

Fazit: Unterhaltsam, ehrlich, ambivalent.
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am 12. Juli 2013
Leider kann man dem schmalen Büchlein nicht allzu viele Erkenntnisse entnehmen. Die berechtigte Kritik an vielen Modellvorstellungen - so auch zum "homo oeconomicus" - bedürfen eines stärkeren Tiefgangs, der mit einem solchen schmalen Bändchen nicht erreicht werden kann. Man sollte hier das Ursprungswerk lesen, auch wenn dieses wiederum den Leser fast an Detailreichtum förmlich erschlägt. Aber das Wirtschaftsgeschehen ist nun einmal sehr komplex, und Millionen von (Wirtschafts-)Wissenschaftlern haben es nicht geschafft, die Finanzkrise mit ihren Modellen vorauszusehen, auch der unsägliche in allen Talkshows daherplappernde Prof. Sinn nicht. Ein Punkt habe ich nicht vergeben, da ich das Grundkonzept von Sedlacek sehr begrüße: Es braucht eine neue Generation von Ökonomen, die die Wirtschaftswissenschaft auf neue Füße stellen. Hierbei sei auch auf das Buch von Graber verwiesen: Schulden. Die ersten 5000 Jahre. Dort führt ein Antropologe die Wirtschaftswissenschaft als teilweise Pseudowissenschaft vor. Viele Konzepte sind so stark vereinfacht und modellhaft, dass sie die wirklichen Verhältnisse nicht mehr beschreiben können.
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am 22. März 2013
In diesem Büchlein diskutieren zwei geniale Köpfe unserer Zeit über eine
neue Ökonomie. Leider sehr skizzenhaft und flach. Beide glänzen durch Belesenheit, ziehen Facetten
aus ihrem Wissensbereich hervor, schleichen um die Kernaussage des Buches, wie die Katze um den
heißen Brei: ja, diejenigen die aus der Ökonomie, vor allem der Finanzindustrie, wie sie uns heute
beherrscht, immense Beträge ziehen, wollen an der Macht bleiben. Sie werden uns weiter verblöden,
uns weiter Märchen und Mythen erzählen und weiter Milliarden kassieren. Es sei denn....
Ja, aber da haben die beiden Interviewten auch keine blasse Ahnung, wie sich denn das Ganze ändern soll.
Gebt den Götzen BIP auf! Schöne Aufforderung. Zuerste müssen ihn aber die Wirtschaftwissenschaftler und
Wirtschaftsmathematiker demontieren, die sitzen seinem Thron näher als zum Beispiel ein Taglöhner in Thailand.
Fangt an! Wir werden euch helfen!
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TOP 500 REZENSENTam 25. Februar 2013
Die Kernaussage im Buch ist wohl: weltweit wird versucht, die derzeitige Finanzkrise mit den Miteln der Vergangenheit zu bekämpfen - das hilft aber diesmal nicht. Zitat: "Wir wissen, dass irgendetwas nicht in Ordnung ist, aber wir denken, dass uns die Medizin, die unsere Großmutter im Garten anbaut, auch ein weiteres Mal hilft."

Was ist aber nun die Medizin, die nicht mehr hilft? Für die Autoren ist dies ganz klar das blinde Vertrauen auf Wachstum, die Annahme, dass man aus der Krise genmeinsam rauswachsen kann. Dies geht aber nicht mehr, weil heute Wachstum des einen immer zu Lasten des anderen geht. Deshalb folgern die Autoren: Befreien wir uns vom Götzendienst der BIP-Statistiken. Wie schon der Buchtitel verrät, rufen sie zu mehr Bescheidenheit auf, damit die Ökonomie nicht mehr unser gesamtes Leben bestimmen kann.
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