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Kundenrezensionen

4,0 von 5 Sternen
57
4,0 von 5 Sternen
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am 28. Juli 2017
Ich hatte gezögert das Buch zu bestellen, ich befürchtete nach einigen negativen Kommentaren ein erneutes und überflüssiges pseudowissenschaftliches Machwerk.Es wurde mir aber schnell klar dass die Kompetenz des Autors über jeden Zweifel erhaben ist (habe selbst eine gewisse "Kompetenz"um das zu beurteilen)Dass man wenn man tief bohrt , kleine handwerkliche Schnitzer nachweisen kann tut dem Wert seiner Argumentation keinen Abbruch.Unzicker überstreicht halt einen extrem breiten wissenschaftlichen Bereich und es ist unmöglich in allem der absolute Experte zu sein.Der Autor sieht halt den Wald und nicht nur die Bäume.Die Kritik am Wissenschaftsbetrieb ist absolut berechtigt und fällt meiner Ansicht nach immer noch zu milde aus. Das empörte Gegeifer seiner Kritiker beweisst nur wie recht er hat! Alles in allem ein sehr gescheites und mutiges Buch.Allerdings setzt es gute Vorkenntnisse voraus, das ist schon etwas ueber Stephen Hawkins-Level.Es ist manchmal nicht klar an welche Art Leser sich Unzicker eigentlich wended.Deshalb ein Pünktchen weniger, ein halber weniger währe besser angebracht ,geht aber leider nicht.
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am 3. Mai 2014
Ein Buch das an der derzeitigen Physik(Wissenschaft) berechtigt zweifelt !? Mir fehlt dazu der Sachverstand, und ich hätte mir eine bessere "Gegenüberstellung" von Annahmen und Fakten gewünscht. Als Freund der Mathematik stehe ich oft den Aussagen von manchen Physikern "erschrocken" gegenüber ;-) -> Wie kannst du "so was" nur behaupten !? Was mir an diesem Buch große Freude bereitet hat ist die Art wie die Kritik "ausgeführt" wird, voll von (vorsichtig formuliert) lustigen Vergleichen.
Auf dem Holzweg durchs Universum ist nach dem Buch Vom Urknall zum Durchknall, das zweite Buch von Unzicker das ich las.
Sie sind beide "gut", aber wenn man eins gelesen hat, reicht das! Zwei davon brauch "es" nicht!
Wer nicht so auf satirischer Ironie abfährt sollte auf Bücher wie -was können wir wissen, von Honerkamp oder -Wie klein ist klein von Ford zurückgreifen, hier wird "schonender und( meiner Meinung nach ) für den Laien informativer geschrieben.
Von mir gibt es 5 Sterne, beachten sie aber bitte-> ich habe (fast) keine Ahnung von Physik!
Es ist einfach der Mut von Herrn Unzicker, der schonungslos versucht aufzuzeigen das String Theorie und Urknall, Dunkel was weis ich den schon Materie-Energie einfach nur auf "Phantasie" beruht.
Dies "belohne ich mit 5 Sternen!
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am 30. Mai 2015
Vielleicht war es voreilig. Aber nachdem ich ein Fünftel des Buches gelesen habe, wurde der Deckel zugeklappt. Warum? Ich habe mich gefragt: Was hat mir das Ganze jetzt gesagt? Was habe ich gelernt?

Die bittere Antwort: Nichts! Das lag nicht zuletzt daran, das ich das meiste nicht verstanden habe. Dies wiederum mag daran liegen, dass ich nur interessierter Laie bin. Kein Physiker, 'nur' anderweitiger akademischer Naturwissenschaftler.

Man könnte es kritisch so formulieren: Es war anmaßend von mir, den Inhalt verstehen zu wollen.

Man könnte auch sagen: Es ist schlecht geschrieben.

Störend beim Lesen waren auch die vielfach eingestreuten Zitate und Aphorismen. Zuviele, wie ich meine. Hatte der Autor nicht selbst genug zu sagen? Wollte er sich mit großen Namen umgeben und schmücken? Ein paar praktische und anschualiche Beispiele wären mir lieber gewesen.

Fazit: Nichts für den Laien!

Ich denke, ich werde mir die Mühe sparen, den Rest zu lesen. Vielleich haben echte Physiker ja mehr Freude an 'dem Ding'.
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am 18. Oktober 2012
Unzicker betrachtet die Entwicklung der Physik der letzten ca. 70 Jahre, wobei seine Kritik nicht die eines Wissenschaftsgegners, sondern die eines überzeugten und kompetenten Physikers ist. Und der, wenn auch oft polemisch und provokant in der Darstellung, der Physik nützen möchte und wohl auch davon überzeugt ist, dass sie von ihren Abwegen oder "Holzwegen" - an denen man nach der Lektüre nicht mehr zweifeln mag - wieder zurückfinden kann.

Dies ist das zweite Buch von Dr. Unzicker. "Vom Urknall zum Durchknall" behandelt zwar die gleiche Thematik, manche Details überschneiden sich, insgesamt ergänzen sich die beiden Bücher aber. In "Auf dem Holzweg" wird über die Ursachen der Fehlentwicklung nachgedacht und es werden mögliche Lösungsansätze vorgeschlagen. Beides nicht vollständig, es werden auch längst nicht alle Fragen beantwortet, zumal viele auch erst beim Lesen entstehen - aber es bleibt zu hoffen, dass die beiden Bücher etwas dazu beitragen, dass diese Diskussion über die Physik geführt wird.

Wer immer sich für Physik und deren aktuellen Stand interessiert, für den ist Unzicker nicht einfach nur ein guter Tipp, sondern Pflichtlektüre. Das Buch ist zwar für interessierte Laien geschrieben, trotzdem hoffe ich, dass auch Physiker die beiden Bücher lesen - und dann nicht nur eine reflexartige Abwehrhaltung einnehmen.

Der Leser erfährt einiges über die Entstehung der Theorien der heutigen Physik, der Autor zeigt Widersprüche auf, erzählt von spannenden ungelösten Problemen und alternativen Denkansätzen, die sich nicht durchsetzen konnten, aber auch nicht völlig widerlegt sind.
Beschrieben wird im ersten Teil auch der Forschungsbetrieb, in dem für gesunden Zweifel und alternative Ideen kein Platz mehr ist. Und wir werden wieder aufmerksam gemacht auf die Unterscheidung dessen, was beobachtet wurde und der daraus folgenden Interpretation - und dass letztere eben oft auch anders ausfallen könnte , wenn nicht gerade diese Interpretation am besten zur herrschenden Theorie passen würde. Oder anders ausgedrückt: das sensible Wechselspiel zwischen Theorie und Beobachtung scheint heute ungesund stark in Richtung der Theorie verschoben und die Beobachtungen werden nicht ausreichend ergebnissoffen durchgeführt.
In erster Linie geht es um die Standardmodelle der Kosmologie und der Teilchenphysik, die mit einer immensen Teilchenmenge bzw. Konstrukten wie der dunklen Materie zunehmend verkompliziert werden und deren Beobachtungen keinesfalls immer so eindeutig sind, wie es gemeinhin dargestellt wird. Aber immerhin gibt es in diesen Hauptbereichen der Physik noch Beobachtungen und Experimente - im Gegensatz zu Theorien wie der Stringtheorie, die auf beobachtbare Aussagen gleich ganz verzichtet und sich damit zwangsläufig in einem reinen Theoriegebäude und letztlich Spekulationen verliert.

Nachdem meine Bemühungen, mich als Laie über die Entwicklungen der Physik auf dem laufenden zu halten in den letzten Jahren zunehmend stockend verliefen, Werke von Green, Bojowald und wie sie alle heissen ..... halb gelesen im Regal verstaubend mich etwas ratlos zurückliessen, selbst ein Physiker wie Hans-Peter Duerr beim Versuch, die Quantenmechanik allgemeinverständlich zu erklären mit letztendlich esoterischen Betrachtungen nervt und die Meldungen aus dem CERN irgendwie anfingen langweilig zu werden, wirkt Unzicker befreiend - weil er ausspricht, was man sich selbst nicht zu sagen traute und zeigt, dass Physik doch noch interessant ist.
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am 14. Oktober 2012
Ich habe mir erlaubt, das neue Buch von Herrn Unzicker genau so kritisch zu betrachten, wie er die SRT, ART, QED, QFT und HEP unter die Lupe genommen hat. Wenn man alle polemischen Zeilen weglässt, dann bleibt von dem Buch nicht mehr viel übrig. Das meiste davon ist auch nicht neu:
* es gibt eine Konkurrenz zwischen den einzelnen Forschergruppen
* der LHC ist ziemlich teuer
* Gutachter von Fachzeitschriften haben manchmal keine Ahnung,
die Kriterien über die Annahme von Fachartikeln sind nicht transparent
* es gibt manchmal fehlerhafte Messungen und Analysen
* es kommt vor, dass Ergebnisse manchmal falsch interpretiert werden
* es gibt auch kontroverse Diskussionen unter Fachleuten
* die Theorien sind unvollständig: die ART bei der intrinsischen Singularität,
die QED mit dem Renormierungstrick
* die Stringtheorie ist (bisher) nicht erfolgreich
* leider gibt es auch ein unseriöses Verhalten mancher Wissenschaftler
* eine hohe Qualität bei Messungen ist nicht immer gegeben
* Daten und Metadaten werden nicht aufbewahrt
* technische Fehler können passieren
* es gibt mehrere Autoren, die sagen, neue Ideen brauche die Physik
* und noch ein paar andere Dinge

Man kann diese Dinge auch auf andere Fach- und Forschungsbereiche übertragen, sie kommen überall vor. Was in dem Buch leider kaum erwähnt wird, sind die großartigen Erfolge der oben erwähnten Theorien: die hohe Genauigkeit der Vorhersagen und deren Bestätigung durch Messungen. Sie ermöglichen zumindest, dass man viele physikalische Erscheinungen erklären und verstehen kann. Das ist schließlich das Ziel von Theorien und Grundlagenforschung. Niemand wird ernsthaft behaupten, dass eine Theorie ewig gilt. Je weiter man forscht, desto mehr Fragen tauchen auf. Aber: solange es keine bessere Theorie gibt, solange gilt die bisherige mit allen ihren Unzulänglichkeiten. Und: eine bessere Theorie soll nicht nur ungelöste Probleme lösen sondern sie muss auch alle bisherigen Vorhersagen erfüllen bzw. durch Messungen zweifelsfrei bestätigt werden! Maxwell hat es zu seiner Zeit geschafft, ebenso Einstein, Schrödinger, Heisenberg, Dirac, Weinberg-Salam-Glashow und noch andere, z.B. in der Festkörperphysik. Ob die Stringleute es schaffen, ist fraglich, da stimme ich zu. Entscheidend ist nur die Überprüfbarkeit!
Und jetzt komme ich zu einigen Dingen, die in dem Buch nicht richtig dargestellt sind. Die Anzahl der Dimensionen ist überhaupt kein Gegenargument für eine Theorie. So hat in der Hamiltonschen Mechanik jedes Teilchen drei Ortskoordinaten und drei Impulskoordinaten. Es befindet sich also in einem sechsdimensionalen Raum, genannt Phasenraum. Der Hilbertraum in der QM hat sogar unendlich viele Dimensionen!
Es wird bemängelt, dass man sich kaum Gedanken über die Konstanz von Parametern macht: c, H, alpha, h,... Auch dies stimmt so nicht. In guten Fachbüchern und Artikeln findet man sehr wohl Aussagen darüber. Im Übrigen widerspricht sich Herr Unzicker selbst. Auf der einen Seite fordert er die Einfachheit einer Theorie, was mit der Annahme von Konstanten möglich ist. Auf der anderen Seite soll man eine zeitliche Abhängigkeit untersuchen. Damit würde die Theorie aber erheblich komplizierter!
Die Bemerkungen zum Spin und Isospin sind fehl am Platze. Beides kann man nicht wirklich verstehen. Das ist richtig. Aber man versucht, sich ein gedankliches Modell zu basteln, um die mathematische Theorie zu begreifen. Niemand behauptet, dass das Modell der wahren Realität entspricht. Darauf kommt es auch nicht an. Es geht nur um ein gewisses Vorstellungsvermögen und wie gut eine Theorie die Natur beschreibt. Kann man imaginäre Zahlen begreifen? Bestimmt nicht. Aber die Graphik mit der komplexen Ebene dazu schon.
Herr Unzicker bezweifelt u.a. auf S. 46/47, dass man aus einem hohen Untergrund kleine Signale oder einzelne Ereignisse herausfiltern kann. Diese Ansicht ist schlichtweg falsch. Der Nachweis neutraler Teilchen sei nur indirekt möglich, S. 201. Diese Aussage ist aber nur teilweise richtig und gilt dann, wenn man elektromagnetische Messverfahren (Magnete) verwendet. Aber es gibt den Energie- und Impulserhaltungssatz, um aus den beobachtbaren geladenen Zerfallsprodukten die Masse eines neutralen Teilchens zu bestimmen. Neutrale Teilchen wie Gammastrahlen und Neutronen kann man einzeln(!) zweifelsfrei mit Photomultipleiern bzw. mit Szintillationszählern nachweisen. Wenn man sich mit den Messtechniken, Auswerteprogrammen und Simulationen befasst, die in der HEP üblich sind, dann kann man alles signifikant herausfiltern! Das war zu meiner Promotionszeit am DESY vor vielen Jahren schon möglich, heute sind die Apparaturen noch viel besser geworden.
Was auf S. 138 über Schwarze Löcher geschrieben wird und dass die Proportionalität deren Masse aus dem Schwarzschildradius abgeleitet wird, ist ebenfalls purer Unsinn.
Die Auswertung von Daten und die Simulationsprogramme erfolgen sehr sorgfältig. Eine Aufbewahrung der Daten und Metadaten für die Nachwelt macht keinen Sinn, weil man die Experimente und Apparaturen selbst kennen muss. Im Nachhinein können aus Unkenntnis erst recht Fehler vorkommen. Im Übrigen kann man sich Arbeitsgruppen bei CERN anschließen und selbst anfangen auszuwerten. Bei besonders kritischen Fragestellungen und Analysen findet die Auswertung und Überprüfung von mehreren Personen und unabhängig voneinander statt. So sind schon Fehler aufgedeckt worden, was ja ok ist. Vorschnelle Veröffentlichungen sollte man allerdings vermeiden. Auch werden wichtige Experimente mit anderen Apparaturen und Forschergruppen wiederholt, um wirklich sicher zu sein. Aber alles ins Lächerliche zu ziehen und die vielen Physiker und Techniker, die die Apparaturen bauen, als dumme Jungs zu verkaufen, wie es im Buch versucht wird, das geht zu weit.
Dass es seit dem geozentrischen Weltbild solange bis zum heliozentrischen gedauert hat, hängt auch damit zusammen, dass die katholische Kirche unter Todesdrohungen am ersten festgehalten hat. Galilei musste seine Theorie widerrufen, damit ihm der Scheiterhaufen erspart blieb. Das wurde leider nicht im Buch erwähnt.
Fast auf jeder Seite des Buches finde ich Stellen, die zu bemängeln sind. Ich habe nur einige davon erwähnt. Auf seine Thesen zur Astrophysik zu antworten schenke ich mir. Herr Unzicker sagt zwar sinngemäß, dass er provozieren will. Das ist sein gutes Recht. Aber hat er auch bedacht, dass der normale Leser und seine Schüler Physik als unseriös und abschreckend empfinden können? Diesen Eindruck sollte er schnellstens korrigieren, inhaltliche Änderungen anbringen und die zehn Punkte am Schluss dahingehend ergänzen: ohne experimentelle und theoretische Physik hätte man kein Radio, Fernseher, Kühlschrank, Strom, GPS, CD-Player, Auto, Flugzeug, und, und, und.
Ich vergebe höchstens einen Punkt, aber nur deshalb, damit man die Äußerungen von Herrn Unzicker genau überprüft.
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am 17. November 2015
Jeder der im Physikunterricht aufgepasst hat, fragt sich doch, was im TV an immer neuen Spekulationsblasen der Menschheit verkauft werden soll.
Das ist zur Zeit völlig irrational und entbehrt jeder wissenschaftlichen Grundlage. Hollywood statt Forschung. Übrigens halte ich diese Verschwendung von Steuergeldern für nicht mehr akzeptabel. Ich bedaure sehr,daß intelligente Menschen hier auf den Holzweg geschickt wurden. Allerdings sollten diese am besten etwas Nützliches für die Menschheit tun. Dies zu stoppen ist Aufgabe der Politik, deshalb sollte jeder seinen Einfluss bei den Politikern machen, die ihm bekannt sind.
Manfred Oppermann
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am 26. September 2016
Sehr gut- einer der sich etwas traut. A. Unzicker wagt es gegen den allgemeinen Lehrbetrieb anzugehen, alleinstehende ist schon Achtung wert.
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am 28. September 2012
s.u. Ergänzung

Generell ist Unzickers Kritik nicht unberechtigt und wichtig. Die Physik wird heute stark von Lehrmeinungen geprägt, die von den Zentren der US-Physik vorgegeben wird (das war übrigens früher nicht viel anders, nur dass die Zentren damals z.B. Göttingen und Kopenhagen hießen und die Personen Bohr, Heisenberg, Pauli, Born). Dabei handelt es sich i.W. um hochspekulative Theorien, für die es keinen spezifischen experimentellen Beleg gibt (somit ist "Theorie" eigentl. nicht richtig, es sind nur Hypothesen). Diese Theorien werden als Königsweg dargestellt und in einer riesigen Anzahl von Publikationen vorangetrieben. Wer Karriere als theoretischer Physiker machen will, sieht sich einem hohen Druck ausgesetzt, diesen Pfaden zu folgen.

Unzicker weißt z.B. auf Widersprüche in astronomischen Daten etwa zur Dunklen Materie hin. Man kann hinzufügen, dass neue Messungen in der galaktischen Umgebung keine Hinweise auf die Dunkle Materie gegeben haben.

Aber, was ich doch etwas seltsam finde, das ist Unzickers Feldzug gegen das Standardmodell der Teilchenphysik. Es gibt wohl keine zweite physikalische Theorie, die so gut bestätigt ist und eine so hohe Überstimmung zwischen Theorie und Experiment hat. Tatsächlich ist in Abermilliarden von Befunden keine einzige signifikante Abweichung aufgetreten. Er stellt z.B. die Existenz der Quarks in Frage. Es gibt für sie keinen direkten Nachweis, das stimmt, aber es gibt starke indirekte Indizien, vor allem die Streuexperimente an Protonen, die Jets und der Hadronen-Baukasten. So konnte man nach dem Hinweis auf ein 4. Quark, das Charm-Quark, alle Hadronen nachweisen, die sich aus der Kombination der anderen Quarks mit dem neuen ergeben. Diese Befunde erwähnt Unzicker nicht. Mich würde interessieren, was er dazu sagt. Dafür zitiert er die Kritik von Pauli mit der "Gruppenpest", die dieser nach der Einführung der Gruppentheorie in die Quantenmechanik durch Weyl geäußert hat. Das war um 1930! Inzwischen sind diese Methoden und die ebenfalls auf Weyl zurückgehende Eichsymmetrie der Schlüssel schlechthin zur theoretischen Beschreibung der elementaren Wechselwirkungen geworden. Da hat sich Pauli wohl geirrt, was auch ihm öfters passiert ist, wie beim Elektronen-Spin.

Mein Eindruck ist, dass Unzicker, der ja Astrophysik betreibt, sich in der Teilchenphysik nicht gut auskennt. Trotzdem, seine Kritik an dem was uns heute als Zukunft der Physik verkauft wird, wie String-Theorie, M-Theorie, Branen, Dunkle Materie oder Dunkle Energie, ist wichtig und ich halte sie für berechtigt. Deswegen 4 Punkte für das Buch.

Eine Anmerkung: Es wurde hier Unzickers Wette gegen das Higgs-Boson angesprochen. Die hat er noch nicht verloren! Es gibt Widersprüche in gewissen Zerfallskanälen (b-Quarks, Tauonen) und wenn sich das bestätigt, ist es nicht das Higgs-Boson. Für die Physik wäre das viel aufregender, als der Nachweis des Higgs-Bosons. Es wäre der erste klare Hinweis auf die Physik jenseits des Standardmodells.

------------------- ERGÄNZUNG ----------------------

So wichtig Unzickers Kritik nach innen in die Physik ist, so falsch verstanden kann sie nach außen werden. Er verurteilt nicht die moderne Physik generell, das wäre ja widersinnig, sondern Theorien, die er für zu spekulativ und unsauber hält. In diesem Sinne ist es komplett daneben, wie es einige Kommentatoren tun, Unzicker zum Kronzeugen gegen sie zu nehmen.

Ich kann nur sagen, Leute lasst die Kirche im Dorf! Wir haben es dem Besten zu tun, was es an Wissenschaft gibt, nichts ist so fundiert und bestätigt. Beschäftigt Euch erstmal ernsthaft damit, lernt es zu verstehen (dafür gibt es eine Menge hervorragender Sachliteratur, für jedermann verständlich), dann könnt Ihr substantielle Kritik üben, anstatt unqualifiziert, plump mit dem Dampfhammer draufzuschlagen.

Als Beispiel möchte ich das Urknallmodell nennen. Unzicker lehnt es nicht generell ab. Auch er hält den Urknall als solches für gut bestätigt und seine Kritik gilt Details, wie die inflationäre Erweiterung. Dabei sollte einem aber klar sein, was der unstrittige Kern der Urknalltheorie ist. Es ist NICHT der Urknall selbst. Der ist bis heute spekulativ, außer Reichweite unserer Theorien. Der Anfangszustand der Urknalltheorie ist ein All mit winziger Ausdehnung, in dem die ganze heutige Materie schon vorhanden war, aber als ungeheuer dicht gepackte und heiße Strahlung. Starke Indizien sprechen dafür, dass es so war, keine widersprechen dem. Die Rotverschiebung, so in der Art, wie sie Auftritt, kann man kaum anders plausibel erklären. Viele sehr kluge, z.T. geniale Leute haben intensiv darüber nachgedacht und gerechnet und sind zu keinem anderen Schluss gelangt. Dann wäre die Hintergrundstrahlung zu nennen, ihre gleichförmige Verteilung, der Betrag ihrer Energie, ihr Strahlungsspektrum. Dieses entspricht exakt dem eines Schwarzen Strahlers. Als die Forscher die Satellitenmessungen das erste Mal sahen, muss es ein ergreifender Moment gewesen. Ein Konstrukt unseres Verstandes, wird durch die Natur, das Weltall im Ganzen widergespiegelt, so als ob jemand die Planksche Strahlungskurve hingezeichnet hätte.

Ein weiterer Beleg ist die sog. Urknall-Nukleosynthese. Dies ist deswegen besonders überzeugend, weil sich hier Kernphysik und Kosmologie treffen und man die Eigenschaften der Atomkerne sehr präzise kennt. Nach der Urknalltheorie sind die leichten Atomkerne bis Lithium aus der Ursuppe kondensiert und zwar i.W. alles, was davon heute vorhanden ist. Die beobachteten Häufigkeiten dieser Elemente stimmen gut mit der Theorie überein und das über 9 Zehnerpotenzen (!) hinweg. Dass eine Theorie über einen so riesigen Bereich zutrifft, kann man nicht plausibel als Zufall betrachten.

Angesichts dessen, dass Laien den Eindruck bekommen können, an der modernen Physik ist generell was faul und auf wessen obskure Mühlen es Wasser gibt, reduziere ich meine Bewertung auf 3 Sterne.
22 Kommentare| 19 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 15. März 2016
Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Besonders der Einfallsreichtum des Autors, passende Parabeln und Gleichnisse erfinden zu können, um die Absurditäten mancher Denkart zu verdeutlichen, hat mir eine Freude gemacht. Auch die eingebetteten Zitate zeigen immer wieder wie wichtige Denker in der Vergangenheit auf eben diese Gefahr (nämlich die Institutionalisierung der Wissenschaft) hingewiesen haben.
Nachdem Ich einige recht negativen Kommentare gelesen habe, bin ich geneigt zu sagen, dass man mehr auf die Botschaft als auf den Autor selbst konzentrieren sollte. Bilanz: Erschreckend in welchem Zustand sich die heutige Wissenschaft befindet. Man bekommt den Eindruck, dass es kaum noch Platz fuer wirklich kreative und nachdenkliche Menschen gibt. Es gehört sehr viel Mut dazu, die Betreiber des modernen Wissenschafts-Konglomerat auf diese offene Art zu konfrontieren. H. Unzicker verdient daher unser Lob, da er etwas leistet, was wir eigentlich längst von anderen Wissenschaftlern hätten erwarten dürfen-- wären Sie nur nicht so ängstlich um ihre Rufe und Positionen
Hoffentlich erscheint wird das Buch bald ins Englische übersetzt. Die englischsprachige Welt muss diese Botschaft bald auch lesen können.

Gifted Blindmen
I liked this book very much. The author’s imaginative use of parables and analogues which illustrate the absurdities of certain mental attitudes was very entertaining. The small quotation inserts were a helpful reminder of the many important thinkers who have warned us of just such a danger as this (ie the institutionalisation of science - incidentally ‘institutionalization’ in English is also used to describe those who have spent so long in a mental institution that they can no longer leave!).
After reading a few negative comments, it occurred to me that it would be be preferable if people would concentrate on what the author is saying rather than upon him. The upshot is that science is in a frighteningly bad state nowadays. There appears to be hardly any room for creative, reflective individuals. It takes a lot of courage to confront the modern science conglomorate in such a direct fashion. Unzicker deserves our praise because he has been prepared to do something which we could reasonably have expected other scientists to do for some time now - were it not for their professional anxieties and the comfort of tenured positions. I hope to see the book translated into English very soon. The English-speaking audience needs to hear this soon.
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Zu Anfang des Jahres 2010 ist das erste Buch von Alexander Unzicker mit dem Titel „Vom Urknall zum Durchknall“ im Springer Verlag erschienen. Einige Wochen nach dem Erscheinungstermin habe ich eine Rezension geschrieben und das Buch abschließend mit fünf Sternen bewertet. Das Lesen des Buches mit seiner harschen Kritik an der theoretischen Physik der letzten Jahrzehnte hatte mir durchaus Freude gemacht, obwohl ich hinsichtlich des Inhalts ratlos und verunsichert zurückgeblieben bin. Die Rezensionen waren insgesamt äußerst gemischt, viele gaben sehr positive Bewertungen mit fünf Sternen, viele andere sehr negative mit nur einem Stern ab. Bei Büchern über wissenschaftliche Themen ist ein solch breites Spektrum an Bewertungen nach meinem Eindruck eher selten.
Das Buch wurde später zum Wissenschaftsbuch des Jahres 2011 gewählt, eine Auszeichnung des Magazins Bild der Wissenschaft. Die heftige, umfassende und lesenswerte Diskussion über dieses Buch, die man in dem ScienceBlog [...] findet, hat mich inzwischen allerdings zweifeln lassen, ob die Auszeichnung des Buches wie auch meine persönliche positive Bewertung in der Rezension berechtigt waren.
Nun gut! Jetzt habe ich auch das zweite Buch von Alexander Unzicker mit einem erneut reißerischen Titel „Auf dem Holzweg durchs Universum“ gelesen. Es hat einige Mühe, Konzentration und Zeit gekostet und ohne physikalische Vorkenntnisse hätte ich nicht folgen können.
Detailliert und mit wohl viel Fachkenntnis hinterfragt Unzicker in diesem Buch erneut wichtige Konzepte der theoretischen Physik, vor allem jene, für die es nach seinen Aussagen keine Bestätigungen durch Messungen gibt und aus denen sich keine Vorhersagen ableiten lassen.
Ihm geht es in erster Linie um das Standardmodell der Teilchenphysik, um Quarks, um Gravitation, dunkle Materie, dunkle Energie, schwarze Löcher, Quantenmechanik, natürlich um die Projekte am CERN u. a. m. Alles zweifelt er an.
Und Unzicker scheut es nicht, seine Meinung sehr krass auszudrücken. Hier einige Zitate: „Die Teilchenphysik weist inzwischen Parallelen zur Astrologie auf.“ (S. 216). Das Standardmodell muss als Ganzes auf den Müll.“ (S. 217). „Es ist nicht so, dass die Physiker zu dumm wären, dies zu erkennen, aber oft zu feige, es insgesamt in Frage zu stellen.“ (S. 217). Von solchen Äußerungen wimmelt es in dem Buch. Mir ist nie klar geworden, warum er zu diesem Stilmittel greift. Rein fachlich wäre das gar nicht nötig, denn andere Argumente wirken durchaus, so z. B. seine Hinweise auf mögliche Veränderungen von Naturkonstanten und Naturgesetzen, auf die möglicherweise variable Lichtgeschwindigkeit, auf die Vorschläge von Dicke, auf die Diskrepanz zwischen Einstein und Mach, auf Diracs Arbeiten usw. Die Beiträge dieser Art haben mich durchaus gefesselt.
Während des Lesens hatte ich gehofft, dass Unzicker am Ende einen Ausweg aus der von ihm gesehenen Problematik sieht und damit einen Leser nicht ratlos zurücklässt. Doch da wurde ich enttäuscht. Im Epilog „Was Sie tun können“ empfiehlt er, sich in Wikipedia zu engagieren und dort kritisch zu kommentieren, wenn Physiker einfach etwas behaupten. Was für ein magerer Vorschlag, der auch schon bei politischen Themen nichts bringen würde. Und sein zehn Punkte-Programm für die Experimentalphysik beschränkt sich im Wesentlichen darauf, dass die Transparenz und Zugänglichkeit der in Experimenten erfassten Daten erhöht werden sollte. Gut und schön! Aber ob sein Buch das bewirken kann?
Unzicker betont, wie wichtig ihm die Meinungsfreiheit ist. Diesem Maßstab folge ich jetzt und sage abschließend offen meine Meinung, wohlwissend, dass sie nicht von allen geteilt werden wird:
Für mich hat sich das Lesen dieses Buches nicht gelohnt:
- weil ich bereits das erste Buch von Unzicker gelesen habe und sich im zweiten vieles wiederholt,
- weil man die Kernaussagen mit viel geringerem Aufwand und in kürzerer Zeit bereits dem Interview im Deutschlandfunk ([...]) entnehmen kann,
- weil ich nicht beurteilen kann, ob und ggf. inwieweit Unzicker mit seiner Meinung richtig liegt,
- weil noch kein Buch eines Physikers auf dem Markt ist, das den Versuch unternimmt, Unzicker zu widerlegen, und das man als Jemand, der außerhalb der Physikergemeinschaft steht, unbedingt benötigt,
- weil ich nicht glauben kann, dass Tausende von Physikern, die an den Standardmodellen der Teilchenphysik oder der Astrophysik arbeiten oder gearbeitet haben, auf dem Holzweg sind,
- weil man erst abwarten sollte, ob im CERN durch die Entdeckung des Higgs-Teilchens Unzicker widerlegt wird,
- Unzicker zwar betont, dass er jungen Menschen Begeisterung für die fundamentale Physik vermitteln will, aber ein junger Mensch, der das Buch liest, eher abgeschreckt und verunsichert wird und eine negative Meinung zu den vielen theoretischen Physikern entwickelt.
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